Ur. 15 L Samstag den 3. Juli 188« Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »urteilet «chsßstraße 7. Erscheint tL-ttch mN deö M-nlsZI. »reis vierteljährlich 2 Mark 2V Pf. mir Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 56 Amtlicher Hheil. Betreffend' Dienstweisungen über die Anwendung des § 361, Nr. 9 des Strafgesetzbuchs. Gießen, am 30. Juni 1886. Das Großherzogliche Krcisamt Gießen au die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des Kreises. Unterm Heutigen haben wir Ihnen die von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz in rubro erlassenen beiden Dienstweisungen in soviel Exemplaren zugehen lassen, daß Sie, jeder Feldschütze und jede etwa sonst noch in Ihrer Gemeinde auf den Feldschutz verpflichtete Person (Ehrenschütze) je ein Exemplar erhalten. Sie wollen die Dienstweisungen an die genannten Personen vertheilen bzw. zu Ihrer Registratur nehmen, den Feldschützen die genaue Befolgung derselben einschärfen und wie geschehen bis zum 1. August l. I. berichten. Ferner sehen wir in Rücksicht auf einen etwa erforderlichen Neudruck des Feldstrafgesetzes und der Instruction für die Feldschützen bis zum vorgenannten Termin Ihrem Bericht darüber entgegen, wieviel Exemplare Sie zur Berthellung an die Feldschützen und Ehrenschützen, sowie für sich bedürfen werden, sofern Sie bzw. die genannten mit dem Feldschutz betrauten Personen nicht damit versehen sein sollten. Die Zahl der für die Ehrenschützen gewünschten Exemplare ist besonders anzugeben. ___________________________________________________Dr. Boekmann._________________________________ Nr. 21 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. Juni, enthält: (Nr. 1674.) Gesetz, betreffend die Begründung der Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Vom 24. Juni 1886. Gießen, den 2. Juli 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. -Dr. Boek mann- Politische Ueberficht. Gießen, 2. Juli. Kaiser Wilhelm wird gegen den 11. oder 12. Juli seine Emser Kür beendigen und gedenkt am 18. Juli zu der üblichen Nachkur in Bad Gastein einzutreffen, wo bereits die Anstalten für den Aufenthalt des greisen Monarchen getroffen werden. Auch in diesem Jahre wird wieder aus österreichischem Boden die traditionell gewordene Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und seinem erlauchten Verbündeten und Freund, dem Kaiser Franz Josef, stattfinden und zwar dem Vernehmen nach in Gastein selbst. Die Nachricht, daß sich auch der Reichskanzler Fürst Bismarck nach Beendigung seiner Kissinger Kur nach Gastein begeben werde, hat bis jetzt noch keinerlei Bestätigung gefunden. Der lange parlamentarische Winterseldzug ist in den bislang in der Reichshauptstadt versammelt gewesenen gesetzgebenden Körperschaften des Reiches und Preußens nunmehr zum definitiven Abschluß gelangt. Einzig der Bundesrath ist noch auf dem Plane zurückgeblieben, um verschiedene dringende Angelegenheiten, unter ihnen auch die Vorlage, betr. den Reichszuschuß zu der im Jahre 1888 in Berlin projectirten nationalen Industrie- und Gewerbeausstellung, in Höhe von 3 Mill. JL, zu erledigen. Doch dürste auch der Bundesrath mit feinetr noch rückständigen Arbeiten baldigst aufgeräumt haben und dann wird die sommerliche Ruhepause in den Angelegenheiten des Reiches und Preußens voraussichtlich in ihrem vollen Umfange eintreten, zumal da auch die in den Parlamenten noch nicht zum Abschluß gelangten Fragen in der Zwischenzeit bis zur Wiederaufnahme der parlamentarischen Thätigkeit schwerlich Anlaß zu besonderen Erörterungen geben werden. Ein bedeutnngsvolles Ereigniß, bedeutungsvoll, da es die ungeahnte Machtentwickelung des neuen deutschen Reiches nach einer besonderen Seite hin zur Veranschaulichung und Geltung bringt, hat sich in diesen Tagen in Bremen vollzogen — die Eröffnung der neuen Reichspost. Dampserlinien nach Ostasien und Australien. Ursprünglich bestand die Absicht, diese Fahrten mit dem aus der Werst des „Gülcan" bei Stettin erbauten ersten großen Subventions-Dampfers „Preußen" zu beginnen, doch ist der Stapellaus desselben bis Ende nächster Woche wieder verschoben worden und hat statt dessen der Dampser „Oder" des Bremer Lloyd die Fahrten, zunächst aus der ostasiatischen Linie, am Mittwoch begonnen. Schon Tags zuvor hatten sich in den Mauern der alten Hansestadt Vertreter und Autoritäten der Reiches, wie auch solche des deutschen Handels und der Industrie — wir nennen unter letzteren speciell die Mitglieder der rheinisch-westfälischen