Rr. 197 Mittwoch den 26. August L88S Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. ' - * u Ist - ° j. 7. Srf^etnt^ »rlich mit «E°hm. d°s ^--jihrNch Amtlicher Hheit. Betreffend: Die Voranschläge der enang. Kirchensond«. Lang-GönS, den 24. August 1885. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an fämmtliche Kirchenvorstände des Dekanats. Unten anstehend theile ich Ihnen die Verfügung Grobherzoglichen Ober-Consistoriums in rubricirtem Betreffe zur Beachtung mit. * Dr. Strack. Zu Nr. O. C. 10258. Darmstadt, am 19. August 1885. Betreffend: Wie oben. Wir benachrichtigen Sie, daß die Publikation der neuen Instruction zur Fertigung der Kirchenvoranschläge in der Kürze zu ermatten steht und die Aufstellung der Voranschläge für 1886/87 bis dahin unterbleiben kann. I. V.: Melior. Politische Ueberstcht. Gießen, 25. August. Das Befinden des Kaisers ist andauernd ein gutes und kann sich derselbe täglich den laufenden RegierungSgeschästen widmen. Am letzten Freitag hatte der türkffche Botschafter Said Pascha die Ehre, von dem Kaiser in beson- derer Privat-Audienz zur Ueberreichung eines Handschreibens des Sultans empfangen und bald darauf zur kaiserlichen Tafel gezogen zu werden, zu welcher außerdem auch der türkische General Hobe Pascha, der Staatssecretär des Aeußern, Gras v. Hatzfeldt, die Staatsminister Dr. Friedberg und Dr. Lucius, der deutsche Botschafter in London, Gras Münster u. s. w., mit Einladungen beehrt worden sind. Man bringt diesen Vorgang vielleicht nicht mit Unrecht in Verbindung mit der egyptischen Frage, deren Lösung aus den Vorschlag Deutschlands durch ein gemeinsames Vorgehen der Türkei und Englands erfolgen soll. In politischen Kreisen cursirt ein Gerücht, wonach der deutsche Reichskanzler Fürst Bismarck, der russische Minister v. Giers und der englische Minlster-Mhrquis v. Salisbury eine Zusammenkunft haben würden, um über die Regelung des afghanischen Grenzstreites eine endgültige Vereinbarung zu treffen. Der unerquicklichen Lage dieses Grenzstreites entsprechend dürste man sich in London wie in Petersburg wohl nicht ungern der Vermittelung Deutschlands bedünen, doch muß erst noch die Bestätigung obiger Nachricht abgewartet werden- Die Berathungen der Telegraphen - Conferenz in Berlin haben nun doch ein gutes Resultat gezeitigt. Die Grundgedanken der deutschen Vorschläge sind von der Tarif-Commission der Telegraphen-Conferenz nach schmierigen DiScussionen mit erheblicher Majorität angenommen worden. Die Kabel Gesellschaften haben sich im Allgemeinen und der Mehrzahl nach zu einer Ermäßigung ihrer Tarife um etwa 25 pCt. bereit erklärt; ähnliche Zugeständ- niffe sind von außereuropäischen Staaten in Aussicht gestellt. Die Bestrebungen auf Ermäßigung der Kabelgebühren für den weiten überseeischen Verkehr, namentlich nach China, Japan, Australien und Ostindien, verheißen gleichfalls Erfolg. Die Annahme der Vorschläge ist ein großer, in diesem Umfange kaum erwarteter Erfolg Deutschlands. JnErwiderung der außerordentlichen Gesandtschaft, welche sich im vorigen Jahre im Auftrage des Kaisers nach der persischen Hauptstadt Teheran begeben hatte, sendet jetzt der Schah von Persien gleichfalls eme außerordentliche Gesandtschaft nach Deutschland, welche bereits in Berlin eintraf. Dieselbe besteht aus dem außerordentlichen Botschafter Mohsin Khan und 4 Begleitern, den General-Consuln Mirza-Mahomed-Khan, Hadji-Mirza-Hussein-Khan und Hadji-Mirza-Räzi'Khan, sowie dem Dolmetscher Oberst Mirza-Hassan-Khan. Die in Fulda vom 5. bis 7. August d. Js. versammelt gewesenen preußischen Bischöfe haben ein gemeinsames Hirtenschreiben an den CleruS und das Volk erlassen, welches am Sonntag von den Kanzeln zur Verlesung gelangte. Die Bischöfe von Paderborn und Kulm, welche in Fuloa nicht anwesend waren, hätten das Hirtenschreiben nachträglich unterzeichnet. In Oesterreich concentrirt sich gegenwärtig das gesammte politische Interesse aus die Kaiserbegegnung in Kremsier. Die politische Bedeutung dieser Monarchen-Zusammenkunst ist schon so oft erörtert worden, daß man dieselbe nicht zu wiederholen braucht. Das fücsterzbischöfliche Residenzschloß in Kremsier, woselbst am letzten Montag die Zusammenkunft der Kaiser von Oesterreich und Rußland erfolgte, ist ein im italienischen Barockstyle errichteter Prachtbau und erhielt seine jetzige Gestalt von dem Fürstbischof Karl, Grasen von Lichtenstein- Castelcorn. Da in Kremsier selbst, wie schön und gut ausgestattet auch die Räume des erzbischöflichen Palais sind, das Material fehlt, welches für eine große Prachtentsaltung erforderlich