Hcn. M b«6 &-5 ' e*!!i* $igt bem Nmtngfc „ 55t Kellers. uRh. ei । fest lh. ' Vorstand. 'ad, Musburg iedern. nver-ienst wird ommilfion^aatTS sum'Arüleitz gr- Off- an Carl R., Friedensstr. 2. tt tzcsucht- nplatz 11, HI, n der Nebenstraße- ^brauchte V?n jerbccT und SJwrf» ite Schlitten, Oeko- e Pflüge, Jauche- bei 341 PH. Romcistr. Acidermacherin, ause, empfiehlt sich ^gner^ondor^ orallenbr-cht metbtafl •»» i iiitn Markt« frr redliche iefelbe gcge» der «KP«6- ■„ F. 3 heater M«ar l«85' erwH'Lfn. icucn ii*"1* drücke t«^£S-r "'ß, nrii«: gSlStt^ ftt, 21 Zweites Blatt Sonntag den 25. Januar ISS» Gießener Anzeiger Amts- und Anzkiffkblatt für dm t»!ms Gikhm. : Schulstratze 7. 6rfd;eint tätlich mit Lm>nehme dev Montag» Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Dringerlotziu Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Wochen - Uebersicht. Gießen, 24. Januar. Seitdem am Montag da» preußische Abgeordnetenhaus mir der General-Di-cussion über den Etat seine regelmäßige Tätigkeit eröffnet bat, befinden wir uns wieder mitten in der parlamentarischen Hochfluth, welche das' Zusammentagen de» Ncichstageü und des preußischen Landtage« regelmäßig zu bringen pffegt. Die Collision beider Parlamente ifl aber nun einmal ein nicht zu vermeidende» liebel und alle Vorschläge zur Vermeidung dieser parla« mentanschen Concurrenz haben sich bis dato als praktisch undurchführbar erwiesen- Da außerdem gerade jetzt den Reichstag wie das Abgeordnetenhaus wichtige Verhandlungen in Anspruch nehmen, so wird dieser Zustand jedenfalls die nächsten Wochen sortdauern. Glücklicherweise hat der Reichstag in dieser Woche seine Arbeiten rascher fördern können — im Gegensatz zur vorigen Woche, wo allein die DiScusfion über die gestellten socialpolitischen Anträge 3 Tage in Anspruch «ahm. — Am Montag führte da» Haus die langwierige Verhandlung über den Militär-Etat zu Ende und erledigte in der Dienstags-Sitzung den gesamm- Un Marine-Etat, dessen Dedatlirnng in der Hauptsache sich wiederum zu einer Discusston über die Solonialpolitik gestaltete. Am Mittwoch beschäftigte sich der Reichstag mit dem uom Abg. v. Wedell-Malchow (conL) eingebrachten An- rrag aus Erhebung einer procentualen Börsensteuer mit Controlmaßregcln und wurde hiermit zugleich die Debatte über den von uationalliberaler Seite eingebrachten Gegenantrag (Schlußnotenzwang, Staffelstemprl und andere Gestaltung der Controlmaßregeln» verbunden. Nachdem Abg. v. Wedell- Malchow seinen Antrag begründet und die Überweisung deffelben an eine Commisston von 21 Mitgliedern beantragt hatte, fritifiile er noch den nationalliberalen Antrag in ziemlich abfälliger Weise, woraus von deutschsreistnniger Seite Abg. Dr. eie* men» da» Wort ergriff und sich in eingehender und dabei sehr sachlicher Weise gegen den Wedcll'schen Antrag wandte, dem er besonders den Vorwurf der Keindscligkeit gegen die Börse machte. Abg. Oechelhäuser vertbeidigte den nationalliberalen Antrag, als dessen Hauptzweck er bezeichnete, daß jeder zur Rührung von Büchern verpflichtete, im Jnlande wohnhafte Kaufmann, welcher Geschäfte gewerbsmäßig betreibt, die nach Tarif-Nummer 4 abgabepflichtig sind, verpflicht^ [ein soll, nach «ftfgteirt Abschluß von solchen Geschäften, zum Zwecke der Besteuerung Echlußnoten auszustellen. Namens der Reichsregierung gab Staatssecretär v. Burchard die Erklärung ab, daß dieselbe noch keine bestimmte Stellung zu den beiden Anträgen genommen habe, daß sie aber eine Einigung gern sehen würde. Namens des Centrums gab Aba. Porsch die Erklärung ab, daß seine Partei dem Wedell'schen Anträge sympathisch