9h. 81. Samstag den 6. Februar MZ6 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. > Schulftrar- 7. Erscheint mit A-4n«hm° M WljArlich ^arfTaT Politische Ueberficht. Gießen, 5. Februar. Die Generaldebatte der Bundesraths-Ausschüsse über die Branntwein-Monopol-Vorlage wird voraussichtlich noch in dieser Woche zu Ende geführt werden. Die Ausschüsse dürsten alsdann sofort an die Vorbe- rathung des preußischen Antrages, betr. die Verlängerung des SocialistengesetzeS auf 5 Jahre, gehen. Ob die weiteren Berathungen des Monopol-Entwurfes und des genannten Antrages im Vundesrathe eine derartige rasche Förderung erfahren werden, daß die beiden Vorlagen dem Reichstage noch im Laufe dieses Monats zugehen können, ist vorerst zu bezweifeln. Die zweite sächsische Kammer hat nach langen Verhandlungen das Gesetz, betr. die Verschärfung des polizeilichen Ausweisungsrechtes gegenüber bestraften Personen, angenommen. Die Nachricht von Unterhandlungen der Verwaltung der Cabi- netskasse des Königs Ludwig von Bayern mit der Wiener Anglo-Bank und der bayerischen Wechsel- und Hypotheken-Bank zur Herbeiführung geordneter Vermögens-Verhältnisse des Königs wird von München aus als vollkommen unbegründet erklärt. Auf welche Weise nunmehr ein Arrangement mit den Hauptgläubigern der Cabinetskasse des bayerischen Herrschers getroffen werden soll, entzieht sich noch der Beurtheilung. Jedenfalls wird aber der Geheime Rath Klug, welcher die Leitung der Hof- und Cabinetskasse übernommen hat, bei feinen Versuchen, die finanziellen Angelegenheiten des Königs Ludwig in Ordnung zu bringen, die Unterstütznng eines angesehenen Finanzinstituts schwerlich entbehren können. In Frankreich macht eine Strafversetzung zweier Kavallerie- Regimenter, namentlich durch die sich hieran knüpfenden Folgen, in den weitesten Kreisen großes Aussehen. Die beiden Kavallerie-Regimenter, welche bisher in Tours garnisonirten, wurden in Folge Verfügung des Kriegsminifters Boulanger nach Nantes, resp. Pontivy verlegt, da deren Officier-CorpS monarchistischer Gesinnungen verdächtig waren. Der Vorgang hat in der Deputirtenkammer bereits zu einer erregten Debatte geführt, die indessen mit einem Vertrauens- Votum der republikanischen Mehrheit für den Kriegsminister endete, da er lediglich die republikanischen Institutionen in Schutz genommen habe. Hiermit ist aber die Affaire keineswegs abgeschlossen. General Schmitz, der Commandeur des 9. Armee-Corps, zu dessen Bezirk die beiden versetzten Regimenter gehörten, hatte sich über deren Verlegung sehr abfällig ausgesprochen, in Folge dessen er von der Negierung seines Commandos enthoben worden ist. Die Maßregelung des genannten Generals, der als einer der tüchtigsten Officiere der ganzen französischen Armee gilt, wird ohne Zweifel in der Deputirtenkammer zu neuen erregten Verhandlungen führen. Der französischen Regierung ist es mit dem Abschlüsse des für Frankreich sehr günstigen Madagaskar-Vertrages gelungen, wenigstens eines der colonialpolitischen „Abenteuer" Frankreichs zu einem befriedigenden Abschlüsse zu bringen. Das Cabinet Freycinet kann hierbei ernten, was Andere gesäet haben, denn die Friedens-Verhandlungen mit den Howas sind schon unter dem vorigen Ministerium, ja, eigentlich unter Ferry, begonnen worden. Der Vertrag erweitert noch die französischen Besitzungen auf Madagaskar, denn Frankreich erhält durch denselben die Bucht von Diego Suarez nebst dem umliegenden Gebiete und der Umstand, daß die Bucht durch ihre strategische Lage im Falle einer Unterbrechung des Verkehrs aus dem Suez-Kanal sofort an Bedeutung gewinnen müßte, läßt deren Besitz für Frankreich besonders werthvoll erscheinen. Die parlamentarische Lage in Italien ist wieder einmal gespannt, die verschiedenen Gruppen der Opposition machen auf's Neue Versuche, sich gegen das Cabinet Depretis' zu vereinigen, und schon spricht man von einer Neubildung des Ministeriums, welche der gegenwärtige Kammerpräsident Bianchieri übernehmen solle. Man glaubt indessen, daß Depretis im Falle einer Niederlage in der Kammer vom König die Ermächtigung der Auflösung einholen und die Wähler darüber entscheiden lassen werde, ob er die Geschäfte fortsühren solle oder nicht. Die Bildung des neuen englischen Cabinets Gladstone kann man nunmehr als eine vollendete Thatsache betrachten. Es liegt jetzt die osficielle Ministerliste vor, und die hervorragendsten Mitglieder des früheren liberalen Cabinets haben auch in dem jetzigen Ministerium Verwendung gesunden. Nur fehlen zwei von ihnen: Der frühere Kriegs- Minister Lord Hartington, der es wegen der irischen Politik Gladstone's abgelehnt hat, in dessen Cabinet wieder einzutreten, und Sir Charles Drlke, der frühere radikale Unterstaatssecretär des Auswärtigen. Was die Besetzung des Staatssecretärs des Auswärtigen anbelangt, so melden die „Times", daß Lord Roseberry dasselbe erhalten habe, weil durch diese Ernennung das Cabinet Gladstone an seiner schwächsten Stelle gestärkt werden würde. Das ist sehr richtig, denn Lord Roseberry ist ein Mann von sehr gemäßigt-liberalen Anschauungen und, was noch bemerkenswerther erscheint, er unterhält die intimsten persönlichen Beziehungen zum Fürsten Bismarck, dessen Gast der designirte neue Staatssecretär wiederholt gewesen ist. Die bedenklichen Nachwehen des birmanischen Feldzuges sangen an, sich für England empfindlicher bemerkbar zu machen. Ganz abgesehen davon, daß sich die Engländer in Birma noch mit den Dacoits und anderen rebellischen Stämmen herumschlagen müssen, tritt jetzt China mit seinen angeblichen Ansprüchen auf Birma immer offener hervor. Es verlangt die Zahlung eines Tributs, außerdem die wichtige Handelsstadt Bhamo im nördlichen Birma und daneben die yesammten Grenzbezirke bis zum Shewley-Fluß. Die englische Regierung beanstandet diese Forderungen, aber sie wird sich schließlich mit China doch tn'sä Einvernehmen setzen müssen, wenn sie aus Birma nicht ein englisches Tongking machen will. Aus verschiedenen Anzeichen: Meldung der „Neuen Fr. Presse" aus Athen, daß man dort annimmt, es beständen zwischen den Großmächten tiefgehende Meinungs-Verschiedenheiten bezüglich der Orientfrage; Veröffentlichung einer für officiös gehaltenen Notiz des „Tempö", wonach Frankreich sich an etwaigen Gewaltmaßregeln gegen Griechenland nicht betheiligen werde; deutlich heroortretende Sympathie für Griechenland in gewissen englischen Zeitungen, in denen man die Ansichten Gladstone's zu finden gewohnt ist — aus diesen und ähnlichen Anzeichen neigt man jetzt in Berlin der Meinung zu, das athenische Cabinet werde sich den Wünschen der Mächte, wie sich dieselben durch den jüngsten gemeinsamen Schritt geäußert haben, nlcht gefügig zeigtn. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß Griechenland nicht gewagt haben würde, einem in der That einigen Europa gegenüber eine solche Haltung anzunehmen; aber der Rücktritt des zuverlässigen Lord Salisbury und seine Ersetzung durch Gladstone mag in den Herzen der Griechen die Hoffnung erzeugt haben, daß sie unter den Mächten, die ihnen mit gewichtigem Ernste entgegengetreten sind, geheime Freunde haben, die ihnen in der Stunde der Gefahr zu Hülfe kommen würden, und die es mit ihren Drohungen nicht so ernst meinen, wie sich dies auf dem Papier ausnimmt. Es ist dies bedauerlich im Interesse einer baldigen, Erledigung der griechischen Frage; denn so lange dieselbe nicht geschlossen ist bleiben allerhand möglichen Verwicklungen Thüren und Thore offen. Es muß jedoch hinzugefügt werden, daß kriegerische Verwicklungen zwischen den Groß- Nmchten selbst allgemein für ausgeschlossen erachtet werden. KeirtsHkando x Darmstadt, 4. Februar. (Zweite Kammer der ßanbftiinbe.] In heutiger Sitzung setzte bie Kammer die Beratungen über bie Anträge ber Abgg. Ohly und Wölfskehl, Metz (Gießen), Reinhart: „die Vorschulen der Gymnasien zu Darm- stabt, Gießen, Worms unb Bensheim mit biescn Anstalten zu vereinigen, sowie die principielle Uebernahme ber Vorschulen ber Gymnasien aus Staatskosten betr." weiter fort. Es entspann sich eine lebhafte Debatte, bei ber sich bie Abgg. Reinhart, Friebrich, Ohly, Metz (Darmstabt) theils aus Grünben bes finanziellen Vortheils für ben Staat, theils aus päbagogischen Grünben für bie Uebernahme ber Vorschulen aussprachen. Dagegen erklären sich bie Abgg. Wolz unb Ullrich, von denen letzterer bie in ber Uebernahme liegenbe Unbilligkeit gegen bie ärmeren Volksklassen betont und davor warnt, ben schon bestehenben Klassenhaß noch mehr zu schüren. Geh. Oberschulrath Becker wiberlegt in entschiebener Weise die von dem Abg. Ullrich ausgestellte Behauptung, baß bie unteren