24 Donnerstag den 29. Januar 188» Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. — ■—--------------------' ' ' „ . . . . Preis viertel jährlich 2 Mark 20 Pf mit Dring,rloÜU. Vureau: Schulstraße 7. Erscheint tL-lich nnt Lu-nahme tco Montckg» Durch die Post bezogen vierte! sährltch 2 Mark 50 Pi. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. ®n(tb,m durch Entschließung Großherzoglichen Ministerium» de» Innern und der Justi» vom 21. Januar L I. der Militärbrenft- unb Auüsteuer- Versicherungs-Gesellschaft für Deutschland „Hannover»" in Hannover die Trlarchniß zum Geschafttbelneb im Großherzogchum Hessen ertheitt worden Ist, Io wirb die« hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. - ..nnl. . Gießen, am 26. Januar 1885. Großherzogliche» Krersamt Gießen. 0 vr. Boekmann.__ Politische U-b-rsicht. Gießen, 28. Januar. In Berlin fand am Sonntag eine Sitzung de« Aurfchufse« de« Lentralverbande« deutscher Industrieller stall, welcher angesehene Mitglieder de« Verbandet au« allen Theilen Deutschland«, auch au« dem Elsaß beiwohnten. Die Versammlung nahm in Bezug auf die dem Reichstage vorliegenden Anträge, betreffend die Lu«dehnung der Arbeiterschutz-Gesetzgebung, eine Resolution an, welche die Bereitwilligkeit der deutschen Industrie au«spncht, da« Loo« der arbeitenden Klaffen mit bessern zu Helsen, e« dabe. aber al« gleichmäßig den Interessen der Arbeitgeber wie der Arbeiter zum Schaden entgegenlaufend bezeichnt wenn nach dieser Richtung hin im Reichttage fortwährend gesetzgeberische Versuche ohne genügend- Vorbereitung und Berücksichtigung der bestehenden ver- schiedenen Verhältniffe unternommen würden. Die Resolution erklärt, daß der Aurschuß de« Lentralverbande« deutscher Industrieller e« für unumgänglich nothwendig Halle, vor Einbringung weiterer Vorlagen aus diesem Gebiete ein- »chende Erhebungen darüber anzustellen, ob und inwieweit zu solchen em prak- -ische« Bedürsniß vorliege, ob die Concurrenzsähigkeit der deutschen Industrie -uf dem Weltmarkt hierdurch beeinträchtigt und ob nicht da« wohlverstandene Interesse der Arbeiter selbst geschädigt werde. Al« wünschen«werth wird e» bezeichnet daß hierbei auch Arbeiter, welche für Familienangehärige zu sorgen haben, g-härt werden. Schließlich spricht sich die Resolution schon jetzt gegen tz'.e generelle Begrenzung der Arbeitrzeit erwachsener männlicher Personen au«. Dir am Samttag und Sonntag in Frankreich stattgefundenen Senaltwahlen stnd nunmehr vollständig bekannt, und läßt sich au« den zur Kenntniß gelangten Resultaten entnehmen, daß die Wahlen bte republikanische Partei im Senate entschieden verstärkt haben. Bei den Senat«- wählen wurden den neuesten Depeschen zufolge 67 Republikaner und 20 Confer- native gewählt, die Republikaner gewannen 22 Sitze. In Pari» wurde Martin (rabkal) gegen Spuller (Opportunist) in ber Stichwahl gewählt. — Die Schlappe, welche Admiral Courbet bei seinem jüngst versuchten Angriffe aus Keelung erhalten hat, wird von der „Ag. Hao." al» unbedeutend dargeslellt. Da» osficiöse Blatt schreibt, daß nach cingelaufenen telegraphischen Berichten Cour» bei’« eine Abtheilung leichter afrikanischer Jnsanterie unvorsichtiger Weise versucht habe, die sehr starken Werke im Süden Keelung» zu nehmen und hierbei mit einem Verluste von 43 Mann an Tobten und Verwundeten zurückgeschlagen worden sei. Da» Treffen habe vor der am 10. Januar erfolgten Ankunst der Verstärkungen stattgesunden, welche in gutem Gesundheitszustände und nach glücklicher Fahrt gelandet worden seien. Englische Berichte sprachen allerdings von einem Verluste von 75 Mann, den die Franzosen bei dieser Affaire erlitten haben sollen; schließlich kommt e» aber nicht daraus an, ob der französische Verlust 43 oder 75 Mann beträgt, sondern es handelt sich um einen leichtsinnigen Angriff aus sehr stark- Werke, und daß ein solcher mißlingen mußte, hätte sich der fron- zösische Oberbefehlshaber wohl eher sagen können. Jedenfall» ist durch diese Schlappe da» Prestige der sranzösischen Waffen aus Formosa nicht erhöht worben. Die militärische Action Italiens am Rothen Meere hat mit der Besetzung von Beilul bei Assab durch italienische Truppen ihren Anfang genommen. Wie Frankreich diesen Schritt ausnehmen wird — Frankreich recla- mirt bekanntlich Beilul für sich — bleibt noch abzuwarten, vorläufig handelt es sich darum, ob die italienische Colonialpolitik wirklich in den von den Regie- rungsvcrtretern im italienischen Parlamente gekennzeichneten engen Grenzen bleiben wird. Die von der „Neuen Fr. Presie" gebrachte Sensations-Nachricht, daß Italien die Türkei eventuell mit Waffengewalt verhindern würde, die Häsen am Rothen