gegen- überstehe und ein Gleiche» that Abg. Kayser Namens der Socialdemokraten, wobei übrigen» der socialistische Redner in sehr drastischen Worten gegen die Börse zu Felde zog. Herr Kayser erklärte mdessen, daß seine Partei der jetzigen Regierung (eine discretionäre Besugniß in der Verwendung von Steuern geben könne — also auch bezüglich der Börsensteuer nicht — denn die Regierung sei eine solche der Brutalität gegenüber der Socialdemokratie; für diese Äeußerung wurde der Redner vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Die Discusston schloß mit der llebecroeiiung beider Anträge an eine 21gliedrige Commisston; am Donnerstag trat der Reichstag in die erste Berathung de» Postsparkaffen- Äesetze« em. 2ßa» da» preußische Abgeordnetenhaus anbelangt, so hat daffelbe am Mittwoch die dreitägige Generaldebatte über den Etat zu Ende geführt und ist am Donnerstag in die Specialberatbung deffelben eingetreten. Der Verlaus der Generaldebatte hat, wie gewöhnlich, nicht» Positives zu Tage gefördert und stellte sich in der Hauptsache als ein nutzloses Herumstreiten der Regierungs- Vertreter und RegierungS-Parteien mit den Rednern der Freistnnigen dar, während die Herren vom Centrum sich mehr reservirt verhielten. Jedenfalls wartet das Centrum nur den geeigneten Moment ab, wo e» mit seinem kirchenpolitischen Geschütz in die Schlachtreihen einrücken kann. Der nicht mehr ferne Tag, an welchem Fürst Bismarck fein 70. Lebensjahr vollendet. hat bekanntlich den in den weitesten Kreisen der Nation freudig begrüßten Gedanken hervorgerufen, dem Reichskanzler eine würdige nationale Ehrengabe darzubringen. Es ist nun von Männern der ange- fehensteu Stellungen und ohne Unterschied der Parteirichtung ein Comite zusam- mengetreten, prästdirt von beu Herren Herzog von Ratibor (Präsident des preußischen Herrenhauses) als Vorsitzender, v. Köller (Präsident de» preußischen Abgeordnetenhauses) als stellvertretender Vorsitzender, und von Rötger (Prästdent der Scehandlung in Berlin), als Schatzmeister, welches allen Bestrebungen zu eben genanntem Mittelpunkt dienen will. Das Gomitd fordert alle Deutschen zu Sammlungen und Zeichnungen für die dem Kanzler zu widmende Ehrengabe auf und sollen dieselben an den Schatzmeister eingesendet werden. General v. Treückow, der Eroberer von Belfort, ist am Dienstag euf feinem Gute Stünzhain bei Altenburg, wo er feit feinem 1875 erfolgten Ausscheiden aus der preußischen Armee lebte, im Alter von 74 Jahren verschieden. Die von der Reichsregierung veröffentlichten Actenstücke über die Fidji-Jnseln haben wiederum gezeigt, welche Hindernisse und Schwierigkeiten die Mißgunst Englands den deutschen Ansiedlern in überseeischen Ländern fortwährend bereitet. Dank dem energischen Auftreten der Reichsregierung haben indessen die langwierigen Verhandlungen zwischen Deutschland und England über die deutschen Landbesitzer auf den Fidji-Jnseln eine Wendung genommen, welche bestimmt hoffen läßt, daß die Rechte und Befitztitel der deutschen Ansiedler in ihrem vsllen Umfange gewahrt »erben. In Oesterreich bildet der Gesetzentwurf, den die Regierung de» Grafen Taaffe im Abgeordnetenhause gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Anarchisten und Socialisten eingebracht hat, das augenblickliche Tageslhema. Das Wachsen der Anarchismus in Oesterreich, den erlassenen Ausnahme-Maß- regeln zum Trotz, hat die österreichische Regierung von der Nutzlosigkeit derselben Überzeugt und sie will nun den Kampf gegen die anarchistischen Gesabren durch da» erwähnte Gesetz in sympathischer Weise aufnehmen. So lange sich