Nr. 27S Mittwoch den 25. November 288K Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. vurcon - Schulstr-ß- 7. Erscheint tögiich mit »»Smchme de« St.nt.36. Ndi-VWen °7°°rk°Ijihrvch tKmr—T^ mi Ha'IillMBI IJg^—jMUMM /.m.wwmrat Amtlicher Hheit. Betreffend: Volkszählung im Jahr 1885. Gießen, am 19. November 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großherzogliches Polizeiamt Gießen und an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Nachdem Ihnen nunmehr die Formularien für die Volkszählung zugegangen sind, empfehlen wir Ihnen, mit der Zählungscommission und den ausgewählten Zählern die Bestimmungen und die Instruction nochmals genau durchzugehen. Zählungscommissionen werden mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Volkszählung Alles so vorbereiten, daß mit dem Zählungsgeschäft pünktlich begonnen und dasselbe vorschriftsmäßig durchaesührt werden kann und sodann die Arbeiten derart fördern, daß das gesammte Material in vorgeschriebener Ordnung bis zum 21. December L I. längstens (§ 20 der Bestimmungen und Schlußsatz unseres Ausschreibens vom 19. September l. I. Anzeiger Nr. 223) uns vorliegt. Dr. Boekmann. Betreffend: Die Voranschläge der Landgemeinden des Kreises Gießen für 1886/87. Gießen, am 21. November 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzogltchen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, werden an Einsendung der rubr. Voranschläge mit Frist von 8 Tagen bei Meidung von Strafe erinnert. -__Dr. Boekmann._______________________________________________________ Gießen, am 21. November 1885. Betreffend: Das Unsallversicherungsgesetz, hier die Hessen-Nassauische Baugewerks-Berufsgenossenschaft. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des KreiseS. Der obigen Berufsgenossenschaft gehören folgende Industriezweige an: Baugewerbe: Bauunternehmer, Privatarchitecten, Civilingenieure, Bautechniker und bautechnische Bureaus, Feldmesser, Geometer, Markscheider, Wiesenbauer und Draintechniker, Maurer, Zimmerer, Glaser, Stubenmaler, Staffirer, Anstreicher, Tüncher, Stubenbohner, Stuckateure, Dachdecker (Ziegel-, Schiefer-, Schindel', Stroh-), Asphaltirer und Steinsetzer, Brunnenmacher, Einrichter von Gas- und Wafferanlagen, Ofensetzer; ferner: Anfertigung grober und feiner Steinwaaren, Steinmetzen (ohne Steinbrüche und Steinbrecher und ohne Schwemmsteinfabrikation), Baulackirer, Bauklempner (d. h. Spengler bei Bauten), Blitzableiterverfertiger und -setzer, Mühlenbau in Holz, Schiffsbau in Holz, Kunst- und Decorationsmaler bei Bauten. Einem Ersuchen des Vorsitzenden der Section VI (Gießen) obiger Berufsgensssenschast entsprechend, beauftragen wir Sie, diejenigen in ihren Gemeinden befindlichen Betriebe, welche einem der oben angeführten Industriezweige angehören und ihre Anmeldung zu der Berufsgenoffenschaft noch nicht bewirkt haben, zu veranlassen, solche binnen einer Woche in doppelter Ausfertigung, unter Angabe des Gegenstandes und der Art des Betriebes, sowie der Zahl der darin beschäftigten Arbeiter, bei Meidung einer Geldstrafe von 100 Mark, bei uns einzureichen. Den Befolg dieser Auflage wollen Sie baldigst anzeigen und hierbei die Betriebe angeben, an welche Sie Aufforderungen haben ergehen lassen, beziehungsweise kurz berichten, wenn sich keine der in Betracht kommenden Betriebe in Ihren Gemeinden befinden. Zur Beseitigung von Zweifeln, welche noch hier und da obzuwalten scheinen, machen wir bei diesem Anlasse nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam, daß der Unfallversicherungspflicht alle Personen unterliegen, welche von dem Unternehmer als Arbeiter beschäftigt werden, also auch Kinder und Verwandte des Betriebsunternehmers, jedoch nicht die Ehefrau desselben. Bei der