Mr. 127 Mittwoch den 2 Juni MKG ii)Ciger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. VN einberufen werden. Jedenfalls wird die belgische Regierung dieser Bewegung gegenüber gut thun, ihre Hände nicht müßig in den Schooß zu legen. öbl. Zimmer nebst riethen. Ebersttaße 8. u ° ü 0** **□*•!• Dre französische Prinzenfrage ist ihrer Lösung näher gekommen, als noch die jüngsten Meldungen über die im Schooße des Ministeriums Frey- cinet herrschende Uneinigkeit erwarten ließen. Der Gesetzentwurf, welcher der französischen Kammer in voriger Woche in der Ausweisungs-Angelegenheit von der Regierung vorgelegt worden ist und für welchen die Kammer die Dringlichkeit beschlossen hat, ermächtigt den Minister des Innern, den französischen Thron- prätendenten den' Aufenthalt im Lande zu verbieten und setzt die Maximalstrafe für ein Zuwiderhandeln gegen dieses Verbot auf 5 Jahre Gefängniß fest. Die Radikalen benutzen diese Gelegenheit, um den Prinzen rücksichtslos zu Leibe zu rücken, indem von dem aus der Decazeviller Arbeiterbewegung bekannten soeia- listischen Deputirten Basly der Antrag gestellt worden ist, die Güter der ehemaligen Regentenhäuser Frankreichs zu veräußern und den Erlös zu einer Altervsrsorgungs-Anstalt für Arbeiter zu verwenden und Clemenceau soll sogar beabsichtigen, die obligatorische Ausweisung der Prinzen zu beantragen. Offenbar hat die Sache für letztere eine sehr kritische Wendung genommen und der orleantstische Thronprätenoent, der Graf von Paris, welcher mit seiner Gemahlin von den Liffabonner Hochzeits-Feierlichkeiten zur Stunde nach Paris zurückgekehrt ist, dürste leicht den französischen Boden sehr bald wieder verlassen müffen. Die Einbringung des erwähnten Gesetzentwurfes führte natürlich in der Kammer zu lärmenden Demonstrationen von Seiten der Monarchisten und Durch die belgische Arbeiterwelt geht eine abermalige Bewegung. Von der Arbeiterpartei ist beschlossen worden, für den 13. Juni, den Pfingstsonntag, in allen Provinzial/Hauptorten Belgiens Manifestationen zu veranstalten. Falls diese — wie wahrscheinlich — untersagt werden sollten, so würde zu dem genannten Tage ein großer Socialiften-Congreß nach Brüssel r SchiUßraßr 7. Erscheint t-Mch mit Stetere W Deutschland. ?^Slau, 31 Mai. Die „Schlesische Volks-Ztg." meldet über dm Toast des Erzbrschofs Dmder bet dem gestrigen Diner: Er (Dinder) sei sich hn« trr^fe ner ?euen amte8 bewußt, tröste sich aber, daß er sich ba« «mt nich selbst verliehen. Der Kaiser habe ihm die Anerkennung zu Theil werden lassen; vom Papste sei er berufen. Nach dem Gebote: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, Gott was Gottes ist", werde er wie bisher auch lm neuen Amte handeln. Auf den hohen Schutz der beiden von Gott qe- I ordneten erhabenen Gewalten bauend, trinke er auf das Wohl des heiliam Vaters Leo und unseres ruhmreichen Kaisers Wilhelm. V B zz- dosen, 31 Mai. Das „Posener Tageblatt" meldet, Erzbischof Dinder treffe am 6. Juni hier ein, seine Inthronisation finde am 8. statt. Schweiz. Bern, 31. Mai. Zn der gestrigen Volksabstimmung von Basel-Land M^das Gesetz über die Einführung des Impfzwanges abgelehnt, das Jnitia- tlvbegehren um Frergebung der ärztlichen Praxis angenommen. In der Volksabstimmung im Kanton Solothurn wurde die von den Con- fervativen vorgeschlagene Revision der Verfassung mit 7166 gegen 3459 Stimmen abgelehnt. England. saa- 3L ®!ai- .?ie „Times" sagt, die Blokade der griechischen Küste muffe sortdauern, b.s ,hr Zweck, die Abrüstung Griechenlands und die Beseitigung der Quelle der Gefahr für Europa vollständig erreicht sei: Europa verlange eine Versicherung der griechischen Regierung, daß sie an der Politik, berm erster Schritt das Abrüstungsdeeret gewesen sei, festhalten wolle. 