ist, so ist Alles aus der Wiener Hofburg und ben kaiserlichen Schlössern herbeigcschafft worden. Außer dem Kaffer Franz Joseph sind in Kremsier angekommen: die Kaiserin Elisabeth, der Kronprinz, die Kronprinzessin, Erzherzog Albrecht, Minister Graf Taaffe, Minister Graf Kalnoky und andere hohe österreichische Würdenträger. Kaiser Alexander von Rußland war bei seiner Ankunft in Kremsier begleitet von der Kaiserin Maria Feodorowna, von.seinen zwei ältesten Söhnen, dem Thronfolger Nicolaus und dem Großfürsten Georg, und von seinem ältesten Bruder, dem Großfürsten Wladimir, sammt dessen Gemahlin, der Großfürstin Maria Palowna, geborenen Prinzessin von Mecklenburg. Die englische, in der afghanischen Grenzfrage hart bedrängte Regierung kann erleichtert aufathmen, denn nicht nur Londoner, sondern auch Petersburger Zeitungen melden, daß die russische Regierung nach Empfang einer an Ort und Stelle aufgenommenen Specialkarte der afghanischen Grenze sich entschlossen habe, aus die Einverleibung des Zulfikar-Paffes zu verzichten. Damit wäre nun auch der letzte Zankapfel in der afghanischen Frage beseitigt. In gewissen Kreisen der spanischen Bevölkerung haben un- zusttedene Parteiführer wegen der angeblichen Wegnahme der Spanien gehörenden Karolinen-Inseln durch Deutschland eine Deutschenhetze angefacht, der man durch eine Volks-Demonstration in Madrid die Krone aussetzen will. Das dieser durchsichtigen Agitationen ist indessen viel weniger gegen Deustchland als gegen die gegenwärtige spanische Regierung selbst gerichtet, die durch jene Affaire discreditirt werden soll. Hoffentlich bewahrt die spanische Regierung in dieser Angelgenheit kaltes Blut und zeigt weder nach oben noch nach' unten eine Schwäche, sonst könnte ihr aus dem politisch unterminirten Boden die Existenz sauer gemacht werden. Hinzugefügt darf werden, daß wegen der Karolinen-Inseln zwischen Deutschland und Spanien von keinem Conflicte, sondern nur von einer Meinungs-Verschiedenheit die Rede sein kann. Auch hat Spanien zugestanden, daß es noch keine festen Vesitztitel aus die Karolinen-Inseln bis jetzt besaß, also Deutschland dieselben wohl behalten wird. Im russischen Reiche scheint die revolutionäre Propaganda der Nihilisten thatsächlich im Niedergange begriffen zu sein. Eme Correspondenz eines „Eingeweihten" aus Zürich betont dies ausdrücklich und erklärt, daß das anarchistische Vorgehen der Nihilisten weiter keinen Zweck gehabt hätte, als einen Theil der die Freiheit liebenden russischen Jugend aus die Schlachtbank zu liefern und die große Masse des russischen Volkes gleichgiltig zu lassen. Die Liberalen Rußlands müßten mit geistigen Waffen kämpfen und die nihilistischen Ideen aus ihrem Jdeenkreise verbannen. Ob diese Mahnung an die noch vorhandenen Nihilisten etwas Hilst, muß freilich abgewartet werden. Darmstadt, 24. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog, Ihre Gcoßh. Hoheit die Prinzessin Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, nebst Prinzessin-Tochter Alice, sowie Ihre Großh. Hoheiten die Priu- zessinnen Irene und Alix sind gestern Nachmittag 5 Uhr 23 Min. aus England hier eingetroffen. Ällerhöchstdieselben wurden am Bahnhof der hessischen Ludwigsbahn von Ihren Großh. Hoheiten den Prinzen Heinrich und Wilhelm begrüßt und fuhren darauf nach dem Großh. Schlosse, wo die Herrschaften abgestiegen sind. Der Königl. Großbritannische Geschäftsträger Nassau-Jocelyn war ebenfalls bei der Ankunft der Herrschaften am Bahnhof zugegen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog wohnten mit Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Heinrich heute Vormittag den Uebungen der 50.'Infanterie- und der 25. Cavallerie-Brigade bei, welche auf dem Griesheimer Artillerie-Schießplatz stattfanden. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empsingen heute im Großh. Schlosse: Den General-Adjutanten, Generallieutenant und Ordenskanzler v. Grolman; zum Vortrag den Ministerial-Präsidenten Weber, den Ministerialrath v- Werner, den Hosjägermeister v. Werner, den Oberftallmeister Freiherr v. Nordeck zur Rabenau. Se. Königl. Hoheit der Großherzog und die Großh. Familie nehmen von heute Nachmittag an Aufenthalt im Jagdschloß Wolfsgarten. Darmstadt. 