Donnerstag den 27 August ISS» Amts- und Anzcigkblatt für den Kreis Gießen Erscheint tÄ^lidkmit Ävsnnhme des Mc rtagS. «V»POO«r Gchulflraße 7. awe^ Gießen, nm 20. August 1885. Betreffend: Gesetz über die Ausdehnung der Unfall- und Krankenversicherung. 6106 «**■ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bnngeti<6Ä Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pi. Kreisen ist von einem solchen Schreiben nichts bekannt und muß das betr. Ge' rücht umsomehr als eine böswillige Erfindung betrachtet werden, als dem spanischen Herrscher unmöglich eine solche Tactlofigkeit zugetraut werden kann. - lieber die drei bedeutendsten Karolinen-Inseln Yap, Kusaie und Ponapo sei Folgendes mitgetheilt: Die ersteren beiden werden von je einem König, die Insel Ponap6 von fünf Häuptlingen regiert. Yap hat gut gepflasterte Straßen am Strande. Ehemals, bevor europäische Schiffe die Inseln besuchten, dehnte das heute ungefähr 10,000 Seelen zählende Völkchen feine Fahrten bis zu den Mariannen aus und unterhielt einen lebhaften Tauschhandel. Die Insel zählt 67 unabhängige Dörfer. Unter den epidemischen Krankheiten wird neben einer Halsentzündung vor Allem ein bösartig ansteckender Husten erwähnt, der meist schon nach wenigen Tagen tödtlich verläuft. In Kusaie finden sich die Ruinen gewaltiger Cyclopenbauten, die allein noch Zeugniß ablegen, daß Kusaie früher von einem kräftigeren und intelligenteren Menschenschlag bewohnt um starker bevölkert gewesen ist. Von Seuchen und ansteckenden Krankheiten ijt auf Kusaie nichts bekannt. Die Insel Ponaps wird von den Matrosen und Händlern wegen ihres R-ichthums und ihres schönen Menschenschlages sehr gerühmt. Noch vor 30 Jahren soll di- Insel von mehr als 15,000 582* bevölkert gewesen sein. Ein englisches Schiff schleppte die Blattern ein, heute ist die Zahl ben Entschluß dem Kaiser Wilhelm brieflich mitgetheilt. In Berliner amtlichen Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgernreistereten des Kreises. und 15 des Reichsgesetzes vom 28. Mai 1885 ist die Krankenversicherung ausgedehnt worden aus: den gesammten Betrieb der Post-, Telegraphen und Eisenbahnverwaltungen, sowie sämmtliche Betriebe der Marine- und Heeresverwaltungen und zwar einschließlich der Bauten, welche von diesen Verwaltungen für eigene Rechnung ausgeführt werden; i**<**S<*4 Betreffend: Die Zulassung eingeschriebener Hilfskassen, hier örtliche Verwaltungsstellen. Bekanntmachung. Die außerhalb des Kreises Gießen domilicirte eingeschriebene Hilfskaffc: Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metall-Arbeiter zu Hamburg bat im Kreise Gießen örtliche Verwaltungsstellen und zwar zu Hausen und Reiskirchen errichtet. Gießen, den 22. August 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. ' ^zeigen. den aef Alt "g als 00 M"!& « ? ln und afc Nuhnhchrch tz g» Bekanntmachung. Wegen eines schweren Krankheitsfalls ist der Wagenvcrkchr durch furq und die Wagengasse auf einige Tage gesperrt. Gießen, den 26. August 1885. Großherzogliches Polizeiamr Gießen. Fresenius. ________________________________ »iroie^ den g?w?rbsmMgen Fuhrwerks-, Binnenschiffsahrts-, Flößerei-, Prahm-und Fährbetrieb, sowie den Gewerbebetrieb des SchiffsziehenS (Treidelei); den gewerbsmaßigkn Speditions-, Speicher- und Kellereibetrieb; den Gewerbebetrieb der Güterpacker, Güterlader, Schaffer, Bracker, Wäger, Messer, Schauer. auf S 17, Absatz 2 des nämlichen Gesetzes beauftragen wir Sie, die Arbeitgeber der vorstehend unter pos. 2, 3, 4 und 5 bezeichneten Betriebe anzuhalten, ihre Arbeiter bei einer der in § 4 des Gesetzes, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, vom 15. Ium 1883 bezeichneten Kassen, oder der Gemeindekrankenkasse ihres Beschästigungsorts zur Krankenversicherung anzumelden „ , Arbeitgeber, welche der Anmeldungspflicht nicht genügen, haben Geldstrafe bis zu 20 Mark zu gewärtigen (§ bl de.. Gesetzes vom Id. ^uni 1883). vr. Boekmann. Betreffend: Die Bau- und Culturveränderungs-Verzeichnisse. An sämmtliche Großh. Ortsgerichte des Amtsgerichtsbestrks Gießen. Rack S 4 der Verordnung vom 8. December 1852, die Fortführung der Grundsteuerkataster betreffend, ist bei solchen Grundstücken - Veränderungen, welche nicht mit einem Eigenthumswechsel verbunden sind, der Grundbesitzer bei 3 fl. Strafe verpflichtet, vor dem 15. (Juli, jetzt) Juni jeden Jahres an Sie abzuaeben einen vorschriftsmäßig aufgestellten Meßbrief, wenn ein neues Gebäude errichtet oder e,n vorhandenes Gebäude in fernem Umfange verändert ober die Culturart eines Grundstücks zum Theil verändert wird, und Sie haben nach § 7 im (Juli, jetzt) jum jeben Qa^eä über alle in der Olemarkung einge- tretenen derartigen Veränderungen Verzeichnisse aufzustellen und die Verzeichniste nebs den Meßbriefen, auf deren rechtzeitige Beibringung Sie die Grund- befiher aufmerksam zu machen haben bis zum 1. (August, jetzt) Juli an Großherzogliches Steuercommiffariat zu übersenden. 