1885 Sonntag den 29. März Nr. 75 iö (prima n Erscheint täglich mH Ausnahme des MontagH. eutetn l Schulftraße 7. 8B ilier g 27. Februar: »je«, ' -hes Geschäft. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brmgerlrchn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. uge, Ho* e. si OHD Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Pferde-Teppich, 1 gestickter Beutel, 1 Kinder-Schlawer. Gießen, den 28. März 1885. Großherzogliche« Polizeiamt Gießen. I. V.: Kraemer._____________ nb die Gemeindebehöß- kergehülsen und -Lehih rtskrankenkaße anM eudung gekommen, g für Hnndlungsl'-Mi freiwillige DDMW werben tann, io roeM. Mlche sich für GMM >i - | Kehrere Kauflew rten Eicßtk Akschiv. Ml Äieiiltt Telegraphische Depeschen. Wolff's t-legr. CorresponScn,.Bureau. Karlsruhe, 27. März. Staatsminister Turban wird sich zur Beglückwünschung de« Reichskanzler« Fürsten Bismarck demnächst nach Berlin begeben. Mannheim, 27. März. Die „Neue bad. Landes-Ztg." meldet, daß heute Mittag die große Rheinisch- Hartgummi-Fabrik in Neckarau fast vollständig niedergebrannt sei. Der Schaden wird auf eine Million Mark geschätzt. Troppau, 27. März. In der letzten Nacht verunglückten im Bettina- Schacht der Dombrau-Ornauer Bergbaugesellschaft bei Dombrau in Schlesien in Folge einer Gas-Explosion 40 Bergarbeiter. Es ist noch nicht sestgestellt, ob alle tobt sind. Paris, 27. März. Die „Agence Havas" erfährt, daß heute bet Ge- neral Negrier beträchtliche Verstärkungen eintreffen sollten, da die Täte derselben bereits am 24. d. Mts. angekommen war. Der größte Theil der Verstärkungs- Truppen ist mit Repetirgewehren ausgerüstet. In Hanoi befinden sich große Proviant- und Munitions-Vorräthe. Das Corps de« Generals Negrier dürfte nunmehr mit allem Röthigen versehen sein- — Die Finanz-Commission des Senat« wählte einstimmig Freycinet zum Vorsitzenden. Alle Mitglieder Der Senats-Commission für die Vorberathung des Listenscrutiniums RtiD für den Entwurf, vorbehaltlich unbedeutender Aendemn- gen. — Dem Journal „Paris" zufolge erhielt Negrier 4000 Mann Verstärkungen, darunter 2000 Zuaven und 160 Spahi«. Die Gesammtstärke seiner Truppen ist gegenwärtig 10,000 Mann. London, 27. März. Dem „Standard" zusolge werden auf den Staatswerften Anstalten getroffen zur Ausrüstung einer Panzerflvtte für Opera- tionen in den nördlichen Meeren. — Die „Timer" erblickt in der Einberufung der Reserven dar Resultat der praktischen Ueberzeugung der Ministerium«, daß der Friede mit Rußland nur aufrecht erhalten werden könne, wenn den russischen Staatsmännern und Generalen bewiesen werde, England sei kriegsbereit und wolle lieber alle Gefahren und Opfer eines langwierigen und kostspieligen Krieges tragen, als eine grobe Verletzung feierlicher Versprechungen, einen offenen Eingriff m dre Rechte von Bundesgenoffen Englands oder unverblümt die Bedrohung Indiens dmden. — Die wegen Theilnahme an den Explosionen im Tower und in der Westminster-Hall angeklagten Cunnigham und Burton wurden heute vor bte Assisen verwiesen. ™„ London, 27. März. Oberhaus. Granville «erst die Meinung Salis- bury's zurück, daß die Regierung in ihrer afghanischen Polmk schwanke; die Regierung halte an der von den beiden großen Parteien gewünschten Politik fest. Er könne den Tag des Beginnes der Grenzabsteckung noch mcht angeven, weil betreffs der jüngsten britischen Mittheilung der Botschafter Staal gestern erklärte, er sei angewiesen, den Empsang derselben zu bestätigen \ die russische Regierung erwäge dieselbe und werde alsdann antworten. Der Emir, von vem jüngsten Arrangement mit