1886 Mittwoch den 28. Januar Rr. 2S scheint täglich rmt »«»nähme de« Montag» : Schulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf mit Vringerloh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 P'. . rinn’ WMtifortenina^on IffZ.aSxmr^HrtS« pir in «cm und dann di. Politische Ueberficht. Gießen, 27. Januar. Da» jüngste, in einem leichten Darm-Catarrh bestehende Unwohlsein De» Kaisers, welches bei dem hohen Alter desselben begreiflicher Weise Beunruhigung in der Bevölkerung heroorries. giebt zu einer solchen mcht den mindesten Anlaß, wie wiederholt aus Berlin verstchert wird Da feit am kein Bulletin über das Befinden des Kaisers veröffentlicht wurde und da außerdem der hohe Herr wieder begonnen hat. sich seiner gewohnten Thätig- keit zu widmen, so erscheinen weitere Besorgniffe wegen des Befindens des Kaiser^woh^uberfllt ersten Verhandlung des Reichstages über das Postsparkassengesetz. mit welchem Gegenstände sich der Reichstag am Don- uerstag beschäftigte, legt die Befürchtung nahe, daß die Vorlage aus der Corn- Mission, an welche sie in erster Lesung verwiesen worden st, nicht wieder auserstehen werde. Die ganze Debatte stand ersichtlich unter dem Drucke der Anschauung, daß die Gemeindesparkaffen ^schädigt werden wur^n.sallS die Einrichtung der Postsparkaffen in's Leben träte, und die höheren Gesichtspunkte, unter denen die Vorlage hätte behandelt werden müffen. kamen hierbei nur wenig zur Geltung. Die Einwendungen gegen die Vorlage unter Hmrvers aus die zu schützenden Interessen der Communal-Sparkaffen wurden von den Rednern der freisinnigen Partei und von den sächsischen Eonseroativen, Ackermann und Günther, erhoben und erklärte sich das Zusammengehen der letzteren mtt den Freisinnigen durch den Umstand, daß in Sachsen da» Gemeindesparkaffen-Wesen in hoher Blüthe steht und somit das Eintreten der genannten Herren für das- leibe eine gewisse Berechtigung hatte. Von einem ganz andern Standpunkte aing der Centrumsführer. Herr Windthorft, bei seinen Angriffen aus die Post- warkaffen aus. Derselbe machte partikulariftische Bedenken geltend, indem er ausführte' daß durch die Postsparkassen die Verstaatlichung des Sparkassenwesens überhaupt und weiter ein Zusan.menströmen der Ersparnisse des kleinen Manne» in Berlin herbeigesührt werden solle. Dagegen trat Namens emes Theiles der Conservativen Adv- v. Helldors warm für die Postsparkassen ein und von Seiten der Nationalliberalen wurden dieselben durch Abg Kalle befürwortet, wenngleich auch Herr Kalle nicht frei von Bedenken war. Die Vertheidigung der Vorlage lag in den Händen des Staatssecretärs Dr. Stephan, welche sich sowohl gegen die vom partikularistischen Standpunkte erhobenen Bedenken bezüglich der Post- syarkassen wandte, al» auch die im Interesse der Gemeindesparkaffen erhobenen Einwendungen bekämpfte, doch waren seine Argumente nicht immer durchschlagend. Vielleicht werden sich die Vertheidiger der Gemeindesparkaffen in der Coinmifston notb überzeugen. daß die letzteren von den Postsparkaffen keine in’» Gewicht fallende Concurrenz zu fürchten haben, da die Postsparkassen in der Hauptsache wohl nur solche Gelder an sich ziehen werden, welche die bestehenoen Kaffen auch bei verbesserter Organisation nicht erhalten, ja . welche vielleicht sonst gar nicht gespart würden; vorläufig ist indessen das Schicksal der Vorlage noch ein sehr zweifelhastes. Die FreitagS-Sitzung des Reichstages brachte die Fortsetzung der Etatsberathung, und zwar zunächst mit der beim Etat des Reichsamts des Innern eingestellten Forderung von 150,000 JL für die Erforschung von Central-Afrika. Die Position war in zweiter Lesung an die Budget-Commifsion zurückverwiesen worden, welche ursprünglich die Streichung von 50 000 beantragt hatte, nunmehr aber sich für die volle Bewilligung der Summe aussprach, während da» Centrum die Bewilligung von 100,000 JL beantragte. Die Debatte war indessen weniger dem in Rede stehenden Gegen- stände als vielmehr der Adressen-Bewegung anläßlich des Reichstags-Votums vom 15. December gewidmet. Die Redner der Reichstags-Majorität vom 15. December bezeichneten den Adressensturm als einen künstlich erregten und Abg. Windthorst meinte sogar, die Verurtheilung des Reichstags-Voturns wäre em constitutionelles Verbrechen. Im llebrigen liefen die Argumentationen der Herren darauf hinaus, daß die Majorität des Volkes, refp. der Wähler nicht hinter den „Adressen-Fabrikanten" stünde und daß die Nachwahlen dies bewiesen Hütten. Die 150,000 JL selbst wurden schließlich gegen die Stimmen des Centrums, der Polen und einzelnen Freisinnigen bewilligt, sogar die Socialdemokraten stimmten dafür. Die übrigen auf der Tagesordnung stehenden Etatstheile (Reichstag, Reichs-Iustizverwaltung, Pensionsfonds, Reichs- Eisendahnen) wurden ohne bemerkenöwerthe Discussion erledigt und setzte das Haus am Samstag die Etatsberathung beim Etat der Zölle und