Unfallversicherung kommt es, abweichend von der Krankenversicherung, auf die Zahlung von Lohn und Gehalt nicht an. (Vergl. § 1 des Unfall- und § 1 des Krankenversicherungsgesetzes.) ___Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Durch rechtskräftiges, von dem kommandirenden General des XL Armee-Corps bestätigtes Erkenntniß vom 6. November ist der Dispositionsurlauber (Musketier) Johannes Frisch holz aus dem Bezirk des 1. Bataillons 2. Großh. Hessischen Landwehr-Regiments Nr. 116 in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt und zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Darmstadt, den 19. November 1885. Großh. Gericht der Großh. Hess (25.) Division. ■—■— ■— ■— fiBiiimnrrTniiinT—iBiiBiwiniimMiBii—iinmfn — nmr-iTTniiiiiBiimirnwm ................................ Darmstadt, 23. November. Se. Königl. Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht: • Am 22. November den Kreisrath des Kreises Groß-Gerau, Wilhelm Freiherr Schenck zu Schweinsberg, mit Wirkung vom 1. December l. Js. an unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, — an dems. Tage den Kreisrath des Kreises Oppenheim, Emil Kekulö, auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. December l. Js. an unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, — in den Ruhestand zu versetzen. Darmstadt, 23. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 22. November den Rath bei der Provinzial Direction Starkenburg, Regierungsrath Franz Gros, zum Kreisrath des Kreises Oppenheim, den Amtmann bei dem Kreisamt Heppenheim, Erwin Freiherr Löw von und zu Steinfurt, zum Kreisrath des Kreises Groß-Gerau, den Amtmann bei dem Kreisamt Offenbach, Dr. Wilhelm Zeller, zum Rath bei der Provinzial-Direction Starkenburg mit dem Amtstitel „Regierungsrath", den Amtmann bei dem Kreisamt Oppenheim, Ferdinand Fuhr, zum Amtmann bei dem Kreisamt Offenbach, sowie den Amtmann bei dem Kreisamt Lauterbach, Karl Bichmann, zum Amtmann b-i dem Kreisamt Heppenheim, sämmtlich mit Wirkung vom 1. December l. Js. an, zu ernennen; am 22. November dem Polizeirath bei Großh Polizeiamt Darmstadt, Wilhelm Haas, den Rang eines Kreisraths zu verleihen. Darmstadt, 23. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben, von Romrod zurückgekehrt, dem Hülfs-Comitö für Bulgarien alsbald 1000 Jt zustellen lassen. Bis heute Mittag waren ungefähr 15,000 Beiträge eingegangen. — Der Fürst von Bulgarien hat an den Commendator des Johannitter- Ordens im Großherzoglhum Hessen folgende Depesche gerichtet: „Da durch rasch aufeinander folgende Gefechte viele Kranke und Verwundete vorhanden, erlaube mir anzusragcn, ob und in welcher Weise der Orden zur Linderung großen Elends beizutragen gesonnen ist. Alexander." Der Commendator Graf Görtz theilt dies zunächst den Mitgliedern der hessischen Genossenschaft mit und hofft, daß dieselben entweder durch persönliche Thätigkeit auf dem Kriegsschauplätze oder durch Beisteuer zur Befriedigung des umfangreichen Beoürf- nisses beitragen werden, Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Eorrespondenz-Bureau« Berlin, 23. November. Ter türkische Botschafter Tewfik Pascha ist hier ein- getroffen. — Nachdem die Cholera in Marseille erloschen, ist die Bekanntmachung, wodurck der Hafen von Marseille für choleraverdächtig erklärt wurde, außer Kraft gesetzt worden Prag, 23. November. Die wegen Hochverruths angcklagten 3 Anhänger der Anarchistenpartei, Christoph Czerny, Joseph Paezes und Joseph Ramgas sind zu mehrjährigen schweren Kerkerstrafen verurtheilt worden. ' ' London, 23. November. Den Blättern wird aus Konstantinopel vom 21. HZ wichen A. trenn' Clhnth.Prvtzi Rnür. Rmd 43 640. 2 - Hohverßei im Gießent? 