lreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit 8Hngetk*n >urch die Poft bezogen viertcljLhrlich 2 Marl 50 Pi. 188» Freitag den 24. April Nr. 91 ießener Anzeiger für dm Kreis Gießen Amts- und i ^Selters, Erscheint täglich mit e*re über nicht mehr concurrenzfäbig bleiben konnten, weil die Franzosen die Zölle für fein englische Garne aufgehoben haben, wenn nachgewiesen wird, daß sie zur Fadrikatten von Sammel und Seidenzeugen verwendet werden. Gerade dieser Vorlprung, den bi; Franzosen durch die sogenannte admiseion teaporaire haben, bat die Nothlage der deutschen Fabrikanten herbeigeführt. Die Eonttole der Verwendung würde eine gr nauc, einfache und geringe Kosten verursachende fein; es würde nicht schwer fallen, bir geeigneten Cautelen festzustellen, und sicherlich könnte die Eoncurrenzfädigkeit der heimischen Halbseiden-Jndustrie mit den ausländischen Fabrikationsplätzen einigermaßen wieder hergestellt werden- benn jetzt sind durch die Einführung der admi*ion texnpv- raire in Frankreich die Vorthelle, welche die deutsche Seidenindusttic durch die brein:-; höheren französischen Baumwollzölle genoß, aufgehoben, so daß die Eoncurrenzfähiglen unserer Jndusttie in halbseidenen Waaren für den Export gänzlich aufgebört bat. Dagegen wurde von anderer Seite ausgeführt, daß die Notdlage, in der bit Weberei sich befinde, dadurch herbeigeführt sei, well die Fabrikation aus der Hand weberei in die mechanische Weberei übergegangen sei. Die für Deutschland beantragte Maßregel, sagte der elsässische Abg. Grad habe in Frankreich wenig Vorthell gehabt, well die Fabrikanten lieber den Zoll bezahlt, als sich den Umständlichkeiten diese? Verfahrens ausgesetzt hätten. Von Seiten des Bundesrath äußerte man sich gleichzeitig zu Gunsten de? Status quo, wobei sich der Staatssecrctär des Innern, Herr v. Bötticher, noch gegen den Vorwurf verwahrte, als ob die Reicksregierung für die Halbseiden-Jndusttie kein Herz habe. In der Abstimmung wurden sammtliche Anträge und Amendements abgelebm. es bleibt somit bei den bestehenden Bestimmungen des Zolltarifs. Abg. Bamberger hatte die schutzzöllnerische Partei in einer Rede dringend er sucht, auf die erbetene Erleichterung rinzugcben. „Sie feiern jetzt", rief er aus, ,etn Erntefest in Zöllen, lassen Sie sich einmal zu unserer Ansicht bekehren und bedenken Sie daS Dickterwort: „Es wächst der Mensch mit seinen höheren Zöllen!" Fortsetzung morgen. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Corresporrden-»vrrrearr. Berlin, 22. April. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses würbe der auf Aufhebung der Temporaliensperre gehärtete Anttag Windtborst mit 182 gegen 128 Stimmen abgelehnt. Der Eullusminister v. Goßler bekämpfte den Anttag, inbeir er ausführte, daß bei Posen - Gneseu seit 1884 nichts einaetteten sei, weßhalb die Re aierung ihre bisherige Haltung aufgeben könnte. Die Wiederbesetzung des Erzbisthumr sei das einzige Mittel zur Aufhebung der Sperre. Die Besetzung sei sehr nahe gewesen, sei bann aber theilS burch polnische, theils burch anbere Gründe vereitelt worden. E» komme darauf an, daß der Erzbischof von Posen sich als preußischer Bischof und llntci• than fühle, seine Aufgabe auf kirchlichem Gebiet suche und die Klippen vermeide, an welchem der Vorgänger gescheitert sei. So lange der Titel „Primas von Polen' eine reale Bedeutung habe, müsse