1886 Sonntag den 5. December Drris vierteljährlich 2 SR art 20 Pf. Durch die Post bezogen vierteljährlich Erscheint täglich mit Ausnahme be5 Montags. KHttMtt t Schulstraßs 7. V • t Dbek-o-Bt 3 meiert -lasen iß. n liebenen. Nachmittags 8710 : schmerzliche ' Schwieger- *1 ihuhe allen Sorten zir eblt iliu» Buch. ltheater in Berlii, sationellem Erfolge ltttr Fritz Moder- Charl. Hohgart. ^Amalie Reidner. Wr Franke- Bertha Schrader. - Leo Lanarvald- - 66arl. W* :JtM 'M ? W $r««b' .MxM-r- Sennlne- (s«i Mr- jarftW* ’ Cifette ®«W4' il. 4'* L-F Sitzung kam es zu einer interessanten Debatte über den Esfectivbestand der Armee, indem der monarchistische Deputate Keller die Wiederherstellung der bet den Truppendesoldungen gestrichenen Kreoile beantragte, wobei er die Schwäche der französischen Effecttvbestände mit den starken Effectivbefländen Der deutschen Armee verglich. Der Kriegsminister Boulanger erwiderte, man müsse es denjenigen, die im deutschen Reichstage die Vermehrung dos EffectivbestandeS oe> langten, überlassen, sich ikt Argumente zu bedienen, welche aus der Vergleichung der französischen und deutschen Effecttvbestände gezogen würden. Es blieb schließlich bei den gemachten Abstrichen. Aus Tongking sind in Paris wiederum schlechte Nachrichten em» gelaufen. Im Norden des Landes treiben die Piratenbanden auf's Neue ihr Unwesen und scheinen mit ihnen aus China herübergekommene Banden gemeinschaftliche Sache zu machen. Wenigstens ist der die Grenzabsteckungs-Com- Mission begleitende französische Civilagent von einer chinesischen Bande gefangen genommen und, wie verlautet, sogar getödtet worden. Auf den Militärposten in Hankoi machten die Piraten einen Angriff, wurden aber zurückgeschlagen. Infolge dieser Vorgänge wurde der Kreuzer „Clüchetene" beordert, sich der Grenzabsteckungs-Commission zur Verfügung zu stellen. Jenseits des Canals tritt die irische Frage wieder einmal m d en Vordergrund. Die in einem außerordentlichen Nathe von der Dubliner Negierung in voriger Woche beschlossenen verschärften Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Irland haben soeben eine bemerkens- werthe Ergänzung erfahren, indem General Buller zum Unterstaatssecretär m der irischen Regierung ernannt worden ist. Der genannte General hat bekanntlich erst vor Kurzem das Ober-Commando über oie Truppen in Irland erhalten; er gilt als ein sehr energischer Mann und hat auch in dem sudanesischen Feldzuge der Engländer eine hervorragende Rolle gespielt. Die Berufung des Generals an die Spitze des Unterstaatssecretarrats für Irland scheint demnach darauf hinzudeuten, daß die Regierung entschlossen ist, den Kampf gegen das Treiben der Landliga mit allem Nachdrucke aufzunehmen. In der diplomatischen Behandlung der bulgarischen Krisis scheint eine vollständige Stockung eingetreten zu fein, denn abgesehen von bloßen Gerüchten, hört man in dieser Beziehung nicht das mindeste Bestimmte. Selbst die Caudidatenfrage hinsichtlich der „Neubesetzung des bulgarischen Thrones sieht ganz aus, als ob sie eingeschlafen wäre und zumal die Candidatur des Mingreliers tritt mehr und mehr wieder in den Hintergrund, da von ihr nicht nur die Bulgaren nichts wissen wollen, sondern auch die eine oder andere Großmacht Schwierigkeiten zu machen scheint. Unterdessen ist General d. Kaulbars, der Held so vieler seltsamer Abenteuer, m Petersburg einqetroffen und wird ihn wohl der Czar zur Belohnung für sein bulgarisches Martyrium zum Mindesten mit dem Großkreuz des Georgsordens mit Brillanten auszeichnen! In Sofia selbst hat es eine kleine Ministerkrisis gegeben; der Finanzminister Geschoff demissionirte und übernahm der Minister- Präsident Radoslavoff einstweilen mit dessen Functionen. . Die angebliche Verschwörung gegen König Milan von Serbien ist noch immer unaufgeklärt. Trotz aller bezüglichen Dementis aus Belgrad halten österreichische Meldungen diese Verschwörungsgeschichte unter Angabe von Details aufrecht; tüie Aus klär ung wird demnach noch immer ab- zuwarten sein.