3 Montag den 30. No von Vormittags i ill im Gießener Sta Wrict Heingesboden r jolz versteigert werbet b- Bau-, Werk- u 1 mit Mttnfiamme „ <3 Kchtenstangen „ die gufammmhnft Gießen, am 23. No M«RL Bürgerm ■—Bram Vermischte». . o.^°rmJtabt' 2?‘ November. Heute Nachmittag 5 Uhr wird der erste Trane.- Don licr na^ Sofia abgehen. Denselben begleiten Herr Oberförster ^eyd und ein junger Herr von Hessert, sowie die barmherzigen Schwestern. Darmstadt, 23. Novembrr. Die Strafsache gegen Dr. Eise von Lauterback wegen Vergehen wider das Leben (die Leser erinnern sich wohl noch bes traAchen I nnb «ni nut einer»' _ ^Kd-nD-m« » mir *‘"9 * Mers Lörsch oorlrefsl 9 Alfred Rheuit trat nicht genug m den seiner Leistung befreund Hermann FU oirklich italienisches »h Max Wieland «ht'künstlerischem Berste Das Stück erfreu mdiente Hervorrufe ern gemeldet, die Pforte habe an Serbien die Aufforderung gerichtet, Bulgarien unverzüglich zu räumen. London, 23. November. Officiell wird aus Birma von heute gemeldet: Die in Aenangyan emgetroffene englische Expedition fand jenseits Minlah nur wenig Widerstand. Am 21. ds. erreichte die Expedition Silemyo, ohne daß ein Feind sich zeigte. Die Engländer erlitten keine Verluste. MoSkan, 23. November. Die „Moskowskija Wjedomosti" führen in einem Artikel aus, daß der Dreikaiserbund nicht im Stande gewesen sei, Blutvergießen zwischen Bulgaren und Serben zu verhüten. Dies scheine kein angemessener Preis dafür zu sein, daß Rußland einige Jahre hindurch seine Actionsfreiheit gebannt hat. Rußland bestand in richtigem Verständniß dem Vorgehen des Fürsten Alexander gegenüber auf der Wiederherstellung des Status quo ante. Als somit klar geworden sei, daß von Compensationen keine Rede sein könne, habe der König von Serbien, der factisch in einem Vasallenverhältniß zu Oesterreich-Ungarn stehe, einen räuberischen Einfall in Bulgarien gemacht, sich sogar als Widerhersteller der Rechte des Sultans geberdet, während die türkische Armee ruhig zusah. Mit welchem Recht that Serbien dies und womit sollen die Türken Serbien hierfür belohnen? fragt das Katkow'sche Blatt, indem es hinzufügt, daß die Türkei ohne die Einwilligung der Berliner Signatarmächte keinen Fuß bulgarischen Landes an Serbien abtreten dürfe. Die Verletzung der Grenzen des bulgarischen Landes wäre für Rußland gleichbedeutend mit der Verletzung der eigenen Landesgrenzen Rußlands. Für die Unverletzlichkeit des von Rußland erkämpften bulgarischen Territoriunls zu stehen, sei Rußland wegen seiner staatlichen Würde und nationalen Ehre verpflichtet. Nicht Sentimentalität oder ideale Illusionen, sondern die vitalsten Interessen Rußlands verlangten, daß es ähnlichen Fragen gegenüber unerschütterliche Festigkeit bekunde. Der Artikel schließt: Freundschaft ist wünschenswerth, wenn der damit verbundene Vortheil beiderseitig ist und ein enges Einvernehmen der Mächte zum Zweck der Wahrung des Friedens ist gut, wenn es auf gegenseitigen Verpflichtungen basire: „do ut des“. Sofia, 23. November. Es verlautet, die Pforte wolle einen Waffenstillstand vorschlagen, wünsche aber vorher sich des Einverständnisses des Fürsten Alexander zu vergewissern. Es gilt hier für sehr wahrscheinlich, daß der Fürst deni Waffenstillstand erst zustimme, wenn die Serben Bulgarien geräumt haben. Sofia, 23. November. Aus Slivnitza, 22. ds., Abends, wird gemeldet: Die Höhen und das Defilö bei Dragoman waren heute früh noch von den Serben besetzt. Eine starke bulgarische Rekognoscirungs-Abtheilung stieß Morgens auf den Feind und eröffnete ein heftiges Gewehrfeuer. Die Serben hatten an verschiedenen Punkten Schanzen aufgeworfen und diese mit Artillerie besetzt. Der Fürst begab sich persönlich nach dem Ort des Kampfes und sandte das Regiment Tirnpwo, welches zum ersten Male am Gefechte Theil nahm und