indessen die europäischen Mächte nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen den Anarchismus entschließen können, so lange dürften auch in Anbetracht des internationalen Charakters desselben vereinzelte Anstrengungen, wie eben jetzt diejenigen der österreichischen Regierung, keinen durchschlagenden Erfolg Haden. ' Für Frankreich war die abgelausene Woche gewissermaßen eine „stille Woche", beim in den inneren Angelegenheiten ist (ein erwähnenswerthe» Ereigniß zu verzeichnen und auch in der für Frankreich brennendsten aus- roärtigen Frage, in der Tongkingsrage, scheint eine gewisse Stagnation ein» getreten zu fein. Wenigstens vernimmt man nichts von größeren militärischen ; Operationen der Franzosen und deutet dieser Umstand fast darauf hin, daß die französische Heeresleitung in Ostasien noch immer an Truppenmangkl labo- rirt; vielleicht wird demselben erst abgeholsen sein, wenn die am Dienstag von Algier neuerdings nach Tongking in der Stärke von 2600 Mann abgefanbten Truppen an ihrem Bestimmungsort angelangt sein werden. Die englische Regierung wird gegenwärtig durch die Lösung der egyptischen Finanzwirrm ebenso sehr in Anspruch genommen, als durch die ihrem Ausgange sich nähernde Khartumfahrt Wolselcy'S- In London haben 1 am Dienstag und Mittwoch lange Ministerberalhwigen stattgesunden, die ohne Zweifel den französischen Gegenvorschlägen zur Lösung der egyptischen Finanzfrage gewidmet waren. Ob und wie bald dieselbe erfolgen wird, läßt sich zur Zeit noch nicht im Mindesten beurteilen, vielleicht gelangt man jedoch zu einem Compromiß zwischen den englischen und den französischen Vorschlägen. — Unterdessen sind aus dem Sudan wichtige 'Nachrichten über die ersten zwischen der Wolseley'schen Expedition und den Cchaaren des Ntahdi ftatt« gefundenen Zusammenstöße eingelausen. Am 16. Januar stieß die 1200 Dlann Ttarte englische Vorhut unter Oberst Stewart bei Abuklei Hills auf eine ca. 10,000 Mann starke Abteilung Aufständischer, welche sofort zum Angriff überging und sogar das von den Engländern geformte Carrö auf einige Augenblicke sprengte. Die Engländer sammelten sich aber wieder und schlugen den Feind durch ein verheerendes Feuer in die Flucht. Die Aufständischen verloren ca. 1200 Todte, die Engländer 74 Todte, darunter 9 Officicre und 94 Verwundete, unter ihnen ebenfalls 9 Osficiere. Bald daraus sand bei Metamiieh am Nil ein zweites Gefecht statt, worin die Aufständischen 800 Todte verloren. Jedenfalls werden die Engländer noch weitere blutige Kämpfe bestehen müssen, ehe sie nach Khartum gelangen. Die italienische Deputirtenkammer hat im Lause dieser Woche die hauptsächlichsten Artikel der Eisenbahn - Conventionen im Sinne der Regierung genehmigt, womit also die vielangefochtene Eisenbahnpolitik des Ca- binets Depretis die Zustimmung des Parlaments gefunden hat. England hat feinen Colonialbesitz in der Südsee wiederum durch Annerionen verschiedener Inselgruppen erweitert. Ein Telegramm des „Reuter'schen Bureaus" aus Melbourne meldet, daß auf den Louisiaden, den Woodlack, Huongolf- uod Entrecasteaux - Inseln die englische Flagge gehisst worden ist. Gegen den Präsidenten der Republik Chile ist ein glücklicher Weise mißlungenes Attentat mittels einer Höllenmaschine verübt worden. Heber die Urheber und Motive des Mordanschlags fehlen noch nähere Nachri chten Zur Berufswahl. (Nachdruck vLrboten ) M!t Schluß deS alten Jahres sind so viele Sorgen beproben worden und mit Beginn deS reuen tauchen neue Sorgen empor. Nicht immer sind es G ir. die und fernen Sohn einst als grotzen Kauf und HandelSberrm