Sonntag den 25. October ISS» Drittes Blatt Mr. 249 7664 Waten.- W°aß. ®ttii vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Brinzerkchc Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 58 P-. Erscheint mit WMMwe Schutchraße 1. 75# I Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. nber. gehende fein 'ernnethen. 1 n LL^LindeM 7lZ-s M »“ ruiiS°L°"d", in rareift n Laue 21, w 1. n?inid^Erfolae^ In einem neuen Verzeichnisse ist der reiche Inhalt der Samm- nfflUminpnaefaftt und sollte kein Gewerbsmann oder Arbeiter es unterlassen, sich nächstliegenden Buchhandlung oder von A. Hartleben's Verlag in dasselbe von der ® ^ssen. Es wird Jeder darin etwas für sein Gewerbe Rdm der Ein- erwiknschU Förderung seines Wissens, der Andere willkommene Ratt>- schlüge zur Gründung einer Existenz. sinnes vor uns, der in winzigen Nußschalen, die er Schiff nennt, mit der Uhr in der Hand weiß, was tief unten in den räthselhaften Abgründen vor sich geht. Die Wissenschaft war aber dadurch erst recht angeregt und verlangte nun auch zu wissen, welche Stoffe den Meeresboden bildeten. Zuerst mußten Mittel gefunden werden, die Kugel mit der Leine überhaupt wieder in die Höhe zu bringen und fie dann auch entsprechend einzurichten. Gin amerikanischer Seecadet Namens Brooke fand das Nothige. Die Kugel erhielt oben und unten eine spitze Form, um leichter das Wasser zu durchschneiden; dann wurde sie durchbohrt und ein nach unten hervorschauender Stab eingelassen, der sich, sobald er den Boden berührte, loslöste und mit Proben desselben, welche in das unten ausgeböhlte, durch eine Feder schließbare Ende drangen, wieder aufgezogen werden konnte, während die Kugel selbst sich aus dem Doppelserl, in dem sie hing aushob und liegen bleiben mochte. Die Feder an dem Stabe war so an- gehracht', daß sie den hohlen Stab zuschloß, sobald derselbe bis zu einer gewissen Stelle ein gesunkenem ar. bcr Stab wohl auch blos mit Talg bestrichen, der den Stoff des Grundes ankleben machte. . ,, CYrt .. . ..., , Ich selbst, lieber Leser, habe mehreren solcher Messungen im Atlantischen und Stillen Ocean beigewohnt, und es passirte auch einmal das kleine, aber ärgerliche Unglück, daß sich ein gewaltiger Hai mit unserer eben erst gesenkten Kugel und dem Stabe davonmachte und ein großes Stück Leine abrollte, bis wir es kappten, damit er nicht Alles mitnehme. An dem Tage erfuhren wir weder von der Meerestiefe noch vom Innern des Haifischmagens etwas. , Besonders von den Vereinigten Staaten und wieder durch dortige Deutsche sind nun viele Vermessungen vorgenommen worden; die Flotte der Union erhielt sogar den Auftrag, bei jeder Gelegenheit damit fortzufahren, und so ist es dahm gekommen, datz wir neben den Geographen auch sogenannte Hydrographen, d. h. Wasserkundige haben, die uns vollständige Karten des atlantischen Oceans sammt seinen Bergen und Thalern, Hochebenen und Tiefen dargestellt haben. Zwischen Europa, Afrika und Amerika, sowie um Australien und Europa selbst ist jetzt so ziemlich Alles bekannt. Dock da die meisten Seesahrenden über den Atlantischen Ocean gehen, so null ich scher diesen noch etwas Genaueres mittheilen. -Die tiefste Einsenkung hat er zwischen Eav Roane (Sierra Leone) und Amerika, also mitten zwischen dem amerikanischen und afrikanischen Ufer mit etwa 19 000 Fuß. Von dort nach Norden gehend thettt sick das Seethal in zwei Arme, da wo sich die Inseln des grünen Vorgebirges be- ‘ .