Nr. 2Z Mittwoch den L. Februar ISS6 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Li M V«ves«r Gchulstraße 7. WWWWWYWDWWMWNWWWW! Erscheint tSHlich mit LvSnchme drS MsatagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BrivgsrdS? Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Ps. Politische Ueberfkcht» Gießen, 2. Februar. Die Polensrage hat nun durch die langen Debatten im preußischen Abgeordnetenhause über die Polen'Resolution der nationalen Parttien eine nochmalige, gründliche parlamentarische Behandlung ersahren und es steht wohl zu erwarten, daß sie sür's Erste die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches und Preußens nicht wieder beschäftigen wird. Wohl aber werden die betr. Verhandlungen selbst in den Gemächern noch lange nachklingen, denn sie zeigten wieder einmal die Schroffheit der Partei'Gegensätze in unserem Vaterlande in einer Weise, wie sie kaum in der Polendebaite des Reichstages so un- verhüllt hervorgetreten ist und dies leider in einer Fruge, in welcher doch gerade alle Deutschen zusammenstehen sollten. Was jedoch den Debatten im preußischen Abgeordnetenhause über die Polenfrage ihre eigentliche Bedeutung verleiht, ist das Eingreifen des Fürsten Bismarck in dieselben und zumal die gewaltige Rede, die er am ersten Verhandlungstage, dem Donnerstage, gehalten hat, bildet unbestreitbar das Ereigniß des Tages- Sie gab in großen, gewaltigen Zügen ein Blld der Gefahr, mit welcher die Bestrebungen des Polonismus Preußen und Deutschland bedrohen und zergliederte an der Hand geschichtlicher Thatsachen, sowie bisher unbekannt gewesener Äctenstücke den ganzen Entwickelungsgang der polnischen Agitation seit dem Wiener Congreß, also seit 1815. In schrittweiser Verfolgung dieser Agitation und ihrer Ausbrüche gab dann Fürst Bismarck feine persönlichen Erinnerungen an die Zeit des Polen-Cultus in Deutschland zum Besten und geißelte unbarmherzig die dem deutschen Charakter so eigen- thümliche Sucht, sich in der Bewunderung alles FremdthumS zu ergehen. Dann betonte er die Schwierigkeiten, unter denen seine schon damals auf die Einigung Deutschlands gerichtete Politik hatte kämpfen müssen und die nicht nur in der Mißgunst auswärtiger Mächte, wie Englands und Frankreichs, wurzelten, sondern auch zum nicht geringsten Theile in dem kleinlichen Gebühren der preußischen Volksvertretung ihren Grund hatten. Ja, der Kanzler machte sogar die srappirende Mittheilung, daß noch 1870 einige Mitglieder der Opposttion im preußischen Abgeordnetenhause zu dem damaligen sranzöstschen Gesandten in Berlin geheime Beziehungen gepflogen hätten! Diese und ähnliche Ausführungen riefen eine sichtliche Bewegung im Hause hervor und diese steigerte sich, als der Reichskanzler gegen Ende der Rede mit der vollen Wucht seiner Persönlichkeit für jedes seiner Worte eintrat und erklärte, daß er vor keiner Eventualität zurückjchrcckm werde, um den Bestand der nationalen Schöpfung gegen olle Be- einträchtigungs'Versuche ihrer offenen wie geheimen Widersacher sicherzustellen. Die Wirkung der Rede war eine gewaltige und nicht nur von der Majorität, sondern auch von den Tribünen wurde ihr am Schluffe minutenlanger, stürmischer Beifall gespendet. Es war erklärlich, daß unter dem Eindrücke solcher Worte die Ausführungen der übrigen Redner an diesem Tage, mochten sie nun für oder gegen den zur Debatte stehenden Antrag gerichtet sein, nicht besonders zur Geltung kommen konnten und selbst Herrn Windthorst, welcher unmittelbar nach dem Reichskanzler das Wort ergriff, dürfte es schwerlich ge- 'ungen sein, die weit über die Räume des Abgeordnetenhauses hinaus reichende Wirkung der Worte des leitenden Staatsmannes abzuschwächen. — Reben ihrem, wir wollen sagen, historischen Theil, hatte die Bismarck'sche Rede auch jenen prsktischen Theil aufzuweisen, indem der Kanzler die Grundzüge der Vorlage darlegte, welche dem preußischen Landtage zur Wahrung der deutschnationalen Interessen in den östlichen Provinzen zugehen wird. Hiernach empfiehlt die Vorlage den Ankauf von Ländereien und deren Besiedelung durch deutsche Bauern, schlägt die nöthigen Maßregeln auf dem Gebiete des Schulwesens vor und enthält Bestimmungen über die künftige Verwendung der Polen im Militär, wie im preußischen Civildienste. Die Fortsetzung der Debatte am Freitag brachte eine ausführliche Darlegung des preußischen Ministers des Innern, Herrn v. Puttkamer, der Ausweisungs-Maßregeln, aus welcher vor Allem erhellte, daß die Behauptungen von der rücksichtslosen Durchführung dieser Maßregeln vielfach übertrieben worden sind. Zu dem Inhalte der betr. Verfügungen selbst erklärte Herr v. Puttkamer, daß nur ausgewiesen worden sei, wer sich ohne Controle und Legitimation in Preußen eingeschlichen hätte. Unwahr sei, daß auch ehemalige preußische Soldaten ausgewiesen worden; ganz entschieden dementirte endlich der Minister die Behauptung, daß die Ausweisungen mit durch confessionelle Rücksichten bestimmt worden seien. Auch griff Fürst Bismarck an diesem Tage nochmals in