3 & onntags- » 4107 Z Preis vierteljShrlich 2 Mark 20 Pf. mtt Durch bk Post tqogen viertchührlich 2 MarkU .................... .... Politische Ueberficht. _ v m Gießen, 1. Juni. Sei der Vertagung des Reichstages ruht der parlamentarische Schwerpunkt (n der zur Vorberathung des Branntweinsteuer-Entwurfes eingesetzten Commission, deren Arbeiten aller Voraussicht nach die Zeit bis Pfingsten aussüllen werden. Nachdem die Commission am vorigen Donnerstag die Generaldebatte, welche sich hauptsächlich um die Bedürfntßsrage drehte, zum Abschluß gebracht, ist sie am gestrigen Montag in die Specialberathung der Vorlage ein* getreten, wozu zahlreiche Amendements von den einzelnen Parteien eingebracht worden sind, ja, conservativerseits ist sogar durch Herrn v. Mirbach ein ganz neuer Entwurf angekündigt worden. Jedenfalls werden sich die weiteren Verhandlungen der Commission sehr complicirt gestalten und ob sie einen neuen kbenskrästigen Entwurf zu Tage fördern werden, steht vorläufig noch dahin. Nur das Eine kann wohl jetzt schon als ziemlich gewiß betrachtet werden, daß nämuch von der ursprünglichen Regierungs-Vorlage nicht viel übrig bleiben wird und davon, inwieweit sich die Regierung den gestellten Abänderungs-Anträgen gegenüber entgegenkommend verhalten wird, dürfte es abhänqen, ob überhaupt noch etwas zu Stande kommt. . In verschiedenen Blättern ist die Behauptung aufgetaucht, . der Reichskanzler, welcher bekanntlich schon seit vorvoriger Woche auf feinem ^uenburgischen Landsitze Friedrichsruhe weilt, werde den ganzen Sommer von Berlin fern bleiben. Dies muß aber als eine bloße und noch durch nichts begründete Vermuthung bezeichnet werden. Fürst Bismarck ging einfach auf ärztliches Anrathen nach Friedrichsruhe und wollte ursprünglich nur einige Tage daselbst verweilen; inzwischen erfolgte aber die Vertagung des Reichstages und hiermit entfiel der Hauptgrund für eine rasche Rückkehr nach Berlin. Wahr- schernlich ist, daß Fürst Bismarck bis Pfingsten in Friedrichsruhe bleiben, dann aber voraussichtlich nach der Reichshauptstadt zurückkehren wird, um den Special- Berathungen des Reichstages über die Branntweinsteuer-Vorlage beizuwohnen. Der Zollkrieg zwischen Oesterreich-Ungarn undRumänien hat thatsächlich begonnen. Eine österreichische Ministerial-Verfügung verbietet vom 1. Juni er. ab die Durchfuhr von aus Rumänien stammenden Schafen, Schweinen, Pferden u. s. w. Die Verfügung wird durch Veterinär-Rücksichten motivirt, aber in Wahrheit handelt es sich darum, durch dieses den lebhaften rumänischen Viehhandel nach Oesterreich empfindlich treffende Verbot aus Rumänien eine starke Pression auszuüben. Bei der in Bukarest gegenwärtig herrschenden anti-österreichischen Stimmung dürfte aber das Verbot vorläufig nur Gegenmaßregeln rumänischerseits zur Folge haben. . Das österreichische Landsturmgesetz ist nun auch vom Herrenhause definitiv genehmigt worden und hat somit diese für die Stärkung der Wehrkraft Oesterreichs bedeutsame Vorlage die vollständige parlamentarische Sanction erhalten. Telegraphische Depesche«. wolff's Megr. CsLsBrrr«arr» „ , 3?‘ Mm. Staatssecretär Graf Bismarck begab sich heute Nachmittag nach Frreorichsruhe. ö eingetroff?n^ Mai. Der Graf von Paris ist am Sonntag früh wieder hier i ^er ,/Temps" spricht sein Erstaunen darüber aus, daß nach dem über die Prtnzen-Porlage gemachten Lärm keine größere Majorität für die Ausweisung in der Kommission vorhanden sei. Man scheine die Cäsarische oder die Jacobini'sche Methode adoptiven zu wollen. Dagegen könne man nichts thun, da einmal eine Majorität vorhanden, aber man dürfe an deren Scharfblick und Erfolg zweifeln. , 3 ~ Mehrere Zeitungen meinen, die Prinzenfrage sei mehr aufgeworfen, um zuführen JU b^Mgen, als um wirklich die Ausweisung der Prinzen herbei- .Paris, 31. Mai. Der Graf von