höh Nr. 232 Erstes Blatt. Donnerstag den 29. October 1883 ießeucr Anzeiger Airüs- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme de« MontagS. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 P». Gießen, am 24. October 1885. Betreffend: Das Unfallversicherungsgesetz, hier: Süddeutsche Textll-Berufsgenosienschaft. 8 einschl. wie vor; en Posamentenfabrikation. verbunden werden. Dr. Boekmann. Gießen, am 26. October 1885. Betreffend: Das Unfallversicherungsgesetz, hier: die Erstattung der Unfallanzeigen. 7738 acht Tagen. Dr. Boekmann. gutes Paffen, 7700 Vigognespinnerei, Spinnerei anderer Stoffe, Spinnerei ohne Stoffangabe, Wollenweberei, einschl. Wollenbandweberei; Baumwollenweberei, einschl. Baumwollenbandweberei; tz 6 ist ein Pferds stube auf soglech Weberei von gemischten und anderen Maaren; Weberei ohne Stoffangabe; Garn- und Haarflechterei und -Weberei; Strickerei und Wirkerei (Strumpfwaarenfabrikation); Häkelei, Stickerei; Spitzenverfertigung und Weißzeugsückerei; Wollenfärberei, -Druckerei und -Appretur; Bleicherei, Färberei, Druckerei für Gespinnste und Gewebe aus Baumwolle; Appretur für Srumpf- und Strickerwaaren; Wäscherei, Bleicherei und Appretur für Spitzen und Weißzeugstickereien; Sonstige Bleicherei, Färberei, Druckerei und Appretur; solche ^tri^b fiIhnen nach den vorderen Verfügungen obliegenden Berichterstattungen (s. Schlußsatz unseres Ausschreibens vom 22. l. M.) Darmstadt, 27. October. Se. Königl. Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht: Am 21. October den Hofbibliothek - Secretär 1. Klaffe, Dr. Valentm Lennert zum Hofbibliothekar an der Hosbibliothek zu ernennen. Berlin, 27. October. (General-Synode.) Diest (Merseburg) macht Mittheilung über die Restaurirung der Schloßkirche in Wittenberg und bittet, die Luthersammlung des dortigen Lutherhauses möglichst zu unterstützen. Schulze (Magdeburg) zeigt an, daß die G meral-Superintendenten in der Frage der Sonntagsruhe einen Hirtenbrief erlassen werden. Der Antrag Kleist-Retzow's, betr. die Zusammensetzung des Generalsynodal'Vorstandes aus dem Vorsitzenden, dem Stellvertreter, 5 Beisitzern und 5 Ersatzmännern, wird angenommen und das Kirchengesetz über Fürsorge für die Wittwen und Waisen Geistlicher in zweiter Lesung im Ganzen genehmigt. Die General-Synode nahm ferner den Antrag Bodelschwingh's an, ote Consistorien zum Einschreiten gegen solche Gemeinde-Kirchenräthe zu veranlassen, welche gegen evangelische Nupturienten, die das Versprechen katholischer Kindererziehung geben, die gebotene Kirchenzucht nicht üben, sowie in Erwägung zu nehmen, unter welchen Umständen Geistliche und Gemeinderäthe zu ermächtigen seien, evangelischen Ehegatten, welche trotz aller angewandten Kirchenzucht ihre Kinder der römischen Kirche zuführen, die kirchlichen Ehren beim Begräbniß zu versagen. Nach hieraus erfolgter Wahl des Synodalvorstandes und Synodal- raths, sowie nach Dankesworten des Präsidenten Arnim an den Oberkirchenrath, Schrader's an das Synodal-Präsidium schließt die General-Synode mit drei- maligem Hoch auf den Kaiser und Schlußgebet des General-Superintendenten Brückner. Bremen, 27. October. Die Conferenz deutscher evangelischer Missions- Gesellschaften über Fragen der Colonialpolitik wurde heute hier eröffnet. Alle neun ausiendenden Gesellschaften sind vertreten, Seitens des auswärtigen Amtes ist Coniul Rafchdau zur Theilnahme an den Verhandlungen entsandt worden. Fabri wurde zum Vorsitzenden gewählt. Erster Gegenstand der Tagesordnung war der Branoweinhandel in den deutschen Kolonieen, deffen Gefahr für die stukunst der Kolonieen nach dem Referat des Missions.Jnspcctors Zahn iBre- men) einstimmig anerkannt wurde. Anträge an die Reichsregierung in Betreff dieses Punktes, sowie ein Ausruf an das deutsche Volk wurden einer Commission zur Formulirung überwiesen. Die obige