Meere zu besetzen, ist zwar inzwischen von der osficiösen „Agenzia Stefans wieder dementirt worden, immerhin ruht aber über den Absichten Italiens am Rothen Meere noch ein gewiffer Schleier. Mittlerweile hat das italienische Cabinet den Vorschlägen Frankreichs bezüglich Lösung der egyptischen Finanzkrisis zugestimmt, mit einziger Ausnahme der aus die Reduction der Zinsen der StaatSschuW sich beziehenden Punkte, wofür Italien eine vorübergehende Besteuerung vorschlägt. Auch wird UalienischerseitS die Bereitwilligkeit bekundet, an einer hinsichtlich dieser Frage zu veranstaltenden internationalen Enquete thellzunehmen und falls keine Einstimmigkeit hierin vorhanden fei, so solle dies die Ausführung der übrigen Punkte, über welche sich die Mächte geeinigt hätten, nicht hindern. Die senifch-irischen Dynamit-Verschwörer entwickeln in der Verfolgung ihrer dunkeln Pläne eine merkwürdige Zähigkeit. Sie scheinen es förmlich daraus angelegt zu haben, die öffentlichen Gebäude u. s. w. der englischen Hauptstadt zu zerstören und erscheint es nur verwunderlich, daß diese unheimliche Thätigkeit verhältnißmäßig so wenig Erfolg hat. Auch die in voriger Woche unternommenen Versuche, das englische ParlamentSgebäude und TheUe des Towers in die Luft zu sprengen, find mißlungen, wenngleich dort wie hier die Baulichkeiten starke Beschädigungen erlitten haben. Leider stnd aber diesmal eine Anzahl Personen bei der Explosion mehr oder minder schwer verletzt worden, darunter zwei Polizisten, deren Zustand hoffnungslos ist. Da im Parlamentsgebäude wie im Tower dem Publikum nur Samstags der Zutritt gestattet ist, so hätten die Folgen der bübischen Attentate leicht noch viel dekla- genSwerther sein können, da an beiden Orten viele Besucher versammelt waren, lieber die Urheber der Explosionen ist noch nicht» bekannt, zwei verdächtige Individuen, welche verhaftet wurden, sind wieder sreigelaffen worden. Da» eine Gute haben aber die jüngsten Verbrechen der senischen Dynamit-Strolche wenigsten» gehabt, daß sie die Einbringung eine» vom Senator Edward» ausgeardei- teten Gesetzentwurfes gegen den Mißbrauch von Sprengstoffen im amerikanischen Senat beschleunigt Haden. ___________________________ Deutschland. —1. Darmstadt, 27. Januar. (Bwettc Kammer der Landflände.) Zu der Tagesordnung berfeutc zusammevgettetenev 2. Jtammcr war noch die B«avt»ortm>s dreier Interpellationen gesktzt worden und wurde deren erste, die de» Sbg. Stephan, die in Folge Verlegung de» Mainzer Bahnhof» eingettetenen Betrieb«- und Tarif- ändervngen bet«., von Großh Regierung dahin beantwortet, daß durch Weigerung einer betheiltgteu Bahn eine Herabsetzung de» Tarif« bi« jetzt nicht ermöglicht fei, die Hess. Ludwig«bahu aber von Seiten der Regierung die Ermächtigung erhalten hade, auf ihrer Strecke eine Tarifermätzigung etntreten zu lasten. De Interpellation de« Abg. Arnold, bctr. die Erbauung einer Staatsstraße von Unreradtsteinach über Oberadtstrinach und Siedelsbrunn bi« auf die Kreidacher Höhe, ist dahin erledigt, daß die nöthigen Ermittlungen und Erwägungen, wie fie von den beiden Kammern gewünscht worden waren, baldthunüchst von der Regierung gemacht werden. Zuletzt versicherte die Regteruna, daß auch die durch die Interpellation Wolz, bett. die'Regulirung de« Mainfluste« bei Seligenstadt, angeregte Frage in Erwägung gezogen würde. Die Kammer trat nun zunächst ein in die Berathung über die Wahl zweier Landtagsabgeordneten für die Provtnztalhauptstadt Mainz. Gegen den AuSschutzantrag, der, wie bekannt, auf UngültigkettSerkiLruns der Wahl geht, sprach man nur von ultra- montaner Sette und wurde nach erregter Debatte, an der sich die Abgeordneten W as s e r- burg, Pennrich, Franck, Racks, sowie die Abgeordneten Metz, Küchler, Hau- stein, Osann und Hetnzerltng betheiligten, der AuSschußantrag mit ollen gegen 7 Stimmen angenommen, indem von letzterer Seite besonder« auf die ^sikhende Gesetzesbestimmung hingewiesen wurde, wonach nur hessische Staatsbürger wahlberechtigt sind. Der Ausschußantrag bezüglich der Wahl eine« LandtagSadgeordneten sür den 3. Wahlbezirk der Pcovtnz Od«rheflen (Butzbach-Bad-Nauhrim) wurde ohne wAvt- liche Debatte angenommen und sonach in Erwägung, daß bet der Vornahme der Wahl verschiedene Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften geschehen seien und doS Resultat der Wahl bei Befolgung der gesetzlichen Vorschriften möglicherweise ein andere« »ewordm wäre — die Wahl der Wahlmänner und de« LandtagSadgeordneten für den 3. Bezirk der Provinz Oberheffen für ungültig erklärt und Großh. Regierung ersucht, baldmöglich eine Neuwahl der Wahlmänner in den betreffenden