Paris ist heute Vormittag nach Eu aogererst. ~ Heute Vormittag wurden auf dem Bahnhofe von St. Marthe bei Marseille durch Zusammenstoß zwischen einem Personen- und einem Güterzuge 15 Reisende verletzt, darunter 5 ziemlich schwer. London, 31. Mai. Unterhaus. Harcourt kündiat an, er werde morgen eine betreffend die Weinzölle, einbringen. — Gladstone erklärt, er habe nicht die Absicht, mit der irijchen Landankaufsbill weiter vorzugehen, bis die Kammer in einer spateren Session die irische Verwaltungsbill wieder aufnimmt. Fowler setzt die Debatte über die irische Verwaltungsbill fort. MMN. cht llMlWtb Ml- i kann. Dr. Boekrnanu, irttnitra612L— chen vom Lande auf beres fudil für -inK-n- i im Saufe. ’ auf faforfc Hsiuchi» im # ten f-lW°«d>« u zodanni gegen gute NeustadU^. au$ inder Commission, an welche der Entwurf verwiesen wurde kam es m stürmischen Scenen. Uebrigens erklären sich selbst gut republikanische Blätter wie der „Temps und das „Journal des Döbats", gegen die Ausweisuna der utlm T &cr daß diese Maßregel einen Mangel an allem politischen Verstand verrathe. — Neben der Ausweisunas-Affaire beftfiäftiat Deputirtenkammer gegenwärtig FL.0....... v, hbr Kirche vom Staat. Anlaß hierm haben die von der Kammer gemachten theilweisen Abstriche am Cultusbudaet gegeben, em endgiltiger Beschluß der Kammer in dieser Hinsicht steht indessen noch aus. — Am Freitag hat in Paris das Leichenbegängniß des Obersten ^°^>"ger staitgefunden, ohne daß es hierbei zu der angekündiqten großen focialistischen Demonstration gekommen wäre. uagemnoigien großen ... D°s russische Kaiserpaar hat Moskau nach säst einwöchent- lrchem Aufenthalte Ende voriger Woche wieder verlassen und die Heimreise nach Petersburg angetreten. Der diesmalige Aufenthalt der Majestäten in der alten der rusirschen Herrscher erhielt durch die bekannten Kundgebunaei- @^snUpt,eS “"k- be™ Moskauer Metropoliten ein bffondere- poli- tlsch^s Relief. Indessen kann die Art und Weise, wie der Czar die Ansprachen der oeiden Würdenträger beantwortete, nur dazu beitragen, etwaige Besorgnisse der Bedrohung des europäischen Friedens zu zerstreuen. 1 «sfgfe* I i \ 6aar B >, in Säten- iuiafi ouSßerübrt- .etauer- tzderstraße »■ hingen. flLAtoterjaus. __eelter§roeg_3l ZmmerTÄeM Sen, per I.Juli ju ^Ludwigsplatz 5. _ ^uug, 4 Zimmer, ■ l-ro per 1. Ium miethen. ll, Bahnhofstr. 6 ein elegantes r 24- Juni zu ver- clbst im Hinterhaus. große Wohnung rmiethen. JJ.____________ !s Zimmer zu ver, , Marktstraße 32. sos. zu vermiethen. :gaj]e -5,3. Stock. -eimdliches Zimmer, vermiethen. Seltersroeg 71. II? S"“ii - «»■ 3»l I. 3. «. k. eit Srtbfer, ©iefeen, am 29. Mai 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen. , in Dr- Boekmann. London, 31. Mai. Das Oberhaus nahm die erste Lesung des irischen Waffen- gesetzes an. — Die „Pall Mall Gazette" veröffentlicht Details der militärischen Organisation in der Provinz Ulster, welche behufs thatsächlichen Widerstandes gegen die Autorität eines irischen Parlaments in Dublin angeblich ausgeführt werden soll. Danach hätten sich 78,561 Mann einzeichnen lassen. — In dem heutigen Meeting der Anhänger Chamberlain's beschlossen von 92 Theilnehmer 45, gegen die zweite Lesung der Home-Rule-Bill zu stimmen. In Parlamentskreisen nimmt man an, daß damit die Niederlage der Regierung entschieden und eine Auflösung des Parlaments fast sicher sei. Petersburg, 31. Mai. Die Majestäten sind gestern in Gatschina eingetroffen. Belgrad, 31. Mai. Das „Amtsblatt" dementirt die Nachricht auswärtiger Leitungen, die Negierung beabsichtige sämmtliche Bergwerke zu verpachten. Rom, 31. Mai. Cholera - Bericht. Vom 30. bis 31. Mai, Mittags, kamen in Venedig 30 Erkrankungen und 19 Todesfälle vor, worunter 8 von früher Erkrankten. In Bari 1 Todesfall. Catania, 31. Mai. Da