Verbrauchssteuern fOrL , . _ n • C f a Piemont, das Stammland de» italienischen Königyauses, ist in den letzten Wochen von furchtbaren Lawinenstürzen heimgesucht worden, die nicht nur großen materiellen Schaden verursacht haben, sondern Denen leider auch zahlreiche Menschenleben zum Opfer gefallen sind, gast aus jedem Alpen- thale Piemonts treffen erschütternde Nachrichten ein und beläuft sich die Zahl der durch Die Schneemassen umgekommenen Personen bereit» in die Hunderte. Die Behörden, das Militär, die Bevölkerung wetteifern in Bemühungen, Hülfe zu bringen und alle» Nöthige zur Rettung aufzuwenden. Diese HiobSposien lenken augenblicklich die Auimerksamkeit der Italiener von der Assab-Erpeditton etwas ab. obwohl dieselbe sich gerade jetzt ihrem Ausgange nähett. Wie nämlich eine Depesche au» Port Said meldet, ist da» Packetboot „Gottardo am Freitag mit Der für Affab bestimmten Garnison daselbst eingetroffen, so daß die Ankunft derselben in Assad selbst noch im Laufe dieser Woche erfolgen dürste. König Alfvnso von Spanien ist in voriger Woche von dem Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigebtatt für den Kreis Gießen. längeren Besuche. welchen er den durch die Erdbeben so schwer heimgesuchten Üblichen Provinzen seine» Reiche» abgestattet hat, wieder nach Madrid zurück- gekehrt. Die zahlreich herbeigeströmte Menge empfing den König, welcher im offenen Wagen und ohne Eskorte nach dem königlichen Palaste fuhr, mit enthusiastischen Zurufen, ein Beweis, wie sehr die spanische Nation die Theil* nähme zu würdigen weiß, welche ihr Herrscher den von so furchtbaren elementarereignifitn betroffenen Landeüthcilen widmet. Uebereinftimmcnbcn Berichten zufolge ist übrigen» die Nothlage in Andalusien eine derartige, daß der spanische Staat selbst bei größter Krastanstrengung nicht im Stande ist. dieselbe au» eigenen Mitteln zu beseitigen und daß hierbei die Mithülfe de» ganzen übrigen Europa» dringend erforderlich ist. Hoffentlich werden die auch in Deutschland für die betreffenden spanischen Provinzen eingeleiteten Sammlungen da» Ihrige hierzu beitragen Der englische Geschäftsträger in Athen, welcher kürzlich durch einen griechischen Gentzdarmen beleidigt worden war, hat der griechischen Regierung ein Ultimatum übersandt, in welchem er verlangt, daß bie Ordre, durch welche der betreffende Beamte cassirt wird, im Beisein des eng- tischen Consuls und unter den Klängen der englischen Nationalhymne verlesen werde. Die Athener Journale sprechen sich sehr erbittert über diese Zu- muthung au», billigen aber die Haltung de» Athener Cabinet», das zu einer raschen Beilegung befi Zwischenfalls bereit ist. Während in London an der Lösung der egyptischen Finanzsrage gearbeitet wird, ist die militärische Entscheidung im Sudan plötzlich durch die blutigen Zusammenstöße der Engländer mit den Rebellen bei Abukley Will» und Metammeh nahe gerückt worden- In London ist ein detaillirter Bericht General Wolseley'S über die beiden Gefechte eingelaufen, welcher bestätigt, daß die Engländer bei ersterer Affaire bei einem Haare den Kürzeren gezogen hatten und daß ei ihnen schließlich nur durch ein conccntrirtefi Schnellfeuer gelang, die tollkühnen Reitermaffen de» Mahdi in die Flucht zu schlagen. Wenn auch da» Treffen von Abukley Will» somit einen für da» englische Corps rühmlichen Ausgang genommen hat, so muß es doch auch verhältmß- mäßig große Verluste beklagen und narnenttich haben die Engländer hierbei eine Anzahl tapferer Officiere verloren. — Die ,N. Fr. Pr." läßt sich aus Rom melden: Sollte die Pforte darauf bestehen, Häfen am Rothen Meere zn occupiren, wird Italien die» nöthigenfall» mit Waffengewalt verhindern. Admiral Bertelli hat auf gegebenen Befehl den türkischen Transportschiffen den Weg nach Rom zu verlegen. Es bezieht sich die» auf ein angebliche» Abkommen zwischen England und der Pforte, dem zufolge der Sultan emwrllrgs, daß England die ganze Verwaltung Mttel- und Unter-Egyptens übernimmt, wofür der Pforte ein oder mehrere Häfen am Rothen Meere überlassen werden sollen. ________________ Berlin, 25. Januar. Heute fand eine Sitzung des Ausschusses dc» Centralverbandes deutscher Industrieller statt an welcher A ,th-"nahmen Commerzienrath Haßler (Augsburg), Gen-ral^°nsu Russ-l (B-rIin^ Geh Rach Schwarzkops (Berlin), Fabrikbefitzer DollfuS (MuhlHausen t ® ), Fabrikd-scher Schwartz-Schlumberger, Commerzienrath Langen (Köln), Geh. Rath Oanitl (Ruhrort), Geh. Rath Baare (Bochum), Geh. Finanzrath J-nck-(Esten) Direr- tor Fromme! (Augsburg), Abg. Rumpff (Elberfeld), Fabrikbesitzer Drewsea (Lachendorf), Fabrikbesitzer Protzen (Berlin). Er wurde ui »-»ug aus di- dem Reichstage vorliegenden Anträge, betreffend die Ausdehnung der Arbeiterschutz. Gesetzgebung folgende Resolution gefaßt: „Die deutsche Industrie hat stets ihre Bereitwilligkeit bewiesen, da» Loo» ihrer Arbeiter bestens zu gestalten und zu diesem