andere in Sofia in Reserve gestandenen Truppen auf's Schlachtfeld. Bei Eintritt der Dunkelheit machten die Bulgaren einen Bayonnet- angriff und vertrieben die Serben aus ihren Stellungen. Die Bulgaren bivouakirten in den eroberten Positionen. Die Dragoman-Höhe wurde von den Serben verlassen. Es ist wenig ivahrscheinlich, daß dieselben wieder die Offensive ergreifen werden. Pirot, 23. November. Officiell. Die bulgarische Nachricht, in der serbischen Armee befänden sich Freiwillige, ist erfunden. Die serbische Armee hat nur reguläre Truppen. Die bulgarischen Berichte, wonach serbische Truppen bulgarische Sanitäts- wagen überfielen uud Verwundete massacrirten, sind völlig unbegründet. Die Serben können aber über herzlose Behandlung serbischer Verwundeter klagen. Nach dem Gefecht am 17, ds. M., wo die bulgarischen Truppen vordrangen und dann zurückgedrängt wurden, wurden von Bajonetstichen getödtete und verwundete Serben gefunden. Bei derselben Gelegenheit gab ein bulgarisches Bataillon, welches einem serbischen Bataillon gegenüberstand, Zeichen, daß es sich ergeben wolle, und näherte sich bis auf zehn Schritte. Der serbische Compaanieführer, Lieutenant Ratkowics, trat vor, reichte dem bulgarischen Compagnieführer die Hand, welche derselbe erfaßte, jedoch im nächsten Augenblick den Revolver entlud, daß Ratkowics todt niedersank. Wie auf Commando gab das bulgarische Bataillon sodann Feuer auf das serbische Bataillon. Ferner ist positiv bekannt, daß die Bulgaren mit den wenigen serbischen Gefangenen, welche sich in ihren Händen befinden, unmenschlich verfahren, während die Serben die bulgarischen Gefangenen milde behandeln und in der Pflege der serbischen Truppen und der bulgarischen Gefangenen keinen Unterschied machen. — Von den Gefechten am 17., 18. und 19. November ist noch zu melden, daß das serbische Officiercorps sich trefflich benahm, daher es große Verluste erlitt. Die Verluste der bulgarischen Armee sind sehr bedeutend. Belgrad, 23. November. Gutem Vernehmen nach sprach Rußland hier seine Mißbilligung über das Vorgehen Serbiens aus. Man hält nunmehr den Moment zu einer diplomatischen Friedensvermittelung für besonders günstig, da trotz der Kämpfe und beiderseitigen Verluste keinerlei Entscheidung erzielt worden ist. Belgrad, 23. November. Die vor Slivnitza stehenden Serben zogen sich auf Zaribrod zurück, deshalb mußte auch die Moravadivision zurückgehen. Die Timok- armee rückt schnell zur Verstärkung vor. Nach Ankunft derselben soll die Offensive wieder ausgenommen werden. Belgrad, 23. November. Es gibt bereits über 3000 Verwundete; 1500 gefangene Bulgaren sind hier eingetroffen. Mangel an Aerzten macht sich bemerkbar. — Die Timok - Armee bewegt sich südwärts zur Vereinigung mit der Hauptarmee. Dieselbe verdrängt die Bulgaren bei Belgradschik und entsandte ein Streifcorps in das Lom-Gebiet. Rang«n, 23. November. Die englische Expedition gegen Birma ist bei Mingyare angekommen, ohne auf Widerstand zu stoßen. König Thibau erließ eine neue Proklamation, in welcher er die Bereithaltung von 25,000 Mann anbefiehlt und hinzufügt es sei ein günstiger Tag ausgewählt, um Jalaing, Arakan und Tavoy unter Hem Befehl des Komgs wegzunehmen. Bombay, 23. November. Gestern fanden in Broach Unruhen statt, welche dadurch veranlaßt waren, daß ein frommgläubiger Hindu den von ihm zur Errichtuna eines Tempels gewünschten Bauplatz nicht erhielt. Die Aufrührer bemächtigten sich der Gewehre des Polizeidepots und begaben sich sodann nach der Filiale der Bombay- Bank, allem es gelang ihnen nicht, dieselbe zu plündern. Der Polizeichef wurde ae- todtet und 3 Poltrerleute wurden verwundet. Von den Aufrührern wurden 5 erschossen Dte Ruhe tft wieder her gestellt. " Lokale». Sießen, 24. November. (Recitation Eulau.j Die am Samstaa im Cas« Leib stattgesmidcne Recitatimi Friedrich Eulau wurde von dem wenn auch n'cht z-hlr-'ch°n, ° doch gewählten Auditorium aus das B-isälligste ausgenommen . 