__________________ — Ar. 28'1 Zweites Blatt Wochen - Ueberfickt. GieHen, 4- December. Die erste parlamentarische Woche der neuen Reichstags-Session ist zu Ende gegangen und sie hat gleich zwei große Redeschlachten gebracht: Die Generaldebatten über den Etat und über die neue Militär-Vorlage. Heber den Ausgarg her ersten Lesung der Militär-Vorlage müssen jedoch erst die aussühi- Ucheren Parlaments-Berichte abgewartet werden und concentrirt sich demnach das Interesse vorläufig auf die am Dienstag und Mittwoch stattgefundenen Etats-Verhandlungen. Im Rahmen derselben erschienen, wie dies bei der Generaldebatte über das Budget von jeher üblich, neben dem eigentlichen Gegenstände , dem Etat, noch eine Menge anderer Fragen, die zum Theil nur in dnem sehr losen Zusammenhänge mit dem Etat stehen und so wurden denn an beiden Togen außer der Finanz- und Steuerpolitik auch die Socialresorm, die Eolonialpolitik, die Polenfrage, die Militärfrage — letztere jedcch nur flüchtig — s. w. berührt. Den Grundton der Verhandlungen bildeten erklärlicher Weise die Erörterungen über di- schwebenden Zoll- und ©teuerfragen, wobei otte Bekannte, wie das Tabaksmonopol, die Branntwein- und Börfinfteuer, die Schutzzölle, die Zuckersteuer, wiederum auf der Bildfläche erschienen. Bei der wiederholten Erörterung dieser Themata in den früheren Reichstags-Sessionen konnte ihre erneute parlamentarische Behandlung nur wenig Neues bringen und die Angriffe der Opposition auf die Finanzpolitik der Negierung, wie die Ver- theidigung derselben, welche regierungsseitig fast ausschließlich in den Händen des preußischen Finanzmimsters v. Scholz lag, mußten sich daher im Wesentlichen auf schon bekannte Punkte beschränken. Daß uns,e Finanzlage eine ungünstige fei bekannten auch die Vertreter der regierungsfreundlichen Parteien, aber bei der Frage, wie denn da endlich eine Besserung zu zielen sei, gingen die Meinungen vor. rechts und links abermals weit auseinander. Eine Hauptrolle tn der Debatte spielte die Steigerung der Militärlasten in Europa und verfehlte die Opposition natürlich nicht, diesen Umstand bei ihren Auslassungen über bie gegenwärtige mißliche Lage der Reichsfinanzen weidlich auszunutzen. Emen erfreulichen Lichtpunkt iu dem Gewoge der Meinungen bildete die von Herrn Rickert am Dienstag, wenn auch unter verschiedenen Vorbehalten, abgegebene Erklärung, daß auch seine, die deutschfreisinnige, Partei, bereit sei, die Wehr- traft Deutschlands zu stärken und nölhigenfalls für die Verteidigung des Vaterlandes den letzten Mann und den letzten Thaler daran zu fetzen. — Wider Erwarten ist in der zweitägigen Generaldebatte über den Etat die brennende Taaesfraae, bie Militärfrage, kaum gestrebt worben, wenigsten» soweit es sich um bie neue SeptennatS. Vorlage selbst h-nbelt; namentlich bie Reimer beS Eenttumr, Sr. Winbiborst unb v. Huene, hüllim stch über bie Stellung ihrer hierbei ja ausschlaggebenben Partei in bieser Frage in vollstänbiges Sttllschweigem^bdr