Zwecke schwere Lasten aus sich genommen, wird auch in Zukunst nach Krasten hierzu bereit sein Es nws aber gleichmäßig den Jntereffen der Arbeitgeber und Arbeiter zum Schaden ge reichen, wenn unaushörlich gesetzgeberische Versuche im Reichstage unternommeo werden ohne genügende Vorbereitung und ohne daß die große M°nnig alligkeU und Verschiedenartiakeit der thatjächlichen Verhältniffe hierbei berücksichtigt sind und ohne daß den B-theiligten zuvor Gelegenheit gegeben ist, mit ihren uis der Er abrung geschöpften Ansichten und Wünschen gehört zu werden. Ange sicht» der dem Reichstage gegenwärtig vorliegenden Anträge auf Aus^hnm^ des Arbeiterfchutzes erklärt daher der Ausschuß der Eentrslv-rbaM- deutscher Industrieller er für unumgänglich nothwendig, daß, ehe, du^ Gchtz^bung am diesem Gebiete weiter in Anspruch genommen wird, emgeh^« Erhwu^« darüber angestellt werden, ob und inwieweit zu e'nem gesetzg-ber>sch-n Borgehe» ein praktischer Bedürfniß vorliegt, ob die Concurrenzsähigkeit der deutsche», Im dusirie aus dem Weltmarkt hierdurch beeinträchtigt und ob mch da. uh ver- KiÄiÄ’S «SK daß MEbr^ch-, die «re^t vme. des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern bet der Rübknzuckttsteuer fort, für welche der Etat pio 1885-86 8Vs M ll X weniger rmswnft, als tm laufenden Emt. Dr^ Budgetcomm ssiou beantragte die Genehmigung. Dieser Etatstitel führte zu einer etn- -ehenden Eöttcrung über die (Siünbe b?r Zucker-Ueberp oductton, über d e etwaig Mögltchkett der Verhütung der Z::ckerknsiS durch rechtzeitig von der Re'chSregterunp eingelettete Reformen, sowie einer der für die Zukunft tn Aussicht zu nehmenden Maßnahmen. NamenS der verbündeten Regierungen erklärte der preußische landwirthschaft- liche Minister Dr. LuciuS, daß die Regierungen der ganzen Kr,sis keineswegs achtlos gegrnübergestanden und ihrerseits n-chts verschuld^ hatten, daß sie aber nicht für an- gleißt halten könnten, die gegenwärtige KrisiS noch durch steuerlich! Maßnahmen zu erschweren. Vom Standpur.-kte der Landwirihschaft würde man übe-Haupt bess.r thun, derselben durch Erhaltung ihrer Industriezweige über die gegenwärtigen Schwierigkeiten htnwrgzuhelscn, alS sich über einen vorübergehenden Steueraussall zu beunruhigen. Auch der Staaissecretär des Reichsschatzamts, v. Burchard, wies bet Kennzeichnung der ganzen Situation nach, daß die verbündeten Regierungen keine Schuld an de« bestehenden Mißständen trtffe. Zur Zett bleibe tndeß nichts übrig, als das vorig- jährige Gesetz auf ein Jahr zu verlängern und die definitive Regelung anSzus'tzen. An der sehr eingehenden Debatte über diesen Etatstitel bethetligten sich Redner «Her Parteien. In derselben bildete ein Antrag deS Abg. Grafen v Hacke, die Frist für die Entrichtung der Rüdenzuckersteuer für daS Creditjahr 1884—85 von sechs aus neun Monate zu verlängern, einen wesentlichen Theil der Erö ter un gen. Der Antrag er, freute sich der Zustimmung aller Redner, von denen sich namentlich Gras Udo Stolberg, Oechelhäuser, Robbe, Rohlaud, Dinchlet, Witte sehr ausführlich über die Lage deS ZuckerhandclS auölttßen. Gras v. Hacke, der selbst Zuckerfabrtkant ist, schloß sich der Ansicht an, daß die Regierung augenblicklich b sser ihue, an den lttftehenden Zuständen nicht« zu ändern. Die Industrie habe sich selbst noch keine feste Meinung für die Zukunft bezüglich einer Nbhülse gebildet, nur darin stimmen die Industrielle!' überein, bc.§ ber Zeitpunkt einer Nenderung der Besteuerung mindrstens ein Jahr vor der betreffenden Campagne, die der neuen Besteuerung unterworfen werden soll, dntrden müsse. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz - Bnrea«. London, 26. Januar. General Wolseley telegraphirt heute früh aus Corti, daß das Ausbleiben der Nachrichten von dem Oberst Stewart keinen Grund zur Besürchtrmg gäbe. Es wird hinzugesügt, daß die Nachrichten vom 17. d. Mts. durch Bashi Bozouks überbracht wurden und Oberst Stewart von den letzteren keine mehr bei sich habe; die Nachrichten müßten jetzt durch Kameel- reiter mit der gewöhnlichen englischen Escorte überbracht werden. — Auch am heutigen Tage ist bisher keine Verhaftung bezüglich des am Samstag siattgefundenen Dynannt-Attentats erfolgt. Die Polizei entfaltet eine sehr rege Thätigkeit in der Ueberwachung der Hafenplätze, namentlich in Dover. Besondere Wichtigkeit wird der bereits am Samstag erfolgen Verhaftung eines jungen Amerikaners irischer Abkunst beigelegt, welcher heut vor dem Polizeigericht in Bowstreet erscheinen wird. — Der am Samstag in der Umgegend von London verhaftete und der Theilnahme an dem Dynamit-Attentat verdächtige Mann wurde heute dem Polizeigericht in Bowstreet vorgeführt. Er gab an, Gilbert zu heißen, 23 Jahre alt und unter dem Namen Cunningham aus den Vereinigten Staaten herübergekommen zu sein. Die Verhandlung wurde hierauf auf 8 Tage verschoben. Nach den von der Polizei eingezogenen Erkundigungen stammt der Angeklagte aus der Grafschaft Kork; derselbe lebte 5 Jahre in Amerika und kehrte im letzten Herbst nach England zurück. Malta, 26. Januar. Das italienische Panzerschiff „Principe Amadeo" ist aus der Rhede von Port-Said auf den Grund gelaufen. New-Hork, 26. Januar. Bei einer gestern in Chicago stattgehabten Socialisten-Versammlung wurden die jüngsten Dynamit-Attentate in London von mehreren Rednern sehr gepriesen und der Gebrauch des Dynamits gegen die besitzenden Klassen anempfohlen. L o k a l e Gieße«, 27. Januar. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sttzung am Donnerstag de« 29. Januar 1885, Nachmittags 4 Uhr. 1. D>e Verbindung des SeltrrsbergS mit den Bahnhöfen. 2. Uebergang über die Oberhesstsche Eisenbahn auf dem Seltersberg. 3. Bildung Der Ersatzcommtssion im Aushcdangsbeztrk Gleßen- 4. Die Quellwasserleitung bett. 5. Anlegung von Flur- und Gewannwegen tm Neufiädter Feld. 6. ' Die Faffung des Stadtbachs in eine Stetnsohle. 7. Verwendung von ChristbäuMchrn. 8. Kostendecretruen. Gietze«, 27. Januar. Unserem Landsmann, dem Herrn Hofkapellmeister Levi tn München, Sohn des Herrn Rabbiner Dr. Levi dahier, Ist eine besonders hohe Auszeichnung zu Theil geworden. Seine Majestät der König von Bayern hat ihm, in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Opern- und Concerl-Direction zu München, sein lebensgroßes Bild mit höchsteigenhändiger Namensunterschrift überreichen laffen. Gieße«, 27. Januar. Der »Gießener Anzeiger- hat schon wiederholt Mit- theilungen über den neu gegründeten Verein hessischer Lehrerinnen gebracht. Der Zweck des Vereins wird daher den Lesern im Allgemeinen bekannt sein. Für die- lenigen, welche nach einer geraueren Definition desselben verlangen, sei der erste Paragraph der Veretnsstatuten hergesetzt. Dieser Paragraph lautet: Der Verein hat zum Zweck, Lehrerinnen, welche stellenlos, erholungsbedürftig oder krank sind, oder solchen, welche ausgedient haben, eine Stätte zum vorübergehenden oder dauernden Aufenthalte darzubieten. Sein Bestreben ist deshalb dahin gerichttt: *. ein Heim zu gründen an einem Orte in gesunder Lage, der Post-, Eisenbahrr- unb Telegraphenverbindung besitz!, wo stellenlose, erholungsbedürftige oder kranke Lehrerinnen, welche ordentliche Mitglieder des Vereins sind, unter erleichterten Bedingungen Wohnung und Verpflegung finden; d. sobald die Existenz der Anstalt hinlänglich gesichert ist (worüber die Generalversammlung zu entscheiden hat), ausgedienten Lehrerinnen ein dauerndes Heim zu bieten; o. vortheilhafte Bedingungen für den Aufenthalt ber ordentlichen Mitglieder an Kur, und Badeorten zu gewinnen. In den nächsten Tagen wird eine Liste circulire-r und denjenigen Bewohnern unserer Stadt, welche sich für die Sache intereffiren, Gelegenheit geben, sich entweder als ordentliche Mitglieder (d. h. Lehrerinnen mit einem jährlichen Beitrage von 6 X) oder außerordentliche, mit einem solchen von beliebiger Höhe, einzuzeichnen. Später sollen dann säwmtliche hiesige Mitglieder des Vereins zu einer Generalversammlung etnberufen werden. Einstweilen theilen wir den Bericht mit, den der Vorstand des Vereins hessischer Lehrerinnen am Ende des vorigen Jahres erstattet bat. Der Bericht laufet: Verein hessischer Lehrerinnen. Seit der am 19. November abgehaltenen Generalversammlung unseres jungen BeretnS machte sich eine auch weitere Kreise berührende rege Theilnahme für denselben bemerkbar, welche nicht bloß eine größere Zahl von Neumstdungen, sondern auch, hier in Darmstadt wenigstens, noch in anderer Beziehung höchst schätzenswerthe Erfolge eintrua. Muß es uns doch zunächst und vor Allem darauf ankommen, uns die zur Errichtung und Erhaltung eines .Heimes" nothwendigen Mittel zu erwerben! Selbstoe'ständlich müffcn die Lehrerinnen selbst durch allgemeine Be- theiligung am Verein nach Kräften für eine Einnahmequelle sorgen, die nieverfiegr auf die also unter allen Umständen zu rechnen 'ft. Doch würde etne auZiLlicßl ch auf die Beiträge ber Lehrerinnen beschränkte Einnahme die Gründung etn<8 Heimes erst Nach langen Jabr n ermöglichen. Um so banfenßmertber und, fügen wir hinzu, um so m«chr zu- Nachachtu- g auch in btn andertn Städten deS Großherzogtbums zu empfrhl n ist es, durch Concerie, Vorträge rc. die tn der Regel nur einer Anregung debüttrnde Therlnahme vieler aufzurufen, wie es hier mit dem besten Erfolge geschehen ist. Fräulein Müller veranstaltete unter Mitwirkung von Frau Lilli WolfS- kehl zum Besten des L hrerinncnvereins ein Conc-rt ihrer Gesangschule, welche« überaus zahlreich aus der gewähltesten Gesellschaft besucht, nicht nur durch treffl.che Leistungen der genannten Schulanstalt zur höchsten Ehre gereichte, sondern auch unfertn Vereine die Summe von 500 «X cintrug. Möchten die beiden Damen der rühmlichen Nachfolge tn den andern Städten HesirnS ebenso sicher sein wie unsercS aufrichtige« DanktS für chr edelwüthigks