Volksklassen bie Schulen für bie Reichen bezahlten. Nur durch die unteren Schulklassen der Gymnasien und Realschulen würben bie Lasten unb Ausgaben aufgebracht. Der Staat könne seiner Ansicht nach nur einen Gewinn aus ber Uebernahme ziehen; er trage keine Bebenken gegen eine solche wcber vom finanziellen noch vom päbagogischen Stanbpunkt aus. Abg. Ellenberger präcisirt seinen Stanbpunkt bahin, baß er sich aus Grünben ber Steuererhöhlmg unb Vermehrung ber Pensionslasten gegen eine Uebernahme erklären müsse. Die Abgg. Wasserburg und Möhn weisen darauf hin, daß bis jetzt die Beweise eines für den Staat entspringenden Vortheils noch nicht erbracht seien. Im Uebrigen empfehlen sie die Einführung allgemeiner erweiterter Volksschulen durch den Staat. Nach längerer Ausführung des Abg. Osann zu Gunsten der Uebernahme findet die vom Abg. Möhn beantragte namentliche Abstimmung statt und werden die gestellten Anträge wegen principieller Uebernahme aller Vorschulen der Gymnasien durch den Staat mit allen gegen 12 Stimmen abgelehnt. Es werden zum Schluß noch folgende Interpellationen eingereicht: 1) Interpellation des Abg. v. Rabenau: Ich erlaube mir an Großh. Regierung die Anfrage: Hat die Großh. Regierung principielle Stellung zu dem von Preußen im hohen Bundesrath eingebrachten Gesetzesentwurf „das Branntweinmonopol betr." schon Stellung genommen? 2) Interpellation des Abg. Wasserburg und Genossen, den Vertreter im Bundesrath dahin zu instruiren, daß derselbe gegen das Branntweinmonopol stimme. Nächste Sitzung morgen 9 Uhr. Rußland. Petersburg, 4. Februar. Mit dem Fürsten von Montenegro sind zugleich der russische Minister-Resident in Cetinje, Argiropulo, und der montenegrinische Finanzdirector Matanowitsch eingetroffen. — Der Asien-Reisende, Oberst des Generalstabs Prszewalsky, ist für Auszeichnung im Dienst zum Generalmajor befördert worden. — Das „Journal de St. Pölersbourg" bezeichnet auch die in Pariser Blättern vom 30. Januar veröffentlichten Mittheilungen über eine angeblich in Petersburg entdeckte nihilistische Verschwörung als reine Erfindung. — Der „Graschdanin" dementirt seine frühere abfällige Kritik über die Thätigkeit des bulgarischen Ex Krieqsministers Kantakusen und die Unterstellung, Kantakusen werde sich dieserhalb in Petersburg rechtfertigen müssen. Das Blatt sagt, die Thätigkeit des Generals in Bulgarien sei im Gegentheil stets von der russischen Regierung gebilligt worden, und dieserhalb sei ihm zweimal, am 24. März und am 18. November v. Js., die „Allerhöchste" Anerkennung zu Theil geworden. Warschau, 4. Februar. Nachrichten aus Lublin zufolge fanden dort anläßlich des Eindringens der Polizei in ein Dominikaner-Kloster, um Verhaftungen vorzunehmen, Exceffe der Bevölkerung statt, wobei zur Wiederherstellung der Ordnung Militär requirirt werden mußte. Belgien. Brüssel, 4. Februar. Bei dem gestrigen Festessen des conservatioen Vereins zu Ehren des Cabinets-Chefs und Finanzministers Bernaert, an welchem sämmtliche Minister, die Prästdenten der Kammern und 71 Mitglieder beider Kammern, sowie Delegirte aller katholischen Vereine des Landes Theil nahmen, legte Bernaert sein politisches Programm dar. Dasselbe basirt auf der Rückkehr zu den Ideen des Concordats von 1830. Der Redner sprach seine Hoffnung aus, daß es gelingen werde, diese Politik in Gesetzen zum Ausdruck zu bringen, und sagte, die conservative Partei, die von der Freiheit lebe, wisse die Freiheit Aller zu gewährleisten. Rumänien. Bukarest, 4. Februar. Die türkischen, bulgarischen und serbischen Dele- girten für die Friedensunterhandlungen sind heute zu einer ersten Sitzung zusammengetreten. Sie wurden Namens der rumänischen Negierung von Pherekydes begrüßt. Madschid Pascha und Mayertowich erwiderten dankend. Nachdem Pherekydes sich zurückgezogen, tauschten die Delegirten ihre Vollmachten aus. Die nächste Sitzung findet Samstag statt- Reichstag. E. R. Berlin, 4. Februar 1886. In der heutigen Sitzung des Reichstages stand der Bericht der Kommission über den Gesetzentwurf, betreffend die Fürsorge für Beamte und Personen des Soldatenstandes in Folge von Betriebsunfällen zur Berathung. An der Debatte betheiligten sich außer den Regierungsvertretern nur die Abgg. v. Maltzahn-Gültz, Schrader und Struckmann. Es drehte sich hierbei der Hauptsache nach um die Frage, ob die bezeichneten Kategorien Betriebsunfällen gegenüber ungünstiger gestellt sein sollten, als die Arbeiter. Die Majorität entschied sich für die Negierungsvorschläge, wobei nur noch eine Bestimmung über die Entschädigung für die Kosten des Heilverfahrens eingeschaltet wurde. Ein Antrag der freisinnigen Partei, das Gesetz auf die Eivilbeamten zu beschränken und die Regelung der einschlägigen Verhältnisse der Alilitärpersonen einer besonderen Gesetzgebung vorzubehalten, wurde abgelehnt, ebenso ein Vorschlag, den durch einen Betriebsunfall dienstunfähig gewordenen Beamten die volle Pension zu sichern, auch wenn keine vollständige Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Ein ähnlicher Streit erhob sich um den Paragraphen, welcher die rechtlichen Ansprüche der Staats- und Kommunalbeamtcn ordnet. Hier sollte der Landesgesetzgebung ein gewisser Spielraum gelassen werden, wofern nur gewissen Riinimalforderungcn genügt fei. Die Fassung des Kommissionsbeschlusses war aber nach Ansicht des Abg. Barth eine so unklare, daß er die Streichung desjenigen Paragraphen beantragte, der die Landesgesetzgebung über die Reichsgesetzgebung stellte und den Einzelstaaten überließ, die Reichsgesetzgebung illusorisch zu machen, indessen fanden die Vorschläge der Kommission Annahme und danach der ganze Gesetzentwurf in zweiter Lesung. Nächste Sitzung morgen. Telegraphische Depeschen. WsLff'S tslege. CorrespsnvesrZ-Gnresrs. Berlin, 4. Februar. Die Zolltarifcommission beschloß bezüglich des Petroleum- faßzolls nach dem Antrag Struckmann dem Paragraphen 2 des Zolltarifgesetzes hinzuzufügen, daß die Umschließung zollfrei sei und nur, luenn dieselbe als fabrik- mrd 1 handelsübliche Verpackung nicht anzuerkennen und zugleich der darauf ruhende Zoll höher ist als der auf der Waare selber ruhende, eine getrennte Verzollung der Waare und der Umschließung eintritt. Bei der Einfuhr von Flüssigkeiten in Land- oder Wasserfahrzeugen ohne Umschließung ist dem unmittelbaren Gewicht der Waare selbst ein der gewöhnlichen Verpackungsart entsprechender, vom Bundesrathe festzustellender Gewichtszuschlag hinzuzufügen. — Abgeordnetenhaus. Die Abgeordneten überwiesen die Verhandlungen des Landeseisenbahnraths an eine Commission von 14 Mitgliedern, die Berichte über die Eisenbahnbetriebsergebnisse pro 1884/85 und über die Eisenbahnbauaussührungen wurden der Budgetcommission überwiesen. Hieraus wurden die Etats der indirectcn Steuern und des Finanzministeriums nach unerheblicher Debatte genehmigt. Nächste Sitzung Samstag. Etats des Ministeriums des Innern. Berlin, 4. Februar. Der , frühere Abgeordnete von Unruh ist heute gestorben. — Der Bundesrath ertheilte heute dem Anträge Preußens wegen Verlängerung der Giltigkeitsdauer des Socialistengesetzes seine Zustimmung. Dresden, 4. Februar. Die Kammern bewilligten die beantragte laufende Unterstützung: 8000 X jährlich für Arbeitercolonien und 5000 JC zur Förderung des Handfertigkeitsunterrichts. Paris, 4. Februar. Der frühere Botschafter in Berlin, Graf Saint-Vallier, ist gestorben. Paris, 4. Februar. Deputirtenkammer. Die Berathung der Interpellation des socialistischen Deputaten Basly über den Arbeiterstrike in Decazeville wurde auf nächsten Donnerstag festgesetzt. Bei der Berathung einer Petition, welche den Verkauf der Krondiamanten verlangte, um aus dem Erlös eine Alterversorgungskasse für Arbeiter zu stiften, sprach sich de Lanjuinais von der Rechten gegen die Petition aus und äußerte dabei, er sehe voraus, daß sich Frankreich in nicht zu ferner Zeit von der Republik losgemacht haben werde. Lanjuinais wurde wegen dieser Aeußerung zur Ordnung gerufen, die Linke verlangte jedoch unter großem Tumulte seine temporäre Ausschließung, der Präsident gab dem Verlangen der Linken aber nicht nach und trat für die Freiheit auf der Rednertribüne ein. Rom, 4. Februar. Der König und die Königin wohnten gestern Abend dem Ball in der deutschen Botschaft bei. Die Königin tanzte mit dem Botschafter v. Keudell die Ehren-Quadrille. Das Ballfest war äußerst glänzend und währte bis 4 Uhr Morgens. London, 4. Februar. Das Oberhaus vertagte stch bis Montag, das Unterhaus bis Samstag. Für das Unterhaus sind in Wahlbezirken, wo durch Ernennung der Minister Vacanzen eingetreten sind, Neuwahlen angeordnet. — Ein Wahlschreiben