18 iu t)tt: fftroBe 13. e?1 b-sln Öl'. eigen, von n= un) k Wntnen ltL 606 rantirt. ’Slüflet. ridit tö enhkilt. L.____5184 füll ist von r ein Kans« Bark 'itte unter A. iederzulegen. leiten- mmsten Ratten K (i.'Bauet, 5d)®ny. s.M 3 i» n p S Eiern bti AB SW Awerlka ge« 'M itnttit ierscho'r« ao^ gity LtnH» linnen, gewölbt e u. s- ***"' 5098 lrch in, Wetzlar, iivgM—- Ttieftl' vevstiel" uemveg^—- .!»<><&* KsUloge f ' Kräh'; 1 a 73, ßerhfl> dkr. 1?S Freitag den 31. Juli 168$ l Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. K Hz S | Bz H N . W I ZZ | K g RZ 1 r _ ,, , .. , , . . vierteljährlich 2 Mart 20 Pf mit Brinqttb^L. ©«?«*«: C*4u(«traie 7. scheint tä-liSr tmt Slw-u^me deL MontogS. Durch die Poft bezogen v,erteljaLrlich 2 Mark M Pt. Amtlicher Hl- eil. Gießen, am 29. Juli 1885. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grossherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben obigen Betreffs vom 27. März L I. (Amtsblatt Nr. 1) fordern wir Sie auf, die Ueberwachungsbogen über die in fremde Pflege gegebenen Kinder unter 6 Jahren innerhalb 14 Tagen an uns einzusenden. Dr. Boekmann. sehdet worden. Das Reichsland wird also fortan liberal regiert werden. Bolksthümlichkeit wird Hohenlohe um so leichter erwerben, da er nicht nur, gleich seinem Vorgänger, bemüht sein wird, liebenswürdig zu sein, sondern es, im Gegensätze zu dem rauhen Kriegsmanne, von Natur ist. Ueberdies fleht er als Süddeutscher den Elsässern, welche dem schwäbischen Stamme angeboren, und auch den Lothringern, welche fränkischen Ursprungs sind (gleich den Nordbayern und den Bewohnern des Südens der preußischen Rheinprovinz) erheblich näher, als der rauhe Sohn Norddeutschlands, Manteuffel. Endlich geht ihm von seiner Tätigkeit als Botschafter in Paris her der Rus eines den Franzosen wohlgesinnten Mannes voraus und ebnet ihm die Wege in Neu« Deutschland. Doch weit mehr, als er zu vollbringen vermöchte, thun Zeit und Ver- hältnisse. Zunächst bilden die alldeutschen Einwanderer einen immer stärkeren Procentsatz der Städtebewohner. Dann beginnt die Erinnerung an die Zuge- Hörigkeit zu Frankreich doch in Elsaß-Lothringen zu verblassen, Das gutnach- darliche, fast sreundjchastliche Verhältniß zwischen den Cabineten von Pans uno Berlin verringert die Hoffnungen auf einen Rückfall an Frankreich. Mit jedem Jahre wird der Abstand zwischen der Volkskrast Frankreichs und Deutschlands größer, vermindert sich sonach die Aussicht auf französische Revanche. 1820 zählte Frankreich vier Millionen Einwohner mehr, als das Gebiet des deutschen Reiches, 1880 zählte es neun und 1384 schon zehn Millionen Köpse weniger. Der Abstand wird alljährlich größer, und da die französischen Kolonieen wenigstens 40,000 Mann fesseln und jährlich 300 Millionen «A. kosten werden, rit die Möglichkeit eines französischen Angriffes auf Deutschland heute schon saft ausgeschlossen. So fügen sich denn langsam die Elsaß-Lothringer in das Unvermeidliche, und die zweitnächste Generation wird sie ganz in Deutschland aufgehen sehen." ________ Gießen, 30. Juli. Ueber den neuen Statthalter von Elsaß-Lothringen wird uns geschrieben: „Fürst Chlodwig von Hohenlohe-Schillingsfürst, der deutsche Botschafter bei der französischen Republik, hat am Montag Gastein verlassen, wohin er gereift war, um sich dem Kaiser vor Uebernahme der Statthalterschaft des Reichslandes vorzustellen. Das Amt, welches der Fürst zu übernehmen sich anschickt, ist nächst der Reichskanzlerschast das schwierigste in Deutschland. Unter allen Verhältnissen ist es eine mühselige, zu ihrer Lösung lange Jahrzehnte bedürftige Ausgabe, die Bevölkerung eines eroberten Gebietes für die neue Herr- schast zu gewinnen, wenn jene völlig mit dem alten Vaterlanve verwachsen, von einem, zeitweise in Chauvinismus ausarlenden Patriotismus durchglüht war und durch tausendfältige Fäden der Familien «Verwandtschaft und schwerwiegende ^conomische Interessen geknüpft ist. Elsaß-Lothringen zählt heute noch unver- hältnißmäßig starke Contingente seiner Söhne in der Armee, der Flotte und der Bureaukratie der Republik; diese Elemente rühren unablässig den Revanche- Eifer unter den Franzosen und die Oppositionslust unter ihren, zu deutschen Reichsbürgern gewordenen Verwandten. Elsaß-Lothringen ist aber nicht nur das trefflichste RecrutirungS-Depot, auch die blühendste Jndustriestätte Frankreichs gewesen. Das Absatzgebiet der dortigen Fabriken ist natürlich Frankreich gewesen; seit 1871 hat die Zoll-Linie die alten Verbindungen gestört, und wenn die Schaffung derselben ein Jahrhundert erfordert hat, ist der Gewinn neuer, gleich wohlhabender Märkte in Deutschland nicht binnen anderthalb Jahrzehnten zu vollziehen. L t . ... ’ Die Schwierigkeiten sind erheblich gesteigert worden durch den Umstand, daß die Reichsregierung, ihrer sonstigen Eigenart zuwider, nicht Geduld und Ausdauer bd dem großen Werke gezeigt, sondern mehrfach geschwankt und die Methode gewechselt hat. Möller, der erste Statthalter, versuchte es, nach alt- preußischer Art Elsaß-Lothringen moralisch mit Deutschland zu verschmelzen. Die Elite der preußischen Beamten wurde in's Reichsland gesandt und ein strammes Regime emgesührt. Das Verfahren hatte sich bei früheren Vergrätze- rungen Preußens tresfiich bewährt; doch in Elsaß-Lothringen blieben die Wirkungen des bewährten Systems aus. Die Errungenschaften von 1789 hatten die dortige Bevölkerung wie mit eisernen Klammern an Frankreich geschmiedet; dazu kamen die erwähnten verwandtschaftlichen Beziehungen und wirthschaftlichen Interessen und kam der Glaube an den nahen Ausbruch des Revanche-Krieges, welcher erst eine endgültige