die Debatte ein, um hauptsächlich den gegen ihn gerichteten Aussührungen des Abg. Windthorst in der vorhergegangenen Sitzung entgegenzutreten, was wiederum den Centrumssührer zu einer langen und scharsen Entgegnung veranlaßte. Die Sitzung, zu deren Anfang Abg. v. Stablewsky, seine Partei, die polnische, gegen die Angriffe des Reichskanzlers verwahrt hatte, schloß gleich der Donnerstagsfitzung mit einer Fluth gereizter, persönlicher Bemerkungen; am Samstag hatte die Debatte mit der Annahme des von den Conservatioen und Nationalliberalen gestellten Antrages bezüglich des Schutzes des Deutschthums in den östlichen Provinzen geendigt. Gegenüber der Polendebatte im preußischen Abgeordnetenhause traten die Berathungen des Reichstages, in dem am Donnerstag die erste Lesung des Junggrem'schen SpracheN'Antrage« «egen Beschlußunfähigkeit des Hauses sigar abgebrochen werden mußte, bedeutend zurück. Auch die Freitagssitzung bst nichts Wesentliches dar. Zunächst wurde die erste Lesung des Junggreen'- schen Antrages, der auf Gleichberechtigung der dänischen mit der deutschen Sprache vor Gericht in Nordschleswig zielt, beendigt und beschlossen, die zweite Lesung desselben ohne vorherige Commissions-Berathung später ebenfalls im Plenum vorzunehmen. Der übrige Theil der Sitzung war der Speeial-Bera- thung der noch restirenden Cayitel des Etats gewidmet und wurden dieselben durchweg nach den Commissions-Anträgen genehmigt; die zweite Lesung des Etats ist hiermit beendigt. Am Samstag trat das Haus in die zweite Be- rathung des Ackermannffchen Antrages, betr. Abänderung der Gewerbeordnung, ein. Ehrendomherr Probst Dinder in Königsberg i. Pr. ist dem Vernehmen nach zum Erzbischof von Posen-Gnesen ernannt worden. Ohne Sang und Klang hat der österreichische Reichsrath am vorigen Donnerstag seine im Herbste des vergangenen Jahres abgebrochene Session fortgesetzt. Es war eine reine Bagatell-Debatte, mit welcher der neue Sessions- Abschnitt eröffnet wurde und auch die nächsten Vorlagen, welche den Reichsrath beschäftigen werden, erscheinen gerade nicht geeignet, ihm von Seiten des Auslandes eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Damit ist aber keineswegs gesagt, daß die Session zu den „stillen" gehören wird und die nationalen Gegensätze dürften im späteren Verlaufe der Verhandlungen schon noch gehörig auf einanderplatzen. Die sranzöstschen 'Radikalen werden mit ihrem bekannten Amnestie-Antrage bei der bevorstehenden weiteren Verhandlung desselben in der Deputirtenkammer wahrscheinlich Schiffbruch erleiden. Die Amnestie-Commission der Kammer hat sich gegen den Antrag ausgesprochen, nachdem Ministerpräsident Freycinet versichert hatte, daß die Regierung Den Kreis der zu Begnadigenden möglichst zu erweitern suchen würde. Hiernach kann man die Ablehnung des radikalen Antrages bei der zweiten Lesung im Plenum als ziemlich sicher ansehen, andernfalls müßte das Cabinet Freycinet die Annahme desselben als ein birecteß Mißtrauens-Votum gegen sich betrachten. Die neuen französischen Residenten für Tongking unb Anam sind nun ernannt. Für ersteres ist es Fregatten-Kapitän Vial, für Anam der bisherige französische General-Csnsul in Tientsin, Dillon. In England hat sich mit dem Sturze des Cabinets Salisbury durch die vereinigten Liberalen und Parnelliten wieder einmal ein vollkommener Regierungswechsel vollzogen und ist das bisherige conservative Regime nun abermals durch eine liberal-radikale Regierung ersetzt worden. Eine Londoner Depesche vom 29. Januar meldet, daß von der Königin die Demission Salisburys angenommen und Gladstone mit der Bildung eines neuen Ministeriums betraut worden ist. Zum vierten Male tritt also der greise Staatsmann an die Spitze der Regierung des britischen Weltreiches und jedenfalls bedeutet dies den Beginn tiefgehender Veränderungen in der inneren wie äußeren englischen Politik, Veränderungen, die vielleicht für die Weltmachtsstellung Englands nicht ohne bedenkliche Conscquenzen sein werden. Aus Madrid wird von einer daselbst stattgesundenen Kundgebung unbeschäftigter Arbeiter berichtet. Nachdem der Präfekt indessen versprochen hatte, daß er für Arbeit und Beschäftigung sorgen wolle, gingen die Arbeiter wieder friedlich auseinander. Die Friedens-Nachricht, daß das Athener Cabinet sich dem Willen Europas fügen und zu dem Zwecke zurücktreten wolle, bewahrheitet sich leider nichtt Eine amtliche Athener Mittheilung dementirt dieses Gerücht in entschiedener Weise; Griechenland will also aus seiner herausfordernden Haltung dem vereinigten Europa gegenüber verharren. Da ist es denn hohe Zeit, daß die Mächte dem griechischen Störensried zeigen, wie ernst es ihnen mit ihrer Absicht ist, einen vom Zaune abgebrochenen Krieg Griechenlands gegen die Psorte zu verhindern. Die Flotte der Großmächte, welche sich gegenwärtig in der Suda- bucht auf Kreta versammelt und welcher deutscherseits der „Prinz Friedrich Karl" angehört, wird auch die griechische Regierung hierüber nicht im Unklaren lassen. — In Bukarest dürften die Friedens-Verhandlungen zwischen Serbien und Bulgarien Anfangs dieser Woche begonnen haben. Deutschland. Darmstadt, 1. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog habe« Allergnädigst geruht: Am 23. Januar den Amtmann bei dem Kreisamte Dieburg, Dr. August Dietz, zum ständigen Referenten der akademischen AdministrattonS'Comnussion, unter Verleihung des Amtstitels: „Universitäts-Amtmann", zu ernennen. Türkei. Konstantinopel, 31. Januar. Das zwischen Zanon und Kiamil Pascha verereinbarte Arrangement bezüglich Ost-Rumeliens wird heute vom Ministerrathe discutirt und dem Sultan zur Ratification unterbreitet. Telegraphische Depeschen. Wolff>S telegr. Sorresponbenz - Brrrearr. Berlin, 1. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, dem Reichskanzler- Fürsten Bismarck seien anläßlich dessen Reden »om 28. und 29. Januar bei der Polen- debatte aus den verschiedensten Theilen deS Reiches Zustunmungserklarungen rüge- gangen. Auch aus Oesterreich, und insbesondere Böhmen, beglückwünschten Deutsche in Telegrammen und Zuschriften den Reichskanzler zu seinem energischen Vorgehen im Interesse der deutschen Nationalität. r m r L — Im der Begründung zu oem Anträge Preußens beim Bunbesrath, betreffend die Ausdehnung des Socialistengesetzes bis zum 30. September 1891, heißt es unter 1) auf dem Bürgermeisterei-Bureau über 11000 Personen; 2) auf dem Bureau für Armen- und Krankenpflege resp. bei dem Armenkasse- sn.-rt.vv,.» . rechner 6300 Personen; 2. 8. 4. 5. 6. 7. Standesamt nach Durch- Ebens» erheblich ist die Zahl der vorübergehend mit Geld,Kleidern, Brennmaterial, Lebensmitteln u. s. w. unterstützten dahier wohnenden Familien und einzelstehenden Personen resp. derjenigen, welche auf Grund des von der Armendeputation mit der Landes-Universität abgeschlossenen Vertrages unentgeltliche Aufnahme in dem akademischen Hospital fanden und solcher, welchen das Schulgeld erlassen wurde, deziehungsweise deren Kindern die erforderlichen Schulbücher auf Kosten der Armentasse angeschafft wurden. Außerdem wurden 35 Kinder auf Kosten der Armenkasse in Privatpflege gegeben, darunter 27, deren Eltern resp. Mütter dahier nicht heimaths- Lerechrigt waren. Im Bürgerhospital befanden sich 23 Personen — 15 Männer und 8 Frauen. Das Reichsbranntweinmonopol. Gesuch des Bäckermeisters Jacob Horn dahier um pachtweise Ueberlassung eines Holzlagerplatzes am Lutherberg. Aufstellung eines Brunnens in der Nordanlage. Ausbau der Ostanlage. Erbauung eines Hauses für die Herberge zur Heimath in Gießen. Gesuch des Schreinermeisters Emil Müller um Erlaubniß zum Bauen an der Schillerstraße. Anderem: Es sei weder den Gegnern des Gesetzes gelungen, in der überwiegenden Mehrheit der Nation den Glauben an die ersprießliche Wirkung des Gesetzes zu erschüttern, noch lasse sich behaupten, daß diese Wirkung bereits in dem Maße sich fühlbar gemacht habe, um definitiv auf das Gesetz zu verzichten. — Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts verurtheilte den Nedacteur der „Volkszeitung", Holdheim, wegen Beleidung des Fürsten Bismarck durch einen Artikel, worin die Nationaldotation an den Fürsten Bismarck der Gewährung von Diäten an Neichstagsabgeordnete aus Privatmitteln gegenübergestellt war, zu sechs Wochen Gefängniß. — Das Abgeordnetenhaus genehmigte nach unerheblicher Debatte die Etats des Kriegsministers, der landwirthschaftlichen Verwaltung und der Gestütsoerwaltung unverändert. Beim Beginn der Sitzung kam der Präsident auf den Zwischenfall vom Samstag zurück und führte eine Reihe von Präzedensfällen an, wo ohne Vorberathung durch die Budget-Commission selbstständige Anträge auf Geldbewilligung angenommen wurden. Bachem und Schorlemer beantragen eine anderweitige, jeden Zweifel ausschließende Formulirung des Paragraphen 27 der Geschäftsordnung durch die Geschäftsordnungs-Commission. Die Berathung der Anträge erfolgt erst später nach deren schriftlicher Einbringung. Wilhelmshaven, 1. Februar. Das Panzerschiff „Friedrich Carl" ist gestern in See geggngen. Wien, 1. Februar. Im Abgeordnetenhause brachte die Regierung den Entwurf des Socialistengesetzes, sowie den Gesetzentwurf, betr. die Krankenversicherung der Arbeiter, ein. Der Abg. Fuchs richtete an das Ministerium eine Interpellation wegen der behördlicherseits nicht behinderten Ausstellung der anstößigen Bilder Were- schagins im hiesigen Künstlerhaus. — Der deutsche Club des Abgeordnetenhauses beschloß, dem Reichskanzler Fürsten Bismarck anläßlich dessen Reden bei der Polendebatte seine Zustimmung und seinen Dank auszusprechen. Paris, 1. Februar. Das „Journal officiell" veröffentlicht heute die Ernennung Paul Dert's zum Generalresidenten in Annam, sowie die Ernennung Dillon's und Vial's zu Residenten in HuL und in Hanoi. London, 1. Februar. Gutem Vernehmen nach lehnte Lord Hartington den Eintritt in das neue Cabinet ab, weil er der irischen Politik Gladstone's nicht zu- ftimmen könne. Es wird versichert, das neue Cabinet werde die Errichtung einer legislativen Versammlung in Dublin zur