die Regierung Dafür sorgen, daß diese reale Bedeutung durchbrochen werde. — Der Antrag Windthorst auf Straffreiheit des Mefseleser und deS Spendens der Sacramente, wurde mit 169 gegen 127 Stimmen ebenfalls ab gelehnt. Von dem Eultusminister wurde die Erklärung abgegeben, daß er am 3. Te cember 1884 unzweideutig erklärt habe, Preußen könne mit weiteren gesetzgeberischen Maßnahmen erst bann vorgehen, wenn von Seiten der Eurie Entgegenkommen gezei^i werbe, hieran halte bie Regierung auch jetzt noch fest. Der Abgeordnete Wind» horst kündigte sodann für morgen einen Antrag auf organische Revision der Mai gesetze an. ■ — Der Abg. Windthorst hat, wie er in seiner heutigen Rede angekündigt bat. bereits mit Unterstützung des Eentrums den Antrag eingebracht, bie Erwartung aus, zusprechen, baß bie Regierung in Ausführung ber vom Abgeorbnetenhause am 25. Apn 1883 gefaßten Resolution bem Landtage nunmehr baldigst eine organische Revision d' kirchenpolitischen Gesetze vorlege. Wien, 22. April. In ber Thronrebe, mit welcher ber Reichsrath heute e- schlossen mürbe, spricht ber Kaiser seinen Dank aus für die richtige Würdigung br Interessen des Staates und für die Opferwilligkeit des Reichsraths. Die Tbronref- hebt sodann die Leistungen und Erfolge des ReichsrathS auf allen Gebieten des Staat- lebens hervor, namentlich die Förderung der geistigen Interessen aller Völker durch d> wohlerwogenen, die Bildung und Erziehung der Jugend fördernden Beschlüfie, die Er richtuug und Erweiterung der Unterrichtsanstalten, die Hebung des Gewerbeunterricht und die Verbesserung ber Lage des Leelsorge-Elerus. Ferner werden die wahrhaft et: freulicheu Erfolge für die Volkswirthschaft, das Verkehrswesen und die Flußregulinwe in Tyrol und Kärnthen conftatirt, welche letztere auch auf andere Länder, namentltd auf das hart betroffene Galizien auszudehnen sein werde. Durch die erfolgreiche (int Wickelung des Eisenbahnwesens sei ein bedeutender Schritt zur Herstellung des Gleich gewichts im Staatshaushalte geschehen und der Staalscredit bedeutend gehoben. Te Reichsrath könne mit bem Bewußtsein treuerfüöter Pflicht zurückblicken auf die Arbei unb bie Erfolge für das Gedeihen des Vaterlandes und die Wohlfahrt der Völker, bene: ber Kaiser mit gleicher Liebe seine landesväterliche Fürsorge zuwende. Unsere flute Beziehungen zu allen Machten rechtfertigen die Erwartung, daß ber Friebe ber Monarch« auch fernerhin ungestört erhalten bleiben werde. Unter den Segnungen des Frieden werde die Regierung beharrlich und pslichtgetteu auf den eingeschlagenen Bahnen fort fahren, ihre Ausgaben zu erfüllen, um Begonnenes zu vollenden, die verfassungsmäßig' Thätigkeit gedeihlich zu entwickeln und das Ziel zu erreichen, das den Absichten Wünschen und Hoffnungen des Kaisers entspricht. Pari-, 22. April. Eine Depesche Bridre's aus Hanoi vom 21. ds. conftatirt baß verschiedene Verhandlungen mit chinesischen Officieren wegen der Einstellung de gegenwärtig überall suSpcnbirten Feindseligkeiten stattgefunden haben unb kündigt di bevorstehende Ankunft mehrerer chinesischen Eommissäre in Hanoi an. Einem Telegramm des „Temps" aus London zufolge steht eine „Bospbore Frage" nahe bevor. Die Frage biete zweierlei Gesichtspunkte, einmal bie Verletzung eines von Franzoson inuegebabten Domieils unb eine ben Vertretern der französischer Bebörbe zugefugte Beleidigung; hierfür