Entscheidung bringen werde. Statt auszuharren auf der Bahn, die allerdings weit größere Hindernisse aufwies, als berechnet war, aber bei cousequenter Verfolgung doch an's Ziel geführt hätte, bog die Reichsregierung durch Ernennung Manteuffel's in andere Pfade ein. Der verstorbene Feldmarfchall kehrte, im Gegensatz zu der eisernen, mit absoluter Unparteilichkeit gepaarten Strenge seines Vorgängers die äußerste Liebenswürdigkeit hervor. Er suchte bei den Massen populär zu werden, machte den Notabeln beinahe den Hof und schloß einen Bund mit dem katholischen Episkopat, mit dessen Hülse er die Partei der Unversöhnlichen zu besiegen hoffte. Während in Deutschland noch der Culturkamps tobte, wurden im Elsaß alle Forderungen der Kirche erfüllt. Aber auf politischem Felde erwies sich Man« teuftet als schlechter Stratege. Wohl war er persönlich beliebt, und den Unwillen der Altdeutschen (Einwanderer aus dem Reiche) und der Bureaukratie, gegen welche er in Streitfällen stets zum Vortheile der Eingeborenen Partei genommen, mochte er gering anschlagen; doch bei den Wahlen brachen die Ultra- montanen den Pakt; alle Autonomisten (d. h. Alle, welche nicht Parteigänger Frankreichs waren) unterlagen, ausschließlich Protestler (gegen die Zugehörigkeit zu Deutschland) wurden gewählt: Manteuffel's System hatte totalen Bankerott gemacht, und das Eingeständniß des Letzteren durch Abberufung des Feldmar- Ichalls wurde nur durch den Tod des Statthalters verhindert. Jetzt soll nun das dritte System in der Behandlung Elsaß-Lothringens ringesühN werden. Fürst Hohenlohe ist Liberaler und Süddeutscher: damit ist Das neue System gekennzeichnet. Deutschland paktirt nicht länger mit den Elsaß- Lothringer Ultramontanen. Hohenlohe hat 1869 als bayerischer Minister- Präsident die europäischen Regierungen eingeladen, Vorkehrungen gegen den Versuch der Einführung des Unfehlbarkeits-Dogmas zu treffen. Gras Bismarck Imtte damals alle Aufmerksamkeit auf den herannahenden Krieg mit Frankreich ^richtet, das von der moralischen Hülse der Curie große Erfolge erwartete, ob ließ, trotz aller Mahnungen Grasen Harry Arnim's, das Conzil seinen Haus nehmen, so daß später der Culturkamps hereinbrechen mußte. Während Seiner Ministerschaft ist Hohenlohe auf Tod und Leben von den Klerikalen be- Darmstadt, 29. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 20) enthält: ..... 1. Verzeichnis der Vorlesungen, welche auf der Großherzogüch Hessischen Ludewigs-Universität zu Gießen im Winter-Halbjahre 1885/86 gehalten werden und am 26. October ihren Anfang nehmen. 1. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Worms, die für das Rechnungsjahr 1885/86 zur Bestreitung der Communal - Bedürfnisse der Stadt Worms zu erhebenden Umlagen betreffend. 3. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle (die 1.) an der Gemeindeschule zu Langen-Brombach mit einem jährl. Gehalt von 900 Jl.; das Präsentalionsrecht steht dem Herrn Grasen zu Erbach-Fur. stenau zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Gemeindeschule zu Egelsbach mit einem nach dem Dienstalter des bett. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1500 «A.; mit derselben ist Orgarnsten- dienst verbunden. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Schulstelle an der Gemeindeschule zu Klem-Stcinheim mit einem nach dem Dienstalter des bett. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 950 «A. Die evang. Pfarrstelle zu Langsdorf; das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Fürsten zu SolmS-Lich zu. Telegraphische Depeschen. Wolst'S lelegr. Eorresporrderrz »Bureau. Bad Gastein, 29. Juli. Se. Maj. der Deutsche Kaiser machte heute in Begleitung des Flügeladjutanten Oberstlieutenant v. Petersdorst "^^n Spazlergang auf dem Kaiserwege. Zur Tafel sind heute die beiden Grafen zu Dohna, General v. stauch und - bmt Majestäten werden während ihres hiesigen Aufenthalts ”°m 6eUte '^ri^2^Jnl7'°MilLdwards, Naturforscher und Doyen der Akademie der Wissenschaften, ^r8^tc°rebr^öerf(tnim[ung der Panama-Actionäre wcherlegte Lesseps alle über das Unternehmen umlaufenden ungünstigen Gerüchte. 4,ie Versammlung nahm ~£i'eP\Stn&i"-3eita0en behaupten, waren von dem Zw°lf-Milli-n-n-Cr°dit für Madagaskar 7 Millionen bereits verbraucht. Dle Blatter folgern daraus die ^toth. Wendigkeit neuer Creditbewilligungen. Nach den letzten vom 18. v. Mts. datirten Nachrichten von der ostafrikanischen Westküste erneuerten Truppen von Dahomey die Angriffe gegen Porto-Novo. Rom, 29. Juli. In der Anrede des Papstes heißt es: Frankreich legt uns außergewöhnliche Sorge auf in Folge der zahlreichen ernsten Hindernisse, welche dort der Gang der öffentlichen Angelegenheiten der Kirche bereitet. Dasselbe muß von Deutschland gesagt werden, bezüglich dessen wir sicherlich nichts so sehr und mit allen unseren Kräften wünschen, als Harmonie zwischen den bürgerlichen und religiösen Interessen auf eine dauerhafte Weise herzustellen. Es sind aber große Anstrengungen erforderlich, um die bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden. — Die marokkanische Gesandtschaft wurde heute Nachmittag vom König in Gegenwart von Dcpretis und der Hofwürdenträger empfangen. Peschawar, 29. Juli. Der britische Gesandte ist nach Kabul abgereist. Petersburg, 29. Juli. Zu der Meldung der „Dail.) News" über die Zul- ficarfrage bemerkt das „Journal de St. Petersbourg": Wir brauchen nicht weiter zu constatiren, daß die „Daily News" nicht gut unterrichtet waren, als ihnen der angebliche Inhalt der russischen Antwort gemeldet wurde. Die Zulsicarfrage ist noch in der Schwebe und bildet den Gegenstand von Unterhandlungen zwischen den beiden Regierungen. So lange keine der beiden Regierungen den Augenblick gekommen glaubt, um über den Stand der Verhandlungen Mittheilungen zu machen, wird die öffentliche Meinung gut thun, diesbezügliche anderweitige Nachrichten mit Vorsicht aufzunebmen. Rewyork, 29. Juli. Die Beerdigung Grant's wird auf den Wunsch der Familienangehörigen des Verstorbenen nicht im Newyorker Eentralpark, sondern im Riversidepark am Ufer des Hudson stattfinden. Die Todlengraber im Kaufmannsstande. Gewiß ist es ein achtenswerthes Beginnen, schreibt die „Colonialw.