die Lava nur noch 450 Meter von Nicolosi entfernt ist, haben die Einwohner die Stadt verlassen. Die Zugänge wurden mit Militär abgesperrt. Obwohl die Bewohner die Stadt in großer Erregung verließen, kam kein Unfall vor. Verwischtes. Offenbach, 29. Mai. sUnglücksfall.j Der Arbeiter August Schmidt von hier, 16 Jahre alt, in der Eisengießerei des Herrn F. L. Vombach beschäftigt, gerieth gestern Mittag 1 Uhr in die Transmission; er wurde beim Anstellen der Maschine erfaßt und mit herumgeschleudert. Derselbe war dort hinaufgeklettert, um, wie man vermuthet, sein Mittagsschläfchen zu halten. Er erlitt einen Ober- und Unterschenkelbruch und zwar derart, daß am rechten Bein ein Stück Knochen abgesägt werden mußte. Die Kopf- und Hirnhaut hat sich dermaßen losgelöst, daß der ganze Schädel blosliegt. Der durch sein eigenes Verschulden so schwer Verletzte wurde in's Hospital verbracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. — Heute Morgen 10 Uhr passirte in der Bleiweißfabrik von Maynz u. Wolf ein schwerer Unglücksfall. Der verheirathete Fabrikarbeiter Peter Schroth gerieth nämlich mit der rechten Hand in die Teigmaschine und wurde derart verletzt, daß die Hand nur noch mit einem Hautfetzen am Arme hängt. Wie wir hören, muß dem Unglücklichen die Hand abgenommen werden. (O. Z.) — sVersichert Eure Früchte gegen HagelschadenDiese Mahnung richten wir jetzt, wo die Gewitter bereits vielfach Schaden verursachten, an die Landwirthe. Alljährlich findet man in den meisten Fällen, in denen ein Besitzer von Hagelschaden betroffen wird, die bedauernden Bemerkung in den Zeitungen, „daß er gegen Hagelschaden nicht versichert war". Ja, warum versichert er sich denn aber nicht? Es werden alle Ackerbautreibende gut thun, sich bei Zeiten vorzusehen und gegen Hagelschaden zu versichern. Die Versicherungsprämie ist in Anbetracht des möglichen Schadens eine so geringe, daß es unverantwortlich erscheint, sich „auf gut Glück" zu verlassen, um dann bei eintretendem Mißgeschick an die öffentliche Wohlthätigkeit zu appelliren. Darum versichert zeitig! Geschichts-Kalender. 2. J«Ni. ' 1794. Einführung des allgemeinen Landrechts in Preußen. 1849. Gefecht zwischen den badischen Insurgenten und den preußischen Truppen in Baden. 1878. Attentat Nobiling's auf Kaiser Wilhelm. Handel und Verkehr. Gießen, 1. Juni. Auf dem heutigen Markt rostete r Butter per Pfund X 0.85-0.93, Hühnereier 2 Stck. 9—0 H, Enteneier St. 5—0 4/ Käse pr. St. 5—8 Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 22 Linsen 32 H, Tauben per Paar 0,65 bis 0,80 Hühner per Stück X 0.90-1.30, Hahnen pr. Stück X 1.50-1.70, Enten per Stück X. 1.00—1.50, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 H, Kuh- und Rindfleisch 52—56 H, Schweinefleisch 54-60 H, Hammelfleisch 50-66 Kalbfleisch 40-48 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—4.00, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner X 7.50—8.00, Kirschen per Pfund 50—00 H. Frankfurt, 31. Mai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 17,50-17,75, fremder X 17,50-19,75, Roggen eff. hies. X 14,75-00,00, fremder X 14,25—14,50, Gerste effectio hiesige und Wetterauer X 13,00—14,00, fremde X 00,00—00,00, Hafer eff. hies. X 14,00-14,50, fremder X 00,00-00,00. Frankfurt, 31. Mai. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren 353 Ochsen, ca. 14 Bullen, ca. 298 Kühe und Rinder, ca. 266 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 62—64, 2. Qual. X 48—56, Kühe und Rinder 1. Qual. X 54—56, 2. Qual. X 42—48 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 58—60 H, 2. Qual. 50—52 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. ' Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 31. Mai. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 348 Stück Rindvieh und 1043 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 21. Juni l. I. — Es kursiren falsche „Hundert MarkReichsbanknoten". Dieselben sind'an Folgendem kenntlich: 1. Die Buchstaben der Strafandrohung unter dem rothen Con- trolstempel sind etwas zusammengedrängt und größer als auf den echten Scheinen. Die blaue Färbung der Vorder- und Rückseite ist Heller. 2. Die am oberen Rande der Kehrseite eingedruckten Ziffern sind größer als bei den echten und braunroth statt hellroth. Die Farbe der Banknoten ist fast immer weißlich grau statt hellblau.. 3. Das Wasserzeichen fehlt den falschen Noten und der Druck der Sttafandrohungen auf der Vorderseite ist schlecht, auch der des Adlers undeutlich. Die Nummern der falschen Noten sind nicht gleichlautend, sondern verschieden. Die rothen Nummern auf der Rückseite sind nicht aufgedruckt, sondern mit einem Pinsel ausgetuscht. 4. Die Ausführungen der Schraffierung, Muster und Reliefs sind ungenau. Der obere Kreiszierstrich in dem „H" bei dem Worte „Hundert" ist beinahe zirkelrund, während er auf den echten sich oval darstellt. Das „N" in dem Worte „Reichsbank" ist auf den nachgemachten Scheinen mehr breit als hoch. Der Aufstrich vom „v" zum „K" in dem Namen „v. Koenen" ist auf den falschen Noten nach außen, also konkav, bei den echten aber nach innen, also konvex, gebogen. Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde. Gottesdienst. Himmelfahrttag, den 3. Juni. Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr in der Friedhofskapelle: Pfarrer Schlosser. Temperatur der Lahn. Am 1. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15°, Luft 21* R. im Schatten. L. Ehr. Rübsamen. welche am Tage der Aufgabe erscheinen sollen, ^1111 vl?WlC/ bitten wir bis längstens Vormittags 10 Uhr i an uns gelangen zu lassen. Im Interesse der rechtzeitigen Fertigstellung unseres Blattes sind wir zu dieser wiederholten Bekanntgabe genöthigt. Die Expedition des „Gießener Anzeigers". Allgemeiner Anzeiger. HohgklScrhedung. Samstag den S. Juni d. I., von Vormittags 8 bis Nachmittags 2 Uhr, soll die letzte Diesjährige auswärtige Erhebung von Freiherrlich von Rabenau'schen Holzgeldern in der Wirtschaft des Herrn Kaspar Ran st zu Beuern stattfinden. Londorf, den 31. Mai 1886. Der Rentmeister. 4205 Schmidt. Ieilgeöolenes. Trauer-Höte in allen Formen von 4 Mk. an, empfiehlt 4189 Ph. Ellinger. Webers Carlsbader Kaffee- Gewürz in Portionsstücken, einziges Mittel, dem Kaffee-Getränk einen gleich pikanten Geschmack und dieselbe schöne Farbe, wie ihn der weltberühmte Carlsbader Kaffee besitzt, zu verleihen, ist in renommirten Colonial- waaren - Handlungen in Cartons 50 Hzu haben. 2701 !!Zur gefl. Beachtung!! 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Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Ergebnisse der Verwaltung der Wittwen- und Waisen-Kasse der Volksschullehrer vom Jahre 1883/84 betreffend. 2. Bekanntmachung Großh. Provinzialdirection Rheinhessen, den Ausschlag des Gehalts des Rabbinen zu Bingen für das Jahr 1886 betreffend. 3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lauterbach, die Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse für die israelitische Religions-Gemeinde Crainfeld, im Kreise Lauterbach, für 1886/87 betreffend. 4. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Etatsjahr 1886/87 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Com- munal-Bedürfniffe in den Land-Gemeinden des Kreises Gießen. 5. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1886 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Alsseld. 6. Namensveränderung. 7. Dienstnachrichten. 8. Nuhestandsversetzung. 