G-meivdev, bezw. de» Laad- tagSabgeordneten fflr den gedachten Wahlbezirk avzuderaumen. . _ Sämmtliche übrigen Wahlen wurden einstimmig für gültig erklärt und schloß der Präsident die Sitzung mtt der Mtttheilung, daß Donnerstag den 19. Februar der Zusammentritt der Kammer zu erwarten stehe. Hesterreich. Wien, 27. Januar. Vor ber Eröffnung bet heutigen Vorstellung im Theater an bet Wien entjünbeten sich einige Balken bei ber Luftheizung unter dem Fußboden. Angesicht« bes Publikum» würben bie Fußboden-Bretter weg. gerissen und da» Feuer gedämpft. Da» Publikum rührte sich nicht vom Platz und die Vorstellung fand ungestört statt. (Frkstr. Zig) Berlin, 27. Januar. fReichStag.f Im Reichstag- wurde «etile bl. «e. rathung der Zölle und Verbrauchssteuern mit der Branntweinsteuer sortges-rr «« lagen hierzu eine Resolution des Abg. Buhl Gatlib) »"d^n Antrag de» «bg llhdm (conf.) oor. Ersterer wünscht die schleunige Vorlegung eine» Gesetz-Entwurfs Oder die Erhöhung der Branntweinsteuer, in dem die Jrstereffen besonder«- der kl inen land wirihschasttichen Brennereien eine entsprechende «erückstchtigung finden, L-tztererbean tragt die Verlängerung der Frist für die entrichtung der Brann weinfteuer stü da« BetriebSjahr oom 1. September 1884 bl» ebendahin 1882 ® “ ’ htfielbm wie d" Antrag Höben wurde denn auch nach einer aursührlichen Grönnung desse ben^wie: b er Position überhaupt, woran sich außer den «ntragft-llern d>- »bgeordne,en Lir,chI,t Fürst Hatzseldt, p. Schalcha, Heine und o. «ardorff betheiiigien, au die Budget-Eom- misston überwiesen, während über die Resolution, die derselbe mtt Htnwei« aus die schwierige finanzielle Lage der Reichsfinanzen begründete, erst bei der 3. Lesung gro6™6en4 wü^; a6e5t die Beibehaltung derselben mit einer ZuschlagSsteuer würde Vielleicht der Weg sein, auf dem die Frage auch mit Zustimmung der süddeutschen Staaten gelöst weiden könne. Im Interesse der öffe: tuchen Moral müff- man auf eine Verminderung des ConsumS von Branntwein, der in Norddeutschland 9 ß ter pro Kopf betrage, hinw rken. ©tatttßfecrciSr v Burchard glaubt, daß die verbündeten Regierungen wohl geneigt fein würden, Vorschläge aus dem Hause auf Basis der Buhl'schcn Resoluton in Erwägung zu ziehen. Abg. Dtrtchlet (bfr.) hält diese Resolution entweder für werthlos oder für schädlich und müsse er sich dagegen erklären, weil der Reichstag nicht verpflichtet sei, der Regierung r.eue.Steuern vorzuschlagen. B züglich des Antrags Uhden f?t ferne Ansicht, daß die Branntwein-Industrie weder mit der Zuckermdustrie, noch mit der Landwtrth- schaft im Ganzen verglichen werden dürfe. Darauf erledigte daS HauS noch eine Anzahl Wahlprüfungen. Nächste Sitzung morgen; u. A. steht daS ExpatrtttungSgcsetz in 3. Lesung zur Verhandlung. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz - Bureau. Kiew, 27. Januar. Die Universität ist gestern wieder eröffnet worden. Der Curator des hiesigen Lehrbezirks hielt eine Ansprache, in welcher er die Vorfälle bedauerte, welche die Schließung der Universität hervorriesen und die Hoffnung aussprach, die Männer der Wissenschaft würden sich in der Universität künftig ausschließlich den Jntereffen der Wiffenschast hingeben und diese Jntereffen mit Ordnung und Ruhe in die Universität einvürgern. London, 27. Januar. General Wolseley meldet aus Korli von heute er habe gestern vom General Earl einen Bericht erhalten, wonach der Marsch seiner Truppen den Nil stromaufwärts glücklich von Statten gehe. — Ein Telegramm der „Times" aus Hongkong vom heutigen Tage meldet, dem französischen Panzerschiffe „Triomphante", welches zur Ausbesserung hier eingelaufen war, ist, um jede Verletzung der Neutralität zu verhindern, die tzrloubmß hierzu auf Befehl der englischen Negierung von den Behörden versagt worden. Nom, 27. Januar. Die Kammer verhandelte Interpellationen betreffs der Colonialpolitik. Mancini erklärte, Italien könne im Kampse der Civilisation gegen die Barbarei nicht unthütig bleiben. Die Negierung sei entschlossen, innerhalb bescheidener Grenzen coloniale Politik zu betreiben, vorausgesetzt, daß dieselbe für die öconomische und politische Entwickelung detz Landes nützlich sei. Die Regierung werde die bestehenden Rechte anderer Nationen respectiren und rechne auf die thätige Mitwirkung des Handelsstandes. Die Versuche würden durchaus im Verhältniß zu den Kräften Italiens stehen. Der Minister wies hin auf dis hohe Wichtigkeit des Rothen Meeres für Italien, namentlich mit Rücksicht auf die Behauptung der Stellung Italiens am Mittelmeere und auf die Erhaltung des Gleichgewichts daselbst; jede Störung desselben würde Italien entschieden ablehnen. Der Minister widerlegte die