Regelung rein irländischer Fragen unter der Bedingung zugestehen, daß für die Aufrechterhaltung der Integrität des Gesammt- reichs und der Rechte der Krone ausreichende Sicherheit gewonnen werden. Die Vorlegung eines Gesetzentwurfs über die irische Landfrage soll vertagt werden. — Wie die „Times" erfährt, verweigerte Sir Henry James den Eintritt in das Cabinet aus denselben Gründen wie Hartington; auch die Lsrds Selborne und Derby lehnten ab, die übrigen Peers jedoch, welche im vorigen Jahre unter Gladstone dienten, würden wiederum Mitglieder des Cabinets Gladstone sein. Dilke dürfte vorläufig kein Ministeramt annehmen. London, 1. Februar. Gladstone hat sich heute Vormittag 9*/r Uhr nach Osborne zur Königin begeben. —- Im Unterhause theilte Hicks-Beach und im Oberhause Lord Salisbury mit, die Königin habe die Demission des Cabinets angenommen unö Gladstone die Bildung des neuen Cabinets übernommen. Beide Häuser vertagen sich hierauf bis zum Donnerstag. Portsmouth, 1. Februar. Gladstone ist Nachmittags hier eingetroffen und hat sich nach kurzem Aufenthalt nach Osborne eingeschifft. Von der Bevölkerung wurde Gladstone überaus lebhaft begrüßt, auf eine Ansprache des Mayors erwiderte er, daß er wohl nur noch eine kurze Zukunft vor sich habe. Molta, 1. Februar. Die österreichische Fregatte „Radetzky" und mehrere italienische Panzerschiffe sind in der Sudanbai eingetroffen. Für 5 in das Landeshospital Hofheim und für 2 in die Landes-Irrenanstalt Heppenheim aufgenommene Personen hatte die Armenkasse das Pfleggeld zu.entrichten und zwar bei 3 auf Grund des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz. Ferner waren 2 Kinder — je 1 Knabe — in den Rettungsanstalten Hänlein und Jugenheim und 1 Kind — Mädchen — in der Blindenanstalt in Friedberg auf Kosten der Armenkasse untergebracht. Für den Knaben in Hänlein trägt der Staat die Hälfte der Pflegekosten. In Gemäßheit des § 28 des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz mußten 109 männliche ortsfremde Personen mit 3110 Verpflegungstagen und 8 weibliche ortsfremde Personen mit 130 Verpflegungstagen — die ersteren zum weitaus größten Theil Handwerksburschen — im Laufe des Jahres 1884 in das akademische Hospital eingewiesen und 29 männliche Personen mit 316 Verpflegungstagen wegen Platzmangel in die Herberge zur Heimath, von welcher aus sie ambulatorisch behandelt wurden aufgenommen werden und weitere 40 dergleichen Personen wurden mit Kleidungsstücken und in sonstiger Weise unterstützt. Das Vermögen der Armenkasse hat sich im Etatsjahre 1884/85 auf 351,899 JL 91 H, dasjenige der Plock'schen Stiftung auf 101,578 Jü 57 erhöht. Von dem allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege wurden im Jahre 1884 — 145 Personen und Familien mit einem Gesammtkostenaufwand von 5183 JL 58 Pfg. unterstützt. In 184 Familien übernahmen die Schwestern Krankenpflege mit 448 Nachtwachen. In die Kinderkrippe wurden im Jahre 1884 im Ganzen 2783 Kinder ausgenommen, durchschnittlich täglich (mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) 10 bis 12 Kinder. In den Monaten Juni und Juli mußte die Krippe nKgen Ausbruchs der Wasserblattern und wegen Ueberhäufung der Pflegerinnen mit Krankenpflege, theil- weise geschlossen werden. (Forts, folgt.) — Am Sonntag Vormittag tagte in Stein's Garten der 1. Gauschützentag des Gau-Verbandes Hessen und Nassau. Anwesend waren Vertreter der Vereine Alsfeld Friedrichsdorf, Laubach, Marburg, Gießen. Schriftliche Zustimmung zur Gründung des Gau-Verbandes sind noch von Weilburg und Biedenkopf eingetroffen. Es wurde em Gauausschuß gewählt und zwar C. Brück-Gießen als Gauvertreter, Dula- Marburg als Rechner, Heldmann-Laubach als Schriftführer, Krauße-Alsfeld und Apehard-Friedrichsdorf als Beisitzer. Als Festort des 1. Gaufestes wurde Gießen vorgeschlagen und genehmigt. Gießen, 2. Februar, lieber Herrn Professor Epstein, welcher am Donnerstag und Freitag im Cafä Leib zwei Vorstellungen geben wird und welcher auch kürzlich in Darmstadt bei einer Soiiöe durch die Anwesenheit Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs und dessen Familie ausgezeichnet wurde, schreibt die „Berliner National- Zeitung" : „Gestern Abend begann im Belle - Alliance - Theater der Hof-Eskamoteur Illusionist und Spiritist Herr Professor Epstein einen Cyclus von Vorstellungen auf dem Gebiete der Salonmagie und des Spiritismus. Die Erstlingsvsrstellung war überaus zahlreich besucht. Man sollte annehmen, daß auf diesem Felde dem Betachini schon so viel abgezwungenen, nichts neues mehr unter der Sonne, aber richtiger unter dem obligaten geheimnißvollen Kerzenlichte erstel n könne. Herr Epstein belehrt uns eines anderen, die meisten seiner Pieren überraschen durch vollkommene Originalität oder durch mindestens vielfach neue Variationen. Herr Epstein übertrifft viele seiner Kollegen durch »irtuofe Fertigkeit, Neuheit, Sicherheit und Eleganz, mit der er seine Kunststücke ausführt, and) arbeitet er factisch nach einer ganz neuen, hier noch nicht gesehenen Methode, weßhalb die Täuschungen, die der Künstler nur durch seine Gewandtheit und Fingerfertigkeit hervorruft, um so mehr überraschen, da wir ja ohnedies unseren Lesern die Erklärung dafür schuldig bleiben müssen. Genug, das von dem Künstler Gebotene brachte demselben wiederholt lebhaften Verfall ein. Freunden derartiger Kunst können wir daher den Besuch der angekündigten Vorstellungen empfehlen." 