ben nichtigen parlamentarischen Vorgängen traten in Vieser Woche bie übrigen Begebenheiten auf innerpolitischem (Stbtete rntsch'-ben zurück, Dies um so mehr, als stch bieselben auf ein Minimum rebu- riren.' «u verzeichnen ist bie in Aschaffenburg stattgefunbene R-lchstags-Erfatz- wabl an Stelle beS bisherigen Abg. v. Papins (Sentrum), welcher fern Manbat ntetemieat hat. Dieselbe ist zu Gunsten bes Centrums-Canblbaten, Piarrer Laus ausgefallen, welches Resultat zu erwarten war, ba bei Aschaffenburger Wahlkreis von jeher eine sichere Domaine bet Centrumspartei bitbete. „sten Reichstags-Wahlkreise von Berlin nimmt bie Bewegung anläßlich ber am kommknoen Montag beoorstehenben Ersatzwahl für ben verstorbenen Abg. ßötoe immer lebhaftere Dimensionen an unb erscheinen turbulente Seenen am Wahltage nicht ausgeschloffen. Uebrigens finbet am gleichen Tage bre ursprüngliche auf ben 7. Deeember anberaumt gewesene Mannheimer Stichwayl statt. Aus kirchenpolitischem Gebiete liegt bre Melouna vor, baß bem bnich päpstliches Breve zum Bischos von Culm ernannten Dr. Rebner die nachgesuchte lanbeS- herrl-che Anerk.noung laut kaiserlicher Urkunbe vom 29 November erlheüt wor- ben ist Ast' bie Gerüchte, welche bie Verzögerung btefer Anerkennung gezeitigt chatte, sinb benmach hinfällig geworben. - Zu ben parlamentanichen Vorgängen ist noch ein Dementi nachzutragen, demzufolge bre Reibungen über einen Versuch, /wischen Conservaliven und Nationalliberalen km st-uerp°lrtrfcheS Programm zu vereinbaren, vollständig unbegründet find. Dagegen bestätigt es stch, baß inner- halb der Reichspartei ein neuer Branntweinsteuer-Entwurf in Ausarbeitung be- ariffen ist. Sckade um die Arbeit! f e 8 Für Oesterreich-Ungarn hat die Woche den Schluß der De.egatronS- Verhandlungen tn Pesth, die durch ihre eingehenden Erörterungen der europm- schen Lage so allgemeines Zntereffe erregten, gebracht. Die hiermit im varlamentarischen Leben des Kaiserstaales wieder eingelretene Pause wrrd i-boch mir von kurzer Dauer fein, da laut kaiserlichem Patent sämmtliche Landtage ff-skitbaniens auf den 9. d. Mts. einberufen worben stnd und kann man es mÖM als sicher betrachten, daß die Delegations-Berhanblungen über bie aus- märtiae Politik hie unb da auch in ten Landstuben nachklingen werben. -in Frankreich staub bie politische Woche vollständig unter dem n-.-h.A h,r f>2m»aten Kammer-Verhandlungen über den Etat für bas Aeußeie. Abstimmungen über die wichtigeren einzelnen Positionen charakterifirten sich Mrmrid> c(» Vertrauensvotum für bas von Radikalen unb Monarchisten be- K Cabimt Fe inet und diese Bedeutung hat namentlich die Annahme de« Donakina-KredÜS in der Dienstags-Sitzung der Deputirtenkammer; doch ; bettuf bie Mchrhsit für Freyeinet nur 24 Stimmen. In der Mittwochs- Verwischte-. Berlin, 29. November. Ein Billetproceß, der sich bereits durch Monate hindurchzieht, beschäftigt gegenwärtig die vierte Civilkammer des Landgerichts I. Der Kaufmann R. hatte vor einiger Zeit von einem ferner Bekannten ein Billet zum ersterr Range des „Deutschen Theaters" käuflich erworben. Von der Vorstellung jedoch, die zu besuchen ihm das Billet ein Recht gab, hatte er wenig Genup denn von dem ihm zustehenden Platze aus vermochte er, späterer Aussage nach, nicht einmal die Hälfte der Bühne zu überleben. Ein io mangelhafter Genuß fch'en ihm >mt 8 M1 ju treuer erkauft zu fein und er forderte daher von seinem Bekannten Rückgabe des Kaufgeldes. Als diese verweigert wurde, klagte R. Der