dn' Übe^Mill °nen verfügt und desien Schiffe alle M-ere besahrcn zu sehen und zu wi.ser M ft n Ad welches mit den prr.chwollstm Farben gemalt ist- - Ä^?a?ravbi?em ünbe?ann^ in der Schule das R-chncn ziemlich schwor siel, ^m Orthographie e n unbekannt^. Gebiet und Schönschreiben eine Qual war, btt gute Junge glaubt es evdl ch, botz er ^cdici uhd '■ hnfc ht? Kaufherrn nur darauf war ter, ihn irr zum Kaufmann am besten patzt, und oav m. ^uuiv _ ... K SXÄ.??, fp8t ttn, W.Ichkll Stfil r er eemawt pai, a, obn? zgohl dem Baler, wenn ihm n 6t iönWbem6o6F%on?0,f= gema»“werben. d°b « auf einen L-b-niweg -.br-ngl wurde. i° "-'»'m " XlÄfe6'i'r0 vorbereitenden Ausschusses wurde einstimmig Herr Oberbürgermeister Ohly gewählt, ein um daS hi.sige Schulwesen und die ganze städtische Verwaltung hochverdienter Beamter. Zur Bewältigung der umfassenden Vorbereitungen haben sich 9 Special-Ausschüsse gcb'ldet, welche bereits in voller Tätigkeit sind. Durch den VerkehrS-AnSschuß gingen Mitte Decemder Gesuche um Fahrvergünftigungen an alle Eisenbahn-Directionen Deutschlands und hoffen wir, frühzeitig genug recht günstige Resultate bekannt geben zu können. Namhafte Pädagogen und angesehene SLulmänuer haben bereits zeitgemäße Referate zugesagt, mit anderen schweben noch die Verhandlungen. Eine Lehrmittel-Ausstellung, welche zuvörderst das hessische Schulwesen berücksichtigt, dann aber auch alle Neuheiten der verschiedenen Unterrichtsfächer zur Sln- schdnung bringen soll, ist in Vorbereitung. Uebrrhaupt berechtigen die seitherigen Veranstaltungen zu der Hoffnung, daß die Versammlungstage zu wahren Festtagen auSgefloltet werden und darf angesichts dessen und in Anbetracht der äußerst günstigen Lage Darmstadts gewiß auf zahlreiche Betheiligung der deutschen Lehrer gerechnet werden. Mainz, 18 Januar. Die Niederlegung deS alten Bahnhofsgebäudes, in welchem sich die Kaffen und die Gepäckräume befanden, wurde heute beendet; die Wartesäle werden im Laufe der nächsten Woche niedergelegt. — sUnglücksfall.s Gestern Nachmittag stürzte von einem Neubau in der Heibel- bergerfaßgasse ein hier wobnender Spengler, welcher an dem Dache beschäftigt war von dem Bau herunter. Der Körper des Mannes schlug mehrmals auf daS Gerüst auf, bis er zu Boden fiel. Der Verunglückte, der einen Armbruch und sonstige Verletzungen, besonders am Kopfe, davontrug, wurde in daß Hospital gebracht. Ein großer und ein Hauptgrund aber, daß so viele junge Leute dem Kaufmanns- ftande den Rücken kchren, ist die Ueberfüllung tn diesem Berufe. Alle g'ößeren und großen Städte sind überfüllt mit „butnmtlnben* HandlunsscommiS Alle Warnungen der Presse haben nichts genützt, sie waren in den W«nd gesprochen. Gewiß trägt einen guten Thetl der Mitschuld allerdings die Mehrzahl der Principole der Jetztzeit, welche Lehrlinge in Masse heranlocken, sie indessen nur alS Handlanger, Dienstboten und Laufdurschen ausnutzen, ohne sie zur E> Innung von Fachkennrmffen anzuhalten und anzuletten, sich aber nicht entblöden, nach kurzer Lehr- ze t ein Zeugnttz auszustellen, welches die jungen Leute empfiehlt, „zu allen kaufmännischen Werken gesch ckf. Sehr häufig sind leider solche Princ-pale felbst noch Lehrlinge und unfähig, tbre Untergebenen etwas Tüchtige« zu lernen - eben weil sie selbst nichts können und wissen. W-r kann auch mancher kaum zwelundzwanzig Jahre alter Handelsherr (?), dem Lebenserfahrungen schlechterdings nicht zur Serie stehen, junge Lehrlinge zu erziehen im Stande fein. Hiernach mögen die Väter rmhr Vorsicht obwalten lassen, ein alter Meister hat Praxis und Lebenserfahrung, daS gilt