Krein. "°gel: B«*l i, »rg. ? fr an: S/,ne9wR ö?ein Echr- N"'k" gesucht, -werten sab x. Jijq "ädchnr wird ar- l' .bwtere Bleich^ licht welches ißgtfn und 1566 *>• d. Bl, märe mcmil vollst. Mr- bcittn- Wo? sagt __« -Men sucht n, Kirchenvlotz. Dlann sucht zu» mmer zu mieten, dbt. iA. b. Bl. «• 8 Iheim. 8 t. B. zu seinen ö ,t die ^liebsten M 1564 ö >c Zreunve. g SOOOqgg Hm :n d« 15M Roebrle^, ^rmnafiunio oder n liebcrolle gute . (trptb-1 Bl- ioiort eine ge- le'uckl- oj.jL-— f(5 flß AM >886' •eilte* ®o'2^ i b. 8L_______ - schreiner' «Ä Kr. SS Samstag den 6. Marz 18®@ Amts- -und Auzeigeblatt für dm Kreis Gießen. L' Ä Virrea« r Schulstraße 7. Erschernt täglich mit Abnahme des Montag-. Aurch^die Post bezogen vie^elsührllch 2^^^^ Amtlicher Hßeil. betreffenb: die Ausführung des Unfallversicherungsgesetzes. Gießen, am 4. März 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Indem wir Sie benachrichtigen, daß Herr Georg Schwarz, in Firma C. F. Schwarz Söhne, Herrenkleiderfabrik zu Echzell, zum Bertrauens- mann de« 118. Bezirk« (Provinz Oberhessen) der Bekleidungs-Jndustrie-Berussgenossenschaft, und Herr Robert Wagener, in Firma N. H. Dudlers, Hutfabrikant zu Blitz-nrod, zu dessen Stellvertreter ernannt worden ist, weisen wir Sie an, die in § 54 des Unfallversicherungsgesetzes vorgeschriebene Benachrichtigung über die Einleitung von Unfalluntersuchungen an den genannten Vertrauensmann, beziehungsweise dessen Stellvertreter, gelangen zu lassen. Unser Ausschreiben in obigem Betreff vom 19. November 1885 (Anzeiger Nr. 275) ist durch gegenwärtigen Erlaß außer Kraft gesetzt. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Pferdemarkt - Comitä zu Fritzlar, Regierungsbezirk Cassel, die Erlaubniß ertheilt, die Loose einer von demselben am 16. Juli l. I. in Fritzlar zu veranstaltenden Verloosung von Pferden, Wagen, Fahr- und Reit-Requisiten und sonstigen Gegenständen in den Kreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach zu vertreiben. Nach dem von dem Königlich Preußischen Ober-Präsidenten der Provinz Hessen-Nassau genehmigten Verloosungsplane dürfen 7000 Loose ä 3 Mark ausgegeben und müssen 14 900 Mark zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werde«. Gießen, den 4. März 1886. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Ur. Boekmann. t!—r—»n»■— i—ii ii i ii ■ iiwiiiiK-nawaaMm ■»■■■ I»«»»»»» Wil»!III« III Deutschland. Berlin, 4. März. Dem heutigen Subscriptions-Balle im Opernhguse wohnten der Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinz und Prinzessin Wilhelm, Prinz Alexander, Erbprinz und Erbprinzessin von Meiningen, Prinzessin Victoria, Herzog Günther von Augustenburg an, das Kaiserpaar war nicht anwesend. Der Rundgang wurde vom General-Zntendanten von Hülsen mit der Palastdame v. Hacke eröffnet, welchem die oben Genannten folgten. Der Hof verließ das Ballfest gegen 11 Uhr. Die Reihe der Tänze wurde durch zwei Quadrillen unterbrochen, welche das königliche Balletpersonal einmal im Rococo- Kostüm, das andere Mal im Kostüm aus der Zeit Maria Stuart's aufführte. Karlsruhe, 4. März. In dem Befinden des Erbgroßherzogs sind bei fortdauernd hohem Fieber seit heute früh die Anzeichen von der Mitleidenschaft innerer Organe in der Zunahme begriffen. Dänemark. Kopenhagen, 4. März. Die Hamburger Posten vom 2. und 3. März sind Vormittag hier eingetroffen, die für das Ausland bestimmten Posten vom 2. und 3. März sind mit Dampfer „Stephan" nach Kiel abgegangen. Türkei. Konstantinopel, 4. März. (Telegramm der „Agence Havas.") Frankreich hat erklärt, daß es seine Zustimmung zu dem türkisch-bulgarischen Abkommen bis zur Regelung der rumelischen Zollsrage vertage. Amerika. Washington, 3. März. Der Schatzsecretär Manning hat dem Repräsentantenhause auf die Resolution vom 4. Februar, in welcher Aufschluß über die Politik des Cabinets in Betreff der Silberfrage verlangt wurde, eine Antwort gesandt, in welcher es heißt: Es sei klar, daß die Regierung so bald als möglich zu einer bimetallistischen Einheit zurückkommen müsse; die 550 Mill. Goldgeld und 220 Mill. Silbergeld der Vereinigten Staaten machten jede andere Politik außer dem Bimetallismus chimärisch. Das einzige Mittel, dem Silber das alte Werthverhältniß wiederzugeben, sei eine internationale Verständigung, welche ein gemeinsame- Werthverhältniß zwischen den aus beiden Metallen nach diesem Werthverhältniß auszuprägenden Münzen sestsetze. Eine Verständigung der europäischen Mächte ohne Theilnahme Amerikas sei in Folge des verschiedenen Werthverhältnisses unmöglich und eine Verständigung zwischen Europa und Amerika sei aus diesem und anderen Gründen überhaupt so lange unmöglich, als Amerika nicht aushöre, Silber au-zuprägen._____________________ Reichstag. Berlin, 4. März 1886. Erste Berathung der Branntwein-Monopol-Vorlage. Finanzminister Scholz leitet die Berathung ein mit dem Hinweis auf die Lage der preußischen Finanzen, die auf Reichshülse angewiesen seien. Auch andere Einzelstaaten und das Reich selbst bedürften neuer Einnahmen. Woher sollen diese kommen, wenn nicht aus dem Monopol? Er rechtfertigt weiter den Entwurf in wirthschaft- licher, finanzieller und politischer Beziehung, größtentheils im Anschluß an die gedruckten Motive, aber in ungewöhnlich ruhigem, fast gedrücktem Tone und bittet um friedliche Berathung und um Achtung vor der gegentheiligen Ueberzeugung. Freiherr v. Huene: Das Centrum sei mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit Gegner des Monopols und werde auch demgemäß stimmen, glaube aber die Eommissionsberathung einer so wichtigen Vorlage nicht ablehnen zu können. Vielleicht ergebe sich bei der Berathung für später ein Weg der Verständigung. Redner entwickelt hierauf die Hauptbedenken gegen das Monopol. Die behauptete günstige Wirkung für die Landwirthschaft würde nicht eintreten, nur eine kleine Anzahl Brenner werde gegenüber den anderen Landwirthen bevorzugt werden. Es fehle an jeder Sicherheit, daß der Staat den großen wirthschaftlichen und finanziellen Ausgaben, die er mit dem Monopol übernehme, gewachsen sei; näher liege doch der Gedanke, einen Theil der mit dem Monopol beabsichtigten Zwecke auf dem Wege der Consumsteuer zu erreichen. Richter: Warum habe der Minister die friedliche Gesinnung, um die er heute bitte, nicht in den letzten Wochen den osficiösen Organen anbefohlen. Der Minister stehe unter der Wirkung der großartigen Volksbewegung, die gegen das Monopol loS- gebrochen und wahrhaft herzerquickend sei (Lachen rechts). Da habe sich gezeigt, daß das deutsche Volk Alles verträgt, nur nicht das Monopol. Die Socialdemokraten gingen nicht mit der nöthigen Energie gegen das Monopol vor, weil sie den Grundgedanken desselben als socialistisch anerkennen müßten. Die Socialdemokraten feien aber consequenter, sie wollten Alles verstaatlichen, die Regierung aber nur die kleinen Leute, während sie vor den großen Brennern Halt mache. Es handele sich um den umgekehrten Crispin; man nehme den kleinen Leuten Leder, um den großen Leuten Schuhe daraus zu machen. Das Monopol sei daraus zugeschnitten, den 3000 großen Kartoffelbrennern jährlich 50 bis 60 Millionen zuzuwenden. Das sei ein Ansinnen, wie man es in der feudalsten Zeit nicht zu stellen gewagt habe. Wie stimme