«„den • der eine läuft gegen New-Foundland, der andere gegen Europa hm. Zwischen ihnen ist also eine Hochebene, über die man wegfährt, wenn man nach Nordamerika segelt und über melcke auch die Seetelegraphen gelegt sind. Gegen Süden hin, da wo fick die beiden Thäler trennen, zwischen Afrika und Amerika stürzt die Hochebene stell ab und wenn wir dort unten wandern oder auch nur sehen konnten, wurden wir staunend eine Felsenwand von 18000 Fuß Tiefe gewahren. Am tiefsten ist der Ocean östlich von Florida, dort wo der Golfftrom fließt; das oben beschriebene Werkzeug, der Peilungsapparat, ergab hier 26000 Fuß Nahe beim grünen Vorgebirge und bei der Insel Madeira fand man 15400, so daß also jene Inselgruppen eigentlich die Spitzen gewaltiger unterseeischer Gebirge sind, auf denen ganz oben die Menschlein spazieren. Zwischen Irland und New-Foundland ist die Ebene etwa 11 000 Fuß tief und gerade 'diese Entdeckung der Beschaffenheit des Bodens mußte unbedingt geschehen wenn an die Möglichkeit einer telegraphischen Riesenleitung durch das Meer gedacht werden sollte. Heute freilich ist die Sache fertig, wir Dampfmenschcn des neunzehnten Jahrhunderts nehmen die Sache mit Gelassenheit hin, als wär's ewig so gewesen und nichts zu verwundern dabei. Der Kabel sind schon eine ganze Reihe gelegt und die Kenntniß^des Meeresbodens hat sich noch erweitert, wenn auch manche Stellen ewig von Stürmen umbraust sind und nicht gemessen werden konnten. Was unsere europäischen Meere betrifft, so sind dieselben gegen den Ocean winzig • .n ber Mtte nicht über 240 Fuß tief; nur bei der Insel (Avthland sind 850 Fuß; zwischen England und Frankreich, in dem wegen seiner Sturme so aefürchteten Canal, ist der Boden noch höher, um Dover sind nur circa60Fuß, etwas weiter 140 Tiefe Zwischen Schottland und Norwegen finden sich 800 Fuß. Das Mistelmeer hat nur an wenigen Punkten über 4500 Lns Schwarze Meer weist an zwei Stellen je 3000 Fuß auf, das adriatische dagegen ist wieder sehr selcht. Auch die Schnelligkeit der Wellenbewegungen gewährt nach Russel's Beobachtungen einen Maßstab für die Tiefe; darnach giebt es durchschnittlich zwischen England und Frankreich 180 und nach der 600 und mehr Kilmneter per Sturme betragenden Schnelligkeit des Oceans im Atlantischen Meere 4800 Meter und im Stillen Ocean 6400 Meter mittlere Tiefe, was mit den Peilungsergebnissen im Wesentlichen übereinstimmt. -togtlSgaiie 9. Stock H Mttistrabe 17. 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(Nachdruck verboten.^ Noch steht ganz Deutschland unter dem Eindruck der Trauer um die weit draußen im indischen Meere mit dem Schiffe „Augusta" versunkenen Brüder, und .zugleich wird das Angedenken wieder wach an die leider nur zu vielen ähnlichen großen und kleinen Verluste, welche unsere Marine schon erlitten, seit der „Große Kurfürst" in der Nordsee an der englischen Küste zu Grunde ging. Wie ohnmächtig erwies sich da jedesmal alle menschliche Kraft und Kunst gegen die Macht der Wellen, die ihr Opfer fast nie wieder herausgeben! Mit Beklommenheit mag gar Mancher, dessen Anverwandte auf der Flotte wett in fernen Gegenden weilen, an den nahenden November mit seinen Herbststürmen denken und mit dem Blick des Geistes den Ocean durchfliegen, der so unendlich viel menschliche Gebilde seit den Tagen der Phönicier bis heute schon verschlungen hat. Ja, es ist wahrlich wenig, was unsere Kunst und Mechanik dem Meere wieder abzwingen kann, und