Berussgenossenschast umfaßt folgende Industriezweige: Wollbereitung; Wollenspinnerei, einschl. Hechelei, Haspelei, Spulerei, Zwirnerei und Wattenfabrikation; Mungo- und Shoddy«Herstellung und Spinnerei; Baumwollenspinnerei, einschl. Hechelei, Haspelei, Spulerei, Zwirnerei und Wattenfabrikation; Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Groß herzoglich en Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an Erledigung der Verfügung vom 10. October 1885 — Anzeiger Nr. 239 — binnen Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzogliche« Bürgermeistereien des Kreises. 5 HM, an D( i Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrespondenz - Burearr» Braunschweig, 27. October. Oberbürgermeister Pockels theilte heute den Stadtverordneten mit, daß Prinz Albrecht einen Einzug für den 2. oder 3. November Lugesagt habe. Nachmittags, nach stattgehabter Sitzung der Verelnsvorstande und Anzeigen. loreti . 1 nfir auf 19 ’ntiuii bis M mit v-t- 7 Steinen)' £tt ®.llL Mt j in tossii- n28.Crt^„« Corporationen, wurde Näheres über die Empfangsfeierlichkeiten beschlossen. Der Festzug geht vom Bahnhofe aus. Dort findet Empfang durch die Landesbehorden, auf dem Friedrich-Wilhelmsplatz Empfang durch die städtischen Behörden. Spalier bilden sämmtliche Gesangvereine, Kriegervereine, die Feuerwehren, der Burgerverein, die Handelskammer, die kaufmännischen Vereine, die Innungen, die Schutzen, die "^"'^Braunschweig, 27. October. Minister Görtz, welcher Mittags zurückkehrte, wurde am Bahnhof von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge erwartet und mit lebhaften Hochrufen begrüßt. Bürgermeister Rittineyer hielt eine Ansprache an den Minister und bezeugte demselben das Vertrauen der Bürgerschaft, das ihn alle Schmähungen vergessen lassen möge. Der Minister dankte in bewegten Worten und betonte unter stürmischen Zustimmungsrufen der Versammlung, daß man keine günstigere Wahl habe treffen können als die des Prinzen Albrecht. Man möge demselben das nämliche Vertrauen entgegenbringen, dessen sich der Regentschaftsrath er- Leipzig, 27. October. Im Processe gegen beit Vorstand des fortschrittlichen Vereins in Vörde und den Redacteur der „Hagener Zeitung", Butz, (Hödurproceß) verwarf das Reichsgericht die Revision. Es bleibt somit oei dem llrthetl dec Hagener Strafkammer, welches gegen Butz auf 200 ult. Geldstrafe, gegen die übrigen Angeklagten auf je 500 JL. lautete. . . „ Danzig, 27. October. Die hiesige Strafkammer verhandelte heute einen Pro- ceß gegen 42 Ausländer, die bei der letzten Reichstagswahl mitgestimmt hatten, wegen Wahlfälschung. Gegen drei war die Anklage vom Gericht abgelehnt worden. Vier- unddreißig waren heute vor Gericht erschienen und wurden sämmtlich freigesprochen, weil das Bewußtsein der Widerrechtlichkeit ausgeschlossen erscheine. Gegen die Abwesenden wurde das Verfahren vertagt. Bern, 27. October. Japan erklärte seinen Beitritt zu dem internationalen Metervertraa vom 20. Mai 1885. Kopenhagen, 27. October. Der Staatsrath erließ provisorische Gesetze über die Bildung einer militärisch organisirten, unter dem Kriegsministerium stehenden Gensdarmerie, sowie wegen der Bewilligung eines Staatszuschusses an die Eommunen für außerordentliche Polizeiausgaben. , , f Kopenhagen, 27. October. Die Motive zum Gensdarmerte-Gesetz besagen. Da es bei den jetzigen Verhältnissen zu erwarten ist, daß die Civilbehörden nulttartsche Beihilfe in größerem Umfange beanspruchen als es der Militärdienst gestatte, habe es der König für dringend nothwendig befunden, ein Gensdarmerrecorps zu errichten, das die Eivilbehörden im ganzen Lande bei Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, Ruhe und Ordnung, sowie bei der Handhabung der bestehenden Gesetze unter- stutzen wUe. DctoBer. 