es zusammen, daß man im Landtage einen Hundertmillionenfonds verlange, um die polnischen Güter billig zu kaufen und gleichzeitig durch das Monopol den Werth dieser Güter um mehr als 100 Millionen erhöhe. Die Schnapspolitik des Kanzlers könne nicht deutlicher illustrirt werden, als durch das Monopol. Die Berechnungen der Vorlage seien ganz ungenau und fehlerhaft, es mache auf ihn den Eindruck, als ob der Kanzler gesagt habe, der Reingewinn beträgt 303 Millionen und dann verschiedene Räthe beauftragt worden seien, dies auszurechnen, ohne dabei zu cooperiren. Die Vranntwein- preise und Verschleißkosten seien viel zu niedrig bemessen, Consumverminderung nicht berücksichtigt. Rechne man richtig, so werde der Reinertrag des Monopols weit unter 100 Millionen betragen. Unsicher sei der finanzielle, aber auch der moralische Erfolg. Die Völlerei werde eher vermehrt, als vermindert werden. Die Defrauden müßten sich vermehren. Was er früher über höhere Besteuerung des Branntweins gesagt, sei richtig, die Zeit aber anders geworden. Inzwischen seien neue Steuern und Zölle auf nothwendige Lebensmittel geschaffen, schaffe man diese ab, so werde sich über eine Höherbesteuerung des Branntweins reden lassen, anders nicht. Der Reichskanzler habe gedroht, falls das Monopol abgelehnt werde, wolle man den Branntwein in Preußen durch eine hohe Licenzsteuer treffen. Das würde aber verfassungswidrig sein, denn der Spiritus sei dem Reich vorbehalten. Mit dem ganzen jetzigen Finanzsystem könne unk dürfe in Deutschland nicht weiter regiert werden, wenn nicht oie Erwerbsverhältnisse des ganzen Volkes ruinirt werden sollten, am allerwenigsten aber mit solchen ungeheuerlichen Mitteln, wie das hier verlangte. Er hofft, daß die Commissionsberathung nur kurz sein und das Monopol mit großer Majorität abgelehnt und damit die Beunruhigung weiter Volkskreise gehoben werde. Wedell-Malchow: Daß das Monopol im Interesse der Landwirthschaftliege, sei unzweifelhaft, die gegentheiligen Ausführungen Richters änderten daran nichts. Sie seien so allgemein gehalten gewesen, um die Sachunkenntniß zu verdecken. Die Mittel zur Deckung vieler anerkannter Bedürfnisse könne nur das Monopol liefern. Er hofft, daß Letzteres in einer Form aus der Commission heroorgehe, welche die Annahme auch der Linken möglich mache; für Beseitigung einer Anzahl von Bedenken, werde die Commissionsberathung Gelegenheit geben. Die Weiterberathung wird auf morgen vertagt. (Fr. Z.) Telegraphische Depeschen. Wolff- telegr. «orrespondenr-Bureau. Berlin, 4. März. In der heutigen Bundcsrathssihung gelangt der Antrag Preußens, betreffend den Gesetzentwurf über die Heranziehung von Militärpersonen zn Gemcindeabgaben, zur Berathung. — Gutem Vernehmen nach handelt es sich in der Bundesrathsvorlage über die Heranziehung von Militärpersonen zu Gemeindesteuern um im Officiersrange stehende Militärpersonen und zur Disposition gestellte Officiere. Stockholm, 4. März. Die erste Kammer des Reichstags lehnte den Getreide-- zoll mit 75 gegen 57 Stimmen ab. , w t _ London, 4. März. Dem „Standard", zufolge hat die Regierung Lord Duf- ferin autorisirt, die Einverleibung Birmas in Indien formell zu vollziehen, da die frühere Proklamation nur Fürsorge traf für eine einstweilige Verwaltung des Landes. — Das Unterhaus berieth den Antrag Holmes, das Haus wolle das Budget der Eivilverwaltnng von Irland nicht berathen, bevor es Kenntniß über die Politik der Regierung für die Aufrechterhaltung der socialen Ordnung in Irland habe. Gladstone erklärte, die Frage der socialen Ordnung, der Bodengesetze, sowie der künftigen Verwaltung in Irland seien so innig verkettet, daß sie getrennt nicht zu lösen seien. Die Regierung wolle eine Besserung der socialen Ordnung nicht durch Repressivgesetze, sondern durch Maßregeln herbeiführcn, die mit den Bodengesetzen und der Verwaltung Irlands verbunden seien. Das Boycotting - Unwesen werde übrings verhindert. Belgrad, 4. März. Wie verlautet, sollen der Ersparniß halber mehrere Gesandtschaften, darunter diejenigen in Rom, Paris und Athen, aufgehoben und durch Geschäftsträger besetzt werden. — Ein Ukas des Königs befiehlt die Demobilisirung der activen Armee, sowie des ersten Aufgebots. Der Kriegsminister erließ die erforderlichen An- »rdnungen. Petersburg, 4. März. Das „Journal de St. Petersbourg" meldet: Es scheine bezüglich des türkisch-bulgarischen Arrangements zwischen allen Mächten Ueber- einstimmung in der Hauptsache hergestellt zu sein. Es blieben nur noch gewisse formelle Nüancen über die Art der Proklamirung der bulgarischen Union zu erledigen, insbesondere, ob ohne bestimmten Termin oder gemäß Art. 17 des. Berliner Vertrags. Hierauf werde sodann die Constatirung der Zustimmung der Mächte zu dem Arrangement stattfinden. Die Pforte wünsche, daß die Zustiinmung durch Protokoll der Bot- schafter-Conferenz zu Konstantinopel, welche mit der Erörterung der Nüancen zu beauftragen wäre, formell ausgesprochen werde. Das „Journal" glaubt indessen, es sei beschlossen, daß die formelle definitive Sanction der Union erst dann in der Eonferenz ertheilt werden solle, wenn gleichzeitig das revidirtc organische Statut die gleiche Sanction erhalten könne. Die Glasmalerei und deren Imitation. (Nachdruck verboten.) Das Wiederaufleben des altdeutschen Stiles, welcher seit einer Reihe von Jahren nicht nur von den Architekten, sondern von beinahe allen Handwerksmeistern, die mit Bauten zu thun haben, wieder cultivirt wird, hat auch einen alten Fensterschmuck der Gebäude des Mittelalters in Erinnerung gebracht, — nämlich die Glasmalerei. Zu welcher Zeit diese Kunst, durchsichtige Farben und Umrisse durch Einschmelzung auf das Glas zu übertragen oder ganze Bilder aus Stücken farbigen Glases zusammenzusetzen, eigentlich entstanden ist, ist im Alterthum bisher unnachweisbar. Wir wissen nur, daß die Glasmalerei einer der bedeutendsten Kunstzweige des Mittelalters war, und daß sie anläßlich der zu dieser Zeit weit und breit gepflegten Mosaikarbeiten häufige Anwendung gefunden hat. Und in der That sind auch die ältesten Glasgemälde reine Mosaikarbeiten, d. h. Umrisse in Blei, welche von farbigen, durchsichtigen Gläsern ausgefüllt werden. Die Erfindung dieser Kunst wird in den meisten literarischen Werken, z. B. Schmithals, „die Glasmalerei der Alten", Gessert, „Geschichte der Glasmalerei", Lasteyrie „Histoire de la peinture sur verre ä'aprös des monumenta en France“, rc., den Franzosen zugeschrieben, während besonders deutsche Meister für die Anwendung und Verbreitung am meisten beigetragen haben. Die ersten Glasgemälde, welche überhaupt erwähnt werden, befanden sich in dem bayerischen Kloster Tegernsee, und zwar stammten dieselben aus der letzten Zeit des 10. Jahrhunderts. Von späteren Arbeiten aus dem 11. und 12. Jahrhundert, der Zeit des romanischen Baustils, ist wenig auf unsere Zeit herübergekommen, so z. B. mehrere Fenster des Domes zu Augsburg, der Kunibertskirche in Köln und des Straßburger Münsters. Bedeutend größer und zahlreicher sind die Ueberbleibsel des 13. und 14. Jahrhunderts, der höchsten Blüthe des gothischen Baustiles. Dieser Zeit gehören an die Schöpfungen der Kaiserbilder im Straßburger Münster, die Fenster des Domes in Amiens, Oppenheim, Rheims, der