auch bet dem Kaufmannsstande. Besonder« ergiebig als sog. HandlungscommiSfabriken sind die kleineren Städte. Nach viere, vielleicht auch nach dreijähriger Lehrzeit, wenn die Principale und Lehrherrn Salair zahlen sollen, werden dann die jungen Commis entlassen, und diese drängln sich blindlings nach den großen Städten. Ob sie von den Verhältnissen der Großstadt etwas verstehen, danach fragen weder diese selbst, noch der Lehrherr. Mit dem Lehrbrief in der Tasche, kommen die armen Handlnngsbtflissenen in der Großstadt an. tn dem Wahne, sofort Stellung zu erhalten. Bald, nur zu bald wird ihnen die Thalsache Har, daß schon Hunderte vor ihnen da waren, die alle auf Stellung warten. Ohne alle Mittel werfen sich viele auf den Zwischenhandel, welcher zur Zeit alles Überwuchert und erdrückt, verderben den bestehenden Gewerbtreibenden das Geschäft, machen Schulden, greifen zu Schwindeleien und — das Zuchthaus endlich bietet das Unterkommen, welches sie vergeblich tn der Großstadt gesucht haben. Man werfe nur einen Blick tu den Annoncentheil unserer Zeitungen, v-o die Rubrik „Stellengesuche- von Agent-m, Buchhaltern, CommiS, Lageristen rc. steht und man vergleiche bann die andere Rubrik „offene Stellen" damit und der eine Bfick wird genügenden Beweis bringen, daß das Angebot weit größer ist als die Nachfrage. Dagegen suchen Handwerker vergebens nach Lehrlingen und Gesellen, Landwirthe bieten umsonst hohe Löhne für männliches und weibliches HülfSperfonal. DaS sind allerdings Zettcharakterbllder der unerfreulichsten Art. Unter unserer Jugend ist eine Arbeitsscheu eingertffen, die von den bedenklichsten Folgen begleitet ist. Vsile denken, nun ein Kaufmann braucht nicht zu arbeiten, ober aber, wenn eS als Kaufmann nicht glückt, glückt eS al8 Restaurateur. In einer Lader- thüre stehen und Cigarren rauchen, ober al8 Schankwirth mit den Gästen trinken, ckannfgießern und ralfonnfren helfen, das ist nach ihrem Geschmack, — ein Handwerk gehörig zu lernen, fällt ihnen nicht ein. Man will zu hoch hinauf, kommt aber detz- halb zu tief hinab. Von einem Jahr zum andern ist auf Besserung dieser trübseligen Zustände gehofft und gerechnet worben, leider vergebens. Namentlich im KaufmannSstanbe sind die Verhältnisse immer schlechter geworben, so schlecht, daß man heute von kaufmännischem Proletariat sprechen kann. Das ist traurig, aber eS ist wahr. Es gibt zur Besserung nur zwei Wege. Der erste ist, daß alle Ueberschußhände im kaufmännischen Gebiete zu anderem Erwerb greifen müssen, fall« sie nicht untergehen wollen. Daß dieser Weg wenig betreten werden wird, zeigt der falsche Stolz und Ehrgeiz dieser HandlungScommis, die »ach ihrer Meinung eine „höhere Bildung" besitzen ober einer höheren Gesellschaftsklasse arigthören und darum „höhere Ansprüche" machen können. Wenn sie aber einmal ohne Stellung find, bann warten sie, bi« sie etwas „Passende«* finden; wie häufig aber wäre eS bester, sie griffen vorläufig zu etwa« „Unpassendem". Selbst der Handarbeiterstand müßte genügen, auch er ist ein ehrenvoller Stand, und tausendmal besser als ein „bummelnder Kaufmann". Möchten doch recht Viele die Wahrheit dieser Worte einfehen. Der zweite Weg ist ein Mahnruf für die Väter solcher Knaben, die künftige Ostern die Schule verlosten: Laste Niemand seinen Knaben Kaufmann werden, es ist gegenwärtig der erbarmungswürdigste Beruf, den es ytbt. Ist der HanblungSbefliffene, gleichviel ob durch fremde ober eigene Schuld, um seine Stellung gekommen, so erhält er selten bald wieder solche. Und baß Ende ist in. her Regel: Dem kaufmännischen Proletariat ist ein neues Glied eingereiht worden In dm GerichtSsLlen aber, wenn die Acrmsten zu geringeren ober größeren F^eiheüS- strasen vermtheiit werben, hört man so oft den Ausdruck: „An meinem S^cksal tragen meine Eltern schuld, warum ließen sie mich Kaufmann werden. E. W. zu nebst ca. 100 Kasseler Acker Land u- 509 Der den Röffer'schen Kindern Kirchvers gehörige neuerbaute die Pfleger Gerhard und Luh Kirchvers. Gutes Cello § Zu verkaufen. Näheres in der Exp. d. Bl. Wiesen, 2 Gemeinde - Nntzungs - Anteilen, sämmtl. 