'g.4 vEommen den ihm vorausgcgangenen glänzenden Ruf und hielt derselbe durch die wirkungsvolle Wiedergabe der Dichtungen Der Meister! dieb" und „DaS Hexenlied", welche frei aus dein Gedächtnisse uoraetraam wurden Austnerksamkeit der Zuhörer auf's Höchste gefesselt unb gespannt. Mit großer Meister ch°ractmsirte "- Farbengebung in, Tone die einzelnen Personen; stark und erschütternd in leidcnschafllAen Semen, weich und biegsam in seelischen Momenten tonte d,e Sprache an das Ohr; alle Bilder der Dichtungen traten plastisch schön vor das geistige Auge des Zuhörers, wie es das einsache Selbstlesen nimmer vermag Der ,n d-r Zwischenpause, sowie am Schlüsse der überaus fesselnden R-eitation gezollte Dank war ein reicher und wohlverdienter. ^muuuuii , ...Hat sich auch das ganze Unternehmen für den Kaufmännischen Verein durch den vekumaren Ausfall zu einem Opfer gestaltet, so gebührt ihin dagegen auch das Ve " dienst, semen Mitgliedern etwas Gediegenes und einen genußreichen Abend zur Förderuna allgemeiner Bildung geboten zu haben. d tforoerung Nachmittags 2 5 QUf Lony's SWle”. als: eine Imd .j“«11’ Aarzem $ «Ah, ,*• i K,x SrSfr && I IsM IHM ■ d-i 24. » Falles, daß mehrere Personen in der Nähe oon Lauterbach am Genuß von Fleisch einer milzbrandigen Kuh verstorben waren) fand am Sonntag Morgen gegen 2 Uhr ihren Abschluß mit kostenloser Freisprechung des schwer geprüften Angeklagten, gegen den die Staatsbehörde eine Gefängnißstrafe von 2 Jahren in Antrag gebracht. Die Gutachten der Sachverständigen mußten die Ueberzeugung erwecken, daß hier ein seltener Fall vorliegt, dessen Aufklärung menschlichem Wissen dermalen noch nicht möglich ist. Darmstadt, 21. November. sMilitärdienstnachrichten.j Schlenke, Prem.- Lieut. von der Landw.-Jnf. des 1. Bats. (Gießen) 2. Großh. Hess. Landw.-Regt. Nr. 116, zum Hauptmann; Fuhr, Krämer, Vicefeldw. von dems. Bat., zu Sec.- Lieut. der Reserve des 2. Großh. Hess. Jnf.-Ngts. (Großherzog) Nr. 116; Freiherr v. Schenk zu Schweinsberg, Vicewachtmstr. von dems. Bat., zum Sec.-Lieut. der Res. des 2. Hess. Hus.-Negts. Nr. 14 befördert; Noth, Prem.-Lieul. vom 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, als Hauptmann mit Pension nebst Aussicht auf Anstellung im Cioildienst und der Regts.-Uniform der Abschied bewilligt. Hoffmann, Sec.-Lieut. oon der Landw.-Kav. des 1. Bats. (Gießen) 2. Großh. Hess. Landw.-Rgts. Nr. 116, der Abschied bewilligt. Bad-Nauheim. In Folge des neuerdings aufgetauchten Bahnprojectes Köppern-Usingen wird in der hiesigen Gegend wieder das seiner Zeit aufgestellte Projcct: „Die Herstellung einer Bahnverbindung zwischen Usingen-Bad-Nauheim resp. Friedberg" allgemein ventilirt, da durch event. Ausführung ersterer Linie die Ausschließung der südwestlichen Wetterau in weite Ferne rücken würde. Unterwerfen wir beide projectirte Bahnlinien einem Vergleich, so kommen wir zu nachstehendem Resultat. Abgesehen davon, daß die Linie Bad-Nauheim-Usingen eine natürliche Verlängerung der projectirten Eisenbahnlinie „Homburg-Friedberg" bilden würde, ferner, daß Terrain- schwierigkeitcn bei Ausführung der Bahnlinie dem Usathal entlang fast gar keine vorhanden sind, da dasselbe viel breiter ist und viel weniger Schwierigkeiten bezüglich der Entfernung der Wassermassen bietet, wie das Köpperner Thal, kann auch hierbei eher auf eine Rentabilität der ganzen Anlage gerechnet werden, denn diese Bahnlinie würde dem romantischen Usathal entlang ziehen, welches besonders in neuerer Zeit, nachdem dasselbe mehr auswärts bekannt geworden ist, von