Gladstone's an seine Wähler in Midlothian besagt, es sei vor Allem Pflicht der neuen Regierung, von ihrer amtlichen Stellung Gebrauch zu I ■ machen, um sich über den socialen Zustand in Irland ein Urtheil zu bilden, wie nur i das Ministerium allein in der Lage sei, sich ein solches bilden zu können, namentlich I bezüglich der Agrarverbrechen, bei Ausführung der Pachtcontracte, sowie betreffs des in Folge niedriger Preise auf der Landwirthschaft lastenden Druckes und der persönlichen Freiheit. Ohne eine solche Prüfung sei es unmöglich, die einzuschlagende Politik in ihrer Gesammtheit zu erörtern. Das neue Ministerium habe zweifellos Hoffnung und die Absicht, sorgfältig zu prüfen, ob es nicht ausführbar sei, es mit irgend einem I Änderen Plan zn versuchen, um die gegenwärtige Krisis zu beschwören und den Be- dürfniffm auf socialpolitischem Gebiete in Irland Genüge zu thun, einem Plane, der 1 wirksamer sei und größere Hoffnung auf Dauerhaftigkeit gewähre, als die neue Gesetz- * gebung zur Unterdrückung von Agrarverbrechen. Die Regierung werde sich dieser । Aufgabe unterziehen mit der vollen Anerkennung der Verantwortlichkeit und werde nicht leichthin auf ein glückliches Ereigniß rechnen, aber sie habe keinerlei Zweifel über die großen Principien, von denen ihr Vorgehen geleitet sein müsse. — Wie das Reuter'sche Bureau erfährt, hat die Königin folgende Ministerliste genehmigt: Gladstone — erster Lord des Schatzamts; Herschell — Lordkanzler- Spencer — Präsident des Geheimen Raths; Ehilders — Inneres; Rosebery — Auswärtiges; Granville — Colonialminister; Kimberley — Indien; Bannermann —- Kriegsminister; Harcourt — Schatzkanzler; Ripon — -Marineminister; Chamberlain — Präsident des Localregierungsamts; Trevelyan — Secretär für Schottland; John Morley — Secretär für Irland; Charles Rüssel — Staatsanwalt. — Die Zusammensetzung des neuen Cabinets wird von den Morgenblättern im Allgemeinen ziemlich beifällig beurtheilt. Die größte Befriedigung erregt die Ernennung Lord Rosebery's zum Staatssecretär des Auswärtigen, welche als Bürgschaft dafür angesehen wird, daß die guten Beziehungen zu Deutschland aufrecht erhalten würden. Kopenhagen, 4. Februar. Das Höchstengericht sprach den Vicepräsidenten des Folkething, Hörup, von der Anklage der Majestätsbeleidigung frei, legte ihm jedoch die Proceßkosteu auf. Athen, 4. Februar. Die Antwort der griechischen Regierung auf die Collectiv- note der Mächte wurde gestern übergeben. Lokales. Gießen, 5. Februar. ^Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege zu Gießen.j Am 3. Februar hielt der genannte Verein feine Generalversammlung ab. Aus dem dabei verlesenen Jahresbericht ging hervor, daß der Verein auch im verflossenen Jahre eine segensreiche Thätigkeit entfaltet hat. Von ordentlichen Mitgliedern des Vereins sind im verflossenen Jahre 3350 Jt. bezahlt worden, die Sparkasse zahlte 600 JL, das Mathildenstist für Oberhessen 100 JL und Herr PH. I., ein langjähriges und thätiges Mitglied des Vereins, vermachte demselben 500 Jt. Die Gesammt- einnahmen betrugen 8064 335 degnt verla. feierlichkeiten, mit einer Menge von Kränzen und Blumen versehen, traf dort an jenem Tage eine Gesellschaft Leidtragender zu Wagen ein, um einem nahen Verwandten die letzte Ehre zu erweisen. Nicht wenig Erstaunen rief es nun auf beiden Seiten hervor, «ls am Trauerhause der vermeintlich Verblichene in eigener Person die Leidtragenden begrüßte. Jetzt ergab sich, daß ein unbefugter Leichenbitter zu Seckenheim aus Bosheit den Helden der Geschichte unter die Erde geredet hatte. Die vergebliche Fahrt nach O. ließen sich die Seckenheimer natürlich nicht verdrießen und manches Glas wurde auf Gesundheit und langes Leben des Widererstandenen geleert- der Anstifter der Geschichte jedoch wird wahrscheinlich die Kosten des „Begräbnisses ohne Leiche" vor Gericht zu tragen haben. Darmstadt, 31. Januar. sEin Herzensbnnd.] Wir entnehmen den „N. H. V." Folgendes: Eine soeben zur Versendung gelangende Verlobungsanzeige meldet die Verlobung des Fräulein Antonie v. Dömming, bisher Victoria-Schwester im König!, chirurgischen Klinikum ju Berlin, mit Herrn Koch, Hofprediger des Fürsten Alexander von Bulgarien. Es ist ein eigenartiger Herzensroman, der hier zum Abschluß gelangt, eigenartig durch den Schauplatz, auf dem er sich entwickelte, auf dem serbisch-bulgarischen Kriegsschauplätze. Fräulein v. Dömming ist eine junge Dame im Anfang der zwanziger Jahre und von gewinnender Herzensgüte. Sie widmete sich frühzeitig dem Samariterberuf, der Krankenpflege, und trat als Novize in das Berliner Victoria-Haus zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen ein. Als „Schwester-Antonie" kam sie vor einigen Monaten in das Königl. Klinikum und erwarb sich bald durch ihre aufopfernde Thärig- kcit am Krankenbette die Liebe der ihrer Obhut anvertrauten Patienten, wie die Achtung und Zufriedenheit der Anstaltsärzte. Als nach Ausbruch des serbisch-bulgarischen Krieges das Eentral-Comilö vom Rothen Kreuze Aerzte und Pflegerinnen nach dem Kriegsschauplätze entsendete, war Schwester Antonie eine der Ersten,^welche mit noch zwei andern Schwestern sich freiwillig meldete und dorthin abging. ^>ie reiste zunächst nach Darmstadt und von dort nach Sofia, wo sie alsbald in einem der vielen Lazarethe reiche Gelegenheit zur Bethätigung ihres barmherzigen Berufes erhielt. In diesem schwierigen Wirkungskreise lernte sie der Hofprediger des Fürsten von Bulgarien, Prediger Koch, kennen, hodffchätzeu und lieben. Der Herzensbnnd war bald geschlossen. Vor einigen Tagen kehrte Schwester Antonie nach Berlin zurück, aber es hieß bald, daß sie nicht mehr an die bisherige Stätte ihrer Wirksamkeit zurückkehren werde. Die Verlobungsanzeigen geben nun den Grund dafür an. Eassel, 1. Februar. In der Wehlheider Strafanstalt weilt seit etwa 4 Jahren ein Pole, freilich nicht ganz freiwillig, denn der Strafrichter hatte ihm wegen seiner Geschicklichkeit, sich eigenes Geld anzufertigen, 12 Jahre Zuchthaus zudictirt, so daß er noch 8 Jahre dortigen Aufenthalts vor sich hatte. Mochte es ihm nun in Wehlheiden nicht länger gefallen oder hatten die aufregenden Polendebatten ihren Schatten bis in seine Zelle geworfen, er brach in der Nacht vom Samstag bis zum Sonntag aus. Das kaum Glaubliche, daß ein Gefangener aus dem so festen Gefängniß entkommen könne, geschah, er brach aus. Der Mann war zur Tischlerei angehalten und hat sich hierbei die Mittel zur Flucht verschafft und zubereitet. Drittelst eines „Fuchsschwanzes" sägte er einen Eisenstab seines Fensters durch, stieg dann auf einer selbstoerfertigten, höchst praktisch construirten Leiter von diesem hinab zum Boden — und mit Hilfe derselben auch über die Mauer. Bis jetzt hat man ihn noch nicht wieder und die Vcrmuthung, daß der Aerger, nicht ebenfalls ausgewiesen zu sein, ihn zu der kühnen Flucht bewogen hat, ist wohl nicht ungerechtfertigt. Erwischt man ihn, so fürch'e ich freilich, man wird ihn sogar noch länger als 8 Jahre hier behalten. (E. A. Ztg.) Karlsruhe, 2. Februar. [Auf der Flucht erschossen.] JHm Samstag Mittag wurde zwischen Ottenhausen und Arnbach von dem Landjäger Eisemnanu aus Birkenfeld ein Handwerksbursche, welcher in die Amtsstadt bleuenbürg verbracht werden sollte, erschossen. Der Handwerksbursche, ein blutjunger Mensch, wurde in Ottenhausen beim Bettel ergriffen. "Verschiedene Fluchtversuche innerhalb des Ortes, falsche Papiere, sowie verschiedene Siegel in Schiefer, welche man bei demselben fand, auch gewisse Aehnlichkeit mit einem steckbrieflich Verfolgten bestimmten den Landjäger, den Jnhaftirten mit der Bemerkung zu schließen, daß er bei einem weiteren Fluchtversuch unnachsichtlich von seiner Waffe werde Gebrauch machen. Zwischen Ottenhausen und Arnbach, bei einem Nadelholzwalde, ergriff der Bursche, wie die „N. B. Ldsztg." erzählt, wieder die Flucht und wurde nach vorausgegangenem „Halt!" niedergeschossen. Die Kugel ging durch den 9tücfen und kam an der linken Wange zum Vorschein. Der Tod trat sofort ein. Brandenburg a. H., 31. Januar. Ein schreckliches Unglück ereignete sich, wie der „K.