«ir. 2S1 Krst-s »>-tt Donnerstag d-n 2. December «w®> Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint «Lglich Ritt »-snchm« *«* Wont««*- VMM«: Sch-lstr-»« 7. Telegraphische Depeschen. Äußerungen be- »>«--w» SÄ» ÄÄ'."SÄ «?,.§ ä?‘® taSta» Ä«W»«*, der zuständigste Richter seiner eigenen Interessen Darmstadt, 28. Novbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 29 I Allerhöchste Verordnung, den Betrieb von Wirthschatten und den Klein- Landel mit Branntwein oder Spiritus betreffend. Vom 10. November 1886. * Ludwig IV. von Gottes Gnaden Grobherzog von Hessen und bei ^'“au/srunb der § 33 der Gewerbeordnung haben Wir verordnet und verordnen, wie folgt: a. zum Ausschänken von Branntwein, sowie zum Kleinhandel mit Brannt I b. Jm Betties einer' Gastwirthschast, sowie zum nicht bl°rv°rüber. gebenden Ausschänken von Wein, Bier oder anderen nicht unter » sollenden geistigen Getränken in Ortschasten mit TOenlger alr 15 000 Einwohnern, sowie in solchen Ortschasten mit emer größeren Einwohnerzahl, für welche dies durch Ortrstatut (§ 142 der Gewerbe. darf nur dann"erthM^werdm^ 'wenn ein Bedürfniß hierfür vorhanden und •*rr ass äsu? «... »»- Sviritus Verkauf sich auf Quantitäten unter 2 Liter erstreckt, °ersetve ckcht tn etiquettirten versiegelten Flaschen von mindestens einem halben Liter Paris, 22. Storni! sl 2S£*Ä ein Proceß, welchem eine wahrhaft barba^sche Tha, ^-e hieüen, zu Grunde liegt, durch ihre eigenen Kinder, dre A -in7°°n'd°rCuitur s° wenig beleckte Der Schauplatz des Verbrechens rst dre Sologne, vrm v ^^ße Nolle ipielen. Gegend, daß Wahrsager und HeUkunftler f 1 ^ommer fn Haus ihrer Tochler Die 68jährige Wittwe ^on ’S ®knfAb »u 50 Francs zuruckgezogen, nachdem ste sich 'rank aearoene Kindern der schon er- ?ährlich 800 Francs erspart hatte. Dieses Capital stach ihren Kmoern^ 'won . wähnten verheiratheten Tochter und eines längeren Krankenlagers auszehren I h°Me F-u Thomas und t o ? a h K .•w »Ä'Ä'MÄ!® von Jnspeclor Kras'8 durfte allen ^er^rern 6ätte nicht den alten Fritz Ä-nt-r ta M b “ &cäre in fein Her, ge- biederen Onkel Zacharias Bra,rg mw- Iw dürste den Genuß schlossen^ Ihn nun ,n auf bet ButaewtW«t ju 1 R-ut-r- S3US r«b*r, tontoganütblWe» Canters-- als „Bräsig" darsteller ist, wie Herr Fr tz q> o ^^ber'schen Buchhandlung anhermelt. ga“Ä>»» »[■■aKffssÄ'SfsS “• «ts >-v we WWMWUWW üesen Mfthftlun'gm S Leser -um Besuche des 4. (Soneertes zu animiren. ____.— CtfOl0§ 3. Unser Ministerium des Innern und der Justiz ist mit der Voll- tSBOss; »ä Ä LS»»-1 mungen betreffend. Vom 16. November 1886. M fein. qn Nanember Mehrere Morgenblätter melden aus Dublin, HM»-.nw®.« Rath, keine D-Mtatlan an d - M cht- zu M -ingetreten sei, erwiderte iprechungen mit Rußland behuss rosu g Deputation an der Erfüllung des ihr die Regen,chast , s« »B das Recht t, ba6 di-Schilderung der EJX W denVresienden Regierungen nur dazu beitragen würde, die Aus- gabe d°r P,°ft° ,Uo°rfticht°rn.^ ^ie Zeitungsmeldungen von einem angeblichen Komplott gegen das Leben des Königs entbehren jeder B-grundung. Wolff's telegr. Correspondenz- Bureau. 9Q November Seine Majestät der Kaiser nahm den Vortrag des -WM-MZSW l’T’g zbre HMWAAgraphM Preußens als N°chs°l^r ÄLke^> ernannt^«Aen. ^rg-s-tz vorzuschlagen; dasselbe is^b-E ^tiborsen, wartet aber noch einer letzten Bearbeitung, sur welche man st-- derWaddington die eng- - Der Handelsvertrag jn>tfd)tn StanM« «"> c:l“Ä'StoA* bespricht di- »».e?S<.Ä“ÄM Reichstag. E. R. Berlin, 30. November 1886. ffiÄ“ «.»