Rußland verständigt, habe an die afghanischen Truppen Befehle ergehen laffen, die von denselben letzt befolgt würden. Die Verve, gung der Afghanen nach Pendsch-deh sei vor Lumsden's Ankunft erfolgt. Ein Antrag des Abg. Wasserburg auf namentliche Abstimnmng über Absatz 2 des Art. 1 zielend, wird angenommen, worauf man zur Abstimmung über Absatz 2 übergeht. Diese ergibt Annahme der Regierungsvorlage mit 27 gegen 16 Stimmen. Dafür stimmte»! die Abg. Baur, Böhm, Ellenberger, Friedrich, Geyer, Grünewald, Haas, Jost, Küchler, Lautz, List, Metz (Darmstadt), Metz (Gießen), Ohly, Reinhart, Schaum, Schröder, Stephan, Tecklenburg, Theobald, Vogt, Wasserburg, v. Wedekind, Arnold, Heinzerling, Wolfskehl, Kugler. Dagegen die Abg. Frank, Kredel, Matthäi, Möhn, Möllinger, Muhl, Osann, Pitthan, Pfannstiel, v. Rabenau, Röiner, Schade, Schönberger, Weid, Wolz. Absatz 1 des Art. III., sowie der Zusatzantrag des Ausschusses: „Die Einschätzung kann jedoch auch in die zunächst niedrigere Klaffe erfolgen, wenn andre, auf die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen ungünstig einwirkende Verhältnisse zu besonderer Berücksichtigung Anlaß geben. Tritt dieser Fall bei einem Steuerpflichtigen der Klaffe A. ein, so kann er ganz freigegeben werden", werden einstimmig angenommen. Absatz 2 wird in der Fassung der Regierungsvorlage gegen 12 Stimmen aceeptirt. Der gestern mitgetheilte von den Abg. Böhm und Reinhart beantragte Art. Illa, wird gegen 4 Stimmen abgelehnt. Zunächst werden die von der Stadt Mainz gewählten Abg. Jost und Ulrich von dem Präsidenten vereidigt und in die Kammer ausgenommen. Bei Berathung des Art. II., der die Möglichkeit an die Hand gibt, besondere Gemeindesteuerkapitalien zu bilden, wenn ein Staatssteuerkapital nicht vorhanden ist, wird von den Abg. Schröder, v. Rabenau, Böhm darüber geklagt, daß die im Jnlande Wohnenden für ihr Einkommen aus ausländischen! Grundbesitz ohne Rücksicht, ob sie dort Gemeindesteuer bezahlen oder nicht, zur Besteuerung am Wohnort herangezogen würden. Abg. Osann glaubt, es sei diesen Mißständen dadurch abzuhelfen, wie auch im Ausschußbericht betont sei, wenn es Großh. Regierung gelinge, diesen Gegenstand auf dem. Wege der Reichsgesetzgebung zu regeln. Art. II wird hierauf gegen 2 Stimmen in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. — Die Discussion über Art. IV. wird, nachdem die Abgg. Tecklenburg und Schaum sich eingehend gegen Besteuerung der Aetien- und Commanditgesellschasten aus- . .gesprochen haben, der vorgerückten Zeit halber abgebrochen. Nächste Sitzung Morgen Vormittag 9 Uhr. —L Darmstadt, 27. März. (Zweite Kammer der Lavdstände.) Zu Beginn der hemigen tzvitzung wurden Seitens des StaatSmtatsterS Finger, Exc., die Interpellation der Abgeordneten Schröder, Böhm, Osann und Arnold, die Zwangserziehung verwahrloster Kinder bett-, in dem Sinne beantwortet, daß die Re- g,erring der Frage, ein Zwangsgesetz zu erlaffen, nähergetreten und mit der Ausarbeitung des Gesetzes augenblicklich beschäftigt sei. Bezüglich der Interpellation des Abg. Kredel, die Ausführung deS GescheS vom 27. April 1881, den Bau und die Unterhaltung der Kunflstraßen betr., erklärte Staatsmtv'ster Frnger, daß bet der Beantwortung drS Antrags der Abgeordneten Schönberger, HaaS, Arnold, Muhl, Jost, Kredel, die Erhöhung des im Budget als Beitrag zur Erbauung von KcetSstraßen eingestellten Betrags von 60 000J4 ouf 120,000 JL betr., die Großh. Regierung Gelegenheit nehmen werde, sich auch darüber ouszufprechen, wie den Gemeinden des Kreises Erbach, welche die Mittel zum Umbau ihrer V-cinalwege