-Ztg.", wenn ein Kaufmann einem in Concurs gerathenen Collegen eine anderweite Existenz anbietet und meist wird Letzterer die ihm dargebotene Hand dankbar ergreifen und diesegünstige Gelegenheit zum Erwerb und Wiederemporkommen mit Freuden benutzen. Mag das Einkommen auch nicht gleich groß sein, so ist doch wenigstens die Familie vor der größten "Roth bewahrt und das Selbstbewußtsein des Mannes kehrt gleichzeitig mit der Arbeit zurück. Ein verachtungswürdiges Gebahren ist es aber, wenn diese Nothlage eines Kaufmannes vom Eollegen in egoistischer Weise ausgebeuret und aewissermaßen ein Geschäft damit gemacht wird. Wir würden es nie geglaubt haben, daß es solch niedrig denkende Leute gibt, welche auch noch Nutzen ziehen wollen aus dem letzten Bischen, das dem falliten Kaufmann übrig geblieben ist, der Kenntniß der ehemaligen Kundschaft und deren Bedürfnisse, wenn uns nicht die im Original vorliegenden und im Abdruck nachsiehenden vielversprechenden Prospecte einer Hamburger Kaffee-Handlung, welche einer Kölner Firma zugegangen sind, eines Anderen belehrten. Der Brief lautet: „Hamburg 1885. Geehrter Herr! Aus der Zeitung ersehen wir den Sie leider betroffen habenden Unglücksfall und erlauben uns Ihnen als lohnenden Erwerb unsere Agentur für dort und Umgegend anzutragen. Wir sind fest überzeugt, daß Ihnen unsere Agentur bald eine neue und lohnende Existenz bieten wird und behändigen Ihnen einliegend unsere Bedingungen nebst Preis- courant zur gefl. Durchsicht. Sie werden finden, daß einige unserer Preise oft um 20pCt. billiger sind als dort, was Ihnen Gelegenheit bieten wird, Ueberpreise zu erzielen, welche Ihnen mit Ihrer Provision gutgeschrieben werden. Die Provision und erzielten Ueberpreise stehen Ihnen nach Eingang der Beträge sofort zur Verfügung. Falls Sie nun geneigt sein sollten, die Agentur zu übernehmen, bitten um Ihren w. Bescheid und stehen Ihnen dann gerne Proben zu Diensten. Bemerkungen zur Uebernahme der Agentur. Wir übergeben Ihnen die Agentur für dort und Umgegend und erhalten Sie für alle in Ordnung gegangenen Geschäfte folgende Provision: Auf Postcolli von 9'/, Pfd. (— 43/4 Kilo) netto Inhalt 10pCt. und auf Bahnsendungen von 25 Kilo (— 50 Pfd.) an, wofür besondere Preise gelten, 5pCt. Und außerdem, falls Sie uns pro Tag nur zwei Ordres überschreiben, das wäre also pro Jahr circa 720 Ordres, so erhalten Sie ein Fixum von 800 pro Anno, bemerken jedoch, daß dieses Fixum bei geringerem Verkauf als 700 Ordres per Jahr der niedrigen Preise wegen nicht bewilligt werden kann. Es wird Ihnen aber bei einiger Thätigkeit nicht schwer werden, dieses Quantum abzusetzen, zumal Sie von unseren billigen Preisen bet Detail- und Engros-Verkauf sehr unterstützt werden und bemerken wir zugleich, daß wir Agenten haben, welche sich täglich 10—20 JL an Provision verdienen. Auch wird das Publikum sich sehr bald und leicht davon überzeugen, daß unsere Preise um 10—15pCt. billiger sind als die der Concurrenz, was auch schon von verschiedenen Zeitungen lobend anerkannt wurde. Große directe Importe, Comptant-System beim An- und Verkauf unserer Waaren, setzen uns in den Stand, dieselben mit einem geringen Nutzen wieder abzugeben, so daß wir überall die Eoncurrenz in Preis und Qualität aus dem Felde schlagen können und wird Ihre Thätigkeit bei einiger Ausdauer Ihnen leicht eine einträgliche und sichere Existenz bieten. Der Versandt kann nur gegen Nachnahme geschehen, da wegen der bei einer Ereditgewährung als unvermeidlich in Rücksicht zu ziehenden Verluste die Preise nicht so billig gestellt werden können." Es ist ein Wucher schlimmster Art, den diese Finna ganz geschäftsmäßig betreibt, und nur zu bedauern ist etz, daß die Paragraphen des Wuchergefetzes hier nicht in Anwendung kommen können, nach welchem Derjenige mit Gefängniß bestraft wird, welcher sich, die ihm bekannte Nothlage des Anderen benutzend, einen besonderen Nutzen verschafft. Während hier der Darlehensempfänger durch hohe Zinsen am Capital geschädigt wird, soll in unserem Falle dem bereits nothleidenden Kaufmann auch der letzte Rest von Ansehen und Selbstgefühl noch genommen und ausgebeutet werden, indem man unter gleißnerifchen Vorspiegelungen aus dem wohl nothleidenden, aber immer noch achtbar sein könnenden Kaufmann einen Hausirer schlimmster Art macht, einen Menschen, der von seinen Collegen verachtet und von seinen Bekannten gemieden wird, dem also die Brücke zu einem Zurückerobern der verlorenen gesellschaftlichen Stellung durch das menschenfreundliche Anerbieten der Hamburger Finna abgebrochen wird, sowie er darauf eingeht. Und wie Viele sind charakterfest genug, um eine derartige Offerte unter den obwaltenden Umständen abzulehnen'. Außer 800 Fixum pro Jahr werden auch noch 10 bis 20 JL. Provision täglich in Aussicht gestellt und sollen von einzelnen Agenten verdient worden fein, wie der Profpect besagt. Ist das nicht ein brillantes Einkommen?! Dabei selbstständig und ohne großes Risico! — Es ist also nicht zu verwundern, wenn in den meisten Fällen das Anerbieten acceptirt und die Thättg- feit