Freitag dm 27. November L8ZS Nr. 277. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Brei- vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Erscheint tätlich mit Ausnahme des MontagS. ©Uttau t Schul'Krahe 7. Betreffend: Volkszählung im Jahre 1885. )tl Betreffend: Das Unfallversicherungsgesetz, hier die Steinbruchsberufsgenoffeuschaft. Gießen, am 24. November 1885. M an. Mittwoch den S. December 1885, Nachmittags 3 Uhr, findet in öffentlicher Sitzung in unserem Saale Nr. 18 die AuSloosung arantirt . Müller. Anzeigen. öfl von NkN- unü We. f 3M ItiM« ^sitzender; aufman«, ■er; Pull- 8362 der Schöffen für das Jahr 1886 statt. Gießen, am 19. November 1885. 'eilscheink von n haben, daß Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. Spanien. Madrid, 24. Novbr. Der König ist heute früh unter diphtheritis- mUgen Erscheirungen erkrankt. Die Mitglieder der königlichen Familie, die Minister und Aerzte begaben sich deshalb nach dem Pardo. Es wurden öfter t* liche Fürbitten angeordnet. Nach den letzten Depeschen ist eine merkliche Besserung in dem Befinden des Königs eingetreten. Gegenwärtig findet ein Ministerrath statt. Martinez Campos hat sich nach dem Pardo begeben. Zlußland. Petersburg, 25. November. Die „Neue Zrit" und die „Deutsche Petersb. Zeitung- bringen Artikel, in denen sie dem Fürsten von Bulgarien rathen, sich von seinen Erfolgen nicht allzusehr hinreißen zu lassen und den Krieg nicht auf serbisches Gebiet zu übertragen. Das erstere Journal anerkennt, daß Fürst Alexander vom militärischen Standpunkte aus sogar berechtigt gewesen sei, den Wasfenstillstand abzulehnen, solange Bulgarien vom Feinde nicht gänzlich gesäubert worden, und spricht sich selbst für eine vorübergehende Besetzung eines kleinen serbischen Gebietstheils zur Befriedigung der bulgarischen Waffenehre aus; ein Einmarsch jedoch in das Land, der sich bis Risch erstrecken würde, könnte den Bulgaren die Früchte ihrer Siege rauben, da die Serben ihren häuslichen Heerd besser vertheidigen dürsten, als sie sich beim Einfall in fremdes Gebiet geschlagen haben; überdies sei nicht außer Acht zu lassen, daß General Leschjanin nach Süden marschire und die Schumadja- und Morawa- Division, wenn auch in kritischer Lage, so doch nicht vernichtet seien. Die „Deutsche Petersb. Zeitung" sagt, die Fortsetzung des Krieges könne für Bulgarien selbst beim glücklichsten Ausgange keinen materiellen Gewinn haben, wohl aber könnte man, wenn der Fürst von Bulgarien jetzt die Möglichkeit eines ehrenvollen Friedens ausschlüge, demselben den Vorwurf machen, daß er die Interessen des Landes zu Gunsten persönlicher aufopfere, wie dies seinem Gegner geschehen sei. Die Zeitung fordert zur Hülfe für die im Kriege Verwundeten, deren dieselben dringend bedürfen, auf. Serbien. Belgrad, 25. November. Gestern und heute fanden um die serbische Position vor Pirot Kämpfe statt, in denen die Bulgaren zurückgeworfen wurden. Dieselben erneuern ihren Angriff. Die serbische Armee ist durch den Abmarsch des aus. geübten Soldaten bestehenden zweiten Aufgebots auf 55,000 Mann verstärkt. Dien-tag bett 1. December findet im ganzen Deutschen Reiche eine Volkszählung statt. Die Zählungscommissionen werden in den Tagen vom 28.