3m t)eutigcn Ministerrath theilte Campenon mit, die im Gefechte bei Thanmai getödteten Chinesen gehörten nicht der regulären Armee an, wie verschiedentlich behauptet wurde, sondern es wären Deserteure gewesen. Dao Gerücht von dem Rücktritt Eampenon's ist unbegründet. , ~ R-m, 27. October. sCholerabulletin.s Gestern erkrankten m der Provinz Palermo 41 und es starben 21 Personen, wovon auf die Stadt 17 resp. 1- Personen entfnUcm ^ctober. Der Marineminister Lord Hamilton erklärte gestern Abend in einer politischen Versammlung, die Regierung beabsichtige binnen zwei Jahren die Kriegsmarine durch neun Panzerschiffe nut einem Deplacement von achtztg- muicnb^Tomig^ Generalversammlung des Reichsraths rtein'ö Garten^ TmesmitCabmet ^Zimmer zu ver- LudviMaße 14 Simmer'mit Unter Beruanabme auf unsere Ausschreiben vom 17., 19. und 22. l. M- (Anzeiger Nr. 246, 248 und 249) beauftragen wir Sie, binnen einer Woche uns die in Ihren Gemeinden bestehenden Betriebe der in vorstehendem Verzeichnisse angeführten Art unter Angabe desNamens GegenstaMsund der Art des Betriebs, sowie der Zahl der. darin beschäftigten Arbeiter anzuzeigen, beziehungsweise eventuell zu berichten, daß sich in Ihren Gemeinden keine findet am 2. November neuen Stils statt. — In der Criminalabtheilung des Senats beginnt heute die Revision des Tanganrog'schen Zolldefraudations-Proeesses (Walliano und Consorten). — Der Zeitung „Nowosti" ist der Verkauf einzelner Nummern wieder gestattet. Sofia, 27. October. Fürst Alexander fit gestern Abend nach Philippopel gereist, um die Grenze bei Samakow, Dubnitza, Küstendil, Trin und Zaribrod zu besichtigen- Er kehrt schon in den nächsten Tagen wieder zurück. Risch, 27. October. Hier betrachtet man die Conferenz bereits als resultatlos, denn wenn Alexander selbst Rumelien verlassen sollte, so würden die Bulgaren, unterstützt von dem russisch-panslavistischen Comitö, dies nicht ohne verzweifelten Widerstand thun. Die russischen Offiziere lassen sich in bulgarische Freiwilligen-Eorps einreihen. Hier hält man den sta’us quo ante für unausführbar und darum rücken die Serben der bulgarischen Grenze näher. Philippopel, 27. October. Heute ist Fürst Alexander hier eingetroffen. Er wurde von der Bevölkerung auf das Enthusiastischste begrüßt und begibt sich sogleich zur Jnspection der Truppen an die Grenze. Athen, 27. October. Da die Cholera in Marseille als erloschen zu betrachten ist, so wurde die elftägige Quarantäne in den griechischen Häfen auf eine fünftägige Observations-Quarantäne beschränkt. Rio de Janeiro, 27. October. Die Kaiserin erlitt durch einen Fall auf der Treppe einen Armbruch. Der Zustand derselben ist ernst, aber nicht besorgniserregend. Wider die Kremdwörtersucht. Das Streben, unsere Sprache aus dem Ueberschwall von Fremdwörtern zu reißen, findet heutzutage zwar noch Millionen ihm theilnahmlos, aber wenige ihm feindlich Gegenüberstehende. Die vermeintliche Hauptfestung der letzteren ist der Satz: in jedem Volke wurzelt auf die Dauer nur das seinem Wesen Gemäße; seit jeher sei nun aber unser Deutsch völlig durchsetzt mit Lehn- und Fremdwörtern, mithin gehöre das zu unserer Eigenart, sei überdies ein schönes Zeichen unseres weltbürgerlichen, empfänglichen, beweglichen, weitaufgeschlossenen Geistes. Ob es „seit jeher" so war, wird weiter unten besprochen. Dies jedoch angenommen, so wäre damit eine Berechtigung noch nicht dargethan, vielmehr darf der Beweis, daß es eine Schwäche ist, als vollgiltig erbracht gelten, so daß hier kein Wort darüber gesagt zu werden braucht.