6 Da diese Vorschrift vielfach nicht befolgt worden ist fordern wir Sie auf, künftig die Verzeichnisse nebst den Meßbriefen spätestens bis zum 1. juli pünktlich an Großherzogliches Steuercommiffariat einzusenden und gegen die säumigen Grundbesitzer unter Bezugnahme auf den § 4 Strafantrage zu stellen. Gießen, den 20. August 1885. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. Bekanntmachung. Abgesehen von dringenden Fällen und selbstverständlich von Vorladungen sind die Amtsrichter nur Mittwoch-zu fPre$en- . Anträge bei unseren Gerichtsschreibereien können Mittwochs und Sam-tagS Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, an den übrigen Wochentagen Nachmittags zwischen 3 und 5 Uhr gestellt werden. Gießen, den 20. August 1885. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Langsdorf f. r Ä Ullb Lozitz im hu btt aOhm. Acker. ’cüer auf Hosen und c 6U7K; Hcrrenkleidermacher. ßc Leute findet! igung. -adenicht, !ampenfabrik. lopeten-, Teppich: und uche einen rliug itniffen. AaHnhofs/raße \2. Ms: Eine llich- rof. Schürer, ' jige Lchreintt4t- t Peichäftigung au! • onrad Damm, ermeister, Rckkircden. Wm rbeit Mck uitb gut raf, Mch-M lobgsssi lk- — iu6en6t stm Tilchür Ml ; lirtetz oin, - «r. i»s WM Preußen beginnt Rußland jetzt mit gleichen Maßregeln zu beantworten; so sind z. B. aus Lodz und anderen Plätzen Polens eine größere Anzahl Gewerbe« treibender deutscher Nationalität ausgewiesen worden. Wohin diese gegenseitigen Ausweisungen noch sühren werden, läßt sich zur Zeit gar nicht absehen. Zu bedauern bleibt nur, daß unter solchen Maßnahmen neben Individuen, welche ihre Ausweisung vollauf verdient haben, auch Leute von unzweiselhaft ehrenhaftem Charakter und sicherer Existenz leiden muffen, man müßte da hüben wie drüben doch unbedingt eine schärfere Auswahl treffen. Das Schicksal der Kreuzer-Corvette „Augusta" muß nun leider als besiegelt betrachtet werden. Nach den vorliegenden Mittheilungen rst nicht mehr zu bezweifeln, daß das Schiff dem in den ersten Junitagen im Rothen Meere wüthenden Cyclon zum Opfer gefallen ist und daß Deutschlands Kriegsmarine somit wiederum den Verlust von 258 braven Seeleuten zu beklagen hat. Derselbe wird selbstverständlich zunächst von den Familien der Verunglückten auf das Schwerste empfunden werden, aber der Verlust drückt auch alle Kreise, die mit der Marine in Verbindung stehen, und das ganze deutsche Volk wird ihn beklagen. Hoffentlich wird sich auch die allgemeine Theilnahme den Hinterbliebenen der Verunglückten von der „Augusta" in eben demselben reichen Maße zuwenden, wie dies anläßlich der Katastrophe des „Großen Kurfürsten" geschehen ist. Die französischen Ultra-Radikalen haben in ihren Bemühungen, die englische Regierung für den Tod Olivier Pain'S im Sudan direct verantwortlich zu machen, kein sonderliches Glück. Ein Telegramm des englischen Agenten Egerton in Kairo an die englische Botschaft in Paris meldet in überzeugender Weise, daß Olivier Pain aus seinem Wege von El Obeid in Darfor nach Khartum im vorigen Herbst gestorben sei. Für diese Mittheilungen macht Egerton mehrere ganz unparteiische Zeugen namhaft und fügt hinzu, daß Selikowitsch, welcher die Nachricht von der angeblichen Gefangennahme und der Erschießung Olivier Pain'S durch die englischen Behörden in die Welt gesetzt hat, in englischen Diensten gestanden habe, aber wegen seines böswilligen Charakters entlasten worden sei. Außerdem liegt aber auch ein Telegramm des englischen Majors Kitchener in Kairo vor, in welchem die Angaben Selikowitsch'S über den Tod Olivier Pain'S als falsch und unrichtig bezeichnet werden. Weiter versichert Major Kitchener in bündigster Form, er habe von der englischen Regierung niemals Instructionen erhalten, die sich aus Olivier Pain bezogen hätten, auch fei seinerseits niemals der Versuch gemacht worden, sich der Person Olivier Pain'S zu versichern. Trotzdem veröffentlicht der „Jntransigeant" einen neuen Brief Selikowitsch'S, in welchem derselbe seine Behauptung, Olivier Pain sei am 18. April aus Beseht der englischen Behörden erschosten worden, ausrecht hält. Auch theilt der Brief Selikowitsch'S eine Bescheinigung Owen Lanyon's, des früheren Obersten im Generalstab in Egypten, mit, in welcher Selikowitsch als ein ebenso eifriger wie befähigter Beamter bezeichnet wird. Man hat demnach die Lösung dieser verschiedenen Widersprüche abzuwarten. Die rapide Verbreitung der Cholera in Marseille hat eine wachsende Auswanderung aus der Stadt veranlaßt, wodurch sich die Gefahr der Ansteckung für die