9. Sterbesälle: Gestorben sind: Am 21. Januar ^r Oberappellations- und Caffations- gerichtsrath i. P. Karl Draudt zu Darmstadt; am 4. Februar der Hofgärtner des Hofgartens Bessungen I Martin Noack; am 7. Februar dec Brückenmeister i. P. Johann Stoehr zu Mainz; am 9. Februar Der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Fahrenbach Johann Eller; am 20. Februar der Gymnasiallehrer Dr. Textor zu Gießen; am 25. Februar der Lehrer i. P. Jacob Wenzel von Bubenheim zu Ober-Ingelheim; am 7. März der Oberrechnungs-Probator 2. Kl. bei der 1. Ju]tificatur-Abtheilung dec Oberrechnungs-Kammer Christian Decher zu Darmstadt; am 12. März der Director an der Realschule zu Wimpfen a. B. Karl Landgraf; am 24. Marz der Lehrer i. P. Adam Georg. Kiffeberth zu Dexheim, zuletzt wohnhaft in Bessungen; am 25. März der evang. Pfarrer - Franz Hoffmann zu Altenstadt; am 1. April der Schullehrer i. P. Valentin Listmann zu Lauterbach; am 10. April der Pferdewärter i. P. Wilhelm Best zu Darmstadt; am 13. April der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Rieder- Kinzig Johs. Simmermacher; am 13. April der Pedell an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms Marianus Schneider;" am 19. April der Rechtsanwalt Justizrath Dr. Karl Dornseiff in Gießen; am 25. April der Weichenwärter i. P. Philipp Frey zu Darmstadt; an dems. Tage der Forstmeister i. P. Ludwig Leo zu Büdingen; am 29. April der Kreis-Schulinspector für den Kreis Büdingen Johs. Karg. Berlin, 29. Mai. Die Aussichten für das Zustandekommen eines . brauchbaren Branntweinsteuer-Gesetzes haben sich seit gestern wieder gebeffert. Der von den Conservativen auszuarbeitende, vielleicht schon ausgearbeitete Entwurf, der demnächst vor die Commission gelangen soll, wird, wie man hört, auf der Einführung von Zwangs-Genoffenschaften beruhen und die Verbrauchssteuer soll entsprechend dem Reben-Entwurf der Regierung bei dem ersten lieber# ganz in den Verkehr unter Herabsetzung der Steuersätze der Vorlage erhoben werden. Bei weitestgehender Berücksichtigung der landwirthschaftlichen Jntereffen soll doch auch den fiskalischen Ansprüchen genügend Rechnung getragen sein. Man muß Näheres über diese Vorschläge abwarten, ehe man sich ein Urtheil bilden kann. Die Conservativen verhandeln augenblicklich mit dem Centrum und es ist wohl möglich, daß die Anträge alsbald mit einer gesicherten Mehrheit hinter sich auftreten. Die conservativ-klerikale Verständigung scheint bereits ziemlich weit gediehen zu sein, und wenn die Regierung dafür gewonnen wird, wozu Aussicht vorhanden ist, könnte ein positives Ergebniß schon sehr bald erzielt werden. Köln, 29. Mai. Der „Köln. Ztg." wird aus Petersburg vom Heutigen gemdoet: Die ungünstige Ausnahme, welche die neulichen Meldungen über die Absicht von einer weiteren bedeutenden russischen Zollerhöhung vor Allem auf Eisen und Kohlen in Deutschland gefunden, ist hier sowohl in Regierungs-, wie in Finanzkreisen wohl bemerkt worden. Wie zuverlässig mitgetheilt wird, hat man sich jetzt h'er, zumal auch hinsichtlich Der geplanten Rentenumänderung, entschlossen, für dieses Jahr auf jede weitere Zollerhöhung im Verkehr mit Deutschland zu verzichten. WeLMischLes. Fried berg, 26. Mai. sDorweltlichcr Fund.) Kürzlich fand sich in der Backsteinfabrik des Herrn Weisensee zu Ober-Wöllstadt in einer Tiefe von beinahe 5 Meter in dein angeflößten Lehmboden das zum größten Theile ausgezeichnet erhaltene fast vollständige Scelett des Polarfuchses. Es ist diese Auffindung um so weniger ausfallend, da sich bei Friedberg auch schon Ueberreste des Nennthiers, desElenn und vieler anderer noch unbestimmter Thiere vorfanden. — sPräjudice des Reichsgerichts.) Geldrollcn, welche mit der Bezeichnung ihres Inhalts und mit einem zu dieser Bezeichnung in Beziehung gebrachten Namen versehen worden sind, können nach einem Erzeugnisse des Reichsgerichts vom 26. October 1885 für beweiserhebliche