Annahme, daß Italien eine gefährliche Eifersucht Englands Hervorrufen könne. Das Cabinet habe, ohne der Allianz mit den Centralmächten untreu zu weroen, ohne ein großes Risiko zu übernehmen, es verstanden, eine Freundschaft mit England herzustellen, die sich aus die Gemeinschaft der Anschauungen und eine Action im gegenseitigen Interesse stütze. Die Congo-Expedition sei nur für einige Wochen aufgejchoben, die Regierung bedürfe der warmen Unterstützung der Kammer, andernfalls würde ne entgegengesetzten Beschlüssen sich zu fügen wissen. Der Kriegsminister glaubt, die erste Expedition werde genügen; sollte eine Expedition. in's Innere noth- rvcndig werden, würde noch ein Bataillon nach Assab geschickt werden. — Der „Agenzia Stefani" wird unterm 26. d. Mts. aus Perim tele- graphirt, daß am Tage zuvor ein Detachement des Panzerschiffes „Castel Fidardo" in Beilul landete, den Ort besetzte und die italienische Flagge auf- hißßte. Von den Häuptlingen der Eingeborenen sei die Abtheilung freundlich empfangen worden. Einige in Beilul zurückgebliebene egyptiiche Soldaten würden sich morgen auf dem italienischen Dampfer „Corsika" nach Maffowah einschiffen. New-Aork, 27. Januar. In den Legislaturen der Staaten New- Uork und Pennsylvanien siud Anträge aus Regelung der Anfertigung und des Verkaufs von Dynamit eingebracht worden. Lokales. Gießen, 28. Januar. In der gestern Abend abgehaltenen sehr zahlreich besuchten Generalversammlung der Gießener frei rotlltgen Feuerwehr, welcher mau mit Recht mit einiger Spannung entgegensah, da sowohl der 1. Hauptmann, Herr L. Petri II — wie in diesem Blatte bereits bekannt gegeben — erklärt hatte, eine Wiederwahl nicht annehmen zu wollen, als auch der 2. Hauptmann, Herr C. Demuth, schon früher sein Amt ntedergelegt halte, fand nach erstattetem Jahresberichte, der des Interessanten sehr viel bot, und nach erfolgter Rechnungsablage die Neuwahl des gelammten Vorstandes in jedenfalls allseitig befriedigender Weise statt. Nachdem Herr L. Petri II. sich zur Annahme einer Wiederwahl schließlich bereit erklärte, wurde derselbe per Acclamation einstimmig als 1. Hauptman wiedergewählt. -b^^-.Houptmana wurde Herr L. Petrt III. mit großer Majorität gewählt. Die Wahl sämmtlicher übrigen Vorstandsmitglieder, Obleute rc., ergab mit einer «rnzigev Ausnahme die Wiederwahl sämmtlicher seitherigen Chargtrten. Möge es dem Vorstand gelingen, daS CorpS auf die Höhe zu bringen, welche eS gewiß verdient. Möge ihm aber auch nicht die Anerkennung versagt bleiben für die gebrachten Opfer an Zeit und Gesundheit tm Dienste der Mitmenschen. Noch verdient erwähnt zu werden, daß die Kasse des CorpS in einem vorzüg- Zustande sich befindet, indem die Rechnung mit einem Kasienoorrathe ^von 258,10 JL obschließt und bei der Gewerbebank statutengemäß zur Bildung eines Fonds für verunglückte Feuerwehrleute 281,57 JL angelegt sind. Vermischtes. Darmstadt, 22. Januar. Ein wegen Soldatenmißhandlung in Untersuchung genommener Unteroffizier der Offenbacher Garnison wurde gestern hier vom Militärgerichte abgeurthetlt. Wie der A" vernimmt, soll derselbe zu 6 Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Milttärverband veruriheilt worden sein. a l 0-L- Franfurt a. M., '27. Januar. In der Untersuchungssache gegen den' Mörder des Polizcrratb Rumpfs geht dem „General-Anzeiger" von dem Polizei- Präsidium folgende Bekanntmachung zu: »In der Untersuchungssache, betreffend die Ermordung des Königs. Polizeiraths Dr. Rumpfs, wird die Redaction benachrichtigt, daß der in Hockenheim bei Mannheim verhaftete Schuhmacher Julius' Lieske aus Hoffen schwer belastet ist. Weitere Mittheilungeu sind zur Zeit nicht möglich da sie den Gang der Untersuchung nur gefährden könnten, und wird daher die Redaction iviederholt dringend ersucht, sich jeder anderen Veröffentlichung über die Ergebnisse der Untersuchung zu enthalten" Die hiesige Criminalpolizei hat eine nicht unbeträchtliche Verstärkung seitens auswärtiger größerer Polizeibehörden erfahren und steht ihr, ebenso wie der hiesigen ^»chutzmannsmaft, noch eine weitere ansehnliche Vermehrung in allernächster Zeit bevor. -- Wie der «Franks. Ztg." ein Lokal-Berichterstatter mittheilt, wird die ganze Untersuchung wegen der Ermordung des Polizeirath Rumpfs, welche Herr Land- aenchtsrath Dr. Fabricius führt, streng geheim gehalten. Den Beamten ist die strengste Verschwiegenheit eingeschärft. Es ist noch nicht einmal zu erfahren, wie viel Personen wegen dieser Sache verhaftet sind. Das Arresthaus wird streng bewacht und kein Umherstchen in der Hammelsgasse geduldet. Auch die Scilersiraße ist in den bewachten Rayon gezogen worden. Mit vielen