Elisabethkirche in Marburg, die Chorfenster des Kölner Domes rc. Mit dem Endendes 14. und im 15. Jahrhundert werden die Denkmäler dieses Kunstgewerbes immer zahlreicher; aus dieser Zeit stammen die Fenster der Frauenkirche in Lübeck und die des Domes in Florenz, die wahrscheinlich beide der schaffenden Hand eines der größten Meister der Glasmalerei im Mittelalter, Francesco Livi aus Gambissi, der sich von Jugend auf in Lübeck aufgehalten hat, entsprossen sind. In Nürnberg ist die Glasmalerei besonders gepflegt worden durch die Glasmaler-Familie Hirschoogel, welcher viele der dortigen Kirchen einen Th'cil ihres Schmuckes verdanken. Die Zeit der Reformation hat leider allerorts unzählige von Meisterwerken aus der romanischen und gothischen Periode zerstört und so treffen wir eben nur noch selten auf ihre Schöpfungen. Reicher als in Deutschland kommen noch Glasmalereien «us jener Zeit in der Schweiz vor, und in England hatte die Glasmalerei in früheren Jahrhunderten so festen Fuß gefaßt, daß ihre Technik überhaupt nie ganz verloren gegangen ist. Das kostbarste und glanzvollste Werk der Glasmalerei im Mittelalter sind die Fenster des nördlichen Seitenschiffes im Dome zu Köln vom Jahre 1809. Aus ihnen erkennt man, besonders im Vergleiche mit Arbeiten früherer Zeit, das Streben nach Darstellung möglichster Wirklichkeit, welches sich nicht nur in einer kräftigen Charakteristik der Figuren ausspricht, sondern auch Zeugniß von freier bewegter Composition ablegt und statt des üblichen Teppichgrundes einen reichen architectonischen oder landschaftlichen Hintergrund entfaltet. Aus der Zeit des Ausganges des 15. und des Anfanges des 16. Jahrhunderts sind noch erhalten die herrlichen Glasgemälde des Münsters zu Freiburg im Breisgau, sowie diejenigen mehrerer Kirchen in Paris und die in der großen nördlichen Nebenkapelle der Gudulakirche in Brüssel, während die aus jener Zeit stammenden prachtvollen Glasbilder des Domes zu Metz im deutsch - französischen Kriege von 1870—71 der Vernichtung anheimgefallen sind. In den großen Wirren der vielen Kriege, welche über Deutschland vom 16. Jahrhundert ab hereinbrachen, ging allmählich der Sinn für Kunst und Kunstgewerbe, mit ihnen die Kunst der Glasmalerei unter, und erst im 19. Jahrhundert wurde es durch die Bemühungen von Mohn und Wilhelm Vörtel in Dresden, Scheinert in Meißen und ganz besonders von Frank in Nürnberg, welcher die Glasschmelzmalerei zuerst wieder emporzubringen suchte, ermöglicht, für dieses so herrliche Gewerbe Freunde und Anhänger zu finden. Dieser gegenwärtig emporblühenden Industrie der Glasmalerei nun scheint eine Imitation arge Concurrenz machen zu wollen, welche unter dem Namen „Glacier- Fensterdecoration" in den Handel gebracht wird und deren Einführung und Anwendung schon durch die wohlfeile Anschaffung leicht überall bewerkstelligt werden kann. Diese Glacier-Fensterdecorationen bestehen aus transparenten farbigen Blättern, als Allegorien, ornamentalen Stücken, Wappen, Initialen, Bordüren rc. in den mannigfaltigsten Größen, durch welche es möglich wird, jede Glasfläche, ob schmal und hoch, rund, oval oder vielseitig, zu schmücken. Diese Glaciers werden mit einem Schwamm angefeuchtet und auf die vorher gut gereinigte Glasscheibe fest angedrückt und glatt gestrichen, so daß keine Luftblasen »wischen Glas und Glacier bestehen bleiben, worauf das Ganze nach gehörigem Trocknen der größtmöglichen Haltbarkeit wegen mit einem hellen Lack überzogen wird. Die auf diese Weise entstandenen Gemälde, den ächten Glasmalereien auf das Täuschendste ähnlich, lassen sich gleich diesen zu Fensterschmuck für Kirchen, öffentliche Gebäude, Eß-, Jagd-, Rauch und Wohnzimmer, für Corridoren u. s. w., verwenden und haben gegen die Glasmalerei, wie bereits angedeutet, den Vorzug weit größerer Wohlfeilheit, indem ein Fenster mit Glacier über 75 pCt. billiger ist als ein solches mit ächter Glasmalerei. Die Frische der Farben leidet weder unter Sonnenlicht, noch unter Feuchtigkeit und selbst Eisblumen, mit welchen der Winter die Fenster schmückt, üben keinen nach-' theiligen Einfluß auf die Qualität der Glacier - Decoration aus, so daß bedeutende Männer vom Fach dieser neuen Erfindung regste Aufmerksamkeit geschenkt haben und die Zeit weitgehendster Einführung bei allen Kunstliebhabern nicht allzu fern liegen dürfte. Uebrigens ist Jedermann im Stande, diese Fensterdecoration eigenhändig zu bewirken, so daß auch hierin noch eine Ersparniß an Arbeitslohn gemacht werden kann. Die bis jetzt hergestellten Muster sind bereits so zahlreich (gegen 500), daß für alle Zwecke, für jeden Geschmack, jeden Baustil und jede Zimmereinrichtung in Charakter und Farbe Glaciers vorhanden sind, und es dürfte besonders das neue Fabrikat ge- p??1!? in neuester Zeit bestehenden Vorliebe für alterthümliche Wohnungs- ausstattungen zweckmäßigste nnd beste Anwendung finden. Die Masse, aus welcher das Glacier besteht, ist eine Art Gelatine, doch ist ihre Herstellungsart Geheimniß des Patentinhabers. Den Verkauf bat die Firma Conrad u. Consmüller in Dresden und Leipzig übernommen, an welche sich Interessen zur Erlangung von Auskünften, Mustern und Preislisten zu wenden haben. Egon W. Lokale 6» ©icfeen, 5. März. sVerein hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines Heims.l Die Hebliste für die Beiträge pro 1886, die in aller Kürze in Circulation gesetzt werden wird, enthalt folgendes Vorwort: „Im Namen des Vereins hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines Heims gestattet sich der unterzeichnete Vorstand, die Mitglieder desselben um Entrichtung ihrer gezeichneten Beiträge pro 1886 zu ersuchen und um Einzeichnung neuer Mitglieder in die Liste zu bitten. Wir erinnern dabei an den guten Zweck des gestifteten Vereins, der — bereits über das ganze Land verbreitet — sich eines raschen Aufblühens erfreut. Er will mittellosen Lehrerinnen in Krankheitsfällen oder im Alter ein Heim gewähren, ihnen Stätten bereiten, die in gesunder Lage den Kranken eine angemessene Pflege bieten, um die verlorene Gesundheit wieder zu erlangen, den Betagten ein ruhiges Asyl gewähren srllen. Wie in unserer Zeit die der Hilfe Bedürftigen, so weit sie vermögen, selbst Hand anlegen, um ihre Lage zu verbessern, so hat sich auch der Verein zunächst an die Lehrerinnen selbst gewendet und zahlen diese jährliche Beiträge von 6 JL. Um aber den edlen Zweck des Vereins zu erreichen, dessen Bestehen eine Forderung der Hurnani- tat ist, wenn wir in's Auge fassen, in welche trostlose Lage so viele Lehrerinnen in Krankheit und im Alter versetzt waren und noch werden, wenden wir uns vertrauensvoll an die Bewohner der Stadt mit der Bitte, auch ihrerseits den Verein zu unterstützen, der bereits jetzt segensreich wirkt und in Zukunft noch segensreicher wirken wird." Wir hoffen, daß dasselbe bei allen Lesern auf guten Boden fallen wird. B t t m i f c& t e I. Mainz, 4. März. Hinrichtung des Doppelmörders Herbst. fOriginalbericht, Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet, j Das schauervolle Drama, dessen blutige Details im verflossenen Hochsommer die Bevölkerung von Mainz und Umgegend auf'S Tiefste erschütterte, hat soeben seinen sühnenden Abschluß gefunden. In dem Haupthof