und sächsischen Handelskammern, den Vorstand des deutschen Handelsvereins und verschiedene industrielle Vereine u. s. w. — eingefunden, um sowohl der Abfahrt des ersten Subventions-Dampfers selbst, als auch der ihr vorangegangenen Festlichkeiten betzuwohnen. Mit der Eröffnung der von Reichswegen unterstützten Postdampferlinien nach Ostasien, Australien und den Südsee-Jnseln, sowie nach Alexandrien sind wir in einen neuen bedeutsamen Abschnitt unserer nationalen wie wirthschastlichen Entwickelung ein- zetreten, jenes nunmehr zur That gewordene Unternehmen führt uns die Einheit der deutschen Stämme nach einer ganz neuen Seite hin vor Augen und durch dasselbe macht Deutschland anderseits in vermehrter Wei'e seinen Einfluß im friedlichen Wettkampfe der Völker geltend. Schwere Kämpfe hat es bekanntlich im Reichstage gekostet, ehe die Dampfer-Subventions-Vorlage die Genehmigung der Vertreter der Nation erhielt, aber dies fei Alles vergessen, jetzt, wo der erste Reichspostdampfer seinem fernen Ziele durch die Wellen des Weltmeeres entgegeneilt! Wahrlich, jeden patriotischen Deutschen muß es mit gerechtem Stolze erfüllen, zu sehen, wie nun die Reichspostdampser die Erzeugnisse des deutschen Gewerbefleißes, der deutschen Industrie bis in die fernsten Zonen tragen und somit dem Vaterlande neue wichtige Verbindungen eröffnen werden und wie nun das Erscheinen der neuen Dampser an den Felsen-Ufern des Rothen Meeres und an den herrlichen Gestaden Indiens, an den fernen Küsten Chinas und der australischen Inselwelt, wie auch vor dem Nildelta ein weiteres sichtbares Zeichen von der Macht und Größe des Reiches und seiner wachsenden Bedeutung selbst in den fernsten Ländern des Erdballs darstellt. Die Glück- unö Segenswünsche der ganzen Nation folgen darum dem ersten deutschen Sub- ventionsdampser auf seiner weiten Bahn; möge ihm „Meeresstille und glückliche Fahrt" beschießen sein! Von einem zweiten bedeutungsvollen Unternehmen gaben noch die letzten Tage Kunde: Von der Eröffnung der internationalen Linie Berlin-Kopenhagen, welche hoffentlich mit dazu dienen wird, die Bande der Freundschaft zwischen Deutschland und den drei nordischen Reichen, namentlich aber mit dem noch immer halb und halb grollenden Dänemark, zu knüpfen. * Die klerikal-patriotische Partei in der bayerischen Abgeordnetenkammer hat nunmehr ihren ersten offenen Sturmlauf gegen das Cabinet Lutz unternommen. Wie bekannt, ist von dem Kammer-Ausschüsse der vom Ministerium eingebrachte Gesetzentwurf über die provisorische Anstellung von Beamten während der Regentschaft abgelehnt worden. Es handelt sich bei dieser Vorlage darum, die unter den obwaltenden Verhältnissen durchaus unerträglichen Bestimmungen zu beseitigen, wonach während einer Regentschaft, abgesehen von richterlichen Stellungen, keine definitiven Beamten'Ernennungen stattfinden und wonach ferner auch keine neuen Aemter begründet werden dürfen. Wenn nun die politischen Gegner des jetzigen bayerischen Ministeriums die Regelung dieser Frage aufzuhalten suchen, so ist der Beweggrund für ein solches nichts weniger als patriotisches Verhalten klar. Man will dem Cabinet Lutz Ungelegenheiten machen und schließlich hierdurch seinen Rücktritt erzwingen. Vorerst ist" aber noch abzuwarten, ob das Kammer-Plenum in der That den ablehnenden Beschluß seines Ausschusses billigen wird. Auf dem Gebiete der auswärtigen Politik tritt die orientalische Frage, die man nun doch als abgethan betrachten dürfte, neuerdings wieder mehr hervor. Es ist dies ein allerdings sehr zweifelhaftes Verdienst der russischen Politik, welche seit Kurzem in Konstantinopel wieder eifrig hetzt und intti- guirt, und dieses ganze Treiben richtet sich gegen Bulgarien, das sich durch seine stolze und selbstbewußte Haltung den vollsten Zorn der leitenden Kreise be& Czarenreiches zugezogen hat. Immer auf's Neue donnert das „Journal de St. Mersbourg" gegen den Fürsten Alexander und die bulgarische Union und auch in seiner jüngsten Kundgebung beschuldigt das Petersburger Blatt den tapfern Bulgarensürsten, daß er das organische Statut Ost-Rumeliens und Gott weiß, was sonst noch Alles gröblich verletzt habe. Hierbei geht es nicht ohne scharfe Seitenhiebe gegen die Pforte ab, welche des geheimen Einverständnisses mit Bulgarien beschuldigt wird und mit heuchlerischer Miene sagt das Blatt ernste Gefahren und bedenkliche Verwickelungen aus dem jetzigen Zustande der Dinge in Sofia voraus. Nun, Europa weiß, was es von solchen