Sä? « f= ESW-H13. ^tersweg 67 ZSO L7KP SSÄft &wr LsS Llü-?I-"F »et: Rr. 2SS. Freitag den 30. October 188S ießeitcr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P». Amtlicher Hheit. Betreffend: Den Gebrauch des Doppeljochs bei Zugthieren. Gießen, am 27. October 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden deS Kreises. ner ju verniiethe«. __Lreuzplah 11. Zimmers S00S, Mrtt 12. lQ NN gut inöblirtks n. »dwigstr. 26,3. El. Zimmer mit Cabiml Mftrofje 15111. wob!. Zimmer hu Maittplatz 2. wer zu vermiethen. der Bahnhofstraße. mödlirte Zimmer ju »rterstraße 40III, mmer zu vermiet^. irt, Neuenweg 30. n mit LogiS ptt rmiethen. reund Wwe., nstadt 33. Wir beauftragen Sie, nachstehende Polizei-Verordnung in Ihren Gemeinden mit dem Anfügen ortsüblich zu publiciren, daß dieselbe erst am 1. April 188*7 in Kraft treten soll, damit die Betheiligten in den Stand gesetzt werden, inzwischen ihre Vorbereitungen zu treffen. Dr. Boekmann. Polizeiverordnung, den Gebrauch des Doppeljochs bei Zugthieren im Kreise Gießen betr. Auf Grund des Art. 78 der Kreisordnung wird unter Bezugnahme auf § 360 pos. 13 des Reichsstrasgesetzbuchs mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Gr. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 7. Oktober 1885 zu Nr. M. I. 15132 für den Umfang des Kreises Gießen nachstehende Polizeiverordnung erlassen: S 1. Der Gebrauch des Doppeljochs bei Zugthieren ist im Kreise Gießen verboten. S 2. Zuwiderhandlungen werden nach § 360 pos. 13 des Reichsstrafgesetzbuchs mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. § 3. Gegenwärtige Polizeiverordnung tritt am 1. April 1887 in Kraft. Gießen, am 27. October 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Clkladen mit Log!? in der Exp. d. Ä b 'Remise Dermiethd ssarl Mnzel. 1 jgi§ ju vermiet bei. » er, MaiWraße. Politische Ueberficht. Gießen, 29. October. Ein bedeutsamer Gedenktag für das deutsche Volk ist in weiteren Kreisen desselben anscheinend ziemlich unbeachtet vorübergegangen — der 85. Geburtstag Moltke's. Am verflossenen Montag, den 26. October, waren 85 Jahre vergangen, seit der berühmte Schlachtendenker in dem MMn. finden ittagM iah. i- d. Exp- d.N ling sucht ncider, L-pengler-, Hemden Maaß 1 MputzL-D ifilzdüt- < ken itCUCF lnsicht- Betranv, J W Wir-»?!' M sä itrü*rW t bei Lern )enner'(Mark rgaffe 16- filh. l>ettl' Garantie des gW n Seit geliefert, ister Räuber, ienweg_12:__ mecklenburgischen Städtchen Parchim g boren wurde und in Anbetracht dessen, was der geniale Stratege seinem Herrscher und seinem Volke in drei Feldzügen geleistet und das ihm für immer die Anerkennung und Dankbarkeit der deutschen Nation sichert, muß dieser Tag mit zu den Gedenktagen Deutschlands gerechnet werden. Der Lebenslauf Moltke's ist zu bekannt, als daß wir demselben an dieser Stelle nochmals in seinen Einzelheiten folgen sollten; mit Genugthuung aber sei hervorgehoben, daß sich der große Feldmarschall trotz rastloser geistiger Arbeit während eines langen Lebens und trotz unglaublicher körperlicher Anstrengungen seine geistige Spannkraft und körperliche Rüstigkeit gleich seinem kaiserlichen Herrn bis in da« höchste Alter zu bewahren gewußt hat. In größter Zurückgezogenheit hat Graf Moltke seinen Ehrentag gefeiert und dies entspricht nur der Bescheidenheit und seltenen Anspruchslosigkeit, welche dem „großen Schweiger" eigen sind, Eigenschaften, die es ihm jedenfalls erwünscht sein ließen, daß ihm an seinem 85. Geburtstage keine glänzenden Ovationen dargebracht wurden. — Möge uns der geniale Feldherr noch lange erhalten bleiben, dem gefammten deutschen Vaterlande zu Ruhm und Ehre! Anläßlich der jüngsten Kaiser-Manöver in Württemberg itnb zahlreiche preußische Militärs durch Ordensverleihungen Seitens des Königs von Württemberg ausgezeichnet worden. Eine Woche vor den Urwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause haben in Vaden die Wahlen von 34 neuen Abgeordneten zum Landtage stattgefunden. Wenn schon die Urwahlen keinen Zweifel darüber auftommen ließen, daß die diesjährigen Landtagswahlen im Großherzogthum Baden einen entschiedenen Erfolg der dortigen nationalliberalen Partei bedeuten, so stellt sich jetzt, nach den Wahlen der Abgeordneten selbst, dieser Erfolg noch viel glänzender heraus. Wie schon erwähnt, waren im Ganzen 34 Abgeordnete zu wählen; 4 (Ersatz-) Wahlen finden erst in einigen Tagen statt. Von den hiernach verbleibenden 30 Mandaten fielen 22 den Nationalliberalen, 6 den Klerikalen und 1 den Demokraten zu; im