Freitag den 27. März 188» Nr. 78 Erscheint täglich mit Aufnahme des Montags. '•4, w dttWW, pi 14 Tagen zu erstatten. Dr. Boekmann. Mittwoch den 1. April statt, mit folgender zu äußerst W» Gießen, am 24. März 1885. S Wt c t In. spective, welche er in wenigen Worten eröffnete, bietet einen überraschenden Ausblick aus die Zukunst dar. Nach den Erklärungen des genannten SLaats- secretärs der Colonieen handelt es sich zwischen beiden Staaten in der Dhat nicht blos um die Begleichung einzelner Differenzen, wie beispielsweise in Kamerun, sondern um ein allgemeines Abkommen, durch welches sämmtliche, in Ost- und West-Afrika wie in Australien schwebenden Machtstreitigkeiten durch gegenseitige Zugeständnisse dauernd geschlichtet werden sollen. Die außerordentliche Tragweite dieser Mittheilungen Liegt aus der Hand; Großbritannien sucht sich mit uns auf überseeischem Gebiete gütlich auseinanderzusetzen; es schließt mit uns, dem neuen Colonial-Nachbar, bereits seinen Grenz- und Freundschafts- Vertrag ab. Und das nicht etwa unter einen: Ministerium der deutsch-freundlichen Tories, sondern unter dem Regime Gladstone's, unter der Leitung des Staatsmannes, welcher sich offen und jederzeit als hartnäckiger Gegner der Politik Bismarck's bekundet hat. Die Zeit liegt noch nicht weit hinter uns, da Gladstone den Kanzler für alles Unheil in Europa verantwortlich machte und ihn als Störenfried der Epoche, als Feind der Völkerfreiheit bezeichnete.. Heute muß sich selbst dieser unbeugsame englische Staatsmann vor der Logik der That- sachen und dem Genie des Fürsten Bismarck neigen; er ist gezwungen, seinen Jrrthum einzubekennen und mit seiner starren Hand das deutsch-englische Bünd- niß zu besiegeln. So gestaltet sich die Welllage zu einem seltenen Triumph sür uns, während Kaiser Wilhelm — der Patriarch unter den Herrschern Europas — soeben seinen 88. Geburtstag unter der begeisterten Theilnahme des ganzen Volkes feierte und unsere Nation in wenigen Tagen ein zwettes, nicht minder dedeut- sames Wiegenfest begehen wird: den 70. Geburtstag unseres großen Kanzlers. Selbst das unerbittliche Naturgesetz scheint schonend an den Schöpfern des neu geeinten Vaterlandes vorbeizugehen, denn der Kaiser erfreut sich als angehender Neunziger noch einer schier wunderbaren Rüstigkeit des Körpers und des Geistes, während der Siebziger, Bismarck, an der Schwelle des Greisenalters, die Sache Deutschlands mit dem Feuer de» Jünglings und der Vollkraft des Manner verficht. An der Bewunderung der anderen Völker vermag unsere Natron zu ermessen, was sie an ihrem Monarchen und seinem ersten Minister besitzt. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh*. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. staeät ^Gießerei. Murea«: Schulstraße 7. Darmstadt, 25. März. Se. Königl. Hoheit der Großherzog sind von den Beweisen der großen Theilnahme, welche Allerhöchstdemselben und ©einem Hause aus Anlaß des höchst betrübenden Ablebens welland ^hrer Königl. Hoheit der Frau Prinzessin Karl aus allen Kreisen -er Bevölkerung entgegengebracht worden sind, tief gerührt gewesen und haben ven Slaatsminister beauftragt, Allerhöchstihren Dank dafür öffentlich kund zu geben, welchem Allerhöchsten Befehle derselbe hiermit entspricht. — Heute Vormittag 8 Uhr fand das Leichenbegängniß Ihrer Königl. Hoheit der in Gott ruhenden Frau Prinzessin Karl statt. -1 Darrntta-t, 25. März. lZwette Kammer der Landstände.j Die zweite Kammer setzte gestern Nachmittag 5 Nhr die Beratung über die Recommunicationev. Gieße», 26. März. Der Erbe der