Hetzereien zu halten hat und es steht zu hoffen, daß den abermaligen russischen Wühlereien ans der Balkan-Halbinsel rechtzeitig Einhalt gethan werde. Jedenfalls ist es aber nur erfreulich, zu sehen, wie trotz der fortgesetzten Drohungen Rußlands das Bulgarenvolk treu an feinem Fürsten hängt, die Antwort-Adresse der bulgarischen Nationalversammlung auf die Eröffnungs-Botschaft des Fürsten läßt hieran keinen Zweifel. Der italienische Ministerpräsident Depretis hat am Dienstag von der neuen Deputirtenkammer ein bedeutsames Vertrauens-Votum erhalten. Es handelte sich darum, das provisorische Budget auf 6 Monate zu bewilligen» wobei Cairoli, CriSpi und Rudini erklärten, die Linke könne kein Vertrauen zu dem gegenwärtigen Cabinet haben. Kurz entschlossen, forderte Depretis ein unbedingtes Vertrauens-Votum und dieses wurde ihm Denn auch mit der verhält- nißmäßig beträchtlichen Mehrheit von 67 Stimmen bewilligt. In England scheint mit der Rückkehr Gladstone's von seinen Wahlreisen nach Hawarden, feinem Sommer-Tusculum, in den Wahlvorbereitungen eine gewisse Ruhepause eingetreten zu fein. Wenigstens weiß der englische Telegraph einmal nichts über neue Wahlreden und Wahlmanifesten zu berichten, in denen bisher allerdings auch säst allzuviel geleistet worden ist. Im Uebrigen lauten die Stimmungsberichte nach wie vor überwiegend günstig für Gladstone und seine Sache. __________________ München, I. Juli. Der Landtag ist heute durch den Prinz-Regenten in Gegenwart aller Prinzen, Minister, Gesandten und Würdenträger feierlich geschlossen worden. Im Auftrage des Ministers des Innern verlas der Regie- rungs-Commissar, Dr. v. Müller, den LandtagZabschied, dessen Schlußpassus lautet: Indem Wir diesen Abschied ertheilen, ist es Unferm Herzen ein unabweisbares Bedürsniß, inmitten beider Kammern öffentlich auszusprechen, daß die allgemeine Theilnahme des ganzen Landes in den schmerzbewegten Tagen, in denen nach Gottes Rath und Willen über Uns und Unser Königshaus jo tiefes Weh und so herbe Trauer verhängt ward, Uns auf's Innigste ergriffen hat und Uns die Quelle großen Trostes in so bitteren Stunden schwerster Heimsuchung geworden ist. Aus voller Seele danken Wir für die rührenden Beweise treuester Anhänglichkeit, welche Uns aus yllen Theilen des Königreichs und allen Schichten der Bevölkerung zugegangen sind. Wir werden, treu dem abgelegten Eide die Verfaffung stets zur Richtschnur für die Uns auserlegte Verwaltung des Staates nehmen und glauben in der muerdigs betätigten engen Verbindung zwischen dem bayerischen Volk und seinem angestammten Herrscherhause die zuversichtliche Gewähr dafür erblicken zu dürfen, daß mit Gottes Hülfe unter Unserer Regentschaft dem bayerischen Staate in festem V-rbande mit dem deutschen Reiche Zeiten des Glücks und Segens beschieden fein werden. TckgrGWche DrpeWü- WoM'S Mrsr. Berlin, I.Juli. Das Gesetz, betreffend die Beseitigung der schwebenden Schuld von 30 Mill. JL, ist heute veröffentlicht worden. Dresden, 1. Juli. In der heutigen letzten Hauptversammlung des deutschen Landwirlhschastsvereins wurde als Ort für die nächstjährige Wanderversammlung, die mit einer deutschen landwirthschaftlichen Ausstellung verbunden sein soll, Frankfurt am Main und zum Präsidenten für das nächste Jahr Fürst Wied gewählt. Paris, 1. Juli. Die gerichtliche Verhandlung über die Vorgänge bei der Schließung der Kapelle in Chateauvilain, wobei Fabrikdirector Fischer erschossen wurde, begann heute in Bourgoin. Die Verhandlungen werden voraussichtlich mehrere Tage erfordern. — Nachdem der Ministerrath einstimmig das Entlassungsgesuch des Generals Saussier abgelehnt, hat der Kriegsminister Boulanger den General Saussier schriftlich ersucht, auf seinem Posten zu verbleiben. — Dem „Journal des Debats" zufolge hat der Kriegsminister auch an Courcy ein zu dessen Acten bestimmtes Schreiben gerichtet, worin Letzterer wegen Einrückung eines Briefes in die Blätter ohne seine Ermächtigung getadelt wird. Der radicale Deputirte Hubbard will wegen der Demission des Generals Saussier inter- pelliren, jedoch zunächst die Antwort Saussier's an den Kriegsminister abwarten. London, 1. Juli. Chamberlain, Bright und drei andere Vertreter Birminghams, sowie der Sprecher des Unterh auses, Peel, sind als Candidaten für die Neuwahl ohne Opposition aufgestellt. Antwerpen, I.Juni. Der Norddeutsche Lloyddampfer „Oder" ist heute Nachmittag hier eingetroffen. Lokale». bildete heuN'ie AZlage Schluß der diesmaligen Session Meineids. 