benachbarten Departements und Länder eminent vergrößert. Die Krankheit zeigt nicht mehr den verhältnißmäßig einfachen Charakter, wie im vorigen Jahre, sondern äußert sich in Verbindung mit typhusartigen Symptomen. In Toulon tritt die Seuche gleichfalls heftiger auf. .,r Am Samstag Nachmittag hat im Hydepark zu London ein großartiges Meeting in der Mädchenschutz-Frage stattgesunden. Demselben wohnten etwa 30,000 Personen bet. Von 11 Tribünen herab wurden zahlreiche Reden gehalten und sodann Resolutionen angenommen, nach denen die Bürger aufgefordert werden sollen, die Behöben bei der Ausführung des vom Parlamente zum Schutze junger Mädchen angenommenen Gesetzes zu unterstützen. Sir Drummond-Wolff ist am Samstag aus der Quarantäne entlasten morden, zu welcher er nach seinem Eintreffen in Konstantinopel von der türkischen Regierung „verurtheilt" worden war. Alsbald hatte Wolff eine Besprechung mit dem interimistischen diplomatischen Vertreter Englands in Konstantinopel, Mr. White, und machte derselbe noch an demselben Tage dem Großvezier und dem Minister des Auswärtigen, Astym Pascha, seinen osficiellen Besuch. Wie lange der außerordentliche Gesandte Englands in der türkischen Hauptstadt verweilen wird, läßt sich heute noch nicht sagen, da es noch nicht bekannt ist, wie man eigentlich auf der hohen Psorte über die egyp- tische Mission Wolff's denkt. In Londoner Kreisen giebt man sich der Hoffnung hin, daß die Mission Sir Drummond's zunächst beim Sultan von einem vollständigen Erfolg gekrönt sein werde. Mittlerweile gestalten sich die Dinge im Sudan immer chaotischer; wie vor einiger Zeit in Khartum, so ist es jetzt auch in Berber, welches anscheinend noch im Besitze der Egypter ist, zu blutigen Vorgängen gekommen. Anlaß hierzu gab der immer fühlbarer werdende Mangel an Lebensmitteln und wurden im Verlause des Tumultes auch die öffentlichen Kasten angegriffen, lieber den Ausgang des Tumultes und über die Einzelheiten destelben sind noch keine weiteren Nachrichten eingelaufen. Hesterreich. Kremfier, 25. August. Der von dem Hoftheater - Intendanten Baron Hosmann gestern veranstalteten Soiree wohnten Graf Kalnoky, Gras Taaffe, Sectionschef v. Szögyenyi, Botschafter Graf Wolkenstein, Statthalter Gras Schönborn, Frhr. v. Nopeza, Bürgermeister BojakowSky, mehrere Hoswürden- träger, Officiere, Künstler und etwa 40 Vertreter hervorragender inländischer und ausländischer Blätter bei. Spanien. lieber eine große antideutsche Kundgebung in Madrid wird dem „Reu- ter'schen Bureau" aus der spanischen Hauptstadt unterm 23. d. Mts. gemeldet: „Heute Nachmittag fand in Prado eine patriotische Kundgebung statt, die den Zweck hatte, gegen die Besetzung der Karolinen-Inseln Seitens Deutschlands zu vrotestiren. Kurz nach 4 Uhr begann sich das Publikum in der Nähe des zur Erinnerung an die Opfer der französischen Invasion in 1808 errichteten Dos de Maja-Monuments zu versammeln und der ungeheure Raum im Prado war bald mit einer Menschenmenge gefüllt, deren Anzahl allgemein aus 30,000 Per- Ionen geschätzt wurde. Alle Klaffen waren vertreten. Viele Militärs hatten sich eingefunden, ferner eine große Schaar von Studenten der Madrider Universität, sowie Mitglieder der politischen und militärischen Clubs. Viele Leute trugen Banner mit patriotischen Inschriften. Eine Anzahl patriotischer Reden über die Karolinen-Jnselsrage wurden gehalten und die Volksmenge gerieth in eine erregte Stimmung und brachte begeisterte Hochs auf Spanien und die spanische Armee aus. Nachdem die Reden vorüber waren, zog Die Volksmenge durch die Hauptstraßen und machte Halt vor den politischen und militärischen Clubs, wo einige Mitglieder, darunter MartoS und Becerra, vom Balcon herab Ansprachen an sie hielten. Viele Häuser waren becorirt und die BalconS waren mit Zuschauern gefüllt. Dann bewegte sich das Volk über die Puerta del Sol und andere Hauptstraßen nach dem Erado zurück, wo es sich nach roie* derholten Hochs auf Spanien zerstreute. Während der Kundgebung kletterten einige Personen auf die BalconS der Amtswohnung des Premierministers und pflanzten dort die spanische Flagge auf. Durch diesen Zwischenfall wurde einige Verwirrung verursacht; die Ordnung wurde jedoch bald wieder hergestellt- Ungeachtet des ungeheuren Zusammenflusses von Menschen herrschte vollkommene Ordnung. (Darmst. Ztg.) —JSSSBSB■" ■■ । i| Telegraphische Depeschen. Wolff - telegr. «orrespondenr - Brrrea«. Berlin, 25. August. Der „Neichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung bc£ Directors des Militär-Oeconomiedeparteinents, des Generalmajors Blume, zum Mit- gliede des Staatsraths. — Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt, die von der „Agence Havas" gebrachte Nachricht, datz der in