*>- «»'SS: Ä1 von 17 480 000 flejeifli, vu» » , a / überlassen worden. Dre Ruben- l ägyptischen Regierung ser der ganz eraeben Der nächste Etat verlange I Äteu« um 2S Mill °N-N deren Entstehung der Redner eine Erhöhung der MatrimlarbNtrage um$'ie Regierungen glaubten trotz unter Herbeiz,ehung emzüner EtatsM » dringender Bedürsnisse nicht ausjchleben der ungünstigen Finanzlage dw Befriedigung orii^g^^^^^^^ Ansichten des Reichs- tu können, hatten aber angefrcyis oer y Sleuervroiecten nicht hervortreten I tags beäualtcb festgestellt, um dem Lande und den Wählern I wollen. f Zunächst seien Mh^ebur^ ,Augen zu führen. Möge endlich die Nothwendrgkert der Bewillrgung Regierungen etwas für sich verlangen. I die Ansicht aufgegeben werden, Ä nicht. Größer als der /Gelächter.) Neue Sttuern, e »edem g Y erwachse, wenn nothwendlge Be- »sfLXÄ Ä-digt werden.' Di-R-gi-rung verlang- -in-von Parte.- rückstchten unb-einflußt- Mltarb-it. Ausführungen, zeigte sich aber Abg. Rickert (dw.) verimm- m «rft 1870 finb 170 Millionen neuer durch den Verkauf b» Silbmvorr h- beftw g Steuererleichterungen, namentlich sur Steuern bewilligt, ohne daß die mrwrowene^ un6 flei ben Wählern, baß die Communen eingetreten ftien. 8 Steuerlast handle. Wenn man die Zucker- cs sich wftderum um eine Vermehr» g d^S^^^ r'eformirei dann werde ber Kriegs- steuer nach den.Vorschlägen der ste In 8 Zurückbleiben der Getreidezolle Minister das sofort haben. was er ^ bas Verfehlte des Princips, Alles um 30 Millionen hinter dem Voranschläge zeig IM pothwendige Lebensmittel zu | auf die schwankenden Einnahmen aus den Z Setrag von 12 Millionen stellen; bte■»««««« taJe.«fcfeVXuT"« atpoften geltend zu Mark ergeben Beim Posteta^i/,mttionenftatt wie Wmit 9aHiflionen. machen, denn die Emnahme werde "urm /r Stadtbriefporto? Jedenfalls Weshalb ermäßigt denn Herr heutigen Wirth- MSSHchMtz WMWWMW das °sr°Nni^e Programms zum Heil des Äaterlandes seine Verwirklichung finden. (Beifall links.) Stephan: Der Etatsanschlag, der eine Verminderung auf- Staa s ecre ar «. ©tepija«. Durchschnitt. Bezüglich der Telegraphen- rveist, beruht lediglich I eine Vertheuerung stattgefunoen habe; es sei nur gebühren stelle^er m Effect. Der Einfluß der eine rechnerische Veränderung, ohne- lesens bie Snftitute bestehen bleiben, als von Nutung "°rwE°n. ^'in schl-chier' Dienst läßt sich allerdings billiger Herstellen, aber lein guter. Scholl- Was den Ton der Presse anlangt, über . Preuß. Fmanzminist-r m ch°^r^ch m seiner eigenen Partei umsehen. Liegt den Herr Rickert klagt, betteln nicht um Lotteriecollecten" eine arge V-^ dächttgungstr'dst Presse anders Parteien? Ich empfange i-den Redaeteur, der mich der Regwrungen sind ebenso zu betrachten, wie 4> 0 Verweigerung Ihrer Untersprechungen nicht ausgefuhrt werdm, W muß sie haben, ^seine ^Bedürfnisse zu ®"i8niW v. B-Nda (natlib.) bedauert, daß di- Regierung nicht neue Vorschläge behufs neuer Steuern 8em«cht ha«;. er halt ^ ^^lage < deutsche Nation Morgen wird die Generaldebatte fortgesetzt. ~ _____ ihre Brüder, wie sie behaupten, allerlei Mißgeschick wieder abzulenken, das sich seit dem Einzuge der Mutter in ihrer Familie etngenistet hatte. Man wurde einig, sich der „Hexe" zu entledigen und die Tochter war dabei die Ungeduldigste. Als die Brüder am 27. Juli in das Haus der Schwester kamen, fanden sie die alte Mutter mit verbrannten Brauen im Bette liegen, was, wie Frau Thomas ihnen gestand, von einem Versuche herrührte, den sie gemacht hatte, die Kranke in's Herdfeuer zu stoßen. Es scheint, daß das Geschwister-Kleeblatt und der Schwiegersohn in Gegenwart der lahm auf ihrem Lager dahingestreckten Wittwe Lebon von ihren Familienangelegenheiten sprachen. So geht aus der Aussage eines ihrer kleinen Enkel hervor, der