—30. November jeder Haushaltung einen Zählbrief mit so viel Zählkarten zukommen lassen, als in der Nacht vom 30. November auf den 1. December voraussichtlich Personen in dem Haushalte sich aufhalten oder nur vorübergehend aus demselben abwesend sein werden. Bei der hohen wiffen- schastlichen Bedeutung, welche eine genaue Feststellung der Zu- und Abnahme der Bevölkerung in den einzelnen Staaten und Gemeinden hat, sowie bei der unmittelbar practischen Bedeutung der Bevölkerungszahlen zur Berechnung der Mitglieder der Gemeinde-, Kreis- und Provinzialverwaltung, zur Abgrenzung der Wahlbezirke und zur Vertheilung der Schöffen und Geschworenen auf die einzelnen Gerichtsbezirke wird an alle Haushaltungsvorstände das dringende Ersuchen gerichtet, sich mit der Anleitung zu einer richtigen Ausfüllung von Zählbrief und Zählkarten, welche dem Zählbrief ausgedruckt ist, alsbald vertraut zu machen und die Einträge in dieselben mit der größten Gewiffenhaftigkeit zu vollziehen. Im Zweifelsfalle sind die Mitglieder der Zählungscommission und die Zähler zur Auskunftserthellung bereit. Die Einsammlung von Brief und Karten erfolgt am 1. December Nachmittags und am 2. December. Die Haushaltungsvorstände werden ersucht, für richtige Zustellung an die einssmmelnden Zähler Vorkehrung zu treffen. Gießen, am 25. November 1885. GroßherzoqlicheS KreiSamt Gießen. Dr. Boekmann. SS- Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden deS KreiseS. Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft umfaßt u. A. folgende Industriezweige: Braunkohlengruben, Braunsteingruben, Briquettfabrikanten, Farberde, Kalkbrenner, Kalkbrüche, Kiesgrubeü, Manganerzgruben, Mörtelfabrikanten, Ockergruben, Ockerschlämmereien, Sandgruben, Sandschöpser, Steinbrecher und Steinbrüche. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 21. und 23. l. M. (Anzeiger Nr. 275 vom 24. und 25. l. M.) beauftragen wir Sie, die in Ihren Gemeinden befindlichen versicherungspflichtigen Unternehmer der fraglichen Betriebe, welche mit ihren Anmeldungen noch im Rückstände sind, aufzufordern, solches bei Meldung einer Geldstrafe von 100 Jt. binnen einer Woche in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise nachzuholen. Der Befolg ist anzuzeigen, resp. ist zu berichten, wenn sich kein solcher Betrieb in der Gemeinde befindet. Wir finden nichts dabei zu innern, wenn Sie die Ihnen durch gege'll Artige Verfügung aufgetragene Berichterstattung, sowie die durch die vorerwähnten beiden Ausschreiben ertheilten Auflagen durch Erstattung eines Berichts erledigen, vorausgesetzt, daß dadurch die Uebersichtlichkeit nicht Roth leidet. Dr. Boekmann. »X; i, ■ ^offenen ®t: PW rannte ent'üe Zinsen ! Rechte einer Reichstag. E. R. Berlin, 25. November. Der Reichstag setzte heute die Etatsberathung fort. Abg. Gamp (d. Reichsp.) bekämpfte die gestrigen Ausführungen des Abg. Liebknecht über die Schutzzoll- und Colonialpolitik, die allerdings erst in Zukunft Früchte tragen könne. Ein Mangel an Sparsamkeit in den Etatsaufstellungen ist nicht vorhanden, nur im Postetat scheine eine Verminderung der Ausgaben möglich. Hiergegen verwahrte sich Staatssccretär v. Stephan, der zurKritisirungseiues Etats doch andere Vorkenntnisse beansprucht, als sie deut Abg. Gamp bei seiner kurzen parlamentarischen Thätigkeit eigen sein können. Die Deficits in der Post- und Telegraphenverwaltung, die bei dem Uebcrgang derselben auf das Reich übernommen worden seien, sind nicht nur beseitigt, sondern die Verwaltung, die 1876 8 Mill. Ueberschuß ergab, erziele jetzt 23—24 Mill. Anerkennung beanspruche er nicht, er müsse aber gegen jede Verkennung Front machen. Grade im Verkehr