vielen Reisenden und Kurfremden von Bad-Nauheim besucht wird. Während auf der Bahnlinie Köppern-Usingen nur ein Ort, Wehrheim, berührt werden kann und dieselbe in eine Nebenbahn einläuft, würde die andere Linie an den Orten: Eransberg-Wernborn, Ziegenberg-Langenhain, dem großen Ort Ober-Mörlen und an Nieder-Mörlen vorbeigehen und dircct in eine der Hauptbahnen Deutschlands in die Main-Wefer-Bahn einmünden, woselbst die beiden verkehrsreichen Städte Bad-Nauheim und Friedberg liegen. Zieht man hierbei noch in Erwägung, daß Landestheile, namentlich auch Badeorte, wo Nebenbahnen entstehen oder deren Netz sich vervollständigt, einer ungeahnten Entwickelung und Kräftigung sich - erfreuen, bedenkt man ferner, daß nach Vollendung dieser Bahn auch Aussicht vorhanden ist, daß der westliche Theil oon Nassau durch Verlängerung dieser Linie nach der Lahn zu den großen. Verkehrslinien anaeschlossen wird, so muß constatirt werden, daß für die wirthschaftliche Entwickelung der bis jetzt von allem Verkehr ausgeschlossenen, aber doch wohlhabenden südwestlichen Wetterau, nebst unserem Badeorte, die Ausführung obiger Linie von entscheidender Bedeutung wäre. (B. Anz.) Mainz, 20. November. sEin theurer Spaß.j Ein Landmann aus Wörrstadt, der sich den „Spaß" machte, mittelst einer Signalpfeife dem Zuge, mit dem er nach Mainz fuhr, das Haltezeichen zu geben, in Folge dessen auch der Zug hielt, wurde bei seinem Eintreffen hier von zwei Schutzleuten empfangen und wird sich nun wegen seines . „Spaßes" vor Gericht zu verantworten haben. Solche „Späße" werden bekanntlich nach dem Strafgesetzbuch mit Gesängniß bestraft. .. r — Zum Projecte der hessischen Landes-Gewerbe-Ausstellung im Jahre 1887, die bekanntlich in Mainz staltfinden wird, schreibt man der „Darmst. Ztg." von dort' Seit geraumer Zeit hat der hiesige (Mainzer) Localqewerbeverein die Vorarbeiten zur Ausstellung begonnen und ist damit die Sache in ein aktuelles Stadium getreten Dieser Tage hat nun der Vorstand des genannten Vereins ein Schreiben an die Gewerbtreibenden und Industriellen unseres engeren Vaterlandes gerichtet und die- lenigen, welche sich an der Ausstellung zu betheiligen gedenken, um vorläufige Mit- theilung darüber nebst Angabe des etwa beanspruchten Raumes (unter Benutzung eines nebst Programm beiliegenden Formulars) möglichst bald, spätestens aber bis 21. Dezember dss. Js. ersucht. Nach den vom Mainzer Localgewerbeverein gemachten Mit- thcilungen läßt sich wohl eine ebenso rege als freudige Betheiligung der Interessenten erwarten. Erst nach Eingang und auf Grund solcher Mittheilungen wird an den Entwurf der baulichen Anlagen rc. für die Ausstellung herangetreten werden können Das uns im Entwurf vorliegende Programm der Ausstellung, aus 22 Paragraphen bestehend, bezeichnet zunächst als Zweck derselben: „Ein anschauliches Bild der gegenwärtigen gewerblichen, kunstgewerblichen und künstlerischen Leistungen im Großherzoa- rhum Hessen, sowie des Entwicklungsganges derselben zu bieten." Eine besondere historische Abtheilung kunstgewerblicher Erzeugnisse soll eingerichtet werden, während in einer weiteren Abtheilung für Unterricht seitens der Großh. Centralstelle für die Gewerbe eine'Darstellung des technischen Unterrichts und der Lehrmiltel der hessischen Schulen, sowie eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten beabsichtigt ist. Auch die ?ooen- und bergmännischen Erzeugnisse des Großherzogthums, sowie die nutzbaren Fossilien und Rohstoffe, welche in den Gewerben Verarbeitung finden, werden auf der Ausstellung vertreten sein. Im Weiteren sei nur noch auf einige allgemeiner in- tereffirende Punkte des Programms aufmerksam gemacht. Die auszustellenden Gegen- stande sind kostenfrei von den Ausstellern tu der