Bemühen. In ber am 6. December hier adgehaltrnen ersten Vorstandssitzung wurde un8 ein übe, aus gnädiges Schreiben Sr. Königlichen Hoheit des Großberzo.s mitgetheilt, tn welchem neben einer wahrhaft fürstlichen Gabe für unfern Verein auch für die Zukunft daS lebhast.fte Interesse für die Ziele, die wir und gesteckt haben, zugesagt wurde. Auch Ihre Königlich- Hoheit die Frau P.tnzessin Karl, sowie andere Mitglieder des Großherzogl chen Hauses habendem Verein bereits das freundlichste Jnterefie bewiesen und namhafte Gaben übermittelt. DoS inzwischen nach den Beschlüssen vom 19. November umgestaltste D-re«nS- statut, nebst einem von dm um Aufnahme in den Verein Nachsuchenden aukzufüller.de« 5ormular, mürbe sofort gedruckt und dann an die Vertreter des Vereins versandt. Ebenso werden dermalen Formulare von EmzeichnungSliften für ordentliche und auße. ordentliche Mitglieder hergestellt, um nach Weihnachten an die LocalcomitLS geschickt zu werden. Von wesentlichem Nutzen würde die alsbaldige Bildung von solchen Local- comit<5 tn den Städten deS Landes fein und wtt bitten unsere Freunde und VeremS- mitglteber in Götzen, Mainz und WormS, j.tzt schon sich unter einander verständigen zu wollen, damit zur rechten Zeit zur Organisation der dortigen ComitSS gsschritte» werden kann, wie vies in Offenbach und hier schon geschi-hen Ist. Schli.ßlich theilen wir noch mit, daß ber aus 9 M tgliedern bestehende Vorstand des Vereins hessischer Lehrerinnen die seitherigen, prov sorischen Beamten nun defin-ttv mit Führung ihrer Aemter betraut hat. Demnach ist Stadtpfarrer Pfnorr Vorsitzender, Frau Otto WolfSkehl P Ssidentin, LandgerichtSrath Dr. K. Zimmer- mann Schriftführer, Fräulein K- Streb (Lehrerin) Schriftführerin, Fräulein CH. Wider wird nach wie vor die Güte haben, die Kaffe zu verwalten. Darmstadt, im Dccember 1884. ' Der Vorstand des Vereins hessischer Lehrerinnen. Gingelarrdt. Gietze«, 27. Januar. Sowohl diese wie verschiedene auswärtige Blätter haben sich tn den letzte« Tagen mit der Thatsache beschäfttgt, daß ein- große Anzahl hiesiger Einwohner, denen sich eine fast gleich große cu8 den benachbarten Otten angeschlossrn, bet dem Stadt- raihe in zwei verschiedenen Eingaben dahin vorstellig geworden sind, den Straßen- verhaltnissm auf dem Seltersberg und den angrenzenden Stadttheilen besondere Fül- sorge angedeihen zu lassen. — ES werden Mißstände geschildert, die hier schon seit Jahr und Tag bestehen und wohl kaum noch ihres Gleichen im In- und AuSlande finden dürften rc. rc. Insofern hiermit die Abstellung dieser wohl von jedem Kundigen alS „höchst gefährlich- bezeichneten Mißstände bet dem Stadtrathe mottvirt wird, sind wir voll und ganz einverstanden. Aber damit, daß die Eingaben, wie aus dem Eingesandt in Nr. 12 ber „Oderh. Nachr." heroorzugehen scheint, schließlich doch nur in ihrer Hauptsache bezwecken, bet der bekannten Hartnäckigkeit der Bahnverwaltungen, die tn erster Linie alS die Schuldigen angesehen wrrdm, energisches Vorgehen des StadtrathS gegen oiese Bahnverwaltungen in Scme^u srtzen — begibt man sich auf ein bedenkliches Feld, infoferne eS den Anschein gewinnt, alS wäre die Stadt frei von jeder Verpflichtung zu sprechen, wenn es ihr nicht gelingt, die Bahnverwaltungcn zur Btteitigung dec de- rührten gefäbrltchen Zustände zu veranlassen. Wir können diese in ber That auffallende Rechtsanschauung nicht theilen, denn einmal haben die Bewohner der Frankfurter und der angrenzenden Straßen alS solche an die Bahnverwaltungen keinerlei Ansprüche, virlmehr habm sie diese nur an die Stadt, der die Pflicht obliegt, denjenigen Stadttheilen, welche sehr verkehrsreich und länger bewohnt sind, als die ^schuldigend Bahnen existircn, für genügende und ohne Gefahr zu passtrende Wege zu sorgen. Hat man z. Z. bei den Bahndamm nicht west genug gelickt, bann hat man auch hintennach die Folgen zu tragen, die Bewohner deS SeltersbergS und die übrigen Interessenten aber ntdbt, da sie selbst kein Veto einlegen konnten und ihr wohlbegrÜndetts Recht auf eine gefahrlose Passage nicht pceisgegebcn haben. — Unserer Ansicht nach haben wir, unbekümmert um daS VerhSttniß ber Stadt zu den Bahnen, nur die Stadt als uns gegenüber verpflichtet anzusehen und nur von dieser Hülse zu verlangen — ganz gleichgültig, ob btt Bahnen entgegenkommend sind oder nicht, ob Rechtsansprüche der Stadt an diese bestehen oder ob solche nicht bestchen; die Rechtsansprüche ber Bewohncrcher beschwerdeführendm Stadtthttle aber werden hierdurch nicht im Mindesten altcrirt. In der ersten Eingabe an die Stadtverordneten wird ferner eine Verbindung deS oberen ThetlS der Frankfurter Straße und der WilhelmSstraße mit den Bahnhöfen beantragt. Die Motive zu diesem Anträge sind wcher in dem Eingesandt in Nr. 12 der „Oberh. Nachr." noch in den auswärtigen Zeitungen enthalten, welche dm beregten Straßenverhältnissen tm Allgemeinen eine Besprechung