später mit seinen zwei Geschwistern, hinter dem Bette verborgen, der Gräuelthat beiwohnte. Nach 'der Unterredung trat die Tochter auf die Mutter zu und wollte ihr zu trinken geben, die Alte aber wies sie zurück, weil sie den Trank, wohl nicht mit Unrecht, für vergiftet halten mochte. Nun kam, von den Kindern herbeigerufen, der Pfarrer und forderte die Mutter zur Beichte auf. Diese sprach verworrenes Zeug oder wollte sich vielleicht nicht auf den Tod vorbereiten lassen. Kurz, der Priester mußte sich entfernen, ohne die Absolution ertheilt zu haben. Gegen 6 Uhr Abends faßten die vier Verschworenen die alte Frau und trugen sie in das lodernde Herdfeuer, nachdem ihr Kopf und wahrscheinlich auch ihr Gewand mit Petroleum getränkt worden war. „Sie schrie anfangs fürchterlich", sagte der gegen seine Eltern und Oheim aufgerufene Zeuge, und versuchte sich zu erheben, aber dann wurde ihr Winseln immer leiser. Vier volle Stunden lang sahen die Entmenschten der Verbrennung zu, um zehn Uhr war Alles vorüber und die zwei Söhne liefen auf die Mairie, um den Too ihrer Mutter anzuzeigen. Dann begaben sie sich in's Pfarrhaus und verlangten, zur Beichte vorgelassen zu werden. Der Pfarrer saß beim Nachtessen und beschied sie auf den nächsten Tag, versprach ihnen aber, in der Kirche ein blaues Band zu weihen, das sie mitbrachten, und als der Segen darüber gesprochen war, entzwei schnitten und um ihre Hälse banden. In der Frühmesse erschienen beide Brüder und Frau Thomas und gleich darauf nahm der Pfarrer den drei Verbrechern die Beichte ab. Was sie ihm erzählten, bleibt sein „Berufsgeheimniß". Als die Nachricht von dem „Unglücksfalle" der Wittwe Lebon sich verbreitete, entstanden sogleich Gerüchte, welche die Kinder des Muttermordes ziehen. Der Gensdarm schritt ein und man fand die verkohlten Ueberreste noch auf dem Herde. Die Hausbewohner behaupteten, die gelähmte Frau wäre in's Feuer gefallen, während sie auf dem Felde waren; allein sie widersprachen sich in ihren näheren Angaben und der Schwiegersohn legte das erste Geständnitz ab. Da die Söhne, sagte er, der Alten nicht zur Hülfe kommen mochten, so rührte ich mich auch nicht, und wir sahen alle vier zu, wie sie brannte. Dann lenkten die Söhne in die Bahn der Wahrheit ein, und um sich an ihrem Schwager zu rächen, maßen sie ihm die thätigste Rolle bei. Er hätte die Greisin mit dem Stiefel auf die Brust getreten, um sie auf dem Herde zu erhalten, während seine Frau aus dem Bette noch mehr Stroh holte, es zu einem Wisch zusammenthat und damit das Feuer schürte. Frau Thomas war auch bei der Confrontirung mit den Ueberresten am cynischsten. Sie verzog keine Miene und sagte: „Ich habe sie schon genug gesehen." — sDer „Kaulbarsch" kommt nicht vor die Schöffen.^ Die aus Meerane gemeldete Differenz, die sich anläßlich der Bezeichnung als „Kaulbarsch" seitens eines Vereinsmitgliedes einem Vorstandsmitgliede gegenüber entstanden war, ist beigelegt, da dem Beleidigten durch folgende Verse Abbitte geschehen: Zur Beruhigung! Kaulbarsch hab ich gesagt in meinem Grimm, Nun, Freund, das ist doch nicht so schlimm, Wie kannst Du d'rob sogleich zum Schiedsamt geh'n? Der Kaulbarsch ist ein Fisch und schmeckt sehr schön! Hält' Kaulbars ich gesagt, dann wär's bedenklicher. Denn dieser Herr ist ein sehr kränklicher Und ungenießbar grober General. Kaulbarsch und Kaulbars ist doch nicht egal! Der Kaulbarsch ist ein munterer Knochenfisch, Den Kaulbars stellt man dar als Tintenwisch; Ein Kaulbars sollst Du, lieber Freund, nicht sein, Den Kaulbarsch aber steck' nur ruhig ein. Literarisches. — Eduard Lassen, der geniale Componist