lrauben, le MHäbt, r Schatz -Cl'fcr ber$tlllf|l ' °°s Berühmte l’s Selbst. ®'lb. Jer an dm jirttf. & *r§ leibet, prangen retten * Mir« lobe. «68trlegi,mWn «ft Dir. -34, (01llie Myng. 3nij «beton, ' i* *• Witilar 'tljöltLW >ed-Stadt »«“Vs s. DM W d M $reiä, fittef- ^wöibe imer W F Stein- und n und V\(w MA Dem Lt Cie. ioiiTW . Rühl, Spender in der Neustadt. »i Humpen, Kuschen, rfl, Sitten, $e|'Ä: impfen- Neuenweg 22 Zunge in die l^re en;, Mmneister- _ MW Ems. t kbcft, Aids, nrr unb Utter, Portier ^r-Schnlo. MTficbi lror-^,, "**« m WWjrf‘regen- <£Ä'Ä 00. S«b*t- >±1 WS'M net. mb starke en Wort M I Ditliuar. Bmm-M J®SSä «ickrM-n__W Ä-xL .„ItEM---- Nr. L§2. Dienstag den 27. Juli ISS» ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. VreiO vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit Vrivqertstz«. Durch die Pvst bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. r SHul«r rße 7. Erscheint täglid) mit Ausnahme de2 Telegraphische Depeschen. Wolff S telegr. Eorrespondenz-Burea«. Bad Gastein, 26. Juli. Die gestern Abend beabsichtigte Spazierfahrt und die heutige Morgenprornenade des Kaisers Wilhelm mußten des eingetretenen Regens wegen unterbleiben. Heute Vormittag 11 Uhr nahm der Kaiser an dem in der evangelischen Kirche von dem Ober - Hofprediger- Kögel abgehaltenen Gottesdienste Theil. 8ur kaiserlichen Tafel haben heute der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Hohenlohe und der Cardinal-Fürstbischof von Olmütz, von Fürstenberg, Einladungen erhalten. . , L , , . Mürechen, 26. Juli. Der „Allgemeinen Zeitung" zufolge wurden bei der gestern zur Vorfeier des Geburtstages des Königs abgehaltenen Festsitzung der Akademie der Wissenschaften u. a. zu außerordentlichen Mitgliedern derselben ernannt: Der Bergrath Römer in Breslau, der Botaniker Müller in Melbourne, der Historiker Burkhardt in Basel, und zu correspondirenden Mitgliedern: Der Philologe Härtel in Wien, die Physiologen Hensen in Kiel und Kühne in Heidelberg, der Chemiker Fittig in Straßburg und der Justizrath Stobbe in Leipzig. Wien, 26. Juli. Gegenüber den Zeitungsnachrichten über eine bevorstehende Begegnung des Fürsten Bismarck mit dem Grafen Kalnoky sagt das „Fremdenblatt", daß die Gegenüberstellung der differirenden Ortsangaben genügen dürfte, um die Zuverläßlichkeit aller gegenwärtig über diese Ministerbegegnung und deren Zweck verbreiteten Meldungen zu charakterisiren. Konstantinopel, 26. Juli. Der Ferman, betr. die egyptische Neunmillionen- Anleihe, ist am letzten Donnerstag an den Khedive abgesandt worden. Einstur; Meier Hauser am Hchmarlrt ;u Köln. KSln, 24. Juli. 8 Uhr Abends. Soeben trifft eine Compagnie des 16. Infanterie - Regiments ein, deren Mannschaften theils die Unglücksstätte absperren, theils die bei den Rettungsarbeiten thätigen Pioniere ablösen. Der Zudrang seitens des Publikums ist so gewaltig, daß die Wasserleitung zur Säuberung des Platzes in Anwendung gebracht werden muß. 9 Uhr. Jni Ganzen sollen bis jetzt 52 Personen unter den Trümmern hervorgezogen worden sein. Bald nach 8 Uhr fand man die Leichen zweier Mädchen Namens Löhr, welche im ersten Stockwerk gewohnt hatten. Dieselben hoten einen schrecklichen Anblick und waren hauptsächlich am Kopfe verletzt. Die Todtenstarre schien schon seit einiger Zeit eingetreten zu sein. Die Zahl der bis jetzt aufgefundenen Entseelten beträgt vier. Zwei katholische Geistliche waren unausgesetzt auf der Unglücksstätte, ftc spendeten den von dem Schicksalsschlage so schwer Heimgesuchten Trost. Auch seitens der städtischen Verwaltung und von den Behörden geschah alles Mögliche, um das Unglück zu mildern. Kurz vor 9 Uhr stieß man wieder auf mehrere Verschüttete; man war mit den Abräumungsarbeiten bis über den Flur des Lölgen'schen Hauses gekommen. Aus diesem drangen Stimmen empor; mehrere Rettungsmannschaften stiegen hinab und alles ringsum harrte stumm und in banger Erwartung. Allein es stellte sich heraus, daß die Stimmen von Leuten herrührten, welche sich, um den noch Vermißten Rettung zu bringen, von einer anderen Seite her durch den Trümmerhaufen hindurchgearbeitet hatten. Bald nach 9 Uhr stürzte ein Theil des noch stehen gebliebenen Hinterbaues ein. Die in der Nähe Beschäftiaten eilten zur Seite und so ward neues Unheil verhütet. Die Mutter der beiden Mädchen, welche als Leichen emporgeschafft wurden, war zur Zeit, als der Einsturz des Hauses geschah, abwesend. Ihr Jammer, als sie ihre beiden verunglückten Kinder sah, war unbeschreiblich. 10 Uhr. Um 9 Uhr 15 Minuten schlugen aus dem Theile des Hintergebäudes, der noch stehen geblieben, plötzlich die Flammen wieder auf. In der traurig-schönen Beleuchtung gewährte die Unglücksstätte einen eigenartig ergreifenden Anblick. In dem Keller von Lölgen wurde Niemand aufgefunden. Ein 7 Monate altes Kind wurde noch lebend aus den Trümmern herausgeholt. Die Volksmenge brach, als sie das Kind unverletzt erblickte, in lauten Jubel aus. 11 Uhr 30 Minuten. Während des ganzen Abends mar die Rheinau von Tausenden von Menschen belagert, welche mit ängstlicher Spannung den höchst schwie- rigen Rettungsarbeiten folgten. , „ r , 12 Uhr Nachts. Frau Moll ist im Hospital den erlittenen Verletzungen erlegen. i/. vor 12 Uhr wurde eine weibliche Person in einem Bette liegend aufgefuuden. Bis jetzt sind nur die Beine zu sehen. Das Bett muß ausgesägt werden. Große Mühe kostet das Herunterreißen der schweren Balken. Die 1. Compagnie des 16. Regiments wurde durch die 2. Compaanie desselben Regiments abgeloft. Die Prosenoren Bardenheuer und Leichtenstem sind an der Unglücksstätte. 