Berlin eingetroffene außerordentliche persische Gesandte Mobsin Khan den Auftrag seitens der persischen Regierung hätte, Officiere und Eivilbeamte für Persien zu engagiren, ist, wie von autoritativer Seite mitgetheilt wird, durchaus unbegründet. Bremen, 25. August. Das zu Ehren der Mitglieder der Telegraphen-Confercnz. tm hiesigen Rathskeller veranstaltete Fest verlief auf's Glänzendste. Als ^taatssecrctär Dr. v. Stephan den Keller verließ, wurden demselben von dem Publikum lebhafte Ovationen dargebracht. Heute früh besichtigten die Mitglieder der Eonferenz die hervorragendsten Gebäude Bremens, machten dann eine Umfahrt durch die Stadt undreisten um 10 Uhr mittelst Extrazugs nach Breinerhaven und Geestemünde weiter. Bremerhaven, 25. August. Die Mitglieder der Telegraphcnconferenz trafen mittelst Extrazuges um ll1/* Uhr vor der Halle des Norddeutschen Lloyd ein, besuchten das Dock des Lloyd und machten dann mit dem Dampfer „Willkommen" eine Fahrt in See. Nach der Rückkehr wurde der Schnelldampfer „Fulda" besichtigt und aus dem Schnelldampfer „Elbe" ein Diner eingenommen. Um ö1/» Uhr verließ der Exttazug Bremerhaven, die Ankunft in Hamburg soll Abends 9 Uhr erfolgen. Hamburg, 25. August. Heute Abend 8*/r Uhr tro[ der Extrazug aus Bremen mit den Delegirien der Telegraphcnconferenz hier ein. Senator Versmann empfing die Gäste im festlich geschmückten Empfangszimmer. Etwa 60 offene Equipagen führten die Theilnehmer in die Hotels. Die Umgegend des Bahnhofs ist bis zur Stadt glänzendst durch Glasflambeaux erleuchtet. Tausende von Menschen empfingen die Wagen mit Hurrahrufen. Wiesbaden, 25. August. Nachdem Erkrankungen am Typhus in den letzten Tagen nicht mehr vorgekommen sind, beschloß die Königliche Negierung in ihrer heutigen Sitzung, daß die hier aufgetretene Epidemie als erloschen zu betrachten sei und daß die damit zusammenhängenden Maßregeln einzustellen seien. Wien, 25. August. Das „Prager Abendblatt" erfährt über die Excesse in Königinhof anläßlich des Festes des deutschen Turnvereins „Tafelrunde", daß die schleunigste und strengste Untersuchung bereits eingeleitet sei. Szczakowa, 25. August. Heute früh präcis 5 Uhr 10 Min. fuhr der Bahnzug mit den russischen Majestäten in den mit russischen, österreichischen und galizischen Landesfarben geschmückten Bahnhos ein, während das Musikcorps der daselbst aufgestellten Ehrencompagnie die russische Nationalhymne intonirte. Kaiser Alexander, in der Uniform seines österreichischen Regiments, verließ, gefolgt von den Großfürsten, den Waggon unh schritt unter Vorantritt des Fürsten Lobkowitz die Ehrencompagnie ab? Der Großfürst-Thronfolger, sowie der Großfürst Wladimir hatten, ersterer die Uniform eines österreichischen Ulanen-Oberstlieutenants, letzterer die seines österreichischen Husarenregiments angelegt, Großfürst Georg trug russische Kosakenuniform. Nach Besichtigung der Ehrencompagnie erfolgte die Vorstellung durch den FZM. Baron Ramberg. Kaiser Alexander reichte dem Herzog von Württemberg, dem Fürsten Win- dischgrätz und dem Statthalter Zaleski die Hand und conversirte mit dem letzteren kurze Zeit. Ebenso begrüßten der Großfürst - Thronfolger und Großfürst Wladimir die anwesenden Generale und den Statthalter. Die Kaiserin verblieb mit ihren Damen in dem Waggon. Nach viertelstündigem Aufenthalte setzten die russischen Majestäten in dem nunmehr von dem Hofrath Elaudy geführten Zuge die Reise nach Kremsier fort. Oderberg, 25. August. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland mit Gefolge traf um 8 Uhr 30 Min. hier ein und wurden von dem Landespräsidenten Mar-- quis von Bacquehem und Namens des deutschen Kaisers durch den General der Eaoallerie, Grafen Brandenburg, empfangen und begrüßt. Kaiser Alexander oerlieg. den Waggon und richtete einige Worte an die zur Begrüßung anwesenden Behörden. Der Landespräsident nahm im Hofzuge Platz, um die russischen Majestäten auf der Fahrt durch Schlesien zu begleiten. Kremfier, 25. August. Der Kaiser und der Kronprinz in russischer Uniform mit den Bändern des Andreasordens fuhren um 11 Uhr Vormittags zur Begrüßung der russischen Gäste nach Hullein, woselbst der russische Hofzug um ll'/r Uhr cintraf. Der Kaiser und der Kronprinz, welchen die Czarin und die Großfürstin Maria Paulowna vorn Waggon aus die freundlichsten Grüße entboten, stieaen nach dem Anhalten des Zuges zu den Gästen ein, so daß die Begrüßung sich den Blicken der Anwesenden entzog. Alsbald erfolgte die Abfahrt nach Llremsier, woselbst der Hofzug um 12 Uhr eintraf. Auf dem Perron, wo die Kaiserin und Erzherzog Karl Ludwig in russischer Uniform mit dem Bande des Andreasordens standen, intonirte die Musikkapelle die russische Volkshymne. Die beiden Kaiserinnen umarmten und