Nr. L Donnkrstag den 7. Januar 1686 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. tastM» > T. scheint tigltch mit -°«n«hm- d-S »-«tag». me^IjihrUch Amtlicher Töeit. Gießen, am 6. Januar 1886. Betreffend: Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler in 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des Kreises. Sie haben binnen 8 Tagen zu berichten, wie viele Scheine Sie im Jahre 1886 für zum Bedecken zu bringenden Stuten bedürfen werden. Dr. Boekmann. Berlin, 5. Januar. Der Kaiser und König hat an den Reichskanzler den nachstehenden Allerhöchsten Erlaß gerichtet: Als Ich im Januar des Jahres 1861 durch Gottes Gnade dazu berufen wurde, den Thron Meiner Väter zu besteigen, durfte Ich bei Meinem schon damals vorgeschrittenen Lebensalter nach menschlicher Berechnung kaum hoffen, daß Mir eine lange Dauer der Regierung beschieden sein würde. Jetzt blicke Ich in Gemeinschaft mit Meiner Gemahlin auf eine Reihe von fünfundzwanzig Jahren zurück, in denen es Mir vergönnt gewesen ist, unter freud- und leidvollen Erfahrungen Meines schweren, verantwortlichen fürstlichen Berufes mit ungeahnten glücklichen Erfolgen zu walten. Unerschöpflich ist Mein Dank gegen den Allmächtigen, der Mich diesen Tag meines Regierungsjubiläums noch erleben ließ, der Mein ganzes langes Leben hindurch, namentlich in dem letzten Vierteljahrhundert, mit Gnade Mich überhäuft, der im wechselvollen Laufe der Geschicke Meine königliche Regierung im Innern wie nach außen reich gesegnet hat. Was Mich bei der Feier des frohen Ereignisses besonders erhebt, das ist das unerschöpfliche Vertrauen, die treue, unwandelbare Liebe Meines Volkes, welche Ich bei den verschiedensten Gelegenheiten so oft erfahren und welche sich auch bei dem gegenwärtigen zwiefachen Anlaß der Jahreswende und Meines Jubiläums wiederum in der mannigfaltigsten und herzlichsten Weise bekundet hat. Nicht blos aus Meiner Monarchie, aus dem ganzen deutschen Vaterlande und weit über dessen Grenzen hinaus, soweit die deutsche Zunge klingt, bin Ich von communalen und kirchlichen Verbänden, von anderen Körperschaften und Eollegien jeder Art, von Vereinen und Anstalten in zum Theil kunstvoll ansgestatteten Adressen, sowie von einzelnen Personen in Zuschriften, poetischen wie musikalischen Ergüssen und in Telegrammen beglückwünscht. Auch in festlichen Veranstaltungen und Versammlungen hat das Gefühl des Volkes zur Feier des Gedenktages sich kund gethan, und nicht minder sind Mir aus dem .Kreise Meiner ehemaligen braven Krieger Beweise der Treue in großer Menge zugegangen. Solche ungemein zahlreichen Zeugnisse von Anhänglichkeit und Verehrung, welche dem Tage die rechte Weihe geben, erfüllen Mein Herz mit tiefer Erkenntlichkeit und stärken Mich in Meinem hohen Alter zu weiterer Ausübung Meiner fürstlichen Pflicht für die Zeit, welche Mir hienieden noch beschieden sein wird. Aus überströmendem Herzen danke Ich Allen, Allen, welche Mich und ebenso Meine Gemahlin durch ihre Theilnahme beglückt haben; mit ihnen vereinige Ich Mich in dem gemeinsamen Wunsche: Gott sei auch ferner mit unserem deutschen Vaterlande! Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Berlin, den 4. Januar 1886. (gez.) Wilhelm. An den Reichskanzler und Präsidenten des Staatsministeriums. Dem Kaiser und der Kaiserin sind die großen Anstrengungen der beiden letzten Tage recht gut bekommen; die Frische des Kaisers während der Defilircour ist allgemein aufgefallen. Mit besonderer Auszeichnung sind seitens des königlichen. Hofes die Abgesandten der Königin von England und des Zaren, Lord Wolseley und Graf Adler- berg, ausgenommen worden. Gegenüber Zeitungsmeldungen von einer „Amnestie", welche anläßlich des Regierungs-Jubiläums beabsichtigt sein sollte, berichtet die „Neue Preuß. Zeitung", es seien, wie regelmäßig, eine Anzahl Straferlasse erfolgt, die jedoch von Fall zu Fall geprüft sind und nicht einseitig eine bestimmte Kategorie von Strafen Betreffen. Darmstadt, 31. Decbr. Schluß des Inhalts Großh. Regierungs- Dlattes (Beilage Nr. 28): 10. Ruhestandsversetzungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 11. Decbr. den evang. Pfarrer Dr. Karl Müller zu Petterweil, Dekanat Rodheim, auf sein Nachsuchen, vom 1. Januar 1886 an, in den Ruhestand zu Versetzen. Am 19. Septbr. wurde der Kanzleidiener bei der Provinzial-Direction Starkenburg und Kreisdiener bei dem Kreisamt Darmstadt Valentin Normet auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, am 11. Octbr. wurde der Diener am chemischen Laboratorium der technischen Hochschule Jakob Göckel, am 22. Octbr. wurde der Kanzleiwärter in dem südliches Collegienhause zu Darmstadt Johs. Debus, am 23. Octbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Wattenheim, im Kreise Bensheim, Johs. Stumpf auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Novbr. d. Js. an, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienstsührung, am 18. Octbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Harbach, im Kreise Gießen, Daniel Amend auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Novbr. d. Js. an, am 8. Novbr. wurde der Schullehrer an der Ge- meindeschule zu Ostheim, im Kreise Friedberg, Jakob Kunz auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 16. Novbr. an, am 10. Novbr. wurde der Turnlehrer an der Volksschule zu Worms Gustav Schleidt, mit Wirkung vom 16. Novbr. an, an dems. Tage wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Sörgenloch, im Kreise Mainz, Johann Georgen auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienstsührung, an dems. Tage wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Hörgenau, im Kreise Lauterbach, Karl Schaaf auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1, Januar 1886 an, am 24. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gemeiudeschule zu Kostheim, im Kreise Mainz, Jakob Schmuck auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienstsührung — in den Ruhestand versetzt. 11. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Wölfersheim; dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Geiß-Nidda mit einem jährlichen Gehalt von 900 uza" eine 6r? welcher in uschreat' iologWe pumasjx' k?°"'che [e6^«5 m • IW,,> ? Hingen J'Seute SStiifc W Mu *dm w «le. Nur geworden für feine Handel und Verkehr. EL fFrankfurter Börsenberichts Der erste Geschäftstag im neuen Jahre fiel ans einen Samstag und war somit nicht geeignet, als Maßstab für bte Geschäftsgestaltung zu dienen. Am Sonntag blieb der Privatverkehr wegen des Iubitäumsfestes Sr. Majestät des Kaisers geschlossen. Unterdesten hatte am Wiener Platze eine recht schwache Haltung die Oberhand gewonnen, welche sich am Montag nnd Dienstag auch über die hiesige und Berliner Börse ausbreitete. Man mottmrte diesen plötzlichen Umschwung in der Tendenz zunächst mit