in KcetSstraßen aufzubriugen außer Stand seien, staatliche Beihülfe zu gewähren sein dürfte. Uibrrqehend zur Interpellation deS Abg. Wolz, betr. die Verlegung der Garnison voa Babenhausen nach Darmstadt, bemerkt StaatSmtnister Finger, Exc, daß die Verlegung der Garnison Babenhausen von der preußischen Mtlttärverwalwvg^ allerdings in Erwägung gezogen worden sei. Die Regierung sei zwar nicht ermächtigt, htcriu eine entscheidende Meinung zu Sußerp, habe fidoch nicht unterlaßen, nach Möglichkeit dafür etnzutreten, daß die Verlegung abgewendet werde. Abg. Vogt glaubt, man könne bei dieser Gelegenheit auch über die Garnison Butzbach sprechen, da hier die Verhältnisse ganz die gleichen seien. Er meint, die Regierung hätte doch der preußischen Militärverwaltung gegenüber mehr Festigkeit zeigen sollen. Die Frage der Verlegung der Garnisonen sei eine sehr schwerwiegende für unsere kleinen Städte und da eine Abwendung derselben noch möglich sei, so halte er iS für seine Pflicht an die Regierung die Bitte zu richten. daß sie durch ihren Vertreter im BuudeSrath dahin zu wirken suche, daß die Concentrtrung der Garnisonen in Hessen noch verzögert werde. Staatsmintster Finger, Exc.: Ec könne nicht zugeben, daß der Regierung auch nur der leiseste Vorwurf gemacht werde. So lauge irgend möglich habe die Re^ gierung der preußischen Militärverwaltung widerstanden. Selbst Se. Königl. Hoheit der Großherzog sei nicht im Stande. Dislocationev der Garntfouen innerhalb des GroßherzogihumS wirksam zu beanstanden. AlS zwingende Gründe für bte Verlegung habe man Seitens ber preußischen Verwaltung angeführt, Butzbach sei seines ungünstigen Terrains wegen nicht für richtige Ausbildung einer Dragonergarnison geeignet. Eine vorgeschlagene Entschädigung durch eine Jnfaatertegarnifon sei abgelehnt worden. In Babenhausen fet wegen des schlechten Zustandes der Kaserne ein Neubau nölhig. Müsse derselbe aber gemacht werden, so werde er bester in Darmstadt gemacht. Abg. Wolz ist von der Beantwortung befriedigt, insofern die Regierung alles ihr Mögliche gethan habe. Er weist nochmals auf die Verhältnisse Babenhausens hin. das durch seine sandige Gegend geeignet für eine Reitergarnison sei. Er berührt ferner die Entwerthung der Häuser, die von ihren Besitzern für die Bedürfnisse der Officiere und Jntendanturbeamten hergrrtchtet worden seien. Auch sei die Verlegung ein großer Nachiheil für die Umgegend Babenhausens, da die Bauern außer Stand gesetzt seien, ihre Eresceniien dort abzus tzev. Die Stadt Babenhausen sei schließlich geneigt, noch größere Opfer als bisher zu bringen durch Beschaffung der für ein ganzes Regiment nöthigen Baulichkeiten. Man schreitet nunmehr zur Berathung über den Antrag des Bureaus der Kammer, die Erweiterung der Geschäfts- und Aufenthaltsräume der II. Kammer betreffend. Präsident Kugler verliest den Antrag, der dahin geht, die Kammer möge das Bureau beauftragen, bte Regierung um Erweiterung der Räumlichkeiteu zu ersuchen, werden insbesondere gewünscht, ein größeres Lokal für Ausschußsitzungen, ein Lesezimmer. verschiedene Sprechzimmer, schließlich ein Buffet. Abg. Heinzerling empfiehlt den Antrag, da dann die Regierung sich veranlaßt sehe, eine Commission zu bilden, welche über die Berechtigung der Wünsche schnell entscheiden könne. Staatsminister Finger, Exc.: Die Regierung sei gerne bereit, den Wünschen des Hauses näher zu treten und eine solche Commission zu berufen, um die Art der Bedürfnisse zu prüfen. Abg. Schaum weist noch auf die Rothweudigkeit besonderer Arbeitszimmer für die Abgeordneten hin, worin