begonnen wird. Daß es für die Dauer nichts sein kann, sagt sich wohl Mancher selbst, aber es ist doch wenigstens Etwas für den Augenblick; denn 10pCt. Provision von Kaffee ä Pfund 1 JL macht 10 Pfg. pro Pfund, 10 Pfg. pro Pfund kostet das Porto incl. Nachnahmegebühr und Verpackung bei Postpacketen (auf diese Ordres ist es selbstverständlich doch nur abgesehen, da die Hamburger Firma nicht so einfältig fein kann und auf ein Geschäft mit Wiederverkäufern rechnen wird) macht zusammen 20 Pfg. und hierzu kommt nun noch das Fixum von 800 JL auf 700 solcher Ordres pro Jahr — 12 Pfg. auf 1 Pfund, also in Summa 32 Pfg. auf 1 Pfd. Kaffee für 1 oder ca. 33Vz pCt. Spesen. Daß von einem dauernden und von einem reellen Geschäfte nicht die Rede sein kann, ist selbstverständlich; denn wer einmal ein Postpacket gehabt bat, wird bald einsehen, daß er bei dem kleinsten Tetailhändler billiger und besser kauft. Der Agent darf schließlich zu Niemand mehr kommen und wird für diesen Schwindel mit verantwortlich gemacht, der College will nichts mehr von ihm wissen und er ist somit in eine schlimmere Lage gekommen, als in welche ihn der Concurs gebracht hatte. Das Proletariat ist um eine Person reicher, was der Hamburger Firma natürlich sehr gleichgültig, sein wird, der Zweck ist erreicht worden, indem sie wieder Jemand gehabt, der das Geschäft eine Zeit lang für sie gemacht hat, sicherlich aber fein Jahr und keine 700 Ordres, um das in Aussicht gestellte Fixum von 800 Jü erheben zu können. Es ist dies also wieder einmal ein neuer Industriezweig der allergefährlichsten Art unö kann derselbe nicht genug gebrandmarkt werden. Das Publikum, der Agent und der reelle Kaufmann, sie alle werden geschädigt und nur der Hamburger nährt |id) dabei. Leider durchziehen auch Annoncen, wo Lehrer, Beamte ?c. sich einen sicheren (') Nebenverdienst durch Verkauf von „Kaffee" erwerben können, unsere Tagespresse. Vorsicht ist die Mutter der Weisheit. Universität-- Chronik. (m^°r^ur9' 28. Juli. Der Privatdocent an hiesiger Universität, Herr Dr. Max Koch, ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät ernannt worden. — Der ordentliche Professor des Sanskrit und der vergleichenden Sprachforschung zu Kiel, Dr. G. Pischel, wird im October einem Rufe nach der Universität Halle folgen. — An der Universität Kiel hat sich als Privatdocent der Chemie Dr. B erend habilitirt. — Professor Dr. Stammler in Gießen hat einen Ruf als ordentlicher Professor des römischen Rechts an die Universität Halle — an Stelle des nach Marburg berufenen Prosesfors Leonhard — erhalten und angenommen. — Der bisherige Privatdocent Lic. theol. Dr. Ed. König ist zum Professor an der theologischen Fakultät der Universität Leipzig ernannt. Lokales. V «ietze«, 29.Juli. sAbt-Denkmal.j Die „HessischeVolkszeitung" brachte kürzlich einen Aufruf an die Gesangvereine unserer Stadt, sich zu einem Concert zu vereinigen, dessen Ertrag zur Errichtung eines Abt-Denkmals dienen soll. Es ist eine recht löbliche Absicht, welche der Berichterstatter des genannten Blattes ausspricht, doch müssen wir erwidern, daß ein solches Concert schon seit langer Beit geplant ist und daß wir auch vor mehreren Wochen bereits an dieser Stelle "eine Notiz darüber brachten. Der Gesangverein der Bürgergefellschaft hat die Sache in die Hand genommen und wird dieselbe mit seinem rührigen Dirigenten an der Spitze auch durchführen, natürlich würde derselbe gern sehen, wenn sich die geplante Aufführung zu einer allgemeinen gestaltete und wäre daher die Betheiligung der vielen hiesigen Sangesfreunde und Sänger in jeder Hinsicht erwünscht. Wer also gewillt ist, seine Kraft für einen fo schönen Zweck einzusetzen, der soll willkommen sein und möge sich bei dem Dirigenten der Bürgergesellschaft melden. Es gilt ja dem deutschen Liedermeister, der besonders den Männerchor so schön bedacht hat mit seinen hübschen Liedern, dem edlen Barden Franz Abt. Vermischtes. Darmstadt, 28. Juli. Gestern Nachmittag gegen 6 Uhr bemerkten Leute in der Kirchstraße und auf dem Marktplatz, daß ein Frauenzimmer an der Balustrade auf dem Stadtkirchthurm herumklettere und herunter zu stürzen drohe. Ein Mairn eilte mit dieser Meldung auf das Polizeibureau im Rathhause, von wo der Revier- commiffär den Thürmer sofort per Telephon anrief. Letzterer erwischte die Dame noch im letzten Augenblicke, als sie sich voii dem Geländer an der Spitze des Kirchthurms herunterstürzen wollte. Sofort abgesandte Schutzleute brachten dieselbe auf das Nevier- bureau, wn sie nach längerem Zögern ihren Namen angab und auch die Absicht, sich das Leben zu nehmen, zugab. Die Dame, ein älteres Fräulein aus angesehener Bürgersfamilie, war offenbar in einem überaus krankhaften und geistig gestörten Zustande, der durch fortgesetzte Schlaflosigkeit herbeigeführt worden sein soll. Herr Revier- commissär Becht ließ die Bedauernswerthe in das Alicehospital verbringen. Das Ereigniß hatte auf die Zuschauer, welche jeden Moment erwarten mußten, den Körper herunterstürzen zu sehen, einen geradezu nervenerschütternden Eindruck gemacht. (N.H. V.) Mainz, 27. Juli. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich heuteNachmittag'nach 4 Uhr an der Schusterstraße ereignet. Das 9jährige Söhnchen eines hiesigen Bürgers wurde von der Straßenbahn überfahren. Dem Kinde gingen die Räder über den Kopf und den Fuß. Das Kind lebt zwar noch, doch ist keine Hoffnung vorhanden, dasselbe am Leben zu erhalten. Bad Kreuznach, 29. Juli. Das hiesige Hotel du Nord steht in vollen Flammen. Die Entstehung des Brandes ist noch unbekannt. (F. Z.) Hannover, 27. Juli. Ein kühner Raubanfall hat die Stadt Hannover in große Erregung verseht. Am Samstag Mittag ging ein 71jähriger Mann durch den dicht an die Stadt grenzenden Wald, welcher viel von Spaziergängern und Arbeitern begangen wird. Ungefähr auf der Mitte eines 15 Minuten langen Weges zwischen dem zoologischen Garten und der Försterei Pferdethurm gesellte sich ein junger Strolch zu dem alten Mann. Dieser kehrte um und nahm in geringer (Entfernung von Waldarbeitern auf einer Bank Platz. Der Vagabund blieb noch einige Minuten, dann ging er nach dem zoologischen Garten weiter. Als er außer Sehweite war, schlug der Greis den Weg nach einer anderen Försterei ein, aber er war kaum 5 Minuten gegangen, so trat der unheimliche Gesellschafter wieder auf ihn zu, diesmal mit öer Forderung, die Börse herzugeben. Als diesem Verlangen genügt war, wollte er auch die goldene Uhr haben. Kaum hatte der Greis eine Weigerung ausgesprochen, war auch schon sein Hals umklammert und auf sein Haupt fielen' wuchtige Schläge nieder, daß das Blut ihm über das Gesicht lief und er bald besinnungslos niederstürzte. In diesem Zustande fanden ihn einige Herren, welche ihn nach dem zoologischen Garten brachten, von wo aus er nach einem Krankenhause übergeführt wurde. Den ärztlichen Bemühungen gelang es, ihn bis zum Abend vernehmungsfähig zu machen und er konnte die Person des Räubers so bezeichnen, daß eine baldige Ergreifung desselben zu hoffen ist. Wie es gekommen ist, daß die Uhrkette abgerissen, die Uhr aber nicht geraubt wurde, darüber konnte der Angegriffene keine Auskunft geben. Demselben sind vermittelst eines scharfkantigen Steines sechs schwere Verletzungen beigebracht worden, doch hoffen die Aerzte auf Genesung. Der Räuber ist ungefähr 27 Jahre alt, hat eine schlanke Statur und ungewöhnlich lange Arme und Hände, dunkles Haar und einen dunklen Schnurrbart, einen stechenden Blick und hervortretendc Augen. Das Naud- object besteht in nur 5 JL (F. H.) Saarbrücken, 24. Juli. Am Dienstag Nachmittag kehrten ein Mann von mittlerer Statur und mit Vollbart und ein feingekleidetes sehr schönes Mädchen von schlankem Wuchs und schwarzen Haaren in eine hiesige Wirtschaft ein. Nachdem sie Speise und Trank genossen, ver-licßen sie das Wirthshaus und die Stadt und schlugen den über den Spichcrer Berg nach Spichern führenden Feldweg ein. Verschiedene Leute sahen das Paar und gewahrten, wie in der Nähe des unweit am Spicherer Berg gelegenen neuen Exercierplatzes der Mann das sich sträubende Mädchen durch oftmaliges Zerren in bewegen schien, weiter mit ihm zu gehen. Schließlich geschah dies; man sah die beiden nach dem Spicherer Walde gehen. Wad) dem Fußwege und dem Waldsaume wurde nun gestern Nachmittag die Leiche des Frauenzimmers, lang unter einer Eiche auf dem Rücken hingestreckt und die Arme übereinander gekreuzt, aufgefunden. Der- obere Theil des Kleides war aufgerissen, eine Kugel war mitten durch das Herz gegangen, die Schußwaffe fehlte. Bekleidet mar die Leiche mit einem hellgelben Cretonnekleid mit eingewirkten Blumen, der Strohdut war mit rot hem Sammt gamirt; ein Sonnenschirm lag neben der Leiche. Das Fehlen der Schußwaffe deutet auf einen Mord. Der Begleiter des Frauenzimmers ist spurlos verschwunden. Nachdem von dem Auffinden der Leiche Meldung in dem nahen Spichern gemacht worben, erschienen, wie berichtet wird, nach einiger Zeit zwei lothringische Gensdarmen und ließen die Leiche auf einem Wagen nach Spichern bringen. Es fiel auf, daß die Leiche entfernt wurde, ehe das Gericht zur Stelle war und Einsicht von der Sachlage nahm. — Nachschrift. Das Mädchen ist 23 Jahre alt, ihr Begleiter ein Sohn des Eisen- händlers Weber ans Saargemünd. Die beiden hatten ein zärtliches Verhältnis, dein die Eltern des jungen Mannes widerstrebt haben sollen. Rian vermuthet, daß auch der junge Mann sich entleibt hat und an einer anderen Seite des Waldes gesunden werden wird. Büren, 18. Juli. Einer der tüchtigsten hiesigen Schreinermeister, der erst vor acht Tagen zur zweiten Ehe geschritten mar, hat im besten und kräftigsten Mannesalter durch eine Unvorsichtigkeit fein Leben eingebüßt. Wenn auch er selbst von jeder persönlichen Schuld gewiß freizusprechen ist, so ist er doch als Opfer einer- Gewohnhe M-n & M 2 sie b!l #n. äs ; gefallen, welche trotz ihrer allgemeinen Verbreitung unbedingt sollte abgeschafft werden wegen ihrer Gefahren. Tischler, Glaser, Satller und Zimmerleute pflegen nämlich meistens einige zum sofortigen Gebrauch bestimmte Nägel zwischen die Zähne zu nehmen, weil sie dieses Verfahren irrthümlich für bequemer halten, als wenn sie die Nägel unmittelbar vor sich auf dem betreffenden Möbel niederlegen würben. Bei diesem jedenfalls von Jugend an erlernten und angewandten Verfahren hatte nun aber der besagte Schreiner das Unglück, einen solchen "Nagel zu verschlucken. Ter Kunst und den Instrumenten der hiesigen Aerzte gelang es leider nicht, den Nagel aus der Speiseröhre zu entfernen, sowie cs noch weniger einem auswärtigen Arzte geglückt ist, denselben aus dem Magen, bis wohin der Nagel inzwischen vorgedrungen war, fortzuschaffen. . m (Cobl. Ztg.) — sGelungcne Operationen^ Professor v. Bergmann in Berlin hat vor Kurzem wieder zwei Musterleistungen chirurgischer Kunst vollzogen. Ein Arbeiter hatte sich beim Schienenhcben auf der Bahn einen bisher noch wenig bekannten Bruch in der Magengcgend zugezogen, ein Theil des Magens war hcrausgetreten und in dem zerrissenen Netz eingeklemmt. Professor v. Bergmann schnitt nun einfach die Bauchwand auf, band das zerrissene Netz, nachdem er den Magenthcil zurückgebracht hatte, wie einen Sack mit Eatgut (Violinsaite) zu und erzielte so eine treffliche