andern hier umlaufenden Gerüchten sind auch die Erzählungen müssige Erfindungen, wonach bald dieser bald jener Beamter einen Drohbrief erhalten haben soll. So wußte man mit Bestimmtheit zu erzählen, daß der Herr Polizei-Präsident einen solchen Brief am Tage nach dem Tode des Polizeiraths Dr. Rumpff bekommen hätte; gleichzeitig sei aber auch eine Offerte einer Lebensversicherung eingelaufen, woraus er mit Lächeln unter Hinweis auf den Bries gesagt haben sollte: -So lange man mein Leben noch versichern will, muß cs mit den Drohungen nicht viel auf sich haben". Auch hiervon ist nichts wahr. — Dem „Berl. Tagebl " wird von hier telegraphisch berichtet: „Der Bruder oe8 in Hockenheim Verhafteten hat bekannt, daß dieser der Mörder des Polizeiraths Rumpfs sei. (Es erscheint noch sehr fraglich, ob der Bruder des Lieske, der sich thatsächlich auf Rcquisitiou der Behörde hier befindet, in der Lage ist, etwas über die Thäterschaft des Verhafteten auszusagen. Red.) Der Verhaftete heißt Julius Lieske uud stammt aus Zossen in der Mark Brandenburg. Er ist seines Zeichens Schuhmacher und war schon seit drei Jahren von der Heimath fern. Er kam von der Schweiz, wohin er auch jetzt zu Fuß wieder zurück wollte. Die That geschah in anarchistischem Auftrag- Die Polizei wird in den nächsten Tagen das ganze Belastungsmaterial veröffentlichen." Frankfurt a. M., 22. Januar. Bezüglich der Tüchtigkeit deS ermordeten PoUzetrathS Rumpff als Polizetbcamter erzählt man sich einen Vorfall, der ihm den Orden der Ehrenlegion eingetragen hat. Eines Tages soll sich beim Polizeirath Rumpff ein feivgekletdeter Herr gemeldet haben mit der Anzeige, daß ihm Uhr und Rlvg gestohlen feien Rumpff betrachtete sich den Mann, nahm darauf fein Verbrecher-Album zur Hand, blätterte darin und bemerkte hierauf zu dem Herrn: „Herr Goldschmidt, Sie werden Ihre Sache rnteberbefommen." Der Andere betheuert schreckensbleich, er heiße nicht Goldschmidt, Rumpff ließ ihn aber in aller Ruhe verhaften und hatte so einen Verbrecher gefangen, welcher in Parts eine " Million veruntreut hatte. Kaiser Napoleon hat darauf Rumpff den Orden der Ehrenlegion verliehen. Mannheim, 22. Januar. Ein eigenthümUckeS Attentat wurde gestern Abend gegen das Polizeibureau im hiesigen Rathhause ausgeführt, indem von außen zwei schwere Steine zum Fenster bineingeschleudert wurden, wodurch einige mit Schreiben beschäftigte Schutzleute mit Glassplittern Übk7schüttet und der eine von einem Stein leicht gestreift wurde. Ein alsbald hinauseilender Schutzmann verhaftete den Excedenten, der sich Busch nennt, und wurde derselbe ins Amtsgesängniß abgesührt. Man glaubte ctz zunächst lediglich mit einer rohen Ausschreitung zu thun zu haben, bei weiteren Erhebungen zeigte es sich indeß, daß der verübte Unfug einen tieferen Hintergrund hoben muß Der Verhaftete gab an, die That auS politifchen Motiven verübt zu haben und fand man bet feiner Durchsuchung ein Notizbuch, in daS eine woblgelungene Skizze des ermordeten Polizeiraths Rumpf eingezrichnet war mit der Unterschrift: „Freiheit oder Töd!" Angesichts der Untersuchung gegen den in Hockenheim Verhafteten, enthalten wir uns aller weiteren Kombinationen, umsomehr als wahrscheinlich die nächsten Stunden Aufschluß über die Persönlichkeit deS letzteren bringen werden, während man eS bei dem gestrigen Exceß wohl nur mit einem verschrobenen Kops zu thun hot, selbst wenn derselbe in irgend welcher Mitwissenschaft mit dem Frankfurter Mord stehen sollte. — Der kühne Afrika-Reisende August Einwald aus Heidelberg hat Ende der Vorwoche Berlin verlassen und ist nach feiner Heimath gereift, woselbst er in Ruhe eine Karte vom Zululande entwerfen und alle feine Begebenheiten auf feiner dritten Afrikareisc niedersckreiben wird, sobald daS deutsche Protectorat über Zululand erklärt ist, soll dieses Werk im Druck der Oeffrntlichkeit übergeben werden. @ingetan6t. Gießen, 27. Januar. Bett. Bahnüvergänge l Spät kommt er, Doch er kommt. Endlich! werben Hunderte her Leser dieses Blattes auSrufen. endl-ch gelangen die schon am 5. L Mts. der Großherzogl. Bürgermeisterei überreichten Eingaben an den Adresiat! Daß hierzu beinahe 4 Wochen Zeit verstreichen mußte, ist dem nicht Eingeweihten^ unbegreiflich; allein die Ursache dürste wohl in d:r Geschäftsordnung und nicht in der GrschäftSlettung zu suchen sein, worauf wir die unzufrieden gewordenen Interessenten aufmerksam machen möchten. Außerdem schadet es nichts, daß man im Anfang sich Zeit nimmt, die einschlägigen Verhättntsse gründlich zu prüfen und einen festen Plan für die Behandlung der Sache zu bestimmen; desto besser geht dann später Alles von Statten. Hoffen wir daher, daß