der Faustmusik, der seiner Zeit von Liszt selbst als dessen berufenster Nachfolger auf dem Kapellmeisterposten am Weimarer Hof designirt worden war, erfährt in der „Neuen Musik-Zeitungs (Verlag von P. I. Tanger, Köln) eine eingehende Würdigung seines vielseitigen künstlerischen Schaffens. Sein Portrait in schönem Holzschnitt zeigt uns die wohlgetroffenen jovialen Zuge des Weimarer Künstlers. Von kleineren Artikeln bringt dieselbe inhaltreiche j Nummer u. a. eine espritvolle Causerie über die Enthüllung der Berlioz-Statue irr | Paris, eine anmuthige Plauderei über „Figaro's Hochzeit", aus der Feder eines dem i Leben bereits Entrissenen, des liebenswürdigen Dichters Karl Stieler, ferner eine Skizze aus H. W. Ernst's Leben: „Wie die Elegie entstand", eine Menge humoristischer Künstlerreminiszenzen, Anekdoten, Räthsel rc., sowie die Fortsetzung von Professor Louis Köhler's „Katechismus der Harmonielehre". Dr. Max Schasler: Aesthetik. Grundzüge der Wissenschaft des Schönen und der Kunst. (Das Wissen der Gegenwart. 55.-56. Band.) Leipzig: G. Freytag. — Prag: F. Tempsky. 1886. 248 u. 266 Seiten. 8°. — 2 Mark = fl. 1.20 fr. Die Aesthetik ist ein wesentlicher Bestandtheil der modernen Bildung geworden. Eine verhältnißmäßig noch junge Wissenschaft beherrscht sie heute bereits das gesammte geistige Leben der Zeit. Eine großartige Literatur hat sich allmälig angesammelt; auch an Versuchen volksthümlicher Darstellung fehlt es nicht. Aber kein einziges dieser Bücher vermochte sich jene Verbreitung zu erringen, welche dem betreffenden Verfasser wohl als ideales Ziel vorschwebte. Immer noch war die Sprache in Folge des abstracten Stoffes zu hoch gehalten, zu schwer; auch die Preise all dieser Werke waren zu kostspielig. Um so höher ist das Verdienst der Verlagshandlungen Freytag und Tempsky anzuschlagen, welche für ihre vorzügliche Sammlung einen Mann von der wissenschaftlichen Bedeutung Schasler's gewonnen haben, der das überaus schwierige Problem, eine Aesthetik populär zu schreiben, meisterhaft gelöst hat, wie eine Durchsicht der oben genannten Leistung lehrt. Für geringen Preis erhält man da ein vorzügliches Buch, elegant und dauerhaft gebunden, mit einem Inhalte, wie er nicht besser gewünscht werden kann. Der erste Theil beschäftigt sich mit der Idee des Schönen in ihrer Allgemeinheit und Besonderung, der zweite Theil führt uns in das herrliche, große Reich per Kunst; er weist uns die Elemente des Kunstschönen nach und bietet dann eine äußerst feinsinnig gehaltene ästhetische Betrachtung der Architectur, Plastik, Malerei, Musik, Mimik und Poesie in all' ihren Unterabtheilungen. Die Sprache ist gehoben, edel und dabei körnig einfach. Kein Wort ist zu viel, keines zu wenig. Wer immer sich mit Kunst und Philosophie beschäftigt oder irgend ein Interesse für dieselben hat, wird das Buch mit größtem Nutzen lesen; es ist wie selten eines bestimmt, den Sinn für das Schöne mnd Edle in die weitesten Kreise zu tragen, Weltgemeingut des deutschen Volkes zu werden. Nachdem die von der „Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig" eingeführten Neuerungen bekanntlich durch Rescript vom 13. September d. I. die Genehmigung des preußische Ministeriums erhalten haben, ist der heftig entbrannt gewesene Kampf über die Unanfechtbarkeit von Lebensversicherungs-Policen nicht nur verstummt, sondern es sind bereits verschiedene Gesellschaften dem Beispiele der „alten Leipziger" gefolgt. So hat die ebenfalls auf Gegenseitigkeit beruhende Lebensversicherung s- und Ersparnißbank zu.Stuttgart zum 30. November eine außerordentliche Generalversammlung berufen, lediglich um über Aenderungen des Statuts im Sinne obiger Neuerungen zu beschließen. Die „Teutonia" in Leipzig (Act.