ihm von dem Abg. Schröder widersprochen wird. Der Antrag des Bureaus wird hierauf einstimmig angenommen. — Der Präsident eröffnet nunmehr die Discussion über die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, betr. Einführung electrischer Beleuchtung in dem Bahnhof der Main-Neckar-Bahn zu Darmstadt. Hierbei beantragt der Ausschuß: Zu der Ausführung der projecttrten Anlagen für electrische Beleuchtung aus den gemeinsamen Betriebsüberschüffen der Bahn vom Jahr 1884 der Entnahme von 62,000 Jf. die Zustimmung zu ertheilen. Abg. Vogt ist gegen diesen Antrag, da die electrische Beleuchtung fortwährend noch Experimenten und Verbesserungen unterliege. Er wolle erst die Ueberzeugung haben, daß die Beleuchtung eine nicht versagende und billiger als die Gasbeleuchtung sei. Prof. Kittler als zugezogener Regierungscommiffär: Daß die electrische Beleuch- lang noch im Stadium des Experimentirens sei, gebe er als richtig zu, doch nicht, daß * man deshalb einem größeren Bahnhof die Wohlthat einer besseren Beleuchtung versage. - Äpi Versagen der electrischen Lampen sei die Unpräcision der Dampfmaschinen schuld, die " in verschiedenen Momenten mit zu verschiedener Anzahl von Pferdekräften arbeiteten. Im neuen Bahnhof zu Straßburg betrügen die Kosten der electrischen Beleuchtung nur die välfte der event. Gasbeleuchtung. Hier seien die Verhältnisse anders, doch fei der Betrag von 62,000 als Maximalsatz angenommen. Abg. Haas weist auf die unzureichende Beleuchtung der Waggons hin. Abg. Wolfskehl richtet noch an die Regierung die Bitte, die Gasbeleuchtung als Uhr NMdS. ess«’ ros, Pe» London, derA Er Schlangemnen'cven k ent. Rothbeleuchtung noch beizubehalteu. 1 , Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag gegen 7 Stimmen angenommen. hierauf wird die gestern unterbrochene Berathung über das „Communalsteuergesetz" . weiter fortgesetzt, wobei von dem Abg. Möllinger Ranrens der Minorität, von dem Äbg. Wolfskehl Namens der Majorität nochmals in längerer Rede die bei Stellung der Anträge leitenden Gesichtspunkte auseinandergesetzt werden. iin nilit M5* grftevW. am 2 — Im Unterlaufe erklärte Fitzmaurice, es hätten mit Frankreich keine \ Verhandlungen, betr. die Neuen Hebriden, stattgehabt; die Regierung erachte die Uebereinkunft mit Frankreich, betr. die Neuen Hebriden, als noch in voller I Kraft bestehend. — Zebehr Pascha wird auf Gibraltar so lange zurückgehalten, als die militärische Nothwendigkeit seiner Detention fortbauert. Ein Proceß gegen ihn ist nicht beabsichtigt. Sheffield, 27. März. Ein hiestges Haus, welches große Verträge zur Lieferung von Eisenbahn-Material für die Eisenbahnen in Indien mit der Regierung abgeschlossen hat, ist von der indischen Regierung ausgefordert worden, die Herstellung des erforderlichen Materials nach Möglichkeit zu beschleunigen, da dasselbe für die indischen Grenzlinien bestimmt sei. I -. Portsmouth, 27. März. Der Ober-Intendant der Wersten, Admiral Herbert, hat eine Jnspection der hier befindlichen Kriegsschiffe vorgenommen und der Regierung angezeigt, daß 30 Kanonenboote innerhalb Wochensrist zum Auslaufen bereit sein könnten. Rom, 27. März. Mancini legte dem Senate eine Sammlung diplomatischer Schriftstücke über die Angelegenheiten in Central-Afrika und die Congo- Conserenz vor, welche in den beiden Kammern zur Vertheilung gelangen wird. Madrid, 27. März. Die marokkanische Regierung bot Spanien betreffs der Alhucema-Frage Genugthung an. Die spanische Flagge wird falutirt, bie Urheber des Attentats gegen den Gouverneur bestraft; außerdem wird Marokko eine Entschädigungs-Summe