auch hier das Sprichwort: „WoS lange währt wird endlich gut" sich bewähren möge. Die zahlreichen Interessenten — über 800 — haben sich in diesen wichtigen, die Stadt und daS Publikum auf das Empfindlichste berührenden Angelegenheiten vertrauensvoll an die städtische Vertretung gewandt und hegen wir umsomehr die Zuversicht, daß Abhülfe baldigst herbeigeführt werde, als die schreienden, geradezu unerträglich gewordenen Mißstände allseitig bekannt geworden sind. Wir wollen übrigens eS nicht unterlassen, hier hervorzuheden, daß die Geschädigten Rechtsansprüche haben und zwar sowohl dem BahnfiScuS als auch der Stadt gegenüber, sowie daß man entschlossen ist, denselben in der einen oder anderen Weise Geltung zu verschaffen. In Betreff der Wege nach dem sogen. Uebcrgang über die Main-Weser- und Köln-Greßener Bahn bei der Rüsing'scken Wirthschaft und namentlich dieses höchst gefahrvollen UebergangS selbst ist cs bei der bekannten Zähigkeit der betreffenden Bahnverwaltung ganz unerläßlich, daß eine außergewöhnliche Energie entwickelt werde. Hier darf man nicht um Abhülfe bitten, sondern man muß sie fordern und nöthigen- falls aus dem Rechtswege erzwingen, sonst erreicht man nichts. In Betreff der Mißstände an der Oberhessischen Eisenbahn glaubt man Überzeugt sein zu dürfen, daß die hessische Babnbebörde, sobald nur von der städtischen Vertretung die Wünsche der Petenten nachdrücklich unterstützt werden, Abbülfe schoffen wird. Theater. „ Gießen, 27. Januar. Ein gutoesetzttS HauS wäre am Dienstag zu Fräulein Barnow's Benefiz wahrscheinlich zu erwaiten gewesen, wenn sich die Jugend nicht zu gerne „auf'L Eis führen ließe" Das EiSfest auf der Lahn mag diesmal viel dazu beigetragen haben, daß sich daS Theater nur mit der üblichen Sparsamkeit füllte. AlS Entschädigung wurde jedoch dem Fräulein Sarnow ein reicher Blüthensegen zu Theil und die duftigen Spenden werden die Benefiziantin einigermaßen mit den Unannehmlichkeiten eines nicht gerade gutm Benefizes versöhnen. Die Posse: er Bettelstudent auS Berlin" au5 der Fabrik von Braun und H. Busse, welche auf dem Repertotr stand, ist aber ein wahrhaft klägliches Konglomerat von Kalauern und ReminiScenzen auS anderen derartigen Fabrikaten. Außer dem Klapphorn ist auch nicht eine einzige Interessante Rolle vor- handeu, für welche man sich einigermaßen erwärmen könnte. Die Titelrolle (Rolf Holm) rst von den Herrn Verfasiern so sttefmütterltch behandelt, daß wohl kaum ein trar.raerer Liebhaber geschrieben werden konnte, als dieser Berliner Bettelstudent. In bier und da den schwachen Versuch, einen jugendlichen Komiker zu schildern, die eoubrette dagegen ist sehr schwach gezeichnet, die komische Alte nicht minder uno bet unvermeidliche Possenvater nebst seiner lieblichen Tockter find die reine Staffage. Außerdem denke man sich eine Gesangsposse ohne Kouplet! Das ist jedenfalls datz Originellste, wa§ dieselbe aufzuwetsen bat. , Gespielt wurde recht wacker und das Kleeblatt: Herr Voigt, Herr Halm und trugen ihr Bestes dazu bei, um die Schwächen des Stückes nach Möglichkeit zu verdecken. Herr Schwarz machte au3 feinem Holm was nur zu macken ging, Fräulein Barnow war eine tüchtige Vertreterin der Frau Ackteck und die übrigen Darsteller füllten ihre Plätze auß. — , v Unsere Theatersaisov geht nunmehr ihrem definitiven Ende entgegen und können wir der Directton zum Ruhme nachsagen, daß fie stets bemüht gewesen ist, trotz der oft mangelnden Theilnahme deS Publikums, das Beste zu leisten. Mit regem Eifer, mit rastloser Thätigkeit hat Herr Director Herrmann Stand gehalten und darum wollen wir nur wünschen, daß wir ihn tm nächsten Winter wieder hier begrüßen können und daß das Publikum ihm dann besser lohnt. Montag den 2. Februar iinb an den folgenden Tagen, jedesmal Mittags 2 Uhr, werben in dem W. Tb. Wittlich'fchen Laden, Marktftratzc 32, die zur Goncur©- mässe desselben gehörigen kolonial* und Surzwaaren gegen Baarzahlung versteigert und kommen insbesondere am Montag zuerst die Tabake. Cigarrelten ;c. und am Dienstag zuerst die Kurzwaaren, als Zwirn, Schnur, Litzen :c- zum Aus- gebot. Gießen, den 26. Januar 1885. Hosimaun, 824 Concursverwalter. Handel und Verkehr. — [gut bem südöstlichen Vogel«verg.s Dem Bernebmen noch bat sich in letzter Mt io b estaer Gegend ein Com tL gtbllbet, wrlcheS ein neues Etscnbahnproj'tt und zwar daSj nige einer Zweigbahn von Wächtersbach (Station der Frankfurt-Bebraer Bahn) nach B'rstein, L'chenrod, Grebenhain, Stockhausen, Schl tz und HerSfeld, Station der Bebraer Bahn, etnmünbenb, zu eibautn in Aussicht bat, btefft Plan wird in der ganzen biefigen Gegend mit großem Interesie aufgenommen, -umal beim «au der Oberhefsifchen Bahnen untere Gegend wenig oder gar nicht berücksich igt worden ist. Der Hauptverkebr der hefsifchln O te VermuthSbatn, Grebenhain, Crainfeld, Bannerod, MetzloS MetzloSyehoa. N eder-MooS, Oder-Moo«, Salz, Fleschenbach, Radmühl, Freiensteinau, Holzmühl, Gunzenau und ReichloS wird noch wie zuvor der Frankfurt- Bebraer Bahn und zwar der Stat'on Steinau zugewandt, deshalb ift auch im vorigen Jahr eine Fahr post von der Pottsiat'on Grebenhain nach der Bahnstation Steinau in« Leben getreten welche die schnelle Vermittelung von Postgegenständen, Zeitungen rc. Am 3. Februar findet die letzte vorstellong io dieser Saison fktt unb fbr Doraul | rät noch ein Gastspiel eer Fr^u Charlotte Lange vom Frankfurter Stadtiheater IN Gsethc'S »Iphigenie auf Tauris*. Ä»r brauchen dem wohl kaum etwas hm- lumfüaen, bu d e «ünftler'n unserem Theaterpabllkum zur Genüge bekannt ist und ehren Äuf in G eßen vollständig gesichert Hal. Die hochinteresiante Voeft.lluag ist auf den nächsten Freitag festgesetzt. Außerdem br'ngt daS Rcpnioir voraussichtlich am Sonntag ein Gesangsstück: Das Schütz enl ieSf, betitelt und schließlich am Dienstag noch etn Benefiz und Jcoor da- der Frau Herrmanv-Ihm. die durch Ihr hübsches und schalkhaftes Spiel der Liebling deS BuvlckumS geworden ist. 4 __ , 3m JntbI«u Vt. m?d. H. Gcnsch, y;;( *<•- ■ -'vr**’ a- & " fhne frrowx hII* Niro F auon-, •» Heut* u Cnichlechtskrankheiten (Syphilis) oa.-c. « r Methode. Sprechstunden l(u-t und < b. " r I Für die bei bem Erdbeben in Spanien H.-imgesuchten gingen bet unS ein: Von H. H. 1 X. Dt. Hempel 5 X, Dr. zküdel 3 X. Ertrug einer auf einer Kneipe hiesiger Studenten oerunftalleten Sammlung 6 10 X, Bü-germeifter Bramm 3 X. Fräulein Sovhie Bramm 1 X. Pfarrer Schmidt 2 X, August Will 3 X, aus Anoa'ö und Ella'S Eparbüchs-n 2 X in Summa 26,10 X Weitere Gaben nfmmt die Exoeb. b Bl. gerne entgegen. Kirchliche Antigen der rvängei. Gemeinde. Donnerstag, 29 Januar, Abends 6 Uhr, in her Kircbe: Mission ssiunde, dic Mission in ben neuen deutschen Colonien, 1* Reu-Guinea, Pfarrer Schlosser. Allgemeine Bekanntmachung. Seit dem 25. d. Mts. wird bei dem hiesigen Kaiserlichen Postamt während der Nackt Telegrapbendienft abgehalten. Demgemäß können des Nachts hier Telegramme nach Frankfurt (Main) und allen solchen Neichsielegraphen-Aemtern ausgeliefert werden, bei welchen wahrend der Nacht Telegraphcndienst abgehalten wird. Die Auslieferung solcher Telegramme hat in der Zeit von 9 Uhr Abends bis 7 bezw. 8 Uhr Vorm. in der Schalterhalle des Hauptpostamts in der Bahnhofsstraße zu erfolgen. Für die betreffenden Auflieferer ist vor dem Eingang zur Schalterhalle eine Nachtglocke angebracht worden. Gießen, den 26. Januar 1885. Kaiserliches Postamt. Ritsert.__________________________ Holiversteigcrung r Anzeiger. Freitag den 30. Januar 1. J. versteigert der Unterzeichnete gegen Baarzahlung' 1. Vormittags 10 Uhr im Lager des Herrn W. Th. Wittlich — Sandgaffe, Löber's Hof — einige Fass Branntwein, als: Frucht, Kümmel, Bitter, Zwetfchen, Kirschen, Pomeranzen, Cognac; 2 Körbe Tapezierleim, eine Quantität gelbe Fadcnnudeln, amerit. Apfel- fvalten, Jwetfchen, Dohnen, Erbsen, Grünkorn, Gerste, Loda, einige Centner Zwiebeln, eine Decimal- waage und einen großen Kaffeebrenner. II. Nachmittags 2 Uhr in seinem Bureau: eine Quantität Garn (Wolle), 1000 Cigarren, einige Flaschen Punschessenz, Num, Cognac, Bordeaur, 1 Büchse Thee, 3 Waagen und 2 große Kaffeebüchsen. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Greissler, 618 Großh. Gerichtsvollzieher. in den Waldungen der Gemeinde V i Hin gen. Es werden versteigert: I. Montag den 2. Februar 1885 im District Mühlberg bei Holznummer 821 anfangend: t) 60 Eichen - Schnittholzstämme 1. Qualität, darunter einige schöne Mühlwellbäume von 45 bis 73 Centimeter Durchmesser und 5 bis 12 Meter Länge mit 94,15 Festmeter; 2) 54 Stück Eichen-Abschnitte mit 22,35 Cubikmeter; 3) 22,7 Rm Eichen-Nutzscheitholz 1- Qualität; 4) 2 Rm. Kirschbaum'Rundscheitholz. U Dienstag den 3. Februar im District P fingst sch lag Rothe und Marksteinmühl: 5) 168 Fichten- und Kiesernstämme von 14—45 Zentimeter Durchmesser und 10 bis 18 Meter Länge mit 76,91 Cubikmeter; 6) 203 Stück Fichten-Derbstangen mit 10,57 Cubikmeter. Der Anfang ist jedesmal Vormittags 10 Uhr. Die Zusammenkunft zu 1 findet im District Mühlberg und die zu 11 an der Straße von Hungen nach Villingen statt. Sämmtliches Holz lagert 5 Kilometer von der Eisenbahnstation Hungen. Villingen, den 22. Januar 1885. Großherzogliche Bürgerineisterei Villingen. Koch. 533 Sehr schöne türk. Zwetschen per Pfund 25 Pfg. bei Abnahme von 5 Pfund je 1 billiger. Ferner mache auf meine sonstigen Colonialwaaren und Spirituosen aufmerksam. Eduard Puckert, 397 Neuen Baue 11. Dienstag den 3. und Mittwoch den 4. Februar, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Nathhause zum Zweck der lausenden Strafienunter- haltung für das Etatsjahr 1885/86 versteigert werden: Am ersten Tage die Pflasterreparaturen, die Lieferung von Basaltsteinen, das Anfahren und das Kleinschlagen derselben. Am zweiten Tage das Fördern von Lahnkies, das Anfahren von Lahn- und Gniben- kies, sodann die Straßen-Handarbeiten. Gießen, den 28. Januar 1885. Großh. Mrgermeisterei Gießen. 