Heilung des Schadens. — Ebenso hat Professor v. B. nach einer ganz neuen Methode kürzlich eine schwere Kniegelenk - Entzündung behandelt. Nachdem Herr v. B. einen Troicart in das linke Knie gestoßen hatte, entfernte er aus dem Instrument den Stachel, so daß die hohle Nöhrc übrig blieb, und hieran schraubte er eine große Flasche, die er mittelst Lustpumpe luftleer gepumpt hatte. Die Stelle, wo die luftleere Flasche an- geschraubt war, war mit einem Hahn versehen; als Professor v. B. diesen aufdrehte, tuarb von dem luftleeren Raum der Flasche die im kranken Knie befindliche entzündliche «Flüssigkeit begierig aufgesogen und so dem Knie bis auf den letzten Tropfen extrahirt. Dasselbe wurde sofort ganz dünn, die Entzündung ging sogleich zurück und der Patient war in wenigen Tagen gesund. Wien, 27. Juli, lieber den bereits erwähnten blutigen Eonflict zwischen Militär und Polizei im Bezirke Favoriten theilen die Blätter noch folgende Einzel- beiten mit: In einem Gasthause der Engengasse finden jeden Sonntag Tanzunterhaltungen statt, an welchen zumeist Soldaten in größerer Anzahl theilnehmen. An der gestrigen Tanzunterhaltung betheiligten sich ungefähr 40 Soldaten, sämintliche von dem int Arsenal stationirten 11. Artillerie - Regiment. Nach 12 Uhr gab es Zank wegen eines Mädchens und da der Streit in Thätlichkeiten ausartete, erschien es dem zur luspection anwesenden Sichcrheitswachmanne Snideritsch geboten, zu interveniren imb die Excebenten von weiteren Ausschreitungen abzuhalten. Der Sicherheitswachmann stieß jebod) auf heftigen Wiberstanb unb namentlich ein Artillerist Xiamens Botuschek war es, ber beni Polizeiorgane am meisten zu schaffen machte. Botuschek wollte auf den Wachmann losschlagen, btefer hielt ihn jeboch fest unb schickte sich an, bcnfelbcn ;u nrrctircn. Nun nahm der Exccß höchst bedrohliche Dimensionen an. Sämmtliche Soldaten drangen auf den Sicherheitswachmann ein, welcher der Uebermacht hätte erliegen müssen, wenn nicht noch rechtzeitig Succurs gekommen wäre. Sechs Wachleute eilten, nachdem sie von dem Excesse verständigt worden waren, von den in’ber Umgebung bes Gasthauses gelegenen Rayonposten herbei unb traten in Action. Der Wachmann Sniberitsch hielt noch immer ben Artilleristen Botuschek fest unb nun sollte dessen Arretirung erfolgen. Mit großer Mühe gelang es ben vereinigten Polizeiorganen, ben Excebenten aus bem Gasthause auf bie Straße zu bringen, um ihn über ben Wielanbplatz nach bem Polireicommissariate zu eskortiren. Die anberen Solbaten folgten bem Arretirten unb bie Eskorte gestaltete sich zu einer höchst lärmenben unb Äufsehen erregcnben. Die Solbaten gaben sich Mühe, ihren arretirten Kameraben zu befreien unb als ihnen bas nicht gelang, zogen sie vom Leber unb stürmten mit blanker Waffe auf bie Wachleute los. Die Situation war für bie Polizeiorgane eine sehr bedenkliche. Wachmann Snideritsch erhielt einen Säbelhieb über die Hand, da ergriff er leinen Revolver und feuerte gegen den Artilleristen Botuschek zwei Schüsse los, welcher tödtlich getroffen auf der Stelle leblos niederstürzte. Wad) dieser peinlichen Scene ward der Tumult nod) ärger, Soldaten und Wachleute gcricthen in Kampf, bei welchem brci Soldaten und drei Wachleute verwundet wurden. Erst als eine größere Ab- thcilung Sicherheitswache herangerückt kam, konnten die Excebenten, nachdem noch vier derselben verhaftet worden waren, zerstreut werden. Ter schwer verwundete Wachmann und die verwundeten Soldaten wurden in das Garnisonsspital gebracht, die beiden anderen verwundeten Wachleute verbleiben in häuslicher Pflege. Moskau, 29. Juli. Die neuerbaute, auf 32,000 Spindeln laufende Baumwoll-Spinnerei von Rosoronow und Kormilitzyn ist gestern total abgebrannt. Dieselben sind bei einer Prima-Gesellschaft vollauf versichert und dürften keinesfalls in Schaden kommen. ($. Z.) — sDie Lilien auf dem Felde.) 91.: „Warum heirathen sie nicht?" — B.: „Weil die jetzigen Mädchen wie Lilien auf dem Felde sind, von denen es heißt, sie nähen nicht, sie spinnen nicht und sind dod) herrlicher gekleidet als Salomon in aller seiner Pracht." Literarische-. Prof. O. DroysenS Allgem. Histor. Han-atlaS in 10 Lieferungen b 2 X schreitet rüstig vorwärts. Genau wie von Der Verlagshandlung versprochen, erscheint monatlich eine Lieferung, so daß jetzt bereits drei Lieferungen — ein Drittel des schönen Werkes — vorliegen. Die uns heute zugehende zweite und dritte Lieferung enthalten 20 Kartenseiten und 5 Bogen Text. Sämmtliche Karten sind von hohem Interesse. Das Reich Alexanders des Großen, Aegypten und Palästina, das alte Italien nebst einer Anzahl Karten zur Entwickelung des Römischen Reichs, Europa zur Zeit der Völkerwanderung, das Frankenreich unter ben Merowingern aus bem Alterthnm; bas Mittelmeer zur Kreuzfahrerzeit unb bas Zeitalter ber Entbeckungen aus bem Mittelalter; enblich Karten zur orientalischen Frage, zu ben Theilungen Polens unb zur Entwickelung Norbamerikas aus der neueren Zeit zeigen uns, mit welcher Sorgfalt unb nach welchem einheitlichen wohlerwogenen Plane bas Werk burch alle Epochen ber Geschichte weitergeführt wirb. Die technische Ausführung aller Karten ist tabellos unb wir können nur wieberholt unsere fid) für Geschichte intereffirenben Leser auf bieses nach Anlage unb Ausführung gleich vorzügliche Bilbungsmittel Hinweisen, sie werben es uns sicherlich Dank wissen. Handel und Derkedr. Limburg, 29. Juli. Rother Weizen X 16.00, weißer Weizen X 15 20, Korn X 11 50 alt, X 11.00 neu, Gerste X 0.00, Hafer X 7.10, Kartoffeln ä 100 Pfunb X 0.00, Erbsen K 100 Pfunb X 00.00. Frankfurt, 29. Juli. Auf bem heutigen Markt kostete ber Centner Heu X 2.25-3.10, Stroh X 2.00—2.50, Eier das Hunbert X 5 00—6.00, Butter 1. Qualität X 1.30, 2. Qualität X 1.10, Kartoffeln per Malter X 5.00-8.00, Kohlrabi 3-5 H pr. St., Erbsen 50 Kg. 6.00—8.00X, Rothkraut pr. St. 20—30 Huhn X 1.80—2.50, 1 Ente X 2.50—3.00, 1 Taube 60—70 H, Hahn X 1.50—2.00, Gans X 5—9.00, Welsche X 0.00-0 00. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 30. Juli, zwischen 11 unb 12 Uhr Mittags. Wasser 179, Lust im Schatten 16°. L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Keilgeöotenes. Oehler'S Fustbodenwichse für harten unb weichen Fußboben in gelber, gelbbrauner, brauner, silbergrauer unb Natur-Farbe empfiehlt ben geehrten Herrschaften, sowie Patent-Haalwachs zum Glätten unb Glänzendmachen der Tanzsäle auf einfache unb praktische Weise ben Herren Tanzsaalinhabern bestens. Nieberlage: Herr Otto Tchaas, Gießen. 5512 5529 Die feinsten holl. Vollhäringe vom neuesten Fange, und neue eingem. Gurken bei €'. <*. ülelnhenn. Geleegläser. Gelse- und Einmachgläser liefert billigst 5454 Glas- und Porzellan-Handlung Carl Ptmge. Von heute ab ist jeden Tag Irisches Jtornöroö 4 Pfund zu 44 Pfg. zu haben. Sonnenstrasse SS. 5477_______________I. Blitz. Louis Lony Marktstraße 23 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Küchen- und Haushalt- rrtikeln, Korbwaaren, Bürsten & Mferwaaren. Reparaturen an Küferwaaren werden gut ausgeführt. 5203 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Erhebung der Forst- und Feldstrafen der III. Periode geschieht in den ersten 25 Tagen des Monats August d. I., und zwar an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Großh. DistrictS-Einnehmerei Gießen I. Pferde-»Cftalseu Versteigernoj? in Nieder-Ramstadt. Nachbenannte zum Nachlaß des Forstinspectors Löwer in Nieder-Ramstadt gehörigen Jnventarstücke, als: 2 dunkelbraune Pferde, 5 und 6jährig, Wallach und Stute, 1 eleganter Victoriawagen, 1 Halbverdeck, 1 Schlitten, 1 Stuhlwägelchcn, 1 Wirth schaftswagen, Ackergeräthc, Vorrath an Heu, Kleeheu, Stroh und Dung, Holz rc., Chaise- und Ackergeschirre, Decken, Teppiche, Hos- und Stallrequisiten rc., werden Montag den 3. August 1885, Vorn». 11 Uhr, öffentlich gegen Haarzahlung versteigert. 5513 S. Adler jt., Amtsgerichts-Tarator. Adressbuch der Ml dessen für 1885 Ercmplarc desselben sind ä 3 Mark in der Erpe- dition des „Gießener Anzeiger" zu haben. "Thüringer Kunstfärberei Königsee. Färberei und chemische etc. Wäscherei. Musterkarten hochmoderner Farben und Annahmestelle bei 5511 G-eschw. Heerz. Zwiebelkuchen Montag, Mittwoch und Freitag, Morgens von 9 Uhr au. Fr. Hennings, 5113 Seltersweg. ■Prima neue holl. Dollhäringe, neue- Grünkorn empfiehlt 5406 Fr. Seibel. Loose ä 50 Pf. auf 10 Loose ein FreilvoS, zu ber vom Oberhesstschen Bienenzüchterverein arranßirten, am 6. August ftattfinbenben Verloosung von Honig, Wachs unb Bienenzuchtgeräthschaften im Hauptverkauf bei Herrn Schreibmateri- alienhänbler Ernst Balser, Gießen, Mäusburg. Wieberverkäufer gesucht. 5443 Eine alte frequente Bäckerei in bester Lage der Stadt ist unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen. 5479 Näheres bei W- Krämer. Badeofen selbstgesertigte, in blank und lackiert, Heizzeit eines Bades 10 Minuten, vorräthig bei Ch. Zimmer, Kupferschmied, 5483 Bahnhofstraße 12. Patent - Rouleaux-Stangen, Kisten und Koffer empfiehlt JLouis JLony, 5204 Marktstraße 23. 5423 Ein kleiner fast neuer Geldschrank neuester Bauart, billig abzugeben bei Fr. Krogmann. Wermieti-ungen. 5516] St»Ge mit Bett zu vermiethen. ____Seltersweg 16. 5514 Ludwtgsplatz 6 ist der dritte Stock, 5 Aimmrr nebst Zubehör und Gartenbenutzung, aus sogleich zu Vermietyen.___________________ 5>24 Zwei möblirte Zimmer zu ver- «iet. en.____________________Ostanlage 9. 5527 Dammstraße 1 (Nord-Anlage) III. Etage, bestehend in 5 Zimmern nebst Zubehör, zu vermiethen._________________ 5453 Ein Logis von 3—4 Zimmern, mit Zubehör, Bleichplatz und Stückchen Garten, ist wegzugshalber zu vermiethen, 1. Oktober, auch früher, beziehbar- » Eichgärten 12, a. d- Grünbergerstraße. 5465 Westanlage 26 ein hübsch möblirtes Zimmer, zu ebener Erde, mit besonderem Eingänge, zu vermiethen. _ 5496 Ein neu herberichtetes Logis im 2. Stock sofort zn beziehen. _________________________Löwengasse 9. 4326 Möblirtes Zimmer mit Eabinet vermiethet Wwe. Tlppel, Riegelpfad 41. £5478 Eine Wohnung von 2 Zimmern mit Zubehör ist zu vermiethen und am 15. October beziehbar. ________I. Ruckstuhl, Steiliftrafee 47. 3331] Familienlogis: 3 Zimmer und Küche 2c., zu vermiethen im __________________Darmstädter Haus. 52iU Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Asterweg 10. 4870] Eine schone Wohnung, 6 bis 7 Zimmer, Zubehör und allen Bequemlich^ feiten, mit Garten, aus 1. October zu vermiethen. Auskunft in der Exp- d- Bl. 4882 Die Parterre-Wohnung, bestens 8 Zimmern, Pferdrstall, Boden, Blerch- platz u. m. Benutzung des Gartens, auf 1. October zu vermiethen. Zn eriragen Franksurterstr. 31, II. St 2*5006 Ein möblirtes Zimmers auf Wunsch mit Kost, vermiethet _________Heinr. Kiefer, Neuenweg. 5373] Gut möblirte Zimmer mit (Sa; feinet zu vermiethen. Ederstraße 8.__ 5410 Zwei ineinandergehende möblirte Zimmer, auf Wunsch auch getrennt, sind zu vermiethen Liebigsstraße o3, nahe der Aula.__ 5436 Tic bisher von Herrn Professor Stammler innegehabte Wohnung wird durch dessen Versetzung pr. 1. November anderweit vermietbar. Reflectanten wollen sich wenden an _______Rrrd. Wolff, Liebigsstraße 46. Nahe der Aula 1 auch 2 Zimmer z. Denn, auf Wunsch mit Kost. Wo? sagt d. Exp. d. Bl. 5470 5472 Ein schön möblirtes Zimmer im 1. Stock zu vermiethen. Neuenweg 22. Vermischte Anzeigen. 