0 0 3 n ®en Tobias Kraft von Ober-Mockstadt wegen Wolf schon se??tnchreren Fahren welche er dem Christian Stock von u» demKrask ÄMSES Darmstadt, 2. Juli. fPrivatdepesche.j Gelegentlich der Jubelfeier der technischen Hochschule sind von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog ausgezeichnet worden: Die Professoren Schmitt, Sonne und Wagner zu Geheime Bauräthen ernannt, Privatdocent Adamy erhielt den Character als Professor, den Professoren Städel, Werner und Dippel wurde das Ritterkreuz 1. Classe des Philippsordens verliehen. Darmstadt, 2. Juli. (Privatdepesche.) Der Großherzog, die Großherzoglichen" Prinzen, die Spitzen der Behörden, sowie zahlreiche Festgäste wohnten heute Vormittag im Saalbau dem Festactus der technischen Hochschule bei. Der Verlauf war ehrenvoll und hochbefriedigend. Universität- - Chronik. Gießen. Während mehrere deutsche Universitäten in diesem Semester eine vorher nicht erreichte Frequenz verzeichnen konnten, hat die Ludooiciana einen, wenn auch nicht sehr nennenswerthen Rückgang zu verzeichnen; ihr Personalbestand an immatriculirten Hörern (513) bleibt hinter demjenigen der beiden letzten Sommer- femester um 26 (gegen 1885) bezw. 8 (gegen 1884) zurück, überschreitet dagegen denjenigen der ^ommersemester 1883 und 1882 noch um 49 bezw. 80 und den Durchschnitt der 4 letzten Sommersemester (1882—1885) immer noch um rund 24 (genau 23 75) Köpfe. Es kann also von einem besorgnißerregenden Rückgänge — wie dies schon vielfach» verlautet — tm Ernste nicht gesprochen werden und zwar um so weniger, als erwähnenswerthc Differenzen nur in solchen Fächern hervortreten, von denen (wie z B von der Jurisprudenz und der Medicin) allgemein bekannt ist, daß seither ein abnormer Zudrang zu ihnen statt hatte. Wenn hier eine Stockung eintritt, so ist das begreiflich ja wunschenswerth. Wenn wir uns nun fragen, ob zu fürchten sei, daß der thatsächlich vorhandene Rückgang m den künftigen Semestern sich wiederholen, etwa gar in stärkerem Maße sich emstellen werde, so fuhrt uns folgende Erwägung zur Verneinung dieser Frage. Dem aufmerksamen Beobachter ist es schon längst nicht entgangen, daß auf unsere engeren Landsleute von jenseits des Mains, insbesondere die Rheinhessen Heidelberg eme viel intensivere Anziehungskraft ausübt als die Landesuniversität' Die Grunde dafür sollen hier nicht, erörtert werden. Denn - mag dieser Drang nach ^^e^Cr0 ?e0,Sun^et oder Nicht — wenn jemals so mußte er in diesem ^emefter T.ArC fünfte Säcularfeier mit Prunk und Pomp und rhelnlscher Geniuthlichkeit begehen wird, auffällig zum Vorscheine kommen. Und das ist geschehen^ wie eine fluchtige Berechnung der Procente beweist, welche auf die Ober- bezw die ^udheßen fallen. Von den immatrikulirten Hörern hessisch r S^ats- angehongkeit waren z.B iM Sommer 1883 40 pCt. Oberhessen und 60pCt. SMessen und sind un laufenden Semester rund 51pCt. Oberhessen und nur 49oEt äff Provinzen Starkenburg und Rheinhessen, welche»ettme"dM® B-volkerungsmenge Ob-rhe,,ens und di- 4 größten Städte unseres Landes umchsien sch.cken zusammen heu^e nach nicht so uiel Studenten zur Ludooiciana als Erb sen allem. Unter dielen Umstanden darf man sich nicht wundern fflpnn 301)1 der hier ftubirenben Nichthessen wieber auf ben Stanb von 1882/83 (94) gesunken i)t, was gegen bas vergangene Semester eine Abnahme von 18 bebeutet. ' 0 f <0, ?lC Leipzig zählt nach bem soeben erschienenen Personal' verzeichnitz diesen Sommer 3108 Studirende laeaen Ri99 «S»T -perionab biefe 3flbl ^11^ 48 nicht eingeschriebene Hörer Äbegriffm. Sa?arößfe"en^Su1iii -hft Prozesse machte Stock geltend, dem Kraft kein Miethgeld mehr zu schulden, da er die Locomobile von ihm käuflich erworben habe und es wurde nach erfolgter Zeugenvernehmung dem Kläger Kraft von hiesigem Landgericht ein Eid dahin auferlegt, daß er dem Stock die Locomobile nicht käuflich abgetreten habe. Kraft hat am 30. Octobcr v. I. den Eid abgeleistet und ist daraufhin. Stock der Klagbitte gemäß verurteilt worden. Auf Antrag des Stock wurde demnächst eine Untersuchung gegen Kraft wegen Meineids eingeleitet und erfolgte dessen Verhaftung. Die heute vernommenen Zeugen konnten, mit Ausnahme des Stock, bezüglich des erfolgten Kaufabschlusses nichts Bestimmtes deponiren und verneinten daher die Geschworenen die gestellte Schuldfrage, worauf der Angeklagte von Strafe und Kosten freigesprochen und der Staatskasse die Kosten des Verfahrens, sowie der Vertheidigung auferlegt wurden. Nachdem die Verhandlungen nunmehr