632 A. Bramm. Keilgeöolenes. Veil eben - A bfall -Sei fe § Rosen-Abfall-Seife in vorzüglicher Qualität empf.: ä Packet (3 Stück; 40 Carl Sebwaab. Prima mol. Steinkohlen, Nußkohlen, Stückkohlen, Braunkohlen und kleingemachtes Hol; offerirt bMgst 540 Dani. Wirths Nachfolger Marttstraße. Eanadifcher Riesen-Hafer erreicht zwar selten die Höhe des Triumpf- bafere, bat aber auch nicht dessen Mängel als da sind- Hartes trockenes Stroh, leichte Lagerung und unegale Reifung. Cona- bischer Riesenhafer gab bei vorjährigem Versuch auf leichtem Sandboden folgende Resultate: Auf 5 Zentimeter gedrillt schossen aus jedem Korn 10—1» Halme, die Rispe war lang und dicht beseht; bas schön weiße Korn, bick mit sestanliegeuber aber dünner Schale, ist außerordentlich mehlrcich. Ter Ertrag war der M fache der Aussaat (danebenstehender, der gewöhnliche, gab den ^fachen). Höhe des Strohes 5 Fuß. Bei breitwüniger Aue-- sagt bars nur 1 '3 bes gewöhnt. Ha'ers als Saatgut verwandt werden, gedrillt ist eine Trillweite von 5—6 (Stm. zu empfehlen. Qriginalsack ä 100 Kilo 300 X, 5 Kilo 30 X, V? Kilo 3 X 60 tnel. Sack franco nach allen Bahn- refp. Post- ftationen. Versandt gegen Nachnahme oder nach Einsendung des Bettagce,. Tie erste Sendung trifft Ende ja -.t c n und err bitten wir Bestellung.n f uh-eü' 2lme- rikan. Triumpfhafer 3ttlo 12 x. 1 Kilo 3 X. Berger Co., Samen Handlung. Kötzfchenvroda- - öen. Klkine frainölifd); grünt Essiggurken pr. Dfund 80 Pfs»., vorzügliche Preisselbeeren empnehtt 628 Carl Schwaab's Delicatessenhandlung. Für Maskenbälle empfiehlt Gold- u. HilberfranM, Spitzen, Ouasten, Mtter rc. billigst 629 J. H. Fuhr, Sonnenstraße 25. Nur echt mit dieser Schutzmarke: HusteNicht Malj-Ertracl u. Caramellen*) v. L. H. Pietsch & Co., Breslau. Husten und Heiserkeit. Seit längerer Zeit litt ich an heftigem Husten und Heiserkeit. Nachdem ich 2 Flaschen Ihres Mal- Ex« tracteS gebraucht und derselbe sehr geholfen hat, bitte ich mir umgehend noch 2 Flasch« n zu senden. Arnswalde, Klosterstraße 277. Röhl, Ackerbürger. Ich habe schon oft gehört, daß Ihr Malz-Extract sehr gut ist für Lungen« catarrh. Ich ersuche Sie deshalb mir 6 Stück Vi Flaschen und 6 Beutel Caramellen gegen Nachnahme zu senden. Heubach b- Eisfeld a. d. Werra, Post: Ünterneubrunn. 626 Heinrich Schultheiss. *) Extract h Flasche 1 -A 1,75 u. 2,50. Caramellen ä Beutel 30 u. 50 —- Zu haben in Gießen bei Ferd. DrebeS, vorm. Gg. Wilh. 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Bl. 593 Einen zuverlässigen Burschen zu 2 Pferden sucht Chx, Wallenfels, 635 Eine perfekte Köchin, ferner einige tüchtige Haus- und Küchen- Mädchen werden zu besseren Familien für März zu miethen gesucht. Vermiethbureau von Frau Hüttenbergei', Westanlage lo. 2ä-30“Milit Mark auszuleihen. Reflect. belieben unter Chiffre N. 0. Offerten an die Exped- d. Bl. tin- z ureichen.________________________________ Das Flechten von Stroh- und Rohrstühle« sowie das Anferttgenvon allen Gattungen neuer Stühle wird prompt und reell ausgeführt von Philipp Henkel, Stuhlmachcr, 486 Sonnenstraße 14. Der Transport von Möbeln wird unter Garantie bestens rrrck billigst besorgt von H. Weidenhaus, 595 Wallthorstraße 13. Besorgung u.yerwerkhung «I. BRANDT Civil-Jngenieur J^öniggrätzer Slr.131. BERLIN, w: 607 Zum 1. März wird ein reinliches und gesundes Dienstmädchen gesucht. Bismarckstr. 6. 600 Ein Dienstmädchen zur Aus- hülfe auf sofort gesucht. __________________Grünbergerstraße 36. 590 Für eine kl. Familie wird in der Nähe der Stadt eine Wohnung von 4 Zimmern gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl.________ Stadt Theater. Wegen Vorbereitung zu »Iphigenie" bleibt das Theater Mittwoch und Donnerstag geschlossen. Freitag den 30. Januar. Letztes Gastspiel der Frau CH. Lange r Iphigenie auf Tauris. Iphigenie — Frau CH. Lange als letzte Gastrolle. 90 Billets zu dieser Vorstellung sind von heute ab bei Herrn Gerhardt zu haben- Schützenlisl. Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brüh loschen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.