der ungünstigen Schilderung einiger Wiener Blätter über die Lage der Türk. Tabaksregie, bei welcher Gesellschaft die Creditanstalt, wie bekannt, hervorragend interefsirt ist. . Der allzugroße Optimismus, mit welchem der Haustier den Monat Januar, von dem er sofortige Inangriffnahme aller in letzterer Zeit projectirten oder gerüchtweise in Aussicht gestellten Emissionen beanspruchte und mit welchen Erwartungen sich derselbe heute schon ziemlich getäuscht sicht, hatte eine leichte Deroute gebracht. Speculative Abgaben des Berliner Platzes verstärkten das Lager der Contremine, die eine lebhafte Thätigkeit entwickelte. Hierzu kommt noch die neuerdings wieder Mißtrauen erregende orientalische Politik, die Dementirung, welche ein Pester Blatt der angeblich beoorsteheuden Finanzirung des ungarischen Regaliengcschäftes angedeihen ließ, die Meldung über größere ausländische Fallimente, die Nachrichten über die Eonoertirung von 4proccntigen Preuß. Eonsols in eine 3%procentige — und die Kette der deprimirenden Motive war ansehnlich genug, um dem Markte ein weniger zuversichtliches Gepräge aufzudrücken. Die Speculation hat nicht verfehlt, die hohen Eourse der letzten Tage zur umfangreichen Realisation zu benutzen, in eingeweihtcn Kreisen herrscht jedoch die vornehmliche Ucberzeugung, daß größere Finanzgeschäfte noch im Laufe dieses Monates die Börsen wieder zu einer regeren Activität anspornen werden und daß die Eontre- minc gegenwärtig mit ihrer pessimistischen Anschauung keine Seide spinnen wird. Die Eapitalsmacht des Privatpublikums bewahrt noch immer ihre alte Spannkraft, es kann nicht fehlen, daß unter der Geldabundanz wie sie heute vorherrschend ist, solide Neuemifsioncn seitens des Capitals vielfach überzeichnet werden. Die Zeit wo das Eisen geschmiedet werden muß, ist gekommen und Die großen Banken und Bankhäuser» werden sich gewiß die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Papiere mit solider Verzinsung, an denen noch lange kein Üeberfluß vorherrscht, an den Markt zu bringen. Im Frankfurter Eoursblatte ist mit dem 2. Januar eine anerkennenswerthe Neuerung eingeführt, indem bei in Procenten uotirten Effecten, analog Berlin, Decimalnotirung platzgegriffen Hal, während bei per Stück in fl. Oe. W. notirtcn Valeurs das V« System beibehalten bleibt. Der Kapitalist wird darnach mit Leichtigkeit seine Börsenordres selbst conttoliren können und Frankfurt, sofern dies bis jetzt nicht geschehen, gerne als Handelsort benutzen. ■HIIH ......... ■! ■! W11 !■! I ■ III UM I"» -■»CMWWiJWdMivm-M.wwi ||Ji|i| ||||i Hl [■■Hl I II Iiri—HIBI IUI IIII fflWWI TTirr —Ml Aus dem Frankfurter Börsenverkehr find folgende Einzelheiten hauptsächlich bemerkeuswerth: Oesterr. Creditactien ca. 2 fl. matter, Disconto - Antheile verloren etwa 1,50%, Oesterr. Eisenbahnwerthe litten meist wegen der erheblichen Niinder- einnahmen empfindlich und zwar Buschtehrader 3% fl., Duxer 1% fl., Böhm. West, und Staatsbahn je 1 fl. Elbthal, Köflacher und Albrecht je % fl- einbüßend. Schweizer Actien eine Nuance schwächer. Deutsche Bahnen ziemlich fest. Hess. Ludwigsbahn %% erholt. Ausländische Renten still, Egypter Bruchtheile höher. Russen und Oesterr.