beendigt,, dürfte eine Zusammenstellung der zur Aburtheilung gekommenen Fälle von Interesse sein. Es waren beschuldigt des Verbrechens im Amte 1, der Kindstödtung 1, der Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg 1, der Brandstiftung 1, der Urkundenfälschung 1, des betrüglichen Bankerutts bezw. Beihilfe 3, des Meineids 1 und des Verbrechens gegen die Sittlichkeit 4 Personen. Es erfolgte Verurtheilung zu Gefängnißstrafen in 5, zu Zuchthausstrafen in 4 Fällen und Freisprechung ebenfalls in 4 Fällen. Gießen, 1. Juli. Am Dienstag den 6. Juli concertirt in Stein's Garten das „Süddeutsche Cornet-Quartett", bestehend aus Mitgliedern des Frankfurter Opernhaus-Orchesters. Es liegen uns mehrere Berichte aus Städten und Bädern Süddeutschlands vor, aus denen hervorgeht, daß die Künstler überall große Erfolge erzielt haben. Besonders wird das vorzügliche Ensemble, sowie die charakteristische Vortragsweise gerühmt. Auf der Reise nach Bad Ems begriffen, kann hier nur ein Concert gegeben werden; deßhalb wollen wir nicht versäumen, das hiesige musikliebende Publikum besonders darauf aufmerksam zu machen. Vermischte-. Darmstadt, 30. Juni. sPostpersonalnachrichten.) Versetzt sind: der Post- secretair Zeis berg von Darmstadt nach Straßburg (Elsaß), der Postsecretair Kunzeudorf von Friedberg (Hessen) nach Darmstadt,, dcr Postverwalter Bangert von Großgerau nach Ober-Ingelheim, der Postoerwalter Langenfeld von Ober- Ingelheim nach Großgerau, der Postassistent Conrad von Heppenheim (Bergstraße) nach Mainz. Gestorben ist der Postverwalter Graulich in Wörrstadt. Würzburg, I.Juli. Der „Franks. Ztg." wird telcgraphirt: Um Vs2 Uhr stieß der Bamberger Postzug, der fünfzehn Minuten Verspätung hatte, auf den Berliner Schnellzug. Die Situation ist grauenhaft. Bis jetzt sind 11 Todte und 30 Verwundete aus den Trümmern gezogen. — lieber den Eisenbahnzusammenstoß am Faulenberg kann ich Folgendes mit- tbeilen: Der Stuttgart-Berliner Schnellzug stieß heute Mittag U/s Uhr mit dem von Bamberg um 1 Uhr 20 Minuten hier eintreffen sollenden Postzuge zwischen hier und Rottendorf auf einer freien Strecke zusammen. Der Zusammenstoß war ein furchtbarer. Man hat bis jetzt 10 Todte, ca. 10 Schwerverletzte und eine noch nicht bestimmbare Anzahl Leichtverwundeter conftatirt. Todt ist Zugführer Oefelein, schwer verletzt ist Postinspector Wiedemann, leicht verletzt sind die liberalen Abgeordneten Sauerbrey und Sellner unb Bahnmeister Wittmann (Oberndorf). Die Schwerverletzten wurden in's Spital verbracht. Sämmtliche Civil- und Militär - Aerzte, Professoren und Assistenten, die Sanitätscompagnie mit sechs Transportmagen sind an der Unglücks- stelle. Die Artillerie sperrte durch Cordon den Platz ob. Das Chaos ist unbeschreiblich. — Im Juliusspital liegen 20 Schwerverletzte, darunter Seifensieder Schneller- Donauwörth (mehrfacher Beinbruch), Juwelier Weinstein-München (Beinbruch). Daselbst ist soeben gestorben Frau Fleischmann-Marktbreit; schwerverletzt ist ein Kind derselben. Die Scenen, die sich in den Krankensälen abspielen, sind herzzerreißend; Mütter rufen nach ihren Kindern und umgekehrt; dazwischen das Jammern und Stöhnen der zum Tode Verletzten. /Würzburg, 1. Juli, 9 U. 45 M. Abds. Eine offizielle Mittheilung über das Eisenbahn-Ungliick sagt : „Der Postzu, Sir. 49 stieß heute auf offener Strecke zwischen Wurzburg und Rottendors und zwar auf dem Nürnberger Geleise mit bem Curirzng Nr. o3,(Berliner Curierzug) zusammen und wurden in Folge dieses Unfalles 10 Passagiere und Bedienstete auf der Stelle getödtet, 10 Personen schwer und etwa 20 Personen leicht verwundet. Die Ursache des Unfalles erscheint noch nicht festgestellt" Soweit die offizielle Mittheilung. Dem Vernehmen nach ist falsche Weichenstellung die Ursache. Im Hospital sind bisher vier Todte aufgenommen, nämlich Ida Fleisch- mami-Marktbreit, 22 Jahre Weißer-St. Georgen, 21 Jahre alt, Georg Held, Reisender von Butzbach, 37 Jahre und Hüter, Bauerssohn von Oberberg, 35 Jahre. Im Spitale ausgenommen sind die zumeist schwer Verwundeten: Jakob Einstein-München Postmeister Wiedemann-Würzburg, Marie Junghanns-Würzburg, Christian ©auerbrcm Euerbach, Abgeordneter Georg Scybold-Karlsstadt, Margaretha Herzog-Dürrschütz Joh. Heyl-Thorheim, Karl Deminerlein, Konbukteur zu Fürth, Schimpf-Frankenwein- heim, Jos. Schneller-Würzburg, Nikolaus Emnierling-Rimpar, Joh. Michael Pfister Lehrer von Mamberg, Simon Schüßler, Kondukteur, Wolf, Lehrer von Berchtheim' Christine Hoder von