*) Bei der Bekämpfung der deutschen nationalen Vorliebe für Fremdwörter erscheint es jedoch gerathen, nicht zu hastig, sondern allmählich und vorsichtig vorzugehen. Mit Recht bemerkt H. Riegel („Der allgemeine deutsche Sprachverein"): „Die Fremd- wörterseuche ist eine schwere, tief eingewurzelte Krankheit der deutschen Sprache . . . Nur wenn man ganz und gar vom wirklichen Zustande ausgeht und an das Leiden in kluger, maßvoller Weise die heilende und bessernde Hand legt, wird man von Stufe zu Stufe vorschreiten und allmählich wachsende Erfolge erzielen. . . . Wir wollen, daß eine fertige Cultursprache mit einer tausendjährigen Literatur, ruhend auf uralter Nationalität, ihre Würde nicht verzettele dadurch, daß sie wähl- und sinnlos unzählige Brocken aus anderen Cultursprachen in sich hineinquatscht . . . Das ist unnüthig, albern, häßlich, unvernünftig, entehrend. Auch in der Sprache muß Jeder sich bemühen, sich als Glied einer anständigen Nation zu benehmen. Es handelt sich darum, Fremdes als Solches empfinden zu lernen, es als geschmacklos, entstellend, beleidigend zu fühlen und seinen Gebrauch allmählich zu verlernen. Der Hauptkampf muß sich gegen die Ueberlast französischer Schmarotzer richten." Im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo die Gelehrten und Gebildeten vorangingen in der Einschwärzung von Fremdwörtern und ausländischen Wendungen in unsere so reiche, bildsame Sprache, wetteifern jetzt auch eine Anzahl Behörden, die lästigen Eindringlinge wieder hinauszudrängen. Seminarlehrertage haben sich der Sache angenommen, ein Theil der Tagespresse, der vornehmen Welt und der mittleren Gesellschaftsklassen hat sich angeschlossen. So steht zu hoffen, die Bewegung werde nun auch im ganzen Volke mehr und mehr Boden gewinnen. Unser Deutsch kann dadurch nur an Würde, Schönheit, Kraft und Gemeinverständlichkeit wachsen. Der dies schreibt, veröffentlichte zu Anfang der siebenziger Jahre in der „Magdeburger Zeitung" mehrere der „Sprachreinigung und Spracheinigung" gewidmete Aufsätze, u. A. 1873, Beilage vom 1. December, Nr. 48. Hier war u. A. auch darauf hingewiesen, daß die Vorliebe für Fremdes gar nicht einmal als im Kerne des deutschen Volkes liegend gelten kann. „So viel dieses auch s. Z. von den Römern annahm, das Gefühl der Würde seiner Eigenart erhielt sich doch noch lange unge- fchwächt, wie aus manchen Zeichen zu erkennen ist. Da brach der 30jährige Krieg aus und zerrüttete mit so vielem Anderen auch das Nationalbewußtsein. Der Gegensatz zwischen Gebildeten und Volk tritt gleich darauf schroffer hervor. Einst hatte man „gemein" genannt, was für Alle galt, darum hoch zu achten war, jetzt hängte sich die Vorstellung von etwas Unwürdigem an das gute Wort; „schlecht" war als „einfach" ein Lob gewesen, jetzt, wo überall das fremde Künstliche für begehrenswert!) galt, wurde das Schlichte ein Tadel . . . Jahrhunderte arbeiteten wir daran, Uebermuth und Verblendung der Franzosen großzuziehen, bis endlich die Deutschen ihre Kraft wieder erkannten und zur Geltung brachten. Ohne Einfluß auf das Sprachliche darf, kann das nicht bleiben . . ." Daß Köche , Schneider, Haarkünstler sich so bald an Abschaffung überflüssiger Französeleien gewöhnen, ist nicht zu erwarten, denn ihr Feldgeschrei kommt ja nach wie vor aus Paris. Lassen wir sie „distinguirte Allüren affecliren", ihre Namen gallisiren in Lohs6, SchouttsS, Kretzschmör, nehmen wir uns aber ein abschreckendes Beispiel daran. *) „Alle Sprachen, so lange sie gesund sind, haben einen Naturtrieb, das Fremde von sich abzuhalten, und wo sein Eindrang erfolgte, es wieder auszustoßen, wenigstens mit heimischen Elementen auszugleichen . . . Fällt von ungefähr ein fremdes Wort in den Brunnen einer Sprache, so wird es so lange darin umgetrieben, bis es ihre Farbe annimmt und seiner fremden Art zum Trotze wie ein heimisches aussieht." I. Grimm. Lokales. G. Gießen, 28. October. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Sterblichkeit steigerte sich während der Woche vom 18. bis 24. October wieder, so daß in dieser Zeit 10 Todesfälle zu verzeichnen waren. Drei davon entfielen auf Kinder, von welchen eins -schon wenige Stunden nach der Geburt an allgemeiner Schwäche starb. Von den beiden anderen, schon älteren Kindern starb das eine an Lungenschwindsucht, das zweite, welches von auswärts hierhergebracht worden war, an Diphtherie. Bei den 7 erwachsenen Personen war Todesursache: Lungenschwindsucht zweimal, Altersschwäche zweimal, Bronchienentzündung, Lungenemphysem, Nierenentzündung je einmal. — (Wohlthätigkeits-Concert.) Wir wollen hier nicht verfehlen, nochmals auf das am Donnerstag Abend stattfindende Concert „zum Besten der Hinterbliebenen der auf der Corvette Augusta Verunglückten" hinzuweisen und demselben zahlreichen Besuch und den besten Erfolg zu wünschen. Vermischtes. — Ein hessischer Landesverein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat sich gebildet. Derselbe hielt am 22. ds. Mts. unter dem Vorsitze des Prälaten Habicht in Frankfurt a. M. eine constitmrende Versammlung ab. Der Verein bezweckt Verminderung der Schankstätten, Erhöhung der Branntweinsteuer, Bestrafung und Entwürdigung der Trunkenbolde rc. F r a n k f u r t, 24. Octbr. Im Jahre 1877 starb dahier ein wohlhabender Herr, der eine Wittwe und eine Tochter hinterließ. Unlängst starb dieWittwe und setzte vor ihrem Ende ihre Tochter zum alleinigen Erben ein. Bei Eröffnung des Testaments stellte es sich heraus, daß die beiden Verstorbenen nur die Pflegeeltern des jungen Mädchens gewesen waren. Das Mädchen war neugierig zu erfahren, wer eigentlich ihre Eltern seien und durchstöberte alle Briefe und Papiere, welche sich in der Hinterlassenschaft vorfanden. Auf einem Papier, das die Jahreszahl 1861 trug, war zu lesen, daß der Baron E. und die Baronin R. den verstorbenen Eheleuten 15,000 Franken für Erziehung ihres Kindes, welches in Homburg v. d. H. geboren worden war, gezahlt hatten. Das Mädchen Die Arbeit ist vollbracht. Die Leute sind entlassen Mit frohem „Gute Nacht! Die Die Der Und Drüben: Woche ist beendet, Arbeit ist vollbracht, Vater will nicht kommen spät ist schon die Nacht. Beim matten Lampenscheine Geht Kind um Kind zur Ruh', Es drückt nur Muttersegen Der Kleinen Aeuglein zu. Und fort schleicht sich die Arme, Aus stiller Kammer fort, Sie weiß, wo er zu suchen, Sie kennt den wüsten Ort, Sie findet ihn betrunken, Der halbe Lohn ist fort, Sie bittet ihn, zu folgen, Sie hat kein hartes Wort. Sie bringet ihn zu Bette, Bewußtlos schläft er ein, Sie sinkt in ihre Kniee, Wie soll das Ende fein? Den Lohn in seiner Tasche, Eilt jeder froh hinaus, Gesorgt ist für die Woche, Und Weib und Kind und Haus. Gereinigt und gescheuert Glänzt Stub' und Kämmerlein Und Weib und Kinder führen Den Vater froh hinein. Den Lohn, den treu verdienten, Reicht er der Mutter hin, Sie hauset und sie sparet Damit in treuem Sinn. Und Freude, Friede herrschet Im trauten stillen Kreis, Das ist der Arbeit Segen, Das ist der Arbeit Preis! Hüben: Die Woche ist beendet, machte Alles, was verkaufbar war, zu Geld und begab sich mit einem Baarvermogen von 47,000 JL nach Lyon, woselbst, wie aus den vorgefundenen Papieren hervorging, seine wahren Eltern im Jahre 1861 ansässig gewesen waren. Das Mädchen erkundigte sich in Lyon und erfuhr, daß die Gesuchten im Jahre 1870 nach Paris übergesiedelt seien, woraus es sich nach Paris verfügte. Nach langem Hin- und Herfragen bei den dortigen Behörden erfuhr das Mädchen, daß sein Vater im Jahre 1871 in einem Gefechte mit den Deutschen erschossen worden sei; die Mutter lebe jedoch noch und wohne in einer der feinsten Straßen von Paris. Das Mädchen suchte nun die Dame auf und wurde auch, nachdem oonstatirt war, daß diese seine Mutter sei, aufs Herzlichste ausgenommen. Seit vierzehn Tagen fährt nun das Mädchen an der Seite seiner Mutter als Fräulein von E. in Paris spazieren. Den armen Verwandten der ehemaligen Pflegeeltern — so schließt das „Jnt.