-Z." gemeldet wird, am Freitag Vormittag wenige Kilometer von unserer Stadt entfernt. Drei Bahnbeamten passirten in der Gegend des Gränert das Bahngeleise, als ein Güterzng sie nöthigte, auf das zweite Geleise überzutreten. In demselben Moment kam aber auf diesem der Frankfurt-Berliner Schnellzug dahergebraust und, da der Güterzug soeben Dampf abgelassen, sahen die Männer den Schnellzug nicht, wurden von ihm erfaßt und auf der Stelle getödtet. Alle drei sind Familienväter. — Dem „Basler Volksblatt" wird geschrieben, daß die Most'sche „Freiheit" in der diummei1 vom 16. Januar eine Eorrespondenz enthalte, in welcher ungescheut erzählt wird, daß Lieske allerdings den Auftrag hatte, den Polizeirath Rumpfs in Frankfurt a. M. 51t ermorden und zu diesem Ende vor seiner Abreise von Basel mit einem Dolch, einem Revolver mit Munition und 50 Fr. in Geld versehen worden sei. Bekanntlich bestritt die „Freiheit" bei Lebzeiten Lieske's dessen Schuld an der Ermordung Numpfs's beharrlich. Nach der genannten Eorrespondenz war Lieske ursprünglich dazu bestimmt gewesen, im November 1884 einen Spion zu ermorden, dessen Freilassung auf diesen Zeitpunkt erwartet wurde. Es ist wohl gemeint der wegen Verbreitung des Stellmacher-Aufrufs in Liestal inhastirt gewesene Theodor Weiß aus Dresden. — [9(u§ der Kaserne.] Unterofficier: „Warum trägt der Soldat, wenn er feldmarschmäßig jepackt ist, eine Feldflasche mit?" — Erster Rekrut: „Um sich einen Schnaps mitzunehmen," — Unterofficier: „Nicht richtig." — Zweiter Rekrut: „Um unterwegs zu trinken." — Unterofficier: „Nicht richtig." — Einjähriger: „Zur Aufbewahrung geistiger, resp. stärkender Getränke." — Unterofficier: „Sehr schön jesagt, namentlich das respective gefällt mir sehr jut, aber nid) trichtig. Weil's vorgeschrieben is." - lieber die Ergebnisse der Zuckercampagne in Deutschland liegen bereits •einige positive Daten vor. Die von 401 Fabriken Deutschlands verbreitete Rüben- nienge wird mit 72,3 Mill, metrische Centner veranschlagt gegen 103,98 Millionen im Vorjahre, 89,2 Mill, in der Campagne 1883—84. Es würde sich sonaä; ein Ausfall von rund 30 Proc. ergeben, womit auch alle bisherigen Schätzungen so ziemlich über- einstimmen. Es gelangt nur weniger Waare zum Ausgebote und die Preise haben in Folge dessen mit Leichtigkeit eine Avance durchsetzen können. Literarisches. — Reich an unterhaltenden und belehrenden Stoff ist wiederum Nr. 2 der fix weit verbreiteten Neuen Musik-Zeitung. Diese Nummer enthält unter Anderem: Anton Bruckner, Portrait nebst Biographie von Dr. Hans Kleser. — Der Hexenmeister, eine überaus interessante wahrheitsgetreue Novelle von Johanna Baltz. — Geschichte der modernen Blechinstrumente mit 12 Abbildungen. — Geschichte der Orgel mit 5 Abbildungen. — Ein zur Aufklärung wichtiger Brief von Sofie Menter,, ein Ereignis; am rumänischen Königshofe betreffend. — Die Münsterorgel zu Straßburg, eine Erzählung aus dem Mittelalter von Franz Siking. — Apollodorus oder „Die Dilettanten", eine heitere Musik- und Liebesgeschichte von W. Bölsche. — Vermischtes, aus dem Künstlerleben, über Theater und Concerte rc. rc. Dieses unterhaltende und belehrende Familienblatt sei unseren Lesern bestens empfshlen. Probe-Nummern in jeder Buch- und Musikalien-Handlung gratis. Preis pro Quartal nur 80 Psg. Landwirthschaftiiches. — sGenossenschaften gegen Unfraut.J Ein großer Feind wirthschastlicher Pflanzenkultur ist bekanntlich daS Unkraut. Es raubt den Culturpflanzen Licht und Luft und einen Theil derjenigen Nährstoffe des Bodens, die zu ihrem Gedeihen erforderlich sind; es beeinträchtigt, wie die Ouecke und andere Wurzelunkrauler, die Bodenbearbeitung; es erschwert, wie die Distel, die Ernte; es verunreinigt die Marktwaare, wie die Rade bei dem Weizen oder der Hederich bei dem Flachs. Alle Sorgfalt und Muhe aber, welche der Landwirth oder der Gärtner auf Ausrottung des Unkrauts verwenden mag, ist vergeblich, wird zu einer sich alljährlich wiederholenden Sisyphusarbeit, wenn nicht alle seine Nachbarn, ja, alle Ackerwirthe einer durch Berge, Wälder oder größere Gewässer in sich abgeschlossenen Gegend in gleichem Sinne thätig sind; denn meilenweit trägt ja der Wind die gefieberten Samen, während andere sich an die Körper des Weidviehes ober des vierfüßigen sowohl wie des geflügelten Wildes hängen und so von einem Grundstück auf bas anbere übertragen werden. Hier vermag nur ein systematischer, nachdrücklicher Kampf mit vereinigten Kräften erfolgreiche Hilfe zu gewähren. Als zweckmäßigste Form dafür scheint die Bildung obligatorischer Flurgenossenschaften. Derartige Flurgenossenschaften findet man schon in Bayern, Württemberg und Baden. Die betreffenden Gemeindevorstände haben die Pflicht, im Juni jeden Jahres alle Grundstücke auf das Vorhandensein von Unkraut zu besichtigen und die nachlässigen Besitzer oder Nutznießer anfzusordern, ihrer Pflicht, das Unkraut auszurotten, binnen kürzester Zeil nachzukommen. Ist dies bei einer bald folgenden Revision nicht geschehen, so wird es durch die Gemeinde auf Kosten des Saumseligen vorgenommen. Diese Besichtigung erstreckt sich auf die Feldraine, Dämme, Anger, Schutt- und Erdhaufen, ebenso auf Einfriedigungen aller Art, auf Büsche und Gestrüppe. Auch hier müssen alle Unkräuter beseitigt werben, besonders solche, die sich wie die Quecken durch Wurzeltriebe stark vermehrest, oder solche, deren Samen, wie bei dem Löwenzahn, der Distel n. s. w. durch den Wind die weiteste Verbreitung^erhalten, ober solche, die sich, wie Kamille, Melde n. s. w. durch eine ungeheure Samenfülle auszeichnen. Dieses Beispiel verdient sicherlick; allseitige und eifrige 'Nachahmung. Thatsächlich unvermögende Besitzer oder Pächter kleinerer Grundstücke werden aus Gemeindemitteln oder aus einer besonderen für die Zwecke der Genossenschaft zu bildenden Kasse zu unterstützen sein. Es wirb des Hinweises kaum bebürfen, daß derartige Vereinigungen in sehr nützlicher Weise ihre Thätigkeit auch auf die Vertilgung des Ungeziefers, wie Maikäfer, Kohlweißlinge u. dgl., und auf die Hebung nützlicher Vögel erstrecken könnten. — In gegenwärtiger Jahreszeit, wo Jedermann darauf bedacht ist, sich gegen Erkältung und namentlich gegen den feuchten Morgennebel zu schützen, könnte man keine bessere Herzstärkung finden als den ächten Benedictiner-Liqueur -er Abtei zu Fecarnp. An den Küsten der Normandie tritt man keine Reffe an, ohne vorher ui nüchternem Zustande ein kleines Glas dieses kostbaren Magenelixirs zu sich genommen zu haben. Sehr bekannt ist and) die alte normännische Sitte, zwischen den beiden Hauptgängen einer Mahlzeit ein Glas Liqueur zu nehmen; der Volksmund nennt dies „das Lock) der Mitte bohren", nun dieser erste Act der Verdauung wirb überall mit dem ächten Benedictiner vorgenommen. Für die Hinterbliebenen des verunglückten Konrad Keßler sind nod) nach- tväglid) eingegangen: Am Stammtische im Gasthaus zum Löwen 4,25 JL Weiter sei bemerkt, baß bie bei mir eingegangenen Gaben nicht, wie irrthümlich angegeben wurde, 137 «M., sonbern 147 «X betrugen. Die nod) verwenbbare Gesammtsumme beträgt demnach 591,85 Gießen, den 4. Februar 1886. Dr. Naumann, Pfarrer. Kirchliche AuZeigeu der Studt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Gottesbien st. 5. Sonntag nach Epiphanias, 7. Februar. Vormittags 9Vz Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinberkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Montag, ben 8. Februar, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder- schule, 1. Johannesbries Kap. 4, von Vers 1 an. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, den 14. Februar, wird Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst gehalten werden. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 7. bis 13. Februar besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. 5. Sonntag nach Epiphanie. Mariä Lichtmeß. Von 7 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Com- muuion. Um VrIO UHr: Hochamt und Festpredigt. Um 2 Uhr: Feftandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 430 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 5'° Uhr. Allgemeiner Anzeiger. Gasthaus „Zur 'kraue“ in Seligenstadt M. empfiehlt sich dem reifeiibcu Publikum aufs Beste. Achtungsvollst ass ________________0. ESsele. CXVfA nunmehr 18 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen unüber- '«L'UP troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und begutachtet), welch, statt Oel ob. Pomabe tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauft zu 40 H u. 1,10 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 771 Durch directeu Einkauf bin ich in den Stand gesetzt, meine sämmtlichen Artikel, die ich gleich meinen Vorgängern nur in den besten Qualitäten weiter führe, erheblich billiger verkaufen zu können. Lows Walther, Firma: Geschw. Sauer Nachfolger, 753 _______ Imdenplatz. neu, leicht, solid, elegant, preiswürbig. Abbilb. gratt [6612] J. 6. Rumpf; Eis. Hand, Frankfurt a/MA Arzt-Stelle. Die Stelle des Hospital- und Ge- meinde-Arztes zu Münz en berg, verbunden mit einem jährlichen Fixum von 1200 Mark nebst freier Dienstwohnung, ist anderweit zu vergeben. Reflektanten wolleu sich an unterzeichnete Stelle wenden. M ü n z e n b e r g (Oberhessen), den 4. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Münzenberg. Jäger. 824 AtthtWe Eiskilbchmt. EL sollen ctiva 2600 kg anAgcfchic- bene Acten und 1000 kg gebrauchte Billete unter den bei unserer Kanzlei zu erfahrenden Bedingungen zum Einstampfen verlauft werden. Gebote sind bis zum 16. l- M., Vormittags 11 Uhr, bei uns eiuzureichen. Gießen, den 2. Februar 1886. Großherzogliche Direction. 833 Bekanntmachung. Durch rechtskräftiges Urtheil der Strafkammer Großherzoglichen Landgerichts der Provinz Oberhessen vom 24. April 1885 wurde Metzgermeister Cliaö Schulz in Gießen wegen Vergehens gegen S 10 des Gesetzes vom 14. Mai 1879, belr. Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchügegenständen in eine Geldstrafe von 160 Mark und in die Kosten der I. und tt. Instanz verurtheilt. In Gemäßheit dieses Urtheils und aus Grund des § 16 des vorgenannten Gesetzes wird diese Verurtheilung hiermit öffentlich bekannt gemacht. Gießen, nm 28. Januar 1886. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Dr. Schäfer. 840 IaBvelmichlimg. Mittwoch den 11 Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Nathhause dahier die Genwinde-Jagd auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Die Jagd ist sehr ergiebig, mit groben Waldungen umgrenzt, und von der Bahnstation Reiskirchen in einer Viertelstunde erreichbar. Hattenrod, nm 3. Februnr 1886. Großh. Bürgermeisterei Hnttenrod. Mengel. 827 HolM'steigenmg. Donnerstag den IS, Februar, von Vkorgens 10 Uhr nn, sollen in dem Distrikt Bruch versteigert werden: 52 Stämme Kiefern - Bauholz mit 23 Festm-, 80 Stämme geringeres Eichen-Vau- u. Nutzholz (Grubenholz)9 Festm. 146 Eichen-Stangen, 8 Festm., 429 Fichten-Derbstangen (Sparrenholz), 29 Festm., 208 Reisslängen, 5 Festm. Brennholz. 75 Rm. Eichen- u. Stadel-Knüppel, 5380 Wellen Eichen- und Nadel-Reis- holz, 122 Nm. Eichen- und Nadel-Stock- holz. Der Anfang ist Morgens 10 Uhr auf der Licher Straße beim Pflanz- garten. Hnttenrod, nm 4. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. M e n g e l. 828 HolzdeHeiigmmg. M ntag d. 8. Februar 1886, Vormittags von 9 Uhr an, soll im A l t e n - B n s e ck e r Gemeinde- wald, Distrikt Ellerüberg, nachverzeich- neteü Holz versteigert werden: 284 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 34 „ Knüppel, 3875 Wellen Bucheu-Reisholz, 100 Wellen Nadel-Reishol-, 72 Nm. Buchen-Stockholz, 3 Buchenstümme mit 1,26 Festm., 2 Eichenstämme mit 1,72 Festm. Die Zusammenkunft ist im Distrikt selbst, bei Holz Nr. 177. Alt em Vilseck, am 4. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. I. V.: 834 K r ä m e r, Beigeordneter. Holzversteigeru>»g. Montag den 8. Februar 1886 sollen in dem Stadtwald zu H un gen in dem Distrikt Herborn nachstehende Holzsortimeute versteigert werden: 270 Kiefern-Stämme von 15—47 cm Durchmesser und 7—20 m Länge, 21 Raummeter Nadel-Knüppel in Schichten von 3 m Länge. Der Anfang der Versteigerung ist Vormittags 10 Uhr im Distrikt Herborn an der Bahn. Hungen, am 1. Februnr 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Bender. 780 Femersicheniny^c# für üeutscEdand zu Gotha. Arif Gegenseitigkeit errichtet im Jahre 1821, Bekanntmachung. Nach dem Rechnungsabschluß der Bank für das Geschäftsjahr 1885 betrügt die in demselben erzielte Erfparniß: 77 Procent der e'ngezahlten Prämien. Die Vanktheilhaber empfangen, nebst einem Exemplar des Abschlusses, ihren Dividenden-Antheil in Gemäßheit des zweiten Nachtrags zur Bankverfassung der Regel nach beim nächsten Ablauf der Versicherung, beziehungsweise des Versicherungsjahres, durch Anrechnung auf die neue Prämie, in den in obigem Nachtrag bezeichneten Ausnahmefällen aber baar durch die unterzeichnete Agentur, bei welcher auch die ausführliche Nachweisung zum Rechnungsabschluß zur Einsicht für jeden Banktheitnehmec offen liegt. Gießen, im Februar 1886. Anton Spicker«, Buchhändler, 830 Agent der Feucrversichernngsbank f. D. zu Gotha, herein fFfreiw.llrineii-uIranhnpflege. Zur Ausführung des bereits an dieser Stelle angekündigten Unternehmens ist jetzt endgültig beschlossen, daß die Eröffnung des Bazars Mittwoch den 10. Februar, Nachmittag 4 Uhr, im großen Saale deS GeseÜschaftÄvereineS stattfinden soll. Die Dauer desselben wird auf 3 Tage incl. Verloosung festgesetzt, welch' letztere Freitag den 12. Februar Nachmittags 5 Uhr beginnt. — Alle Bewohner Gießens und der Umgegend werden hierdurch nochmals freundlich zu reger Betheiligung eingeladen. Eintrittspreise: Mittwoch von 4 Uhr nn 50 $ ) Donnerstag von 2—4 Uhr 20 H ü Person. „ von 5 Uhr an 50 H ) Zum Besuch der Gallerte berechtigen die Billets zum Saale nur mit Zuschlagbilletü, die am Eingang zu ersterer gelöst werden können. Ifcas (Doinite« 82ö Eine Kaute Mist zu verkaufen- Hbtel Prinz Earl- £ 2 kleine Sopha's mit braunem Damast werden billig abgegeben. Neuen Bäne 17, 2 Treppen- Werrnischte Anzeigen. 826 Ein seidener Regenschirm kürz- lich irgendwo stehen geblieben, um dessen gütige Rückgabe gebeten wird ___Nordanlagc 19. Gesucht ein junges gebildetes Mädchen, von 16 bis 18 Jahren, zur Buchführung bezw- Verwaltung der Küchenoorräthe in einem großen Weinrestaurant in der Nheinprovinz. Vertrauensstellung. Beamten- oder Lehrerstochter wird bevorzugt. Gefällige elbstgcschriebene Offerten unter B. 16 beordert die Exped. d. Bl. 836 Eröllnuiig der Eisbabn Z 49 Rodheimerftraste 49. 837 Auf ein Besitzthum, bestehend aus Immobilien in einer der besten Gemarkilngcn der Umgegend belegen, taxirt 72000 Jl, wird ein Kapital von 30000 J4a, verzinslich zu 472%, zu leihen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. Wer SehBoftfliiee fürchtet oder bereits davon betroffen wurde, oder an Congestionen, Schwindel, Lähmungen, Schlaflosigkeit., resp au krankhaften Nerven- zuständon leidet, wolle die Broschüre „Ueber Sohlagtluss-Vorbeugung u. Heilung“, 3. Aufl., vom Verfasser, oh em. Land w. - Bataillonsarzt Rom. Weissmann in Vilshofen, Bayern kostenlos und franco, beziehen. 227 831] Brave Mädchen können gute Stellen erhalten bei Frau Tränkner, Vermiethbureau, Wolkengasse 13. /96 Ein HanSmädchen, das nähen und bügeln kann, wird baldigst zu micthen gesucht von Frau D. Bookman», Gartenstr. 21. Heute Freitag, j ben 5. Februar, i Abends 8 Uhr, 1 Unwiderruflich letzte * gr. phan- LastWe MI tote Morgen Samstag, 3 Uhr Nachmittags m auf vielseitigen Wunsch asi Große Gxtea Schüler ii. Küilder - Vorstellung zu ganz ermässigten Preisen. Speeielleö Programm zu qu. Vorstellung mit vielen Erklärungen gegeben vom Bros. Epstein, K- rufs. Hofkünstler. 829 Preise der Plätze: 1. Platz 60 H, 2. Platz 40 Gallerte 20 Stallung. Meine geräumige Stallung bringe den Herren Handelsleuten auf nächste Vich- nlärkte in empfehlende Erinnerung. 832 Rheinischer Hos. 839 Ein gelbseidencS Foulard verloren. Gegen Belohnung abzugeben Südanlage 3. Zöpfe!!! Perrückeu und Scheitel werden an- gefertigt, Perrücken und Bärte verliehen bei 397 Georg Petri Wwe., Friseur:Geschäft, SelterSweg 43. Holzversteigerung in dem Steinbacher Gemeindematb. Donnerstag den 11. d. M. werden in dem Distrikt Helgenwald versteigert: 225 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 361 „ „ Knüppel, 5600 Vuchen-Welleu, 179 Rmtr. Buchen Stöcke. Der Anfang und die Zusammenkunft Morgens 9 Uhr bei der Lehm- kaute am Weg nach Dorfgill. Steinbach, am 3. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. _ Krämer. 821 Holzversteigerung im Armcröder Gemeindewäld. Donnerstag den 11. Februar, von Vormittags 9 Uhr an, soll im_ Anneröder Gemeindewald, in den Distrikten Köpfel und Wolfskaut nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 34 Rm- Nadel-Scheitholz, 108 „ „ Knüppel, 50 „ „ Stöcke, 1580 Nadel-Wellen, 5 Nm. Eichen- und Virken-Scheit- holz, 7 „ Eichen-Knüppel, 4 „ „ Stöcke, 200 Eichen-Wellen, 14 Eichen-Stämme mit 2,60 Fm.» 85 Nadel- „ „ 30,18 „ 15 Eicheu-Stangen „ 0,99 „ 11 Nadel- „ „ 1,8 „ Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße am Fahrweg nach Rödgen. Annerod, am 4. Februar 1886. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt. 823 Samstag iw 6. d. M., Nachmittags 2 Uhr, in der L- Flett'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baar versteigert werden: 1 Parthie ungedroscbeue Frucht. 3 Schweine, 1 Wagen, 1 Handkarre, . 1 Nähmaschine, mehrere Kleider- und Küchenschränke. 