zahlen, deren Höhe aber noch nicht festgesetzt ist. Rawal-Pindi, 27. März. Der Vicekönig ist hier eingetroffen und von dm Chefs des Pendschabs und anderen Notabilttäten empfangen worden. Lokale-. Gießen, 28. März. [Die Central-Krankcn- und Stcrbrkaffe der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter, eingeschriebene Hllfskaffe Nr. 3 in Hamburg.) Im 4. Quartal errichtete diese Kasse 111 neue Verwaltungsstellen, die Mttgltederzahl hat sich um 27825 vermehrt und bis heute sind wieder ca. 60 neue örtliche Verwaltungsstellen geschaffen. Am Schluß des 4. Quartals 1884 zählte die Kasse in 560 örtlichen Verwaltungsstellen 70187 Mitglieder. An Krankengeld zahlte die Kasse im 4. Quartal 1884 185 617.94 X Die Gesammt-Einoahme betiug 276 302.52 X Die Gesammt-AuSgabe betrug 210 205 72 , Mithin Ueberschuß 66 096 80 X DaS ist ein Beweis, daß diese Kasse leistungsfähig ist. DaS Eintrittsgeld ist nicht hoch gegriffen und ist es jedem Arbeiter möglich, dusrr Kasse beizutreten; es beträgt mit dem Mitgliedsbuch 1.20 X Der Beitrag und die Unterstützung stellen sich: wöchentlicher Beitrag: wöchentliches Krankengeld: Sterbegeld: 1. Klasse 25 H 9.— X 50 X 4. y 50 , 18.- , 95 „ Dieses Krankengeld wird in der ersten, dritten und vierten Klasse innerhalb 1/4 Jahr voll und V» Jahr die Hälfte ausbezahlt, in der 2. Klaffe hingegen V* Jahr voll, V* Jahr 9 X und Va Jahr 4,50 X ausbezahlt. Außerdem haben sich die htefigen Mitglieder eineDoctorkaffe gegründet; dieselbe besteht jetzt 1 Jahr und bezahlen die Mitglieder 1.50 X Die ärztliche Hilfe bezieht sich auf alle in der Familie vorkommenden Krankheiten, einschließlich Geburtshilfe und zwar für die Dauer der Krankheit. Aufnahmen finden statt bei Herrn H. Jentzen, Kanzleiberg 5. Ebendaselbst liegt auch die Abrechnung zu Jedermanns Einsicht offen. (Stehe Inserat.) Gießen, 28. März. Wir machen die Leser auf den in OSwald'S Garten befindlichen Grand Salon Geschwister Melich aufmerksam, in welchem fich 30 Künstler der verschiedensten Nationen produciren. Wie wir auS anderen Zeitungen ersehen, wurde das vielgestaltige Specialstäten-Ensemble der Geschwister Melich in anderen Städten stets mit Jubel empfangen und war der Zudrang so außergewöhnlich, daß die Vorstellungen ihres aparten Characters Halder noch lange Zeit nacyher das Tagesgespräch bildeten. Wir erwähnen nur Signor Rodberti, den virtuosesten Jongleur, den man je sah; die Dressur seiner Tauben rc. ist wahrhaft verblüffend; ferner die Leistungen des Mr. Charles Serelli, Original-Plafondläufer; der Künstler geht mit den Füßen nach oben, den Kopf nach unten, an der Decke des SalonS, und erregten gerade diese beiden Künstler bei der gestrigen Vorstellung den allgemeinen Beifall des HauseS. Eine ganze Serie von Ueberraschungen ist für die nächsten Vorstellungen in Aussicht gestellt, welche da« gestern Geleistete noch bei Weitem überflügeln sollen. Die Vorstellungen finden durch Darstellung von prächttgen lebenden Bildern einen gediegenen Abschluß. Man darf hoffen, daß der Salon Melich auch hier zahlreich besucht wird, bereuen wird eS wohl kein Besucher. Vermischtes. — (Photographie von Gemälden.) Bekanntlich erscheinen bei der Photographie von Gemälden, farbigen Geweben, Teppichen rc. dte Farben meist mit verkehrtem Effekte, z. B. dunkelblau alS hell, dagegen hellgelbe, hellgrüne und rothe Farben fast schwarz. Die Bilder werden dadurch unharmonisch, sogar fleckig, weil die gelblichen Lichter und bläulichen Schatten nicht ineinanderfließen, ein Uebelstand, dessen Beseitigung schon vielfach, jedoch vergeblich angestrebt