könne Frankreich Genugtbuung verlangen, so dann die Frage ber Unterdrückung des Journals „Bosphore Egyptien". Wahrfcheinlici iverde^Frankreich anläßlich dieses (Gegenstandes gegenwärtig nicht reclamiren, die An gekflcnheit werde aber den Ausgangspunkt bilden für eine Verhandlung zwischen Frank reich und dem Khedive über die Belmnbluilg der fremben Presse in Egypten. London, 22. April. Der gestrige Eabinetsrath berieth über Die Tepefch Lumsden's. Wad) ber Sitzung wurde eine Depesche nach Petersburg gesandt, welch ivie bei „Stanbard" wissen will hervorhebt, daß die Runen in bem Gefecht bei Aktepe die Angreifer gewesen seien, weßbalb die englische .Regierung sich genotdig sehe, ihr früher gestelltes Verlangen einer Desavouirung des Vorgehens des (^enerab Komaroff zu wiederholen. Die „Dailn News" fegen, bas Telegramm Lumsden' mache die Krisis ernster als bisher, England erwarte wegen Komarost's Verhalten den Bundesgenosien Rußland gegenüber aus Petersburg weitere bessere Aufklärungen, al bisher gegeben worben seien Belgrad, 22 April. Tie Skupschtina nahm eine Adresse an, welche die .V.ciifr derselben über die guten Beziehungen zu allen Staaten, insbesondere über Die <*alt freundschaft des Kaisers von Oesterreich, den Besuch des Königs von Rumänien, fow» Bedauern auSdrückt über bie fortdauernd getrübten Beziehungen zu Bulgarien -t v Skupfchtina hofft, bie Regierung werbe auch fernerhin die Ehre und das Anfebei Serbiens wahren unb d er beißt,Tbie im Vorjahr begonnene ('ulturarbeit zu Ende n führen und sich hierbei den Köntg, der überall in erster Reibe zu treffen, zum iRurtci zu nehmen. •w1 91 wer fQntt , «msitte Äfr *«'. tn krk ‘u? d-r Umland beanfrc- UKrtheilK Handlichkeiten bi(i, Zünften ir /ucher, noch gtr ^kN-Industries n& einen13 abgel& !J Rede dringend c ;' nef er aus, |6 emn und btbd' lZollm!" rdnetenhaujes w. thorst mit 182 te den Antrag, iM sei, weßholb dik K mg des ErzbiÄ^i ei sehr nahe M. lereitelt worben ' er Bischof unblto Aivpen vennck. nas von Pol»'« diese reale tet iheit des MD timmen ebeD iV ti, daß er oii.Tt teren geschgkdM'- Mtnfontmtn M Mgeorbnett Mini) Revision btt M itk myVMb/*' die Erwarte r-i enhause am W panische Reoism> : Reichsrath HM chtige Würdigung aths. Die W Gebieten des EL aller Lölker buri: es QjeroerbeinM' ■rben die waW id die Flußregck^ re Lander, nanui^ h di- **/. 1-ipllwS d-S» jcutenb get« ®'‘ >i an. , *<«**■ HE =B^ 'Ä5 MN'"sich 7«- tresteN' Lokale-. Gieße«, 23. Avril. Gestern Nachmittag entstand im Stadtwald an der 3 urinbacber Ehaussee, links aus der Seite des Lumpenmannsbrunnens, im Distrikt Fichten- • opf ein Waldbrand, welchem ca. 9—10 Morgen Unterholz (Gestrüpp u. dgl.) zum Opfer fielen. Das Feuer soll durch leichtfertiges Spielen mit Streichhölzchen von Seiten mehrerer Jungen entstanden sein. — Wie man uns mittheilt, haben die hiesigen Mehgermeister in einer Eingabe an den Stadtvorstand dahin pctitionirt, daß der Bau des Schlachthauses auf eine Reihe von Jahren hinaus verschoben werden möge. Hoffentlich wird sich die Stadtverord- iieten-Versammlung durch diese Eingabe nicht beirren lassen und den nunniehr definitiv beschlossenen und in seinen Vorarbeiten bereits fertig gestellten Bau, im Interesse der Scllubrität unserer Stadt auch baldigst ausführen. Gieße«, 23. April. Wie wir aus dem Programm der am Freitag von früheren Mitgliedern der Brautlecht'schen Directton stattfindenden Soir4e entnehmen, gelangen auch Scenen aus Faust, II. Thcil, von Herrn Oberförster Adolf Müller jirr Recttation. _ f Be »mischte-. Pest, 22. April. Das Szegediner Theater gerieth heule Mittag in Brand unb muroc ein Raub der Flammen. Der Dersicherungswerth beträgt 400,000 Gulden; ?