10 Minuten vor 12 Uhr wurde eine nur mit einem Hemde bekleidete Frau, welche im Bette gelegen hatte und bei der die Todtenstarre schon eingetreten war, herausgeschafft und fortgefahren. Die Frau war Patienttn und heute Morgen noch vom Arzte besucht worden. Deutschland. Berlin, 24. Juli. Die öffentliche Meinung beginnt allmälig sich ein kla-eS Bild über die Lage in Afghanistan zu machen. Die Befürchtungen vor einem Ausbruch der Feindseligkeiten sind geschwunden, aber auch die übertriebene Schönfärberei findet verdienten Unglauben. England und Rußland stehen sich in Bezug auf den Zulfikar-Paß noch immer mit widersprechenden Ansichten ent» qeqen Salisbury verharrt auf dem Punkte, den Gladstone eingenommen hat, unö scheint entschlossen, keinen Schritt zurückzuweichen. Rußland verlangt einen solchen Rückzugs ein Einverständniß dürste demnach nur zu erlangen sein, wenn Eng- land und Rußland gleichzeitig ein freundliches Entgegenkommen zeigen. Bis jetzt ist dasselbe jedoch noch nicht bemerkbar. Man darf aber hoffen, daß sich dies ändern wird, und die Ansicht, der Friede werde erhalten bleiben, erscheint bester begründet, als die Furcht vor einem Kriege, da beide Parteien gleich schwerwiegende Gründe haben, letzteren zu vermeiden. Bis jedoch die beider- fettige Friedensliebe in einem gegenseitigen Entgegenkommen rhreff Ausdruck findet, bleibt die Lage unsicher, wie sie es seit vielen Wochen ist und man sollte sich ein. für allemal klar machen, daß weder die Ansichten der Börse, wie sie in den Schwankungen der Eurse Ausdruck finden, noch auch die Beurtheilung, welche über die Lage in den Zeitungen gefällt wird, daran im Wesentlichen etwas ändern können. m „ , . — Born Ministerium des Innern ist gleich, nachdem die Vorgänge bei dem Bearäbniß eines Socialdemokraten in Frankfurt a. M. hier bekannt geworben waren, ein umfassender Bericht darüber vom Oberpräsidenten Grafen Eulenburg eingefordert worden. Letzterer hat das Polizei-Präsidium m Frank- furt a M. sofort veranlaßt, eine genaue Untersuchung zu veranstalten und ihm das Ergebniß derselben mitzutheilen. Wie man vernimmt, hat man an den hiesigen maßgebenden Stellen schon seit längerer Zeit sehr aufmerksam das Ge- baren her Frankfurter Socialdemokraten beobachtet und ist wiederholt, zuletzt noch während des Procestes gegen Lieske, dem Gedanken näher getreten, auf Grund des Socialistengesetzes den kleinen Belagerungszustand über Frank- furt a. M. zu verhängen. Von dem erwarteten Berichte des Oberpräsidenten in Kastel wird es wohl abhängen, ob man sich nunmehr zu diesem Schritte entschließen wird. (Köln. Ztg.) Hamburg, 25. Juli. Unter der Firma: „Kamerun-Land- und Plantagen. Gesellschaft Woermann, Thormaehlen und Compagnie" hat sich hier eine Commanvit.Gesellschast gebildet, deren persönlich haftende Gesellschafter die Fir- men C. Woermann und Jantzen und Thormaelen find. Commanbitisten sind Kapitalisten aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands, welche sich mit An- iheilen ä 10,000 X. beteiligt haben. Zweck der.Gesellschaft ist, eine rationelle Plantagen-Wirthschast im Kamerun-Gebiete, insbesondere bei Bimbia zu ver- suchen. Als Leiter der Plantagen-Anlagen ist E. Teusz engagirt, der bereits .am Congo mit günstigem Erfolge ähnliche Versuche gemacht hat. England. London, 24. Juli. Im englischen Unterhause richtete am 21. ds. der Abg. Raikes an den Unterstaatssecretär für auswärtige Angelegenheiten die Frage, ob irgend welche Begründung vorhanden sei für die von dem ehemaligen französischen diplomatischen Agenten in Egypten, Billing, gemachte Behauptung, daß ein Anerbieten des Mahdi, den General Gordon gegen ein Lösegeld von 1,250,000 Frcs. sreizulassen, dem letzten Cabinet unterbreitet und von demselben verworfen wurde. Unterstaatssecretär Bourke erwiderte: „Lord Granville ermächtigte den Marquis v. Salisbury, folgende Erklärung darüber abzugeben: Lord Granville kannte Herrn v. Billing in feiner Jugend und später, als er im französischen diplomatischen Dienst angestellt war. Seitdem ist Herr v. Billing seines Postens enthoben worden, und es waren andere Umstände vorhanden, welche bas Vertrauen, das Lord Granville früher in Herrn v. Billing gefetzt, schwächten. Im Mai 1884 machte sich Herr v. Billing anheischig, die Frei- lastung des Generals Gordon gegen ein Lösegeld von 50,000 Lire und unter andern Bedingungen zu erwirken. Lord Lyons, der britische Botschafter in in Paris, übermittelte das Anerbieten an Lord Granville, bemerkte jedoch, daß -er dasselbe nicht befürworte. Herr v. Billing bot feine persönliche Bürgschaft für die Erfüllung des Vorschlages an, unb der erste Schritt sollte sein, einer von ihm bezeichneten Persönlichkeit 2000 Lire zu zahlen. Rach Berathschlagung mit Herrn Gladstone und Lord Hartington und nach Anstellung weiterer Nachforschungen wies Lord Granville Lord Lyons aus verschiedenen Gründen an, das Anerbieten abzulehnen." Der Sturm, den die bekannten Enthüllungen der „Pall Mall Gazette" über den Jungfrauen-Schacher in England hervorgerufen, hatte sodann in dem sonst so ernsten Hause ein lustiges Nachspiel. Onslow fragte, ob der Minister des Innern gesehen, daß die obfcöne Literatur (es sind damit die Enthüllungen der „Pall Mall Gazette" aus dem modernen Babylon gemeint) illusirirt worden sei. Mit diesen Worten warf Onslow dem Minister des Innern eine Nummer des „Town Talk" zu. Croß lehnte die Annahme des Blattes mit einer Geberde des Abscheues ab, worauf Onslow das Blatt auf den Ministertisch warf und fragte, ob der sehr ehrenwerthe Herr, der für die Ordnung und den Anstand in Den Straßen verantwortlich fei, fernerhin gestatten werde, daß solche „Schandblätter" in den Straßen und Läden verkauft werden. Der Minister des Innern schwieg. Der Schatzkanzler schleuderte den ,,Town Talk" dahin zurück, woher er gekommen, aber das Blatt wurde flugs zurückgeworsen. Damit endete dieses sonderbare Ballspiel, das im Hause große Heiterkeit hervorrief. Loudon, 25. Juli. Mehreren Morgenblättern zufolge nehmen die eng* lifch-rusfischen Unterhandlungen bezüglich der afghanischen Grenze einen befriedigenden und glatten Verlauf. — Baron Staal hatte gestern eine längere Unterredung mit Loid Salisbury. Men. Kalkutta, 25. Juli. In Rungapur und Bengalen haben drei heftige Erderschütterungen stattgefunden, durch welche große Verheerungen angerichtet worden sind. Ein Dorf in der Nähe von Nattore (Bengalen) ist vollständig vom Erdboden verschwunden. Amerika. New-Aork, 24. Juli. Die Beerdigung des Generals Grant wird am 8. August im New-Dorker Centralpark stattgesunden. Die Leiche wird am 4. August von Mount-Mac-Gregor, wo Grant starb, nach Albany gebracht und dort einen Tag ausgestellt werden. In New-Iork wird die Leiche 3 Tage ausgestellt bleiben. 25. Juli. Die Anlage der nächtlichen Beleuchtung ging gestern mit großer Schnelligkeit -von Statten. Diesem Umstande ist es zu danken, daß während der Nacht so rüstig fortgcarbeitet werden konnte. Von einem Augenzeugen wird uns über den Eintritt der Katastrophe das Folgende mitgetheilt: „Ich befand mich", so erzählt derselbe, „gleich nach 12 Uhr auf dem Holzmarkte zwischen der Placatensäule und den beiden nun in Schutt und Trümmern oaliegenden Häusern. Plötzlich entstand ein Riß am Giebel genau in der Mitte der beiden Häuser; zugleich hörte ich einen Krach, entsetzt sprang ich zur Seite. Dann entstand eine gewaltige Staubwolke, welche sich aber bald, von dem Winde getrieben, verzog. Als dies geschehen war, sah ich das schreckliche Unglück: Die beiden Häuser waren ein Trümmerhaufen. Keine Stimme wurde während des Einsturzes laut, ich vernahm auch keine, nachdem das Unglück geschehen war. In dem Augenblicke aber, als ich den Krach hörte, sprang ein Herr und eine erwachsene Frauensperson aus einem der beiden Häuser auf die Straße, ebenso eine zweite Frauensperson mit einem Kinde. Derselbe erklärte, daß sie noch eine Kranke in dem eingestürzten Haufe habe. Eine Frau — man sagte, ihre zwei Töchter seien in dem Chaos begraben — kam die Straße daher, sah das Unglück, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und that einen herzzerreißenden Schrei, einen einzigen, und wurde dann in ein benachbartes Haus geführt. Sofort nach der Katastrophe eilten mehrere Rheinarbeiter zu der Unglücksstätte imb holten etwa 20—25 Personen heraus. Die Feuerwehr wurde sofort benachrichtigt; obgleich sie sehr schnell eintraf, währte mir doch die Zeit bis zu ihrer Ankunft eine Ewigkeit." Allerorts regt sich der den Kölnern eigene Wohlthätigkeitssinn, um den von dem schweren Unglück Betroffenen, die zum Theil Hab und Gut verloren haben, beizuspringen. Der Kölner Wohlthätigkeitsverein hat bereits nach Kräften geholfen. Mehrere Sammelstellen zur Empfangnahme von Gaben der Nächstenliebe sind bekannt gemacht. Vereine rüsten sich, um für die Hartbetroffenen Concerte u. s. w. zu veranstalten. Die Direction des Wilhelm-Theaters wird eine Vorstellung zum Besten der durch die Katastrophe Geschädigten geben. Herr Niemann wird die Einnahme des morgigen Nachmittags - Concertes oenselben zuwenden, und unsere Kaiserin, fttts die Erste, wo es gilt, menschliches Elend zu mildern, hat, nachdem sie die Meldung von dem schrecklichen Unglücksfalle in der „Kölnischen Zeitung" gelesen, dem wackeren Vorstände unseres Wohlthätigkeitsvereins sofort zur Unterstützung der Beklagenswerthen 300 X zugesandt. 2 Uhr 30 Min. Nachdem die ermüdeten Arbeiter durch frische Kräfte ersetzt worden, wurde die Abräumung der schweren Stockwerkbalkenträger in Angriff genommen, welche Arbeit nicht geringe Mühe verursachte. Mannschaften der freiwilligen Feuerwehr und die 4. Compagnie des 16. Infanterieregiments rissen sodann die an der rechten Seite liegenden Fußböden der Stockwerke herunter, wodurch auch die rechte Seite der Unglücksstätte frei wurde. Sodann versuchte die Feuerwehr, mit den Soldaten zusammen ungefähr 150 Mann stark, den noch stehengebliebenen Hinteren Giebel des Moll'schen Hauses, der mit den Hintergebäuden fest verankert war. herunterzureißen. Ein zweimaliger Versuch führte nicht zum Ziele; jedesmal brach das Seil. Es wurden nun starke und schwere Schiffstaue beschafft. Trotz der vereinten Kräfte bedurfte es jedoch eines dreimaligen mühsamen Anziehens in einer Zeit von zehn Minuten, bis es gelang, den noch überhangenden Theil dieses Stockwerks niederzulegen. Die städtische Verwaltung hat den Chefs des 16. Infanterieregiments und des Deutzer Pionierbataillons für die gelegentlich des großen Unglücks so bereitwillig gestellte Hülfe schriftlich ihren Dank ausgedrückt. Auf Montag Abend ist eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordneten anberaumt, für welche der Unglücksfall zur Berathung ansteht. Vom städtischen Jnvalidenhause wurde den ihrer Habe und ihres Obdachs Beraubten 60 Betten zur Verfügung gestellt. Abends 6 Uhr. Die Zahl der im Bürgerhospital untergebrachten Geretteten beträgt jetzt 33, die der Tobten 7. Von den ersteren haben nur wenige Personen schwere Verletzungen erlitten, bei den meisten handelt cs sich um gefahrlose Quetschungen und sonstige leichte Schäden. Die älteste der Geretteten ist eine Siebenzigjährige, die jüngste ein Mädchen von vier Tagen. 