britischen Krone und des indischen Kaiser-Diadems hat Berlin wieder verlassen, nachdem er unserem Kaiser die Glückwünsche des englischen Hofes zum 88. Geburtstage überbracht hatte. Diese Reise des Prinzen von Wales bildet einen Akt der Huldigung, wie ihn das stolze Jnselreich wohl äußerst selten noch dem Souverän eines festländischen Staates dargebracht hat. Der Sohn der Königin Victoria sollte offenbar das neue Einvernehmen zwischen den beiden Großmächten durch sein persönliches Entgegenkommen besiegeln. England entsendet seinen Thronfolger als Werber um die Freundschaft des Deutschen Reiches. Klingt diese Behauptung etwa zu überschwenglich? Nicht in deutschen, sondern in englischen Blättern ist die Reise des Prinzen von Wales in diesem Sinne aufgefaßt und mit freudiger Genugthuung als ein Unterpfand des Bundes zwischen „den beiden germanischen Mächten", Deutschland und Großbritannien, begrüßt worden. Wie sich doch die Zeiten und die Völker mit ihnen ändern! Ein Vierteljahrhundert ist verflossen, seitdem der Kronprinz in London als Werber um die Hand der Königstochter erschien und die englische Presse ziemlich hochfahrend die Verheirathung der Prinzessin Victoria mit dem preußischen Prinzen als eine passable Partie bezeichnete. Seit jenen Tagen haben sich die Verhältnisse des Welttheils allerdings ein wenig verändert, und die öffentliche Meinung Englands scheint denn auch über die Schwägerschaft mit Preußen und die Stellung der „Royal Princeß" auf der Stufe zum deutschen Kaiserthron etwas milder als früher zu urthellen. Die britische Nation anerkennt unsere Macht- und Weltstellung, und die bekannten Erklärungen Lord Granville's liefern den vollwichtigsten Beweis, daß man an der Themse das hochmüthige Vorgehen der jüngsten Vergangenheit ausrichllg zu sühnen wünscht. Der fast wunderbare Umschwung läßt sich am besten beurtheilen, wenn man die große „Wetterfahne" der City, die „Times", beobachtet. Dieses Blatt, das während der letzten 10 Jahre fortwährend gegen uns hetzte und die innige Allianz Englands mit Frankreich als Anfang und Ende aller Staatsweisheit anpries, ist jetzt auf einmal zur originellen Entdeckung gelangt, daß das deutsche Reich erst seitdem es eine Colonialmacht geworden, als der beste und passendste Bundesgenosse Großbritanniens anzusehen sei. Früher — so meint das Londoner Blatt — war Deutschland ein festländischer Staat, der sehr wenig Berührungen mit uns hatte; jetzt weift Alles aus eine „engere Gemeinschaft" zwischen uns und ihm hin... Was die „Times" da Vorschlägen, läuft eigentlich aus eine Colonial- Allianz zwischen Deutschen und Engländern, auf eine Art Uebereinkommen bezüglich der überseeischen Machtsphären beider Staaten hinaus. Auf den ersten Blick scheint dieser Gedanke etwas seltsam, aber es steht ganz außer Zweifel, daß unsere Staatsmänner bereits sehr ernstlich mit den englischen Diplomaten an feiner Verwirklichung zu arbeiten begonnen haben. Ein britischer Minister, „Lord Fitzmaurice", hat in einer Unterhaussitzung Mr officiell aus diese diplomatischen Unterhandlungen hingedeutet und die Per- Gießen, am 24. März 1885. Betreffend: Die Genehmigung zum Ausleihen von Kirchenkapitalien; hier insbesondere Kapitaleinlagen in Spar- und Leihkassen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Kirchenvorstände des Kreises. Seit Ausgabe unseres Amtsblattes Nr. 1 vom 24. August 1883 hat nur ein einziger Kirchenvorstand die vorgeschriebene Anzeige Über erfolgte Mnlaae eines Kapitals in eine Spar- und Leihkaffe erstattet. - Da wir nicht annehmen können, daß