küßten sich zweimal, indeß der Ezar in der österreichischen Oberstuniform mit dem Bande des Stephansorden^ den Waggon verließ und mit dem Kaiser die Ehrencompagnie abschritt. Inzwischen erfolgten die sonstigen Begrüßu^en, die sich sämmtlich durch große Herzlichkeit und Wärme ansreichneten. Die Czarin bot dem Erzherzog Karl Ludwig, nachdem dieser ihr die Hand geküßt, die Wange zum Kuß, Maria Paulowna küßte Karl Ludwig auf die Stirne. Hierauf folgte die Vorstellung der Damen des beiderseitigen Gefolges. Der Crnr schritt nach Besichtigung der Ehrencompagnie sofort auf die Kaiserin zu und küßte derselben die Hand, worauf der Kaiser dem Czaren den Landeshauptmann, den Bezirkshauptmann und den Bürgermeister vorstellte. Die Empfangsscene dauerte 15 bis 20 Minuten. Der Einzug in das Schloß erfolgte in einem vierspännigen Wagen. Zuerst^ die beiden Monarchen, dann die Kaiserinnen, hierauf Maria Paulowna mit dem Thronfolger und Wladimir, in österreichischer Uniform mit dem Bande des Stephansordens, und dem Kronprinzen, sodann Karl Ludwig mit Georg. Dem ersten Wagen ooron fuhren der Statthalter mit dem Bürgermeister. Die Menge brach in Hochs und Slavarufe aus, auf dem Wege bildete das Militär Spalier. — Bei der Ankunft im Schlosse wurden die russischen Herrschaften am Fuße der Treppe von dem Oberhofmeister und dem Eerenionienmeister erwartet und in daS Bilderzimmer geleitet, wo die Würdenträger vorgestellt wurden. Hierauf nahm man ein Dejeuner a la camera. Für die Suiten und die Würdenträger war Marschalltafel im Gartensalon, die übrigen Herren des russischen Gefolges nahmen an der Eontrolar- tafel Theil, wobei Regierungsrath Singer ein Hoch auf die russischen Majestäten ausbrachte, welches mit einem Hurrah auf das österreichische Kaiserpaar erwidert wurde. Ihn 6 Uhr begann die Hostasel (78 Gedecke), den Ehrenplatz hatten die beiden Kaiserinnen, die Kaiserin von Rußland zur Rechten Der Kaiserin Elisabeth; dann folgten Kaiser Franz Joseph, Maria Paulowna, Karl Ludwig, Großfürst Georg. "Reben der Kaiserin Elisabeth saßen der Kaiser von Rußland, der Kronprinz, der Großfürst Thronfolger, Großfürst Wladimir. Bei der Tafel brachte man feine Toaste aus. Die Tafelmusik im Schloßgarten wurde von der Capelle des Alexanderregiments ausgeführt. Um acht Uhr begann die Theatervorstellung, darauf wurde der Thee eingenommen, wozu die Mitglieder des Burgtheaters geladen waren, dann folgte das Souper. Mittwoch Vormittag 10V, Uhr wird eine Jagdausfahrt gemacht. Um 12l/2 Uhr folgt ein - 4,,n - im sa»e o sr-"-*’ Li«'«1 25. »I -7 her |O! l^.^schriftstu^ inflrii^Berlin w «nuf 4 demselben ^lict- bev brr fönne, Wir -W bi, ©.WM * gfflomnim llainj, 22.9 nftmit jwtfw unb emnptomen. D-- W erklärt haben, das Xu vergistet. Die von de er,leben haben, m oo ron Zeilen des Staal fiidjung wird wohl cc camenten gestorben ist ober den Apotheker tr Goldberg. ( der Ghausteearbeiter: einem Mde in der: licken Körper bearbei die Mittheilung und lieulen ein ichrecklick mutter auf einem Beide sand man als drückt, die Schwiege aufgerissenem Leibe. ■ (ilWge Wer bei M- W) btjfel&en v ge/refen finb. Mhff- gewesen, von bem es, Kratt; ans die vor ihn vars ihren Leichnam r iall entdeckte. Die ju Vrultkastens gelobtet, lehne der Stier, ansch hier wäre ihm der lk Iroh des Abmahncns !as Thier warf ihn mit Heugabeln zttsehi den Tod folgte. D worden. .. Eupen, 23. l poihrter Grenzauffeh, einem Packet in der . Pir W, wo letzter E Am Serik " Menge Exem, oeuMcr Sprache", und Riegel. is»,- Siegen, 23. es, den wir heute L'°"dig im £Unte gebürtige ssssS Dr. N kft fät D° Mdtz g''»6f rat "«"finbenbe! 9 . Ndhiti * festen J G011tfe de 6090 Übungen; Der Vorstand. H. Rübsamexi Alice-Schule für Frauenbildung und Erwerb. Zum Besuche der am 1. und 2. September, von Morgens 9 — 12 und Nachmittags von 2—5 Uhr, in dem Vereinslokale aus dem Asterweg stattfindenden Ausstellung der Arbeiten der Schülerinnen laden wir die Eltern wie alle Freunde der Anstalt ergebenst ein- Mainz, 22. August. Vor einigen Tagen starb das an leichtem Unwohlsein erkrankt gewesene und bereits auf dem Wege der Besserung befindliche einzige Kind eines Arbeiters ini Gartenfelde nach dem Genuß von Pulvern unter verdächtigen Symptomen. Der behandelnde Arzt, ein Militärarzt, soll nach Besichtigung der Pulver erklärt haben, das Kind fei in Folge eines Mißocrständm'ses seitens des Apotbekers vergiftet Die von der Ober-Medicinalbehörde vorgenommenc Untersuchung soll jedoch ergeben haben, daß das Pulver richtig nach dem Recept ausgeführt war. Die sowohl ron Seiten des Staatsanwalts wie der Medicinalbehörde anhängig gemachte Untersuchung wird wohl constatiren, ob das Kind überhaupt an dem Genuß von Medi- cainenten gestorben ist, und wenn dies der