-Geß) ffihrt die Unanfechtbarkeit mit dem 1. Januar 1887 ein und auch die Karlsruher Versorg. - Anstalt (also eine weitere Gegenseitigkeits-Gesellschaft) bereitet, wie die „Köln. Ztg." berichtet, entsprechende Veränderungen bei sich vor. So verspricht das Beispiel der „alten Leipziger" in der That höchst wohlthätig auf die Entwickelung der Lebensversicherung in Deutschland einzuwirken, denn es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß auch die übrigen Gesellschaften sich nicht länger mehr den Anforderungen der Zeit werden enlztehen können. MöchenUiche Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 48. Woche. Vom 21. November bis 27. November 1886. Einwohnerzahl: 19 327. Sterblichkeitsziffer (auf das Jahr berechnet): 8%o. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: vom 2.-15. Jahr: Krebs 1 1 — — Lungenödem 1 — 1 — Selbstmord durch Erschießen 1 1 — — Summa: 3 2 1 — Kirchliche Anzeigen der evsngrt. Gemeinde. Donnerstag den 2. Dezember, Abends 8 Uhr, in der Kirche, 1. Advents- Wochengcttesdienft; der Advent des Herrn in der Fülle der Zeit, Pfarrer Dr. Naumann- Allgemeiner Anzeiger. Bfach preisgekrönt in Jahresfrist. Deutschen Chartreuse und Benediktiner, Salvator- und Admiral-Liqueur etc. etc., Cognacs, Arsc. Rum etc., den feinsten «nd theuersten ausländischen Marken ebenbürtig, dabei wesentlich billiger, liefert die 2742 Düsseldorfer Punsch- und Liqueurfabrik B. Meising in Düsseldorf. Käuflich in den feineren Geschäften. - Jede Masche trägt smeine Firma. Depot bei Ferd. DrebeS vorm. Gg. Wilh. Weidig in Gießen. i Von Bremen nach Newyor? in 9 Ta^en «n» mittels oes neu eingerichteten Dampfern des JVorfsdewtscfoen OoydL Zur Beförderung von Ans Wanderer» nach allen Häfen Amerika’s und Australien’» zu gleiche» Preise» wie an Rasenplätzen hält sich unter Zusicherung reeller Bedienung bestens empfohlen 1819 Carl Loos, am Kirchenplatz. C. 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Daß aber hinter Freycinet die öffentliche Meinung Frankreichs steht, beweisen die beifälligen Commentare, mit denen di- französischen Zeitungen di- Freycinet'schen Ausführungen begleiten. Dagegen betont der Ministerpräsident in seinen weiteren Darlegungen, daß Frankreich an der eguptischen Frage ein Interesse ersten Range« habe; dach klingt auch aus diesem Theile der Freycinet'schen Rede ein maßvoller und friedlicher Ton hervor und spricht Freycinet di- Hoffnung aus, daß e« gelingen werde, die egypltsch- Frage durch europäisch- Uebereinstimmung zu losen. lieber di- für vergangenen Sonntag in der Stadt Sltgo proiect'rt gewesene aber regierungrseitig verbotene Kundgebung der irischen Rational-Lioa wird gemeldet, daß dieselbe doch noch stattgesunden habe. Rur war die Stad» Sligo nicht selber der Schauplatz der Demonstration, da die Stadt von zahlreichen Militär- und Polizeimannschasten besetzt war, sondern ein na&e gsieaenes Dors Dis Parlaments-Mitglieder O'Lrien und Kelly hielten Reoen in denen sie unter heftigen Angriffen gegen dis irische Regierung dte Absicht aussvrachen, di- Agrarbewegung im Gange zu erhalten. Zu irgend- welchen Ausschreitungen scheint er indeffen noch nicht gekommen zu sein; er waren nur wenig Polizeimannschasten gegenwärtig. Die englische Regierung scheint tnd-ffen gewillt zu sein, den ihr hingeworfenen Fehdehandschuh der Lanv- Liga auszunehmen, wie die jüngst gemeldeten militärischen Maßnahmen der Re- qirung in Dublin beweisen. Politische «ebersicht. Gießerr, 1. December. Die neue Militär-Vorlage hat seitens