mit anderen Ländern trete der vortheilhaste Stand der Post- und Telegravhen-Verwaltung hervor, obwohl dem Post- etat seit 1876 eine Last von 18 Mill, aufgewälzt worden sei. Dem Redner folgt der Abg. Payer (Volkspartei). Derselbe führte aus: Der Etat Hal auf allen Seiten enttäuscht, alte Steuern sind nicht abgeschafft, wohl aber neue eingeführt. Die fortdauernd steigende Mehrbelastung des Volkes sei, zumal der Wohlstand int Sinken begriffen sei, an ihrer Grenze angekommen, deshalb müssen die Forderungen für Heer und Marine herabgesetzt, aber nicht erhöbt werden; die Wehrkraft braucht darunter nicht zu leiden. 1875 war man ebenso beruhigt, wie heute — und doch konnte der Militär-Etat damals viel geringer sein. Der Marine-Etat sei in unheilvoller Weise mit der Colonialpolitik verquickt worden, für die der starke Zug, der im vorigen Jahre durch das Volk gegangen, heute nicht mehr besteht; trotzdem ist der hierfür gezeichnete Rahmen längst überschritten. Dre deutsche Ration muß die durch die Karolinenfrage geschaffenen Vorgänge tief beklagen; alle die bestandenen freundschaftlichen Beziehungen zu Spanien sind vernichtet. Nachdem noch die Abg. Junggreen (Däne) und Mühleisen (Elsässer) den Standpunkt ihrer Freunde vertreten, schloß die erste Lesung des Etats, dessen wichtigste Theile an die Budget-Commission verwiesen wurde. Dasselbe war der Fall mit dem Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der bestehenden Bestimmungen über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen. Es soll hierdurch u. A. hauptsächlich den Landesregierungen die Befugniß eingeräumt werden, für einzelne Theile oder den ganzen Umfang des Staatsgebietes die Impfung sämmtlicher Rinder in dem Gehöfte oder in der Ortschaft anzuordnen, wo die Lungen- seuche ausgebrochen ist. Nach längeren Ausführungen des Negierungsvertreters, Geh. Rath Köhler, sowie der Abgg. Schreiner, Graf Behr, Staudy, Grohö und Dirichlet wurde dec Entwurf einer Commission von 21 Mitgliedern zur Vorberathung überwiesen. Die nächste Sitzung findet morgen statt. Von den Abgg. Reichensperger und Rinteleu (Ctr.), unterstützt von der ganzen Centrumspartei, ist die Interpellation eingebracht worden, ob es begründet ist, daß die Ausschließung der Jesuiten und der katholischen Missionen überhaupt tu den deutschen überseeischen Schutzgebieten durch die Reichsregierung beschlossen worden ist. Kreuz* 831! Klier, ii heute K urdoolilw • Sötten tbe"! M proch !tne wie Mn $y b» «2* Z fr 7385 tet uns 6o: Witytet« Glichen He,. " ungefähr Aumänien. Bukarest, 25. Novbr. Die Kanonade um Widdin dauerte die ganze Nacht. Heute Morgen um 6 Uhr rückten die Serben in großer Zahl von Smardan und Tatardschyk aus vor und versuchten einen Angriff auf Widdin, wurden aber nach einem dreistündigen Kampfe zurückgeschlagen. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Eorrespondenz - Burearr. Berlin, 25. November. Fürst Bismarck ist heute Nachmittag 4 Uhr 35 Min. hier eingetroffen. Madrid, 25. November. Die aus dem Pardo von gestern Nachmittag 3 Uhr mib Abends 6*/r Uhr eingegangeneu Nachrichten melden, daß der Zustand des Königs ein wenig besser ist. Madrid, 25. November. Die gcsammte Garnison ist in den Kasernen consignirt; die Minister haben sich nach dem Pardo begeben mit Ausnahme des Ministerpräsidenten Canovas del Castillo und des Kriegsniinisters, welche hier geblieben sind. London, 25. November. Ein heute Nachmittag dem englischen