Richter erster Instanz erklärte, eine Entscheidung nur geben zu können, wenn ihm R. ein Billet für den in stehenden Platz zur Verfügung stelle, um die Behauptungen des Klägers mit eigenen Augen und Ohren prüfen zu können. Dies geschah und der Richter gab, nachdem er einer Vorstellung von „Romeo und Julia" betgewohnt hatte das Urtheil ab, daß von dem fraglichen Platze 32 aus, der sich in der sechsten Reihe des ersten Ranges befinde, höchstens ein Drittel der Bühne zu sehen und die Reden nur, wenn sie sihr breit gesprochen würden, eben hörbar seien. Die Forderung des Klägers auf Rückzahlung des Eintrittspreises sei mithin berechtigt. Der Beklagte legte Berufung em und so gelangte die Sache dieser Tage zur Verhandlung bei der vierten Civilkammer. Diese nahm an, daß bet dem Bestreiten des Beklagten die Feststellung des Vorderrichters über bte Qualität des Platzes nicht genüge und ordnete die Einnahme eines wetteren richterlichen Augenscheins an. Es ist zu diesem Zwecke dem Kläger aufgegeben, E Platze im ersten Rang-Balkon, den Platz 32 rechts und die drei m der Nahe befindlichen, für den Richter, den Protokollführer und die beiden Parteien zu einer der nächsten Vorstellungen zu beschaffen. Es ist dann in Aussicht genommen, daß der Platz wahrend der Vorstellung abwechselnd von diesen vier Personen benutzt werde, damit Jeder aus eigener Anschauung ein Urtheil über denselben sich Meni könne. (-Bon. 3tßJ - Ein Arzt schreibt der „Frankf. Ztg.": Bei Eintritt der rauheren Jahreszeit möge im Interesse unserer Kleinen wiederholt daran erinnert werden, daß em großer Procentsatz der Erkältungen noch immer auf die Unsitte zuruckzufuhren ist, die Kinder im Gesicht oder gar auf den Mund zu küssen. Es ist eine jebem Arzt bekannte Thatsache, daß so mancher Husten, der ohne ernste Gefahr an einem Erwachienen vorübergeht, durch Uebertragung auf noch unentwickelte, weniger widerstandsfähige funge Geschöpfe bei den letzteren die gefährlichsten Formen annehmen kann. Die Unsitte vieler Menschen, trotz aller Warnungen ihre angebliche Liebe zu Kindern durch Küssen zu documentiren, bringt alljährlich eine große Zahl derselben tn Lebensgefahr. elb. Stautet teilt. AW; tn von W- Maim I tt Ulilöder. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. Enge gimemschih, -Ärter. WrieMw» 1 $aul S* 'S sir.fang Pr^e' r>«iäiäs' «*****?.. — [Zeremonien auf dem mecklenburgischen Landtags Der mecklenburgische Landtag ist wieder in Malchin versammelt. Die Minister genießen ouf dem Landtag besondere Ehrenbezeugungen, weil sie als besondere Vetreter der Landesherren angesehen werden. So ist ein Eommando Grenadiere in Malchin anwesend, um ihnen die Ehrenposten zu stellen; ferner sind Großh. Kutschen zu ihrem Gebrauch und Großh. Koche und Lakaien für die täglichen Galaessen, die sie für die Mitglieder der Ritterschaft und hin und wieder auch für einige eingeladene Bürgermeister der Städte geben, daselbst anwesend. Von den 800 stimmberechtigten Mitgliedern deS Landtags sind in der Regel kaum 30—40 adelige und 2—3 bürgerliche Gutsbesitzer, welche letztere bei vielen Verhandlungen nicht mitftimmen dürfen und den Saal verlassen müssen. — [Rauke courfähig.) Man hat Beispiele dafür, daß auch prinzliches Geblüt im Kindesalter durch kleine Unarten die Anwendung jenes Zuchtmittels herausfordert, welches als ultima ratio der Erziehung gilt. Dieser Fall trat, wie dem „B. T." erzählt wird, kürzlich in der Kinderstube ein, in welcher als Stubenältester jener kleine Prinz