^Ect betheiugt mit je einem Viertel sind die erste ungarische und die ungarisch- sranzofi^che t^euer-Versicherung, die Assicurazioni Generali und Riunioni Adriatica. - ^^gedin, 22. April. Die Bergung der am Abend noch unversehrten Garderobe aus der Bibliothek des Theaters war unmöglich, da Derfuchc dazu wegen der ein stürzenden Mauern als lebensgefährlich vom Stadthauprmann untersagt wurden. Das / Theater, cm Prachtbau, ist unrettbar verloren. (Fr. Zig.) Handel und Verkehr. Limburg, 22. April. Rother Weizen JL 1515, weißer Weizen X 00.00. Korn X 1210, Gerste X 10.80, Hafer X 7.65, Kartoffeln ä 100 Pfund X 0.00, Erbsen ä 100 Pfund X 00.00. „ _ 3raintfürt, 22. April. Auf dem heuttgen Markt kostete der Gentner Hen 2 70—3.30, Stroh X 2.20—2.70, Eier das Hundert X 4.50—5.50, Butter 1. Qualität X 1.00, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Gentner X 2.25-2.50, Kohlrabi 3-0 H pr. St., Erbsen 100 Ka. 22.00-30.00 Rothkraut pr. St. 20-30 A, tzuhn^L 1.50—2.00, 1 Ente 2.00—3.50, 1 Taube 40—60^, Habn X 1.90—2.50, Gans X 6—10.00, Welsche X 5.00—10.00. Die der Stadt Gießen gehörigen Aecker auf der Warthe — in der Nähe des Gabriel'schen Hauses — Flur 25 Nr. 111, 112 und 113 mit 1-338 Ol Meter sollen Larn-tag, den 2S. d. MtS. Nachmittags 5Va Uhr -an Ort und Stelle in 3 Abtheilungen oder auch zusammen verpachtet werden. Gießen, den 23. Aprll 1885. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 3117 Bekanntmachung. Zur Verdingung der Arbeiten incl. theilweiser Materiallieferung zur Herstellung der Brunnenkessel und einer Aegenwasser-Cisterne für das zu erbauende Infanterie - Kasernement in Gießen, veranschlagt zu 24770 «X, ist ein öffentlicher Submissionstermin 6 uf [3093 Sonnabend den 2. Mai er., Vormittags 10 Uhr, im Baubureau, Restauration Germania in Gießen, anberaumt, wozu iMlificirte Unternehmer mit dem Beiwerken eingeladen werden, daß die Bedingungen und Kostenanschläge in d/a2 Uhr zu einem besseren Leben abzurusen. Gießen, den 23. April 1885. 3084 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag Mittag um 3 Uhr auf dem Friedhof von Gießen von der Klinik au» statt. miethen._________________.___ ___ 3089 Ein schön möblirtes Zimmer mit Tovntag den 26. April: Gutbesetzte Tanzmusik, Wermietchlngen. 3083 Eine Wohnung im Hinterhaus zu vermiethen und am 15. Juli beziehbar. I. Ruckstutzl, Stcinstraße 47.^ 2633] Möbl. Zimmer zu vcrmietben. Ludwigstratze 64- 3017 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.^ Z Deibel, Bahnhofstr. 53. 3114] Schön möbl. Zimmer mit Ea- binet zu vermiethen. Südanlage 5. 3116 Ein schön möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Postsecretar Mittler, Grünbergerflraße Nr. 47. 3076 @in möblirtes Zimmer zu ver- Kabinet. nach dem Kirchenplatz zu, vermiedet Emil Lotz. 3105 Lchön möblirtes Zimmer. Christian Rühl, Wallthorstraßc 88. 3109] Gut möblirte Zimmer mit Eabinets zu vermiethen Frankfurtcrstraße 11, 3. etocf, neben dem Hessischen Hof. 3110] Laden mit Cabinet zu ver» miethen. 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