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Tausende von Menschen wurden gelobtet oder verwundet, die Besoraniß einer weiteren Katastrophe hat die Einwohnerschaft vieler Ortschaften veranlaßt, aus ihren Wohnstätten zu fliehen. Die Stockung jeder geschäftlichen Thätigleit, Krankheit und Roth sind zu den elementaren Ereigniffen hinzugetreten und haben da- Elend auf einen hohen Grad gesteigert. Ein so großes und über weite Gebiete verbreitetes Unglück fordert überall Theilnahme und werkthätige Hülfe heraus. Unter den Rationen, welche sich beeifern, jenen Gegenden beizustehen, wird auch die Deutsche nicht Zurückbleiben wollen, die, wenn sie niemals fremdem Unglück sich verschloß, sich in diesem besonderen Falle noch erinnern wird, mit welcher edlen Sympathie und Gastfreundschaft die von der Katastrophe heimgesuchten Gegenden den Erben des Deutschen Kaiserthrones noch jüngst empfangen haben. Wir wenden uns daher vertrauensvoll an die Deutsche Ration mit der Bitte um Spenden für die so schwer heimaesuchten Gegenden. Zur Annahme von Beiträgen ist leder der Unter« zeichneten bereit; außerdem können Zahlungen auch an die Königliche Haupt-Seehandlung-laffe, Berlin W., Jägerstr. 21, an die Präsidial - Kaffe des Königlichen Polizei-Präsidiums, Berlin C., Molkenmarkt 1, an die städtische Haupt-Stistungskaffe, Berlin C., Rathaus Zimmer 25, geleistet werden. (Auch die Expedition deS Anzeigers ist gerne bereit Gaben in Empfang zu nehmen und dieselben weiter zu befördern.) Die eingehenden Beiträge, über welche öffentliche Quittung erfolgt, werden durch Vermittelung der hiesigen Königlichen Spanischen Gesandtschaft ungesäumt zur zweckentsprechenden Verwendung nach Madrid gesandt werden. Berlin, den 15. Januar 1885. von Wedell-Pie-dorf, Präsident des Reichstages, Pariser Platz 2, Vorsitzender. rrten uerei gelegen. verkaufen. §andgaffe^__ W 1U -Maschinen jeder Grösse zu billigsten Preisen. Verbreitet in 23,000 Stück. Prämiirt mit ca. 150 Medaillen. C. Spirituosen. pr. Flasche eto. in grösster Auswahl. 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Hauptmann dankend ablehnen muß, bitte ich die verehrlichen Kameraden sich wegen eines geeigneten Nachfolgers zeitig umsehen zu wollen. L. Petri BI. Vom Frankfurter Hypotheken- Kredit-Verein werden ZWolheken-LuMalim auf erststellige Hypotheken unter günstigen Bedingungen dargeliehen. Anträge nimmt entgegen Jacob Grünewald, 536_____ Bankgeschäft in Giessen.___________ Betreffend: Die Straßenzustände in der Nähe des Bahnhofs, sowie die Bahnübergänge! 518 Denjenigen, welche die bekannten, schon am 5. d. M. auf der Bürgermeisterei Gießen überreichten Eingaben noch nicht unterschrieben haben, diene zur Nachricht, daß gedruckte Eremplare derselben in der Papierhandlung des Herrn II. Kühn, Seltersweg, zum Zwecke der nachträglichen Unterzeichnuna aufiiegen. Grosses Zillierconcert ausgeführt von dem . 492 ©iessenes* Zitherkranz Sonntag den 25. Januar, Abends 8 Uhr, auf Kanifs Bierkeller. Eutrse 30 Pfg. ä Programm an der .Raffe. 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