Wahlkreise Durlach hat eine Stichwahl zwischen dem klerikalen Candidaten und dem bisherigen conservativen Abgeordneten dieses Wahlkreises, Kirchenbauer, welcher überhaupt der einzige Vertreter der conservativen Richtung in der badischen Kammer war, stattzufinden. Die nationalliberale Partei verlor keines ihrer Mandate, gewann aber 10, und zwar nahm sie den Klerikalen 7, den Demokraten 2 und den Deutschfreistnnigen das einzige Mandat, welches sie in der badischen Abgeordnetenkammer besaßen — Lörrach — ab. — Der neue Landtag soll am 12. November vom Groß' Herzog persönlich eröffnet werden. Der bisherige deutsche Gesandte in Rio de Janeiro, Le Maistre, ist zum preußischen Gesandten am Darmstädter Hose ernannt worden. Die Hoffnung auf eine directe Verständigung zwischen Deutschland und Spanien in der Karolinenfrage muß nunmehr aufgegeben werden, nachdem der Inhalt der spanischen Antwort auf die Note des Fürsten BUmarck vom 1. October bekannt geworden ist. Die spanische Antwort besagt, kurz gefaßt, Folgendes: Spanien halte die deutschen Ansprüche aus die Karolinen für nicht begründet; es wäre denn, daß eine neue Conferenz analog der Congo-Acte Bestimmungen für oceanische Gebiete träfe; so lange das nicht geschehen, halte Spanien seine Ansprüche im Princip nach Maßgabe des bisherigen internationalen Rechts aufrecht. — Daß, wie Spanien wünscht, wegen der Karolinen-Inseln eine neue internationale Conferenz zusammentreten solle, ist nicht guk drmköar, es bleibt daher, da Spanien die deutschen Ansprüche nicht anerkennt, nur die päpstliche Vermittelung übrig. Einer römischen Correspondenz der „Köln. Volks-Ztg." zufolge ist die vaticanische Note in der Karolinenfrage fertig gestellt und oars man unter den obwaltenden Umständen auf den Inhalt der päpstlichen Note mit Recht gespannt sein. Der österreichische Reichsrath ist am Montag vertagt worden, um den in Wien versammelten Delegationen für ihre Arbeiten vollständig Raum zu machen. Vom Herrenhause wurden an dem genannten Tage ohne Debatte noch die vom Abgeordnetenhause in den letzten Sitzungen beschlossenen Gesetze in zweiter und dritter Lesung angenommen. In der Schweiz hat am vergangenen Sonntag wieder eine Volksabstimmung stattgesunden. Es handelte sich um die Entscheidung in der Alkoholfrage, welche schon seit Monaten das schweizerische Volk in Aufregung hielt und die am Sonntag gefallene Entscheidung kann man nur als mit den wahren Volks-Interessen in Einklang stehend bezeichnen. Mit erheblicher Majorität ist nämlich die Alkohol-Vorlage des Bundesrathes, welche den verderblichen Folgen des Alkoholismus energisch entgegentritt, genehmigt worden, womit zugleich die dadurch bedingte Revision der Bundesverfassung die Genehmigung der schweizer Bürger gefunden hat. In wirthschastlicher Beziehung ist der gefaßte Beschluß insofern bemerkenswerth, als dadurch dem Bundesrath das Recht verliehen wird, auf die Einfuhr und die Fabrikation von Alkohol eine Steuer zu legen. In Tongking haben die Franzosen wieder alle Hände voll zu thun, um sich der unermüdlichen Schwarz-Flaggen zu erwehren. Bei Thanmai^ welcher Ort von den Schwarz-Flaggen stark besetzt war, mußten die Franzosen dem Feinde ein ernstes Gefecht liefern, welches mit der Erstürmung des Ortes und der Flucht der Schwarz-Flaggen nach Lakssat endete. Im Gegensätze zu dem angeblich starken Verlust des Feindes wollen die Franzosen nur 8 Todte gehabt haben. (?) General Courcy beabsichtigt nunmehr, sich mit General Negrier zu verewigen, dessen Colonne zwischen dem Bambuskanal und dem Stromschnellenkanal operirt. Die französischen Radikalen werden bei ihrer bekannten Abneigung gegen jede Colonialpolitik — und vollends gegen die Tong- king-Expedition — sicher nicht säumen, die Zustände in Tongking.und auch in Anam in der bevorstehenden Kammersession im Sinne der radikalen Politiker zu verwerthen. Nachdem in England schon die verschiedensten Führer der Conservativen wie der Liberalen ein gerütteltes Maß voll Wahlreden über das Lanb ausgeschüttet haben, wird nun angezeigt, daß Gladstone selbst in Edinburgh am 12. November eine große Wahlrede halten werde. Der Ches dec liberalen Partei Englands wird also Gelegenheit haben, die Grundsätze, die er in seinem bekannten Wahlmanifest von Hawarden niedergelegt hat, mündlich weiter zu entwickeln. Interessant ist, daß in einer am Montag Abend in London stattge- sundenen politischen Versammlung der Marineminister Hamilton mittheilte, die Regierung beabsichtige, die Kriegsmarine innerhalb