der deutschen Presse fast ohne Ausnahme eine entgegenkommende Beurtheilung erfahren, soweit es. sich eben um den nationalen Gesichtspunkt handelt. Selbst die demokratischen Blätter betonen, daß unter den heutigen ernsten Zeitv-rhältniffen Deutschland bei seiner centralen Lage aus die möglichste Stärkung, seiner Wehrkraft bedacht sem müsse und somit steht zu erwarten, daß sich auch im Reichstage wenigstens nach dieser Richtung hin eine erfreuliche Uebereinstimmung aller Parteien ergeben wird. Desto größere Schwierigkeiten wird freilich die finanzielle Leite der Vorlage machen und läßt sich vorläusig noch nicht absehen, wie hier eine Verständigung erzielt werden soll, wenn die Regierung nicht außerordentlich -ntzegenkommt. Inwiefern die in einem Theile der oppositionellen Presse aufgetauchte Be- hauptuna, die Regierung werd- hinsichtlich der Dauer der neuen Festsetzung der Friedens-Präsenzstärk- schon „mit sich reden" lassen, gerechtfertigt.ist, muß für sitzt eben auch dahingestellt bleiben, obgleich es mcht sehr wahrscheinlich ist, daß sich die Regierung eine erhebliche Beschneidung der Vorlage in dieser Beziehung würde gesall-.n lassen. Die erste Lesung des Entwurfs soll bereits am kommen, den Freitag erfolgen, da man allgemein annimmt, daß die am Dienstag be- gonnene Generaloiscussion ü6:t dm Etat »m Donnerstag beendigt werden wird. Selbstv.rständlich wird schon hierbei die Militär-Vorlage stark gestreift werden und dürfte sich in Folge dessen di- Generaldebatte über letztere i-lbst wohl ver- einfachen Ob di- Mitttär-Vorlage nach Beendigung der ersten Lesung an eure besondere Commission — wie die Conservativen wollen — oder nut an di- Budget Commission gelangt, siebt noch nicht fest. Jedenfalls muß aber die in manchen Blättern aufgetauchte Meinung, die Militär-Vorlage werde möglicher Weise noch vor W-ihnachten im Reichstage zur entscheidenden Abstimmung gelangen, entschieden zurückgewiesen werden, denn es unterliegt 8" keinem Zweifel, daß bi« zu diesem Zeitpunkte dis Commissions-Berathung noch nicht beendigt sein mit b.^bichstaqS-Session hat kaum begonnen, und bereit« scheint er als ob auch diesmal eine ungewöhnlich große Fluth von Jniliakiv-Antragen dem Hause zuströmen wird. Reben dem von Abgeordneten des Centrums und der sreisinnigen Partei eingebrachten Anträge bezüglich der Bestrafung der Wahl- beeinsiussungen ist dem Reichstage von Seiten des Centrums auch em Antrag auf Verschärsung der strafgesetzlichen B-stimmungen gegenüber dem Duellwesen «gegangen- Der Antrag bezweckt namentlich, der Unsitte der sogenannten amerikanischen Duell« entgegenzutreten und soll, soll« em amerikanische« Duell zwischen zwei Personen den Tod der einen zur Folge hat, für den überl-beiid-n Tbeil Zuchthausstrafe bis zu 10 Jahren eintreten. Eigentlich gehörten diese Art von Duellanten in'« Irrenhaus! Weiter haben die Abgg. Ackermann und Biehl ihrs in voriger Session unerledigt gebliebenen Anträge au Einführung d-s B-kähiaungS-Nachweiser für Handwerker wiederum eingebracht und ebenso steht die Wi-dereinbringung der Aibeiterschutz-Anträge de« Centrum«, nur in t’erän ®ru 8uÄeo?!i°on de« Patentgesetze« von der preußischen Regie- rung eingesetzte Enquete-Commission hat ihre Arbeiten beendigt. kchltissen ist hinsichtlich der Pa'.entbehörden die Einsetzung emes Paienigsizchtshofes bervorzuh-bm, über welchem als letzte Instanz nur da« RuchSgerichl steht. Di- Mitglieder de« Patentgerichtshoses müssen zum Theil tue Befähigung zum ^amt° besitzen, zum Th^l in einem Zweige der Techn k erfahren 'em urä> h btpufhpTT rnf ßebettsieii ernannt. Für dar Verjähren vor dem Patent- n