gewidmet haben. Die Zweckmäßigkeit wie verhältnißmäßig billige Ausführung einer directen Verbindung der bc- treffenden Straßen mit den Bahnhöfen erscheint wohl unbestritten und die Lösung auch dieser Frage wird sich nicht mehr verschieben laffen. DaS schon oft aufgetauchte und hier wieder erneuerte Projekt, einen araden Weg durch die projectirte Stroßs zwischen der Wenzrl'schen und Ackermann'schen B.sitzung nach den Bahnhöftn in der Weise zn schaffen, daß die Obürhesi. Bahn in ber Richtung noch dem Hotel Lenz zu für Fußgänger Überbrückt wird, kann daher nur dringend empfohlen werden. Die Kosten können in Anbetracht der genügend hohen Böschungen auf beiden Seiten nicht besonders groß sein. Wir hoffen im Interesse der Verwirklichung der vorliegenden Anträge, daß sich jetzt bald allseitig die Einsicht Bahn gebrochen, daß endlich auch für den SelterSberg und die angrenzenden Staditheile die besondere väterliche Fürsorge ber Herren Stadtverordneten dringend von Nöthen ist. Und in diesem Sinne zu wirken, möchte nochmals jedem Interessenten angelegentlich empfohlen werden. Herrde^ urrd Bekehr. „ Zauuar. Auf dem heutigen Markt kosteten Butter per Pfund ^. 0.80-0.90 Hühnereier pr. Stuck 7-8 Käse St. 4-8 < Käsematte 2-3 Erosen pr. Liter 20 Lmsen 26 Tauben per Vaar 1,00-0 00 Hübner ver Stück cX 1.30—1.50, Hahnen pr. Stück 1.50—2.40,' Enten per Stücks 2.00—2 50 Ganse per Pfund 50-60 Welsche X 0.00-00.00, Ochsenfleisch per Pftmd 6»-^ % Kuh- und Rrndfleisch o4-6ü Schweinefleisch 50-60 H, Hammelfleiich Kalbfletfch v0—54 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.50—4.50, Milch ver Lrter 12—16 Zwrebeln per Ctt. X 4.00-0.00, Weißkraut pr. Stück 4—7 H _ ^^^/^treide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 17,50-17 25 fremder 17,50-19.00, Roggen eff. hies. 15,00-16.00. fremder v*L ^o,2r>—16,25, Gerste effectio hiesige und Wetterauer -3L 17,50—18,50, fremde JL 18,50—20,00, Hafer eff. hies. X 14,00—14,50 fremder «X 14,50—15 00 Rüböl eff. ohne Faß hies. in Partbien von 50 Ctr. JL 30,00. Branntwein eff. ohne Faß X 39. Franks u r t, 26 Januar. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trreben waren 326 Ochsen, ca. 15 Bullen, ca. 266 Kühe und Rinder, ca. 258 Kälber Die Preffe stellten sich: Ochsen 1. Qual JL 66—68, 2. Qual. X 60—64, .Kühe und Rlnder l. Oual. ^L 55—58, 2. Qual. X 45-50, Kälber 1. Qual. 65-00, 2. Qual. X 50—55 per 100 Pfund Schlachtgewicht. erlnnen. l. 3anuat. 6 In bcn ElNlvohner, bcnei ött dem Statt« b, btn Strahm- n btfonbtre Fülle feier schon fett - unb Bullanbt n aI8 „höchst gr» inb wtt voll und gesanbt In Nr. 12 Ihrer Hauptsache ie In erster ßm'.t •atfeS kkgea ouü ikbcnkllchkL $db, itt VrrpPchwvi MM» btt bc ildfet tfedlen, beon öttahrn alS solche diese nur an die verkehrsreich unb nügenbe unb ohne inbflutm nicht veil btt Ntlvohner be« kein Velo einlegen nicht prelSgegebiN daS Verhältmß her jtet anjufcfeen unb Bahnen entgegen' checi ober ob solche irtnben Stabtlhe le x eine Verbinbm nit btn Bafenhöie« igesanbt In Nr- l> otlche dm beregten jerbinbunfl der be« nb btt Lösung au» fl aufgetauchte uvd lt Straft«I »I»W HSsm in ®T I (bei m sük b« Di- ItennW d-l°-d»' , grnfrfigt, boB Ü?d"s-«S !d-r w«Ä mitte ®* »‘Äs *m(8 5 iS; Ä» *IW' Stou, «ras «.aa “ Elchen Loul, bt unb Veieivs, nff^Dttßranblflen n^3 geschritten l^enbt Vorsta,^ !en nun befin.-hi «tnorr Vor, r‘ J Slntmer, jaulen tun. , M-7-A ^eal3?nhn-r ?er J'rA^2'50; ?W>' „ Mcttcr^ 'e^eri6ü0. irE MMokO p-eiibe ff. * b6 w. »rkb-f°SE ter. c?Vtüüi Holzverstcigerung iw GieHener Ttadtwald. Montag den 2. Februar 1885, von Vormittag- 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Ameisen köpf und Bannwald nachverzeichnete» Holz versteigert werden: A. Brennholz. Schetth. Prüaelh. Ltockh. «eish. Rmtr. Rmtr. Ruitr. Wellen Sichen 40,9 60 50 2190 Nadel - 8,5 9,8 4580 B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 62 Fichtenstamme mit 19 Festm-, 2120 Fichtenftangen mit 92,46 „ Die Zusammenkunft ist an der Strang-wiese. Gießen, den 27. Januar 1885. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 608 A. Bramm. Die Unterhaltung sämmtlicher Dächer der Bahnstrecke Marburg (excl. Bahnhof)—Gießen (incl. Bahnhof) soll in öffentlicher Submission vergeben werden. Offerten sind verschloßen und frei bi- zum 546 4 Februar er , Vormittags 11 Uhr, aus dem Bureau Königlicher Eisenbahn »Bau-In spection tu Marburg einzureichen. Maffenverzeichniß und Bedingungen sind auf dem vorgenannten Bureau einzusehen und können auch gegen Einsendung von 0,75 «X bezogen werden- Die Formulare zu den Offerten werden daselbst abgegeben. Marburg, den 21. Januar 1885. König!. Äsenbahn-Bau-Jnspection. Hotzverfleigerung in der-Oberförsterei Krofdorf. Montag, 2. Februar, 9 Uhr, zu tfrofborf bei Wirth .Mahlert, aus Schutzbezirk Salzböden, Distr. Wiescln- betfl 76, (»idictt: 266 Baustämmc u. zu Grubenbolz 1 , II. u. HL Classe mit einem Mesammt-Inb- von 127 im, 33 rtn Klafternutzbolz zu Eisenbahnschwellen u. Grubenholz, 24 mi Scheit, 15 rm Knüppel, 9,5 rm Stockholz, 1 rm Späne, 425 rm Reiser; Buchen: 12 rm Klasternutzbolz (Felgen), tll rm Scheit, 24 rm Stammknüvpel, 3 rm Astknüvpel, 2 rm Stockholz, 585 rm Stammrciser, 515 rm Astreiser. Krosdor», den 26. Januar 1885. 