selbst die Hebung von Schiffen, die gar nicht sonderlich tief gesunken waren, will nur selten gelingen, während ewiges Todesschweigen unzählige Opfer umfängt. Es ist etwas ganz eigen Schauriges um diese Tiefen, mit denen sich der Menschengeist so oft beschäftigt, und immer noch empfinde ich das seltsam nervenerregende Gefühl, das ich vor langen Jahren hatte, als ich auf offener See einem Begräbniß beiwohnte und durch den pfeifenden Wind die tiefernsten Worte des Predigers tönten: „Herr, auch die im Meer gestorben, sie werden Dein Antlitz 1<$ Wie tief mochte der Abgrund wohl sein, in dem damals der Todte versank, der in Amerika sein Heil hatte suchen wollen! Ja, es ist eines der tiefsten Räthsel, das uns da entgegenzutreten scheint — und doch kein Räthsel mehr, das man nicht lösen konnte. Die Wissenschaft in ihrem neugierigen Forschensdrange hat es sertig gebracht, wenigstens einen flüchtigen Blick dahin zu werfen, wo gewiß alles mögliche Gerümpel menschlicher Erfindung, vom einfachsten Schiffsgeräth des Seglers bis zum Riesenbau des stolzen Panzerschiffes sich aufgehäuft hat. _ .... r Längst war man begierig, etwas über die Beschaffenheit jener Tiefen zu erfahren, in denen wohl noch eine ganze Märchenwelt seltsamer Pflanzen und Thiergebilde verborgen liegt, und einen recht realen Boden gewann dieser Wunsch, seitdem man allen Ernstes an die transatlantischen Telegraphenkabel ging, die mit jenen Abgründen genauere Bekanntschaft machen sollten und seit sogar Projecte auftauchten, wie, eine , unterseeische Eisenbahn, Canäle und ähnliche Dinge. Mag man auch heute über solch. Ideen lächeln, Niemand kann aber wissen, welche technischen Mittel der Menschengeist nicht etwa morgen schon entdecken kann. Zum Meere drängen Völker und Einzelne in halbbewußtem Drange; schon wer seine Küsten besucht hat, weiß, welch' seltsamer Zauber in dem plätschernden Wellenspiele liegt, wie es den Sinn hinablockt zu den Nixen, die tief unten in schimmernden Sagen-Palästen wohnen. Schon die Völker des Alterthums haben den Zauber gefühlt und von den Sirenen, Najaden, Vieerjungfern und Undinen berichtet, die denselben üben sollten, und in der That umflüstert es Einen so wunderlich, wenn man von der Gondel im Golf von R'eapel oder Rio de Janeiro oder im Antillenmeere hinabschaut. Hundert und mehr Fuß tief sieht man die Anemonen und Meersterne und fremdartig geformte goldige Pflanzen wachsen und die rothen Korallen und dazwischen die schnellen glitzernden buntfarbigen Fische, die Muscheln und Polypen — und doch ist jene Tiefe eigentlich gar nichts gegen den gewaltigen Ocean, der die Länder der Erde umspannt. , r, c r , Mancher meiner werthen Leser wird sich wohl schon gefragt haben, wie man, sckon ehe die Taucher den gefahrvollen Weg in die Tiefe unternommen, habe wisfen können, aus welchen Arten von Gestein und Sand, der Boden da unten bestehe, auf dem jene seltsame Vegetation gedeiht, und sei dieser Thätigkeit des Erforschens einen Augenblick unsere Aufmerksamkeit geweiht. . c Angefangen hat die Erforschung mit der Hebung der in der Nahe der Küsten versunkenen Fahrzeuge und damit ist sie auch noch immer vorzugsweise beschäftigt. Neuerdings trctt das Taucherhandwerk ja wieder in den Vordergrund durch die Versuche an dem deutschen Panzer „Großer Kurfürst" und durch das Aufsuchen verlorener Torpedoboote. , Deutsche, leider meist in fremden, englischen und amerikanischen Diensten, haben am meisten zur Erforschung der Weltmeere beigetragen, bei Legung der transatlantischen Kabel und dann auch um der Wissenschaft willen, die immer wieder die Grundlage zu neuen Unternehmungen bildet. Die Amerikaner sind ebenfalls an ihren Küsten mit der Hebung vieler versunkener Schiffe beschäftigt, und so hat sich unser Blick auch den zur Messung und Untersuchung des Abgrundes nöthigen Instrumenten zu- zuwendm.