-Bl." seine Erzählung — sandte die Mutter des Mädchens einige Tausend Franken als Geschenk. Frankfurt a. M., 26. October. Nachdem das Reichsgericht die Revision des zum Tode verurtheilten Lieske verworfen, legte derselbe ein angebliches Geständniß dahin ab, daß er nicht der Thäter, sondern nur der Mitwisser sei. Auf Grund seiner Angaben wurden Recherchen angestellt,, die, soweit sie Thatsachen betrasen, vollständig resultatlos verliefen. Lieske beantragte durch seinen Vertheidiger, Herrn Dr. Fester, Wiederaufnahme des Beweisverfahrens bei der hiesigen Landgerichtskammer für Strafsachen. Das Gesuch wurde abschlägig beschieden, wogegen der Vertreter des Lieske das letzte Rechtsmittel, Beschwerde gegen das Urtheil, erhob. Dieselbe wurde nicht beim Strafsenat des Reichsgerichts, sondern am 16. ds. Mts. bei dem Strafsenat des hiesigen Oberlandesgerichts in eingehender Weise verhandelt und gelangte der Gerichtshof in seinem Urtheil dazu, die Beschwerde als unbegründet abzuweisen. Damit ist nun das letzte Mittel, Lieske vor dem Tode zu retten, erschöpft, die Untersuchung geschlossen und das schwurgerichtliche Urtheil rechtskräftig geworden. Lieske steht nun noch einzig und allein vor der Entschließung des Kaisers, freiem Lause dem Gesetze oder lebenslängliches Zuchthaus. Bei dieser Sachlage dürsten die Tage des Lieske nun gezählt sein und damit eine traurige Seite in den Annalen der Geschichte Frankfurts ihren Abschluß finden. Mannheim. 24. October. (Schrecklicher Unglücksfall beim hiesigen Hafen- Erweiterungsbau.) In der Nähe der Mannheimer Lagerhaus-Gesellschaft ist man seit einiger Zeit mit der Herstellung der Wasserpfeiler zu einer daselbst zu errichtenden neuen großen Drehbrücke über den dortigen Arm des Hafenkanals beschäftigt. Zu diesem Behufe wird ein neues Verfahren in Anwendung gebracht, indem Arbeiter in einem großen eisernen luftdichten Behälter unter Wasser die Fundament-Arbeiten ausführen. Aus einem Gerüste über Wasser ist eine Maschine ausgestellt, die dem Behälter die nöthige Luft zuführt und zugleich das Wasser von demselben abhält. Heute Mittag nun, zwischen 1 und 2 Uhr, waren wieder 6 Arbeiter in den Kasten eingelassen worden, als auf einmal das Rohr, welches von der Maschine die Luft zuführt, platzte, die Luft hierdurch abgeschnitten war und zugleich das Wasser in die Oeffnung einströmte. Vier Arbeiter waren sich sofort der Situation bewußt und konnten sich, da sie zunächst der Oeffnung waren, retten, während drei anderen ihrer Collegen dies nicht gelang, da sie die Oeffnung, wenigstens zwei derselben, nicht mehr erreichen konnten. Die zwei Arbeiter (Italiener), Namens Carlo Mörle aus Guggiano und Antonio Chirello aus Padua erlitten den Erstickungstod, während der dritte Namens Servi betäubt herausgezogen und nach dem Allgemeinen Krankenhause verbracht wurde. Dessen Aufkommen wird jedoch ebenfalls bezweifelt. Wie wir hören, soll der Mann, welcher die Luftmaschine zu bedienen hatte, durch unvorsichtige Handhabung der Ventile das Unglück verschuldet haben. Die Untersuchung ist eingeleitet. Die Leichen wurden nach dem Friedhöfe verbracht. — Signor Bellar in Rom, ein junger Millionär, sagte: „Wozu habe ich das viele Geld, wenn ich mir die Welt nicht ansehe? Ich will eine Reise um die Erde machen." — „Allein lasse ich Dich nicht ziehen," sagte Signora Bellar, seine Mutter. Sie lud daher in den Zeitungen geeignete Leute ein, sich als Reisebegleiter zu melden. Aus Vielen wurden drei zur näheren Besprechung zu Tisch eingeladen. Es ging hoch her, aber beim Nachtisch warf sich die Signora plötzlich auf die Knie und rief: „Die Verzweiflung hat mich zur Mörderin gemacht, die Ananas-Creme ist vergiftet, wir müssen alle sterben." — Da fing der Eine der Herren an zu heulen um sein junges Leben, der Andere blieb vor Schrecken gelähmt regungslos auf seinem Stuhle sitzen, der Dritte sprang auf, rannte zur Thüre und