wertere Einlagen nicht erfolgt stnd, sehen wrr uns veranlaßt Ihnen die genaue Beachtung des erwähnten Amtsblattes hierdurch anzuempfehlen. Zugleich beauftragen wrr Sre, die versäumten Anzeigen binnen Dje besten llterw. n Di*; •anJw trohhüte ’rfjen, gefärbt unbfaconnW; L Gail^Selsi^L- L-M Nr. 10 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 20. b. M., enthält: (Nr. 1591.) Gesetz, betreffend die Feststellung des Reichshaushalts-Etats für das Etatsjahr 1885/86. Vom 16. März 1885. (Nr. 1592.) Gesetz, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres, der Marine und der Reichselfenbahnen. Voin 16. Marz ^85. Bekanntmachung, betreffend das Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen. Vom 13. März 1885. Gießen, am 24. März 1885. Großher^oglich^Kreisamt Gießen. i$l» iel. & z. I., Vormittag- 10 Uhr, findet in dem Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Kreistages de» Kreises Gießen Tagesordnung: 1) Erstattung des Rechenschaftsberichtes für 1883/84. 2) Prüfung der Kreiskasserechnung für 1883/84. 3) Feststellung des Voranschlags für 1885/86. 4) Wahl eines Mitgliedes der Abschätzunascommisfion im Mobilmachungsfalle, an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters-Lang in WieM. ' Der Vorsitzende des Kreistages des Kreises Greßen. Dr. Boekmann. ■ DSW Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ris 20 6tU M W und franco. Ä MrchO Mfon beehre ich *' zum Waschen, Faebrn - nach neuesten Mustm^ in tadelloser HersteÜW 60-80 Pfg. J Albert Behrenr, Telegraphische Depesche«. Wolff's telegr. Correspondenz - Burea«. Berlin, 25. März. Der Kaiser empfing heute Nachmittag den Fürsten Bismarck zum Vortrag. Braunschweig, 25. März. Seitens der staatsrechtlichen Commission des Landtags wurde in der heutigen Landtagsfitzung eine Erklärung verlesen, worin gesagt wird, die Commisfion glaube sich mit der Regierung im Einver- ständnifie, daß Schritte bezüglich der Thronsolgesrage Seitens der Landesversammlung bei gegenwärtiger Sachlage weder ersorderlich, noch wünschentzwerth seien. Die Commission glaube fich auch darin mit der Regierung einverstanden, daß bezüglich der Durchsührung des § 6 des Regentschafts-Gesetzes vorbereitende Schritte zu thun seien, daß aber auch die Befugnisse des Regentschastsrathes erst nach Durchsührung dieser Maßnahmen erlöschen würden. Diese Erklärung wurde ohne Debatte ad acta genommen. Wien, 25. März. Der Zollausschuß erledigte die Jndustriezölle. Bei $ 2 der Zollnovelle, welcher die Regierung ermächtigt, im Verordnungswege die Zollsätze für Getreide und Mehl bis zu der Höhe der deutschen Zölle abzuändern, erklärt der Handelsminister, aus diese allgemeine Ermächtigung verzichten ■ zu wollen; er sei bereit, die betr. Zölle in der Höhe der deutschen ZWe in den Zolltarif aufzunehmen. Paris, 25. März. Der Gouverneur von Guyana telegraphirt vom 22. d. MtS., auf der Insel du Salut seien einige Fälle von gelbem Fieber vorgekommen, die Colonie Guyana sei davon frei geblieben. London, 25. März. Wie das „Reuterlche Bureau" erfährt, hätte die Admiralität angeordnet, die in Devenport, Chatham und Portsmouth befindlichen Kriegsschiffe sollten sich in Bereitschaft fetzen, um jederzeit auslaufen zu können. , — „Reuter's Bureau" erfährt, alle beurlaubten Officiere der englischen Truppen Indiens und der eingeborenen indischen Regimenter wären heute zurück- berufen worden. — Das Unterhaus nahm in erster Lesung die Regierungs-Vorlage wegen Einführung des obligatorischen Schulunterrichts in Irland an. Rom, 25. März. Der „Offervatore" veröffentlicht