8 Uhr. Die Abräumungsarbeiten werden rüstig fortgesetzt; man hofft, bis längstens morgen Mittag damit zu Ende zu kommen. Wie es sich herausgestellt haben soll, befindet sich nur noch die Leiche eines Schreinermeisters Namens Schulz unter den Trümmern. Sonntag Vormittag 9 Uhr findet von: Bürgerhospital aus die Beerdigung der Leichen der Verunglückten statt. Die katholische wie die evangelische Gemeinde und die Militärbehörde haben ihre Leichenwagen zur Verfügung gestellt. Die Geistlichkeit der Confessionen, denen die Verstorbenen angehören, werden den so jäh aus dem Leben Gerissenen das letzte Geleit geben. Es steht zu erwarten, daß alle Stände recht zahlreich in dem Trauerzuge vertreten sein werden. 26. Juli. Heute früh 6Vr Uhr wurde der letzte Verschüttete, der Schreiner Schulze, todt aus den Trümmern heroorgezogen. Die Beerdigung von 7 Tobten fand heute um 9 Uhr unter großer Betheiligung statt. Lokale-. Gieße«, 27. Juli. Nur wenige Tage trennen uns noch von der am 6. August Hierselbst auf dem Lenz'schen Felsenkeller stattfindenden Jubiläumsfeier des Oberhessischen Bienenzüchteroereins. Bei dem mannigfaltigen Interesse nun, welches die Bienenzucht, bekanntlich von Baron von Ehrenfels die Poesie der Land- wirthschaft genannt, für die verschiedenen Kreise unserer Stadt und Umgegend bietet, dürfte es angezeigt erscheinen, einige Notizen über die Geschichte des Vereins, sowie einige Mittheilungen über das nunmehr festgesetzte Festprogramm zur Kenntnißnahme des gesammten Leserkreises zu bringen. Der Oberhessische Bienenzüchterverein verdankt seine im. Jahre 1860 erfolgte Gründung und erste Organisation in erster Linie dem jetzt in Marburg lebenden Herrn Rechtsanwalt Krug, dem bei der Gründung des Vereins die damals bereits für Rheinhessen und Starkenburg bestehenden Vereine dieser Art als Vorbild gedient haben mögen. In jedem Falle aber trug, wie überhaupt zur Entwicklung aller übrigen derartigen Vereine, auch hier die geniale, weit über Deutschlands Grenzen hinaus epochemachende Erfindung des berühmten Bienenzüchters Dr. Dzierzon, die bewegliche Wabe, wesentlich dazu bei, den Verein mehr und mehr aufblühen zu lassen. Eine Anzahl tüchtiger Vorstandsmitglieder, von denen leider die meisten dem Verein bereits durch den Tod entrissen sind, haben während des 25jährigen Bestehens des Vereins der guten Sache unermüdlich ihre Kräfte gewidmet; am längsten ist dies der Fall mit dem jetzigen Vereinspräses, Herrn Pfarrer Deichert zu Großen-Buseck. Von Gründung des Vereins an schon Vorstandsmitglied, übernahm der Genannte 1869 nach zu Bad-Naubeim erfolgter einstimmiger Wahl das Präsidium und er hat es verstanden, den Verein über alle Klippen hinweg und durch alle ihm drohende Gefahren hindurch so ausgezeichnet zu leiten, daß ihm der herzliche Dank aller Vereinsmitglieder wohl schon seit langer Zeit volle Gewißheit ist. Gleichwohl erachten es dieselben als Ehrenaufgabe, zugleich mit der Jubiläumsfeier des Vereins die ihres verehrten Herrn Präsidenten zu begehen. So ist es eigentlich eine Doppelfeier, zu der sich der Verein, freundlichst unterstützt von einem ebenso hochangesehenen als opferwilligen Localcomitö für den 6. August vorbereitet. Die Tagesordnung ist in gleichem Maße umfangreich als interessant, letzteres namentlich durch freundliche Uebernahme wissenschaftlicher Vorträge Seitens zweier hiesiger Herren Professoren. Den Kleinimkern wird besonders durch einige Vorträge aus der Praxis Rechnung getragen werden, auch ist diesen wie sämmtlichen Festtheil- nehmern gelegentlich der früh von 8 bis 10 Uhr vorzunehmenden praktischen Demonstrationen Gelegenheit geboten, am Biencnvolke selbst die gewünschte Belehrung zu finden. Nach vollständig erledigter Tagesordnung wird das Mittags 2 Uhr stattfindende gemeinschaftliche Essen die Festtheilnehmer weiter zusammenhalten. Von 4 Uhr Nachmittags an findet unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Concert der hiesigen Regimeutsmusik statt. Für den Abend ist ein Ausflug nach dem Philosophenwald geplant. In Aussicht genommen ist ferner, namentlich im Interesse der von den verbündeten Vereinen entsandten lieben Gäste, für 7. August früh ein Ausflug nach Lich „jur Besichtigung der bestens anerkannten Bicneuzuchtctabliffements der Herren Förster und Keck, von da weiter nach Kloster Arnsburg. Bei der regen Thätigkcit, welche die einzelnen Festcommissionen entwickelt haben, läßt sich ein in allen Beziehungen wohl- ) gelungenes Fest erwarten. Für die Nichtimker freilich dürften vielfach das meiste Interesse weniger die Verhandlungen als die zugleich mit der Versammlung stattfindende Ausstellung bieten. Letztere wird außer lebenden Bienenvölkern Bienenproducte jeglicher Art, sowie die verschiedensten Bienenzuchtgcräthschaften umfassen. Die für Oberhessen behördlich genehmigte große Verloosung bietet nicht nur Bienenzüchtern, sondern auch dem größeren Publikum reichlich Gelegenheit, für Billiges in den Besitz recht annehmbarer Gewinne zu kommen. Der Besitz eines Looses berechtigt überdies zum freien Besuch der Verhandlungen, der Ausstellung, sowie des am Nachmittag stattfindenden Concertes. So dürfen wir hoffen, daß die am 6. August stattfindende Jubiläumsversammlung nicht nur allen früheren Generalversammlungen des Vereins gleichkommt, sondern daß sie als Jubilarin dieselben weit überstrahlt zum Nutzen der Bienenzucht unserer Provinz, zur Freude des verehrten Vereinsvorstandes und des mit den Vorarbeiten betrauten Localcomitös und im Interesse des an der Jubiläumsfeier theilnehmenden gesammten Publikums. H Gießen, 27. Juli. Der Rechner des Eisvereins theilt uns das Resultat der Abrechnung dieses Vereins pro 1884/85 mit. Vereinnahmt wurden: Eintrittsgelder von Nichtmitgliedcr . . 