601 Muller, König!- Oberförster. Holzverkauf. Samstag den 31. d. M., von 2 Uhr ad, wird im (>iem.-Hause zu Sinzcnbach an- d. dort. Gem.-Walde versteigert: Stämme: 22 Eichen III/IV. El. — 6,65 Fstm., 3 Fichten IV. El- — 0,44 Fstm. Derbholz: 37 Rur. Eichen, 2 Fichten; Steiferr 93 Rm. lange Fichten, 331 Rm. gemischte, (Siufter: 116 Rm. Erofdorf, den 25. Januar 1885- 620 Da- Bürgermeisteramt. Holzverkauf. Montag -en 2. Februar er., von 2 Uhr ad, wird im dies. Gem.-Hause a d. «rofdorf-^leiberger Gem.-Walde, Diftr. Steinbusch, Giäuvald Wettcrberg, icrfteigcrt: Derbholz Rm-: 107 Buchen' 2 Eichen. 119 Rade'.b.: Reiser Rm.: 2100 Buchen, Eichen, Radelb Nutzholz Rm-: 4 Radclb.: Stangen: 6u Stck. Eicken 3. Kl-: Stämme. 4 Fickken 4. Kl. Erofdorf, den 26 Januar is85. 621 Da- Bürgermeisteramt. Allgemeiner Anzeiger. Einträge rum Gcnossknschssls-Ucgistcr unlkrzcichnelrn förridjts. 1) Inhaltlich vorgelegten Statuts vom 29. December 1884 hat sich in Wiefeck unter der Firma „Spar- und Leibkaffe Wiefeck, eiagetr. Genossenschaft^ aus unbestimmte Zeit ein Verein zum Zweck gegenseitiger Beschaffung der in Gewerbe und Landwirthschast nöihigen Geldmittel aus gemeinschaftlichen Credit gebildet. Der Vorstand de- Vereins, dermalen bestehend: aus dem Vorsitzenden Heinrich Nau 111., dem Rechner Heinrich Lang und dem Controleur Karl Kümmel zu Wiefeck, vertritt denselben gerichtlich und außergerichtlich und zeicknet für denselben, indem die Zeichnenden zu der Firma des Vereins ihre Ramensunterschrift hinzusügen. Rechtsverbindlich für den Verein — Dritten gegenüber — ist die Zeichnung nur dann, wenn sie mindestens durch zwei Vorstandsmitglieder erfolgt ist. Bekanntmachungen des Vereins werden im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht. 2) In Lollar wurde lt. Statuts vom 13. December 1884 unter der Firma „Spar- und Vorschuß Verein in Lollar, e. G." für unbestimmte Zeitdauer ein Verein gegründet, welcher einerseits wenig Bemittelten Gelegenheit geben will, Ersparnisse sicher und zinstragend anzutegen, andererseits denjenigen, welche zunt Betriebe ihres Ackerbaues oder Gewerbes rc. Kapitalien aufzunehmen genöthigt sind, verzinsliche Vorschüsse zu gewähren, die in möglichst kleinen Raten abgetragen werden können. Der Verein wird durch seinen Vorstand, welcher derzeitig aus dem Director Heinrich Fuchs II., dem Rechner Karl Geißler und dem Controleur Ludwig Seipp IV. zu Lollar besteht, vertreten. Diese Vorstandsmitglieder zeichnen für den Verein in der hinsichtlich der Spar- und Leihkasse Wiefeck bemerften Weise mit derselben rechtlichen Wirkung- die Bekanntmachungen erfolgen im „Gießener Anzeiger". 3) Der in Staufenberg unter der Firma: „Spar- und Vorschuß-Verein Staufenberg" gegründete Verein dient inhaltlich seines Statuts vorn 28. December 1884 demselben Zwecke, wie der unter Nr. 2 erwähnte Verein und wird von dem Vorstand vertreten, welcher dermalen aus dem Director Ludwig Geißler VII., dem Rechner Heinrich Benzler und dem Controleur Ludwig Kraft Hl zu Staufenberg besteht. Dieselben zeichnen für den Verein in derselben Weise und mit derselben rechtlichen Wirkung, wie dies hinsichtlich der Spar- und Leihkasse Wiefeck angegeben wurde; die Bekanntmachungen erfolgen gleichfalls im „Gießener Anzeiger". Die Mitglieder-Verzeichnisse liegen in der Gerichtsschreiberei unterzeichneten Gerichts acht Tage lang zur Einsicht offen. Gießen, den 23. Januar 1885. Kroßherzogliches Amtsgericht Gießen. Müller. 613 Bekaimlmachrmg. Die Schulgelder für die höhere und erweiterte Mädchenschule, sowie für die Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro III. Quartal 1884/85 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden. Das Schulgeld beträgt von einem Kind: a. für die höhere Mädchenschule: 1. in der Klasse I und II = 18 Jl. b. für die erweiterte Mädchenschule 10 Mk. Bei dem Besuche dieser beiden Schulen durch mehrere Kinder derselben Eltern ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind auf zwei Drittel, für das dritte und jedes folgende auf die Hältte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden Betrages. c. für die Stadtknaben- und Stadtmädchen-Schnle 1 Mk. Bei dem Besuche dieser Schulen durch mehrere Kinder derselben Eltern ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind auf drei Viertel, für das dritte und jedes folgende auf die Hälfte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden Betrages. 'Gießen, den 24. Januar 1885. Der Stadtrentmeister: 558 Ender». Der den Röffer'schcu Kindern zu Kirchners gehörige neu-rbaute Hof nebst ca. 100 Kasseler Acker Land u. Wiesen, 2 Gemeinde - Rutzungs - Au- theileu, fämmtl. Immobilien mit Schiff und Geschirr, sowie Halden Gerechtsamen einer Dreschmaschine, soll freiwillig meistbietend versteigert werden und ertheilen nähere Auskunft die Meger Gerhard unb Luh 409 Kirchvers. Cokes. Gegenwärtiger Preis in der Gasfabrik: Ttüekcokes .........Mk. —.95 pr. Gtr, Nnßcokes für Stuüenheijung. zerkleinert „ 1.05 „ Der Transport an das Haus erfolgt von der Gasfabrik aus bei Abnahme von mindestens 5 Ceutner, von Herrn <£mi£ Pistor auch in kleineren Quantitäten. ___________8__ Kaffee, Zucker, Thee, Choeolade u. Cacao sowie sämmtlicke Colonialwaarcn empfiehlt billigst 175 C. Roth, am Lindknplatz. Seisgcßc>U'ncs. Neu! Vergissmeinnicht. Neu! Neueste», hochfeines, nachhaltige» Parfum compose h Fl. Mk 1. —, Mk 1.25 und Mk. 1.50 bei Carl Nehwaab 59» Bett federn, Daunen und Rosshaare bester Qualität, empfiehlt zu billigen Preisen 605 _____«Herrn. Ang. Müller. Ein Jassklochs IVr Jahr alt l Berner Race), zur Zuckt tauglich, stkbt zum Verkauf bei 003 X^einr. 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Januar 1885. 611 i Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehaus (Caf£ Leib) aus statt. am Montag Vormittag 11 Uhr nach kurzem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen« Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige hiermit die traurige Nachricht, dass es dem Allmächtigen gefallen hat, unsere unvergessliche Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin Freitag den 30. Januar 1. J. Versteigert der Unterzeichnete gegen Baarzahlung: 1. VormitragS 10 Uhr im Lager des Herrn W. Th. Wittlich — Sandgaffe, Löber's Hof — einige Faß Branntwein, als: Frucht, Kümmel, Bitter, Zrvetfchen, Kirschen, Pomeranzen, Cognac; 2 Körbe Tapezierleim, eine Quantität gelbe Fadennudeln, amerik. Apfelspalten, Zwerschen, Bohnen, Erbsen, Grünkorn, Gerste, Soda, einige Centner Zwiebeln, eine Deeiwal- waage und einen großen Kaffeebrenner. II. Nachmittags 2 Uhr in meinem Bureau: eine Quantität Garn (Wolle), 1000 Cigarren, einige Flaschen Punschessenz, Rum, Cognac, Bordeaux, 1 Büchse Thee, 3 Waagen und 2 große Kaffeebüchsen. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Geissler, tzlg Großh. Gerichtsvollzieher. Seidensammete und Baumwollenfammete in vorzüglichen billigsten Preisen 483 Qualitäten empfiehlt zu A. Fangmann. Wermielhungen. 622 Ein Logis von 3 Zimmern mit Zubch-r pc. s°f°rt 3u »ermut^ 614 Die seither von Herrn Aoanst Will innegehabte Wohnung auf bem Lahnstein {ft yom 6. 1883 ab anderweitig zu vermietben. Georg Philipp Gail. 612 üßeqen Weazua her Frau ff er« dinand Jung ist d-r mtttle« Stodt meines Hauses, bestehend aus 7 Zuumern, 2 Kabinetten, Küche und allem Zubehör, pr. 1- Mai anderweitig zu vermiethen. E. Drande^Wwe., Frankfurterftr. 43. "'M-ehTßögiT von 3—4 Zimmern mit Gartenantheil zu vermiethen bei 3ufi. Unverzagt, Stemstraße. 70 DieParterre-Wohnung in meinem «nlln bestehend aus 7 Zimmern mit Zu- Ä ist, per 1. April 1885 beziehbar, zu S^^atzenstein,Wilhelmstr. Nr. 1. —32O'$)k von Herrn Nechtsanwalt Katz iu der Stadt Cassel bewohnten Zrmmer sind per 15. März m vermiethen. Näheres bei W. Katz im Darmstadter^Haus^^ 374 jMeines Familienlogis zu- vermieden.__Fl5nkfurterstr^03.^ -383^ Zwei nach der Straße gehende geräumige Zimmer im 1- Stock lunmoblirt) er 1 April zu vermiethen bei pT’ v Bürstenmacher Winter. "386 Zwei wimmer, auf Wunsch mit Küche k? an eine Dame zu oermirtbert non l/l • 523 Mansardenwohnung vom !5. März an zu vermiethen. «Eh. Weber, Grünbergerstr. 43. "570 Ein freundl- Familienlogis im Hw'°rh°us° zu »ermi 325 Möblirtes Zimmer zu vermiethem Schillerstraße 5 II. "" Lndwigsplatz 5 3. Stock, 6 schöne Zimmer, Veranda, Badezimmer, 2 Mansarden rc., alle Bequemlichkeit, schöner Garten, pr. 1- Julr HNßvermiethen-__ 444 Ein Familienlogis mit allem Zubehör zu öermL Jacob Dörr, Mühlgasse. 130 Ein Logis von 2 Zimmern, Cabi- net u. s. w- ist auf sofort zu vermiethen. Gg. Möhl, Bahnhofstraße 26. 359 Vier gut möblirte Zimmer ineinandergehend oder getrennt, pr. 1. Februar zu vermiethen. C. Dtückrath, Wallthorstraße 21. 497 Ein Logis auf 1. März zu oer; miethen. Heinrich Ttühler, Wolfftr. 16. 32 Der seither von Herrn Wolf Katz bewohnte Laben mit LogiS ist pr. 1. April 1885 anderweitig zu vermiethen. __L. Textor, im Darmstädter_Haus.__ 129 Der seither von Herrn Hainbach bewohnte Laben mit oder ohne Ladeneinrichtung nebst Logis ist bis zum 1. Juni anderweitig zu vermiethen. __Gg. Möhl, Bahnhofstraße 26. 244 Der Möller'sche Laben mit Logis, event. auch bas ganze Hans, Sonnenstraße 23, ist per 1. April zn vermiethen. Näheres bei Ii. Fuhr, Sonnenstraße 25. Vermischte Anzeigen. 617 Ein schw- Schleier verloren in der Nähe der Klinik- Abzugebcn in der Exped. d. Bl._______ Pferdeknecht mit guten Zeugnissen gesucht. 61_5_________________Lahnstraße 11. 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