Privaturknnden gelten und es kann mithin das Beschreiben einer solchen Geldrolle mit einer wissentlich falschen Inhaltsangabe als „Urkundenfälschung" angesehen werden. — Die zu einem Dienstboten in der Aufregung gethane Aeußerung: „Scheere Dich fort, ich kann Dich nicht brauchen" oder ähnlich berechtigt nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts denselben keineswegs, den Dienst zu verlassen. Zur giltigen Entlassung gehört die Uebergabe des Dienstbuches und Auszahlung des Lohnes. — In Watsons Bai, Australien, wurde kürzlich ein 14 Fuß langer Haifisch gefangen. Im Magen desselben fand man mehrere Knochen, den unteren Theil eines menschlichen Rückgrates, sowie mehrere Ueberreste von Menschenfleisch. Den weiteren Inhalt des Magens bildete die Hälfte einer Drillichhose, eine ein Pemlystück enthaltende Tasche und eine Hosenträgerschnalle. Der dritte Steuermann des „Austral" war später im Stande, die Hose als dem zweiten Steward des „Austral" gehörig zu bezeichnen. Letzterer war einer der drei Seeleute, welche vor längerer Zeit mit einem Wallfischfahrerboot verunglückt waren und von denen man bisher nichts weiter gehört hat. Kurz nach dem erwähnten Fange wurden im Hafen von Sidney eine ganze Anzahl von Haifischen gesehen, welche den Kadaver einer Kuh umschwammen. Sieben Haifische wurden erlegt. Im Magen eines derselben fand sich ein Menschenfuß vor. — (Vacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.) Altena (Westfalen), Amtsgericht, Canzleigehilfe, auf Kündigung, Vergütung für die Seite Schreibwerk nach dem Fleiß des Eanzleigehilfen. — Bockenheim, Postamt, Briefträger und Postschaffner, auf oierwöchentliche Kündigung, je 800 JC Gehalt und 240 Wohnungsgeldzuschuß. — Billstein, Königl. Steuerkasse, Vollziehungsbeamter für den Steuerkassenbezirk Billstein und einige Eommunalkassen des Amtes Billstein, aus monatliche Kündigung, jährlich 900 JL. Besoldung und Wohnungsgeldzuschuß für Billstein: an Pauschnergütunz für Zehrungs-, Uebernachtungs- und Fuhrkosten werden jährlich 228 Jfc gewährt.__ Schwarzseidene Faille Fran^aiae, Surah, Satin meiveilleux, Satin Luxor, Atlasse, Damaste, Ripse und Taffete Mk. 1.80 per Meter bis «Hu 14.65 (in ca. 120 verschied. Qual.) vers. in einzelnen Roben u. Stücken zollfrei in's Haus das Seiden-Fabrik-Dspöt 6. Henneberg (K- u- K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 4 Porto- 135 Iellgeöotenes. Weißer Streusand kann täglich bei Jakob Helfenbein in Gießen an der Marburgerstraße ge- laden werden.______________________4148 Mschenbier. ■ - Verehrtem Publikum empfehle mein Flaschenbier aus der Actien- Branerei Gießen, per Flasche Export 22 Pfg., Lagerbier per Flasche 18 Pfg. 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Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sowie viele andere deutsche Fürsten, haben bereits Beiträge für das National-Denk- mal bewilligt und Alle, welche dem genialen Feldherrn und tapferen Reiter- General. dem Sieger in so vielen Schlachten, zugethan sind, und seine hohen Verdienste um das deutsche Vaterland und das deutsche Heer zu würdigen wissen, werden sicherlich das nationale Unternehmen unterstützen. In unserem Hessenlande wird der Aufruf wohl um so freudigeren Anklang finden, als gerade die Hessische Division im Feldzug 1870/71, geführt von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog, unter dem directen Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl gekämpft und gesiegt hat. Die Unterzeichneten und die weiter sich bildenden Local-Comitö's sind zur Empfangnahme der Gaben bereit und wird es weniger auf die Größe der Gaben als auf die Menge der Geber ankommen. Das Landes-Comite für das Icinz-Briedrich-Karl-National-Denkmal. />. Stift». 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