579.95 x Verkaufte Vereinszeichen .... 199.70 „ Wirthschaftsmiethe.....55.— „ Beiträge von Mitgliedern .... 1480.75 „ Eintrittsgelder von Mitgliedern beim Eisfest 131.10 „ 2446.50 X Verausgabt wurden: Diverse kleine Ausgaben, Annoncen x. . 88.70 X Bauconto.......1112.02 „ Drucksachen....... 64.05 „ Bedienung....... 431.23 „ Anschaffung von Geräthen .... 299.44 „ Laufende Reparaturen..... 177.30 ,, Festlichkeiten, Musik x..... 244.55 „ 2417.19 X Ueberschuß bcr Einnahmen .... 29.21 „ , c 2446.50 X Die Zahl ber Mitglieber beträgt 742, der Eisvcrein ist sonach der stärkste Verein, in Gießen. ][ Gieße«, 27. Juli. Einem Tableau zu den diesjährigen Herbstübungen der Großherzoglichen (25.) Division entnehmen wir folgende Zeiteintheilung: I. Regiments-Exerciren: 1. Großherzogl. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115, vom 15. bis 20. August, bei Darmstadt; 2. Großherzogl. Infanterie- Regiment (Großherzog) Nr. 116, vom 17. bis 22. August zwischen Dieburg und Groß-Umstadt. (Unser Regiment verläßt Gießen am 15. August per Eisenbahn). 3. Großherzogl. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, vom 14. bis 19. August bei Mainz. 4. Großherzogl. Infanterie-Regiment (Prinz Karl) Nr. 118, vom 17. bis 22. August bei Darmstadt. 1. Großherzogl. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23, vom 7. bis 20. August bei Babenhausen. 2. Großherzogl. Dragoner-Regiment (Leib-Dragoner-Negiment) Nr. 24. vom 10. bis 23. August bei Darmstadt. 11. Bri gade - Exerciren: 49. Infanterie-Brigade, vom 24. bis 29. August zwischen Dieburg und Groß-Umstadt. 50. Infanterie-Brigade, vom 24. bis 29. August auf dem Griesheimer Artillerie-Schießplatz bei Darmstadt. 25. Kavallerie-Brigade, vom 24. bis 28. August auf dem Griesheimer Schießplatz bei Darmstadt. 1H. Detachements-Hebungen: 1. Detachement (combinirte 49. Brigade) vom 31. August bis 3. September zwischen Groß-Umstadt und Michelstadt, mit Schluß bei Langenbrombach. 2. Detachement (combinirte 50. Brigade) vom 31. August bis 3. September zwischen Eberstadt und Fürth, mit Schluß voraussichtlich bei letztgenanntem Orte. IV. Divisionsmanöver: vom 5. bis 11. September zwischen Lindenfels und Dieburg, mit zwei Biwaks der halben und einem Biwak der ganzen Division, und voraussichtlich Schluß der Hebung am 11. September bei Groß-Umstadt. V. Rückkehr derTruppen von dem M anövcrfelde in ihr e Garnisonen: Garnison Darmstadt-Bessungen: am 12. September per Fußmarsch, Garnison Gießen: am 12. September per Eisenbahn, Garnison Mainz: am 12. September per Eisenbahn, Garnison Worms, am 12. September per Eisenbahn. Garnison Offenbach: am 12. September per Eisenbahn, Garnison Babenhausen: am 13. September per Fußmarsch, Garnison Butzbach: am 16. September per Fußmarsch. Sofort nach der Rückkehr der Truppentheile in ihre Garnisonen erfolgt auch in diesem Jahre die Entlassung der Reservisten und Dispositionsurlauber. Gießen, 27. Juli. Heute Morgen gegen 8 Uhr verschied eines sanften Todes der in weiten Kreisen bekannte uno verehrte Universitätsdiener i. P. Herr H. Zimmermann nach beinahe vollendetem 86. Lebensjahre. vermischtes. — Die Zeit der Pilze und des Pilzsammelns rückt näher und es dürfte angebracht sein, den Pilzfreunden einige wohlgemeinte Winke zu geben, da die Art und Weise, wie das Pilzsammeln bisher meist betrieben wurde, uns dahin bringen kann, eines der vortrefflichsten Volksnahrungsnüttel, dessen Nährwerth gar nicht weit hinter dem Fleische zurücksteht, zu verlieren. Man reißt die eßbaren Pilze meist mit Stumpf und Stiel aus dem Boden und macht dadurch jeden Nachwuchs unmöglich, und man vergißt, wenn man ja den Pilzstiel, wie es richtig ist, oberhalb des Bodes abschneidet, das im Boden gebliebene Stück mit einer Hand voll Erde zu bedecken. Geschieht dies nicht, so vernichten nämlich die Maden der Pilzfliegc den Rest des Stieles. Also: Schützet die Pilze! Reißet sie nicht ab, sondern schneidet sie ab! Werfet eine Hand voll Erde über den stehen gebliebenen Stumpf! Erntet nur ausgewachsene Schwämme und schont die junge Brut! — Seit einer Reihe von Jahren haben die Rekrulirungen für die österreichische Armee ziemlich traurige Ergebnisse geliefert, so daß, um die Kontingente vollzählig zu erhalten, immer umfangreicher auf ältere Jahrgänge zurückgegriffen werden mußte. Die Gründe für diese wenig erfreuliche Thatsache sind nicht etwa in der Verminderung der Bevölkerungsziffer, sondern vielmehr darin zu suchen, daß die körperliche Entwickelung Einzelner, namentlich z. B. bei den slavischen Rassen, derart zurückbleibt, daß dieselben beim Eintritt in das militärdienstpflichtige Alter nicht stark genug befunden werden, um für den Heeresdienst als tauglich zu gelten. Das schließt nicht aus, baß dieselben Individuen mit jebem neuen Lebensjahre sich kräftiger entwickeln, so baß sie zu späteren Zeitpunkten, wenn auch als ältere Mannschaften, für tauglich befunben werben. Zur Zeit haben diese ungünstigen Rekrutirungs-Verhältnisse bereits zu einer gewissen Kalamität geführt. Die diesjährigen, abermals wenig befriedigenden Resultate der Aushebung haben den gemeinsamen Kriegsminister für Oesterreich-Ungarn zu der Ueberzeugung gebracht, daß selbst die vierte Altersklasse, welche bisher nur ausnahmsiveise aufgeboten wurde, nicht mehr genügt, die Kontingente vollzählig zn erhalten. Wie der „Pesther Lloyd" rnittheilt. soll aus diesem Grunde die Aufnahme der ständigen und ordentlichen Einberufung der fünften Altersklasse in das Wehrgeseh in Erwägung gezogen werden. Wenn diese allerdings tief einschneidende Reform von den gesetzgebenden Körperschaften angenommen wird, so stehen fortan jährlich fünf Altersklassen zur Ergänzung der Armee-Kontingente zur Verfügung. Diese Maßregel erscheint zwar sehr streng, muß aber unter den gegenwärtigen Verhältnissen in ber österreichischen Monarchie als nnvermeiblich gelten. Schiss-nachrichten. Bremen, 25. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Salier, Capt. C. Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. Juli von Bremen und am 14. Juli von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. btt 55.— «0.15 88.70 je 112.02 64.05 ’ 131.23 *.44 117.30 244.55 ' Jto_L 1446.50 m lnad> taMtffte Betet« ■iflm Aerbftüiungen ‘ ^Heuitbcilung- .(WrM roßherzogl. Infanterie- k Mlschm Dieburg und äugust per Eisenbahn), r- U7, üom 14. bis 19. : (Prinz kach Nr. 118, tzi. Tratzoner-.Regimenl Mst bei Babenhausen. Menst Nr. 24. oom 10. m 24. bis 29. August Lrigade, vom 24. bis 29. bei Damstadt. 25. Aa- iesheimer Schießplatz bei inirte 49. Brigade) vom ) Dtichelstadt, mit Schluß Brigade) vom 31. August "d)lufc voraussichtlich bei wischen Lindenfels unb al ber MM DWvn, aber bei Groß-Umstadt, in ihreGarnisonen: ?er Fußmarsch, Garnison Jtoinj: am 12. September per Eisenbahn. Garnison nison Babenhausen: am 16. September per Fuß- in ihre Garnisonen er- nd Dispositionsurlauber. d)ieb eines sanften Todes Italiener i. P. Herr llen welche k. Williges in^^^n, L!8S Mit jJ’S ®«eins btt 579.95 j, 199.70 !< hi näher und es durfte an- , i L da die Art und uä d-hiii bM-n >°m« -.l, (iflr picht weit hinter ÄP mit nit inmöfllii, und man UW aß' um D ' ^^egriften *f bZ daß die darin zu W berart slavischenMieU' ffSftSra ZSKS liam" S -IUM*; -st d>-_ .hr »»»«>! ? fei, @nm1 i 'MlWi dOW Bremen, 25. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.j Ter Postdampfer America, Eapt. G. Mayer, vorn Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Juli von Bremen abgegangen war, ist am 22. Juli wohlbehalten in Baltimore angckommen. __ _ Handel und Verkehr. Grünberg, 25. Juli. (Frachtpreise.) Weizen X 18.00, Korn JL 16.50' Gerste 00.00, Hafer X 14.50, Erbsen JL 18.00, Linsen JL 00.00, Lein JL 00.00, Samen A 20.60, Kartoffeln X 4.20, Wicken 00.00. Farbige seidene Surah, Satin merveilleux, Atlasse, Damaste, Seidenripfe und Taffete Mk. 2.20 per JWeter bis Mk. 12.25 versendet in einzelnen Roben und ganzen Stücken zollfrei in's Haus das Seiden-Fabrik-Depot von 6. Henneberg (König!. Hoflieferant) n Zurich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto nach der Schweiz. 1256 Kepertoir der vereinigten Stadttheater ?u Frankfurt a. M. Opernhaus. Wiedereröffnung des Opernhauses. Dienstag den 28. Juli: Undine. Mittwoch den 29. Juli geschlossen. Donnerstag den 30. Juli: Afrikanerin. Freitag den 31. Juli geschlossen. Samstag den 1. August: Tell. Sonntag den 2. August: Rienzi. Schauspielhaus. Dienstag den 28. Juli: Die Goldprobe. Mittwoch den 29. Juli: Krieg im Frieden. Donnerstag den 30. Juli geschlossen. Freitag den 31. Juli: Der lustige Krieg. Samstag den 1. August: Neu cinstudirt: Tic relcgirtcn Studenten. Sonntag den 2. August: Die relegirten Studenten. Montag den 3. August: Zum ersten "Male: Gasparone. Operette in 3 Akten von F. Zell u. R. Geu6e. Musik von Millöcker. — In Besetzung des ersten Tenorfaches in unserem Opernhausc sind in letzter Zeit von der Intendanz Vereinbarungen getroffen worden, welche die hiesigen Theaterbesucher mit Interesse cntgegennehmen dürften. Es ist nach längerer Unterhandlung gelungen, den rühmlichst bekannten Tenor des Münchener Hostheaters Herrn Nachbauer zunächst für die bevorstehende Saison für die hiesige Oper zu gewinnen. Herr Nachbauer beginnt seine hiesige Wirksamkeit im Spätherbst und wird (mit Ausnahme derjenigen Monate, welche Herr Perotti in Frankfurt singt), bis zum Sommer thätig sein. Eine junge Wiener Sängerin, Fräulein Schaumaun, welche vor Kurzem vom Wiener Eonservatorium mit einem Preise gekrönt worden ist, wurde für das Frankfurter Opernhaus cngagirt. Als jugendliche Tänzerin tritt Fräulein Bellini aus Pest in das hiesige Ensemble. Für die Debüts des Fräulein Giers werden im Schauspiclhause die Dramen „Arria und Messalina" (mit Fräulein Giers als Massalina und Frau Lange als Arria), „Phädra", und Grillparzer's „Esther" vorbereitet. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 27. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 18°, Luft im Schatten 191/»1- L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Bekanntmachung. Donnerstag den 30. d. MtS., Nachmittags 2 Uhr, läßt die Armenkasse dahier die zum Nachlasse der Iost Müller Wittwe gehörigen Mobilien, als: 1 Kleiderschrank, 1 Commode, 1 Tisch, Stühle, Bett und Bettwerk, Weißzeug, Kleider, sowie sonstige Haus- und Küchenge- räthe gegen gleich haare Zahlung versteigern. Die Versteigerung wird in Ler Wohnung der Verstorbenen, Flügelsgafse 6, abgehalten. Gießen, den 25. Juli 1885. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. __A. Bramm.______5468 Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Vergrößerung des Wohn- Hebäudes. im Forstversuchsgarten bei «Schiffenberg erforderlichen Bauarbeiten lollen auf dem Submissionswege in Accord gegeben werden. Dieselben sind veranschlagt: Maurerarbeit zu 1569 JC 55 Steinhauerarbeit „ 175 „ — „ Zimmerarbeit „ 429 „ -r- „ Dachdeckerarbeit „ 236 „ — „ Schreinerarbeit „ 487 „ — „ Schlosserarbeit „ 263 „ — „ Glaserarbeit „ 155 „ 5(> „ Weißbinderarbeit „ 290 „ 25 „ , Lusttragende wollen ihre Offerten nach Procenten des Voranschlags gestellt, schriftlich, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 31t Juli d. I., Vormittags 11 Uhr, bei uns einreichen, bis zu welchem Termin Pläne, Voranschlag uno Bedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 27. Juli 1885. Großh. Kreisbauamt Gießen- __________Walter._______5466 Arbeitsvergebung. Donnerstag den 30. d. M., Mittags 1 Uhr, werden folgende Arbeiten (incl. Material) Maurerarbeit, veranschl. zu JL. 318 Pflasterarbeit, „ „ ,, 396 Weißbinderarbeit, „ „ „ 225 Schreinerarbeit, „ „ „ 65 auf hiesigem Rathhaufe versteigert. Groß-Linden, am 27. Juli 1885. Großh. Bürgermeisterei Groß-Linden. Leun. 5451 Iieikgeöotenes. 