worden. Dr. I. M Eder, Professor an der StaatSgewerbeschule in Wien, soll neuerdings ein photographisches Verfahren erfunden haben, welches er orthochromatische Photographie" nennt; mittelst derselben werden die „warmen" und die „falten" Farben nut dem gleichen HelligkeitSwerth wiedergegeben, wie sie dem Auge erscheinen- Zum Beispiel kommt bei der gewöhn- lichep Photographie eine dunkelblaue Blume mit hellgrünen Blattern weiß mit schwärzliche« Blättern heraus; die orthochromatische Photographie reproducttt dagegen dte Blume dunkel, die Bläster hell. Auch die Revroductwn alter vergilbter Gemälde gelingt mit dem neuen Verfahren wesentlich besser, weil die orthochromatischen Platten für gelbe« Licht weit empfindlicher sind. Dr. Eder hat die Resultate seiner Untersuchungen der Kaiserl. österr. Akademie der Wiffenschaften Übergeben. Eingesandt. ,,. _ Gieße«, 28. März. ES unterliegt wohl kaum einem Zwe fei, daß der Schreiber des gestrigen „Eingesandt", Wenzel'« Garttn betreffend, in diesen Zeilen dem Wunsch der großen Mehrheit seiner Mitbürger AuSdruck gegeben bat und wäre deshalb zu wünschen, daß er sich der Mühe unterzöge, der Sache durch directe Aufforderung zur Zeichnung von Beiträgen Leben und Gestalt zu gebe«. Wozu auch sollte e« eine« Anrufes deS StadtoorstandeS bedürfen, wenn man selber helfen kann und wenn die Gießener Bürgerschaft sich ein solches Etablissement erhalten will, so kann sie eS, denn das Opfer, das gefordert wird, ist kein allzu großes und noch weniger groß ist das Risiko- Oder sollte so viel riskirt sein, wenn man ein Areal von 18 000 Quadratmeter wertbvollsten Geländes mit einem Gebäudewerth von 154 000 X lt. Brandkataster und ein Mobiliar, taxirt zu 35 000 X, also zusammen einen Werth von 189000 x ohne Gelände für vielleicht 160,000 X erwerben kann? WaS ist zu riSkiren, wenn man bedenkt, daß über 20 möblirte Zimmer im Hauptgebäude find, die doch mindestens je 200 X Mietbe einbringen und hiernach allein schon eine Einnahme von 3500 —4000 X gewähren können, während daS Gartenhaus ebenfalls einen Mietbwerth von einigen hundert Mark repräsenttit- Daß die Miether der Zimmer auch Kunden deS WirtyeS sein würden, ist auch nicht zu bezweifeln. Welche Miethe jedoch ein solcher für die so großartigen WirthschastSrLnme bezahlen würde, ist allerdings eine offene Frage, über welche und keine Erfahrungen zur Se te stehen; immerhin aber sollte man annehrucn, daß, wenn in einer der schlechtesten Gaffen GikßenS über 2000 X bezahlt werden, hier wohl bad Doppelte erzielt werden könnte. Unter diesen Umständen ist eS schwer denkbar, daß nicht eine Verzinsung de« Kapitals zu mindestens 3pCt- möglich wäre oder gar die Stadt um Zuschuß angegangen werden müßte und wiederholen wir daher die Bitte, der Einsenoer möge die Sache in die Hand nehmen und wir glauben, daß er des Erfolge« sicher ist. —n. Das Dorkommrn von Diehseuchen im Eroßher?ogthum Hessen während de« Monat« Februar 1885. Rotzkrankheit. Wegen Verdachts der Seuche steht in Darn-Dückheim, tm Kreise WormS, ein Pferd unter Stallsperre und zwer Pferde dlffelden Besitzer« wegm Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung. Wegen Verdacht« der Ansteckung stehen ferner unter polizeilicher Beobachtung 11 Pferde eine« Besitzers in Jugenheim, tm Kreise Bensheim, 2 Pferde eines Besitzers tn Weisenau, tm Kreise Mainz, und je 1 Pferd in Hainftadt und Klein-Krotzenburg, im Kreise Offenbach. ConstatiN wurde die Seuche am 1. Februar bet einem tn der PferdeschlÜchieret -u Seligenstadt geschlachteten, von einem Letnreiter aus Klein-Krotzenburg