des Justizpalastes, zunächst dem Hypothekenbureau endete Herbst sein verbrecherisches Dasein unter dem Fallbeil. Vor der Guillotine war der Tisch placirt, an welchem die Landgerichtsräthe Laist und Preetorius, sowie der Staatsanwalt Dr. Ewald und der Gerichtsschreiber Dr. Nuß Platz genommen hatten. ' Mit Glockenschlag halb 7 Uhr hallte von dcrn nahen Thurme der St. Christophs- Kirche der Ton des Todtenglöckleins und wenige Augenblicke später wurde Herbst, begleitet von dem Gefängnißverwalter Grimm, Kaplan Landmann und 2 Gensdarmen, vorgeführt. Festen Schrittes sich dem Gerichte nähernd, zog er vor dasselbe hintretend grüßend den Hut. Nachdem Kaplan Landmann ein kurzes Gebet gesprochen und der Staatsanwalt das Urtheil und die ablehnende Entscheidung des Großherzogs verlesen, übergab jener den Delinquenten dem Nachrichter. Gleich festen Schrittes stieg Herbst, ohne eine Miene zu verziehen, die Stufen des Schaffots hinan; als ihn die Gehilfen des Scharfrichters anfaßten, bemerkte man, daß er sich hiergegen zu sträuben suchte. Auf das Brett geschnallt, wurde er mit demselben zurückgeschoben und fast in demselben Moment fiel auch das Fallbeil. Lautlos sahen die in Trauerkleidung erschienenen Anwesenden, etwa 70 Personen, darunter einige Stadtverordnete, viele Juristen, Aerzte, einige Militärs und Vertreter der Presse, dem schrecklichen Schauspiel zu. Es machte sich allgemeine Ueberraschung Luft, mit welcher Ruhe Herbst seinen letzten Gang angetreten hatte. Als sich die Versammlung lautlos entfernte, wurden Kopf und Rumpf in einen Holzsarg gelegt, um nach der Anatomie in Gießen geliefert zu werden. (Die Leiche ist bereits gestern Abend hier eingetroffen. Red.) Die ganze Procedur von dem Austritt aus dem Arresthaus bis zum Fallen-des Beiles dauerte kaum 4 Minuten, die Function des Scharfrichters, welches Amt Scharfrichter Brand aus Sachsen bekleidete, kaum l1/® Minuten. Wie man uns mittheilt, war Herbst während der Nacht und während des gestrigen Tages immer munter und wohlgemuth; in später Stunde verlangte er noch den Beigeordneten Dr. Gaßner und Polizeicommissär Schüler zu sprechen, um, wie er sagte, denselben nachzuweisen wie falsch ihre von Herbst gemachten Aussagen gewesen. Geistlichen Zuspruch lehnte Herbst ab und auf die ständigen Ermahnungen des Kaplan Landmann wußte er immer nur zu erwidern: „Gut, gut." Lille, 1. März. Ein Selbstmord unter geheimnißvollen Umständen ist hier vorgekommen. Am Samstag kam ein Fremder hier an, der etwas französisch mit deutschem Accent sprach und nahm ein Zimmer in einem Gasthaus, schloß sich ein und kam den ganzen Sonntag über nicht zum Vorschein. Am Montag früh ließ der Wirth Polizei holen und das Zimmer wurde erbrochen. Am Boden lag in einer Blutlache mit zerschmettertem Kopfe der Fremde. Seinen Papieren nach ist er Karl Fr. Peppler, 33 Jahre alt, aus Grünberg in Hessen. Er hatte zwei Revolver bei sich, trug goldene Uhr mit goldener Kette und war fein gekleidet. Die Ursache des Selbstmords, der hier viel von sich reden macht, ist in völliges Dunkel gehüllt. — Unter der Ueberschrift: „Wie ein Elephant unter die Taschendiebe ging", wird aus München geschrieben: „Joly, der allen Besuchern der Bach'schen Menagerie bekannte afrikanische Elephant, sonst ein sehr wohlerzogener und gelehriger Junge von 12 Jahren, ist unter die Taschendiebe gegangen. Als kürzlich ein bekannter dortiger Bürger vor dem Podium des Elephanten stand und die nebenan befindliche Giraffe betrachtete, zog ihm Joly unbemerkt seine werthvolle, mit Gold und Silber beschlagene, aus Steinbockhorn gefertigte Schnupftabakdose mit seinem Rüssel aus der Tasche, führte sie in den riesigen Rachen und zermalmte sie. Nur mit Mühe gelang es, dem Räuber einige Bruchstücke zu entreißen; der übrige Tbeil der mit „Schmalzler" wohlgefüllten Dose verschwand für immer im Schlund des Dickhäuters. Joly wurde nicht einmal zum Niesen gereizt, zeigte auch später keinerlei Symptome von Verdauungsbeschwerden." — Prinz Wilhelm von Preußen hat von seiner Jagdfahrt auch drei prächtige lebende junge Bären mitgebracht, einen größeren braunen und zwei ganz junge graue. Während der erstere beim Transport im Packwagen untergebracht war, hatte der Prinz die. letzteren während der Eisenbahnfahrt zu sich in den Schlafwagen genommen und ergötzte sich daran, daß ihm die unbeholfenen Thierchen gleich Hunden auf Schritt und Tritt folgten. Der braune Bär ist bereits als interessanter werthvoller Zuwachs dem Zoologischen Garten überwiesen und in einer Abtheilung des großen Bärenzwingers untergebracht worden, während die grauen Zwillinge sich noch im Besitze der fürstlichen Familie befinden. Die lieblichen Kinder des Fürstenpaares mögen erstaunte Augen über die neuen Spielgefährten, diese lebendigen Wappenzeichen Berlins, gemacht haben. — . Aus Kairo wird berichtet: Touristen wird es interessiren, zu vernehmen, daß das riesige Steingebilde des Sphinx in kurzer Zeit von seinem Sandbctte befreit, sich in seiner ganzen Größe dem Auge des Beschauers darbieten wird. Es ist beschlossen worden, die Sphinx, deren größere Hälfte durch angewehten Wüstensand verhüllt ist, bloszulegen, und ist der Eustos des Museums von Bulag, Dr. «rugsch- Pascha, mit der Durchführung der Arbeit betraut. Dieselbe wurde am 7. Januar in Angriff genommen und wird 3 Monate dauern. 150 Mann arbeiten an der Fortschaffung der auf 20,000 Kubikmeter geschätzten Sandmasse, zu deren Weiterschaffung eine kleine Eisenbahn angelegt wurde. Nach Bloslegung des Colosses wird um den- frloeii herum ein breitet', kreisförmiger Weg freigelassen und dieser dann mit einer mehrere Meter hohen Ntauer umgeben werden. Man erwartet, daß die gegenwärtig etwas mehr als 12 Meter aus dem Sande hervorragende Sphinx nach ihrer Bloßlegung eine Hohe von 20—24 Meter über dem Erdboden haben werde. _ , Familienblatt*) veröffentlicht in seiner neuesten Nummer folgende hübsche Theater-Anekdoten: trQt rum ersten Male in Wien in der Norma auf. Alle Plätze waren überfüllt. Jetzt schlug es 7 Uhr, der Jnspicient gab das Zeichen zum Anfang. i Dorers Familienblatt kann bezogen werden: In Wochennummern. Viertellahrlich 2 Mark. Oder jährlich in 18 Heften zu 50 Pfg. - Auch in 12 Oktavheften zu 75 Pfg. Lr" - A in ebtnfo * b'® rin“1 ’sLtnlb«!Ia< ^•rthßrobe * 1 gftrlfrig gefalcn, so M fort; er hal mid) - Lehfeldt nahm s bitft ihn bewundern s< berselben die Straße herein, rüst.« W Veißbier und alter Kl znade beim Stiibiun in bem ®ruiibton zur HnisMs." , Als Lehfeldt Fräulein A. die Pari Am folgenden Bormi Hrack. „Mein Frau! unb bewundert - .Über Herr Lehfeldt, fee* - „Mer" - „Wir heben die Berl Otto Lehfeldt aus?" bar", monologifirt L< ausgeschlagen." Die Deutlichke Zwischenruf, mit dem 4cn er jugendliche Ar Merichmelterte. Al aus und es wird m Ne neu« Den 256 N« Jitui Btittitom 8owie Ü >n, ei Käufer l PabrikpJ gW- Es war bei tteaters, - des hoch Nübne, - ja für bif g erschüttert, aber er sa offenen Trabes zu Hal uin und sagte zu dem Charlotte von rls „Schwäbin". T Zuschauer entzückt. , .wenn Sie nicht dii 5mger. „Nicht so iJ vcindin gemacht." 