5448 Ein Acker Hafer, sowie ein -großer gefüllt blühender Oleander zu verlaufen. Sandgaffe 54. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Schulgelder für die höhere und erweiterte Mädchenschule, sowie für die Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro I. Quartal 1885/86 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden. Das Schulgeld beträgt von einem Kind: a. für die höhere Mädchenschule: 1. in der Klasse I und II = 18 Wegen vollständiger Aufgabe meines Ladengeschäftes (Colonial- und Kurzwaaren) verkaufe meine sämmtlichen Artikel zu bedeutend herabgesetzten Preisen. C. W. Dietz, am Markt. Mache besonders aus eine große Parthie Pferdeteppiche aufmerksam. Ein gutes Zugpferd Z zu verkaufen. Wo? sagt die Exp. d. Bl- Patent-Rouleaux-Stangen, Kisten und Koffer empfiehlt JLouis JLony, 5204 Marktstraße 23. la. neue ho». WWringc, neues Grünkorn eingetroffen bei 5356 I. M. Schulhof. 5384] Verschiedene säst neue Thüren mit Futter zu verkaufen bei Jean Weber, Liebigsstraße 9. Oie Dampf-Kaffee-Brennerei von A, Zuntz sei. Wwe., bringt ihre Spezialitäten Gebt. Java-Kaffee’s Berlin, Bonn flegr. 1831. Gegr. 1837. Höf- in empfehlende Erinnerung. Sorgfältigste Auswahl und Mischung nur feinster Rohsorten, verbanden mit rationeller Brennmethode garantiren ein stets gleichmässig vorzügliches Product, das allen anderen Sorten gegenüber eine Ersparniss von 25% gestattet. 4534 Alleinige Niederlage in Giessen bei Herrn «F. HI. Schulhof, in Lieh bei Herrn Otto StÖOkicht. Proben auf Verlangen gratis. PrLrua neue holl. Vollhäringe ü 8 H offerirt 5458 ___________S. Elsoffer. Geleegläser. Gelse- und Einmachgläser liefert billigst 5454 Glas- und Porzellan-Handlung ____Carl Punge.____ Seesalz, Mutterlauge, Moorlauge, Moorsalk, Mchtennadel-SrtraKt re. empfiehlt 5349 Heinrich Wallach. la. neue holl. Vollhäringe empfiehlt billigst 5459 H. F. Nassauer. JHegenpnpier, Pergameiifpapier bester Verschluß für Ginwach- gläfer, empfiehlt 5347 Ernst Balser. Neue holl. Vollhäriuge superior empfiehlt 5302 L. Kalkhof. Jermietyungen. 5445 Ein kleines Logis zu vcrmiethen, sogleich beziehbar. Georg Noll, Gärtner, vis-a-vis dem Friedhof. 5453 Ein Logis von 3—4 Zimmern, mit Zubehör, Bleichplatz und Stückchen Garten, ist wegzugshalber zu vermiethen, 1. Oktober, auch früher, beziehbar. Eichgärten 12, a. d- Grünbergerstraße. 5460] Familienwohnung zu vermiethen. __________________________Neustadt 48. 5461] Fein möblirtes Zimmer zu ver- mlethen. Neustadt 48. 5463 Gin schön möblirtes Zimmer zu vermiethen- Grünbergerstraße 31. 5464 Ein Familienlogis zu vermiethen im Gambrinus. 5465 Westanlage 26 ein hübsch möblirtes Zimmer, zu ebener Erde, mit besonderem Eingänge, zu vermiethen. 5333 Ein Familien-Logis mit Laden und Werkstätte sogleich zu vermiethen. Zu erfragen bei Wildhändler Ebel- 5193 Ein Logis, bestehend aus 2 Zimmern nebst 2 Cabinetten, neu hergerichtet, zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 5270 Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Asterweg 10. 3331] Familienlogis: 3 Zimmer und Küche rc., zu vermiethen im __Darmstädter Haus. 35u8 Ein Familienlogis von 5 mern zu vermiethen. Bahnhofstr. 57. 5351 Das von Herrn Steuer-Jnspector Peters bewohnte Logis ist wegzugshalber anderweit zu vermiethen. Philipp Uhl. 4266 Gut möblirtes Zimmer m- Cabinet zu vermiethen. Marktstr^L-^ 4632 Im unteren Stock meines Hauses sind 5 Zimmer mit Zubehör per 1. August zu vermiethen. Arnold Mueller. "4817 Ein Logis im Vorderhaus zu vermiethen._____________Neuenweg 40. 5028 Ein Mansardenlogis per 1. Oc- tober beziehbar, eoent. auch früher. Th. Brück, Schloßgasse 16. —5T45 Ein Logis zu vermiethen bei A._Hofmanrr,-Walltt)orstraß^ 13. 5296 In meinem neuerbauten Hause tNordanlage) sind die drei Etagen, jede bestehend aus 7 Zimmern, Bodenkammer und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und per 1. October beziehbar. Wilhelm Seuling. 5352 Für kommendes Semester zwei einzelne möbl- Zimmer zu vermiethen. _____________Ludwigsstraß e _64._ 3804 Fein möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Schulstraße 9. 4994 Grünbergerstr. 18 ist der zweite Stock zu vermiethen, 1. September oder Oktober beziehbar.______________________ 5136 Eine Wohnung von 5 Zimmern nebst Zubehör ist zu vermiethen- Wilhelmstraße 2. 5320 Kleines Zimmer, möblirt, zu verm. Heinr. Meister, Seltersweg 45 4870] Eine schöne Wohnung, 6 bis 7 Zimmer, Zubehör und allen Bequemlichkeiten, mit Garten, auf 1. October zu vermiethen. Auskunft in der Exp- d- Bl- Mernnschte Anzeigen. 5462 Mehrere Herren können Kost und Logis erhalten. Neustadt 48. Ein Mädchen von auswärts fertigt Kleider an, von den einfachsten bis zu den hochfeinsten. 5456________________Lindenptatz 7. 5411] Wohnung von 2 Zimmern, mit Küche und sonstigem Zubehör, für eine einzelne Dame zu miethen gesucht- Gest- Ofierten abzugeben Asterweg 39 IIL 5369 Eine Cigarren-Iabrik in Württemberg sucht für Ober-- u. Niederbayern einen mit der Kundschaft bekannten, provisionsweisen Vertreter. Anträge unter A. Nr. 1 befördert die Annoncen-Expedition von Haa- senstein & Vogler in Stuttgart. 