Rothenberg, Christine Heyl-Thorheim, Regine Eues-Rottendorf' Katharine Schneider-Stammbach, Marg. Völker von Herrnheim, Marg. Fleischmann 13/1 A^tbreit, Adam Günther von Zellig, Jos. Buchner, Post choffiwr von Neudietendorf, Jos. Neubauer-Dmgolzhausen. Verschiedene Leichtverwundete befinden sich in den Hotels, mehrere bloß Kontusionirte sind abgereist. Als weiter tobt wird genannt Wittwe Weglein-Würzburg. - Der Curicrzug kam verhältnißmäßig gut weg, indem nur die Lokomotive und der Tender zerstört, aber wenige Passagiere beschädigt wurden, wogegen der von Bamberg kommende Postzug in seinem vorderen Theil nur mehr den Anblick emes Trümmerhaufens darbietet, aus dem die Puffer des Kohlenwagens zwei Stockwerk hoch heroorragen. Artillerie-Mannschaft brachte die Hilfe. Als Ursache wird neuerdings falsches Signalgeben durch den Telegraphen oder durch die elektrische Schellenvorrlchtung bezeichnet. Würzburg, 1. Juli, 8 Uhr 35 Min. Von den Todten sind weiter aanoscirt worden: Pfarrer Haßloch Lülsfeld, Moritz Buseck (Frankfurt a. M.) Unkenntlich war ein Mann von 25 Jahren (nach einer Visitenkarte in der Tasche und Gummistemvel Emil Oscar, Lehrer in Stadtprozelten), ferner eine Bauernfrau von ca 50 ^brrn mit einem Retourbillet Berchtheim-Würzburg, ein Mann von 35 Jahren und ein Mäd eben von 20 Jahren. - Ferner liegen noch verwundet im Juliushospital- Lehmann (Frankenwelnhelm), 21 I. alt, Oskar Richter (Leipzig), Fuchs, Privatier Seibaid Meta (Kind), Lutz ^-riedr. Die Verletzungen sind meist schwere Knochenbrüch?' Schädel- verletzungeii und Quetschungen der inneren Organe. Die Behandlung ward in “irr' Hinderung d-s Pr-si Maas von d-si-n Asstst-nzärzten, Privatdozcnt Dr »öffn MM- dort und Krons ousgefnhrt. In Prlvatbehondlung des Privstdozenten Dr S niS befinden sich leicht verletzt mehrere Russen und Russinen aus Petersburg ebenso Ää0 Praktikant Rausch. Auch in der Privatklinik des Pros. Rodinger-^ Verletzte. Die tobten find schwer zu agnosciren. Im Ganzen sind es bis etzt 14 4-Ovte. * J Würzburg, 1. Juli, 11 II. 55 M. Soeben kehre ick nnn iTn.rr.^c^rr zurück. Der Zusammenstoß erfolgte etwa drei Kilometer oberhalb Würzb ra auf dem sogenannten Nürnberger Geleise, genau auf einem Wegüberaona fftm? iS? 0611 der Unglücksstelle gegen Rottendorf zu mach, die Ba n n Lmrse Kurve in einem tiefen Emschnitt, in Folge dessen es den beidm L LivfÄ en ünmö ich beiden Seiten der Geleise liegenden Trümmer^ jeiflen bi? c^toffale »erftÄ. Ablassen begangen zu etn . Fahrplanmäßig soll d Pos ua l uTrlÄ -in Bahnhof Wurzburg emlaufen, der Courierzna um 1 llbr 20 Min nusr °; di-s s° ist eine Collisivn auße^'L des Bahchofes unmöglich Dej Posk mH der Post- i Postiecretair w Bangert lo von Ober- ln (Bergstraße) t Um i/,2 Uhr batte, aus den 11 Todte und Folgendes mib r mit dein von ischen hier und war ein surcht- nicht bestimn- schwer verletzt len Sauerbrey letzten wurden rofest'oren und der Unglücks: ^haos ist un- cedn Schneller'- erndruch). Da: tzt ist ein Kind herzzerreißend-, Fammern und ilung über das Strecke zwischen dein Curirzug alles 10 Passa- i ttroa 20 Per- ccht sestgestellt." Weickensteilung lich Zda Fleisch- Held, Aleisender re. Zm Spilale München, Post- an Lauerbrcn- rrog-Dürrschütz, ;s: Frankmwein- Ulichael Psister, )on Berchtheim, ines-Rottendors, rg. Fleischmann tt, PostschWicr lverivundeie be- M weiter toot stknißmäßig gut t Passagiere be- 'ineiii vorderen idiePusserdes ast brachte die !legraphen oder .eiter agnoscirt Inkenntlich war Gummistempel ca. 50 W n und ein N>; Ml'. vatier. ütM «ward tn«« ?.$* ®ll‘. •3» ii, B/ugenver- A d°d et m ' Öctobcv 7« Ar,heilt ^lt wegen 7 Mer die Ws «te 411,14 Fallen Garten ' Ur Opern: Adern Süd- ^lelgc erzielt 'iche Bortrags- L. em Concert ’thebenbe Pub- -JJÄ WKS «je®- Z gine U'Ll-^e glich. veranschl. zu 4851 6. Grünberg, den 28. Juni 1886. 4840 Echten Schweizerkäse, vollsastig, empfiehlt 3639 C. Roth, am Lindenplatz. 4. 5. 1125 182 eis. Träger Glaserarbeit Weißbinderarbeit Pflastererarbeit Vierter Hauptgewinn SOOOOM. W. Dritter Hauptgewinn 30000 M.W. Zweiter Hauptgewinn 40000 M.W. Lil r •n Einkaufspreis. 