residirt, auf welchem ganz besonders die Hoffnungen des deutschen Vaterlandes ruhen. Der Vater des 4jährigen Prinzleins wurde von der Rothwendigkeit eines strengen Eingreifens in Kenntniß gesetzt und hielt darauf peinliches Gericht über feinen Nettesten. Es mag ziemlich milde abgegangen fein, denn als der erste Schmerz vorüber war, erheiterte sich das Gesicht des Knaben und „unter Thränen lächelnd" — wie es von einer berühmten Künstlerin heißt — stieß er die Worte hervor: „Siehste, Rauke, da haste die Pauke!" — Darob höchstes Erstaunen des fürstlichen Vaters. Wie war es möglich, daß diese volkstümliche Redensart in die Kinderstube eines königlichen Palastes eingeschmuggelt werden konnte. Die Dienerschaft und die mit der Pflege der kleinen Prinzen betrauten Personen hatten darüber ein peinliches Verhör zu bestehen, aber es führte zu keiner Aufklärung. Gelegentlich wurde auch dem Großvater diese befremdliche Neigung seines Enkels für die Sprache des Volkes mitgetheilt und wieder dabei die Frage aufgeworfen: „Wo hat der Kleine die Redensart aufgeschnappt?" — „Wahrscheinlich von mir," gab in seiner jovialen Weise lachend der Großvater zur Antwort. Erneute Verwunderung. „Nun ja", fuhr der hohe Herr fort, „auch ich gab ihm neulich einen kleinen Denkzettel und sagte dabei: „Siehste, Nauke, da haste die Pa^ „höchste" Blödsinn.j Das Patentamt ist diejenige Behörde, welche mit dem größten Blödsinn behelligt wird. Seine Akten werden einmal eine Fundgrube für die Geschichte der fixen Ideen bilden. So lautet z. B. ein Patentgesuch auf „Verbrennung der Leichen im oder am Himmel, indem die Leichen durch Luftballons gehoben und in den Lüften durch Elektricität verbrannt werden sollen." Literarische-. Prof. vr. R. Hartmann: Madagaskar und die Inseln Seychellen, Aldabra, Komoren und Maskarenen. (Das Wisfen der Gegenwart. 57. Band.) Leipzig: G. Freytag. — Prag: F. Tempsky. 8°. 152 Seiten. Preis gebunden 1 JL — 60 Kreuzer. . Dieser Band ist der V. Theil des Werkes: Der Welttherl Asnka in Emzel- darstellungen. Aber er bietet auch ein selbstständiges, lebhaftes Interesse. Von kundiger Hand find uns die obengenannten Inseln in ihren Bodenverhältnissen und Producten, ihren Einwohnern, deren Sitten, Gebräuchen und Lebensverhältnissen geschildert. Wer sich für fremdes Land und für fremde Leute intereffirt, wird hier eine reiche Quelle der Belehrung und Unterhaltung finden. Die Fauna und Flora der einzelnen Inseln ist gründlich behandelt, aber auch die national-öconomische und eulturhistorische Seite wurde sorgfältig und in ihren charakterischm Erscheinungen aufgefaßt. Ebenso erscheinen die soeialen und religiösen Einrichtungen mit vorzüglicher Klarheit dargesteltt. 23 Vollbilder und 28 in den Text gedruckte durchwegs vorzügliche Abbildungen sind eine wirkliche Zierde des trefflichen Buches, dessen Werth durch ein sehr ausführliches Register noch mehr erhöht wird. Wir sind überzeugt, daß Jung und Alt, Gelehrte und Laien Gefallen daran finden werden; jedenfalls verdient es, in der Bücherei eines jeden Gebildeten feinen Platz zu finden. _________________________ Halbverdeck-Wagen, Photographien z. Ansicht. Div. gebrauchte Wagen. J, g. Rumpf, Wagenbauer, Frankfurt a/M., Eifernehand 18. 