den lateinischen Text des am 1. Februar vom Papste an den Kaiser von China gerichteten Schreibens, worin der Papst dem Kaiser empfiehlt, den Miffionären und Christen im chinesischen Reiche stets, namentlich aber in so schwieriger Zeit, wie jetzt, seinen Schutz angedeihen zu lasten. Petersburg, 25. März. Das Londoner Börsengerücht, die Antwort Rußlands auf die Propositionen Granville's vom 16. März sei nicht befriedigend, wird von der Nordischen Telegraphen'Agentur als vollständig aus der Lust gegriffen bezeichnet. Dieselbe ist ermächtigt mitzutheilen, daß die Antwort hier noch nicht abgesandt worden ist. Konstantinopel, 25. März. Veli Riza Pascha ist nach Berlin abgereist. New-Uork, 25. März. Meldungen aus Panama zufolge wäre Bar- rios mit 15,000 Mann in Anmarsch auf San Salvador begriffen. Lokales. Gießen, 26. März. [@ n t ro u r f zum Ortsbaustatut für bic Pro- vinzialhauptstadt Gießen.) Fortsetzung. Zn Art. 18 der allgemeinen Bauordnung. 6. Außerhalb der durch den Siadtbauplan festgestellten Bauquartiere soll in bet Regel keine Bauerlaubniß ertheilt werden, insofern nicht nachträglich neue Straßen vrojectirt und genehmigt werden. Ausnahmen siehe SS 21 u. 22. Zn Art. 20 der allgemeinen Bauordnung. S 7. In den noch nicht eröffneten Straßen wird das Bebauen an den Enden gestattet, welche auf schon eröffnete Straßen stoßen. S 8. Soll tn einer uneröffneten Straße ein Gebäude errichtet werden, welches nicht Eckhaus an einer schon eröffneten Straße wird und sich auch nicht an schon erbaute Häuser in der uneröffneten Straße anreibt, so kann dieses mit Genehmigung der Stadtverordneten-Veisamwlung gestattet werden. S 9. In den Fällen der SS ? und 8 find alle Vorkehrungen zur Fahr- und Gangbarmachung, Abwässerung und Beleuchtung der Straße von den Bauenden selbst zu bewirken, und so lange die Straße nicht vollständiges Eigenthum der Stadt ist, kann auch nickt auf regelrechte Fertigstellung der Straße gerechnet werden. S 10. Wenn zwei Dcittthetl einer Straße beiderseits mit normalen Gebäuden und Einfriedigungen bebaut sind und die Stadt da8 Straßengelände besitzt, wird die Straße eröffnet, ordnungsmäßig audgebaut, entwässert und mit Beleuchtung Versehen. Zu Art. 21 der allgemeinen Bauordnung. S 11 Die Lasten, welche die angrenzenden Privaten bet den Herstellungen von .Straßen zu tragen haben, bestehen: Dudweiler, 20. März. Der größte Theil der zur hiesigen Gemeinde gehörigen, in Grube Camphausen verunglückten Bergleute wurden heute hier zur letzten Schickt arbeitet. 26 an der Zahl waren eS, die tn kühler Erde nebeneinander ruhen, und zwar 25 Bergleute und 1 Steiger. Auf dem hiesigen Marktplätze waren 2 große, schwarz verhangene Bühnen aufgeschlagen und auf diesen wurden die Leichen aufgebohrt. Line ungeheure Menschenmenge hatte sich eingefunden, um den braven Tobten daS letzte Ehrengeleite zu geben. Die regelmäßigen Züge auS Saarbrücken reichten nicht auS, um die Menschenmenge zu befördern und ein Exirazug mußte eingelegt werden. Von allen umliegenden Gruben hatten fich die Jnspecioren und Subalternbeamten, sowie eine Menge Bergleute eingefunden. Die Mitglieder der BergweekS - Directiou au» Saarbrücken waren vollzählig erschienen. Ebenso waren die anwesenden höheren Herme, der Berghauptmann und verschiedene Oberbergräthe, der Landrath deS KreifeS rc. |nr Beerdigung eivgetroffen. Auch die benachbarten bayerischen Gruben waren durch größere Deputationeu vertreten. Um 3 Uhr langten die Leichen, von ihren trauernde« Familien gefolgt, nacheinander an, jedoch war erst die letzte um halb 4 Uhr am Platze. Zahlreiche Kränze wurden von allen Seiten zu deren Ausschmückung herbeigebrachi Sämmtliche hiesigen Vereine, die Feuerwehr, der Kriegerverein mit Gewehr und ans, gestanztem Bayonnet, der katholische und der evangelische Kirchengesangverein, di- katholische und die evangelische Geistlichkeit waren vollzählig erschienen. Die Einsegnung der Leichen auf dem Marktplätze erfolgte durch den katholischen Geistlichen Oesterling. Sodann setzte sich der Zug mit der G:ubenkapelle an der Spitze in Br wegung. Derselbe war unabsehbar lang. An den Seiten bildete eme noch größere Menschenmenge Spalier, doch ging alles in der größten Ordnung von Statten. Die Leichen der Bergleute und Steiger wurden von Kameraden in gleichem Range ge, tragen. Auf dem Kirchhofe angelangt, wurden die Särge nebeneinander in'S Grad gelegt und sodann von Herrn Oesterling eingesegnet. Der Kriegerverein feuerte sodann 3 Salven über daS Grab hin ab. Den Jammer, der fick jetzt geltend machte, vermag keine Feder zu beschreiben. Eine Frau konnte nur mit Mühe zurückgehalten werden, daß ste in dre Reihe der Särge hineinsprang. Herr Pastor Oesterling sprach sodann in ergreifender Weise von dem Unglück, Worte beS Trostes und Ermahnung an btt Lebenden richtend. Zum Schlüsse verla« er einen Brief des Herrn Bischofs von Trier, in welchem derselbe an dem Unglücke innigen Avthetl nimmt unh am Schlüsse einen Geldbetrag für die Hinterbliebenen übersendet. Der katholische Gesangverein trug sodann zwei Grabgesänge vor, und Herr Pfarrer FrommerShausen (evangelisch) sprach ein längeres Gebet, der evangelische Kirchenchor sang hieraus einige Grabgesänge. Herr Lichnoch, der hierauf das Wort ergriff, schilderte bas Unglück, welches, so viel ihm bekannt, daS größte in Deutschland sei. So weit ihm gedenke, seien auf der hiesig» Grube bei dem größten Unglück 8 Mann getödtet worden. Die Grube Camphaus» 1 sei unter der bewährten Leitung gut angelegt und gelte sogar alS Mustergrube. Ueder i die EntstehungSursacke nachzugrübeln, sei eitel. Derjenige, welcher die Schuld an dem- selben trage, wenn überhaupt eine vorhanden und nicht eine Verkettung von Unglück- lieben Umständen die Ursache sei, sei mit unter den Tobten. Hierauf ermahnte er die Bergleute, sich nicht durch Gerede beirren zu lassen, die der Bergoerwaltung die Sckvld in die Schuhe schieben wollen, auch nicht darüber nachzudenken, in welchem Verhältnisse ihr Lohn zu der gefährlichen Arbeit stehe, sondern sich zu Gott, der dieses Unglück über sie verhängt habe, hinwenden und durch Reue und Buße fernere Strafen desselben abwenden zu wollen. Hieran schlossen fich wettere Worte deS Trostes. Noch der Einsegnung erfolgte unter den Klängen eines Trauermarsches die Schließung der Gräber. Sodann begab sich die ungeheure Menschenmenge nach Herrensobr. Dort war der Jammer noch größer. 37 Leichen wurden dort nebeneinander gebettet. Die Eeremonitn waren dieselben. Fast jedes Haus hat einen Tobten. Die noch nicht beerdigten anf- gefundenen Leichen werden morgen begraben. ». in eine» Beitrage een V« der Gk»erbnngSkaste, für Straßengeltabe, bemessen auf di- Länge des bezüglichen Grundstückes und halbe Etraßen- biette, wie solche im Art. 21 der allgemeinen Bauordnung vorgesehen ist. b. in bet Hälfte der Kosten für Anlage deS Trottoirs längs befl Grnnd- stückes und blö zu einer Breite von 2.50 m, wobei der Preis von Bafalt- fchichtevpflaster 1. Sorte mit begrenzenden Wangevsteineu angenommen wird. Die Kosten der eisernen Durchlaßrivneo haben die Nngrevzer zn bestreiten. Die Ausführungen werden seitens der Stadt bewirkt und die entstehenden Kosten von den Besitzern V* Jahr nach vollzogener Ausführung durch die Etadtkasse erhoben. , vi v v Sollte ein feineres Trottoirpflaster genehmigt werden, so fallen auch die dadurch entstehenden Mehrkosten und spätere Unterhaltung dem Antragsteller zur Last. Befreit von den vorerwähnten Lasten sind die Anlieger an denjenigen Straßen, zu deren Ausbau die Stadt bereits vor Erscheinen deS LocalbaustatutS ver. pflichtet war. S 12. In allen fertigen Straßen, welche noch keine gepflasterten Trottoirs besitzen, sind die Nngrevzer verpflichtet, V* der Kosten der Herstellung zu ersetzen, sobald solche TrottoirS gepflastert werden. Werden gewöhnliche TrottoirS in erhöhte umgeäudert, so können die Anlieger außer der Bestreitung der Kosten der eisernen Durchlaßrinnen gleichfalls noch biS zu V* der übrigen Herstellungskosten herangezogen werden. 8 13. Die Unterhaltung der bestehenden TrottoirS übernimmt die Stadt. Ausbesserungen von Beschädigungen, zu denen jedoch die Privaten birecte Veranlassung geben, z B. durch Ueberfahrten, Löchergraben rc, erfolgen auf Kosten der Privaten- Die Nothwendigkeit ber Umlegung oder Erneuerung eine« Trottoirs unterliegt der Beschlußfassung der Stadtverordneten-Verfammlung und zwar kommt c9 hierbei nicht darauf an, ob sich die TrottoirS vor dem einen oder anderen Hause tn einem Zustande befinden, welcher die Erneuerung nicht unbedingt nsthwendig erscheinen läßt. Die Beitragspflicht regelt sich nach S 12. S 14. Die Kosten werden bei diesen Trottoirherstellungen von den Hausbesitzern innerhalb 6 Monaten nach der Ausführung durch die Stadtkasse erhoben. Die Vorlage an die Bauhandwerker leistet die Stadt. Detaillttte Berechnungen für den Beitrag werden für die Bethelligten auf dem Stadtbauamt zur Einsicht offen gelegt. S 15. Der Werth d-8 alten Materials wird den Privaten nicht zu Gute gerechnet. Die Stadt, welche die Unterhaltung dis zur nächsten Neuherstellung übernimmt, verwendet und veräußert daS Material zu eigenem Nutzen. S 16. In jedem Falle der Neuherstellung oder Umlegung eines TrottoirS wird von den Privaten nur Ersatz für die wirklich von der Stadt geleisteten Auslagen nach S 11a verlangt. S 17. Kellerfensterläden längs der Straße find nach oben ausgehend an» zuschlagen. Behufs Zuführung von Luft und Licht für Kellerräume hülfen Oeffnungen in den TrottoirS nur dann angebracht werden, wenn Letztere über 1 m breit sind. Solche Oeffnungen dürfen höchstens Vio der Trottoirbrette einnehmen und müssen abgletchend mit dem Trottoir mittelst eiserner Gitter sicher geschlossen sein. Dergleichen Anlagen werden stets auf Widerruf und gegen Abgabe eines Gruvd- zinses genehmigt. S 18. Für daS Straßengelände, welches bei stattfindeuden Umbauten gewonnen wird, wird dem betreffenden Eigenthümer seitens der Stadt entspreckende Vergütung nach Maßgabe der Lage des Gebäudes und sonstiger Verhältnisse gewährt. (Fortsetzung folgt.) Für die in der Grude .Campbausen" Verunglückten gingen ferner bei unS ein Georg Heß 10 X. S. Bock u. Co. 10 X. I. B- 5 X. Frl. Sch. 6 X. W- W 5 X. L. H- 1 X. Frau D- Schuster 5 X, Elckemeyer 5 X. Dr Loewe 5 X, Amtsrichter Gebhard 5 X, Weinhändler Schwan 10 X, G- 20 X, G. M- 2 X, Ungenannt 2.*, Erster Staatsanwalt Zimmermann 10 X, C- W- 2 X. LandgerichtSpräsibent Knorr 10 JL, F. G. 30 M., ®ütenEpebtent Zö-Nkr 3 JL. M-ndartti-nkaften 17 X. Ad. Noll. Commerzienralh 20 X, Alice und Hedwig O. 5 X, Frau Hofrath Wehn 5 Maschinenmeister Qu et n er 10 X. LandgerichtSrath Onorier 3 X, 6- Äafofnfletn iv X, Frau Brühl 2 X. D- Währum, Bergwerk 1 x, Joh. Sewv la^.Leibtzesteru O in einem Kränzchen junger Mädchen gesammelt 10 X Summa 229,50 X gesammt 696,12 X . ____ Weitere Gaden nimmt die Exped. b. Bl gerne entgegen. tzer 1 Kammer weiter fort, da die Dringlichkeit ber Sache einstimmig bejaht worben „ar Bezüglich Kap. 90, ^Mluistenum selbst", war die 1. Kammer bem Beschlüsse 2 Kammer beigetreten mit ber Abäuberung: Den von verehtlicher 2. Kammer bewilligten Betrag von 258.640 X unter Zusatz don 5500 X für ben Gehalt eine« weiteren vortragenden RathS, zusammen also 264,140 X lohrlich zu bewilligen. Die 2 Kammer beharrte jedoch einstimmig auf dem früheren Beschluß, die Besoldung von 5500 X für ben Vortragenden Rath von der Regierungsvorlage abzusetzen. qu Kap. 97, -Technische Forstverwaltung und Forstschutz , war zur Zeit von b Ä o co O // // II II H II E Wellen 1800 480 2630 co =3 cd Buchen 77 Eichen — Kiefern 12 Ferner: Robert Stuhl, Neustadt 23. distrikten Burg, Petersgrund Langenbuchen, nachverzeichnetes zur Versteigerung: 90 Nm- Buchen-Scheitholz, Holzdersteigermg. Montag und Dienstag- als den 30. n. 31. März 1SS5 kommen in der Zimm er'scheu Försterei Winnerod in den Wald- Hohensolms, am 21. März 1885. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. Dörmer, Revierförster. Buchenstämme mit 1,60 Festm., Kiefern- u. Fichtenstämme, mit 15,33 Festm., Buchenstangen mit 1,43 Fstni. u. Fichtenstangen mit 16,32 Fstm. Inhalt, darunter 1200 Bohnenstangen. Dampf-Chocoladen-Iabrik Peter Ferdinand. Feldhaus Neuß a. Rh. ______ Die Zusammenkunft findet Morgens 9 Uhr auf der alten Gießener Straße am „Schindkovf" statt, wo mit dem Stamm- und Stangenholz der Anfang gemacht wird. Brennholz kommt erst von 11 Uhr an in der „Koppelweide" zum Verkauf. Lich, am 23. März 1885. 2112 Wiwrnenauer, Forstrath. 98 17 34 104 3850 2100 3000 69 30 Ssmslag, den 28. l. Mts. Bormittag» IIV2 Uhr sollen die durch die Stadt von Herrn Grubendirector Banfa erworbenen Nebengebäude an Ort und Stelle • (Nord-Anlage 41) auf den Abbruch versteigert werden- 2185 Gießen, den 25. März 1885. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. kaufspreise ab, worauf wir uns erlauben aufmerksam zu machen. 2193 Jeilgeöotenes. Dr. Kochs Fleisch -Pepton neues Nährmittel und Genußmittel für Kranke und Gesunde, empfiehlt 1917 Fmil Fischbach. geben wir eine Partie zurückgesetzter Stickereien, — e Korb- und enthaltend. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr in dem Zimmer'schen Hof dahier. Winnerod, am 18. März 1885. . 2035 Sänger, Förster- kau Lohrinden - Verkauf. Dienstag den 31. l. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll der diesjährige Ertrag an Lohrinde aus den Fürstlich Solms-Braunfels'schen Gebr. Kaffee pr. Pfund 1OO, 120, 140 160 und iso Pfg. empfiehlt in bekannten guten Qualitäten Porüand-Cement von Dyck-rhoff Sf Söhne, Eiserne Träger und Säule«, Tuffsteine, Kaminrohre, Thonrohre, Thonplatten und Sandsteinplatten 200 20 Holzversteigerung in der fürstl. Mrrsörsterei Lich. DieuStag den 31. März sollen im „Höler" versteigert werden: 56 Eichenstämme und Stangen, zu Wagnerholz geeignet, mit 4,81 Festm., 250 124 §44 135 142 500 600 ho I zusammen ca. 920 Ctr. den: hiesigen Rentamtsbureau öffentlich meistbietend verkauft werden. 2195 Braunfels, am 24. März 1885. Fürstliches Rentamt. Kraft._____________________________ Alleinige Niederlage bei Herrn 8. Elsoffer. no-D 5p Feinste Vanille-Chocolade. Diese Chocolade ist unter strengster Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. A. Wedell in Düsseldorf hergestellt. Dachsbau anfangend: Rm. Buchen-Scheitholz, Die in diefem Jahre aus diesseitigen Gemeindewaldungen zu erwartende Lohe (siehe Bekanntmachung v. 30./3. 1885) soll auf schriftliche Gebote vergeben werden. Solche sind daher bis längstens den 3. f. M. hierher einzureichen. Auch kann der Verkauf aus freier Hand bis zu demselben Tage erfolgen- Die Bedingungen, welche hier einzusehen find, sind dieselben wie im heutigen Termine. Die Gebotsteller bleiben bis zum 20. April er. an ihre Offerten gebunden. Gr. Rechtenbach, 23. März 1885. 2196 Das Bürgermeister-Amt. Haus- & Küchengeräthe in größter Auswahl komplette Hiiclieneiiirichtiiiigen 1960 Die Lieferung von S Raummetern Buchen-Scheitholz — guter Qualität — und 130 Gentnern Steinkohlen für das hiesige Haftlokal soll an den Wenigst- fordernden vergeben werden. Schriftliche Offerten sind,. mit sprechender Aufschrift versehen, bis zum 1. April d. I. dahier verschlossen einzureichen. Lich, den 19. März 1885. Die Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Lich. Will. 2036 Holzversteigerungen In der fürstlichen Oberförsterei Hohensolms soll nachverzeichnetes Gehölz an Ort und Stelle versteigert werden: 1, Montag den 30. b. M. in den Distrikten „Jselscheid" und „Eulersgrund" 4 Rm. Buchen-Scheitholz I. Classe, 94 „ Buchen- u. Eichen-Stamm? Prügelholz, 138 „ dgl. Stockholz, 4050 Wellen dgl. Reisholz, Ul 300 „ dgl. Forstreiser, 3100 „ Kiefern-Forstreiser, 137 Eichen-Stämme mit 25,96 Festmeter, zu Bau-, Wagner- und Grubenholz geeignet. Der Anfang der Versteigerung ist Morgens 10 Uhr in dem Distrikt „Jselscheid" auf der Staatsstraße zunächst Fellingshausen. II. Dienstag den 31. d. M, Morgens 10 Uhr, in dem Distrikt „Windelbach" in der Abtheilung Schwarzloch beim Zug - Jalousien mit verzinkten Ketten und leinenen Gurten, RoO ■ Ij&deo auf Leinwand, mit Gurten-, Stahlband- und Stahlblättchen- Berbindung liefert zu billigsten Preisen unter Garantie 2208 Rich, Maiip. 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N a u m m e t e r Waldungen und zwar: 1) Revier Heisterberg: Distrikt Mohrskspf im Ulmthale, 19jährige Rinde „ Jungsernholz im „ 18 „ „ Wingerten bei Heisterberg, 18 „ „ 2) Revier Altenberg: Distrikt Buchholz in der Nähe der Aßlarer Hütte, 30jährige Rinde „ Eulingsberg bei Altenberg, 30jährige Rinde 3) Revier Kraftsolms: Distrikt Bornkopf, 20jährige Rinde „ Fuchsheck bei Neukirchen, 18—19jähr. Rinde Holz, Nadel-Stangen = 6,84 Festm. sigen Gemeinde ßefM t hier zur letzten M Inander ruhen, und M waren 2 große, schm ’dfien aufßibo^L @1» raven lobten das letzte icken reichten nicht M rtvMt m*. Bo» W ibtati dis Mlil» en Gruben waren dr. hm, von ihren trauet^ um halb 4W am W Sschrnückung herbeigew rein mit Gewehr und e KirchiNgesangverckF jj ALM ldms Ä tn in ; «beneinan « triegerveretn Mle s" üeinrilil'ÄS kOeßerling ’’g 8 und M Trosts' *?A # (hi, >er fl^^t beerdigt11 i t noS M ßtU' M „ Knüppelholz, „ Stockholz, Nadel-Scheitholz, „ Knüppelholz, „ Stockholz, Buchen-Astreisholz, „ Durchforstungs-Reis- Kunst-Prrtz-Hrse. Nach Berliner Vorschrift zubereitet, für gut anerkannt, empsiehlt in kleinen Quantitäten, wie im Pfund 2040 Martin Lenz. Ein Kräftiges Zugpferd nebst Wagen und Geschirr ist zu verkaufen- 2105 Zu erfragen in der Exped. d. Bl. Küchen- und Hanshalt- artikel, Bürsten und Korbwaaren rc. in reichhaltiger Auswahl empfiehlt Louis Lony, 2006__Marktstraße 23. ~loplia-Teppiche in den modernsten und geschmackvollsten Mustern, empfiehlt 1775 Ernst Blödrrer. 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