ker B-sch werde-Instanz die facultative Mündlichkeit mit der Maßgabe ober jede der betheiligten Parteien dieselbe beantragen kann. Für da« Verfahren Dor dem Patentgerichtshose gilt die Mündlichkeit. .. Der Großüerroa von Mecklenburg-schwertn ist nevst letner Gemahlin am Sonntag Abend mittelst Extrazuges nach dem Süden via Pa. s abgereist, um int südlichen Frankreich wiederum den Wmter zuzubringen. Die Mannheimer Stichwahl zum Reichstags zwischen dem Nationalliberalen Dissen^ und dem Socialdemokraten Dreesbach i,r t UniverfitärS -Cyromk. Rieften 1 December. sPromotionen an der Grotzherzogl. Landes-Umoersität Gießens Während des Nectoratjahres vorn 1. October 1885 bis einschl. 30. September 1886 sind folgende Promotionen vollzogen worden: Zu Doctoren der Theolog^ wurden ernannt* Am 3. October 1885: Evangelischer Pfarrer a. D. vr. xhll. Friedrich Haupt in ®ie|en, honoris causa. Am 22. April 1886: Professor Dr. phil. Hemrich ft d efilin in Friedberg, honoris causa. Zum Licentiaten der Rheologie wurde ernannt. L1 Wl® S Phil. Gustav Krüger aus Bremen. Zum Doctor der Rechte wurde ernannt- Am 31. December 1885: Gerichts-Accessift Arthur Osann aus Darmstadt. Zu Doctoren der Medicin, Chirurgie und Geburtshülfe wurden ernannt: Am 20. Octoder 1885: Approbrrter Arzt Paul Schultz aus Stettin. Am 19. De- 1885 wurde dem Professor Dr. Friedrich Ludwig Stegmann in Marburg um50iÄ das Diplom erneuert. Am 21. Juni 1886: Approbier Ant^ttoKi et sch aus Zwingenberg. Am 12. Juli 1886: Approbier Arzt August Rebel aus Groß-Gerau. Am 14. Juli 1886: Approbier Arzt Adolf Bo^rndrück aus Ferndorf. Zum Doctor der Thierheilkunde wurde ernannt: Am 15. Mai 1886: Approbier Thierarzt Reinold S chmaltz m Berlin Zu Doctoren der Bbilosovhie wurden ernannt: Arn 12. October 1885: Gymnaslal-Lehrarntsaspirant Adolph Horn aus Groß-Umstadt. Am 26. November 1885: Cand. xhil Wilhelm Weiß gerb er aus Offenbach. Am 30. November 1885: Afffftent am chemischen ^boratorium der Landes-Universität Julius Lang aus Friedberg. Am 4 December 1885: Cand. phil. Oskar Doering aus Berlin. Am 7. December 188o. Gymnasta^ lebrer Auaust Schacht in Lemgo. Am 12.December 1885: Gymnasiallehrer Friedlich ftlefer in Mainz Am 17 Decembcr 1885: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Otto Dieffenback aus Schlitz. Am 26. Januar 1886: Cand. phil. August Baur aus Friedberg Am 13 Februar 1886: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Johann Ledroit aus Mainz, ^Assistent am mineralogischen Cabinet der Landes-Universität Am 5 März 1886: Cand math. Jakob Kraus aus Hoben-Sulzen. Am 8. Marz 1886. Reallehrer Clemens Theisen in Gießen. Am 13. März 1886: Finanz-Acceffist Friedrich Wilhelm Gärtner aus Alzey. Am 31. März 1886: Religion sichrer Zermalm Deutsch in Frankfurt a. M. Am 10. April 1886: Gymnastal-Lehramts- accefsist Wilhelm Fifcher aus Nieder-Ellenbach. Am 1. Mai 1886: Reallehrer Karl Wilhelm Gau l^ in Alsfeld. Am 15 Mai 1886: Cand Georg Bücher aus Darmstadt. Am 29. Mai 1886: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Justus Fink aus Darmstadt Am 6 Juni 1886: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Jakob Schneider aus Ach, Assistent am physikalischen JnMut der Landes-UniverMt- Am 27. Juni 1^6: Gymnasiallehrer Wilhelm Matthäi m Laubach. Am 3. Juli 1886. Realgymnostal- lebrer Karl Anton Henniger in Charlottenburg. Am 14. Juli 1886. Oberförster Philipp Walther in Grebenau. Am 21. September 1886: Gymnasial-LehramtsL acceesist Karl Walther aus Gießen. __________________________________ Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Verfälschte schwarze Seide. Ä”"n Müfterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort au Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. - »er* fajscbte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brcnnt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn fthr mit Farbstoff^erschwert) und^nte läßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur achten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt- Zerdrückt man die Asche der achten Seide, so zerstäubt ste, die der verfälschten"nicht- Das Seiden - Fabrik - D6p5t von 6. Henneberg (K- u- K. Hoflief.) in^Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei m s Haus- 7801 281 Zweites Blatt Donnerstag den 2. December 7, December anb-raamt worden. ,. . flut auswärtigen Politik liegen heute wiederum zwei bedeutsame Kundgebungen vor, von denen die eine von jenseits der Vogesen, die anoere von jenseits der Alpen stammt. In der französischen Deputirtenkammer hct der Ministerptäsident Freycinet anläßlich der Interpellation des bonapartE-n Depuii^trn Delafosss über die auswärtig- Lage -ine förmliche Progran-m-Rece gehalten Dieselbe verbreitet sich über dis bulgarrfche wie über Di. egyptische und en kält hinsichtlich der ersteren das wichtige Zugsständmß, daß die bnlaariiche Angelegenheit Frankreich nicht direct interessire. Hand in Hand Mit W^E?k ämn?^Assdie Versicherung, daß Frankreich, ohne auf di- ihm ge- bübr-nd- Stimme in den internationalen Angelegenheiten zu verzucht-n d°-y vor Allem fein- inneren Lebens-Interessen vor Augen haben müsse. Die Regierung aber nun dringend die Durchführung innerer Rewrmen und woll- de,. WWW-WMW a nunmehr 18 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen unüder» Düs troffene Haarwasser von Retter, München (staaUicZ geprüft unb begutachtet), welch- statt Oel ob. Pomade tagt gebraucht bestens zu empfehlen tft verkauft zu 40 u. «X 1,10 I. H. ^«hr, Sonnenftraße 26, Gießern----------775 — Dttsvevste (Berdauungsbeschwerden) heißt das Uebel, das auch dem reichsten Manne die Lebensfreude vergällt, dem Mlnderbemittelien abtt bie Mühen des Broderwerds erschwert, weil bei der ungenügenden Verdauung auch die Kraft zur Arbeitsleistung und die gute Sstmmung mcht ^nu^b oorhmstoLn ift^ Unter folchm Umständen darf es als eine Wohlthat für die Magenleidenden. b-tr°cht-i werden, d°tz der mineralisch- G-bair von »rstand. kämme 8616 Nr. 10, von modernen nicht ßiiten Cualh (ii räumen, zu ifeit shmbertzn, orz 22. lid)'. der „Sunil; ippelauftmg Krieg im -Reifling'« 8627 rbare »bist ■* * K tziseilgichrki :U LMM S”; xri« find Kid» ein Di-n« «“ "LS-, S 8630 Allgemeiner Anzeiger. GGOGG Mik M Erster Hauptgewinn D O O V V Zweiter U Loolo a 5 Mark sind auch pr baüeo beir H. NESTLt'S KINDERMEHL Zahlreiche ZElieJVISSE der ersten medioinisohen Autoritäten. llungs-Ntterie Weimar 1886. 300x|00^t °nd 631(1 Cxwfnae t LMammtwnih, 220000 53crt 2 x ICOOO »L 2 x 5000 . 4 m 3000 , 4x 2000 „ 20 x 1000 fik. 50 x 500 50 x 300 50 x 200 Julius Wallach, Lotterie-Geschäft, Phil. Stier, Schulstraße, Gustav Gerhardt, Lindenplatz, Phil. Pfeiffer, Buchhandl., Wallthorstr. 14, Emil Orbig, Col.-Handlg., Carl Lehrmund, Neuenweg 36, Louis Scharmann jun., Cig.-Geschäft, C. Fr. Conrad. 7485 15jähriger Erfolg. 21 Auszeichnungen, Die Lrmvrnmg der foefv pir 3. Tdafl« (3 2'/, ZJiarf) ha» M DeriaP tta 2tnrcd;tcs bis juro (. Xkymki 6. 3- $° erfolge» 865* HtBtrJtubaat »er (Scalane o®o»HC togcwleet *1EÖ G ose ä A Mark il Stück für 5® Mar? ccrfnit’rt in ZsrßLÄ to MMzkv Assjlküürs d gfrfcir. worunter 8 Ehrendiplome und 8 Gold. Medaillen. “ Ziehung nächsten Dienstag! 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