Zeil vom 1. bis 15 Avril 1887 in die Ausstellung einzuliefern und ist als letzter Termin für alle Ausstellenden der 15 Mai 1887 festgesetzt — Von den Ausstellern wird eine noch festzusetzende Platz- miethe von höchstens 5 Jt, pro Quadratmeter des beanspruchten Raumes erhoben w"den. - Preise (Medaillen und Diplome) sollen für her°°7ragend^^L-istuns-n er" theilt und diesem Zwecke eine Beurtheilungs-Commission von Sachverständigen, in welcher der Präsident der Großh. Centralstelle für die Gewerbe den Vorsitz übernimmt ^bildet werden. — Auch ein«! Verloosung wird, wie bei solchen Veranstaltungen fehlen und em Aussellungs-Catalog erscheinen. - Für In er essen ten Ri schließlich noch bemerkt daß bte erwähnten Anmeldeformulare und die Programme von den Vorständen der sammtliche» Localgewerbevereine des Landes, sowie ^der genannten Centralstelle bezogen werden können. 8 a m ^iherr von der Goltz giebt in seinem Buche „Das Volk in Waffen" von der Große der deutschen Armee folgendes Bild: Das ganze deutsche Heer der Geaen- wart, alo eine eng aufgeschlossene Marschcolonne gedacht, wäre so lang,'daß, wenn seine Spitze in Mamz emruckte, das letzte Glied eben ekst Eydtkuhnen an der russischen Grenze zu verlassen im Stande wäre. Wenn es unaufhörlich Tag und Nacht durch ein Thor marschirte, so wurde es zum Durchgänge eines vollen Monats bedürfen Ä seiner Unterkunft sind, auch wenn Ort bei Ort mit Truppen belegt wird, 200Geviert- werlen Landes nothwendig. Die heutige französische Armee ergäbe in ziemlich enaer Aufstellung eine Front, tue von Verdun bis Epinal reicht. en9cr ,, ~ ®in unerhörter Skandal kommt aus Petersburg. Ehemalige Offistere ver- anstalteten m einem Restaurant eine Kneiperei, die zur Orgie ausartete Der Wirth konnte nichts machen, die Polizei auch nicht und selbst dem PolÜeip äsidentm Grefi? wurde der Eintritt verwehrt Gresser ließ die Thür mit Gewalt össmen^ und erhielt bei feinem Eintritt - eine Ohrfeige. Die Sache ist dem Kaiser unterbreitet " au r 7 .[^acante «Stegen für Militäranwärter im Bereiche des 11 Armee-Cm-ns 1 dl"i)kml)ain, Großh Directorium des Karl Friedrich-Hospitals 2 Oberwärter aiir Kündigung K 31-40 M monatlich bei vollkommen freier Station Ä 2 WffWWNWAM material. Darmstadt Wtniffn-nt™ sL 1 ’reter Wohnung und Brenn- G-Halt ' bcr F-n°nz-n, Canjl-ig-hüls-, aus Kündigung. ^Ufingen nur ubahn einläuft kl^angenhain, d d rcct in eine Wst die beiden an hierbei noch ahnen entstehen 1 Eftignng sich • W vorhanden e nach der Lahn 'erden, daß für Wienen, aber ne Ausführung (B-Anz.) aus Wörrstadt, t dem er nach hielt, wurde bei tun wegen seines - rden bekanntlich im Jahre 1887, Ztg." von dort: Vorarbeiten jur ‘abium getreten, -reiben an die idjtet und die- iDdäufige Mil- tnu&ung tinti r bis 21. §k- imad)teit Mit' : ^ntex^tnttn d an den Eni- fönntn. Tas Paragraphen be- 8ild der gegen- im Großherzog- Eine besondere itn, wahrend in :lle für die Geel der bessischen ist. Auch die ie die nutzbaren werden auf der : allgemeiner in- teilenden Gegen- >. April 1887 ut lusstelleuden der tzusehende Plah- ^aumcs erhoben de Leistungen tr- hverstandigen, ® ersitz übernimmt, Veranstaltungen jät die Programme z, sowie der ge^ :\ys SrZ iio öu Lee.- &Mtrr yc-meu . xer All-,ich, ?laJf- «i* 2- ®tow. 4. j®«6nproi«tes “»Mtllte V°*tnirefp In bie ' Wonjttuna M itrrain: ’ 9Qr keine vor- '^b-ruglich der M hierbei eher '»hüiiile mürb. in W-ff-n" * Herr der haß wenn ferne „ta ruiW ndNMdm m jebütttn. 