8 o f a l K. Gießen, 2. Februar. Tagesordnung für die Stadtoerordneten-Sitzung aist Donnerstag den 4. Februar 1886, Nachmittags 4 Uhr. 1. Tue Verwerthung des Eichenstammholzes aus dem Stadtwald pro 1886/87. 30 Sitzungen ab, in welchen 562 Gegenstände zur Berathung und Beschlußfassung gelangten. In dem gleichen Zeitraum verhandelte die Baudeputation in 39 Sitzungen 329 Gegenstände, welche häufige Augenscheinseinnahmen veranlaßten, an denen theil- rveise der gesammte Stadtvorstand Theil nahm, die Finanzdeputation in 12 Sitzungen 30, das Curatorium für die höhere Mädchenschule und für die erweiterte Volksschule für Mädchen in 3 Sitzungen 12, der Schulvorstand für die städtischen Volksschulen in 10 Sitzungen 57, die Armendeputation in 27 Sitzungen 574 Gegenstände. Außerdem hielten die für sonstige allgemeine Berwaltungsgegenstände gebildeten ständigen Deputationen, insbesondere die Deputation für Feuerlöschwesen, sowie die für spectelle Angelegenheiten bestellten Commissionen, von diesen namentlich die Commission für die Quellwasserleitung, häufig Sitzungen. Der Personenverkehr auf oem Bürgermeisterei-Bureau, auf dem Bureau für Armen- und Krankenpflege resp. bei dem Armenkasserechuer und auf dem im Kalenderjahr 1884 übersteigt denjenigen im Jahre 1883 und beträgt fchnittsberechnungen: 8. Gesuch des Stadtgärtners Johannes Balser um Erlaubniß zur Ableitung des Wassers aus seinem Garten am Wieseckerweg. 9. Gesuch der Bewohner auf dem Seltersberg um Eröffnung der Straße -wischen den Häusern Nr. 30 und 40 daselbst. 10. Die Fassung des Stadtbachs in eine Steinsohle. 11. Ausnahme des Hamm in den Stsdtbauplan. 12. Decretur von Kostenrechnungen. Gießen, 2. Febr. Der Verwaltungsbericht Gr. Bürgermeisterei Gießen pr. 1884/85 ist uns seeben zugegangen. Wir entnehmen demselben das für unsere Leser am Meisten Jnteressirende und zwar vorerst aus dem „Allgemeinen Bericht". Nach diesem hielt die Stadtoerordneten-Dersammlung in dem Zeitraum vom 1. April 1884 bis dahin 1885 3) auf dem Standesamt etwa 5200 Personen. Was die öffentliche Armenpflege betrifft, wurde für dieselbe im Rechnungsjahre 1884/85 auf gewendet: 1) von der Armenkasse 15601 JL 97 2) von der Plock'schen Stiftung 3868 74 H, in welcher Summe jedoch ein Zuschuß von 3300 Jü zur Armenkasse enthalten ist; 3) Zuschuß aus der Stadtkasse 26800 Jt, so daß der Gesammtaufwand für die öffentliche Armenpflege 42970 JL 71 $ beträgt. Die Gesamnttzahl der Familien und einzelstehenden Personen, welche ständige Unterstützung erhielten, betrug 286. Hierunter befinden sich 174, welche auf Grund des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz ihren Unterstützungswohnsitz dahier erworben haben. Vermischtes. Lich, 1. Februar. sHerberge zur Heimath in Gießen.) Gewiß ist cs für jeden Freund unseres Volkes eine erfreuliche Thatsache, daß das Verständniß für die Gemein- uützcgkett der sogen. Herberge zur Heimath in immer weitere Kreise dringt, davon uns zu überzeugen hatten wir auch hier Gelegenheit. Infolge des von dem Vorstand des Oberhessischen Vereins für innere Mission erlassenen Ausrufes vom November v I beteiligten sich an dem 3% Anlehen für die Herberge zur Heimath in Gießen nicht nur das Fürstliche Haus dahier mit der namhaften Summe von 4300 JL, sondern es wurden auch aus der hiesigen Bürgerschaft von 17 Darleihern bis jetzt 2600 gezeichnet. Wenn auch anderwärts von den Mitgliedern und Freunden des genannten Vereins für diese bereits seit 5 Jahren als lebenskräftig und segenbringend erwiesene Anstalt in Gießen das gewünschte Interesse betätigt wird, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die erforderliche Summe von 40—50000 alsbald zusammenkommen werde. Glaubwürdigen Mittheilungen nach sollen schon über 32 000 zu besagtem Zweck gezeichnet sein. Wir wünschen dein Unternehmen im Interesse der guten Sache welcher es dient, besten Fortgang! Darmstadt, 30. Januar. (Das Verbrechen an den Fach'schen Eheleuten 1 Die beiden des «erbrechens gegen die Eheleute Fach dringend verdächtigen Individuen ' Traugott Ferdinand Kern aus Kittlitz in Sachsen und Wilhelm Oldendorf aus Wersau sind nunmehr verhaftet und es ist nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittelungen die Betheiligung weiterer Personen nicht indicirt. Darmstadt, 1. Febr. Mit Blitz und Donner hat gestern der Monat Januar Abschied genommen. Gegen 6 Uhr und gegen 8 Uhr Abends tobte auf kurze Zeit ein heftiges Gewitter, begleitet von einem orkanartigen Sturm. Frankfurt a. M., 1. Februar. Gestern Abend zogen verschiedene mit heftigem Sturme begleitete Gewitter über Frankfurt. Mehrere Straßen, wie die Neue