1340 Garrdet rrrrtz Verkehr. — Eine Ausstellung der in neuerer Zeit in den Verkehr gelangten falschen Reichsmünzen theilen wir zur Warnung im Nachstehenden mit: Beschnittene Zwanzig- markstücke, die an Werth um 80 Pfg. verloren haben, sind leicht durch einen Blick auf den Rand zu erkennen. Falsche Zwanzigwarkstücke haben das Münzzeichcn D. und die Jahreszahl 1879, find schlecht gerändert und fühlen sich fettig an. Auf dem Avers, im Kopfe des Reichsadlers, ist ein Sprung, der sich jedenfalls in der Matrize befindet, ausgeprägt. Falsche Zehnmarkstücke, aus einer Legierung von Silber und Kupfer und galvanischer Vergoldung, sind so täuschend nachgemacht, daß dieselben nur durch dünnen Klang und leichteres Gewicht erkennbar find. Falsche goldene Fünfmarkstücke mit badischem Gepräge und der Jahreszahl 1878 sind so weich, daß Nägeleindrücke ganz leicht bemerklich erscheinen. Gefälschte Fünfmarkstücke in Silber sind an Größe und Dicke genau den echten Fünfmarkstücken von Silber gleich und in einer nach einem echten Stücke hergestellten Form ans einer Mischung von Zinn und Zink gegossen. Die Falsifikate, welche meist die Jahreszahl 1876, seltener jene von 1875, sowie verschiedene Münzzeichen tragen und die mit den Bildnissen des Kaisers, der Könige von Bayern und von Württemberg, sowie des Großherzogs von Baden versehen sind, erscheinen der Farbe nach grau, greifen sich fettig an und haben einen schlechten Klang, müssen jedoch im klebrigen als ziemlich gut gelungen bezeichnet werden. Falsche Zwei- markstücke mit dem Bildniß des Königs von Sachsen und der Jahreszahl 1876, Münzzeichen J. Falsche Einmarkstücke von 1875, täuschend nachgemacht, an Gewicht aber leichter, sind am hohlen Klange und daran zu erkennen, daß sie aus der Hand gerieben, einen schwarzen Strich zurücklassen. Markstücke (falsche) mit den Munzzcichen D. B. B. C. C., wahrscheinlich aus Zink gegossen, sind klanglos, Gepräge unvollkommen, durch Guß einer Zinnlegierung hergestellt, plump, Jahreszahl 1886, deren letztbeide Ziffern doppelt erscheinen, fettiges Anfühlen, hockigen Rand, blauweiße Farbe — weitere Fälschung aus Blei und Wismut, — Ein- und Zweimarkstücke aus den Jahren 1876, 1878 und den Münzzeichen A. und 0. Falsche Fünfzigpfennigstücke von 1875 mit dem Münzzeichen A. A. sind schwer zu unterscheiden und nur durch ihren weichen und fettigen Griff und an der Einkerbung am Rande erkennbar, da diese an einer Stelle nachgearbeitet ist. Eine andere Fälschung ist aus einer biegsamen Eompositions- masse hergestellt. Zwanzigpfennigstücke von Neusilber mit der Jahreszahl 1874, Münzzeichen A., ziemlich täuschend nachgemacht, sind im Umlauf; ferner mit der Jahreszahl 1876, Münzzeichen A., Prägung gelungen, wenig Klang, stark bleihaltig, Rand schlecht ausgeprägt. Beim zweiten E. ein sich mit der punktirten Umrandung verbindender Gußfebler; ferner Falsifikate aus Messing, galvanisch dünn überzogen, nach kurzem Gebrauch dann vollkommen gelb, Prägung der Schriftseite scharf, Adler aber unklar; Münzzeichen A., Jahreszahl 1875, etwas größer als echte Stücke. Als preiswerthes, praktisches Weihnachtsgeschenk empfehle ich: Rohfeid. Bastroben (ganz Seivc) Mk. 16.80 p. Robe, sowie Mk. 22.80, 28.—, 34.—, 42.—, 47.50 nadelfertig. Es ist nicht nothweudig, vorher Muster kommen zu lassen; ich tausche nach dem Fest um was nicht convenirt. Muster von schwarzen, farbigen und Weißen Seidenstoffen umgehend. 8502 Seidensabrik-T>6pot G. Henneberg (K. u. K- Hoslief.) Zürich. © © © OD « S Hie Unlust mancher KinderM Musik-» Arbetlsüberbürdung, nicht an Trägheit oder Talrntlofigkeit. Suchen wir der Jugend das schwere Studium der Tonkunst leicht u.interessantzu machen. Es heißt: .klavicrarbeiten",violinschwitzen'. 