1 alten Burschen wie J . - lDer hasl N nur em Hasen,I lötten ihn Gräflichei Je 50 Kilogramm kosten: -- it= rr n © ■X x^ 7 - 303 8 60 7 55 7 50 85 10,75 12 5f 16- 22- 23- 75 90 7 25 Je Vr Kilogramm kostet: d E . e E*9 "9 R X^\X ä ~5\ 4 4h 54 0 92 - 12 1 40 9 -65 26- 63 56 ~’ 50 DtxUmfltt er noä Zechen, um, wie o n Verkiiöafsstellen r Gebr. Adami, Mäusburg 14. | Ferd. Drebos, Marktplatz 21. 256 zu jeder Tageszeit- 66 62 64 N X$ 16 22 e Q Priorato, roth, herb X Priorato, roth, süss . „ Valdepennas, roth . „ Malaga-Xerez (Sherry) „ Malaga u. Oporto . „ X3 JL X. ,3) n-ce = s Madeira u. Pajarete JL Sherry u. Montilla . „ Malaga u. Madeira, allen „ Moskatel u. Alicante „ Lacrima-Christi . . „ «ä Z Xäi C. G Kleinhenn, Kreuzplatz 1. Conditor HL Kinkel, Marktstr. 32. X S) S-E O «S? D- jT3i 2.— 2.— 2.50 2.50 2.50 Berzeichniß der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen Vom Monat Februar 1886. Frankfurter Stadttheater. Der Tenorist Emil Götze, welcher am 8. März im hiesigen Opernhause auftreten sollte, ist plötzlich erkrankt und ist das Gastspiel desselben in Folge dessen aufgeschoben worden. Dasselbe dürfte etwa 14 Tage später stattfinden. Katholische Gemeinde. Sonntag Quinquagesimae- Bon 7 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. L-mmuxion- , VzlO Uhr: Hochamt und Predigt. „ 2 Uhr: Jubiläums-Andacht. Am Aschermittwoch findet nach dem Gottesdienste um 7 Uhr die Äscherung statt- Am Freitag um 51/* Uhr: Fastenandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 515 Uhr, Samstag Morgen 831 Uhr, Samstag Mittag Z Uhr, Samstag Abend 6*) Uhr. 52 60 — (Immer praktisch.) Eine Mutter ertheilt ihrer Tochter, die im Begriff steht, sich zu verheirathen, weise Rathschläge und fährt dann fort: „Ach ja, das habe. ich noch vergessen. Wenn ihr euch eines Tages zanken solltet und du willst deinem Gatten etwas an den Kopf werfen, so wähle immer unzerbrechliche Gegenstände und möglichst billige." Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieße». Evangelische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. Sonntag Estomihi, 7. März, Beginn der Passionszeit. Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer D i n g e l d e y. sMitwirkung des Kirchengesangoereins.) Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Die Bibel stunde fällt am nächsten Montag aus- Mittwoch, den 10. März, Abends 6 Uhr, 1. Passionsandacht, Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, den 14. März, wird Beichte und heiliges Abendmahl im Nachmittagsgottesdienst gehalten werden. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 7. bis 13- März besorgt Pfarrer Dingeldey. 1.30 1.40 1.50 1.50 2.- 50 “62 CaH Stückrath Wallthorstrasse 21. Der Theaterdirector Pokorny stand bereit, um die schwedische Nachtigall noch vor Anfang der Vorstellung eeremoniell zu begrüßen. Ta erschien sie, aber sie nickt nur dem Director und eilt auf einen Arbeiter zu. „Wollen Sie mir einen Gefallen thun?" — „Steh' zu B'fehl" — „So stemmen Sie den Daumen Ihrer rechten Hand fest gegen den meinen." — „Wenn ich fest andruck, tauch' ich Sie fest". — „Tauchen Sie nur." — „Ich thu Ihnen halt weh." — Bekümmern Sie sich darum nicht." — Die Jntroduction ist zu Ende, das Ritornell zu dem Auftreten beginnt. — „Drücken Sie nochmals." — In dem nächsten Moment betrat Jenny Lind die Bühne, auf der sie ebenso wie überall gefiel. Ohne W Daumendruck ist die schwedische Nachtigall vor kein neues Publikum hiugetreten. Adolf Sonnenthal hielt sich einst in einer kleinen österreichischen Provinzialstadt vorübergehend zum Besuch auf und wohnte dort der Aufführung einer herumziehenden Theatertruppe bei. Nach Schluß der Vorstellung fügte es sich, daß Sonnenthal im Wirthshause mit dem ersten Heldenspieler zusammentraf. Dieser, durch die glatt- rasirtcn geistvollen Züge des Fremden auf die richtige Vermuthung gebracht, daß er einen von der „Kunst" vor sich habe, fragte: „Auch Schminke?" — „Zu dienen", versetzte Sonnenthal lächelnd. „Dann, Herr College", fuhr der eitle Mime, der den andern vorhin im Theater bemerkt hatte, lebhaft fort, „sagen Sie mir aufrichtig, welche Stelle in meinem Spiel hat Ihnen am besten gefallen?" — „Ohne Zweifel diejenige," erwiderte der große „College" mit feinem Spott, „wo Sie durch die Versenkung verschwanden!" Otto Lehfeldt, der kürzlich verstorbene und weit bekannte Weimarer Hofschauspieler, besaß viele Sonderbarkeiten, von denen seine Rücksichtslosigkeit nicht die geringste war. Als der tüchtige jugendliche Liebhaber S. zuerst den Richmond spielte, ersuchte er auf der Probe Lehfeldt (Richard HL), derselbe möge in der Kampfscene seine geringe Kraft und Körpergröße beachten. „Was denken Sie von mir?" rief der gewaltige Tragöde: „Der Otto Lehfeldt kann doch einen Pygmänen von einem Giganten unterscheiden." Trotzdem lief er bei der Darstellung so sehr gegen S. an, daß diesem Schild und Schwert entfielen. Im nächsten Moment hing aber Richmond wüthend an des großen Tyrannen Halse, warf ihn zu Boden und hieb mit dessen eignem Schwert auf ihn ein, daß die Rüstung krachte. Das Publikum applaudirte riesig. Kaum war der Vorhang gefallen, so rief der Niedergestreckte kläglich: „Theatermeister, bringen Sie mich fort; er hat mich tobt geschlagen." Lehfeldt nahm seine Studien sehr ernst; wie er dies aber seinen Collegen, daß diese ihn bewundern sollten, klar machte, war ungemein drollig. Da kommt einer derselben die Straße entlang, in der der große Mime wohnt. „Kommen Sie herein, G.", ruft er jenem zu. G. kommt der Einladung nach. Auf den: Tische standen Weißbier und alter Kuhkäse, daneben lag eine aufgeschlagene Rolle. „Sie treffen mich gerade beim Studium des Narziß", begann Lehfeldt die^Unterhaltung: „Um mich in dem Grundton zurecht zu finden, lebe ich wie Narziß. Das versetzt mich in seinen Cynismus." Als Lehfeldt das erste Mal in Nürnberg auftrat, spielte er den Jngomar, Fräulein A. die Parthenia. Die schöne und talentvolle Dame erregte seine Begeisterung. Am folgenden Vormittage findet er sich bei ihr ein, in weißer Cravatte und schwarzem Frack. „Mein Fräulein", beginnt er: „Sie haben gestern den Otto Lehfeldt gesehen und bewundert — ich Sie! wir passen zueinander, wir werden uns heirathen." „Aber Herr Lehfeldt, Sie kennen mich noch gar nicht." — „Thut nichts; ich heirathe Sie" — „Aber" — „Kein Aber! ich bin entschlossen." — „Ich bin schon verlobt." — „Wir heben die Verlobung auf." — „Nicht doch." — „Wie? Sie schlagen mich, den Otto Lehfeldt aus?" — „Ja." Damit verläßt Fräulein A. das Zimmer. — „Wunderbar", monologisirt Lehfeldt, „ich glaube, die A. ist verrückt. Es ist gut, daß sie mich ausgeschlagen." Die Deutlichkeit des Vortrags ging Laube über alles. „Deutlich" lautete der Zwischenruf, mit dem er erprobte Künstler auf der Probe oft außer sich brachte, durch den er jugendliche Anfänger, die ihm etwas „vorsprechen" durften, oft ganz und gar uiederschmetterte. Aber auch auf sich dehnte er gelegentlich diese wichtige Erforderniß aus und es wird mir unvergeßlich bleiben, unter welchen Umständen dies einmal geschah. Es war bei dem Begräbniß des trefflichen Liebhabers des Wiener Stadttheaters, — des hochbegabten Glitz. Sein Tod war ein schwerer Verlust für diese Dübne, — ja für die ganze Kunstwelt. Laube, der Director dieser Bühne war tief erschüttert, aber er sammelte die Kraft, um eine schöne Trauerrede am Rande des offenen Trabes zu halten. Als er geendet hatte, wandte er sich — zurücktretend — um und sagte zu dem Nächststehenden: „War ich deutlich?" Charlotte von Hagn, die Zierde des Berliner Hoflheaters, gastirte in Hamburg als „Schwäbin". Der Verfasser der kleinen Bluette war gegenwärtig und wie alle Zuschauer entzückt. „Ich will nicht Castelli heißen", betheuerte er der Schauspielerin, „wenn Sie nicht die vollendetste Schwäbin der Welt «sind." Charlotte hob den Finger. „Nicht so laut", sagte sie; „wenn eine Collegin Sie hört, haben Sie sich eine Feindin gemacht." „O", entgegnete Castelli, „eine Schwäbin wie Sie kann wohl einen alten Burschen wie mich zu einem Schwabenstreiche fortreißen." — sDer Hase ist schuld.) „Donnerwetter — gefehlt!" „O, Herr Graf, das liegt nur am Hasen, wenn das Biest um vier oder fünf Zoll länger gewesen wäre, hätten ihn Gräfliche Gnaden sicher getroffen." Friedrich Leo, Selters weg 71. 