25. August. Am heutigen Ludwigstage bringt das hessische Volk die innigsten Glückwünsche seinem geliebten Landesherrn, Sr. Königs. Hoheit dem Großherzog, dar. Das hessische Volk freut sich, daß Se. Königl. Hoheit in bestem Wohlergehen wieder von seiner Reise zurllckgekehrt sind, und begrüßt doppelt herzlich seinen Fürsten, der jetzt wieder in seiner Mitte weilt. Möge Gott der Herr auch fernerhin Se. Königl. Hoheit und das ganze Großh. Haus in seinen Schutz nehmen! Darmstadt, 24. August. Se. Königs. Hoheit der Großherzog haben Ällergnädigst geruht: Am 4. August den provisorischen Lehrer an der Realschule zu Bingen, Ludwig Falken ha gen, zum Lehrer an dieser Anstalt zu ernennen. ][ Darmstadt, 24. August. Unsere gestrige Meldung berichtigend, theilen wir mit, daß der Erbgroßherzog Ernst Ludwig gestern nicht mit aus England hierher zurückgekehrt ist. Derselbe ist vielmehr mit seinem Erzieher, Hosrath Muther, am König!. Hofe in Osborne geblieben und gedenkt heute mit seiner Großmutter nach Balmoral in Schottland überzustedeln, woselbst der junge Prinz noch einige Wochen verweilen wird. — Prinz Christian von Schleswig-Holstein, der Schwager unseres Großherzogs, trifft nächsten Mittwoch zu Besuch des Großh. Hofes ein und wird mehrere Tage bei der Großh. Familie in Jagdschloß Wolfsgarten Aufenthalt nehmen. — Der Großherzog wird auch von Wolfsgarten aus, so lange das Hoflager sich dort befindet, Mittwochs und Samstags hierher kommen, um an den Vormittagen Audienzen zu ertheilen und die Vorträge der Minister und Ressort-Chefs, sowie der Vorstände der Hofämter anzuhören. — Die Maturitäts-Prüfung für solche, welche nicht Schüler eines Gymnasiums find, wird in diesem Jahre an dem Ludwig- GeorgS-Gymnafium Hierselbst abgehalten werden. Die betr. Gymnasialreise- Prüfung beginnt Montag den 26. October, Vormittags 8 Uhr. Telegraphische Depeschen. Wolfi'S? telegr. Eorresponderrz • Bureau. Berlin, 25, August. Zu der seit dem 10. August hier versammelten internationalen Telegraphen-Eonferenz sind als Delegirte auswärtiger Staaten, bezw. als Vertreter größerer Kabelgesellschaften inzwischen noch eingetroffen: Herr Aquilino Herce, spanischer General-Post- und Telegraphendirector, Herr Skandar Bey Fahmy, als zweiter Delegirter Egyptens, Herr Duvivier aus dem französischen Ministerium der Colonieen als Delegirter von Senegal und Cochinchina, Herr Murray Smith als Vertreter von Victoria (Australien), Herr Henniker Heaton, Delegirter für Tasmania, Herr Iovanowitsch, Delegirter Serbiens, Herr Nielsen von der Kabelgesellschaft Great Northern in London, Graf Thadse d'Okcza, als erster Vertreter der Spanifh National Submarine Kabelgesellschaft, Herr Robinson Kendal, Präsident der West Coast of America Kabelgcscllschaft, Herr Major Wood, Director der Western and Brazilian Kabelgesellschaft. Berlin, 24. August. Außer der Annahme eines einheitlichen Tarifsystems wurde in der Sitzung der Telegraphen - Conferenz am 22. August unter Anderem beschlossen, daß künftighin die Bezeichnung des Bestimmungsortes für ein Wort zu rechnen sei. Auch wenn begleitende Zusätze zur näheren Bezeichnung erforderlich wären. Berlin, 24. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." reproducirt einen Artikel der Madrider „Correspondencia" vom 15. d. Mts., in welchem der Nachweis versucht wird, daß Spanien historische Anrechte auf die Karolinen-Inseln besitze, in wörtlicher Uebersetzung und widerlegt die von der „Correspondencia" angeführten vermeintlichen Besitztitel Spaniens Punkt für Punkt. Die „Nordd. Allg. Ztg." constatirt hierbei, daß der einzige bekannte Versuch Spaniens, die Karolinen als spanisches Eigenthum zu reclamiren, von Seiten Englands und Deutschlands im Jahre 1875 in gleichzeitigen Noten zurückgewiesen worden sei. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt die deutsche vom 4. März 1875 datirte Note im Auszuge, sowie den Schlußsatz der bezüglichen englischen Note im Wortlaute mit und schließt: „Gegen diese förmliche Verwahrung, die von der spanischen Presse mit charakteristischem Stillschweigen übergangen ist, hat die spanische Regierung seit 10 Jahren keinen Widerspruch erhoben." Kiel, 24. August. Das Uebungsgeschwader unter dem Befehl des Contre- Admirals von Blanc ist heute Nachmittag 4 Uhr nach Wilhelmshaven in See gegangen. München, 24. August. Wie die „M. Allg. Ztg." aus Regensburg meldet, trifft der Kronprinz am 31. d. Mts. zur Besichtigung der Cavallerie dort ein und verweilt bis zum 1. September. Der König stellte dem Kronprinzen das Schloß und den Marstalldienst zur Verfügung und ordnete den Obersthofmarschall Malsen zu seiner Repräsentation ab. Bremen, 24. August. Die Mitglieder der Telegraphcn-Conserenz sind hier mit Extrazug von Berlin um 8 Uhr Abends eingetroffen und wurden von einem zahlreichen Publikum auf dem Wege zur Stadt lebhaft begrüßt. Sämmtliche Staatsgebäude und viele Privathäuser sind reich beflaggt. Der Weg vom Bahnhof zur