auswärtigen Amte aus Madrid zugegangenes Telegramm meldet, daß König Alphonso von Spanien heute Morgen V 'ihr an frr Dyffenterie beschleunigter Schwindsucht gestorben sei. London, 25. November. Die „Times" enthält folgende gänzlich unbeglaubigte Sensationsnachrichten: König Milan habe beschlossen, abzudanken. Seine Freunde und Anhänger, im Auslande wie im Inlands, bemühten sich, die Thronfolge seinem Sohne, wenn thunlich, unter der Regentschaft der Königin zu sichern. Der König sei aber entschlossen, sich mit seiner ganzen Familie wahrscheinlich nach Frankreich zurückzuziehen. Behufs Verhinderung einer Thronbesteigung des Fürsten Peter Karageorge- witsch sei die Besetzung Serbiens von Seiten Oesterreichs bevorstehend. Belgrad, 25. November. Die Vertreter der Mächte überreichten gestern dem Minister des Auswärtigen, Garaschanin, eine Note, in welcher sie ihm die Ueherein- stimmung der Cabinete im Hinblick auf das Aufhören des brudermörderischen Kampfes Zur Kenntniß brachten und verlangten, die serbische Regierung möge ihre diesbezügliche Entschließung mittheilen. In Beantwortung dieser More kündigte Garaschanin an, der König habe soeben befohlen, die Feindseligkeiten einzustellen und haben die serbischen Befehlshaber Ordre erhalten, diese Entschließung den ihnen gegenüberstehendew bul- garischen Eommandanten zur Kenntniß zu bringen. _____________- König Alfons von Spanien -f-. lieber London geht uns die Nachricht zu, daß der schwer erkrankte König von Spanien gestern früh gestorben ist. Alfons XII. war am 28. November 1857 geboren, würde also am nächsten Samstage erst 28 Jahre alt geworden sein. Er war bei-- einzige Sohn der Königin Isabella II. und des damaligen Jnfanten Franz von Assisi. Illach dem durch die September-Revolution von 1868 erfolgten Sturze der spanisch-bour- bonischen Dynastie mußten die Eltern Spanien verlassen. Alfons erhielt bis,1874 feine wissenschaftliche Bildung in der theresianischen Akademie zu Wien, worauf er die Militärschule zu Sandhurst in England bezog. Da Isabella II. bereits im Sommer 1870 zu Gunsten ihres Sohnes auf den spanischen Thron verzichtet hatte, erklärte sich Alfons, nachdem er bei Beginn seines 18. Lebensjahres als großjährig proklamirt worden, durch Manifest vom 1. Dezember 1874 für den einzigen Repräsentanten des monarchischen Rechts in Spanien. König Amadeus hatte bereits am 11. Februar 1873 die spanische Krone niedergelegt, worauf sich eine repllblikantsche Regierung bildete. Aber schon am 29. Dezember 1874 proklamirte General Martinez Campos den Sohn Jsabellens als König Alfons XII. von Spanien. Dieser landete am 9. Januar 1875 in Barcelona; am 14. hielt er seinen Einzug in Madrid und die Cortes machten eine neue Verfassung. Im folgenden Jahre gelang es, die Karlisten aus Spanien zu treiben und damit die langen und erbitterten Kämpfe mit denselben zu beendigen. AÜopL vermählte sich am 23. Januar 1873 mit Maria de las Mercedes, der dritten Tckhter des Herzogs von Montpensier, die aber schon im Juni starb. Zum zweiten Mal vermählte sich der König am 29. November 1879 mit der Erbherzogin Maria Christina von Oesterreich; aus dieser Ehe stammen zwei Töchter. Im Jahre 1883 besuchte Alfons den deutschen Kaiser, welcher ihn zum Chef eines Ulanen-Regiments ernannte. Kbnrg "Alfons kränkelte viel, und wiederholt sprach man davon, daß er nicht lange leben werde. Sein Tod ist daher Niemanden unerwartet gekommen. (Fr. Z.) Lokales. Gießen» 