herrührendin Pferde. DaS Pferd war bis dahin unverdSchttg gewesen. Es hatte an Lungenrotz gelitten. Die zwei andern Pferde dess lben Leinretter« wurden alSbald al« der Ansteckung verdächtig erklärt und unter polizeiliche Beobachtung gestellt. — Da« am 10. Januar bei der Pferdereoision tn Seligenstadt, im Kreise Offenbach, aufgefundene verdächtige Pferd wurde am 16. Februar auf Grund de« § 41, 3 der Rc'chSU.structton gttödtet und bet der Section rotzig befunden. Die 3 Übrigen Pferde desselben Besitzer« stehen wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung. Milzbrand wurde festgestellt tm Kreise Büdingen tn Ober - Mockstadt bei 11 crepirten Schweinen am 14. Februar und in L ndheim bei einem crepkten Rinde am 28. Februar; tm Kreise Giepen in Rodheim am 15. unb auf einer Mühle bet je einem crepirten Pferde; im Kreise Friedberg tn OSer-Wöllstadt bei einer crepirten Kuh am 21. Februar. Lungenseuche. In Folge früherer Feststellungen der Seuche sichen noch unter Sperre: 2 Kühe in Hitzktrchen, im Kreise Büdingen, ferner tn Kelsterbach, tm Kreise Groß-Gerau, 1 Kuh al« der Seuche und 1 Kuh und 2 Rinder al« der Ansteckung verdächtig, sowie noch eine weitere Kuh etnes anderen Besitzer«. Die in Rhein-Dürkheim, im Kreise WormS, wegen Verdacht« der Ansteckung nach S 74, 2 der RetchSinftruction unter polizeilicher B.obachtung gestellten 2 Rinder wurden für unverdächtig erklärt., Die Maul- unb Klauenseuche in Burg-Kräsenrode, tm Kreise Friedberg, ist erloschen. In Rieder-Erlenbach, in demselben Kreise, wurde dte Seuche am 11. Februar unter dem Rindvieh conftattrt. Ferner wurde sie festgestellt in Mainz auf dem Viehhose und zwar am 4. und 18. Februar bet je einem Schweine etnefl an« Berlin angekommenen Transports und am 23. Februar bet zwei Rindviehstücken. In Kastel, tm Kreise Mainz, wo die Seuche am 14. Februar festgestellt worden, ist sie bereits wieder erloschen. Der BlSSchenauSschlag wurde festgestellt am 14. Februar in Stammheim, im Kreise Friedberg, in 2 Stallungen bei 3 Stück Rindvieh, worunter 1 Gemetnde- bulle; am 21. Februar in Ntdda, tm Kreise Büdtngen, bet einem Gemetndebullen; am 26. Februar in Münch-Leusel, tm Kretse AlSfeld, bet 3 Rtndviehstücken, darunter der Gemetndebulle. Die Räude besteht noch unter den Schafen in den Orten Udenhausen, Eulersdorf unb Ruppertenrod tm Kretse AlSfeld, tn Hörchenau, Engelrod und Maar, im Kretse Lauterbach, tn Ulrichstein, Michelbach und BurkhardS, tm Kreise Schotten, und tn den Orten Berghetm, Dauernhetm, WentngS, Wallernhausen, Ranstadt, EckartSdorn und Mittelgründau im Kreise Büdtngen, unb in Ringelshausen, im Kreise Gießen. Handel imb Berkedr. __ Gießen, den 28. März. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 0.90—0.95, Hühnereier pr. St. 5—6 H, Enteneier St- 5—6 Gänseeler 9—11 H, Käse pr. Stück 4—8 -v„ Kasematte 2—3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 28 H, Tauben per Paar 0,70—1,00 Hühner per Stück X 1-00—1.50, Hahnen pr. Stück X 1.20—2.00, Enten per Stück X 2-20—2.50, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 H, Kuh- unb Rinbfleisch 56—60 Schweinefleisch 50—60 X Hammelfleffch 64—70 Kalbfleisch 48—50 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00—4.50, Milch per Liter 12—1b* 4, Zwiebeln per Gentner X 5.00—0.00, Husten und Catarrh. Bei her großen Anzahl von gcringwerthigen Hustenmitteln unb Bonbons darf das Publikum wiederholt darauf hingewiescn werden, daß das Loe fl u u d'sche M a l z - E x t r a c t und die ächteuMalz-Extract- Bonbons von Ed- Lo e fl u nd in Stuttgart als reelle und vorzüglich wirk same Präparate in den m e i st e n Apotheken in Original-Packung vor- räthig gehalten werden- 2234 Rohseidene Bastkleider (ganze Seide) Mk 13. 