Fall, ob die Schuld den ordinirendeii Arzt oder den Apotheker trifft. t . r . . or, , Goldberg. sGrausiger Tod zweier Frauen.) Als an emem der letzten Abende der Ehausseearbeiter Berndt von Neudorf a. R. nach Hause gehen wollte, sah er auf einem Felde in der Nähe des Dorfes einen Bullen mit den Hörnern einen menschlichen Körper bearbeiten. Er eilte in das Dorf zurück, machte dem Besitzer des Feldes die Mittheilung und man begab sich eilends auf das Feld hinaus. Dort bot sich den Leuten ein schrecklicher Anblick dar. Vor ganz kurzer Zeit waren Frau und Schwiegermutter auf einem mit einem Ochsen bespannten Leiterwagen aufs Feld gefahren. Beide fand man als Leichen, die Frau des Feldbesitzers in einer Furch: zu Boden gedrückt, die Schwiegermutter in einiger Entfernung davon, von Kleidern entblößt, mit lrufgerissenenl Leibe. So sind sie beide, die junge, etwa 30jährige Frau unb die fast livjährige Mutter derselben, ein Opfer des tobenden Stieres geworden. Der Grund zur Wuth desselben vermag nur geahnt zu werden, da Augenzeugen nicht zu befragen gewesen sind. Wahrscheinlich war das Thier losgesträngt und an den Wagen gebunden gewesen, von dem es sich losgerissen Hal. Das erste Opfer war jedenfalls die junge Frau; auf die vor ihm fliehende ältere Frau hat sich der Ochse nachher geworfen; er warf ihren Leichnam noch hin und her, als der Ehausseearbeiter den gräßlichen Vorfall entdeckte. Die junge Frau ist laut ärztlicher Angabe durch Zertrümmerung des Brustkastens getödtet. Während man mit der Fortführung der Leichen beschäftigt war, kehrte der Stier, anscheinend ruhig, von selbst wieder in deU Hof des Besitzers zurück. Hier wäre ihm der letztere, ein 70jähriger Mann, beinahe noch zum Opfer gefallen. Trotz des Abmahncns Anderer wagte er es, den Ochsen allein im Stalle festzubinden. Das Thier warf ihn zu Boden uni) nur der Hilfe zweier Nachbarn, welche dem Threre mit Heugabeln zusctzten, verdankte er es, daß er seiner Frau und Tochter nicht in den Tod folgte. Der Bulle ist alsbald an den Fleischer zur Tödtung verkauft Eupen, 23. August. Heute Nachmittag bemerkte ein am hiesigen Bahnhof postirter Grenzaufseher einen wohlgekleideten Mann, der, von Belgien kommend, mit einem Packet in der Hand in die Stadt eilte. Der Beamte folgte dem Fremden bis zur Post, wo letzterer das Packet nach einer größeren deutschen Stadt aufgeben wollte. Auf Verlangen des Grenzbeamten wurde das Packet geöffnet; es enthielt eine Menge Exemplare der Julinummer des „Rebell. Organ der Anarchisten deutscher Sprache". Der Träger der anarchistischen Lectüre sitzt hier hinter Schloß ^S^i egen, 23. August. Ein kleiner Roman, schreibt die „Sieg- und Lahnztg.", ist es, den wir heute zu erzählen Haben, nur liegen vorläufig noch die Motive desselben vollständig im Dunkeln. Am 15. Juli entfernte sich von hier eine aus dem Amte Hachenburg gebürtige Dienstmagd, Elise Klöckner, die sich kurze Zeit hier zu Besuch bei ihrer Tante aufgehalten hatte, unter Mitnahme des sechsjährigen Knaben der letztern, Jakob. Den Kleinen wollte sie zum Samstag (18. Juli) wieder zurückbringen, Ziel des Ausflugs war Köln. Der Samstag kam, nicht aber das Kind. Tage, Wochen verschwanden, die besorgten Eltern hörten nichts von dem Kleinen; die um ihre Hülfe angegangene Polizei stellte vergebens ihre Nachforschungen nach allen Himmelsrichtungen an. Natürlich waren die abenteuerlichsten Gerüchte bald im Gange. Nach dem einen Ernennung des 'luui^ ium M- Hüte Nach- ^.Mohsin Khan wwbeamte für durchaus un- iphen-Confercuz Staatssecretär olikum lebhafte Hieven,; die Herbie Etadl und W weiter. Msnenz ttafai Wein, desMen. mm" eine Fahrt htigt und aus dein ’iefe der Extrazuz Mg aus Bremen »ersmann empfing offene Equipagen s ist bis zur Stadt en empfingen die hus in den letzten । in ihrer heutigen n sei und daß die er die Ercesse in >e", daß die schleu- fuhr der Vahn- n unb Mischen der baW nufer Alexander, in >cn Großfürsten,. EhrencouMPÜr. :teu, ersterer die fernes vsterreichi- enunrsorm. M •n Aron em Men Win- mit dem letzteren Mufft Wladimir gerblieb mit ihren iten die russischen uge die Mc nach espriisidenten M- hm General der r Alexander vnbctz. «knben 8**. Mkstatm «uf111 , nijffler Uniform '„s m 8-gruM» h-Ss HS # EM di- im -i-rl'-Ln«- »an« V“ S( d-S ut d-«' | , irfK» Jajni ‘"®[ ? Die Course des Winterhalbjahrs beginnen am 12. -Oktober 188S. Fw'NS»'1 Anmeldungen nimmt entgegen ,'Ä ."