3* r6 200@t»tlrt- toitadtt* Briefkasten. c -^O?nent in Selters, Oberhessen. Wenden Sie sich mit Ihrer Beschwerde an das Postamt, welches gewiß Abhilfe schaffen wird. D. Exped. Theater. Schonthan s „Schwabenstreich" zieht bei uns nicht, die Erfahrung haben wir schon im vorigen Jahre machen müssen. Es giebt Stücke, die trotz ihrer belustigenden Scenen, trotz ihres guten Humors nicht einmal als Lückenbüßer zu ge- b^uch^n slnd, und eine Theaterdirection ist immer zu bedauern, wenn ihre Mühen schlechte Belohnung von Seiten des Publikums finden. . . Die Aufführung ging am Montag Abend ganz wacker von statten; wenn auch einige Verlegenheitspausen beängstigende Wirkung ausübten, so half sich das Ganze doch mit einer gewissen Wurde darüber hinweg und man kann bekennen, daß Jeder bemüht war, seinen Platz auszufüllen. . Wir verzichten deshalb auf alle Vergleiche mit der vorjährigen Aufführung und -geben ohne Rückhalt dem Verdienste seine Krone. . r- den Damen nahm in erster Linie Cornelia Rheinberger volles Jn- ttresie in .lnspruch, sie spielte mit der ihr eigenen Liebenswürdigkeit, welche sie für Nollen, rote die Mattha m hohem Maße besitzt. 1 ... ., bilde Schlüter ist eine ganz achtbare Darstellerin, nur auf eine Manier, die ihr leicht als Unart ausgelegt werden könnte, machen wir die Dame aufmerksam Sie pflegt ledem Worte fast ein e anzuhängen und das klingt wahrhaftig nicht schön. Alw mehr Achtung vor der deutschen Sprache und den Fehler mit Energie unterdrücken! ö . W'lly Zchl bewährte sich in der Rolle des gutmüthigen, leichtgläubigen Guts- besitzers Lorsch vortrefflich und gewann mit Leichtigkeit die Lacher für sich Alfred Rheinberger nahm seinen Schwyburg etwas zublasirt, der Liebhaber ^A^^enug m den Vordergrund; darum können wir uns auch nicht ganz mit seiner Leistung befreunden. ' b 0 . „.Hamann Flachsland verlieh dem Palmiro Feuer und Leben, er hatte wirklich italienisches Blut in den Adern. ' M land verkörperte den prahlerischen litterarischen Jndustrieritter mit echt künstlerischem Verstandmß und traf überall den richtigen Ton Das Stück erfreute sich regen Beifalls, indem die Darsteller zahlreiche, wohl- rerdlente Hervorrufe ernteten. Literarisch«». für ""brhast praktisches Hand- und Hülssbuch für Comptoire, aber auch l-r UN°-N' stellt sich auch in diesem Jahr- Paul Moser's Rott kalende? feiner etn unentbe^rltdjeg 9?equifit für jeden Schreibtisch durch die Fülle Würff,P.Af * « ur dm Handel, bm Verkehr (Post, Telegraphie, Messen, Kalendarien 's' S?N"liengedenktage, seine allen Bedürfnissen entspreche,Iden iell e, im Ä f s ? fc,nL$orm als elegante Schreibunterlage und durch Knien im Hinblick auf das Gebotene billigen Preis (2 und Verkehr. jl 1 ^vember. Auf dem heutigen Martt kvsttte Butter per Pfund As"0-0 00, Hühnereier 2 Std.13-15 4, Enteneier St. 0-0 4, Käse pr. St. 5-7 4 ^nm5ttCcn7'u vr- Liter 20 4, Linsen 32 4, Tauben per Paar 0 45 bis 0'00 Hühner per Stück n Entwurf Der ‘ 1 Vorlage bem ReilhS 1 dingS noch keine des I .kommen werde, dm j mentarischen Vertret ] -Gesetzes wiederum i selbe unverändert ge Modifrcationen. St Haupt nicht, sondern daß die Arbeiter sei I einverstanden gewese | lern unb Mpersti \ Gewerbe unb Betrii I nicht betroffen werb j lich bet guitimnuin I bet Wöchnerinnen | stühzeitigen Wieder Mennig jal her i W des Mittyn I w^ie Arbeitskammer | Umsetzen." W s ' befchüftitzten ! ler, Minimallöhne kreisen selbst aufgelt w der Entwurf vor neten; nur der Atz I 0T Der von l I Antrag auf Einfuhr, I Aespresse lebhaft d I satter, wie z. Z I «em conservativen tagskreisen verbreitet, ®nrbe, wirb daran e äy bQm«i8 un ™ b«6 mit tlmtai. 2 ,b.° i w6Nem Prallt ®ien ä Äs! > i I und r! hs 1 * eit- ‘ s fj* pr- Tag 60 ________Flügclsgasse 10. Die bei Nordeck belegenen Dolorit’Steinbrüche sind anderweit zu verpachten, unb werden Pachtgebote von Herrn Bürgermeister Wist er in Nordeck und dem Unterzeichneten entgegengenommen. Marburg, am 23. November 1885- Weihnachts Aus tellun in Kinder-Spielwaaren 8341 J. He Fuhr Sonnenstrasse 25. von \LOTTO WZ