Stadt ist durch Gaskandelaber illuminirt. Um 9 Uhr findet im festlich geschmückten Rathskeller ein vom Senate gegebenes Festessen statt. Wien, 24. August. Der Kaiser richtete anläßlich des achtzigsten Geburtsfestes Schmerling's ein Telegramm an denselben, womit er den Wunsch aussprtcht, er möge noch eine Reihe von Jahren verdienstvoll wirken, auf allen seiner Leitung und Obhut anvertrauten Berufsaebieten ausbleiben und dankte auf das Wärmste für die dem Kaiser und dem Kaiserhause jederzeit bewiesene treue Anhänglichkeit. Wien, 24. August. Die „Wiener Abendpost" schreibt: Die Völker Oesterreich- Ungarns begrüßen die Entrevue in Kremsier mit aufrichtiger Freude und ungetheilter Genugthuung und erblicken darin ein neues Unterpfand des Friedens und einen weiteren Beweis für die herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen, welche die Souveräne beider Völker miteinander verbinden. — Der König vsn Griechenland ist heute nach Kopenhagen abgereist. Wien, 24. August. Das Kaiserpaar, der Kronprinz, die Suite, darunter Kalnoky, Popp, Nopesa mit Gemahlin, Graf Pejacsewich, Gräfin Göß, Graf Nostitz, Fräulein Majlath haben Vormittags 11 Uhr mit dem Separathofzug die Reise nach Kremsier angetreten. Eine Viertelstunde später ist Lobanow mit Begleitung nach Kremsier gereist. Pesth, 24. Aug. Die Generalversammlung des Vereins der deutschen Eisenbahn- verwaltimgen trat heute im Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses zusammen und wurde von dem Arbeitsminister Kemeny auf das Wärmste begrüßt. Zmn Präsidenten wurde einstimmig der preußische Directionspräsident Wex gewählt. Nach der Sitzung findet ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung statt. Am Nachmittag ist Banket bei Minister Kemeny. Krernfier, 24. August. Die Stadt prangt in Festschmuck. Unter der Volksmenge fallen die Landbewohner in ihrer reichen Nationaltracht auf. Veteranen und Corporationen halten bei dein Einzug des Kaiserpaares die Ordnung in den Straßen aufrecht. Die Schuljugend bildet Spalier. Am Bahnhof wird der Kaiserin Namens der Stadt, im Schloß Warnend der Landgemeinden ein Bouquet überreicht werden. Kremfier, 24. Anglist. Anläßlich der bevorstehenden Kaiscrbegegnung sind hier eingetroffen: Der Erzbischof von Olmütz, Eardinal v. Fürstenberg, der Ministerpräsident Graf Taaffe, die Grafen Pallavicini und Larisch, der Intendant des Hoftheaters, der Landeshauptmann von Mähren, Graf Vetter- und der Corpscommandant Graf Stubenrauch. Heute früh zogen mit klingendem L>picl die aus dem Alexander- Regiment gebildete Ghrencompagnie und ein Infanterie-Bataillon zum Wachtdienst ein. In der ersten Etage des Schlosses befinden sich die für die österreichischen und russischen Majestäten bestimmten Wohnräume,^über letzteren die Wohnung des Großfürsten lind der Großfürstin Wladimir. Der Theatersaal befindet sich im zweiten Stock. Auf Anordnung des Oberst - Hofmeisters wurden heute Nachmittag die sämmtlichen Räume des Schlosses und der Schloßpark für die anwesenden Vertreter der Presse geöffnet. — Der Fremdenverkehr ist in starkem Wachsen, von Berichterstattern für einheimische und ausländische Blätter sind bis jetzt achtunddreißig hier eingetroffen. Der Verkehr in der Stadt ist, abgesehen von den Schloßräumlichkeiten und deren nächster Umgebung, zu denen der Zutritt nicht mehr gestattet wird, ganz unbehindert. Paris, 24. August. Gestern gab es in Toulon und in Marseille fünfund- vicrzig Choleratodtc. Paris, 24. August. Tie Abendblätter meinen, nachdem die englische Regierung Recherchen über den Tod Olivier Pain's angestellt und der englische Geschäftsträger in Paris das Ergebniß dieser Recherchen der französischen Regierung mitgetheilt habe, dürfe diese Angelegenheit als beendigt angesehen werden. — Die spanische Regierung setzte die Quarantäne für Provenienzen aus Marseille von zehn auf drei Tage herab. London, 24. August. Wie die „Morning-Post" erfährt, wären dem britischen Cabinet neue Vorschläge der russischen Regierung zugegangen, wonach der Zulficar- paß bei Afghanistan verbleibe, während die in der Nähe befindlichen Weideplätze russisches Gebiet bleiben würden. Kopenhagen, 24. August. Ein Beamter der hiesigen Landmannsbank hat hundertzwanzigtausend Kronen unterschlagen; er ist bereits verhaftet und geständig. Konstantinopel, 24. August. Die gegenüber den französischen Häfen an- geordnele Quarantäne ist auch auf die Provenienzen aus den Genueser Häfen ausgedehnt. Kairo, 24. August. sReutermeldung.