5520 Einige tüchtige Schreiner sucht pnjofort____________Wilh. Reiber. 5517 Einen Lehrling sucht L. Schmidt, Metzger, Mäusburg. Vereinslokal für nächstes Semester abzugeben- Näheres in der Exped- d- Bl- 5521 Sonntag den 2. August 1885 feiert die Tapezierer - Krankenkasse im Saale des Cafs Leib das 1. Stiftungsfest, verbunden mit Concert u. Ball. Anfang 7 Uhr. Bier im Glas. Eintritt 75 Pfg. NB. Nicht Mitglieder haben Zutritt. 5515____DöSjCmii i le» RBhrle’s BierhalSe (früher Poschei). Sonntag den 2. August: ABEND-CONCERT Zu zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand. Veteranen Verem Gießen 5522 «X Verkaufsstellen r Gehn. Adami, Mäusburg 14. Ferd. Drebes, Marktplatz 21. X Plakat-Fahrplan Prioralo, rolh, herb Priorato, rolh, süss . Valdepennas, rolh . Malaga-Xerez (Sherry) Malaga u. Oporto . 1.30 1.40 1.50 1.50 2.— 2.50 2.50 2.50 Malaga u. Madeira, alten Moskatel u. Alicante Lacrima-Christi . . C. G. Kleinhenn, Kreuzplatz 1. Conditor H. Kinkel, Marktstr. 32. Friedrich Leo, Selterswcg 71. Auf Burg Gleiberg sind die Weine im Glas zu haben. Samstag den 1. August Monatsversammlung bei Kamerad Schmidt, Grünbergerstr. 27. Verathung über das Vereins-Fest am 18. August. i)es Zichener Zither-Vereins. Anfang 8 Uhr. [5528] Entree 20 Pfg. Die Halle ist vor Zuglust vollständig geschützt. ■/gfcQT; Madeira u. Pajarete «A 2.— Sherry u. Montilla . „ 2.— Chr. Oaudt5 Wolfstrasse 13, empfiehlt unter Garantie der Reinheit sein Lager von direct importirten Spanischen Sanitäts- und Dessert - Weinen. aller auf Station Gießen ankommenden und abgehenden Züge für das Semmerhalbjahr 1885 ist in der Expedition ds. Bl. sowie durch die Zeitungsträger ä 20 ^u beziehen. Lenz'scher Fetsrnkktler. Freitag Abend: 5523 GROSSES (WERT ausgeführt von der Capelle des 2. Grotzh. Heff. Jnf.-Regts. Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn C. Krautze. Anfang 8 Uhr.Entree 30 Pfg. Wiener Hof. Freitag den 31. Juli 1885 Einmaliges grosses Militär-Concert von rer auf einer Concertreise durch Deutschland begriffenen Kapelle des hesfifchen JagerbataillonS Nr. 11 aus Hagenau im Elsaß, in Uniform. 5531 _____Anfang 8 Uhr. Entree 40 Pfg. Fünfliäuser Kirmes Sonntag den 2. August bei Wirth H» Dcbus, 5510 Schissenbergcr Thal. NB. Freitag den 31. Juli: KÄetzeBsuppe, Familie Zimmermann. 5519 Für die vielen Beweise inniger Theitnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unfern tiefgefühltesten Dank. Gießen, den 30. Juli 1885. 5518 Erne allerorts gut eingeführte Fabrik wollener Damen» Kleiderstoffe (Specialität: Nouveau- tes), welche zu Fabrikpreisen jedes gewünschte Maaß versendet, würde auch an hiesigem Platze einer Persönlichkeit, die sich für den provifionsweisen Verkauf an Private interessirt. ihr neuestes Musteralbum übergeben. Reflectanten wollen sich unter Chiffre T P 863 an Haasenstein & Vogler in Leipzig wenden. 5530 Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen gesucht. Näheres m der Exped. d. Bl.__ 5526 Ein geübter Metalldrücker findet dauernde Beschäftigung. F. Habenichl, Lampenfabrik. 5525] Kneiplokal abzugeben.' ___Nbeinischer Hof. 5490 Ein Beamter sucht pr. 1. Oktober d- I. eine Wobnung, 4 Zimmer nebst Zubehör. Gest. Offerten an die Exp. d. Bl. erbeten.___________________ 5061 Für Hausarbeit und Küche ein älteres erfahrenes Mädchen mit fluten Zeugnissen nur sogleich gesucht. _______________Alicenstroße 11, 2. Stock. Maurergesellen und Handlanger auf sofort gesucht von 5504 L Balthasar Strauch, Maurermeister. Clavier stimmen im Abonnement u. auf Einzelbestellung, hier u. auswärts, Piano-Reparaturen in garantirt tadelloser, feinster Ausführung, durch 4834 Wilh. Rudolph, Giessen, Musikinstrumenlen-Lagcr. Zöpfe! werden für eine Mk. angefertigt. Perrücken, TouPes und Scheitel nach Maß bei Georg Petri Wwe., Friseur-Geschäft Seltersweg 43. 282 Fahrplan. Abfahrt von Siegen nach: Frankfurt 250, 4^, 526t gn gis» 1* 4*2, 76", «7. Marburg 12“* 1», 3*3, 816, 11« 1'"*, 4*», 8« , 10 w. Caffel 1210*, l'i9, 3‘a, 816, 9"*, 115« !»•, 4«, 8 ** Wetzlar 530, 6^, 8"*, 9*», 125, 12», 4«, 4w, 7’«, 8 (bis Dietz, W* (bis Betzdorf). Ems-Coblenz 530, 820*, 9«, 12\ 4“, 7-*. Deutz 637, 1228, 450 9, (hiß Betzdorf). Fulda 6*0, Uso, 7-ot Alsfeld 6*o, 1150, 0, 7^0. Gelnhausen 8>, 12", 4*0. Nidda 85, 12’0, 4*0, 8*0. Ankunft in Gießen von: Frankfurt l12, 8, 93»*, 11» V1*, 2I$, 432, 720, 8 !6*, 10*0, 12 * Marburg 226, 551*, 6» 8‘o* 11» 431, 658*, 7’7, 1125. Caffel 2to, 8W* 11«, 4", 0”’, 7'7, 115, Wetzlar 7^ (von Dietz), 751 (von Betzdorf), 9*0, 1131, 1259*, 32,, 4u1 o>5, 8 0*, 11 w 11» Cms-Coblenz 91U, 1259*, 3«, 655,8TC*, 11". Deutz 113i, 4'3, 113o. Fulda 8, 130, 429, 10. Vlsfeld 8, 130, 429, iy. Gelnhausen 93«, 335, «’ß. Nidda 625, 930, 335 tzL. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Z'.fsem die Nachtstunden. Rcdaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. II 3. Fohlen, [, Rindvieh' 1. die emh 2. die Sin 3. die Ärei Die Viep Sie jol am 1Vir^it dersrlim iß „je wn Ramiirt werden I. Pferde, ui 1. Znchtßn 2. Znchtßn im 5 b.» c. 3ud d. $ai 111. Schweme 1. Mr 2. Eder; JW IF« Ichafr, u i. AW 2.«. >• Ziegeo. Vom Ausflesser ft Wi letztere muffen Amte Zeit lang angi 1- Ich , Men, Mer Fohlen, welche b morden sind, sollen vor Die Bewerber ho forderten Vor. Unrichtige Anach wbeuingenanble con baimte Prämien wieder Mm Falle durch ; Äffen iß. ® kann nur 1 1,r*ieä N präm . , .^gmfNer joli *« °-.»geschiedm wurde PS • unb Dar 10 A' 0 i»r Mufleruna h Äs: eteW« SÄ Ä' ?Wun9 ft, M 1 oft Wnail 8 N), 6« bn 61t Wen btn ^m, ()6m uJU ÖirQh 6 ja un ^erreichjk^ ^4bas «3 l*!Ci t"“1 PU öfte " ’?.’hen S?n,t unb