zwei Jahren um 9 Panzerschiffe zu verstärken. — Die Auflösung des englischen Parlaments erfolgt am 18. November. — Sir Drummond Wolff ist am Montag, nachdem die englisch- türkische Convention wegen Egyptens unterzeichnet worden ist, von Konstantinopel nach Egypten abgereist. Die Balkanfrage kehrt jetzt wieder einmal mehr ihre diplomatische Seite heraus. Ob der Zusammentritt der neuen Konstantinopeler Bot- 1 ha st er-Conferenz wirklich am Montag erfolgt ist, wie erwartet wurde, ist allerdings zur Stunde noch unbekannt, aber die Conserenz selbst erscheint doch gesichert, da nun auch England, wenn auch mit einigen Vorbehalten, seinen Beitritt zu derselben erklärt hat. Einziger Gegenstand der Conferenz soll die Regu- lirung der bulgarisch - ostrumelischen Frage sein; von den serbischen und griechischen Ansprüchen ist keine Rede. Sonst giebt es heute Belangreiches von der Balkan-Halbinsel nicht zu melden, zumal da sich die Nachricht, bie Serben hätten die serbisch-bulgarische Grenze überschritten, nicht bestätigt hat. Herr v. Möllendorf, der in der koreanischen Negierung einen hervorragenden Posten bekleidete und dem das ostasiatische Königreich Korea viel zu versanken hatte, ist aus seiner Stellung geschieden. Die Nachricht hiervon wurde schon mehrfach gebracht, aber immer wieder bementirt, bis sie sich nun doch bestätigt hat. Der Sturz Möllendors's wird auf chinesische Jntriguen zurückgeführt. IlranLreich. Paris, 28. Oclober. Die Arbeiten ber Münz-Conserenz sind beinahe vollendet. Frankreich, Italien, Griechenlanb unb bie Schweiz sind über einen legalen Cours einig, nahezu auch über bie Liquibations-Klausel. Diese vier Staaten beschlossen, eine eigene Münz-Union ohne Belgien zu bilden, falls Belgien den Conserenz'Beschlüssen nicht zustimmt. Die Conserenz wurde bis nächsten Freitag vertagt. Arrßland. Petersburg, 28. October. Das „Journal de St. Pötersbourg" sagt anläßlich der Ansprache des österreichischen Kaisers an die Delegationen: Es sei wünschenSwerth, daß diese Sprache in Sofia, Belgrad und Athen verstanden werde und daß die Uebereinstimmung der Cabinete sich alsbald im Schooße der Conserenz, welche in Konstantinopel zusammentritt, bekunde. Es wurde von Vorbehalten einiger Regierungen bezüglich des Actions-Programmes der europäischen Mächte gesprochen, allein es sei Die Ansicht gestattet, daß diese Vorbehalte alsbald vor der Erwägung verschwinden würden, daß eine einmüthige Action der Mächte umsomehr Chancen des Gelingens habe, auch wenn sie eine xein moralische bleibe und wenn sie durch keinen dieser Vorbehalte paralysirt werde, welche sich bei der Schiffödemonstration vor Dulcigno so verhängnißvoll erwiesen und ganz ebenso, als es sich darum handelte, die Revolution Arabi Paschas in Egypten zu beendigen. Das seien Thatsachen zu neueren Datums, als daß sich bte Erinnerung an dieselben nicht ausdrängen sollte. Telegraphische Depeschen. Wolff'» telegr. Korrespondenz - Bnreau. Berlin, 28. October. Anläßlich der morgen ftattfindenden 200jährigen Jubelfeier der französischen Colonie wurde heute Mittag auf dein Platze vor dem Hospice ' our cnfants eglise refugies ein in Bronce gegossenes Calvin-Denkmal feierlich enthüllt. Nach einem Choralgesang hielt der Rechtsanwalt d'Hargues die Festrede, tiorm er der Aufnahme der vertriebenen Hugenotten durch den großen Kurfürsten gooadjte. Den Reformator Calvin feierte Prediger Neßler. Er übernahm das Denkmal Namens der Verwaltung der französischen Colonie und brachte ein dreifaches, begeistert aufge- nommcnes Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus. Abermaliger Chorgesang schloß die Breslau, 28. October. Der „Schl. Ztg." zufolge begibt sich Prinz Albrecht mit Gemahlin am 31. October von Kamenz über Berlin nach Braunschweig, woselbst am 2. November der feierliche Einzug stattfindet. Braunschweig, 28. October. In der Landtagssitzung theilte Graf Gortz- Wrisberg mit, Prinz Albrecht hätte auf seine Ansprache in Kamenz etwa Folgendes erwidert: Das Vertrauen, welches die Landesversammlung bei der Wahl in ihn gefetzt habe ihm zu hoher Befriedigung gereicht und die Einstimmigkeit bei der Wahl ihn'hoch erfreut. Er nehme die Wahl an in dem Bewußtsein, damit dem Wunsche des Kaisers zu entsprechen, dessen Wunsch für ihn Befehl sei. Er werde baldigst das verfassungsmäßige Patent über deii Antritt seiner Negierung erlasseii und hoffe, daß ihm Gott Kraft verleihen werde, die Regierung des Landes im Geiste des hochselrgen Herzogs zum Wohle und zum Segen des Landes zu führen. Bremen, 28. October. In den wetteren Berathungen betreffs der Branntweinsteuer in den Colonien beschloß die Missions-Conferenz, eine Erkärung an das deutsche Volk und eine Reihe specieller Anträge an das auswärtige Amt um Einschränkung des Branntweinverkaufs an die Eingeborenen zu veranlassen. Sodann wurde in einer eingehenden, die ganze Sitzung ausfüllenden Besprechung die Besetzung der deutschen Schutzgebiete durch deutsche Missionäre erörtert und vornehmlich eine baldige Mission in Kamerun in Aussicht genommen. Mehrere Resolutionen, welche den internationalen Character der Mission wahren, werden angenommen. Hatte, 28. October. In dem Diätenproceß des Fiskus gegen den Reichstags- abgeordneten Hasenclever hat die 3. Civilkammcr des Landgerichts die Klage ab- gewiesem^^^ 2& October. Nach Meldungen der hiesigen Zeitungen aus Belgrad enthält das Antwortschreiben der serbischen Regierung auf die Collectivnote der Vertreter der Großmächte die Versicherung, daß die serbische Regierung den Berliner Vertrag heilig halte und Alles zur Erhaltung des Friedens aufbieten werde. Serbien Hoffe, daß die Großmächte seiner loyalen Haltung Rechnung tragen werden. — Die „Polit. Corr." meldet: Die Conferenz tritt morgen, spätestens übermorgen zusammen. Wien, 28. October. Der Heeresausschuß der ungarischen Delegation berieth heute über das Ordinarium des Etats und genehmigte das Mehrerforderniß zur Aufbesserung der Gehalte der Subalternofficiere und zur Ausrüstung der neubeförderten Majore. Beöthy erwähnte die nationalen Zwistigkeiten in der Armee. Der Kriegsminister Bylandt erwiderte, daß er eine die nationalen Zwistigkeiten betreffende Ordre nicht erlassen habe, da solche überhaupt nicht nöthig war. Diese Zwistigkeiten seien überhaupt nur auf unbedeutende vereinzelte Zusammenstöße, auf einfache Wirths- hausrencontres zu reduciren, so in Pilsen, wo übrigens nicht 30, sondern 3 Personen verwundet worden seien. Rom, 82. October. Cholerabulletin von gestern. Provinz Palermo 29 Erkrankungen, 18 Todesfälle. Hiervon in der Stadt Palermo 19, resp. 12. Petersburg, 28. October. Der Minister des Innern, Tolstoy, ist hier einge JT '^-e ^rirninalabtheilung bes Senats hob in der Cassationsverhandlung über den Taganrog'schen Zolldefraudationsproceß unter Aufrechterhaltung des Geschworenen- Verdicts das Urtheil des Charkower Gerichtshofes in mehreren Punkten auf und überwies die Sache betreffs dieser Punkte zu neuer Urtheilsfällung gemäß des Geschworenen- Verdictes einer anderen Section desselben Gerichtshofes. Den Protesten des Procu- rators und des Gerichtshofes, sowie den Einwendungen des Civilklägers und des Vertheidigers wurde keine Folge gegeben. Kalkutta, 28. October. sTelegramm des Reuter'schen 33ureau§.] Das Gerücht von einer Revolution in Mandalay und der Ermordung des Königs von Birma Lvird durch den Secretär der Verwaltung von Britisch Birma bementirt. Ein hessischer Landesverein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. Darmstadt, 27. October. Am 21. d. Mts. fand in der „Rosenau" in Frankfurt unter erfreulicher Betheiligung von Männern der verschiedensten Berufskreise und aus allen Theilen des Großherzogthums die in öffentlichen Blättern kürzlich angekündigte Versammlung zur Constituirung eines hessischen Zweigvercins des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke statt. Herr Prälat Dr. Habicht eröffnete die Versammlung, indem , er auf die tiefgehenden Schäden hinwies, welche die Verbreitung des Alkoholismus für das gesamntte sociale Leben in unserem engeren Vatcrlande habe und ertheilte dann das Wort dem Geschäftsführer des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, dem unermüdlichen Kämpfer für dessen Ziele, Herrn Redacteur Lammers aus Bremen. Herr Lammers begrüßte zunächst mit großer Genugthuung im Namen des Gesammt- vorstandes die Bildung eines neuen Landesoereins und machte dann Mittheilungen über die Schritte, welche der Verein in der nächsten Zeit zu thun beabsichtige. In erster Linie werde eine Verminderung der Schankstätten in Deutschland beabsichtigt und da man die bestehenden nicht mit einem Schlage aufheben könne, so müsse der Verein sein Bestreben zunächst darauf richten, daß einer Vermehrung derselben ent- gegengetreten^iverde. Zu diesem Zwecke sei eine Petition an den Reichstag bereits in der vorigen L-ession ergangen, welche eine Verschärfung der gewerbegesetzlichen Vorschriften über die Ertheilung der Concession zum Gegenstände habe. Trotz eines gründlichen Berichts des Referenten der Petitionscommission sei dieselbe nicht mehr zur Berathung gekommen und es müsse dieselbe nunmehr unverzüglich auf's Neue ein- aebracht werden. Die Reduction der Schänken sei der erste Schritt auf dem Wege, der zu dem in der schwedischen Stadt Gothenburg trefflich erprobten Systeme führe. In zweiter Linie sei die Erhöhung der Branntweinsteuer in Aussicht genommen bislang habe der Verein noch sehr gegen den Widerstand der Ost- und Westprovinzen bezüglich dieses Punktes zu kämpfen, doch sei Aussicht vorhanden, daß wenigstens ein Theil der conservativen Parteien sich zu diesem Projecte nicht feindlich, stellen werde, da die preußische Generalsynode einen Beschluß in derselben Richtung gefaßt habe. In dritter Linie sei eine Bestrafung und Entmündigung der Trunkenbolde nach Vorbild der holländischen Gesetzgebung in Aussicht genommen und hierfür lasse sich die Sympathie der Regierungen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit erhoffen. Der Verein habe ein ausgezeichnetes Gutachten über diesen Gegenstand von dem Criminalisten Dr. von Schwarze erhalten und werde dasselbe ohne Zögern der Reichsregierung und' sämmtlichcn Landesregierungen überreichen. Endlich müsse die Aufmerksamkeit der Gesetzgebung auf die Reinigung des Trinkschnapses gerichtet werden und auch in dieser Hinsicht seien bereits für die nächste Zeit Schritte in Aussicht genommen.^ Alle staatliche Thätigkeit nütze aber nichts, wenn nicht die Vereinsthätigkeit sich kräftig entfalte und in dieser Beziehung empfahl der Redner dem hessischen Verein, die Arbeitgeber und die Frauen für seine Ziele zu interessiren. Die Ersteren könnten durch das Verbot des Schnapses in den Fabriken und seinen Ersatz durch Kaffee ober Thee außerorbentlich günstig wirken, während sich für die Wirksamkeit opferwilliger Frauen durch Belehrung und Einwirkung auf die Arbeiterfrauen ein reiches Feld fruchtbarer Thätigkeit eröffne. Herr Ministerialsecretär Dr. Linß berichtete hierauf über die bisherige Thätigkeit. Nach seinen Mittheilungen ist das Interesse für die Ziele des Vereins in allen Theilen des Landes ein reges und die beste Hoffnung vorhanden, daß seine Bestrebungen Verständniß in der Bevölkerung finden. Herr Dr. Linß legte als. Slcttutenentwurs bie Statuten des Provinzialvereins für die Provinz Hessen-Nassau vor, welche von ber Versammlung in eingehender Weise durchberathen und mit verschiedenen Aenderungen angenommen wurden. Um den Beitritt möglichst zu erleichtern, machte man den Unterschied zwischen ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern und setzte für letztere den Jahresbeitrag auf mindestens 50 Pfg. fest. Der Vorstand des Vereins besteht aus 15 Mitgliedern, hat jedoch das Recht, sich bis auf 21 zu ergänzen. Die hierauf vorgenommene Wahl ergab folgendes Resultat: Geh. Medicinalrath Dr. Eigen brodt (Darmstadt), Pfarrer Fuchs (Beerfelden), Rechtsanwalt Dr. Fuld (Mainz), Professor Dr. Gareis (Gießen), Prälat Dr. Habicht (Darmstadt), Pfarrer Hardt (Offenbach), Geh. Medicinalrath Dr. Helwig (Mainz), Ministerialsecretär Dr. Linß (Darmstadt), Provinzialbirector von Marquard (Darmstadt), Oberbürgermeister Ohly (Darmstadt), Dr. med. Pfannmüller, Anstaltsarzt (Marien- schloß), Pfarrer Dr. Strombe rger (Zwingenberg), Dekan Dr. Strack (Langgöns), Kaufmann H. Wecker (Offenbach), Dr. med. Weckerling (Friedberg). Nachdem ber Verein sich so constituirt hatte, erstattete Herr Dr. Linß Bericht über bie hessische Gesetzgebung gegen bie Trunksucht. Es würbe sowohl von bem Berichterstatter als auch aus ber Versammlung, namentlich seitens ber Herren Ohly unb von Marquarb constatirt, daß die Handhabung ber Bestimmungen besPolizeistrafgesetzes eine äußerst laxe sei. Es würbe constatirt, baß in einer Reihe von Stäblen des Landes in Läden, welche nur die Concession zum Kleinhandel mit Branntwein besitzen, eine förmliche Schankwirthschaft betrieben werde und die Versammlung war darin einig, daß diese Läden viel verderblicher wirkten als die eigentlichen Schänken. Im Anschluß hieran schlug Dr. Linß folgende Resolution vor: „Indem sich die Versammlung mit dem seitherigen Vorgehen des Hauptoereins behufs Erlangung einer die wirksame Bekämpfung des übermäßigen Genusses geistiger Getränke ermöglichenden Gesetzgebung einverstanden erklärt, ist dieselbe der Ansicht: 1) daß im Großherzogthum Hessen eine schärfere Handhabung der bestehenden, ber Trunksucht entgegenwirkenden Vorschriften, insbesondere derjenigen über bie Polizei- ftunbe, ben Wirthshausbesuch an Sonn- unb Feiertagen, bie Veranstaltung öffentlicher Tanzbelustigungen, bie Beschaffenheit ber Schanklokale, bie Bestrafung öffentlicher Trunkenheit, ben Verkauf und bas Feilbieten von Spirituosen zulässig unb wünschens- werth ist, 2) baß bte nach § 33 ber Gewerbeorbnung ben Lanbesrcgierungen freigestellte Abhängigmachung ber Concessionirung von Schankstellen vom Bedürfnißnachweis anaesichts der unverhältnißmäßig großen Zahl ber in Hessen vorhanbenen Gast- uno Schankwirthschaften unb Branntweinoerkaufsstellen unb deren unzweifelhaft in sittlicher unb materieller Beziehung höchst schäbliche Wirkung als eine besonbers bring- liche Maßregel zu betrachten ist." Die Versammlung nahm bie Resolution an unb beauftragte ben Vorstanb, eine Petition im Sinne bes zweiten Theils berselben an bie Groß!). Regierung unb die Stände zu richten. 9iachdcm ber Vorsitzenbe, Herr Prälat Habicht, noch betont hatte, baß es vor Allem nothwenbig sei, möglichst viele Personen zum Beitritt zu veranlassen, würbe bie Versammlung geschlossen. Lokale-. Gießen, 29. October. Auf ber Wartburg verweilt gegenwärtig ber Geh. Baurath Professor Dr. v. Ritgen, ber bie Pläne zur Wieberherstellung ber Burg geschaffen hat unb bringt man seine jetzige Anwesenheit mit ber Ausführung des Thurmes am Burglhor, ber schon lange geplant ist, in Zusammenhang. V: Gießen, 29. October. Im Anschluß an unsern Bericht in ber Samstags- Nummer bieses Blattes wollen mir heute mit ben uns vorliegenben Nachrichten über bas am Sonntag im Saale bes Gesellschaftsvereins auftretenbe Künstlertriü „Schrattenholz" fortfahren. Die kleinen Virtuosen Ernst unb Leo haben unter ber Leitung ihres Vaters im Verein mit ben Lehrern Sotto, Lubwig, Grützmacher und Withehouse ganz bebeutenbe Fortschritte gemacht unb im vergangenen Winter auch in Lonbon bie seltensten Erfolge erzielt. Anstatt jeber, bas persönliche Urtheil beeinflussenben Characteristik bes Spieles ber beiben Knaben erwähnen wir nur, baß dieselben in diesem Winter voraussichtlich auch in den großen Saturday concerts bes> Lonboner Crystal-Palace auftreten werben, ein Erfolg, ben sie nur mit wenigen Künstlern unserer Zeit theilen. (Schluß folgt.) Eingesandt. Gießen, 29. October. Das Octroireglernent ber Stabt Gießen leibet nach Ansicht eines großen ThcileZ ber Hanbeltreibenben an verschiebeuen Mängeln. Diese Viängel hat auch unser ver- ehrlicher Stadtvorstanb schon vor längerer Zeit für begründet erachtet unb eine Com-- #?*** 8il ocrbei'elN-, M g keinen A >ul 1. kpr l'C jpunbctc«w Hjl •Wr/SKSW Mlc sich herauf Men waren, deren S" beschrankte- tat «rum riß bei einer e SÄS (Mn Momente glaub stürzenden Hölzern 0^ Aurich«'« trM > * -»ihrM fDem Tove W .August" if« ' tad> iolfltnben Umstn ttffi 6 Ähre mil K« wurde am 1. Februar auf der er später ^teir bei Gibraltar. angclair Htgcnstände für ihn p fuhr. Mchdem er der Lottes, legte die gekar gefahren mar, bereits rück, nin dm Koch zu ankam, wurde er zu \ abgefahren war. Am Als er am anderen 2 geiegell. Es blieb ih unb ihm mitzutheilm ersten Gelegenheit na lich sind, ihren einzi Versicherung. Das ’S u. begutachtet), weh vlft. zu 40 u. JL Argebui ArahnAi Die nachstehender einer kreisftra^ Linden nach \ forderlichen Arbeite sollen Lamstag bei Nachmitta M dem Gemeinde! renden im Wec llreichs vergeben ro y Erdarbeiten 2J Wafierarbeite: ° Ruurerarbeiie v yufltrarbeitf ?) MateriMies Handarbeit! •*'£**" tet in ®ie6 >'*«en en, an, 27 3 J 7112 Der. Jeilgcho holl ?e*tenbe 7800' eVen 29? • ^ctobet. JWjJta ein IteÜen werbe ! gefaßt habe. )löe nach Vorbild lx lasse sich hie en- £er Verein tm Kriminalisten J ^eichsregierung iufmerksamkeit der mid auch in dieser Mn. Alte slaal- ch kräftig entfalle n, die Arbeitgeber öiuitai durch das Äaffee oder Thee 'ferwilliger Frauen j :fj Feld fruchtbarer '■ bisherige Thäch s Vereins in allen Neine Bestrebung | rlatutenentwurs di- | r, welche von ber f, denen AenderunÄ rchte man dm Unin- i fehle sur letztere N ■ Vereins bestehl ans ■W GL Rf' 0 Nit her *taj tereitä j »K!'ch-N Sßorl , „Le'nßÄ ' »>cht mrhr juv fü6?t: vL9enommtn lNd ffieftnrnni,.! 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In der „Dresdener Zeitung" lesen wir: Vor einigen Tagen gingen einige angesehene Mitbürger Abends die Moritzstraße entlang, als sich ihnen plötzlich zwei unb"*annte Männer entgegenstellten und das Trottoir versperrten. Als die Herren, um ihrerseits keinen Anlaß zu einem unangenehmen Zusammentreffen zu geben, zum Fahrdamm ausbogen, brachen die Fremden in eine Fluth unverständlicher Wörter aus, schließlich schrieen sie laut: „Deutsches Hund!" Als die Herren die Schreier besonnen zur Rede stellten, schlugen sie mit Schirmen und Stöcken wie rasend um sich und verwundeten einen der Passanten ziemlich ernst üm Kopfe. Nunmehr riefen die Ueber- fallencn polizeiliche Hilfe an und ließen die Krakehler sistiren. Auf dem Polizeibureau stellte sich heraus, daß cs erst jüngst hier in Arbeit getretene czechische Schuhmachergesellen waren, deren ganze Kenntniß deutscher Sprache sich auf die Worte „Deutsches Hund" beschränkte. Jetzt dürfte sich ihre Sprachkenntniß erweitern, bald werden sie auch lernen, was man auf Deutsch Gefängniß nennt. Auf solche Weise dankt der Ezeche den Deutschen, die ihm Brod imb Arbeit geben. — sEin verunglückter Seiltänzers Wie dem „W. F." aus Prag telegraphirt wird, riß bei einer Seiltänzer-Production in Protivin das Seil. Der Seiltänzer sammt dein eigenen vierjährigen Kinde auf dem Rücken stürzte aus der Höhe angesichts der nrasscnhaft versammelten Zuschauer herab. Zum größten Unglück fielen auch die beiden Mastbäume um und verletzten den ohnehin durch den Sturz schwer verwundeten Seiltänzer lebensgefährlich. Die Aufregung mar eine um so größere, als man im ersten Momente glaubte, daß auch einige als Zuschauer anwesende Kinder von den stürzenden Hölzern getroffen worden seien, eine Vermuthung, die sich glücklicherweise als unrichtig erwies. Der Zustand von Vater und Kind soll ein derartiger sein, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt. -- (Dem Tode entgangen.) Von der Mannschaft des zu Grunde gegangenen Schiffes „Augusta" ist ein einziger Mann, ein 22jähriger Matrose von Swincmünde, durch folgenden Umstand dein sicheren Tode entgangen. Dieser Matrose, welcher bereits 6 Jahre auf Kauffahrteischiffen gefahren war und drei Strandungen mitmachte, wurde am 1. Februar 18.85 zur Marine ausgehoben und der „Augusta" zugetheilt, auf der er später Steward wurde. Als die „Augusta" auf der Fahrt nach Westafrika bei Gibraltar angelangt war, wurde er von einem Officier beauftragt, noch einige Gegenstände für ihn zu kaufen und es war das letzte Boot, mit welchem er an Land fuhr. Nachdem er den Auftrag ausgeführt hatte, ging er nach der Landungsstelle des Bootes, legte die gekauften Sachen zu den von dem Koch, welcher mit ihm zusammen gefahren war, bereits angekauften Gegenständen und kehrte wieder nach der Stadt zurück, um den Koch zu suchen. Als er nach einiger Zeit wieder bei der Anlegestelle ankam, wurde er zu seinem Schrecken gewahr, daß das Boot bereits nach der „Augusta" abgefahren war. Nun suchte er vergeblich ein Boot und irrte die ganze Nacht umher. Als er am anderen Morgen sich nach der „Augusta" umsah, war dieselbe bereits fortgesegelt. Es blieb ihm weiter nichts übrig, als zu dem deutschen Consul zu gehen und ihm mitzutheilen, wie es ihm ergangen sei. Dieser sorgte dafür, daß er mit der ersten Gelegenheit nach Wilhelmshaven befördert wurde. Daß die Eltern überglücklich sind, ihren einzigen Sohn von der Katastrophe verschont zu wissen, bedarf keiner Versicherung. nunmehr 17 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen unüber- troffene Haarwasser von C. Retter, München (staatlich geprüft u. begutachtet), welch, statt Oel od. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist ukst. zu 40 H u. AL 1,10 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 526 Theater. _ . . V Gießen, 28. October 1885. n .. . vinc_yedjt interessante Vorstellung war die Aufführung von Scribe-Eosmar's LusNprel: „Das Glas Wasser" mit Herrn Hofschauspieler Julius F i a l a an der - ani' er scch und siegte, denn sein Bolingbrokc war ein Hofmann vom reinsten Waster. Da gab cs keine unedle Bewegung, keinen Stein des Anstoßes in der Sprache und keinen Mißgriff gegen die Anforderungen der Rolle. Der Gast spielte mit einer weltmännischen Feinheit, wie mnn sie sich nicht besser wünschen konnte und sein Jromstrcn war wirklich meisterhaft, man wurde warm bei seinem Spiel und diese Warme ubertrug sich nicht nur auf das Publikum, sondern er hatte auch einen gewissen Zug in das Ensemble unseres Theaters gebracht, der das erfreulichste Resultat zur Folge hatte. Ww sehen von den Gedächtnlßschwächcn, die sich hier und da bemerkbar machten^ gern ab und constatiren aus voller Ueberzeugung Fleiß, Streben und redliches Be- mrlhen jedes Mitwirkendcn, da es uns selbst Freude macht, wenn wir jeden Tadel unterdrücken können. Mathilde Schlüter gab die Herzogin mit vielem Geschick, der