281 Auf Burg Gleiberg sind die Weine im Glas zu haben. ML Restauration C. Dräbing Balmhof Lollar empfiehlt feinstes Gießener Exportbier und Münchener Hackerbräu, auch englische Biere, sowie beste warme und kalte Speisen e 111 l^chinalberch rama dessen blich u,w Umgegend ach . .3» dem Haupthoj Hin verbrecherisches Kurt, an welchem bi? Dr. tzwalb unb ür ne btr St. ßhriskoch 'Pater wurde Heck n unb 2 ©enSbarmen, or dasselbe hintreten) et gesprochen und bn droßherzogs verlesen vernehm, die Stufe faßten, bemerkte mar. It, wurde er mit dm 15 Fallbeil. en, etwa 70 Perforier. Mrs und Set tret« meine Ueberraschur; te. As sich die $er Holzsarg gelegt, um t ist bereits gestern bis zum Fallen de-, velches Amt Schaff- und wahrend des (Hä'"1' Oassdt, Wolfstrasse 13 empfiehlt unter Garantie der Reinheit sein Lager von direct importirten Spanischen Sanitäls- und Dessert - Weinen. lnbuo,6^ kgtnSreijc 1 lallen wird. .. Aussagen gewesen, chnungen des KaM flusoerüfliif Wegen Neubau meines Wohnhauses verkaufe ich bis zum 1. 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Fohlen-W-irKk am 15», 16« und IT April 1886. Pre'sverthei'ung am 15. April, Nachmittags 3 Uhr. Verloofung am 17. April, Nachmittags 4 Uhr, von schönen Reit- und Wagenpferden, Sohlen, einem eleganten Zweispänner mit zwei Pferden und completem Geschirr, einem Ltuhlwagen mit Pferd und Geschirr, vielen Reit- und Fahrgegenftäuden rc. rc- Der Vertrieb der Loose ä 2 Mark per Stück ist dem Herrn L. F. Ohuacker in Darmstadt und Frankfurt a. M. im einzigen General-Debit übertragen. 1594_______________________Der Darmstädter Pferdemarkt-Verein._______ flenenifoerfammfung 1,06 der TapePcrcr-KranKen- u. Sterbekaffe Montag den 8. März, Abends 8 Uhr. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Das Engros-Lager ver Schuhfabrik 1394 Nathan Levi, Alzey befindet sich Frankfurt a. M», Töngesgaffe 38, 1. Etage. Holzversteigerung im Steinbacher Gemeindewatd im Distrikt Embach und Ameisekopf. Mittwoch den 10. März, von Morgens 9V2 Uhr an, sollen versteigert werden: 20 Nm. Eichen-Weikscheitholz, 5 „ „ Knüppel, Z300 Durchforstungs-Wellen, 9 Rm. Nadel-Scheitholz, 59 „ „ Knüppel, 54 „ „ Stöcke, 6300 Reisholz-Wellen. Bemerkt wird, daß sich das Eichen- Scheitholz sehr gut für Glaser und Küfer eignet. Der Anfang und die Zusammenkunft ist um die bestimmte Stunde im Ameisekopf, am Appenröder Feld, hiernach Fortsetzung in der Embach. Donnerstag den 11. März, von Morgens 10 Uhr an, kommt im District Helgenwald und Seeheck zur Versteigerung: 44 Rm. Buchen-Scheitholz, 46 „ „ Knüppel, 26 „ „ Stöcke, 1050 Buchen-Wellen, 26 Rm. Eichen Knüppel, 20 „ „ Stöcke, 1890 Durchforstungs-Wellen, 11 Rm. Nadel-Knüppel, 13 „ „ Stöcke, 3200 Reisholz-Wellen, 62 Eichenstämme von 15—42 Ctm. Durchm., 4—13 Mtr. Länge, 35,40 Festm., 16 Buchenstämme von 27—38 Ctm. Durchm., 5—10 Mtr. Länge, 9,92 Festm-, 74 Fichtenstämme von 1»—36 Ctm. Durchm-, 10—16 Mr. Länge, 19,84 Festm-, 19 Fichten-Derbstangen, 235 Fichten-Reisstangen. Bemerkt wird, daß sich die kichen- stämme sehr gut zu Eisenbahnschwellen und Wagnerholz eignen. Der Anfang ist am Brennholz um die bestimmte Stunde am Eingänge des Waldes nach Steinbach zu, Mittags 1 Uhr bei der Lehmkaute am Bauholz. Steinbach, am 3. März 1886. Großh. Bürgermeisterei Steinbach- Krämer. 1601 Holzversteigerung. Donnerstag den 11. März, von Morgens 10 Uhr an, soll in dem Langödorfer Gemeinde- wald folgendes Holz versteigert werden: 95 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 125 „ „ Knüppel, 650 „ Buchen-, Eichen- u. Nadel- reiser, 180 „ Eichen- und' Buchen-Stock- holz- Der Anfang ist am Nonnenröder- weg. Großh. Bürgermeisterei Langsdorf. Köhler. 1538 Bekanntmachung. Im Auftrag der Frau El. Sänger, Försters -Wittwe zu Winnerod, sollen bei der aus Dienstag den 9. März l. I, Morgens 9 Uhr an- sangend, im Forsthause daselbst anberaumten Versteigerung nur Rindvieh, Heu, Dickwurzelu und Kartoffeln zur Versteigerung kommen, und lade Steigliebhaber hierzu ein. Bersrod, den 4. März 1886. 1603 Böcker, Bürgermeister. Bekanntmachung. Die am 22. Februar und 1. März 1886 in dem Hungener Gemeindewald abgehaltenen Holzversteigerungen sind genehmigt und können die Ab- suhrscheine nach den bei den Versteigerungen bekannt gegebenen Bedingungen' bei Großh. Bürgermeisterei dahier in Empfang genommen werden. Hungen, am 2. März 1886. Großh. Bürgermeisterei Hungen. Bender. 1600 Holzvcrsteigerungen ES sollen versteigert werden: 1. Freitag, den 12. ds. Mts. a. Vormittags von 9 Uhr ab im Gemeindewald Reiskirchen: Stämme: Eichen: 5 I. Kl. — 16,75 fm, 13 II. Kl. = 23,69 fm, 16 111. Kl. = 11,35 fm, 24 IV. Kl. — 4,70 fm. Kiefern: 126—18,55 fm. Stangen: 15 Eichen und ferner 5,40 m Eichennutzholz. b. Nachmittags, von 1 Uhr ab im Gemeindewald von Volpertshausen: Stämme: Eichen: 89 — 33,14 fm. Fichten: 55 — 9,40 fm. Stangen: 1 Eiche I. u. 40 Fichten I.—III. Kl. 2. Samstag, d. 13. ds. Mts. a. Vormittags von 9 Uhr ab im Gemeindewald Reiskirchen: Eichen: 43 rm Scheit, 17 rm Scheit und Knüppel, 25,5 rm Knüppel, 21 rm Reiser. Buchen: 4,5 rm Scheit, 2 rm Scheit und Knüppel, 2,0 rm Knüppel, 46 rm Reiser. Nadel: 80 rm Knüppel, 40 rm Reiser, 17 rm Stöcke. b. Nachmittags von 2 Uhr ab im Gemeindewald von Volpertshausen: Eichen: 48 rm Scheit, 20 rm Scheit und Knüppel, 30 rm Knüppel, L rra Stock und 17 rm Reiser. Buchen: 8 rm Scheit, 4 rm Scheit und Knüppel, 4 rm Knüppel. Nadel: 8 rm Scheit und Knüppel, 3,5 rm Stöcke. Beginn an beiden Tagen im Gemeindewald Reiskirchen im „Vogelherd", Volpertshausen im „Haag". Groß-Rechtenbach, 4. März 1886. 1604 Das Bürgermeister-Amt. Brennholz- Versteigerung in dem Licher Gcmeindewsld. Donnerstag den 11. März werden in den Distrikten Fichtenkops, Maurerkasperskopf, Kronau u. Kleinhäuserberg versteigert: 12 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 218 „ „ Knüppel, 119 „ Eichen-, Nadel- u. Weichholz-Knüppel, 12339 Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz-Wellen, 248 Rmtr. Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft findet statt am HattenrödSr Vicinalweg, beim Pflanzgarten, Morgens 9 Uhr- Lich, den 2. März 1886. Großh. Bürgermeisterei Lich. Walz. 1542 Jeilgeöotenes. 