4841 Dr. Diessenbach, Gr. Baurath. Nunmehr wurden noch den Herren Staatsminister Finger, Excellenz, und Geh. Staatsrath Knorr von Rosenroth vor der Wohnung des ersteren und dem Herrn Rector Dr. Schmitt ähnliche Ovationen dargebracht. Gegen 11 Uhr erreichte der Fackelzug den Marienplatz, wo nach studentischem Brauche unter Absingen des Liedes: „Gaudeamus igitur“ die Fackeln verbrannt wurden. Hieran schloß sich dann eine freie Vereinigung in den Ritsert'schen Locali- täten. Saal und Garten waren prachtvoll decorirt; letzterer war durch Lampions und Buntfeuerwerk in ein märchenhaftes Lichtmeer verwandelt; der geräumige Saal mit Kränzen, Wappen, Flaggen und Fahnen aufs schönste geziert. Auf diesem herrlichen Plätzchen entfaltete sich nun alsbald ein urgemüthliches Treiben. Herr Stadtverordneter Architekt'Rückert, Vorsitzender des Vereines ehemaliger Studirender begrüßte Namens der Jubiläumskommission die Erschienenen und bewillkommnete insonderheit die Gäste, aus welche er toastete, und wünschte dem Feste in Anknüpfung an den eben erlebten Fackelzug, es möchte ihm für seine ganze Dauer, was die Fackel symbolisch darztellc, Wärme und Licht, d. h. ein freudiger Festgeift und gutes Wetter bescheerk sein. Daß der erstere nicht mangelt, bewies die Fluth von Reden und Trinksprüchen, welche noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht hatte, als wir — zu einer Zeit, wo dem Glücklichen keim Uhr mehr schlägt — um mit Datterich zu reden, dafürhielten, „daß es Zeit sei, daß mer in de Schoos von seiner Familje zerickkehrd." Ziehung schon nächste Woche. Eine Verschiebung derselben findet keinesfalls statt. Versteigerung von Bearbeiten u. Lieferungen. Freitag den 9. Juli l. I., Vormittags 10 Uhr, werden in der Wirthschaft von Schmiedemeister Schmidt in Ruppertenrod nachstehende Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung von Oeconomie- gebäuden daselbst unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Beding- Angen versteigert: Der Sorstand der Ständigen Ausstellung, Weimar. Loose sind auch zu haben bei: brandsteinen u. Schlackensteinen ebenso, sowie Beifuhren, Sleinhauerarbeit Zimmerarbeit mit Holzlieferung Dachdeckerarbeit nehmen; die Verzinsung findet nur bis Ende 1886 statt. Gießen, den 1. Juli 1886. Großherzoglich Hessische Bürgermeisterei Gießen. A. Vramm. Die Besitzer vorbemerkter Schuldverschreibungen haben ihre Kapitalien bis zum Schlüsse dieses Jahres bei der hiesigen Stadtkasse in Empfang zu 7. Lieferung von 3700Falz- ziegeln 8. Schreinerarbeit 9. Schlosserarbeit 10. Lieferung von 1865 Ko. 50;ährige Jubelfeier der technischen Hochschule ;n Darmstadt- (Von unserm Speciolberichtcrstatter.) Darmstadt, 2. Juli 1886. Die Jubelfeier der technischen Hochschule hat gestern Abend ihren officiellcn Anfang genommen. Die Hauptstraßen der Stadt haben das Festgewand angelegt; alle öffentlichen und die meisten Privatgebäude sind mit den Reichs- und Landesfarben beflaggt, viele auch mit Guirlanden, Kränzen, Lampions und kleinen Fähnchen auf's reichlichste geschmückt. Auf den ersten Blick gewahrt man: hier feiert die ganze Bevölkerung. Allein Darmstadt weiß auch sehr wohl, was es an seiner Hochschule, für welche es schon so manches Opfer brachte, hat; man darf ohne Ueberlreibung sagen, daß Darmstadt die industrielle Bedeutung, welche es in den letzten Jahrzehnten erlangte, zu einem guten Theile der segensreichen Wirksamkeit der technischen Hochschule zu verdanken hat. Der Jubelfeier dürfen wir daher, wenn vollends noch das Wetter so günstig bleibt, wie es gestern war, einen herrlichen Verlauf prophezeien. Den Reigen der Festlichkeiten eröffnete gestern Abend der Fackelzug. Nachdem die Aufstellung desselben auf dem Kapellplatze vollendet war, setzte sich der imposante, etliche hundert Fackeln zählende Zug, dem die Vertreter der studentischen Vereine in vollem „Wichs" und die 7 Vereinsfahnen ein äußerst malerisches Gepräge gaben, geführt t)urd) 3 Herolde zu Pferd, unter den Weisen dreier Musikcorps gegen 9 Uhr in Bewegung, um zunächst Sr. König!. Hoheit dem Großherzog eine Ovation darzubringen. Vor dem alten Lrchlosse, wohin Se. Kgl. Hoheit vom Hoflager in Kranichstein herübergekommen war, nahm der Zug in der Weise Aufstellung, daß die Vertreter der Studi- rendcn mit den Fahnen vor die Hauptfront gegenüber dem Walle zu stehen kamen, während die Vereine selbst in langer Reihe nach dem Hoftheater zu sich anschlossen. Der Großherzog empfing die Vertreter der Rhenania, Hassia, Fidelitas, des - akademischen Vereins der Pharmaceuten, des akademischen Vereins und der nicht corporirlen Studentenschaft und sprach denselben seinen Dank für den wohlgelungenen Fackelzüg und seine Ueberraschung über die stattliche Anzahl der Theilnehmer am Zuge aus. Nachdem die Vertreter entlassen waren, brachte der Präses der Hassia auf den „erlauchten Protector der technischen