- Ungar. Fonds preishaltend. Am Anlagemarkt erfreuten sich die in Gold verzinslichen Oesterr., sowie ruh". Prioritäten bei regerem Geschäft größerer Beachtung. Amerikanische R. R. sehr fest. Man sieht einer weiteren Belebung, weil der größte Thcil der Tariferhöhungen erst mit diesem Jahre in Kraft getreten ist, entgegen. Milwaukee und Oregon-Stocks bevorzugt und höher. Die klebrigen ebenfslls sehr fest. Jndustrieacticn rubig, Brauerei Binding und Türkische Tabakregie je 1% nachgcbcnd, Westsregeln 1%, Bad. Zucker ca. 0,80% höher. Von sonstigen Banken erzielten D. Reichsbank 0,80%, Darmstädter und Württemberger Vereinsbank je 0,40% Preisbesserung. Deutsche Bank ver- loren ca. 1,20%, Privat-Disconto 3%. Nervöse Erscheinungen (Palpitationen des Herzens, Kongestionen nach dem Kopfe 2C.) sind häufig die Folgen des Genusses starken Cafes oder Thees. Trotzdem bedarf der Magen eines solches Reizmittels, und dieses bietet sich im reinen, entölten Cacao, der einmal jene schädlichen, erregenden Wirkungen nicht hat, außerdem aber durch seinen hohen Gehalt an Protemstoffen an Nährwerth uene bei weitem übertrifft. Der Cacao muß natürlich rein und von feinstem Geschmack sein, und ist Blookers holländischer Cacao besonders zu empfehlen- 187 Nach Ausspruch “ eines berühmten H- Universitäts-Professors wären bei künftigen Generationen wenig oder keine Kahlköpfe mehr zu erwarten, wenn man sich von Jugend auf statt der schädlichen Oelc und Pomaden ausschließlich des «Haarwassers v. C. Netter, München bedienen würde, welches allein Alles enthält, was einer rationellen Haar- und Kopf- hautpflege dienlich ist. Zu haben um 40 Pfg. u. Mk. 1,10 bei I. «H. Fuhr* 584 Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde. Am Donnerstag, den 7. Januar, Abends 6 Uhr, Erbauung sstunde in der । Kirche: Die Heiden im ganzen Leben Knechte der Todesfurcht, gezeigt aus dem Leben I Der Hindus, Missionsprediger Thumm aus Frankfurt a. M. —MMMMMUMmilHIII lllli—l IIIIBIITaMMMmMg«——■W1—H IMIIWMriWnigOTMH^IrlAWIEMngMMM—— HolMsteigermg Sonnabend, den 16. d. Mts., von 6Nhr ab wird im Locale des Gastwirlhs La uz zu Wißmar nachoerz Holz aus dem Gem.-Walde Wißmar, Distr. Assclbach- Kühbach, Ruttersgrund, Winterberg und Wäldchen versteigert: I. Stämme: a. Eichen: 1 St. 1. Kl. = 2,51 Feslm., 2 St. 3. Kl. = 0,66 Festm-; d. Fickten: 285 St. IH.-IV. Kl. = 55 39 Fcstm. II. Stangen: Fichten: 662 Si- 1—HI- Kl. mit 38,73 Festm.; III. Brennholz: a. Buchen: 412 rni. Derbholz, 128 rm. Stöcke, 1038 rin- Reiser; d. Eichen: 24 rm- Derbholz, 1 rm. Stöcke, 20 rm. Reiser; «.Fichten: 10 rm- Kpl, 310 rm. Reiser; d. Gemischte Reiser 350 rm. 203 Crofdorf, den 5. Januar 1886. Das Bürgermeisteramt. Dienstag n. Mittwoch, den 12. u. 13. Januar, Nachmittags 2 Uhr, wird im Hause des Herrn Weinhändler C. Schwan, Seltersweg, II. Stock, Der Nachlaß des H.-rrn Director Stein, besteh. in Möbeln, Betten und sonstigen Haushaltgegenständen, namentlich 1 Glasschrank, Bettstellen, Sopha's, Tische, Stühle, Spiegel, Porzellan, Glas und sonstiges, versteigert. 181 Im Auftrag: Fr. Müller, Ortsgerichtsmann. Ieilgeöotenes. Nürnberger Loose Ziehung am T,S., 9. Januar. Loose sind vorräthig. 198 Julius Wallach. Brabender s Haar-Uestorer giebt ergrautem Haare die frühere Farbe und Schönheit wieder. Eau capillaire de Quenine, verhindert das Ausfallen und befördert das Wachsthum der Haare, reinigt die Kopfhaut und stärkt die Kopfnerven. China Mundwasser, stärkt das Zahnfleisch, schützt vor Zahnschmerzen und beseitigt jeden Geruch aus dem Munde. Zu haben bei C. Fr. Conrad, Friseur, 54 Mäusburg 15. 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