26. November. Entgegen einer durch verschiedene Blätter laufenden Nachricht über den status der hiesigen Sparkasse wird uns von competenter Stelle die Mittheilung, daß der Reservefond der Gießener Sparkasse Ende 1883 300792.18 JL betrug. Gießen, 26. November. (Ein kurzes Vergnügens Die Herrlichkeit mit Graf Lith o's „Aurora" in San Francisco (Californien) bat nicht lange gedauert. Rach einem uns vorliegenden Ausschreiben des Auctionators R. R. Rolli ns dortselbst ist Graf Litho's „Aurora" am 31. October mit allen Einrichtungen, sogar den schönen Linoleum-Teppichen, versteigert worden. Als der Beamte sie festnehmen wollte, ergriff eine der Diebinnen einen Topf Milche und goß sic dem Manne in's Gesicht. — In der Fabrik von Sollet u. Engelhard passirte vergangenen Donnerstag ein ! beklagenswerther Unfall. Ein Arbeiter stürzte mit einer mit flüssigem Eisen gefüllten Pfanne zu Boden, wobei sich ein Theil des flüssigen Metalls über seinen Körper ergoß, und ihm schwere Brandwunden verursachte. Darmstadt, 25. November. sDoppel-Selbstmord.) Gestern Vormittag blieb das Geschäftslokal zweier Geschwister K. in der Elisabethenstraße geschlossen, was den Hauseigenthümer veranlaßte, der Polizei hiervon Anzeige zu machen. Die Thüren dec Wohnung, welche von innen verschlossen, wurden gewaltsam geöffnet und fand man die beiden Geschwister als Leichen auf zwei gegcnüberstehenden Sesseln. Neben jedcr Leiche lag ein abacschossener Revolver. Man nimmt an, daß ein Doppel-Selbstmord vorliegt; nach anderen Versionen sollen die Geschwister sich gegenseitig erschossen haben. Es muß dahin gestellt bleiben, ob die angegebenen Motive (zerrüttete finanzielle Verhältnisse) wirklich vorlagen. Theater. *** Gießen, 26. November 1885. Am Mittwoch hatte sich unser Theater so gefüllt, daß das Haus ausverkauft war im wahrsten Sinne des Wortes. Unsere Direction sah also die Opfer belohnt, j welche sie an die Vorstellung gewendet hatte. „Der lustige Krieg", ein? ?uere Opc' 'c von Joh. Strauß, bei uns ganz neu, I ist im Uebrigen jedoch ziemlich bekannt, und devyalb unterwerfen wir sie auch keiner ein-1 gehenderen Besprechung; nur so viel sei gesagt: sie steht höher als ihre Schwestern, | ist musikalisch bedeutender und ihr Libretto hält sich fern von Zweideutigkeiten und 8 Pikanterien. Mit einem Worte, man hat cs mit einer anständigen Operette zu thun, | die Damen brauchen nicht zu crröthen, wie dies meistens bei neueren derartigen Werken a der Fall ist. | Die Aufführung, welcher wir insbesondere unseren heutigen Bericht widmen » wollen, zeugte von Fleiß und Studium, von Energie des Regisseurs und von gutem ! festem Willen aller Mitwirkenden, und wenn stürmische Beisallssaloen fast unablässig den Saal durchbrausten, die Stimmung des Publikums eine äußerst animirte war, so ist dies der- beste Beweis, daß unsere Theaterfreunde nicht undankbar sind, wenn das Gebotene ihrem Geschmack entspricht. Freilich eine Sophie König steht bei uns in gutem Andenken, sie nimmt schon allein für sich einen großen Theil des Auditoriums gefangen, sie tritt auf als Herzenseroberin und alles beugt sich ihrem Scepter, auf welchem „unverwüstlicher Humor"! als Parole steht, dazu kommt dann ihre frische kräftige Stimme, ihr decentes, bühneu- gewandtes Auftreten, und eine Violetta, wie man sie sich nicht besser vorstellen kann i ist fertig. Fräulein König electrisirt selbst den ärgsten Philister mit ihrer echt drasti- ; schen