80 Pf. pr, kompl Robe, sowie schwerere Qualitäten versendet bei Abnahme von mindestens zwei Roben zollfrei in's Haus das Seiden- Fabrik-Depot von G. Henneberg (Königl. Hoflieferant) in Zürich. Muster uni- gehend. Briefe kosten 20 Ps. Porto nach der Schweiz. 1446 Für bie in der Grube „(Sampfcaufen* Verunglückten gingen ferner bei uni ein. N. N. 3 X, Prof. v. Hippel 10 X, D. Henckelrnann, Lollar 1 X, A. Möhl Wwe. 2 X, Carl HaaS 3 X, von Mitgliedern der Fretw. Äail'ichen Feuerwehr 30 X, E. S- 2 X, C- B- 5 Xi ©tief 2 X, M. ©ternfclt 5 X. Acttenbraueret Gießen 15 X, Georg Noll 10 X, Richard Oppenheimer 1 X, gesammelt am Lügenttsch tn der Brauerei Klostermann 27,86.* Summa 116,86 X — JnSgesammt 919,48 X Weitere Gaden nimmt die Exped. d. Bl. gerne entgegen. Ausjug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 25. März. Wilhelm Carl Albert Koch, Kaufmann zu Gießen unb Caroline Christiane Lange, Tochter des verstorbenen Töpfermeisters Johann Lange zu Bielefeld. Den 27. März. Jultu« Hermann Müller, Bremser zu Betzdorf unb Juliane Marte Scharf zu Gießen, Tochter bcS zu ASlar verstorbenen SchlofferS Heinrich Wilhelm Scharf. Denselben. Carl Peter, Hautboist zu Gießen und Caroline Bertha FranziSka Eltsabethe Lauer, geb. DickorS, zu Gießen, Wittwe deS zu Schney bei Ltchlenfeld oerstorbenen GastwirthS 9itfolau« Lauer- Getaufte. Den 22. März. Dem Glafermeister H-mrich Gröninger eine Tochter, B.rtha Johanna, geboren den 26 Februar. Denselben. Dem Taglöhner Friedrich Bolbeth eine Tochter, Elisabethe, geboren den 14. Februar. Denselben. Dem Steinmetz Emil Kalbfleisch ein Sohn, Friedrich Carl Adam, geboren den 8. Februar. Veerdigte. Den 23. März- Loui« König, Kaufmann, lediger Sohn deS verstorbenen Bier- braueretbesitzerS Lon'S König, alt 31 Jahre, starb den 21. März Den 24. März. Marte Jung, geb. Scher, Ehefrau de« H-lfSbahnwärter« Ludwig Jung zu Zell, Kreis AlSfeld, alt 33 Jahre, starb den 22 März. Sonntag den 29. März wirb in der Stadtkirche Altkatholischer Gottesdienst gehalten werben. I, Mittwoch d pen in ton9erst vüld, Distrikte Spitz Mß, Äaldwiese ui mLNtzeichneteS ho' «** % * an das I 4e im Ort S! »» *S« ft«! sä** fi^nbaum « s „niet ton« > jnnki^ranft“ diesen, dm 2b- BnWgjJ 343 M Bchen-' 59 „ " 2 „ Nadelst 1375 Mjn Reis 250 Eichen „ 1150 Radel „ 9 Bnchensiämu 14 Eichenstämm 7 Melstämmi 514 ’Jlabelberbfta 135 ^adelreissta! II. Donnerst oon Nachmiiti I ii den Distnktm T hrg: 4 'Jim. WudjeM 46 „ W b' 5 Achrn RGa 2875 W „ 3 EichensiiiMe 1 Radrisimni ’JIabelberbftai 556 ZiadelreiGi Die Zusammenü vtt, um die destin dersrod, den 2' ^roßh. Bürgern Böl d" »er AMA Mittwoch 91| ®att : 8 »(• c 3u|flninie] "fr &N .frrf a/Ldj Bürgermeister 14, y empfiehlt billigst Griedel, den 26. März 1885. 2235 Willi. Orbi 2280 Ottmar Koehler 11,46 Fstm-, Buchenstämme mit n Papier- und Schreibmaterialien Handlung, 128 Lager von Schulbüchern, Schulschreibheften etc. Nadel ft Eichenstämme mit 0,48 Fstm., 0,09 u Nadelderbstangen „ 6,79 4,91 ft 2269 Concursverwalter. do. (gelbe) e la. Harz- Die Zusammenkunft ist bei der Ha. rothmarm do- schwarze do Bieber. 2236 2232 1299 s A» Fangmann s empfiehlt in gefällige Erinnerung. 2266 Eichenstämme Nadelstämme ft tf la. weiße Kernseife la. graumarm. do. 514 135 Nm. ti n ft ff ft tf 53 36 3 42 4037 1176 300 6,73 0,95 17,85 1,99 Fürstliches Rentamt- Düringer. 175 205 1.54 6500 1300 500 Velvet® und Seldensammete Nadelderbstangen Nadelreisstangen ■Ä n Ä e rudevci Civ r.