Kräme, Römerberg rc., waren um halb 9 Uhr total überschwemmt. Ein Blitz fuhr zu Sachsenhausen dem „Gickel" auf der Kirche den Kopf ab. Der elektrische Strom wurde durch den Blitzableiter gut abgeleitet. — Vor dem vereinigten II. und III. Strafsenate des Reichsgerichtes begann Montag früh 9 Uhr die Verhandlung des Landesverrathsprocesses gegen den dänffchen Hauptmann a. D. Saramv aus Kopenhagen und den Journalisten Röttger aus Mainz Den Vorsitz führte der Präsident des II. Strafsenates, Dr. Drenkmann, die Staatsanwaltschaft wurde vertreten durch Herrn (Ober-)Reichsanwalt v. Wolff und Herrir Reichsamvalt Treplin; das Protokoll führt der Canzleirath Herr Schleiger. ' Als Zeugen resp. Sachverständige sind 14 Personen geladen, darunter verschiedene Herreir aus dem großen Generalstabe; auch die Wittwe des verstorbenen Landesveräthers Hauptmann a. D. Hentsch wurde unter den Zeugen bemerkt. Da es schon vorher bekannt geworden war, daß Eintrittskarten nicht ausgegeben werden, so hatte sich nur wenig Publikum, hauptsächlich Journalisten, zur Eröffnung der Verhandlung eingefun- den. Die Angeklagten bieten in ihrer äußeren Erscheinung nichts Bemerkenswerthes Röttger ist ein Mann in den mittleren Jahren mit dunklem Vollbart und scharfblickenden Augen, Sarauw dagegen ist etwas älter und macht eher den Eindruck eines mißgestimmten Handwerksmeisters als eines früheren Osficiers. Siachdem der Präsident die Angeklagten gefragt hatte, ob sie Nötiger bezw. Sarauw hießen, stellte Neichsanwalt v. Wolff den Anttag auf Ausschluß der Oesfentlichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlung. Der Gerichtshof gab diesem Antrag Folge wegen zu befürchtender Gefährdung der öffentlichen Ordnung. Als einziger Zuhörer verblieb im Saale Sc. königl. Hoheit Prinz Friedrich August von Sachsen. — sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armce-Corps.j Blankenhain (Thüringen), Gemeindevorstand, 2. Schutzmann, auf Kündigung ohne Pensionsberechtigung, 700 jährlich und ein Zuschuß zur Uniform oder freie Uniform. — Kassel, Königliches Gymnasium, Schuldiener, auf Kündigung, 900 Jt. und Dienstwohnung. — Gießen, Bauleitung der Kasernen-Neubauten, Nachtwächter, auf Kündigung, 2.50 pro Tag, einschließlich für Halten eines Hundes. — Lüdenscheid , Polizeiverwaltung, Nachtwächter auf Lebenszeit, 500 Jt. — Wiesbaden, Bürgermeisterei, zwei Obernachtwächter und zehn Nachtwächter auf Kündigung ohne Pensionsberechtigung, je 1050 «X Gehalt und freie Dienstkleidung und je 504 JL Gehalt und freie Dienstkleidung; desgleichen 4 Neservenachtwächter auf Kündigung ohne Pensionsberechtigung mit je 252 ** Gehalt und freier Dienstkleidung. Eingesandt. Ein recht lehrreiches, ebenso populär wie interessant geschriebenes Merkchen ist dieser Tage bei Earl Rühle in Leipzig erschienen. Es ist betitelt „Die Kunst der öffentlichen Rede" und bat zum Verfasser den in unserer Stadt wohnenden, in weiten Kreisen bekannten und geschätzten Herrn Adolf Mitzenius. Unseres Wissens hat die Literatur auf diesem Gebiete bisher nichts aufzuweiscn gehabt, denn das ähnlich betitelte Werk von E. Palleske „Die Kunst des öffentlichen Vortrags" behandelt nur das deklamatorische Gebiet der Rede, welches darin besteht, die von dein Dichter in seinen Dichtungen niedergelegten Gedanken und Empfindungen mittelst der Sprache und Mimik zur Darstellung zu bringen. Dagegen bezieht sich das vorliegende Merkchen des Herrn Mitzenius ausschließlich auf die freie Rede. Es will zur Belehrung über die äußeren und inneren Redeeigenthümlichkeiten dienen und Anleitung geben, in welcher Weise die beim „Sprechen vor dem Publikum" häufig vorkommenden Fehler, die mitunter eine an und für sich nicht schlechte Rede beeinträchtigen, vermieden werden können. Infolgedessen fehlt es in dem Büchlein nicht an Belehrungen und Andeutungen darüber, wie Jeder, sowohl derjenige, welcher dazu berufen ist, als auch derjenige, welcher sich „für berufen hält", bei Der einen oder anderen Gelegenheit als Redner zu fungiren, zu Fertigkeit der Rede und zu schönem, gefälligen und correcten Vortrage derselben gelangen kann. Mit prächtigem Humor, öfters mit beißender Satyre schildert der Verfasser die heutigen Tages grassirende „Redesucht", infolge welcher Jeder das Vedürfnitz fühlt und die Befähigung in sich verspürt, als öffentlicher Redner zu glänzen und wo dann beim ersten Debüt bereits die Unmöglichkeit der Uebersetzung aus der Theorie in die Praxis in einer für den Redner peinlichen Weise zu Tage tritt. Wir können das Merkchen den Lesern, einerlei, ob sie sich als Redner ausbilden: wollen oder nicht, zur Vectüre auf’s beste empfehlen; den ersteren werden die darin gegebenen Winke sehr nützlich sein, den letzteren wird das Merkchen zweifelsohne eine angenehme Unterhaltung gewähren. K. Handel und Verkehr. Gießen, 2. Februar- Auf dem heutigen Markt kosten Butter per PkunD A O.8O- 0 95, Hühnereier pr- Stck. 7—8 Enteneier St- 0—0 Käse pr. St. 5—8 a, Käsematte 3—0 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 28 Tauben per Paar 0,70 bis 1,00 Hühner per Stück A 1-20—1.40, Hahnen pr. Stück A 1.40—2.00, Enten per Stück A 2.00—2.50, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 Schweinefleisch 50—60 Hammelfleffch 50—62 Kalbfleisch 48—50 Kartoffeln per 100 Kilo A 3.50—0.00, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per (Zentner A 6.50-7.00. Frankfurt, 1. Februar. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Metterauer A 17,00—17,25, fremder A 17,25—19,50, Roggen eff. hi es. A 14,25—14,75, fremder A 14,50 -15,00, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer A 16,00—17,00, fremde A 18,00—19,00, Hafer eff. hies. A 13,50—13,75 fremder A 13,50—14,50. Frankfurt, 1. Februar. Der heutige Viebmarlt war stark befahren. Angetrieben waren 356 Ochsen, ca. 15 Bullen, ca. 401 Kühe und Rinder, ca. 230 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Cual. A 60—62, 2. Quast A 50—55, Kühe und Rinder 1. Qual. A 50—55, 2. Qual. A 38—44 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 62—65 H, 2. Qual. 55—60 $ per 1 Pfund Schlachtgewicht. tFiaua* AmheMe EiseMhue«. Am 1. Februar er. gelangt der Nachtrag I zum Local-Personentarif zur Einführung. lieber dessen Inhalt ertheilen sämmt- liche Billetexpeditionen Auskunft. Gießen, den 30. Januar 1886. Großherzogliche Direction. 749 Holzverfteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 9. Februar 1886, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Stolzenmorgen und Zollstockswäldchen nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Tcheith. Prügelh. Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Eichen 1997/io 915/io 1249/io 3400 Nadel - — - 3200* *) Durchforstungsholz. B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 10 Nadelstämme mit 1,28 Festm., 2 Erlenstämme „ 1,50 „ 239 Fichten - Derbstangen mit 7,03 Festm., 2550 Fichten-Reisstangen mit 29,17 Festm. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Rödgen an den Ochsenwiesen. Gießen, am 2. Februar 1886. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, Beigeordneter. 767 Jeikgeßotenes. 472 Eine gut erhaltene Speise- u. Mohnfimmer- einrichtung wirb wegen Veränderung preiswürdig abgegeben. Näheres bei Möbeltransporteur Mütter, Löwengasse. Feinsten Düsseldorfer Tafclsenf offerirt das 527 Drogengeschäft von Otto Schaaf, Seltersweg 39. Zur Battsaisou empfehle: Volants, Spitzen in überaus billigen Preisen, farbigen Allas in sämmtlichen Nuancen, darunter schon eine schöneQualität Mtr. 1,50. । 273 Ao Fangmann. • Al rgeMeLv er AüzeiMr. Durch directen Einkauf bin ich in den Stand gesetzt, meine sämmtlichen Artikel, die ich gleich meinen Vorgängern nur in den besten Qualitäten weiter führe, erheblich billiger verkaufen zu können. Lows Walther, Finna: Gescliw. Sauer Nachfolger, 753__Mndenplatz._________ WMIlBBWIiUI ifll'n |i|ll|Hi| i"i ÜTIIini|~li'_7lllllllii m Hl Hfll TO" nn ilO JZZjYni 17 L'.- Lungen- und Halskranke, Schwindsüchtige und an Ast hma I Leidende werden auf die Heilwirkung der von mir im Innern Russlands ent- Ba decten Medicinalpflanze, nach meinem Namen „HOMERIANA“ benannt, auf- g merksam gemacht. Die Broschüre darüber wird kostenlos und f-anco zugesendet. ” Das Packet Homeriana von 60 Gramm, genügend für 2 Tage, kostet 1 Mk. 20 Pf. H Ich warne vor Ankauf der von allen anderen Firmen offeiirten, con^tatirt W unechten Homeriana-Pflanze. Echt zu beziehen nur allein directe durch mich PAUIi HOMERO in Triest« (Oesterreich) M Entdecker und Zubereiter der allein echten Homeriana-Pflanze. 334 9 Invenlur-Ausierkaiit Bis zum 20. Februar gebe sämmtliche Lagerwaare zum Einkaufspreise ab. Besonders mache auf mein reichhaltiges Lager in Leinen-, Bett- und Baumwollwasren, Tische und Handtücherzeugen, fertiger Wäsche, Tricotagen, Normalhemden, Fla- nellhemden, schwarzen Eachemirs re. und Gardinen in reicher Auswahl aufmerksam und lade zu zahlreichem Besuche ergebenst ein. ess Herrn. Aug. Müller. Meinen schon seit mehreren Jahren bestehenden j Hähmaschmemrerkaiif - ’S bringe hiermit in empfehlende Erinnerung. £ ? Reparaturen an Nähmaschinen aller Systeme, sowie Neuaus- 5* * sühruugen und Reparaturen aller in mein Fach ein- ft * schlagenden Artikel werden von mir übernommen und schnell und ® * unter Garantie ausgeführt. v 5 Achtungsvoll £ 5 Hermann, Kraft, Mechaniker 688 Neuenweg Nr. 46, = Bad Sodener = Mineral - Brus t - Pastillen der „Sodener Pastillenfabrtt" zu Bad-Soden am TaunuS, bereitet unter ärztlicher Kontrolle aus den Salzen der Quellen No. 3 und 18. Diese, durch Abdampfung gewonnenen Salze sind mit der den Quellen reichlich ausftrömenden Kohlensäure gesättigt, die Pastillen enthalten dieselben Bestandtheile als die Heilquellen, folglich auch deren Heilkräfte. Mit größtem Nutzen werden sie angewandt: bei Lungen-Catarrhen, chronischen Catarrhe« deö RacheuS und Kehlkopfs, sowie bei verschiedenen Unterleibsstörunge«, besonders wenn solche mit Lungcn-(5atarrhe« verbunden sind. Ausführlicher Prosnekt liegt einer jeden Schachtel bei. _________ ________Zu beziehen durch alle Apotheken.