rief: „Für jedes Gift gibt's ein Gegengift, ich hole den Arzt!" Die Signora hielt ihn davon zurück: „Sic sind mein Mann, Sie haben Geistesgegenwart und werden meinen Sohn begleiten. Die Creme war nicht vergiftet. — (Zwei Bilder aus dem Leben.) Am Samstag Abend: — (Vacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.) Cassel, Postamt, 2 Postschaffner im inneren Dienst, 800 JL Gehalt und 180 JL Wohnungsgeldzuschuß. — Frankfurt a. M., Direction der Main-Neckar-Bahn zu Darmstadt, Schaffner, 990 JL Maximalgehalt, Wohnungsgeldzuschuß, Fahrgebühren und freie Dienstkleidung. — Frankfurt a. M., Tiefbau - Amt, Registraturgehilfe, Anfangsgehalt 2000 JL. — Daselbst, Tiefbau-Amt, Bureaugehilfe, Anfangsgehalt 1700 JL. — Daselbst, Tiefbau-Amt, Canzlist, Anfangsgehalt 1700 — Weimar, Postamt, Landbriefträger, 600 Gehalt und 144 JL Wohnungsgeldzuschuß. Gingesanvt. Gießen, 28. October. Der Bericht über den 46. Kreisturntag des Mittelrheinkreises im vorgestrigen Anzeiger bedarf in folgenden Punkten eine Richtigstellung: 1) Daß das Fechten obligatorisch eingeführt werden soll, ist nicht richtig; es wurde vielmehr nur beschlossen, bei jedem Kreisfeste ein Preiswettfechten und zwar am Festdienstag mit zu veranstalten. 2) Die Beschwerde Engel (Marburg) betreffend, wurde fein Beschluß des Ausschusses: „falls eine directe Beschwerde einlaufen würde, den Beschluß des Gauturntages vom 11. Juli in Lich aufzuheben", ofsiciell verkündet, und konnte ein solcher deshalb auch nicht „allseitige Beisttmmung" finden. Dagegen wurde vom Ausschuß auf Grund des § 2 der Kreissatzungen, wonach die Beschwerde direct durch die Vereine, nicht durch einen dritten geführt werden muß, beschlossen, dem Vereine anheimzugeben, selbst eine Beschwerde bei dem Kreisausschuß einzureichen, und dieser Beschluß fand allseitige Zustimmung. —r._______ Bei Kindern ist im Allgemeinen der Gebrauch von Caffee und Thee einzuschränken, weil narkotische Mittel auf ihren Organismus intensiver und für die Dauer deletär wirken. An Stelle von Caffee und Thee ist deshalb der reine entölte Cacao zu setzen, der einmal jene schädlichen Eigenschaften nicht hat, außerdem aber durch seinen hohen Gehalt an Prote'mstoffen einen namentlich für schwächliche und schlecht genährte Kinder durchaus einen nicht zu unterschätzenden Nährwerth hat. Der Cacao muß natürlich rein und von feinstem Geschmack sein, und ist Blookers holländischer Cacao besonders zu empfehlen- 775- 3« Folge. , h inorgl I» W* ö ‘ MttN Die nachstehende „nerKreisstka forderlichen Arbeite Samstag der Nachwrtta auf dem Gemeindch Linden im W steichs vergeben we 1) Erdarbeiten 2) Pflaßerarbeiten 3) Maurerarbeiten 4) Chaussirarbeitei a) Materiallies' b) Handarbeite * Specieller Wem Äroßh. Bürgerme Äinden, bei B Rohrer in Gi< Unterzeichneten ein Gießen, am 27 7772 M/M Qonnctitw dm 2 Nachmittags findet der Schluß der V imWortmann'schen statt, nämlich: Sopha, mehrere Tische, 1 Bügelti commode, &tül Schränke, 1 grob Badebütte, Wü Doppelflinten, stuhl rc. Di-Ach g Winter-- z j *n und Mer p «genmonattogei nm zum Serkan rr-'s-n übertragen.U 7776 7770 Louis N Mm 12 uijr ? , ies Ä I« ÄJM । 7763 A. Stamm. 7774 Muttermilchpulver. 7772 — Wiederverkaufer an allen Orten gesucht. ■■ w 3* 7776 Äi .1. H. Fuhr 7770 Jacob Maid, Curator. Mäusburg I 1916 in Giessen. ft tf ft ft Sonnenstrasse 25 1) Erdarbeiten 2) Pflasterarbeiten 3) Maurerarbeiten 4) Chaussirarbeiten Der Kreisingenieur. Gnauth. D ü t e n Papier- L Cigarren- Handlung. Louis Strauss Giessen Bisznarckstr. 7. 