^ Das vom „Bosphore Egypticn" erwähnte Gerücht, daß auf Veranlassung Rubar Pascha's Petitionen zu Gunsten eines englischen Protectorates in Umlauf gesetzt seien, wird von offizieller Seite dcmentirt und als gänzlich erfunden bezeichnet. Kairo, 24. August. General Grenfell telegraphirt, Dongola sei von 4000 Derwischen besetzt, welche über 800 Gewehre und 7 Geschütze verfügten. London, 25. August. sPrioatdcpesche.j Das Kriegsdepartement ordnete die Demobilisirung der Armeereserve an. Salisbury conferirte gestern mit Staat und reifte zu einem längeren Landaufenthalt ab. Die „Times" sagt: Die Zulficarfrage dürfe bis auf einige die Tracirung-Grenzlinie betreffende Details als gelöst gelten. Lokale». Gietzen, 25. August. Ein Raubanfall, dem seiner Zeit auf dem Seltersberge verübten ganz ähnlich, wurde gestern Abend vor dein Wallthor ausgeführt. Einem Manne, welcher mit einem Tuche voll Kuchen für seine Familie heimkehrte, wurde von einem Kerl das Messer auf die Brust gesetzt und durch Drohungen zur Hergabe des Kuchens gezwungen. Der Thäter wurde heute in der Person eines Backsteinmachers ermittelt und in Gewahrsam gebracht. Eine exemplarische Strafe dürfte ihm sicher sein. Berwifedre». Darmstadt, 22. August. Gestern Abend gelang es endlich in der Person eines stellenlosen Mädchens aus Grotz-Buseck die Schwindlerin zu ermitteln, welche in der letzten Zeit fortgesetzt hiesige Geschäftsleute, insbesondere Bäcker und Conditoren, unter allerlei falschen Vorspiegelungen um Waaren zu prellen verstanden. Seligenstadt, 21. August. In den nahegelegenen Staatswaldungen wurde gestern ein wilder Bienenschwarm, welcher in einem hohlen Baumaste Wohnung bezogen hatte, mittelst eines Flaschenzuges mit lammt seiner Behausung heruntergeholt, nachdem man den Ast in einer Höhe von etwa 10 Meter abgesägt und das Flugloch mit Tüchern umwickelt hatte. Der überaus reich bevölkerte Stamm wird in seiner Naturwohnung nach Groß-Steinheim verbracht, um daselbst als Ausstellungsobject bei der in diesen Tagen dorten stattfindenden Bienen-Ausstellung zu dienen. Leeheim, 20. August. Im Laufe des Frühjahres fand der Ortsbürger Jacobi zu Leeheim beim Pflanzen seiner Kartoffeln einen alterthümlichen, anscheinend goldenen Gegenstand. Durch Vermittelung des Herrn Kofler in Darmstadt erhielt der glückliche Finder von Großh. Staatsmuseum für seinen Schmuck, dessen Goldwert!) auf 48 JL geschätzt wurde, die Summe von vierundachtzig Mark ausbezahlt. Es ist dies ein Wink für Diejenigen, welche gefundene Gegenstände sofort an Hausirer und Trödler verhandeln. (N. H. V.) Mainz, 20.August. Man theilt dem „MainzerTageblatt" mit, daß im Kaufhause gegenwärtig die Möbel von nicht weniger als 30 exmittirten Familien untergebracht sind. Die Stadt hat dafür gesorgt, daß die Möbel dort so lange unentgeldlich aufbewahrt werden können, bis ihre Eigenthümer wieder eine Wohnung haben. Die Möbel haben ein Obdach, wo aber haben sich die 36 Familien untergebracht? Ein Bild des Jammers und des Elends stellt sich uns vor, wenn wir die Lage dieser armen Menschen überdenken. Es ist ja ganz schön von uns, daß wir die Möbel dieser Obdachlosen vor dem Verderben schützen, allein das entledigt uns nicht der Verpflichtung, die im Gegentheil eine sehr dringende ist, dafür zu sorgen, daß es auch für die Obdachlosen selbst hier in Mainz eine Unterkunft, einen Zufluchtsort gibt. Andere Städte haben ihre Asyle für Obdachlose; angesichts jenes Massenelends fällt unserer Stadt die Aufgabe zu, gleichfalls eine derartige Einrichtung zu treffen, damit nicht Leute ohne Obdach hier umherirren, in deren bleichen Zügen eine bittere Anklage gegen die Hartherzigkeit unserer Gesellschaft zu lesen ist. M.-Gladbach. Eine ganz famose Züchtigung wurde vor einigen Tagen am Hermges einem halbbetrunkenen Burschen zu Theil. Derselbe stieg in einen Pferdebahnwagen und zog auf die Aufforderung, ein Billet zu nehmen, ein großes Messer blank hervor mit den Worten: „Hier ist mein Billet!" Im 'Jin war ihm jedoch vom Conducteur die Waffe entwunden, der hknzugekommene Kutscher drehte die Peitsche um und ertheilte unter allseitigem Beifall dem frivolen Kerl eine Lection, die er in seinem Leben nicht vergessen wird. Hamburg, 21. August. Heute ist an die hiesige Polizeibehörde aus Paris die Mittheilung gelangt, daß daselbst drei männliche und eine weibliche Person, welche in dringendem Verdachte stehen, an dem Reichsbankdiebstahl in Hamburg be- theiligt zu sein, verhaftet worden sind. Das Frauenzimmer wurde indessen bald nach seiner Festnahme wieder entlassen, da es seine Unschuld beweisen konnte. Dagegen werben die übrigen in Paris Abgefaßten hierher gebracht werden. Man fand bei ihnen 30,000 