Darstellung. Eine anmuthige Erscheinung begrüßten wir in Fräulein Kugelmann, ebenfalls vom Stadttheater in Frankfurt a.M., welche die Parthie der Else übernommen hatte. Ihr ganzes Wesen war sympathisch, ihr Gesang innig, warm und zum Herzen sprechend. Ihre Stimme zeugt von schätzenswerther Schulung und besitzt vortreffliche Modulation, verbunden mit jener Weichheit, wie sie eigentlich nur bei Opernsängerinnen zu finden ist. Herrn Slansky lassen wir als annehmbaren Tenor gelten, so lange er nicht zu stark in die Höhe hinauf muß, die obere Lage seiner Stimme entbehrt jedoch des Schmelzes und neigt auch zum Detoniren. Am besten gefiel er uns in dem Vorspiele, 1 welches er statt des gesangsunkundigen Marchese sang. Herr Ze hl spielte den Balthasar Groot ganz vortrefflich und erweckte als s pseudonymer Herzog v. Limburg herzhaftes Gelächter, während er im Duett (3. Act) j mit seiner reizenden Partnerin, Frl. Kugel mann, an dem stürmischen Beifall ein gutes Anrecht hatte. Auch Amalie von Cavally (Artimesia) fand sich mit ihrer Rolle bestens ab. Die Chöre gingen leidlich, das schwierige Finale des ersten Aktes schwankte allerdings bedeutend und die Krankheit wiederholte sich auch im zweiten, man darf j aber bei einem auf diesem Felde wenig geschulten Chore und Orchester keinen so hohen Maßstab anlegen. Eine Wiederholung der Vorstellung empfehlen wir der Direction ganz J besonders. —a— 1 Karr-el und BrEehr. Gießen, 25. November. Auf den heute und gestern aögehaltentn Viehmarkt waren aufgetricben: 830 Stück Rindvieh und 698 Stück Schweine, bei letzteren war der Handel lebhaft und die Preise hoch. Nächster Markt Dienstag den 8. und Mittwoch den 9. December d. I., nm letzteren Tage auch Krämermarkt. „ bim bürg, 25 November. Rather Wehen X 14.10, weißer Weizen X 00.00, &1 ?00° VA W.00°’ 6afer ■* 6-50- ÄartoffcIn ä 100 Mund 0.00, Bürgerclnb Samstag den 22. Movembor im Saale des Cafe Leib: üj MenMeMiing mit Wer I 8472 8465 8464 8132 Ein tüchtiger Schlosser wird gebucht. Näheres bei der Exped- d- Bl. Anfang präcis 8 Uhr. Der Vorstand Carl &lücBtralh<> Möbelfabrik und Lager, Wallthorstrasse 21. Zum Weihnachtsfeste. Als passende Geschenke empfehle ich: Korbwaaren, Sessel und Blumentische, sowie Blumenständer, Näh-, Rauch-, Nipp- und Salon- Tischchen, Kleiderhalter u. Ständer, Schirm- u. Stockständer, Brief- ii. Zeitungsmappen, Bücher- u. Noten-Etagören, Consolen u Clavier- Stühle, in nussbaum, schwarz, matt u. blank, Salonsäulen u. dgl. in gediegener Arbeit zu billigen Preisen. Verwischte-. Offenbach, 24. November. Sonntag trieben zwei bettelnde Zigeunerinnen I ihre Dreistigkeit so weit, in dem Hause eines Polizeibeamten eine Gans zu stehlen. I Eisverein. «-fälliger Kenntnißnahme, b«&; 1 Smmh Lm sroTfer2?0"” ?beI beren nächster Nähe, auf de« und dem Marktplatze angeschlagen werden, 2 ) Balser, Mäusburg) Meldung» rum Elntritt nur bis 12 Uhr Mittag annimmt. Der Vorstand. . „ Fär die Hinterbliebenen der mit S. M. Schiff „Augusta" Verunglückten sind im Ganzen bei uns eingegangen 67.24 x (siehe Anzeiger Nr. 258), welche wir heute besten« hnnSnii@lln(mE r-rac VAn abgcsandt haben, womit wir, den edlen Gebein bestens dankend, unsere Sammlung schließen. __ Die Exped. d. „Gießener Anzeiger". I ” 7991 Ein Schüler oder Tchüleri« ] findet fr. Pension. Steinsttaße 55. I Heinrich Zimmer I Ccke der Mäusburg Kreuz. f Grosses Lager in ® Uhren, Gold-, Silber- u. @ 8477 Alfenidewaaren. $ nicht