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Januar 1887 Mittwoch „ 5. „ „ Donnerstag „ 6. „ „ Samstag „ 8. „ „ Dienstag „ 11. „ „ Mittwoch „ 12. „ „ Donnerstag „ 13. „ ., Samstag „ 15. „ „ Die Einleger werden daher aufgefordert, Ihre Schuldscheine vorzulegen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen- Gießen, den 27. November 1886 Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr- Aeisgeöotenes. 8617 Den Restbestand von modernen Wintermänteln für Damen und Kinder, in guten Qualitäten verkaufe, um damit zu räumen, zu außerordentlich billigen Preisen. LoutS Rothenberger, Neuenweg 22. Zum Weihnachtsgeschenk sehr passend, empfehle ich zu außergewöhnlich billigem Preis F I A IT I H O nur vorzüglich kreuzsaitiges Fabrikat, in großem, mittel und kleinem Format, unter Garantie. Ein Jahr lang freie und feinste Unterhaltung der bei mir gekauften Instrumente. o544 Dir» tieSxmer, Pianohandlung und Pianosabrik. Asterweg 47. Gießen. Ederstraße 8. Porcellan-Malerei. 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Die Beseitigung des lästigen Geräuschs aller bisher bekannten Doppelsteppstichmaschinen, welches für die Behaglichkeit der Familie beinahe eine Cala- nntät genannt werden daif, ist von allen Nähmaschinen-Technikcrn bisher vergeblich erstrebt worden. Der unterzeichneten Fabrik ist es gelungen, dieses ^deal zu verwirklichen. Die Wertheim „Electra", alle Portheile deö bisherigen weltberühmten Fabrikats dieser Fabrik dielend, hat vor Allem einen unendlichen Vorzug vor allen am Markte befindlichen Maschinen, tiämlich den des fast vollständig geräuschlosen Ganges. t . ... Das wenig in die stillen Wohnraume der Familie hineinpastende un- I sympathische und zahlreiche ernste Störnisse des Familienlebens und Geschäfts verursachende Geräusch der bisherigen Näh - Maschine ist durch die ingeniöse Constrvction der Wertheim „Electa*a“ beseitigt und hierdurch erst die Nähmaschine eine wahre Hausfreundin geworden. Der Schlummer des Kindes in der Wiege und die Ruhebedürftigkeit des Kranken bleiben durch den Gang der „Electra" ungestört; vielweniger weiden die Miteinwobner des Hauses, wie bisher belästigt. Die unterzeichnete Fabrik, des Erfolges im Weitkamps nut allen anderen bekannten Fabrckaien in Qualität, wie Preis sicher bittet, bevor man sich zur Anschaffung einer Nähmaschine entschließt, die „Eleetra, diesen neuesten Fortschritt von eminentester Tragweite zu prüfen. Deutsche Nähmaschinenfabrik v. Jos. Wertheim, Frankfurt a. M. Ich erlaube mir bekannt zu machen, daß ich den Verkauf der Wertheim 1.Eieetraa für Gießen und Umgegend um so bereitwilliger übernommen habe, als diese Maschine in der Thal säst ohne jedes Geräusch arbeitet und somit der bisher noch bestandene Nachtheil des unleidlichen geräuschvollen Ganges uucr alle Erwartung glücklich beseitigt ist. ... ,. , Ueberzeugt davon, dem Publikum das Porzuglichste am Ncarkte zu bieten, y bitte ich diese geiäuschlose LNaschine bei mir gefälligst in Augenschein zu nehme!'. Th. Haubach, I 8702 Bahnhofstraße 40. Wermietyungen. 8525] Kl Wohn, a d. Hardt, dgl. kl Logis u. einz- Stube z. verm. in Neuen Baue 20 8661] Logis, 3 Zimmer, pr. 1. Januar zu vermiethen. Sonnenstraße 14. ”8666] Freundliches möblirtes Zimmer billig zu vermiethen. Marktstraße 14. 7260] Möbl. Zimmer zu vermiethen in Steins Galten. 8536] Gut möbl. Zimmer mit Cabinet vermiethet C. Lehrmund, Neuenweg 36. —8634 Eine Mansarden - Wohnung zu vermiethen. Alicenstraße 28. 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