^ ^bssung der seichteren Landgewässer, Binnenseen und Flüsse hatte sich das Senkblei als hinreichend erwiesen; luenn es aber bei tieferem Wasser angewendet werden sollte, so versagte es die Dienste, weil man beim Ausstößen auf dem Boden keinen Ruck mehr verspürte; die Tiefe blieb schweigend und der Ocean spottete der feinen klugen Apparate, die eine Zeitlang im Gebrauch waren und die endlich wieder der einfachen Kanonenkugel an einem langen dünnen Faden weichen mußten. Mit diesem sehr bescheidenen Werkzeuge begannen die größten Forschungen und die Wissenschaft staunte bald ob der Nachricht, daß man im Großen oder Stillen Ocean erst in einer Tiefe von 45 000 englischen Fuß Boden gefunden ^habe. Andere Untersucher berichteten von verschiedenen Punkten des Meeres noch längere Fadenabwickelurlgen, und man rüstete noch bedeutendere Leinenrollen aus. Bald aber entstanden wieder Zweifel über die Zuverlässigkeit der Ergebnisse, weil man annehmen konnte, daß unterseeische Strömungen die Senkschnur noch lange, nachdem die Kugel den Grund erreicht, mit sich forttreiben könnten. Jetzt begann man zu rechnen, wann die Kugel wohl aufhören könnte, die Leine nach sich zu ziehen und wann also die fernere Abwicklung der letzteren vom Strome bewirkt werde. Abermals war es ein Deutscher, der mit großem Scharfsinn das dem Sinken der Kugel zu Grunde liegende dtaturgesetz entdeckte und zwar folgendermaßen: Man veranstaltete eine ganze Reihe von Messungen und wandte immerfort zu den Leinen die gleiche Stärke und Dicke an und maß die Zeit deS Sinkens mit der Secundenuhr. , , Durch viele Versuche ergab sich, daß der in's Wasser sinkende schwere Gegenstand die ersten 100 Faden am schnellsten zurücklegte und dann in bestimmtem, immer langsamer werdendem Tempo den weiteren Weg nach der Tiefe machte. Das Zeitmaß des Fallens wurde ganz bestimmt constatirt und so durfte man sicher sein, daß, so lange dasselbe von der Leine, welche gezeichnet und eingetheilt war, innegehalten wurde, der Booen des Meeres noch nicht erreicht war. Fand eine Veränderung in der Geschwindigkeit der Abwicklung statt, so war dieselbe folglich von einer Meeresströmung veranlaßt, welch' letztere allein das Schlaffwerden der Leine nach der Erreichung des Bodens verhindern konnte. Wir haben hier gewiß ein glänzendes Zeichen menschlichen Schars zu nachstehenden, besonders vorteilhaften und billigen Preisen. 54 cm. breit Satin mervetlleax der Meter M. 3.15 No. Meter M. breit Surah nolr der cm. No. 56 „ 6.70 56 „h ff ff tt ff „ 7.— j „ 43. 60 „ „ „ tt * Preise: Rein Netto comptant. Versandt gegen Nachnahme. Master acf Verhilft. Lieferung franco. 54 54 54 58 57 54 57 58 60 60 60 60 60 60 Ss.tin Luxor. 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Minna Prinz, geb. Gail, Marie Gail. Auguste Haberkorn, geb. Gail. Nanny Bücking, geb. Gail. Ferdinand Gail. 1) r. Otto Prinz. . Eduard Haberkorn. Friedrich Bücking. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 2 Uhr statt. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen.