sJÄ” lt SJCpTr^?- vermiethen '^. ^Uögl. ' Neigen. K«LA ÜS^WrT !?ÄT S仫' 'K.S'1-ä. 5^2^■¥/ KJ* E vchulftrahe 7. Erscheint IStzltch mit Ausnahme des Mc itag». 2 W^2? ?f- mttvringei p ° Durch bte Post bezogen mertelfLhrltch 2 Mart 50 i || 1 ■ ijnii'r^iri■ jw.j.i jg^iii------m । । । ir m ।» Amtlicher Hheil. Polizei-Verordnung, die Bade - Anstalten zu Gießen betreffend. Auf Grund des Artikels 296 des Polizeigesetzes und des Artikels 56 pos. 1 der Städteordnung wird nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 26. August 1885 zu Nr. M. I. 19971 verordnet wie folgt: , 8 i. Die polizeiliche Aussicht über die Badeanstalten und die öffentlichen Bade- plätze an der Lahn steht dem Grobherzoglichen Polizeiamte zu, welche dieselbe durch die ihn: unterstellten Vollzugsorgane ausübt. § 2. Den Weisungen der diensthabenden Polizeibeamten (s. § 1) ist in jedem Falle, unbeschadet des Rechts der Beschwerde bei Großherzoglichem Polizeiamte, unweigerlich Folge zu leisten. § 3. Jeder Unfug im Wasser und in den Badeanstalten ist untersagt. Ebenso ift jede Beschädigung der Badeanstalten, der Uferbauten an denselben, der Nachen, sowie allen dazu gehörigen Geräthe und Einrichtungen untersagt. § 4. Das Mitnehmen von Hunden in die Badehäuser ist nicht gestattet. § 6. Die Benutzung von Seife, das Waschen von Kleidungsstücken innerhalb der Badeanstalten, sowie jede sonstige Verunreinigung der Bade-Zellen und Hallen ist untersagt. § 7. Die Badehäuser dürfen von Personen, welche nicht abonnirt sind, oder das Badehonorar nicht bezahlt haben, nicht betreten werden. In die Frauenbäder dürfen Knaben nicht mitgenommen werden. 8 8. Das Tränken, Schwemmen, oder Waschen von Rindvieh, Schafen und Schweinen in der Lahn zwischen den beiden ober- und unterhalb der Lahnbrücke gelegenen Wehren ist vom 1. Mai bis 15. September untersagt. Pferde dürfen in der Zeit vom 15. Mai bis 15. August nur bis 7 Uhr Morgens und nach 8 Uhr Abends und an den übrigen Tagen der Monate Mai und August sowie im Monat September nur bis 7 Uhr Morgens und nach 7 Uhr Abends zur Schwemme gebracht werden. 8 9. Das Localreglement für die Provinzialhauptstadt Gießen vom 8. Mai 1856, betreffend das Polizeistrafgesetz, insbesondere Baden in Flüssen, tritt außer Wirksamkeit. 8 5. Von dem letzten, unterhalb der Pulvermühle gelegenen Badehause an, stromaufwärts bis zum sogenannten Schäferbrunnen, ist das Baden an der offenen Lahn (außerhalb der Badehäuser), sowie das Entkleiden an beiden Ufern verboten. § 10. Bei dem Baden in offener Lahn, sowie innerhalb der Badeanstalten $ Zuwiderhandlungen werden, soweit nicht die einschlägigen Strasbestim- haben sich die Badenden, falls sie sich nicht in einer geschloffenen Zelle baden, i F. langen des Reichsstrafgesetzbuchs und des Polizeistrafgesetzes zur Anwendung ohne Ausnahme der Badehosen zu bedienen. I zu kommen haben, mit einer Geldstrafe von einer bis dreißig Mark geahndet. Gießen, am 28. August 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _________________________________________________Fresenius.____ Gefunden: 2 Taschentücher, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Uhrkette, 1 Visitenkarten-Täschchen, 1 Thermometer und mehrere Schlüffel. Gießen, am 29. August 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Keutschland. Darmstadt, 28. August. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 23 enthält: Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern »nd der Justiz, die Ausführung des Reichsgesetzes vom 9. Juni 1884 gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen betreffend. Darmstadt, 25. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog werden Samstag den 29. ds., Vormittags, der Besichtigung der 49. Infanterie-Brigade, welche nordöstlich von Habitzheim stattfindet, beiwohnen. Berlin, 27. August. Für die am 1. December stattfindende Volkszählung im deutschen Reiche sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Die Zählung wird ganz so wie vor 5 Jahren ausgesührt und nur bezüglich der Berufsklaffen diesmal insofern beschränkt, als die letzteren jetzt nicht gezählt werden. Die Zähl-Commissionen sollen bis zum 15. November gebildet sein; ihrer Einsetzung wird dann die Abgrenzung der Zählbezirke und die Ernennung der Zähler folgen. Potsdam, 28. August. Heute Nachmittag sand Seitens des Osficier- Corps des 1. Garde-Regiments ein Schießen nach dem Adler statt. Der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Wilhelm und der Erbgroßherzog von Baden wohnten demselben bei. Der Kaiser gab drei Schüsse tri, wobei jedesmal der Adler getroffen wurde, und kehrte dann um 6 Uhr 45 Min. nach Babelsberg zurück. Arankreich. Paris, 28. August. Ein gestern Nachmittag abgehaltener Ministerrath beschloß, daß bei der heutigen Leichenfeier Courbet's keine Rede gehalten werde. Der kirchlichen Feier in der Kapelle des Jnvalidenhauses wohnten dagegen alle Minister bei. Zur Beisetzung der Leiche in Abbeville wird der Marineminister eine Rede halten. — Der Leichenfeier für Courbet wohnten sämmtliche Minister, Deputationen der Kammern, die Marschälle Mac Mahon und Canrobert, die fremden Militär-Attachös und zahlreiche Osficiere bei. Nach der Feier wurde der Sarg vor dem Jnvaliden-Hütel aufgestellt, wo die Truppen defilirten. Reden wurden nicht gehalten. Trotz des Regenwetters war eine überaus große Menschenmenge zusammengeströmt. — Der Minister des Innern hat formell die Meldung eines ausländischen Blattes, daß sich die Cholera in Paris und Umgegend gezeigt habe, demen- Liren lassen. — Nach einem Telegramm des „Temps" aus Aden ist ein englisches Schiff abgegangen, um Ambo und die Tadschurabay vor dem Eintreffen der Franzosen zu besetzen, von denen die Engländer vermutheten, daß diese daselbst ihre Flagge hissen wollen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. «orrespondenz - Burearr. Wien, 28. August. Das Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht die Ernennung des Großfürsten - Thronfolgers Nikolaus zum Oberst - Inhaber des fünften Ulanenregiments und des Großfürsten Georg zum Obcrstlieutenant des Uhlanen-Negiments „Kaiser von Rußland". — Nach der „9L Fr. P." sandten der österreichische und der russische Kaiser an den deutschen Kaiser von Kremsier aus am 26. August ein gemeinschaftliches Telegramm, worin sie denselben herzlichst begrüßten und aussprechen, daß beide Kaiser den deutschen Kaiser im Geiste als in Kremsier anwesend betrachteten. In einem Antwort- Telegramm dankt Kaiser Wilhelm und versichert, daß er die Gefühle der beiden Monarchen erwidere. Das Blatt bezeichnet dies als den deutlichsten Beweis dev innigen Beziehungen der drei Kaiserreiche. Marseille, 28. August. Am Donnerstag wurden 31 Todesfälle an Cholera gemeldet. । Marseille, 28. August. Heute wurden hier 28 Cholera-Todesfälle constatirt. Toulon, 28. August. In den letzten 24 Stunden kamen 34 Todesfälle an Cholera vor. Petersburg, 28. August. Die Majestäten haben gestern die russische Grenze wieder passirt. — Der Minister des Auswärtigen, v. Giers, hat seinem Adjunkten Vlangalk folgende Depesche übermittelt: Prerau, 26. August. Die Majestäten haben soeben. Kremsier verlassen und den besten Eindruck von dem herzlichen Empfange, den sie dort fanden und von dem vollkommenen Einvernehmen, welches bei der Zusammenkunft sich zeigte, mit sich genommen. t c., London, 28. August. In dem Dorse Mullinavatt in der Grafschaft Krlkennu fanden gestern ernste Ruhestörungen statt. Hundert Polizeiagenten, welche einige Pächter, die ihr Pachtgeld nicht bezahlt hatten, aus den Pachtgütern entfernen wollten^ wurden von einer 2000 Personen starken Menge angegriffen. Die Polizei schritt ein und machte dabei von den Bayonneten Gebrauch. Auf beiden Seiten gab cs zahl-" reiche Verwundungen. _____________________________________ Vermischte-. Hanau, 27. August. Heute Nachmittag kurz nach 4 Uhr hat sich ein Soldat des 2. Bataillons vom 97. Regiment in seinem Quartier bei einem Oeconomen vorder Kinzigbrücke hier mit scharfen Patronen erschossen. Der Tod trat augenblicklich, Jetzt wurde die Criminalpolizei, die Staatsanwaltschaft und die Medicinal- Herr Polizeicommissär Schüler welcher sich zur Aufklärung über diese An- bel)orpe von dem -Vorfall tn Kenntniß gesetzt, worauf das Zimmer erbrochen wurde.- Gelegenheit persönlich nach Frankfurt begeben hatte, veranlaßte daselbst die Verhaftung Je 50 Kilogramm kosten: 8? 05 -9» uMa S) X^ X$ 71-7183 7 50 6 67 2 1 50 2 75 10- 20'50 20- 24 50 22- / ,/5 Je */a Kilogramm kostet: •e- •e e E 5® § "Ä|oÄ iX -9>| A -Ä *■ J^X 0 56 9 19- 28- 65 Et’ 'S •o Q E) cr im Rhein aufgefundene Rumpf die Reste des Wothe seien, der immer noch vermißt wird. Die hier heute Morgen verbreitete Nachricht, daß derselbe in Oppenheim verhaftet worden sei, ist unrichtig, man hat bis jetzt keine Spur von demselben. Es soll fein Zweifel mehr darüber obwalten, daß der Frauenmantel, in ivelchcm man am Rheiiiufer die verstümmelte Leiche fanb, ein Kleidungsstück der Frau Wothe sei, was, wenn cs sich bestätigt, den fraglichen Zusammenhang beider Verbrechen außer Zweifel stellen würde. Ein weiteres Moment, das darauf schließen läßt, daß der Ermordete, beffen Rumpf am Rhein gefunden wurde, der Schuhmacher Wothe ist, dürfte darin zu suchen sein, daß bei der Section sowohl in dem Magen dieses als and) in dem der Frau grüne Bohnen gesunden wurden. Im Volke erzählt man sich ferner, die eigentliche Verstümmelung der im Rhein gefundenen Leiche lasse um so mehr annehrneu, daß der Rumpf deni Wothe angehöre, da derselbe an den Vorderarmen tätowirt gewesen und fogenannte X-Beine gehabt Habe, was der Mörder durch das Abschneideii dieser Glieder vielleicht der Entdeckung entziehen wollte. Ob sich das bestätigt, bleibt abzuwarten. Im Laufe des gestrigen Tages wurde der ganze Rheinstrom an der Stadtseite untersucht, um möglicherweise noch weitere Spuren des Verbrechens, die Ueberreste des gefundenen Körpers rc. aufzufinden, doch blieb dies völlig resultatlos. Am Hafen sahen gestern Morgen mehrere Arbeiter ein großes Packet, welches mit einer rothen Schnur zusammengebunden war, schwimmeir. Die Leute warfen mit Steinen nad) demselben, um es womöglich an's Ufer treiben zu lassen, doch dabei wurde das Packet getroffen und sank unter. Da man in demselben die fehlenden Körpertheile vermuthete, so wurde dorten ebenfalls das Rheinbett untersucht, dod) gleichfalls ohne Erfolg. Die gestern vorgenommene Secirung des aufgefundenen Rumpfes ergab, daß in der Lunge Spuren von Kohlenstaub vorhanden waren, was darauf schließen ließ, daß der Mann ein Gewerbe betrieben habe, das ihn häufig mit Kohlen in Berührung bringe. Da sich nun am Mittag zwei Schiffer auf der Polizei mit der Angabe meldeten, daß ihr Bruder seit dem Vorabend spurlos verschwunden sei, so glaubte man in dem Ermordeten den Bruder der Schiffer aufgefunden zu haben, um so mehr, aI6 der Vermißte längere Zeit Führer eines Kohlenschiffes war, welches gegenwärtig auf der Gustavsburg vor Anker liegt. Aber diese Nachricht hat sich nicht bestätigt^ indem noch gestern Abend der vermißte Schiffsmann wieder zu den Seinigen zurück- gekehrt ist. Ebenso hat sich die Spur, welche auf die beiden gestern genannten Meßleute, den Kitthändler Bletz und seine Begleiterin Amalie Müller htnzudeuten schienen, al6 unbegründet erwiesen. X3> 8 |57 Von der Nachbarschaft konnte bis jetzt nur constatirt werden, daß um 8 Uhrdes vorhergehenden Abends ein furchtbarer Schrei aus der Wohnung des Wothe gedrungen ist, da aber derartige Ereignisse keine Seltenheit in der fraglichen Wohnung waren, so legten auch die Leute dem Schrei keine besondere Wichtigkeit bei. In einem Parterrezimmer des Nebenhauses, in welchem Herbst fein Nachtquartier hatte, wurde von der Polizei nun ebenfalls Visitation gehalten und fanden fid) daselbst verschiedene Kleidungsstücke, welche dem Herbst gehörten, die mit Blut besudelt waren, so eine Hose, eine Weste und ein Hemdkragen; auch wurde derSchlaf- kamerad des Genannten, der über den Verbleib desselben gar keine Auskunft geben zu können behauptete und sich auch sonst verdächtig benahm, in Haft genommen Herbst aber wurde glücklicher Weise nod) gestern Abend von dem Polizeidiener und dem Nachtwächter in Laubenheim betroffen; trotz seines energischen Widerstandes und obwohl er sich für einen Anderen, Namens Müller, ausgab, wurde er dingfest gemacht. Gestern Abend kam nämlich ein Mann nach Laubenheim, welcher in verschiedene» Wirthschafteu zu übernachten wünschte, er gab an, nach Alsheim zu müssen um oort Jemand zu einer Beerdigung nach Mainz einzuladen, er habe aber den Aua' versäumt und müsse über Nacht bleiben. Da aber bereits die Kunde von der Auffindung des Rumpfes dorthin gelangt war, betrachtete man den aufgeregten Menschen mit U"? der Polizeidiener und der "Nachtwächter von Laubenheim versicherten sich schließlich des Mannes, da er ihnen verdächtig vorkam und verlangten Legitimation, die er mdeß nicht aiifweisen konnte. Auf Anfrage bei Herrn' Bürgermeister Möhn wurde Herbst, der angab Muller au heißen und Gärtnergasse Wr. 85 in Mainz zu wohnen, einstweilen in das Arrestlokal gebracht. In demselben ina^tcjnin der Arrestant einen furchtbaren Skandal, öffnete das Mister und schne auf die Sttaße: Helft ihr Laubenheimer Bürger einem Mainzer Burger, der unschuldig eingesteckt ist." Auf diesen Skandal hin, der lange währte, mürbe die halbe Gemeinde in Ausregung versetzt und der Bürgermeister ließ den Gefangen abermals vor sich führen. Nun erzählte ein anderer Laubenheimer Bürger, daß tn Mainz abermals ein Verbrechen verübt worden sei, man möge den Verdächtigen nur öebalten, ma^ dann auch geschah. Jetzt versuchte Herbst keinen Widerstand mehr, blieb die Nacht über tn Gewahrsam und wurde heute früh dem Gensdarmen von Bodenheim übergeben, der tn dem Delinquenten sofort den gesuchten Herbst erkannte und ihn gefesselt nach Mainz brachte. - _ H^bst zeigte übrigens bei seiner Festnahme in Laubenheim ein Portemonnaie, s>a§ mit Geld wohlgesüllt war und mehrere Ringe an den Fingern. Heute Morgen wurde Herbst unter Gensdarmerie-Bedeckung auf den Zriedlwf flcbratbt und in Gegenwart der Herren Staatsanwälte Dr. Gaßner und Ewald sowie ^edtcinalrath Dr. Hellwig der Leiche der ermordeten Wothe gegenüberstellt PclDt$rte dabei seine volle Gleichgiltigkeit und sagte, daß er viele Wohlthatcn von der Verstorbenen genossen habe, von ihrer Ermordung wisse er nichts, ^etm Ureigen in ben Wagin, der ihn zurück in das Gefängnis bringen sollte «iußerte er. "Das rührt mich nicht, das kann ich vier Wochen lang ansehen." Herbst leugnet ine Tchat begangen zu haben, obwohl bereits unbedachte Aeußerungen und' eine X^ 1 35 Zwei Mordthaten an einem Nage. lieber die in Mainz stattgehabten Mordthaten entnehmen wir dem „Mainzer Anzeiger" das Nachstehende: Die ganze Bewohnerschaft unserer Stadt, über den grausigen Fund am Rhein noch in vollster Erregung, ist nun durch eine zweite in unseren Mauern verübte Mord- that in neuen Schrecken versetzt worden. Während die Polizeiorgane gestern Nach- mittag noch in angestrengtester Thätigkeit waren, um womöglich Licht in das Dunkel zu bringen, welches über dem am Morgen entdeckten Verbrechen liegt, machte eine in dem Hause Fürstenbergerhofgasse Nr. 1 wohnende Frau die Anzeige, daß an der Thür des Schuhmachers Wothe, welcher im ersten Stock desselben Hauses wohnt, auffallende Blutspuren zu sehen wären. Ein Schutzmann wurde sogleich abgeschickt, um sich von der Wahrheit dieser Angabe zu überzeugen und fand dieselbe vollauf bestätigt. Die Thür au dem betreffenden Zimmer war verschlossen und Niemand wußte zu sagen, wann die Bewohner dasselbe verlassen hatten. Man holte nun eine Leiter, um durd) das Fenster einen Einblick in die Stube zu gewinnen und siehe da, dem hinaus- geftiegenen Polizeibeamten bot sich darin ein schreckliches Bild dar. In dem Bette, welches in dem Zimmer stand, lag die Leiche einer Frauensperson, über und über mit Blut bedeckt. Tin. Der Soldat schrieb kurz vor der That zwei Briefe und legte solche mit einem Zettel, worauf die Bitte ausgesprochen war, daß man solche an die resp. Adressen, den Oberst des Regiments und an seine Eltern, gelangen lassen möge, auf den Tisch in •feinem Zimmer. So viel man erfahren konnte, soll Furcht vor Strafe den Mann 3um Selbstmord getrieben haben. Untersuchung ist eingeleitet. Hockenheim, 24. August. Bekanntlich wurden auf die Ergreifung des Mörders des Polizeiraths Rumpff zu Frankfurt a. M. 10,000 X ausgesetzt. Die Gelder sind jetzt vertheilt. Der Gensdarm, der den Lieske einfing, erhielt davon 6000, der eine der hiesigen Einwohner, der dabei behilflich war, 1700, der andere 1300 X 1000 kamen zur sonstigen Vertheilung. Hamburg, im August. Endlich sind die Bankdiebe, in deren Besitz noch 100 000 JL gesunden wurden, in Paris verhaftet und auf dem Transport nach hier begriffen. Zu ihrer Ermittelung trug hauptsächlich der Umstand bei, daß es dieselben Diebe sind, welche in Stockholm vor IVa Jahren einen Bankdiebstahl verübt und deshalb eine Reihe von Monaten Gefängniß dort verbüßt haben. In Stockholm kam die Polizei gleich auf den Verdacht, daß die Hamburger Bankdiebe mit den Stockholmern identisch seien und sandte deshalb die Photographien der letzteren an die Behörden der größeren europäischen Städte, welche dann weiter recherchirten. Die Verhaftung des einen Diebes erfolgte, als oerselbc in Paris auf einen Ehek einer Bank Gelo erheben wollte. Newyork, 25. August. Wie aus Charlestown, Süd-Earolina, gemeldet wird, hat dort ein schrecklicher Wirbelsturm den vierten Theil der Häuser in oer Stadt ab- gcdeckt. Der Schaden wird auf 1 Mill. Doll, veranschlagt; Menschenleben sind nicht zu beklagen. — Ein Sheriff in Virginien fragte neulich einen Mörder, welchen er zum Galgen führte, ob er vor dem Gehängtwerden eine Ansprache halten wolle. „Ich denke nicht", erwiderte Jener, „es sieht nach Regen aus und ich werde nicht gerne naß. Nur vorwärts mit der Hängerei." — sWie viel 20-Pfennig-Stücke gehen in ein Liter?j In Wertheim wollte ein Bierbrauer mal sehen, wie viel 20-Pfennig-Stücke in ein Liter gehen; das Maß wurde gefüllt und enthielt bei der Zählung 4800 Stücke — 960 x. — sAmerikanische Reclame.j In einer Zeitung des fernen Westens stellt ein großer Holzschnitt eine wehmüthige Familienscene zwischen Mutter und Tochter dar. „Armes Kind", sagt die Mutter, „Du hast jetzt keine Mutter mehr! Ich habe leider Samson's Eau des fees bei meiner Toilette angewandt und bin jetzt wenigstens 10 Jahre jünger als Du!" — Die vollkommenste Zeitung empfiehlt sich an verschiedenen Orten des Vier- waldstädtersees in nachstehendem vollkommen reinem Deutsch: „125000 Exemplare täglich Jl Secolo 10 Centimes im ganzen Schweiz. Die Vollkommenste Verbreitetste und Schnellst Erkundigte Zeitung Italiens". Literarisches. — Vor uns liegt im festlichen Gewand der 75. Jahrgang (1886) von LeSke'A Schreib- und Geschäfts-Kalender. Sicherlid) ist er der älteste von seinen vielen Concurrenten, und zeugt sein dreiviertelhundertjähriges Bestehen dafür, daß er feinen zahlreichen Abnehmern stets ein treuer, gewissenhafter Mentor im geschäftlichen Leben gewesen. Durch seinen reichen, vielseitigen Inhalt verdient er im vollsten Maße den Beifall, der ihm geworden. 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Am Hasen he^ mit einer rothm lm mit Steinen nach cd) dabei wurde das chlmden Körperteile cht, doch gleichfalls Wpses ergab, daß in «s schließen ließ, daß ohten in Berührung izei mit der Angabe ii sei, so glaubte man M, um so mehr, als welches gegenwärtig it sich nicht bestätigt, den Seinlgen zuruck- jennnnten Weßleute, ibeuten schienen, als ng über An-- lbst bie Derhastung eide wurden hierher hier alsbald heraus, eußen irrige waren, )en. In tot Stolt o, Enteneier St- 6—7 Käse pr. St. 5—9 A, Käiematte 3—0 Erbsen pr- Liter 18. Linsen 28 Tauben per Paar 0,40 bis 0 65 4, Hübner per Stück X 0 90—1.40, Hahnen pr. Stück X 0.40—0.75, Enten Ter Stück 1.20—1.50, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleiich 64—70 \ Kalbfleisch 48—50 -3», Kartoffeln per 100 Kilo X 5.00—6 00, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Centner X 6.00-7.00. MM—MBB——II IITTfn"' n I ’M—MBB— Auszug aus den Kirchenbüchern der Stabt Gießen. Evangelische Gemeinde. »etaufte. Den 23. August. Dem Hilfslocomotivführer Karl Wehn eine Tochter, Karoline Luise, geboren den 4. August. Denselben. Dem Schlosser Friedrich Gustav Koch eine Tochter, Elisabeth Katharine, geboren den 3. August. Denselben. Dem Steinhauer Johann Friedrich Schäfer eine Tochter, Karoline, geboren den 11. Juni. Denselben. Dem Buchbinder Johannes Häuser eine Tochter, Elsa Margarethe Katharine Emilie, geboren den 22. Juni. Denselben. Dem 'Diaurer Valentin Heidelbach ein Sohn, Christoph Karl, geboren den 4. August. Denselben. Dem Bremser Ernst Hcilmann ein Schn, Heinrich Georg, geboren den 4. August. Denselben. Dein Dreher Louis Schulz* ein Sohn, Wilhelm Gustav, geboren den 8. Mai. Denselben. Dem Schneider Heiririch Velten ein Sohn, August Heinrich, geboren den 10. August. Beerdigte. Ten 23. August. Dr. Karl Haberkorn, Großh. Forstmeister i. P., alt 69 Jahre, gestorben den 20. August. Den 26. August. Ludwig Gerhardt, Bcrgniann aus Mandel, alt 47 Jahre, gestorben den 23. August. Ten 27. August. Georg Böck, Schlosser, alt 50 Jahre, gestorben den 25. August. I—»MM! ——— ——M——IBM——E—■—i—Bi Temperatur btt Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 29. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 13°, Lust im Schatten 12°. L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. b— »—sewraEanaBotwA "um » ■ 7- «jzniTCongawKKg?z3gau.TkJL u jmuwpugz«—■ Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Einwohnerschaft wird freundlichst ersucht, zur Erinnerung an den Tag von Sedan am 2. September die Häuser festlich zu schmücken. Gießen, den 27. August 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, Beigeordneter. 6155 Bekanntmachung. Betreffend die Bildung der Schöffengerichte und Schwurgerichte. Die Urlisten für die Schöffen und Geschworenen liegen eine Woche lang und zwar von Dienstag den 1. bis einschließlich Dienstag den 8. September L I. aus dem Bürgermeisterei-Bureau zu Jedermanns Einsicht offen. Innerhalb jener Offenliegungsfrist ist gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache ;u erheben. Gießen am 29. August 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, Beigeordneter. 6185 Bekanntmachung. Dem Großherzoglichen Gerichtsvollzieher Geißler dahier ist für 8-ttr Dauer eines ihm weiter verwilligten Urlaubs von 14 Tagen der Gerichtsvollzieher-Aspirant Karl Geißler dahier zmn Stellvertreter bestellt worden. Gießen, 29. August 1885. Der Präsident Grobherzoglichen Landgerichts der Provinz Oberhessen. 6192 Knorr. Grummetgras- Versteigerung. ''Nächsten Donnerstag den 3. September, von Vormittags 9 Uhr an, soll das diesjährige Ge- meinde - Grummetgras dahier versteigert werden. Der Anfang ist bei der ^ußmühle. Großen-Buseck, 28. August 1885. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck Stephan. 6164 Grnmmetgras- Vcrstkigerniig. Mittwoch den 2. September, Vormittags 10 Uhr, soll das diesjährige Grummetzras von den hiesigen Pfarrwiesen in der Wirth- schast der Georg Dorfeld Wwe. dahier versteigert werden. Wieseck, am 28. August 1885. Sommerlad, 6165 Bürgermeister. GrummelMs- Versteigcrung. Mittwoch den 2. Sevtember, Vormittags 10 Uhr, soll das Grummetgras von den Wiesen des Herrn Otto Kempsf zu Gießen (circa 15 Morgen) zu Wiejeck, in der Wirthschast der Georg Dorfeld Wittwe versteigert werden. Wieseck, am 28. August 1885. Sommer lad, 6166 Bürgermeister. Ieilgeöotenes. Der durch Entfernung des alten Heizapparates in der ev. Kirche erübrigte Eiserrgust soll veräußert werden, wofür lusttragende Abnehmer ihre Angebote bis nächsten Dienstag Abend bei dem Unterzeichneten schriftlich einreichen wollen. Gießen, den 29. August 1885. I. A. d. ev. Kirchenvorst.: 6186] Stief, Stadtbaumeister. Tägliche Sendung in Eia verpackt: Nhein und Weser-Salm, Zander, Rechte, Schellfische. Kieler Sprotten, Bücklinge, Aal in Gelee, neue holl. 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