--------- Lr i Normal- Hemden, Jacken und Hosen nach System Professor ne^latenI Dr. Jäger, für Damen und Herren, sowie alle Arten Hemden, Jacken j umb Hosea, in Seide, Wolle und Baumwolle, Socken, Leibbinden, NB i'S'i'SX“’nnb * Dcicuncr im Jägerhause, Abends Diner. Die Abreise der russischen Gäste erfolgt Abends um 10 Uhr. Der Kaiser verlieh dem Großfürsten Thronfolger ein Ulanen- JteghncnL August. Eine Depesche Eourcv's meldet eine leichte Abnahme der i^bolera in Tongking. Eourcy kehrt demnächst nach Hue zurück. e 9 Madrid, 25. August. Gestern fand unter dem Vorsitz des Königs em Mmister- raib statt der sich mit der Verlesung von auf die Karolineuinscln bezüglichen diplo- matischen' Schriftstücken beschäftigte. Der Minister des Außwärtigen theille ein Telegramm aus Berlin mit, welches den zweiten Protest der spanlschen^Reglerung beantwortet In demselben wird seitens der deutschen Regierung erklärt, datz sie dem Zwischenfall, der die guten Beziehungen Deutschlands zu Spanien nicht alteriren könne, keine Wichtigkeit beilege, sie betrachte die Karolineninleln bis zum Beweise des Gegentheils als Niemand angehörig, denn Spanien habe dort keinerlei Behörde em- gesetzt. Weitere eingehendere Erklärungen sollen durch Eouner erfolgen Riaa 25 August Das Stadthaupt von Riga, Bungner, und das Stadt- Haupt von Reval,' Greiflenhagen,' sind auf Befehl des Kaisers megeit ^61)1111110 zcgen den Gebrauch der russischen Sprache im omciellen Verkehr des Amtes entsetzt 25.August. sTelegramin des Reutcr'schen Bureaus.) Der englische Dampfer „Bangalore" hat in dem Golf von Aden gänzlich Schiffbruch erlitten, wobei au 100 Personen ertrunken sind. ... _ ... iUiro, 25 August. (Telegramm des Reuter ichen Bureaus.) Der Befehl stir die Einschiffung von 4 Jnfanieriebataillonen von Alexandrien nach England ist zurück- genoiumcu woiden^ August. (Privatdepesche.) Das Reichsgericht verwarf die vom Vertbeidiger Lieske's (Mörder Rumpff's) eingewendcte Revision. Lokale-. Gießen, 26. August. Wie wirI hören, beabsichtigt der Zitherverein „Alpen- löscdcn" im Saale des Lenz'schen Fclsenkellers ein Eoncert zum Besten der Ab- aebranntcn in Appenrod zu veranstalten. Ein volles Haus wäre sehr zu wünschen, insbesondere da der Erlös für diese Bedürftigen bestimmt ist. Weit M i. W 1(Ae. ®alC0fii Lbli Suetta wie. b”"9 flettertm einig« 1 e 8H) sollte die Klöckner mit dem Kinde bettelnd das Land durchstreifen, nach einem andern sollte sic das Kind an eine Gauklerbande verkauft haben, ein drittes wollte sie selbst mit dem Kinde in Belgien bei einer solchen Gesellschaft gesehen haben. Da stellte sich vor ein paar Tagen heraus, daß die Gesuchten in Rüdesheim sich befänden. Auf Verlangen von hier wurde die Klöckner dort verhaftet und auf Grund eines vom hiesigen Amtsgericht gegen die Entführerin erlassenen Haftbefehls gestern Abend hier cingebracht. Das Gerücht von ihrer Inhaftnahme hatte sich bereits durckgesprochen, den ganzen Nachmittag war der Bahnhof von Zteugierigen belagert, welche auf die Ankunft warteten. In Rüdesheim hatte die Klöckner das Kind seit drei Wochen bei einem ©^reiner in Kost gegeben; der Kleine ist gut gehalten und zeigt Anhänglichkeit an die K. tote hat ibn dort für ihr eigenes Kind ausgegcbeu, sich selber für eine Wittwe Schmidt und das Kind angehalten, zu sagen, der Vater sei ertrunken. Factisch war die Klöckner mit einem aus Aßmaunshausen gebürtigen Manne dieses Namens verlobt und bereits zweimal aufgcboten, als letzterer im Rheine ertrank. Die Untersuchung aegen die K. wird auf Grund des $ 235 R.-Str.-G.-B. beim Königlichen Amtsgericht, dem sie bereits übergeben ist, geführt. (r. Z.) Aus dem Fürst ent hum Waldeck, 21. August. Das große Brandunglück zu Eorbach hat noch größere Verheerungen angerichtet, als man zuerst annahm. Das Feuer entstand nach den nunmehr fcstgestclltcn amtlichen Ermittelungen in der mit etwa 4000 Gebunden Roggen vollgepfropften Scheune des Kaufmanns E. Vesper und verbreitete sich mit solch rapider Schnelligkeit bei dem starken Winde, daß an Retten der Mobilien nicht zu denken war. Viele haben kaum das nackte Lebe'n gerettet. Mehr denn 30 Gebäude waren in kurzer Zeit von den Flammen ergriffen und als jetzt noch Wassermangel eintrat, da befürchtete man das Schlimmste. Glücklicherweise drehte sich der Wind, Feuerwehr auf Feuerwehr jagte heran und ihrer aufopfernden Thätigkeit gelang es endlich, den Brand zu isoliren. 9ttedergebrannt sind im Ganzen 24 Gebäude, einschließlich 13 Scheunen, theilwcise zerstört 19 Gebäude. Nicht alle haben versichert. Der Schaden ist bedeutend, da große Getreidevorräthe verbrannt sind; mehrere Feuerwehrleute wurden verwundet. Man vermuthet Brandstiftung. Sierck, 23. August, lieber den in der Nacht vom 15. auf den 16. d. M. an dem Polizeidiener Pfeiffer von Mandern verübten Mord hat sich folgendes heraus- gestellt: Am Abend des 15. August ging der Polizeidiener Pfeiffer von Mandern nach oem zu seinem Amtsbezirke gehörigen, etwa V< Stunde entfernt gelegenen Dorfe Tintingen und bot dort in einer Wirtschaft gegen IOV2 Uhr Feierabend, worauf er sich gleich wieder entfernte. Am nächsten Morgen gegen 5 Uhr fand man dessen Leiche am Ausgange des Ortes auf der Straße liegen. Der Kopf war beinahe vollständig vom Rumpfe getrennt und die That ist jedenfalls mit einer Sense, welche in der Nähe sich vorfand, verübt worden. Der Verdacht, die That vollbracht zu haben, fiel sogleich auf einen jungen Mann Namens Pesy aus Mandern, der in der betreffenden Wirtschaft sich befand und dem Polizeidiener Pfeiffer auf dem Fuße gefolgt war, auch noch in derselben Nacht flüchtig wurde. Gestern gelang es der Gensdarmerie aus Saarburg, denselben in Wincheringen zu verhaften. Er sott, laut der „Trier. Ztg.", die That bereits eingestanden haben. Das Verbrechen ist ein Racheact. Vor etwa zwei Jahren wurde der rc. Pest) auf Grund einer Anzeige des Polizeidieners Pfeiffer wegen schwerer Körperoerletzimg mit 14 Monaten Gefängniß bestraft und ist erst vor etwa 14 Tagen aus dem Gefängniß entlassen worden. — Im Rothen Schloß in Berlin herrscht wegen des Kunstgeschäfts an der Ecke ohnehin schon ein starkes Gedränge. Am Mittwoch versperrte den Weg vollends eine schnatternde Schaar „höherer Töchter". Da rief ein Herr dazwischen: „Das Kapitol ist in Gefahr!" (in Erinnerung an die Gänse, welche durch ihr Schnattern einst das römische Kapitol von den Galliern gerettet hatten) und die Schaar stob auseinander. — In Kreuznach haben, wie bekannt, vierzehn junge Damen einen Verein gegen die Unsitte der Tournüre und der am Rücken-Ende zu tragenden Polsterkissen gegründet, „weil sie sich nicht länger verunstalten wollen". Sie fordern Gleichgesinnte auf, sich ihrem Vereine anzuschließen, welchem sie den Namen „Hinnefescht" gegeben haben. Dazu bringt der „Kladderadatsch" folgenden Beitrag: Aus Süddeutschland sind bereits zahlreiche Anmeldungen eingegangen. Die erste aus Frankfurt a. M. mit dem Motto: 9tthmt mich auf in euren Bund, Weil fein weiblich schönes Rund Sich aus Kissen bilden löscht. Ich auch sage: „Hinne fescht!" Amanda 0. H. Ter zweite trägt das Motto: Eine echte deutsche Frau Trägt Tournüre nicht zur Schau, Auch fein heimlich Daunen-Nescht Auf dem Rücken. „Hinne fescht!" Rosaura L. in Mannheim. Tie dritte aus Stuttgart von Fräulein v. F. lautet: Mir auch sind als Ballascht-Lascht Polschter und Tournür' verhascht; Denn Statur isch schtets das Bescht. Bravo Mädels! „Hinne fescht!" ■e-'v y-'t i pth! chemtoAk ' hantlet ,4 W’ Sie ^°kayer fr4 Ver. ^ie dem wp/n les bau r. *Te,n- I HfR in 0E flro8. ;\l innen die erfor, lgem Leiden, Bekannten Kinder. Ausverkauf zurusen. 5311 siebenen. Schutz-Marke. »führung 2160 Nttü0crtrl>ffenes Aabrikat zum Stärken der Wäsche 1727 EMIL FISCHBACH m GIESSEN. OPtpfetn, a 6 Pf. ne türkische Zwetschen 5953 ö O —s Q 03 Leitung, büß iten Men, W M S5 5 SS c wieder eingetroffen. 6023 (9g. Stosser, Neuen Baue 7. M-d-hm einem »mW Oe offen- tb. 6.2L—r— s*&3 . W.WnNjer Aufgabe meines Laden- ^e|ci)Qfteö ((Solomai s und Kurzwanveu) verkaufe meine sammtlichen Artikel zu bedeutend herabgesetzten Preisen. C. W. Dieta, „ ÄJÄÄ Äi-Ät mif Qreü' Relse-Tannenhch-Kolter und Laden in bin. 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Veres, lir ’ch in der ange- xiiaen Lage, chemisch “Jysirten, garantirt Universstät« - Chronik. jirof ?äDnrih6iIfü?’>xV,tbmF0KUl1ä[t^u Königsberg hat an Stelle des «erstorbenen %x"^ra?£r medicinische Wochenschrift" meldet, wurde dieser Taae der dcutschen Uiuocrfttdt m Prag eine Entscheidung zugestellt, der zufolge die sämmtlickeii h)ei^KaVbCr s8IÖCltnn beut)d,cn medicmischen Klinik bildenden0Räume b^s^anf zivei abseits liegende, allgemein als sehr schlecht anerkannte Zimmer der medicmischen Facultät zugewiesen werden. Großinüthig hat man der deutschei^cilltüt dafür einige unbrauchbare Räume überlassen. Nurein diS©aal inb?n n n Auditorium unterbringen kann, ist darunter, so ^daß der klinische Unter richt sich wohl nur auf Kranke eines Geschlechts wird beschränken müssen 9Ha -u wlsjenschaftlichen Zwecken aber wurde dem Leiter dieser Kliniken klemcr Vorraum bei einer Retirade (!) angewiesen, welche von den k n 0011 4 Ammern, insgesammt von 47 Personen benutzt werden^m^ü" n^»rS1l!n7irbo^a.i,f,ntoaftH*en bÜrflc «Ohl in L A..nole"dkr Friede. Krogwann ---Wallthorftraße 17, Sonnenschirine^ für Herren, sowie Regenschirme für Damen und Herren, von den brlllgsten bis zu benjeinften, empfiehlt — OO Hub »amen. AechtenWeinesfig, feinsten Doppelesfig, alle Sorten Grwnrje empfiehlt _ 525t Für Arbeiter* Hosen, Hemden, Blousen u. Jacken billigst bei 5560 __Haubach. 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Marburg 121»», 1» 3‘3, 8«, 9"», H» 4", 8«*, 10 Caffcl 1210*, lw, 3«, 8'«, 9^», N. 122*, 4", 8'** Wetzlar 5« 6»’, 8-0*. 9« 12», 12», ’ 7’*, 810, (bis Dietz', 9*v