2 Sopha's, 1 Sessel, 2 Commoden, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder rc. Gießen, den 4. Februar 1886. Engel, 813 Gerichtsvollzieher in Gießen. Dirnstag iw 9. Februar l. I., Nachmittags * _>3 Uhr, bringe ich int Saale des Cafe Leiv dahier zur Versteigerung: a- zwangsweise r 1 fast neuen großen Theater-Vorhang, 8 (Soul i ff en, 6 Sof- siten, 1 Proseeuillinsdecoration; b. freiwillig: verschiedene Theatergarderobestücke (H c r r c u -MaSken-Anzüae). Gießen, den 1. Februar 1886. o.. Bühner, 81d Gr. Gerichtsvollzieher. 781 Eine alte gut eiugcführte Culanialmaarrn-Firma sucht einen mit Branche u. Kundschaft vertrauten Reisenden für Hessen-Nassau. Offerten mit Angabe der früheren Stellung an Rudolf Masse, Frankfurt a. M. unter Chiffre K. 7125. 786 Ein braveS Mädchen sucht Lauf- dicnst. Wehsteingasse 19. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutig, Nummer enthält 1 Blatt u. 1 Beilage. lk'üung die 9tt( deiltendeil) AoiüiveiiolS mögli-hse-' Zlerflleichnn bereu W der Neubül Väragezu Abfl bauten üb Summen1 Bcioilliflnn Nniveri'tat Einbcitssiü jtoftenvora Wobnung er die neu ivendnng i richtnng d eine beson die Stadt sondere Al Mi ob; für di isolirt, vü TOtvkn v u nb Uebi die städtl non diese und Den sei das e Firmen e ill^cn ji gerichtet M der.Aini der ÄW dennoch richte bt1 klargestel Mimisch jn hoch I für den ' welche pi rnelsichte 4 in die § habe, so werben ausschu daü die meister fvndere solchen 1 Gie her Landsti Perhandtzn immerhin *"■ i!aS die Disknü aussM.° der An läge'de Die flirrendi Mittel, n'illigui b'ebii>,d nicht zu beliastei Schivni bort sc Wasser, sorderli die vor auch, ; sollten sollten durch F'ordei anregk der 5 werbei «eiin 1 flröficr nicht; •M nölten N'erdc Beilage ?u Nr. 31 des „Gießener Anzeiger". Lokales. Gießen, 5. Februar. Wir haben über die Verhandlungen der zweiten Kammer der Landstände in Betreff der llniversitätsbauten in Gießen bereits den Tenor der Verhandlungen berichtet. Es dürfte unsere Lesern jedoch ein ausführliches Referat iminerhin interessiren und lassen wir dieserhalb ein solches nach der „Darmst. Ztg." im Nachstehenden folgen: Nachdem der Ausschußantrag verlesen, eröffnete Herr Geh. Staatsrath Knorr die Diskussion: Mit großer Befriedigung habe die Negierung ersehen, daß der Finanzausschuß das dringende Bedürfniß für die Besserung der Zustände an der Landcs- universität erkannt habe; sie sei mit schwerem Herzen an die Vorlage einer so bedeutenden Anforderung gegangen, aber als sie die Ueberzeugung von der absoluten Nolhwendigkeit einer gründlichen Verbesserung erkannt hätte, sei ein Zögern nicht mehr möglich gewesen. Eine Vergleichung der Krankenhäuser anderer Universitäten, eine Vergleichung der Hospitäler anderer Städte lasse zur Evidenz ersehen, daß die Zu- ' stände in Gießen unhaltbar seien. Die gedeihliche Entwickelung der Landesuniversität, ' deren Eoncurrcnzfähigkeit mit anderen Hochschulen erheische dringend die Herstellung der Neubauten, und wenn auch die Kosten groß seien, so werden die aufgewendeten Beträge zum Segen des Landes gereichen. Abg. Vogt: Er sei von der absoluten Nothwendigkeit der Herstellung der Neubauten überzeugt und werde für den Ausschußantrag stimmen. Die geforderten Summen seien nicht sehr hoch, doch gehe man nur mit schwerem Herzen an deren Bewilligung, wenn man bedenke, daß sich unser kleines Ländchen den Luxus zweier Universitäten gestatte. Zu den Einzelheiten übergehend, müsse er bemerken, daß die Einheitssätze für die Bauten seiner Ansicht nach zu hoch gegriffen seien, so bei dem Kostenvoranschlag für die Directorwohnung, welche 10,000 höher sei als für die Wohnung des Directors des chemischen Instituts. Bei der Anlage der Heizung bitte er die neuesten uub besten Einrichtungen anzuwenden; so seien wohl auch bei Verwendung von Dampfkesseln die Gasmotore überflüssig. Ferner möchte er die Einrichtung der electrischen Beleuchtung empfehlen. Er verstehe übrigens nicht, warum eine besondere Wasserleitung für die Universitätsbauten eingerichtet werden solle, da ja die Stadt Gießen selbst eine Wasserleitung besitze. Er frage auch, warum eine besondere Apotheke in der Klinik eingerichtet werden solle. _ Ministerialrath Horst: Daß die Directorwohnung für die Kliniken mehr koste, als für den Director des chemischen Instituts, gehe daraus hervor, daß erstere ganz isolirt, von den Kliniken gefordert, letztere dagegen mit dem Laboratorium verbunden werden solle; übrigens bedürfe der Klinikendirector besondere Räume für Empfang und Uebcrführung der Kranken. Eine Wasserleitung für die Universität sei nöthig, da die städtische Leitung von Gießen nicht sehr günstige Resultate ergeben habe, so daß von dieser eine Wasserabgabe an die Universität nicht ausführbar sei. Bei der Heizung und Ventilation habe sich die Regierung nach den Einrichtungen in Bonn gerichtet, doch sei das Studium dieser Frage noch nicht beendigt, es solle unter den bedeutenderen Firmen dieser Branche eine Eoncurrenz ausgeschrieben werden. Geh. Ober - Mebicinalrath Pfeiffer klärt den Abg. Vogt darüber auf, daß in*dcn Kliniken keine vollständige Apotheke, sondern nur eine Dispensiranstalt eingerichtet werden solle. Abg. Schade: Man begreife kaum, wenn man Kenntniß von dein Zustand der Kliniken erhalte, wie sich diese so lange hätten halten können. Wenn auch ihm der Luxus zweier Universitäten in dem kleinen Ländchen nicht gefalle, so werde er dennoch für den Ausschußantrag stimmen. Die Erhebungen der Regierung, die Berichte des Ausschusses, die Vergleichungen mit anderen Universitäten hätten hinreichend klargestellt, daß die Forderung der Regierung berechtigt und motivirt sei. Von fachmännischer Seite sei ihm mitgetheilt worden, daß die Abstriche des Finanzausschusses zu hoch seien, wodurch wohl mancher Nachtheil entstehen würde. Er werde deßhalb für den Ausschußantrag stimmen, trotzdem er die Nothlage der Landwirthschaft erkenne, welche zum Sparen zwinge; aber bei derRothlage der Universität müßten Sparfamkeits- rücksichten in den Hintergrund treten. . Abg. Metz (Gießen): Nachdem der Finanzausschuß sich selbst durch Einsicht in die Kliniken von dem unhaltbaren Zustand der obwaltenden Verhältnisse überzeugt habe, so könne kein Zweifel bestehen, daß die Regierungsforderung an sich genehmigt werden müsse; auch ihm sei sehr zweifelhaft, ob bei den Abstrichen des Finanzausschusses die Zustände von Grund auf gebessert würden. Er habe noch eine Bitte, daß die Regierung für die Leitung eines so wichtigen Bauwerks einen besonderen Baumeister auswähle und den Bau nicht dem Kreisbaumeister unterstelle, dabei solle be- loudere Rücksicht auf diejenigen Baumeister genommen werden, welche bereits bei solchen Bauten beschäftigt gewesen. Ministerialrath Horst erklärt, daß es selbstverständlich sei, daß mit der Bauleitung ein besonderer Baumeister betraut werde; inwieweit dieser selbstständig sei, werde die Regierung erwägen. Abg. Tecklenburg erklärt es für das richtige Verfahren, daß nicht bei den Einzelsummen, sondern bei der Gesammtsumme Abstriche gemacht werden, weil dann der Ausgleich besser herbeigesührt werden könne. Es werde insbesondere bei der Anlage der Wasserleitung ein höherer Betrag, als angesetzt, ausgegeben werden müssen. Die Bedürfnißfrage der Neubauten sei allseitig anerkannt, die Existenz und die Eon- currenzfähigkeit mit anderen Universitäten hänge von der Bewilligung der geforderten Mittel ab, deßhalb sei er für den Ausschußantrag. Abg. Han stein: Wenn man den Ausschußbericht lese, müsse man für Bewilligung der geforderten Mittel sein, noch mehr, wenn man den jetzigen Zilstand der Gebäude kenne. Die jetzige Klinik sei früher eine Kaserne gewesen und daß diese sich nicht zur Aufnahme von Kranken eigne, fei selbstverständlich. Männer und Frauen können nicht getrennt werden, ebensowenig die Bäder der mit ansteckenden Krankheiten behafteten von denen der übrigen Kranken. In der Frauenklinik müßten die Schwangeren die enge Wendeltreppe in den 3. Stock getragen werden; der Raum sei dort so beschränkt, daß bei Brand großes Unglück passiren könne. Die Gießener Wasserleitung gebe nur wenig Wasser, so daß für die Universität eine neue er- -forderlich sei. Abg. Ulrich: Auch Sie würden für den Ausschußantrag stimmen, da Sie die vorhandenen Mißstände würdigen müßten. Ein Grund für Ihre Abstimmung sei auch, daß durch die Bauten den Arbeitern Arbeitsgelegenheit gegeben würde, dabei sollten nur einheimische, nicht italienische Arbeiter zugezogen werden. Ganz besonders sollten die Landesangehörigen bei der Vertheilung der Arbeit zugezogen werden, dadurch würden^ diese die Sympathie für die Landesuniversität erlangen und bewahren. Abg. Fkanck: Er stehe der Vorlage nicht principiell entgegen, doch sei die Forderung von l1/» Million für eine einzige Finanzperiode sehr bedeutend. Er wolle aurcgcn, diese bedeutende Summe auf mehrere Finanzperioden jn