421,40 150,- veranschlagt zu 520,— zusammen 4389,95 Specieller Kostenvoranschlag ist auf Großh. Bürgermeisterei Großen- "Linden, bei Bezirks-Bauausseher Rohrer in Gießen und bei dem Unterzeichneten einzusehen. Gießen, am 27. October 1385. C. ftf. Conrad, Mäusburg Gust. Gerhardt, Lindenplatz. B. Melior, Bahnhofstraße. I. Muhl, Bahnhofstraße. Hermann Plank, Caplansgasse. Gg. Petri Wwe., Seltersweg. PH. Stier, Schulstraße. Pergcdung von Htraßenvauardeiten. Die nachstehenden, zum Neubau einer Kreisstraße von Großen Linden nach Lützellinden erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen SawStag den 31. d. M., Nachmittags 3 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Großen. Linden im Wege mündlichen Abstreichs vergeben werden: Louis Rothenberger, Neuenweg 22. Samstag den 31. Oktober, Mittags 12 Uhr, soll in der Wohnung des Georg Weiß in Steinberg der Nachlaß des verstorbenen Schmiedes Jacob Weiß IV.daselbst: 2 Ambose, 2 Schraubstöcke, 2 Schmiedschleifsteine, mehrere Schneidkluppen u. sämmtliches Schmiedehandwerkszeug, 1 noch ganz neuer Revolver, 3 Jagdflinten, darunter 1 Lefaucheux, Kleidungsstücke, Weißzeug, 1 vollständiges Bett, 1 Kleiderschrank und sonstige Mobiliargegenstände gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden. Watzenborn, am 27. Oktober 1885. lichen Nahrung. Kein anderes Nährmittel f. Säuglinge und schwächliche Kinder kommt ihr gleich. Stets frisch, stets gleichmäßig, verhütet künstliche Achtungsvoll Carl Schwan, Elfenbein-Graveur Aeilgeöotenes. 7754] Frisch ausgeleerte Weinfass zu verkaufen bei ______Gebrüder Schwan. E. 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Es auf bie Knie und interne ift Derrn ju beulen um llos auf feinem „Für jedes Gift on zurück: „Sü i Toizn begleiten. n: eenbet, ollbracht, nicht kommen an bie Nacht, impenscheine Kind zur Ruh, Nuttersegm uglein zu. 3t sich die Arme, s mer fort, iT zu suchen, wüsten Ort, betrunken, n ist fort, zu folgen, artes Wort. i zu Lette, ift er ein, re Kniee, inde semi -11. Amee-M i>’ >*s5 Apotheker H. Gronwald’s Muttermilchpulver ist in Apotheken und renommirten Droguenhandlungen zu haben, auch direkt vom Apotheker H. Grouwald, Berlin N.O., Georaenkirchstraße 27. Agenten für den Vertrieb des Mutternrilohpulvers gesucht. 7758 Friedr. Welcker, Neustadt. Der Versand nach auswärts nur durch die Drogerie Fritz Flimm, gegerr Vorauszahlung oder Nachnahme. 7773 Feinst gereinigten Micinal-Lebertta zu haben bei 7605- Er. Seibel. Geheimmittel, nach welchen dem Publikum vorgespiegelt r < bereits verlorene Haare wieder zu ersetzen (resp. Kahlköpfe zu behaaren), beruhen auf schwindelhafter Täuschung. — Nach vielen Versuchen ist es gelungen, ein Mittel zu erfinden, das AuS- fallen der Haare nicht allein vollständig zu verhüten, sondern vielmehr bei Kindern, wie hei Erwachsenen den Haarwuchs erstaunlich zu fördern. Beim Gebrauch des Haarwassers ist das Einölen oder Einfetten der Haare überflüffig. ~ Der Erfinder (eine medic. Autorität) hat den alleinigen Vertrieb übergeben der Drogerie von jF'limm in Giessen (Messen). 3U haben in Flacons ä JL 3 und 1,50 in Gießen bei sss Ä dieser -Des Kindes Gedeihen ! Der Mutter Glück! ®itte große Parthie Radniäiitel üßrföitfe, um rasch damit zu räumen, zu Netto Mk. 20 per Stück. 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Im deihe - in diesem bereit, die Regiere unbeschadet ihrer c wurden die eine die Die andere derselbe zenigen Elementen in Versolgung po ultramontaner An' naler Velleitäten f dann nojmald $n[i ©rnppe, roelje bei begonnenen deforme, Regierung lebe, hant Die preuß ihre Arbeiten uni wichtigste, aber zu' wird unter diesen 1 ad hoc eingesetzte ( deutung der Vorlag Oberkirchenrath die wieder zusammenber vollenden. Als Te vach den Landtage Ucht genommen, wc tages für die Nach! eine ziemliche Z .... Zur Karol ostentfichung her bei Weitung des d 'W »orjubeugen. . Serü^troei ™ .^fluiirung der ^>6e verhandelt Am Samst Meitigen Delegu! Ödibeit traditionell Liorn ^^PUk Äff1 rb &’rtont. N bieSf dreier W darum 27", Fer,in't ä"1 dgen »er I V1 Sei“"0' b' ft'??"» Neien , ? N land biefe * Ndq^nglisq ■lat de« “ntl toi tin ü6e> 'Ulm tiftv.n