Fr. und glaubt, daß sie auch an dem letzten Bankdiebstahl in Zürich betheiligt gewesen sind. Dort wurden 26,000 Fr., bei der hiesigen Reichsbankstelle bekanntlich 200,000 JL gestohlen. — Tas meiningische Städtchen Lehesten ist in der Nacht zum Montag wieder einmal von einem größeren Schadenfeuer heimgesucht worden. An der Stelle, wo vor einigen Jahren der große Brand seine Grenze gesunden, hat der neue angefangen und in verhaltnißmäßig kurzer Zeit 13 Wohnhäuser und ebenso viele Scheunen und Nebengebäude in Asche gelegt, lieber die Entstehungsursache ist noch nichts bekannt. — Dienstag Nachmittag zog ein von Hagel begleitetes Gewitter über Zerbst bin. Ein Blitzstrahl traf eine Akazie, unter der 2 Arbeiter Schutz gesucht hatten. Ter eine derselben wurde leider getödtet, der andere betäubt. Die Temperatur war so loeit gesunken, daß die Hagelkörner noch stundenlang auf den Straßen zu haben waren. (I. Z.) — Der Kassirer ber Central-Krankenkasse der Tischler unb ueiroanbkii Berufsgenossen, Tischler Z. in Weißenfels, soll seit Sonntag unb mit ihm auch bie Kasse verschwunden sein. (I. Z.) Born oberen Haardtgebirge, 17. August. Heute kann ich Ihnen über den Stand unserer Weinberge im Allgemeinen nur günstiges berichten. Die Trauben haben sich während der letzten vierzehn Tage sehr schön entwickelt und sind in den meisten Lagen gesund und schön ausgewachsen. Von allen Seiten werden helle Trauben gemeldet, was als gutes Zeichen für die Qualität des 1885er anzunehmen ist. Behälc wie seither die warme Witterung die Oberhand, so darf man sich dieses Jahr auf einen wirklich guten Tropfen freuen. Es ist nur schade, daß unsere besseren Lagen so wenig Trauben haben; dieselben werden höchstens V3 Ertrag liefern. (D. W.-Z.) Dresden, 20. August. Viel Aufsehen erregt hier die plötzliche Amtsniederlegung eines bisherigen Hoscaplans und Sonntagsfrühprebigers, welche fälschlicherweise mit bem romantischen Schimmer einer beabsichtigten Derheirathung umgeben wirb. Der geistliche Herr würbe schon 1860 in sein Amt eingewiesen unb bürste bie Fünfzig überschritten haben. Der hochgebilbete Mann verläßt seine Stellung vermuthlich auS confessionellen Grünben, seine freiere Richtung paßte nicht mehr zu ber schärferen katholischen Tonart, bie hier angeschlagen zu werden scheint, und so entsagte er dem Zusammenhang mit dem Eierns, der schon längst ein sehr lockerer geworden war. — Fünfzehn Jahre sind es her, daß in den heißen Tagen um Metz die Hauptmacht des französischen Heeres gebrochen und für ben weiteren Verlauf des Krieges von 1870—71 fast ganz unschädlich gemacht wurde. Doch viele Opfer haben jene blutigen Schlachten gekostet unb manche schmerzliche Erinnerung wirb bei Nennung ber Namen Eolombey, Mars la Tour unb Graoelottc in ben Herzen Derjenigen her- «s?- •»«hÄ ”“®9Wtleii« (t; zu Gunsten eines ■ 6t“‘ bem*t iel»»n 4000$ft; ™'»‘ orbnete bi, 1 »" eiMi mib f'.3«tatfM8, 5 »d«|t selten. 8 6(|n 6elter§b,r«, Mrt. ein(tn Kyrle, wurde von M Hergabe des Efteinmachers läse dürfte ibm ^dnPnionems ein, weiche in der Konditoren, unter swaldungen wurde nafte Wohnung be- Mg heruntergchoit, und das Flugloch im wird in seiner lsstellungsobject bei :nen. Ortsbürger Jacobi »scheinend goldenen erhielt der glückliche »ldwerlh ans 48 * t. ES ist dies ein usirer und Trödler N. H. L.) mit, daß im Kaufst Familien unter: ange unentgelblidt uing tyibtn. £ie eraebracht^ Gin r die Ln-e dreier die Mdei. diejer chi der VerpM y es auch für b« iovt gibt. 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Doch ihre Anzahl ist gering, ihre Mitgliederzahl dünn und deßhalb reichen -ihre Mittel nicht dazu hin, ihr Ehrenamt der Gräberschmückung so durchzuführen, wie sie gerne möchten. Was ist nun natürlicher, als daß sic sich an ihre Kameraden im Reiche wenden und diese um Unterstützung bitten, welche ihnen auch stets geworden ist. Doch nicht nur die Mitglieder der Krieger- und Militär-Pereine, sondern auch mancher andere deutsche Patriot würde gewiß gern sein Scherflein zu diesem edlen Werke beitragen, wenn ihm Kenntniß davon geworden. Hierauf aufmerksam zu machen, ist der Zlveck dieser Zeilen und gewiß finbet sich überall ein Kriegerverein, der etwaige Geschenke gerne annimmt, um sie zu übermitteln. Auch dürften birecte Sendungen an den „Vorstand des Kriegervereins Metz" dort ebenso willkommen sein. , — Der „Frkf. Beob." schreibt: Eine Herrath im „High - Life" macht gegenwärtig in einem benachbarten Badeorte Aufsehen. Ein ehemaliger Eavallcrieofsieier entrirte vor Jahren ein Liebesverhältniß zu der Gattin eines Kameraden, die den Rana