hochnäsige ^.on gelang ihr ausgezeichnet und das Jntriguante der Nolle kam zur besten Geltung, so daß sie in den Scencn mit Herrn Fiala an dem Beifall des Publikums einen unbestreitbaren Antheil hatte. Auch Max Willrodt-Schrüder überstürzte seine Rede nicht und fand sich mit dem Mascham recht gut ab. Die Abigail, deren Name sonderbarerweise mit allen möglichen Variationen ausgesprochen wurde, — man schien ihn einfach verdeutscht zu haben — wurde von Elsa von Walden lobenswert!) vergegenwärtigt. Cornelia Rheinberger hatte diesmal mehr Glück als Königin, wie in Maria Stuart. Die Heldenköniginnen sagen ihr nicht zu, aber eine Anna von England dürfte eher ihrem ganzen Wesen angemessen sein. Sie war recht anmuthig als solche und fand den noblen Ton überall, auch ihre Erscheinung harmonirte gut mit den Ansprüchen, die der Dichter an die Darstellerin stellt. Hoffentlich wird uns Herr Fiala öfter die Ehre eines Gastspiels geben und dein Publikum iväre der Bestich solcher Vorstellungen bestens zu empfehlen. ^a— Handel und Verkehr. Limburg, 28. October. Rother Weizen J4 14.10, weißer Weizen AL 0000, Korn AL 11 00, Gerste AL 10.40, Hafer AL 6.35, Kartoffeln ä 100 Pfund AL 0.00, Erbsen ä 100 Pfund AL 00.00. Frankfurt, 28. October. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter AL 3 80—4.50, Eier das Hundert AL 6.00—8.00, Butler per Pfund AL 1.10 bis 1.20, Weißkraut per Stück 12—15 H, Rothkraut per Stück 15—25 Kohlrabi per Stück 3—00 H, Ochsenfleisch per Pfund 60—70 H, Kuh- u. Rindfleisch 50—60 Kalbfleisch 50—60 Schweinefleisch 70—75 H, Hammelfleisch 50—65 H, 1 Hahn AL 0.70-1.50, 1 Huhn AL 1.00-2.00, 1 Ente AL 2.00—3.50, 1 Gans AL 4.00—8.00, 1 Taube 40-60 H, Welsche AL 5.00—10.00. Hannover, 28. October. sEisenbahn-Eonferenz.j Die Seitens der Ost- preußischen Landwirthe beantragte Einführung von Staffeltarifen mit fallender Scala für Getreide behufs billiger Verfrachtung ihrer Ueberproduction nach dem Südwesten Deutschlands ist auch in hiesiger Eisenbahn-Bciraths-Sitzung einstimmig abgelehnt worden. Als Erleichterung im Personenverkehr ist zu begrüßen, daß vom 1. November ab im Localverkehr der Direction Hannover die Gültigkeit des Retourbillets wie folgt berechnet wird: Bei Entfernung von 201—300 Kilometer 3 Tage, 301—400 4 Tage u. s. f. für je 100 Kilometer steigende Entfernung 1 Tag mehr. Vom 1. Januar ab I findet diese Berechnung im ganzen Bereich der preußischen Staatsbahnen statt. Retour- billets nach Berlin erhalten 1 Tag Zusatz, sodaß künftig solche ab Gießen nach Berlin (Entfernung 495 Kilometer) mit 6 Tage Gültigkeit zur Ausgabe gelangen. K. Vergebung von Htrahenbauarbeiten. Die nachstehenden, zum Neubau einer Kreisstraße vonGroßen- Linden nach Lützellinden erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen Samstag den 31. d. M., Nachmittags 3 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Großen- Linden im Wege mündlichen Abstreichs vergeben werden: veranschlagt zu 1) Erdarbeiten 520,— «Ai. 2) Pflasterarbeiten 421,40 „ 3) Maurerarbeiten 150,— „ 4) Chaussirarbeiten a) Materiallieferung 2458,50 „ b) Handarbeiten 840,05 „ zujammen 4389,95 ScMossgass® V wohne. Gießen, den 30. Oktober 1885. 7801 gjevi IjQgwensteim« Tan&musik Sonntag den 1. November l. I., wozu crgebenst einladct 7786 M. Schmidt II., Grüiibrrgerstraße. 7792 Eine aste, gut eingeführte Lebens- versichernngs - Gesellschaft sucht für Eietzen und Umgegend ihre Hmupt-Agentur mit bestehendem- Geschäft neu zu besetzen. Geeignete Bewerber, welche in den besseren Kreisen verkehren, gute Referenzen besitzen ilnd in der Lage sind neue Geschäftsabschlüsse zu vermitteln — aber nur solche — wollen ihre Adresse sub 8. 6448 an Rudolf Mosse, Gietzen, abgeben. Silvana, i Siehe Neue Musik-Zeitung IV. Quartal. Preis bei der nächst. Postanstalt, Buch- [ ga o. Musikalienhandlung nur Ir). Sprachunterricht. Zu Kursen — Tag- u. Abendkursen — in der franz. Sprache — des. Conver- sation u. Handelskorrespondenz — werden noch einige Theilnehmer gesucht. Auch werden Einzelstunden gegen mäßiges Honorar ertheilt. 7589 Näheres in der Exped. d. Bl. Colporteure mit guten Zeugnissen finden in Baden, Bayern, Mittel- und Norddeutschland dauernde Beschäftigung. Calw l Württemberg). 7i^l Die Bereinsbuchtzandlung. 7762 Von einem leistungsfähigen Frankfurter Haus wird zum Verkauf von Kleesaat und Colonialwaaren in Obcrhcsscn ein tüchtiger Ülgent gesucht. Offerten unter v. F. an Haasenfleitt & Vogler, Frankfurt a. M. 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