1 kleiner Divan zu verkaufen. Zu erfragen in der Exve- dition dies. Blattes.1614 1332 Ein durchaus gutes zugfestes Pferd ein- und zweispännig gefahren, verkauft Chr. Wallenfels. Hochgeachtete Sämereien für Garten und Feldbau — Cnlturanwei- sunaen — Beste Waare — Mäßige Preise — Volle Garantie — Man verlange Ca- talog Als Portoersatz füge jeder Sendung diverse Blumensamen gratis bei. Ferdinand Knauer, 1609 Groebers, Prov. Sachs. Specialität: Spargelpflanzen, größte zarte Riefen-, dreijährige. lOOu Stück 20 jt, 100 Stück 3 vMa Oregon-Gerste, beste amerikanische, aus Originalsaat. 100 kg 20 JL, 1000 kg 180 JL_________ 1610 la. Hammelfleisch bei Carl Malkomestus, Neuenweg. 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WeiShaar, Prediger. 1597 Ein junger Mops hat sich verlaufen Derselbe hat nur ein Nasenloch. Bor Ankauf wird gewarnt. Wiederbringer eine Belohnung. __Hötel Einhorn. LlÄvierstimmen sowie vorkommcnde Reparaturen aller Mustkinstrnmente wird auf's pünktlichste und billigste ausgeführt. 1593 Näheres Seltersweg 5" im Laden. 1595 Einen Lehrling sucht Ludw. Müller, Schreiner, Schillerstr. 1590 Ein Zapfjunge gesucht. Zn erfragen Seltersweg 35. 1586 Es wird für ein Fräulein, welches in Berlin in einem großen Geschäfte als Ladnerin thätig war, eine ähnliche Stelle, oder als Stütze der Hausfrau gesucht. Gefällige Offerten unter Chiffre a. R. 110 an die Expedition ds. Blattes erbeten. 16u7 Einige kräftige Arbeiter finden dauernde Beschäftigung bei Andr. Euler. 1587 Am Montag Abend wurde in Stein's Saal ein brauner Ueberzicher vertauscht. Um gefl. Rückgabe an Herrn Gustav Gerhardt wird ersucht. , 1589 Ein Mädchen, welches die hiesige Aliceschule besuchen will, findet liebevolle Aufnahme und inäßigen Pensionspreis. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.________________________ Gesucht 7s92 von einer ruhigen Beamten-Familie zwei bis drei Zimmer mit Zubehör zum 1 Mai oder auch früher. Offerten in der Exped. d. Bl. niederzulegen. Für den Verkauf von Regulateure an's Privat-Publlkum suchen einen tüchtigen Agenten für Gießen und Umgegend bei hoher Provision. 1699 Wilh. Ritter & Co., Frankfurt a/M., Zeil 51. 1608 Mehrere Mädchen mit guten Zeugnissen für jetzt und später gesucht durch Frau Bärrn, Asterweg 10. Wer übernimmt Die Agentur einer Lebens- u. Unfallversicherung? 1598 Off. unt. D. 50 an d. Exp. d. Bl. Strohhüte werden nach neuesten Muster-Vorlagen zu billigsten Preisen gewaschen, gefärbt und fa^onirt. 1465- A. Fangmann. Nähmaschinen Reparaturen besorgt prompt und billig Wilh. Graf, Mechaniker, 747 Schloßgasse 17. Fahrplan. 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April gesucht. Ostanlage 9, eine Treppe. Redactisrr: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gieße». Die heutige Nummer enthält 1 Blatt rr. 1 Beilage. „Mer W* i i Be-li' s"-.rz Sanier S WMck, welche Frankreich io sehr falls wirb da-nb ben Berliner W Aus parla biejeT Woche eine \ langen, die in der bei preugilchen Lan ! Herrenhouses Hal i ' zur Bocbetalhung c Adgeorvnetenhaas ' mit Gegenständen i ließ am Mittwoch gleichfalls nur ein nach den anstreng Rchbedürsnitz gelt notywendig, da bei über den Vranntm Allgemeiner Annahi und somit die zwei Verweisung veS Mi ' lich. Cb das Mon zurückgelangen, Jon werden wird, wie S™ Gehad , S «nee J S*“* ' * Nt J Parlamentarischen taktische Züge und Beim rfürj irisches Diner stall schievensten Fraklion 3n der bai) vM ^dtz. Banmar nommen worden, als Naturwein ' v- Feilitzsch, bet Regierung werde foflie, den Antrag In der s wieder einmal I nahm die föenerl "ich bezüglichen! geraumer Zeit dl Io wird es hei | l"n. Zur CaH Alsung der iral oOrm, denntraaM durch de» btr $ti| MWfiij nimnl Amnidl ®Mes ?a6m(| 38,1.®* ? 3 mürbe in " mrb ftjujt. * " '*cn- «-l-»!s bit hi„ ** faket liefe VÄ $r”te blt StPebihon dieses -wM w 1 ^camten-^flmilie mtjubtbörMl M Werten in der Erpcd. en. «’3 Uhr. Änjleife öttrn 8. s Ileitis Mm 8 Uhr. ^iMoub, A aui von Regulutrure ^kum suchen einen tüch- ur Gießen und Um« Provision. M Ritter Sr Co„ Ma/M.,Zeilöt. Rädchen mit guten c und ivSlergchch! durch Birrn, Astermeg 10. bervimmt W ner Hebend «. lerunfl? 1588 > an b. typ. b. Bl. Wie eften Muster-Vorlagen naschen, ge- Tt. 146» Ü. Fangmann. enReparaturefi ind billig yraf, Mechanm, loßgasie 17^,— »p!an. i»8“. “i’%, y-. , (bis Much r Es», w « gtllftf' V 5>, 1910, 4». •j^S* Wfi*' >, ii*. *6,8 ’X *>(*•*“ Beilage ;u Nr. 55 des „Gießener Anzeiger". Politische Ueberficht. / Gießen, 5. März. Das Allgemein-Befinden des Kaisers läßt trotz des Unfalles, welcher dem hohen Herrn auf dem jüngsten Hofball zustieß, nichts zu wünschen übrig, wenngleich er einstweilen genöthigr ist, von den gewohnten täglichen Ausfahrten Abstand zu nehmen. In der Erledigung der laufenden Regierungs- geschäile, der Entgegennahme von Vorträgen, dann der Gewährung von Audienzen u. s. w. hat der Kaiser nicht die geringste Unterbrechung eintreten lassen; die örtlichen KrankheitS'Erscheinungen nehmen einen normalen Verlauf. Zm Berliner diplomatischen Corps steht eine bedeutsame Per- sonal-Veränderun z bevor. Der schon seit längerer Zeit signaltsirte Rücktritt des französischen Botschafters, Barons Courcel, gilt nunmehr als sicher; wie verlautet, wird Baron Courcel überhaupt aus dem Staatsdienste treten und bringt man die Ausgabe seiner Berliner Stellung damit zusammen, daß in den Pariser leitenden Kreisen die nahen Beziehungen des Botschafters zum Fürsten Bismarck, welche das freundschaftliche Verhältniß zwischen Deutschland und Frankreich so sehr gefördert haben, nicht richtig beurtheilt worden sind. Jedenfalls wird das Scheiden des bisherigen Vertreters der französischen Republik in den Berliner Hoskreisen wie in der Diplomatie lebhaft bedauert werden. Auf parlamentarischem Gebiete herrschte in der ersten Hälfte dieser'Woche eine gewisse Stille, welche gegen die Lebhaftigkeit der Verhandlungen, die in der letzten Zeit abwechselnd die Sitzungen des Reichstages und des preußischen Landtages charakterisirte, doppelt abstach. Das Plenum des Herrenhauses hat sich wieder auf unbestimmte Zeit vertagt und das gelb der zur Vocbecathung der Kirchen-Vorlage eingesetzten Commission überlassen. Das Abgeordnetenhaus befaßte sich in fernen Sitzungen am Montag und Dienstag m-t Gegenständen von fast nur untergeordneter Bedeutung und der Reichstag ließ am Mittwoch nach einer zweitägigen Unterbrechung seiner Plenararbeiten gleichfalls nur eine unerhebliche Sitzung folgen. Es machte sich eben überall nach den anstrengenden Debatten der vergangenen Wochen ein entschicdenes Ruhebedürsniß geltend und eine Ruhepause war namentlich für den Reichstag nothwendig, da derselbe mit der am Donnerstag begonnenen GeneraldiScussion über den Branntwein-Monopol-Entwurf wieder in heiße Kämpfe eingetreten ist. Allgemeiner Annahme nach dürste die GeneraldiScussion drei Tage umfassen und somit die zweite Halste dieser Woche vollständig aussüllen; die vorläufige Verweisung oes Monopol-Entwurfes an eine Commisston gilt als selbstverständ- lich. Ob das Monopol von d.r Commission wirklich nicht mehr au das Plenum zurückgelangen, sondern von letzterem alsdann in zweiter Lesung pure abgelehnt werden wird, wie man vielfach vermuthet, bleibt noch abzuwarten, da bei der parlamentarischen Behandlung der Monopol»Vorlage jedenfalls verschiedene taktische Züge und Gegenzüge der einzelnen Parteiführer zu erwarten sind. Beim Fürsten