5380 Ein tüchtiges Mädchen mit guten Zeugnissen wird gesucht. _____________________Alice-Straße 18. Getragene Stiefel, Schuhe, Damenstiefel kauft Louis Rothenberger, 5185 Neuenweg 22. £5 s - & M —s ’ w- ♦ d»- tu . . - Die Nr. 43 enthält: Sigrit. (Fortsetzung). Eine Geschichte aus Finnland, von E. Berg. — Aus der Zeitrechnungstafel der Völker- Von L>r. Friedrich Leist. — Friedrichsruh und der Sachsenwald- Von Stephan Waetzoldt. Mit fünf Illustrationen. — Im Nest- (Fortsetzung.) Humoreske von Th. H. Pantenius- — Am Familientisch: Zu unfern Bildern: Der Kommunalgardist am Feinde. Von Konr. Beckmann. Unter den Fischern auf Lang Island- Von A- B- Frost. — In unserer Spielecke. Mit einer illustrierten Beilage: Vom Maurerstreik in Berlin._________________ 5467 Ein braunes Kinderhütchen verloren; gegen Belohnung abzugeben Dammstraße 1 HI. 5444 Die gegen Gottschalk Löwenberg in Steinbach ausgesprochenen Beleidigungen nehme ich hierdurch zurück. Steinberg, am 26. Juli 1885. Seligmann Katz. 5446 Einen tüchtigen Schreinergesellen sucht auf sofort ________Wilh. Albach, Daubringen. 5415 10 000 bis 15000 Mk. können sofort auf erste Hnpothek ausgeliehen werden durch I. Blitze 5433 Ein junges braves 11. gewandtes Mädchen gesucht. Bahnhofstraße 53. 5434] Lausmädchen sofort gesucht. Südanlage 13, dritter Stock- Zur gefl. Beachtung- Rohrle’s Bierhalle (früher Poschei). Dienstag den 28. ds. Mts. Großes Militär-Concert auggeführt von der ganzen Kapelle des Hessischen Jäger- Bataillons Nr. 11, unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Khmig. " Anfang 7'/r Uhr. Entree 40 Pfg. Programm. . 1. Theil. 1. Em Schütz bin ich! Marsch von Rcckling. 2. Ouvertüre zu »Joseph in Egypten" - • . . „ Mehul. 3. Telephon-Walzer „ Heil mann. 4. Divertissement a- d- V-rspiel „Das Nheingold". Vorabend des Bühnenfestspiels: -Der Niebelungen-Ring" „ R Wagner. 2. Theil. 5. Jael-Ouoerture , . „Schneider. 6. Grüße aus derHeimath, Concert-Polka für 2 Trompeten „ Ehm ig. 7. Paraphrase über „Die Loreley" . . . . „ Neswadba. 8- Scenen aus „Carmen" . . . . . „ Biz et. 3. Theil. 9. Fantasie aus „Der Trompeter von Säckingen' . . „ Neßler. 10. Sanct-Hubertus-Quadrille . . . Riebe. 11- Konigs-Gavotte . . . . . . . „ Reh. 12. Immer lustig! Galopp aus der Operette: „König Jerome" „ Ziehrer. 5457 P. Iwitnel, Restaurateur. Hessen Nafsauifchc Baugewerks Berufsgcnossenschaft. Zenossenschastsuersammsung Montag örn 17. August 1885, Dorrn. 10 Uhr im Hörsaale der Politechnifchen Gesellschaft Neue Mainzerstraße Nr. 35 zu Frankfurt a. M. Tagesordnung: 1. Wahl der Mitglieder des definitiven Genossenschaftsvorstandes und ihrer Ersatzmänner, sowie die Bestimmung des Vorsitzenden und seiner Stellvertreter. 2. Beschlußfasiung über die Beibehaltung oder Aenderung des vom Genossenschaftsvorstande ausgestellten Gefahrentarifs. 3. Feststellung des Etats für die Verwaltungskosten der Genossenschaft, insbesondere die Beschlußfassung über die Höhe der, vom Genossen- schaftsvorstande anzustellender Beamten, zu gewährende Gehälter und sonstige Entschädigungen, sowie über die denselben vom Genossen- schaftsvorstande zu ertheilende Dienstinstruklton behufs Regelung des Verhältnisses zwischen den ehrenamtlichen Organen und den Beamten der Genossenschaft 4. Wahl eines aus drei Mitgliedern bestehenden Ausschusses zur Vorprüfung der Jahresrechnung. 5. Bestimmung der öffentlichen Blätter, durch welche die Bekanntmachungen des Genossenschaftsvorstandes erfolgen sollen. Gießen, im Juli 1885. Im Austrag des Vorsitzenden des provisorischen 5455 Genossenschafts-Vorstandes £. Petri Vorsitzender der Section Gießen. N. S. Nach § 6, Absatz 2 des Statuts hat jedes Genossenschaftsmitglied das Recht, an den Beratungen theilzunehmen. Um alsbaldige Vorschläge von je 1 Vertrauensmann und 1 Ersatzmann für jeden Amtsgerichts-Bezirk der Section wird dringend gebeten. Kaufmannisclier Verein, Giessen? Autzerordentl. Generalversammlung Dienstag den 4. August, Abends 8V2 Uhr im Pereinslocale. Tagesordnung: 1. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. 2. Statutennachtrag. 3. Bewilligung zur Kaufm. Krankenkasse. Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. 5450 ____________________Der Vorstand. Är, Mein wohnt jetzt 5449 Den geehrten Damen von Gießen und Umgegend bringe hierdurch zur Kenntniß, daß ich am 1. Juli d. I. einen Corsos im Zoschneiden 0. Anfertigen von Damenkleidern nach eigener praktischer Methode errichten werde. Mein eifrigstes Bestreben wird es sein, meinen Schülerinnen die erforderlichen Kenntnisse in kurzer Zeit praktisch einzuprägen. Anmeldungen werden vou jetzt ab täglich entgegen genommen. Achtungsvoll Frau Kalbfleisch, 4307 Grünbergerstraße 20. NB. Für diejenigen Damen, welche selbst fertigen wollen, wird billigst zugeschnitten und eingerichtet. Kirclienplatz 81 im Hause der Frau Wittwe Wal lense l s. MressM der toi (liessen für 1885 Eremplare desselben sind ä 3 Mark in der Erpe- dition des „Gießener Anzeiger" zu haben. Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Set an N 3" sich bei Prü des Bezickl So Localpolizeid ob die Ausl Wnde be R weiten L Wie Joief bei begleite! fei Monarchen Vernehmer Tagen der halt nehm zwilchen d großer Sei das immer bereits gro wmentlij , Moimchen-E Der b ck btn Pä land unb bti kronchH Zn n man! von i für Wen 6c Wn miete Das s N»Neil * nationales Mt ja!, t Ma »mirl vWolhie, nie lüttem Mch ydtje m Dre Rlinieren Hr roü in j würdigen u ^erkannt wot 7 Deutich'Oj ihren Star öa.B von den i ^ichiiches obe1 ^Ehre angi Turnverein \ jnit Lchlch befer, ts iw, bil Die 5 W lu fafft >n, hl 'N Wien ,