Hochschule" ein begeistert aufgenommenes Hoch aus und die Kapellen intonirten die Nationalhymne, in welche die zahlreich vor dem Palais erschienene Menge einstimmte. Alsdann rangirte sich der Zug zum Vorbeidefiliren und zum Weitermarsch nach dem Stadthause, wo dem Stadtvorstande und dem Oberbürgermeister Herrn Ohly durch ein Hoch für die opferwillige Unterstützung der Hochschule gedankt wurde. Herr Ohly erwiderte dasselbe mit einem Hoch auf das Gedeihen der Anstalt und mit der Versicherung, die Stadtvertretung werde, so viel an ihr sei, für dasselbe stets besorgt sein. Pauly & Schmidt, Walllhorstraße 46. zug hat heute eine Verspätung gehabt, der Courierzug ist trotzdem ausgelaufen, merkwürdigerweise auf dem nämlichen Geleise, obgleich die Strecke bis Roitcnburg zweigeleisig ist. Es soll in dieser Beziehung auf der Strecke Würzburg-Rottenburg schon seit längerer Zeit eine eigentümliche, eines festen Princips entbehrende Praxis im Ablassen der Züge und in der Benützung beider Geleise herrschen. Es heißt nun, in Folge dessen sei heute in Rottendorf ein Telegramm der Station Würzburg irrthümlich aufgefaßt worden, was sich aus der Untersuchung ja ergeben wird. Bis um 8 Uhr sind von den Verwundeten im Juliusspital noch 4 gestorben, so daß im Ganzen jetzt 15 Todte gezählt werden. Die Verletzungen sind meist Kopfwunden und zum Theil -sehr schwer. Als getödtet wird noch genannt Maschinist Fculner aus Eßleben. Die Uebrigen sind noch nicht agnoscirt. (F. Z.) Julius Wallach, 6 Fr. Conrad, Friseur, Frau M J. Rühl, Emil Orbig, Louis Scharmann jun-, Carl Lehrmund, Neuenweg 36, Ernst Euler, 3777 11. 12. 13. 14. Ein kleines Haus mit Laden, an einer Hauptstraße, ist unter günstigen Bedingungen preiswürdig zu verkaufen. Näheres bei 4684- Abraham Stein, Löberstraße 5. Bekanntmachung. Bei der diesjährigen planmäßigen Verloosung der für 1886 zur Abtragung kommenden städtischen Obligationen auf Inhaber sind folgende Nummern gezogen worden, nämlich: 1. Maurerarbeit 2. Lieferung von 240 Ctr. Kalk nach Station Mücke oder Ruppertenrod Z. desgl. von ca. 50 Taufend Back- oder Feld- Spenglerarbeit Nähere Auskunft ertheilt: Verdingung der Lieferung von 6 vierfitzigen Bänken, 2 dreifitzigen Bänken, 7 Tischen, 24 Stühlen von Eichenholz, für den Wartesaal 111/IV. Classe zu Gießen. Termin den 18. Juli er., Vormittags 11 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten. Probemöbel können daselbst angesehen, die Zeichnungen u. Verdingungsunterlagen gegen kostenfreie Einsendung von 4,0 resp. 0,5 3L bezogen werden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Marburg, den 28. Juni 1886. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection. Schwamborn. 4843 Ausverkauf. Theilungshalber verkaufen wir fämmNiche Waaren, welche zum Putz- und Modewaarengefchäft gehören, unter dem Mein Wohnhaus Nr. 13 in der Wolkengasse, nebst großem Galten auf dem Hamm, letzterer mit der Ernte, bin ich Willens zu verkaufen. 4854 M. Schirmer. Aeikgeöotenes. goMche, 100 Stück von v4L 1200 an, 1000 . „ „ 110,00 „ Goldsischfntter in Büchsen von 15 H nebst Gebrauchs - Anweisung, Postcolli — 80 Büchsen franco JL 10,50 H Größtes Goldfisch-Depot Deutschland's O. Seydell, Allerheiligengaffe 89, Frankfurt a. M. 4849 a) von dem 3^2 procentigen Anlehen: A, Nr. 7, 19, 79, 80 und 151 ä 1714 3L 29 B, „ 31, 64, 77, 92, 128, 131, 146, 178, 186 u. 195 ä 857 JL 14 H. 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Vormittags 8 Uhr: Katechismuslehre für die Realschüler, in der Stadtkirche, Pfarrer Dingeldey. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 4. bis 10. Juli besorgt Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. 3. Sonntag nach Pfingsten. (Fest der Apostel Petrus und Paulus.) Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. „ V2IO Ubr: Hochamt und Predigt- „ 2 Uhr: Festandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 71* Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 9 Uhr. Temperatur der Lahn. Am 1. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15°, Luft 21° R. im Schatten. L. Ehr. Rübs am en. Neuenweg 15. 4772 (ft (D 4860 aufmerksam. 4534 SMP* Eingang im früheren Sleuerbureau. 4845 Neuenweg 46. 4542 4739 langen au Dienst. Redaktion: A. Scheyda- - Druck und Verla« der Brühl'lchen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen. 6) s Conr. Jos. Keller, Wetzsteingaffe 48, im Hause d. Herrn Dr. Weber. Tagesordnung: Ergänzungswahl des Vorstandes. 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