bare ■ 8480 Im Gießern Montag den 3' von Vomit soll im Gießener District Hemgcsb Holz versteigert' A. Bi Lchtiih. Rmtr. Kdel 43 Eiche« 2 B. Bau-, Wer 1 Eichenßamm 61 Nchtenstänmi 373 Fichtenßange Die Zusamm Grünbergerßraße, Gießen, am 2? Großherzogl. M A.2 Nkljleig M Die an her S iiadk-- nächst W N 47-55 stel 'Mfyn oder 103 Ttück, i Msser von 25 bi Donnerstag an Ott und St den daselbst befc dingungen aus d Meistbietenden vel D°r ünfong i; Mnuttags 10 sik Srünierg, ben; NM Kreis (mit Su8 8H6t. tiefer. Röhr le 8480 8462 Alieestraße 18, parterre. mit'Lichterhalter bei 8463 8466 genug. 8416 Löberstraße 6. ! Nchmchls-Ausverlisus SSME > K Bei Posten von 10 Betresst Die trauernden Kinder Giessen, den 26. November 1885. 8476 Die Beerdigung findet morgen Nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause (Wetzsteingasse 8) aus statt. 29/11. 5 Uhr. St. J. ES 7Mirt( ■U w Der Stadt-Theater in Giessen. Freitag den 27. November Nach überaus beifälliger Ausnahme, ans allgemeinen Wunsch. Zum 2. u. letzten Male: Gastspiel des Frl. Sophie König und Frl. Kugelmann von Frankfurt a. M. Der lustige Krieg Operette in 3 Acten von Jobann Strauß. Die Direction. Amalie Stein, geb. Rothenberge Um stille Theilnahme bitten c”»n ■.^hiien in stand i 3« iu’>b(t Nbe\, pra9ma Wenmschtc Anzeitjen. 8460 Ein Hausbursche wird gesucht bei F. Wilh. Hartmann, Neustadt. 8467 Ein tüchtiges Mädchen für Hausarbeit sofort gesucht. Asterweg 13. 8473 Gin kräftiges Lauf mädchen gegen guten Lohn sofort gesucht. Südanlage 13, 3. Stock. 8479 Gesucht ein tüchtiges, anständiges Hausmädchen, welches gut nähen und bügeln kann. Frau Pascoe, Frankfurterstr. 49. 8452 Das von mir über I o h. Schäfer XII. hier in verläum- derischer Absicht verbreitete Gerücht erkläre ich hiermit für unwahr. Watzenborn, d. 24. Novbr. 1885. Marie Glisa Hirrkler. 8471 Ein junger Mann, gegenwärtig in einem Cigarrengeschäft thätig, welcher ater mit der Colonicrlwaaren-Branche u. der eins. Buchführung vollständ. vertraut ist, wünscht seine Stellung baldigst zu verändern. Prima Zeugn. stehen z. D. — Gefl. schriftl. Off. sub A. ß. 46 an die Exped. d. Bl. erbeten. ____________________________ 8420 Für das Comptoir einer größeren hiesigen Cigarrenfabrik wird ein Lehrling mit guten Schulkenntnissen gesucht. Gefl. Offerten befördert unter P. 775 die Exped. d. Bl. _____________________ 8375] Engl. u. franz. Grammatik und Convcrsation ertheilt A. Daudt, Grünbergerstraße 28 II. 8475] Mädchen für Küche und Haus finden gute Stellen für sogleich und Weihnachten. Bermiethbureau Hüttenberger, Westanlage 15. 8405] Tüchtiges Dienstmädchen auf Weihnachten gesucht. Seltersweg 36. 8368 Einen Lehrling zum sofortigen Eintritt sucht. ' Carl Petri, Colonialwaarenhan dlung. 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Frankfurterstraße 53. 8184 Ein unmöblirtes Zimmer zu ocr: miethen. Herm. Koch, Wcstanlage. 7783] Parterre-Logis (Hochparterre» zu vermietben.___________Gartenstraße 27. 8093 Der seither von Herrn Dorfeld bewohnte Seitenbau meines Hauses, Asterweg 9, ist per 1. Februar nächsten Jahres an eine ruhige Familie anderweit zu ver- miethen.__Dr. Ploch. 7739 Der untere Stock meines Hauses mit allen Bequemlichkeiten ist anderweitig zu vermiethen. Emil Kalbfleisch, Grünbergerstraße 20* Max Pilger. und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung von dem gestern Morgen 6 Uhr nach langem Leiden erfolgten Ableben des Herrn ewwtt e*“1' Bettes