__ Herberge zur Heimat. Nachdem die Zeichnungen von Geld für den Neubau unserer Herberge nahezu vollendet sind, theilen wir mit: 1. daß die als Geschenk gezeichneten Beträge, soweit sie nicht alsbald baar entrichtet worden sind, im Laufe der nächsten Woche erhoben werden, wobei ein eigenhändiger Vermerk in der Liste als Quittung dient; 2. daß die gezeichneten Darlehen auch vor dem i. März bei Herrn Fabrikant E. Kauffmann, Alicenstr. 25, eingezahlt werden können, und von dem Tag der Einzahlung an verzinst werden. 692 Der Vorstand. Griechische Weine (directer Import von Cephalonia) Mount Enos Rombola, Alter MuScato, Malvasir, Süßer Museato, per Flasche incl. 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Schulze innegehabte Lade«, in welchem ein Colonial- und Flaschenbier-Ge- ichäft betrieben wurde, ist mit kleinem oder größerem Logis pr. Juni 1886 zu oermiethen. Näheres im 1. Stock des Hauses Neuen Bäue 17 bei ___M.Wode Wwe. 681] Schönes Familienlogis sogleich zu vermiethen- Feldschlößchen. 487 Der 11. Stock, 5—6 Zimmer mit allen Bequemlichkeiten, zu vermiethen und 1. April zu beziehen. _______W. Steinbach, Löberstraße 3. 563 Die durch den Wegzug des Herrn Majors von Porembsky frei werdende Wohnung im III. Stock meines Hauses, Frankfurter Straß^ 12, ist nebst Zubehör anderweitig zu vermiethen und am 1. Mai eventuell früher zu beziehen. Holzapfel, Geh. Bam ath. ~31 Der mittlere Stock meines Hauses, Südanlage 4, ist per 1. Mai anderweit zu vermiethen.__I» Alker. 739] Freundliche Wohnung an ruhige Leute zu vermiethen. __ Tiefenweg 10. 664 Ein möblirtes Zimmer zu ver- mirthen im______________Gambrinus. 674 Ein kleines neu hergerichtetes Familienlogis an ruhige Leute, sofort beziehbar, zu vermiethen. C. Hohmeier, Sonnenstraße 11. 714 Zwei kleine Familienlogis zu vermiethen. Asterweg 10. Im Saale des Cafe Mb. Donnerstag den 4. und Freitag den 5. Februar 1886, Abends 8 Uhr, Nur SN Grosse brilBante Nur SN Spiritistische Sitzungen und mysteriöse Soiree9 (nicht zu verwechseln mit schon gesehenen) Spiritismus, Klopfgeisterei, Illusion, Magie u. f. w., gegeben vom weltberühmten Professor Kais. Ruff. Hof-Prestidigitateur u. Spiritist, der die Ehre hatte, bereits vor allen gekrönten Häuptern Europas sich zu produneren. Preise der Plätze: Im Vorverkauf bei Herrn Friseur G. Gerhardt Nummerirter Platz JL 1,25, nicht nummerirter Platz 75 Kassenprcise: I. Platz 1,50, II. Platz tAL 1,—, Gallerie 50 M 69i> AM g ,;-9 ■ ' 'm' Mi Gcneratsrchtschute Fahr. (Verband Gießen.) Hauptversammlung Mittwoch den 3. Febr., Abends 8 Uhr, bei Fechtmeister C. Roth, Wallthorstraße 5. Tagesordnung: Einladung des Verbandes Frankfurt a. M. Diejenigen Fechtmeister, welche pro 1886 noch keine Fechtschulen haben, können dieselben gleichzeitig in Empfang nehmen. Um zahlreiche Beiheiligung wird gebeten. 764 Der Vorstand. Osrvald's Garten, Gießen. 768 In der großen, preisgekröntm Menagerie Meidauer finden täglich bis über Sonntag drei Vorstellungen statt, Nachmittags 4 Uhr, Abends 6 und 8 Uhr. Bei jeder Vorstellung Dressur und Fütterung sämmtlicher Naubthiere. 11. Weidauer• Pferde zum Schlachten werden in der Menagerie angekauft. Danksagung. Allen Denen, welche unserer unvergeßlichen Gattin und Mutter Elisabethe während ihrem schweren Leiden annehmend zur Seite gestanden und sie zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet haben, sagen wir unseren ir.nigsten Dank. 752 Reiskirchen, den 1. Februar 1886. Die trauernden Hinterbliebenen. Den groben Keilen hiermit zum Trotz, 's hat nix zu eilen. 748 Der grobe Klotz. Nähmaschinen Reparaturen besorgt prompt und billig Wilh. Graf, Mechaniker, 747 Schloßgaffe 17. ____ 746 A. I bes. die Cxp. d. Bl. 731 Ein zuverlässiger Bursche vom Lande bei ein Pferd gesucht. Näheres Frankfurterstraße 78- Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. Sitzung Mittwoch den 3. Februar, Abends 6 Uhr, im Hörsaal des physikalischen Instituts (Aula). Vortrag: Herr Prof. Dr. Röntgen über neue Methoden zur Erzeugung von Kälre. 733: Auch Ntchtmitglieder haben Zutritt. s i» 1 y h Zß > B 9 n Ma r s Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschrn Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika machen. Näheres bei dem General-Agenten CIbf, Erna9 Sherechow, OfiTenbnch a. und dessen Agenten r 479' I. M. Schulhof, Gieße». ^0000000000 o in em Wegzug Q lenköpf sage q und Bekannten ß Lebewohl. 7ßi g O uan Lony’s Wwe. 0 COOODOOOOOODDDQÖoB 605 Für mein Medicinal-, Drogen-,1 Chemikalien- und Farben - GefchLft suche ich auf sofort oder später einen mit den nöthigen Schulkenntnissen versehenen, jungen Mann aus guter Familie als Lehrling. Otto Schaaf, Seltersweg 39. O 765 Drei Racker. aaaoaooooooo tu seinem Wiegenfeste die herzlichste Gratulation. aoaaoaoaoiaocö 8 Verspütkl Q Unserm lieben Finanzminister Q und Naturforscher von Hangel- Q stein und Umgegend Dienstag Abend bei Scharmann. Nedacti-n: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüh loschen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.