Bismarck fand am Dienstag wiederum ein parlamentarisches Diner statt, bei welchem fast durchweg Reichstags-Mitglieder, den verschiedensten Fraktionen angehörig, anwesend waren. In der bayerischen Abgeordnetenkammer ist am Dienstag ein vom Abg. Baumann eingebrachter, sehr zeitgemäßer Antrag einstimmi'g angenommen worden. Derselbe bezweckt, ein Verbot für den Verkauf von Kunstwein als Naturwein durch den BundeSrath herbeizusühren und erklärte Herr v. Feilitzsch, der Minister des Innern, im Verlause der Debatte, die bayerische Regierung werde, wenn diese Frage im BundeSrathe zur Erörterung gelangen sollte, den Antrag Baumann und die hieraus bezügliche Discussion berücksichtigen. In der französischen Deputirtenkammer hat am Donnerstag wieder einmal eine große Haupt- und Staatsaction begonnen. An diesem Tage nahm die Generaldebatte über die auf die Ausweisung der Prinzen aus Frankreich bezüglichen Anträge ihren Anfang und da die genannte Frage schon seit geraumer Zeit die öffentliche Meinung jenseits der Vogesen lebhaft beschäftigt, so wird es bei den betreffenden Kammerdebatten jedenfalls sehr heiß zugegangen sein. Zur Sache selbst ist zu bemerken, daß die Radikalen die sofortige Ausweisung der französischen Thronprätendenten, wenn auch in etwas verblümter Form, beantragen, während von Seiten der gemäßigt-republikanischen Gruppen durch den Deputirten Rivet beantragt wird, die Regierung hinsichtlich der Ausweisung der Prinzen mit discretionären Befugniffen auszustatten. Als selbstverständlich nimmt man an, daß der radikale Antrag abgelehnt und dafür das Rivetffche Amendement genehmigt werden wird und ein neuer parlamentarischer Sieg des Cabinets Freycinet steht somit in sicherer Aussicht. Zwischen Frankreich und China d.oyen neue Schwierigkeiten. Die Forderungen der chinesischen Commifsäre scheinen die Arbeiten der gemischten Commission, welche mit der Absteckung der definitiven Grenze zwischen China und Tongking beauftragt ist, zu verzögern. Hiermit ist offenbar die aus Hanoi eingegangene Nachricht, wonach eine französische Truppenabtheilung unter Oberst Jamont die Position Vanbaucham besitzt und dann den Vormarsch gegen den 60 Kilometer entfernten Platz Laokaii wieder ausgenommen hat, zusammenzubringen. Laokaii liegt unweit der neuen chinesisch-tougkingnesischen Grenze und wird das erwähnte Detachement wohl den Auftrag haben, von Laokaii aus die Arbeiten der Grenzabsteckungs-Commission besser zu überwachen. Nach mancherlei seltsamen Schwankungen sind endlich die serbisch - bulgarrschen Friedenövechandlung>m in Bukarest so weit gediehen, daß am Mittwoch der Friedensschluß perfect geworren ist. In der am Dienstag abgehaltenen osficiellen Sitzung 'der Bukarester Friedens Conferenz wurde über sämmtliche Fragen ein Einvernehmen erzielt und mit dieser verheißungsvollen Nachricht ftimmt auch die Pariser Meldung überein, daß in einem am Dienstag ftattgesunbenen Cabinetsrathe der Ministerpräsident Freycinet die erfolgte Herstellung des Einvernehmens zwischen Serbien und Bulgarien bestätigt. Die Fassung des Friedensvertrages hat große Mühe gekostet, doch sind zuletzt die türkischen Vorschläge durchgedrungen, denen zufolge der Friede zwischen Serbien und Bulgarien nach Unterzeichnung des Vertrages als wiederhergestellt güt und daß die Ratificationen innerhalb 14 Tagen von diesem Termin ab in Bukarest ausgewechselt werden. Das Sabinet Gladstone wird in seiner irischen Politik, bezüglich deren es über dis Ausstellung eines sihr verschwommenen Programmes noch nicht hinausgekommen ist, nun bald Farbe bekennen müssen. Holmes, der Generalfiskal für Irland unter Salisbury, kündigte in der Dienstags-Sitzung des englischen Unterhauses einen Antrag an, durch welchen der Regierungsantrag, in die Berathung des Budgets der Civilverwaltung von Irland einzutreten, bekämpft werden soll. Dem Holmeö'fchen Amendement zufolge soll das Haus erklären, es sei nicht gewillt, das insche Budget zu beratben, bevor es davon Kenntniß habe, welche Politik die Regierung zur Ausrechthaltung der socialen Ordnung in Irland befolge. Es ist freilich sehr die Frage, ob Mr. Gladstone so rasch im Stande sein wird, dieser unverblümten Aufforderung zur Darlegung seiner irischen Politik nachzucommen, da er bekanntlich die irische Frage' einstweilen noch immer „Rubin" und mit diesem Studium scheint der englische Premier noch nicht besonders weit gediehen zu sein. Vermischtes. — Der Vertrag des Hoftheaters zu Meiningen mit Amerika ist abgeschlossen, nur soll an entscheidender Stelle, wie es heißt, das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Die Amerikaner erlegten 400,000 Jl. Kaution, die Schauspieler erhalten dreifache Gage für die einzelnen Mitglieder und freie Station in den Gasthöfen, 60,000 «M. für Herrn Possart aus München. Mehrere ältere Mitglieder des Hoftheaters sollen keine große Lust für die Reise über den Ocean besitzen. — Zwei im „Offenbacher Tageblatt" erschienene Annoncen eines erzürnten Liebespaares dürften wohl Ben Akiba's „Alles schon dagewesen" zu Schanden machen: I. Ich, Peter Nir, hatte mit Marg. Appelmann uon Schweinheim l1/4 Jahr Verhältniß. Wir beabsichtigten, uns gestern (Dienstag) auf dem Standesamte trauen zu lassen, wer aber nicht erschien, war Margarethe Appelmann. Ich ging hierauf in ihre Wohnung, Frankfurterstraße 14, und erkundigte mich, wo sie sei, worauf mir erklärt wurde, Margarethe Appelmann sei nach Schweinheim, als ihren Heimathsort. Es ist aber nicht so, sie wohnt immer nod) Frankfurterstraße 14 bei Frau Lehr und eben diese Frau Lehr hat sie aufgehetzt und soll mich lausen lassen. Peter Nix. II. (Entgegnung.) Antwortlich der Annonce des Herrn Peter Nix erkläre ich, daß ich noch zur rechten Zeit eingesehen habe, daß ich mit einem solchen unsauberen Menschen, dc-> Ungeziefer hat, ein eheliches Verhältniß nicht eingehen kann. Die Verdächtigung, die er gegen Frau Lehr ausspricht, daß mich dieselbe aufgchetzt hat, ist unwahr, da ich selbstständig genug bin, zu wissen, was ich zu lhun und zu lassen habe. Meinetwegen mag sich Herr Peter Nix eine Braut in Dörnigheim oder Kamerun suchen und verzichte ich ferner auf das Geld, welches er mir schuldig ift. Dies meine Antwort und werde ich mich auf weitere Verdächtigungen des Peter Nix nicht mehr ein- laffen. Margarethe Appelmann. — .sAus der Kaserne.) Feldwebel: „Wenn ich „Lausschritt" kommandire, so müßt Ihr eine Schnelligkeit entwickeln, daß die Telegraphenstangen vor Weit) gelb werden!" — Von allen ' bekannten Tafel - Liqueuren ist unstreitbar der köstliche Benedictiner-Liqueur der Abtei zu FLcamp der beste dem Magen zuträglichste, kurz und gut, sowohl der angenehmste, wie auch am meisten der Gesundheit I dienlichste. Jeitgevotenes. Jede Dame versuche Bergmann’s Lilienmilch-Seife von Bergmann & Co., Frankfurt a. M. Dieselbe ist vermöge ihres vegetabilischen Gehaltes zur Herstellung und Erhaltung eines zarten blendendweisen Teints unerlässlich. Vorräthig ä Stück 50 H bei 993 Carl Sehwaab tol-Tiilllen rein Wolle, gararttirt, alle Farben, in jeder Weite, per Stck Jt. 3.50, bis zu feinsten Piecen, empfiehlt 1407 Pb Ellinger 1475 Ein Sandstück zu verkaufen. Näheres bei LouiS Petri I. 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