vertheilen. Das Bedittstnß der Neuerrichtung der inneren Klinik erkenne er an, doch könne von Seiten dcr ^tadt Gießen, die ja hierdurch ein Hospital spare, recht gut ein Beitrag geleistet werden. Die 10000 JL, welche sie jährlich zur Unterhaltung der Klinik gebe, seien denn doch zu gering. Das pathologisch-anatomische Institut bedürfe wohl nur einer größeren Reinigung, er werde deshalb, da stichhaltige Gründe für dessen Neuerrichtung nicht dargethail seien, gegen diese Position stimmen. Gegen den Bau einer Entbindungsanstalt fei er nicht, doch solle diese nicht so eingerichtet werden, daß sie für die Professoren bestimmt sei, zu denen Kranke aus ganz Europa kämen und dann den Professoren ein hübsches Honorar zubrächten. Dazu sei eine solche Klinik nicht da. Bei dem physiologischen Institut werde von den Professoren, die den Bericht gemacht hätten, nur von einem dringenden Bedürfniß gesprochen. Auf diesen Grund allein hin verwillige er die geforderte Summe nicht. Die Kommission zur Besichtigung der Kliniken habe einen Fehler gemacht, wenn sie die Berliner und Dresdener Kliniken besuchr habe, an eine Konkurrenz mit diesen Städten sei nicht zu denken. Abg. Schröder führt aus, daß die Ortsbesichtigung ihm und seinen Kollegen die feste Ueberzeugung gegeben, daß die jetzigen Zustände nicht nur in Hinsicht auf die Konkurrenz mit anderen Universitäten, sondern auch für die Zwecke, welchen die Anstalten dienen sollen, durchaus unhaltbare seien. Es hätte hier schon längst abgeholfen werden müssen, indessen vermuthe er, daß die Großh. Regierung nur so lange gewartet, um nun nachweisen zu können, daß die Neubauten schlechterdings nicht zu umgehen seien. Was den Einwand des Abg. Frank betreffe, daß die Einrichtungen; wie sie in Berlin und Dresden bestanden, nicht zum Maßstabe für Gießen dienen könnten, so gebe er dies zu; der Ausschuß babe auch diese Anstalten nur eingesehen, weil in ihnen die neuesten Erfahrungen practisch verwerthct worden seien. Marburg sei nach seiner ganzen Lage geeignet mit Gießen zu concurriren, und man müsse jedenfalls suchen in Gießen dasselbe zu bieten, was in Marburg geboten wird. Daß indessen Hessen nicht dieselben Mittel zur Verfügung ständen wie Preußen, fei selbstverständlich, auch seien die Kosten, mit welchen in den sechziger Jahren die Marburger Klinik errichtet worden sei, bedeutend höher gewesen, als sie jetzt für Gießen verlangt würden. In Betreff des pathologischen Instituts habe er anfangs dieselben Zweifel wie der Abg. Frank gehegt, seit er aber an Ort und Stelle gewesen sei und dm Theil der Anatomie ein- gesehen habe, welcher den Zwecken des pathologischen Instituts dient, seien diese Zweifel vollkommen zerstreut. Die Frage allerdings, ob dieser Neubau ebenso dringend wie die beiden anderen, wage er nicht zu entscheiden. Er glaube, eS sei möglich, die jetzige gynäkologische Klinik noch wenigstens theilweise zu verwenden. Indessen gebe er doch zu bedenken, daß die große Entfernung derselben von der Stadt iuib insbesondere den übrigen Kliniken sehr mißlich sei, und es werde sich daher empfehlen, alle nothwendigm Gebäude zusammen und insbesondere auch unter gemeinsame Verwaltung zu stellen. Der Neubau fei nicht nur im Interesse der Professoren und Spezialisten, welche vielleicht manchmal in ihren Forderungen etwas weit gingen, sondern jeder Laie könne sich von seiner Nothwendigkeit überzeugen. Er sei dem Abg. Frank dankbar dafür, daß er diese Punkte zur Erörterung gebracht, und wolle mir noch bemerken, daß, wie der Abg. Metz schon angedeutet habe, es wünschenswerth erscheine, mit der Ausführung des Baues einen besonderen Baumeister zu betrauen. Wenn er sich nicht geirrt habe, so habe Herr Geh. Oberbaurath Horst eine entgegenkommende Erklärung in dieser Hinsicht abgegeben. Er könne dies nur befürworten auch im Interesse unserer jungen Bauleute. Was die Frage des Wassers betreffe, so habe der Staat garnntirt, daß dasselbe ausreichend an Quantität und Qualität beschafft werde. In Betteff der Heizung habe die Regierung erklärt, die einzelnen Summen für dieselbe noch nicht ansetzen zu können, iveil noch Untersuchungen angestellt werden niüßten, welches System das zweckmäßigste sei, und ob überhaupt ein System in allen Räumen hergestellt werden könne. Er könne nur dringend empfehlen, bei der Wahl des Systems vorsichtig zu fein, genau zu prüfen und womöglich ein gemischtes System einzuführen, da die Dampfluftheizung eine ganz neue und noch wenig erprobte Methode sei. In Bonn habe man auch ein solches gemischtes System eingeführt, indem in den Zimmern Ofenheizung, in den Gängen dagegen Luftheizung eingerichtet sei. Geh. Oberbaurath Horst erklärt die Ansätze des Voranschlags seien auf Grundlage der Kostenbeträge der Heizungsanlagen in Bonn im Verhältniß zu der zu heizenden Grundfläche gemacht worden. Es handle sich nun darum, mit aller Sorgfalt zu entscheiden, ob eine centrale Anlage zweckmäßig sei oder nicht; bei dem pathologischen Institut werde sie sich vielleicht empfehlen. Wie er bereits erklärt, werde man die Ausführung einem besonderen Baumeister, der jedoch schon größere Bauten ähnlicher Art geleitet habe, übertragen; über dessen Befugnisse, die jedenfalls in gewissen Grenzen bleiben müßten, könne man jetzt noch nicht entscheiden. Obermedicinalrath Dr. Reißner ergriff hierauf das Wort: Wenn die Dringlichkeit des Neubaues eines pathologischen Instituts bezweifelt werde, so könne dies nur auf einem Mißverständniß beruhen. Früher habe man ein solches überhaupt nicht gekannt, man habe höchstens ein kleines pathologisches Museum gehabt; heute jedoch werde die Güte der Fakultät nach der des pathologischen Instituts beurtheilt. Man müsse voraussetzen, daß alle Bedingungen vorhanden seien, die ein erfolgreiches ' Experimentieren ermöglichten. In den jetzigen Räumen könne man überhaupt nicht arbeiten. Dazu komme noch der Mißstand, daß das pathologische Institut mit den Räumen für normale Anatomie zusammen gelegt sei. Wenn man das gynäkologische Institut auf eine Entbindungsanstalt beschränken wolle, so sei dies absolut unzulässig, denn ein gynäkologisches Institut sei nothwendig, wenn der Student lernen zolle, Frauenkrankheiten zu behandeln. Außerdem glaube er nicht, daß sich jemand dazu hergeben werde, eine Entbindungsanstalt ohne gynäkologisches Institut zu bauen. Abg. Vogt erklärt, er könne nicht befriedigt fein von den Erläuterungen, welche betreffs der Wasserleitung und der Wohnung des Directors gegeben worden seien. Er wolle noch daraus aufmerksam machen, ob es nicht zweckmäßig, anstatt der Gasbeleuchtung die elektrische einzuführen. Nachdem Abg. Haustein hierzu noch eine kurze Bemerkung gemacht, spricht Abg. Tecklenburg den Wunsch aus, Großh. Negierung möge doch kleine Eopien der Hauptbaupläne, welche ja leicht durch Photographie oder Autographie herzustellen seien, in die Hände der Abgeordneten geben. Abg. Kugler erklärt, er fei selbst in Gießen gewesen und habe sich von der Nothwendigkeit der Neubauten überzeugt. Er finde, daß die in den Händen aller Abgeordneten befindlichen Pläne außerordentlich praktisch und sorgfältig ausgeführt seien. Er habe nur noch zwei,Wünsche, einmal möchte er beantragen, daß mit dcr Dampf- luftheizung kein zu umfassender Versuch gemacht werde. Es sei gewissermaßen Mode- sache, in jedem neuen Gebäude auch die neueste Heizungsmethode zur Anwendung zu bringen. Die Dampfluftheizung fei nun noch so wenig angewendet, koste auch so viel mehr als jede andere Heizung, daß es sich vielleicht empfehlen werde, davon Abstand zu nehmen, selbst wenn die Techniker sie auch noch so sehr empfehlen. Ferner habe er nach Einsicht der Pläne gefunden, daß der Küchenbau etwas sehr weit von den Hauptgebäuden entfernt liege, es empfehle sich wohl, denselben zwischen beide Kliniken zu legen, damit die Speisen durch den weiten Gang durch das Freie nicht kalt ivürden, bis sie zu den Kranken gelangten. Nachdem Geh. Oberbaurath Horst seine Bereitwilligkeit in Betreff Verlegung des Küchenbaues erklärt hatte, ergriff der Abgeordnete Stephan das Wort und führte aus, daß er das Bedürfniß allerdings nicht bestreiten wollte, von seiner Dringlichkeit sich aber nicht babe überzeugen können. Es sei bedenklich, eine so weit gehende Forderung in der Mitte einer Finanzperiode einzubringen, man habe warten können bis zur nächsten Finanzperiode. Er müsse, wenn auch mit schwerem Herzen, gegen den Antrag stimmen. Abg. Freiherr von Nabe na u erklärt sich mit den Ausführungen des Abg. Kugler völlig einverstanden, insbesondere was die Dampfluftheizung betreffe. Er habe dieselbe in feinem Hause eingerichtet und sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn man nur kurze Zeit sitze, so empfinde man durch die warme und trockene Luft bald ein Gefühl des Unbehagens, welches er den Studenten in ihren Hörsälen ersparen wolle. Er könne, nur dringend davon abrathen. Endlich erlaube er sich nur noch die Anfrage an Großh. Regierung, wie weit die Frage der Unterbringung der Irren gediehen sei. Geheimer ^taatsrath Knorr erwidert hierauf, es würden in dcr neuen Klinik einige Zellen eingerichtet werden, um Geisteskranke aufzunehmen. Wenn eine neue Irrenanstalt nothwendig werde, so werde man jedenfalls in Betracht ziehen, ob sie nicht nach Gießen gelegt werde. Abg. Jöst erklärt sich gegen die Dampfluftheizung, sowie gegen elektrische Beleuchtung, Gaspatentbrenner seien vorzuziehen. Was die Frage der Gasmotoren angehe, so seien sie insofern billiger, als keine besondere Person zu ihrer Bedienung nothwendig sei, wie dies bei dem Dampstessel vorgeschrieben sei. Indessen seien die Gasmotoren sehr unzuverlässig, wenn sie nicht von ganz gewandten Leuten bedient würden. Wenn die Speisung aus derselben Leitung geschehe, ivie die übrigen Gasflammen, so geriethen dieselben sehr leicht in zuckende Bewegung. Er erkläre sich mit dein Wunsche des Abg. Tecklenburg, Eopien der Hauptpläne herzustellen, ganz einverstanden. Er werde für Bewilligung der Neubauten sein und sei der Ansicht, daß man, wenn man das Bedürfnis; nicht leugnen könne, an den Einzelforderungen nicht mäkeln dürfe. Wenn sie doch über kurz ober lang nothwendig würden, so habe es keinen Zweck, dieselben noch drei Jahre hinauszuschieben. Es sei insbesondere nothwendig, daß die Bauten möglichst bald zur Ausführung kommen. Allerdings sei eine andere Frage, ob man nicht die Ausführung eines oder des anderen Baues noch aufschieben könne und nur die nothwendigsteu ausführc. Er werde für den Antrag stimmen. Nachdem Abg. Böhm nochmals die Gasmotoren empfohlen und Abg^ Theobald erklärt hatte, daß, wenn keine Dampfluftheizung eingerichtet werde, webet: Dampfmaschine, noch Dampfkessel, noch Gasmotoren nothmendig seien, wurde nach @r- leoiguiiß der Zweifel des Abg. Franck über die Art der Abstimmung zur Ab- -Ttunmung geschritten und der Antrag des Ausschusses im Ganzen gegen zwei Stirnmen Angenommen. angeschlossen bat. Die Satzungen des Vereins bezeichnen es als dessen Aufgabe, dem Mitzbrauchc geistiger Getränke, insbesondere des Branntweins, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln und zwar ebensowohl in aufklärender und vorbeugender Weise, wie im rkanipfe gegen das bereits zu Tage getretene Nebel zu steuern. Da es sich hierbei um ein leider auch toi uns vielfach verbreitetes Nebel handelt, mit welchem nicht blos eine Reihe socialer Schäden, sondern auch religiöse Vcrkoiumenheit und sittliche Ver- fehlungcn im Zusammenhang stehen, so sprechen wir die Erwartung aus, daß nicht allein Sie selbst gemäß Ihres geistlichen und seelsorgerischen Berufs dem bezeichneten Gegenstand Ihre Aufmerksamkeit midincn und die Angelegenheiten jenes Vereins nach Kräften fördern, sondern daß Sie auch die Kirchenvorstände zur Mitarbeit veranlassen, welche ja dem Kreise ihrer Obliegenheiten so nahe liegt." Vermischtes. Darmstadt, 2. Februar. sVerein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke.] Das Großh. Oberconsistorium hat an die evangelischen Pfarrämter ein Ausschreiben erlassen, in welchem es heißt: „Es dürfte Ihnen bekannt sein, daß vor wenigen Jahren ein deutscher Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke gegründet worden ist und diesem sich in neuerer Zeit ein Zweigverein für das Großherzogthum Hessen HllgsmeiKer AyZ § ig § r. Aeilgeöoienes. S Kaiser- ti andmandelkleij] beseitigt jedes Hautübel, als: Mit-K^ esser, Pickel, Sommersprossen re., frottirt zart und ist das mildeste, unschädlichste Waschmittel zur Erlangung einer weißen, gesunden Haut- Erfolg unausbleiblich. Preis ä Büchse 60 unb 1 X 12 Alleinverkauf für Gießen bei » C. Fr. Conrad, MäuSburg 15. Feinstes Sauerkraut, eingemachte Wohnen, gutkochende Erbsen, Linsen und Bohnen empfiehlt 226 Roth. Vorzügliches Sauerkraut sowie alle Sorten Hülsenfrüchte rmpfiehlt billigst Chr. Ludw. Thomas, 785 Brandgasse 5. Aeehte ital. ALaccarorn, fst. Wiener Maccaroni, „ Eiergemüfenudein empfiehlt 632 L» MaBkhoS. ~Fst Sauerkraut empfiehlt 613 Ferd. 3Drebes, _____vorm. Gg. Wilh. Weidig. BreNKholz in Spalten und auch klein gemacht empfiehlt in trockener Waare 144 Euler. Mein wohlassortirtes CigarrerrLager bringe ich in. empfehlende Erinnerung. StucSotf Göbels 405 Neuen Baue- Zur Reinigung der Zimmerluft! Räucheressenz, Räucheressig, Räucherkerzen, Räucherpapier, Räucherpulver, Räucherstorax, Coniseren-1 Geist zum Zer- Kölnisches ( stäuben, Wasser ) feinste Fabrikate, kauft man in dem Drogen- und Chemikaliengeschäft von Schaaf, 606 Seltersweg 39. LKW ßichmer LoncerWerem. ¥i©H©s C®^weH (im 94. "Vereinsjahr) am Sonntag* den 1 Febrnas* 1886, Abends 5 Uhr, im Saale von Steins Garten' Das Paradies und die Peri, Oratorium in 3 Abtheilungen nach Laila Kookh von Th. Moore, Musik von 3*oberl Schumann, unter Leitung des Grossh. Universitäts - Musikdirectors Herrn Adolf Fßlchner und gefälliger Mitwirkung von , Fräulein Sophie ßOSSC aus Cöln (Sopran), „ Margarethe LensLiann aus Frankfurt a. M. (Alt), Herrn Franz Litzinger aus Düsseldorf (Tenor), und „ Jacob Halm aus Giessen (Bass), des akademischen Gesangvereins, sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereins-Orchesters. Eintrittskarten für Nichtmitglieder ä JL 2,50 (Sperrsitz ä «M. 3,50), sowie Textbücher ä SO sind in der Musikalienhandlung des Herrn Wilh. Rudolph zu haben. 730 Meinen schon seit mehreren Jahren bestehenden $ Klimas©hm©OTer!«mf » * 5 bringe hiermit in empfehlende Erinnerung. L £ Reparaturen an Nähmaschinen aller Systeme, sowie Neuaus- e * führunge» unb Reparaturen aller tu Mein Fach ein- * * schlagenden Artikel werden von mir übernommen und schnell und § » unter Garantie ausgeführt. § Z Achtungsvoll J « Hermann Kraft, Mechaniker i 688 Neuenweg Nr. 46, Soeben erscheint in gänzlich neuer Bearbeitung Bibliographisches Institut in Leipzig. 256 Hefte ä 50 Pfennig. — 16 Haibfranzbände ä 10 Mark. Über 500 Illustrationstafeln und Kartenbeilag 8957 Für ein größeres hiesiges Fatörikgeschäft wird ein L e h r l L n ß mit genügenden Borkenntntffen zunr sofortigen Eintritt gesucht. Schriftliche Offerten find zu richten an die Exp. d. Bl. ÖFitt ? Zimmer mit Zu- Vtlll &tobor,intorinneren Stadt zu miethen gesucht. Offerten mit Preisangabe unter L. 87 nimmt die Exped. d. Bl. entgegen. 458 13^"' Stettensnchende jeden Berufs vlacirt schnell Renter's Bureau in Dresden, Reitbahnstr. 25. 348 Extras. Wiener Macrarorch Aechte ital. Marcaroni, Extras. Wiener Gemüsenudeln Feine Gemüsenudeln, Bordeaux-Pflaumen, Türkische Zmetschen, Apselspatten, Apsrlscheiben, Brünetten empfiehlt 562 ZImil Fwchbach. LiMge oflerle. v Gebrannter Kaffee JL —.97 do. als vorzüglich „ 1.20 Blüthenmehl ... „ -.20 Weizenmehl Nr. 0 . „ —.17 Hülsenfrüchte in sehr schöner Waare billigst bei Carl Schulze II., 679 Neuenbäue 17. Gegen Hals- L Brost-Leiden sind die Stoll w erck’sclien mi-Bonbons, ä Packet 20 Pfg., sowie Stollwerck’sche Brust - Bonbons, ä Packet 60 Pfg., die empfehlenswer- theeten Hausmittel. Fst. flett. Edelbirnen, ,, Äpfelspalten, „ Apfelringe, ,, Wrürrsl-'en, „ Cath. H-siaumen, türk. Zwetschen empfiehlt 633- ___________Ä. IfcaSklwf. Maskea von 5 an bis zu den feinsten, Bigotph©nes (Musik-Instrumente) sehr erheiternd, empfiehlt 812' Fr. Welker, Neustadt 30. 810 Ein Haufen Pferdsmist zu verkaufen im Darmstädter Haus. Wermretßmrgen. 760 Die seither von Herrn Lieutenant Busse bewohnten 2 möblirten Zimmer sind, bis 1. März beziehbar, anderweit zu verrniethen. Heinrich Fnff, Ludwigsplatz. 681] Schönes Familienlogis sogleich zir verrniethen._____________*_ge Idschlößchen. 487 Der 11. Stock, 5—6 Zimmer mit allen Bequemlichkeiten, zu verrniethen und 1. April zu beziehen. ______W. Steinbach,^Löberstraße 3.^ 381 Der zweite Stock meines Hauses, 5 Zimmer mit Zubehör, zu vermiet-heu. __ __E. Nray Wwe.^ Westanlage 11. 676 Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen.______________Walltboritraße 5 201 Steines Garten. Möblirte und uumöblirte Zimmer, mit schönster Aussicht, zu verrniethen.__ 139 Eine schöne Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und allem Zubehör, Bleichplatz, auf Wunsch Garteuamheil, ist bis 1. April d- I- zu verrniethen. , ________Schillerstraße 16 I. 759 Ein Familienlogis zu verrniethen. Kaplansgasse 18. Nedaetwn: A. Echeyda. - Truck und Verlag der Brüh loschen Druckerei (5fr. Chr- Pirisch) in Gießen.