einer Prinzessin einnahm. Der Gatte schien das Anfangs nicht zu bemerken und verlangte auch nicht die übliche Genugthung von dem Liebhaber seiner Gattin, als die Sache gar zu auffällig wurde. Beide Dfficiere traten aus der Armee aus; die Prinzessin erhielt von ihrem Gatten gleichfalls den Abschied; später aber versöhnten sich beide wieder. Da ging der Liebhaber von ehedem in Baden-Baden die Wette ein, cr werde die hübsche Frau entführen und brachte das auch durch heiße Liebesbetheuerungen u. s. w. fertig. Das Paar reiste nach Amerika, von wo der Liebhaber kürzlich ohne die Dame zurückkehrte. Er hat sich nun mit einer in vornehmen Kreisen eine Atolle spielenden Dame verlobt und wird nun hoffentlich nach so viel Abenteuern ein lebhafter Ehemann werden. — Die ,Germania" theilt ans einem Briefe des deutschen Eonsuls in Adelaide an einen Kaufmann in Pr. - Friedland über die Verhältnisse in Süd- Australien folgende Stelle mit: „Es thut mir leid, daß ich Ihnen entschieden ab- rathen muß, hierher zu kommen, wenn Sie in Ihrer alten Heimath irgend ein Auskommen finden. Das, worüber Sie klagen, ist auch hier der Fall. Alle jungen Leute, die hierher kommen, sind ebenso wie Sie, angehende Kaufleute; unsere ganze eigene Jugend hier will gern Kaufmann werden, und bei unserer kleinen Bevölkerung ist das zu viel. Wird hier in einem Geschäfte ein junger Mann gewünscht, so kommen wenigstens 50 bis 60 Anerbietungen. Dagegen schmachtet unsere Eolonie ordentlich nach Maurern, Zimmerleuten, Klempnern, kräftig ausdauernden Arbeitern u. s. w., und so lange bis dieses nicht besser wird, können hier die Jndustrieen nicht aufkommen." __ ,(F- <§•). — (Was Elternliebe nicht vermag.^ Dem kleinen Söhnchen eines Restaurateurs, in Meißen war bei einem Sturze von einem Bierwagen die Wade des einen Beines vollständig abgefahren worden und das kranke Glied konnte trotz ärztlicher Hülfe nicht zur völligen Heilung gebracht werden. Nachdem auch verschiedene Ver- luche, das Fleisch von einer operirten Person zum Anwachsen an die Wunde des Kindes zu bringen, mißlungen mar, entschloß sich der Vater des kleinen Patienten, das Fleisch aus seinem Körper ausschneiden zu lassen. Er überstand die Operation glücklich und die Aufopferung für seinen Knaben hat auch den ersehnten Erfolg gesunden: die Wunde des Kindes ist in voller Heilung begriffen. — (Heiteres vom Tage.s In einem Hause nahe einer Easerne. Die Gnädige ist auf bem Lande. Der Hausherr kommt unvermuthet in der Dämmerung nach Hause und sagt bem Stubenmädchen: Anna, nähen Sie mir rasch einen Knopf hinten an meinen Frack an. Ich bin zu einem Souper geladen! Anna bringt nach zwei Minuten den Frack, der Hausherr schlüpft hinein und eilt von dannen. Beim Souper große Heiterkeit. Man zischelt, lacht und betrachtet den Rücken des Hausherrn mit unverhohlenem Vergnügen. Anna hatte sich nämlich in der Dunkelheit geirrt und einen Knopf des siebzehnten Jägerbataillons an den Rock genäht. — sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Corps.^ Cassel, Postamt, Packetträger, 750 JL Gehalt und 180 Wohnungsgeldzuschuß. — Frankfurt, Telegraphenamt, Briefträger, 800 JL. Gehalt und 240 JL Wohnungsgeld- zuschuß. — Hofgeismar, Amtsgericht, Eauzleigehilfe, für eine Seite Schreibwerk 5 bis 8 H. — Laurenburg, Postagentur, Landbriesträger, 450 JL Gehalt und 60 jtL Wohnungsgeldzuschuß. — Königl. Eisenbahn - Betriebsamt Altena, 2 Lademeister- Aspiranten, beim Eintritt eine diätarische Monatsremuneration von je 75 jt, welche nach 6 Monaten auf 80 JL und nach einem Jahre auf 87 je 50 $ erhöht wird. — Gießen, Landesuniversität, Bibliothekdiener, 1500 A Gehalt. Handel und Verkehr. Gießen, den 25. August. Auf dem heuttgen Martt kostet- Butter per Pfund jH 0.85—095, Hühnereier pr. Stck. 5—6 Enteneier St. 7—0 H, Käse pr. Et. 4—8 4,, Käsematte 2—3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 30 H, Tauben per Paar 0,50 bis 0,75 H, Hühner per Stück 0 90—1.50, Hahnen pr. Stück JL 0.45—0.75, Enten per Stück .*L 120—1.60, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleisch 64—70 Kalbfleisch 48—50 -t>», Kartoffeln per 100 Kilo JC 5.00—6.00, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Gentner JL 7.00-0.00. Frankfurt, 24. August. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer Jt 17,25—17,50, fremder 17,00—18,0), Roggen eff. hies. 14,75—15,00, fremder JL 14,50—15,00, Gerste effektiv hiesige und Wetterauer JL 15,50—16,50, fremde .X 15,50-17,00, Hafer eff. dies. JL 13,75-00,00 fremder JL 13,75—15,00. — Nüböl, eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. JL 26,50. Branntwein eff. ohne Faß JL 38. Frankfurt, 24. August. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren 414 Ochsen, ca. 28 Bullen, ca. 345 Kühe und Rinder, ca. 305 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 6'i—68, 2. Qual. «4t 63—65, Kühe und Rinder 1. Qual. Jl. 54—56, 2. Qual. «X 46—50, Kälber 1. Qual. 55—60,2. Qual. J4 45—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 24. Augusts Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 1130 Stück Rindvieh und 808 Stück Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 28. September d. I., zugleich Pferdemarkt. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 25. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 12Vi9, Luft im Schatten 14°. L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. MrheMe Eisenbahnen. Für die Dauer eines Jahres werden mit Gültigkeit vom 25. d. M- ab die Frachtsätze für Eisensteintransporte in vollen Wagenladungen von Mücke, Grünberg iinb Hungen nach Gießen um je 3 JL pro Wagen ermäßigt. Gießen, den 22. August 1885. 6082 _______Großherzogttche Direktion._______ GrummetgmS- Versteigerimg bei der .Stadt G-iessen. Montag den 31 August und Dienstag den 1. September d. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Grum- «etgraS von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar: Montag den 31. August von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen im Wieseckthal und im Heegstrauch, Dien-tag den 1. September von den Ochsenwiesen, den Wiesen im vorderen und Hinteren Stolzen- morgen und am Altentisch. Die Zusammenkunft ist Montag den 31. August am Neustädterthor, und Dienstag den 1. September an den Ochsenwiesen. Gießen, den 24. August 1885. Großh erzogt. Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, __Beigeordneter.______6067 Freitag den 28. I. MtS., Vormittags 9 Uhr, "soll aus dem Bureau des Unterzeichneten für 525 Pflastererarbeit versteigert werden. Gießen, den 25. August 1885. Stief, 6080 Stadtbaumeister. Mittwoch den 26. August, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett' schen Hofraithe dahier Sopha's, Kommoden, Kleiderschränke, Tische, Spiegel, Uhren, Bilder, ein Stoßkarren u. a. m. gegen Baarzahlung versteigert. Geißler, <6054 Gerichtsvollzieher. Allgemeiner Anzeiger. Regenmäntel in allen Größen, neuester Fa?ons, von Mk. 6.— an, F. Holberg, 5785 Kirckeuplotz. Plakat-Fahrplan aller auf Station Gießen ankommenden und abgehenden Züge für das Sommerhalbjahr 1885 ist in der Expedition ds. Bl. sowie durch die Zeitunqsträqer ä 20 zu beziehen.___________________________ Sämmtiilhe Neuheiten in Kleiderstoffen find eingetroffen. eosi l Wi'iiiiiislii'iiii Milifeer. iMwli der M (liessen für 9885 Eremplare deffelben sind ä 3 Mark in der ($rpe= dition dcS „Gießener Anzeiger" zu haben. Fritz Scharmann, Schlohgasse 15 Uhrmacher Schloßgaffe 15 empfiehlt sein Lager in goldenen und silbernen Herren- und Damen - Uhren, Regulateuren, Weckern und Schwarzwälder Uhren. Besonders schöne, reichhaltige Auswahl in feinen Stahl-, Nickel-, Talmi- und vergoldeten Ketten. 5960 Reparaturen unter Garantie prompt und billig. Grnmmetgras- Versteigerungen. Das diesjährige Grummetgras von den Domanialwiesen wird versteigert: 1. Mittwoch den 2 September, Vormittags 10 Uhr, bei Wirth Rabenau zu Alten-Buseck aus der Gemarkung Alten-Bufeck; 2. Donnerstag den 3. September, Vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft von Georg Dorfeld Wwe. zu Wies eck, aus der Gemarkung Wieseck; 3. Donnerstag den 3. September, Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Leib im Philosophenwald, aus der Gemarkung Gießen. Gießen, den 25. August 1885. Großh. Obersörsterei Gießen. Block. 6006 Aeilgeöotenes. 6079 Ein Amerikaner Ofen billig zu verkaufen. Näheres in der Expeb. b. Bl. Sammete für Sammettaillen und Kleiderbesatz, in allen denkbaren Farben empfiehlt zu sehr billigen Preisen 6076 A.» Fangmann, Die erwarteten lackirten billigen Wassereimer pr.Stk.Mk. 2 sind wieder eingetroffen. 6023 Gg. Stoffer, Neuen Baue 7. NuWaalen-CXtract zum Färben blonder, rolher und grauer Kopf- iinb Barthaare, aus ber königl. bayer. Sosparfümerie-Fabrit von C. D. Wunderlich in Nürnberg. Große Medaille Bad. Landesausstellung 1882. Nein vegetabilisch, ohne jebe metallische Beimischung, garantirt nnschäblich. Dr. Örfila’s Nussöl ein feines, das Haar bunkelnbes Haaröl. Beide nebst Anweisung a 70 bei 4475 Hck». Wallach, Marktplatz 8. Wollspitzen in den geschmackvollsten neuesten Dessins und Farben empfiehlt äußerst billig 6026 Rriedr. 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