o IW 1 Midlich lu<: 897 ngu.\erwerthuoq S DT CiyilJngenieur rSlr.13|.BEßlaw JneUbonwfetn der hkN floijb He SReife "ich Amerika tag«, i bem Renten DerschoW) Rh a, 334 lhof, Gießen. ,eostri*rel M WwUan ic arantit iikrnoiumw et eintvetenbtxw 'tir rt. yochachwntzsvoll Weidrnhaus. «*i ch int Ganzen unter Bedingungen zn^ bc man ju richten"" ist Boecker,®eölar- unter Sarasti® iu#“‘ei ,30^^. nann, B«* S' d^r. 46 Dienstag den 24. Febrnar 1886 Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigtblatt für den Kreis Gießen. B«rea» t Schulstraße 7. Betreffend: Den im März 1885 vorzunehmenden Wiesengang. ©iefccn, am 20. Februar 1885. Das Großhcrzoglichc Kreisamt Gießen an die Grotzherjogliche» Bürgermeistereien des Kreises. Nach «rtild 7 der Wiesenpolizei-Ordnung ist im Monat März der Wiescngang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung der Feldschützen und WiejenwäNer ^nehmen dieselben hierzu baldigst aufzufardern und die über den Wresengang aufzunehmenden Protokolle bi, längsten» zum Ende k M. haben die Wiefenvorftünde, wa. Sie denselben noch besonder« eröffnen wollen hauptsachttchsolgende Punkte auszunehmen. ' 11 ob hie Anordnungen welche Sie bei dein im October v. I. vorgenommenen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden |tnb und welche nicht, ■2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Beseitigung der bei dem btesmaltgen Wiesengang Vorgefundenen Mängel von Ihnen ge roffen ~ worden sind oder^vorgeschlagen werdens hierbei wird den Wiesenvorständen besonder« empsohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf bte Reinigung bet Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moo« 20.; auf die Entfernung bei Herbstzeitlosen, bes Erbauswurf« au» den Be-und Cnb wäfferuugogräben, aus die Verebenung der -Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be- und Entiva„erung»graben zu 3) Verbräfernngrvorfchläge^in^BeMg^auf°gröbere Wiesenfluren, namentlich solche, zu deren Ausführung da« Wiesenculturgefetz vom 7. October 1830, *'ii Rr^^ ettäuttm nür^daß Sie in "der RegH^ insofern kein besonderer Anstand vorliegt, jedem der betreffenden Wiesenbesitzer spenell eröffnen wollen welche Mängel der Wiesenvorstand vorgesunden hat und daß diese Mängel binnen der vom Wiesenvorstandzn bestimmenden Inst |o gerotB zu beseitigen M öl, sonst da n°t^ge7 Herstellungen aus Kosten her Säumigen angeordnet würden. Nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten .Frist wollen S,e nach Anhörung de» Wiesenoorstandes wettere Anträge stellen. Jedenfalls sind die von Ihnen getroffenen Anordnungen in den von Ihnen einzu,endenden Protokollen einstweilen^ ifi uon aöen Thellnehmern zu unterzeichnen. War ein Mitglied des Wiesenvorstande« verhindert, am Rundzange 2 bet! zu ^'°2üiesenvors"anch^^^^^ d7n °(g?oßherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten, mindesten« noch au» zwei Ortseinwohnern, welche Wiesen besitzen. oder^folche zu benutzen oder zu verwalten haben, bestehen soll, nicht mehr vollständig sein, so wollen Ste den Gemetnderath wegen Ergänzung bei Wiesenvorftandcs üentebnien und uns die Anträge des Gemeinderathes in besonderer Verhandlung vorlegen. vr. Boekma^ri. ' » . ■ - ' ' • ' « . . «reit vierteljährlich 2 Warf 20 Pf. mit Bringert*. erfchemt täglich mtt Ausnahme des Montag». £Ur Nr. 23, den Secondlieutenant Frhrn. Schenk zu Schmittburg, den Zahlmeister Fuchs von demselben Regiment, den Oberst Ruti, Commandeur des Großh. Gensd'armerie - Corps, den Major v. Stockhaujen, Commandeur des Schleswig-Holsteinischen Husaren-Regiments Nr. 16, den Major v. Lübbers vom 2. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 47, Adjutant de» 7. Armee-CorpS, den Major Frhrn. v. FolleniuS, Gensdarmerie-Districis-Lommandeur der Provinz Oberhessen, den Secondlieute- nant Schenk zu Schweinsberg vom 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde.) Regiment Nr. 115, den Oderamt-nchter Zipp, den Oberförster Köhler aus Beerfelden, den Krersafstsunzarzt Dr. Weibgerber aus Ulrichstein, den LandgerichtSrath Scriba, den Pfarrer Hainer au« Hungen, Die Margaretha Hildebrand aus Annerod, in Diensten der Kupferdrucker Felsing Wittwe in Besiungen; zum Vortrag den Staatsminister Finger, den Mmisterial.Präsidenten Weber. Darmstadt, 20. Februar. Ernannt wurden: Am 14. Februar der Gerichtsvollzieher Ludwig Hohenstein zu Alsfeld zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgerichte Darmstadt 1, der Gerichtsvollzieher Karl Riegelmann zu Grünberg zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Alsfeld und der HülfS- gerichtsschreiber Jakob Licks zu Main; zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Bingen. —I. Darmstadt, 20. Februar. ^Zweite Kammer der ßanbftänbe.] Zu Gap. 27 (Gknsdarmerl') veS neuen BubgetS würben von Setten deS Finanzausschusses noch folgenbe Anträge grfieflt: Auf dem vorigen Landtage waren als Besoldungen oerwilligt für den Corn- tnanbeur b<8 GenSdarmerlecorpS 5400, für bte drei DtstrtctScommanbeure je 4200, 3600 und 3300 A- Außerdem bezog der 1. DtstrtctScommandkur eine persönliche Zulage von 200 A. Da derselbe nun inzwischen gestorben ist. ein Grund, auch dem i'tzigen Inhaber der Stelle diese 200 A wieder zu bewilligen, nicht vorliegt, so beantragt der Ausschuß, die 200 A Zulage vom Budget abzusetzen. Ebenso spricht sich der Ausschuß gegen die angeforderte Gehaltserhöhung von 1000 A für den Commandeur be« CorpS aus und führt bafür folgende Gründe an: Wenn auch nicht zu verkennen sei, daß auf die militärische Organisation der GenSdarmerie W-rth gelegt werden müsse und daß dieselbe dadurch namentlich auf dem Lande an Ansehen und Kraft gewinne, so sei doch für eine Mannschaft von 238 Mann die Zahl von 4 Difideren zu groß. SS dürfte wohl eine Einrichtung getroffen werden können, nach welcher 3 Offidere für den Dienst genügten; etwa in der Weise, daß der Com- mandeur deS CorpS zugleich dne der DlstrictScommandrurstellen versieht oder daß au» den jetzigen 3 Distrikten nur 2 gebildet werden. Die Erwägung dieser Vorschläge deS Finanzausschusses ist von der Regierung ausdrücklich rugesagt wordem ^^bau« ja Dieburg, ist der Ausschuß damit einverstanden, daß die Aufseher (Beschließergehülfen) wie In bem LandeSzuchthaus und Gesängniß zu Darmstadt nach einer zur Zufriedenheit rmückgelul nach Pefih. ' - Die Commiffion der C°ng°.C°ns-r-n, beendete heute ihre Berathung und genehmigte den von Lambermont über alle von der Lonseren, erledigte arbeiten verfaßten Bericht, der bereit« morgen zur Vertheilung gelangt. Am Montag oder Dienstag findet wiederum eine Sitzung statt. Neu-Ttrelitz, 21. Februar. Bei der Reichstags-sttchwähl m Malchrn. wurde Wrlbrandt (frei).) mit 8430 Stimmen gewählt; v. Hirschseldt (cons.) erhielt 7836 Stimmen. Hesterreich. Prag, 21- Febr. Hiesige Blätter melden: Der Obmann des Teplitzer Arbeitervereins und zwei Arbeiter wurden wegen socialistischer Umtriebe verhaftet. ßnglaud. London, 21. Februar. Die „Times" bringt die noch der Bestätigung bedürfende Nachricht, die Ruffen seien gegen Penjdeh, welches noch von Afghanen besetzt ist, vorgegangen. Die englische Grenz-Commission habe sich in die Nähe Herats zurückgezogen. — Eine Depesche Lord Wolseley's aus Korti vom 20. ds. besagt, er habe eine aus Abukli vom 17. ds. früh datirten Bericht Buller'S erhalten, worin es heißt, daß 400 Mann der feindlichen Infanterie, die mit Gewehren bewaffnet waren, vom 16. Februar, Abends 5 Uhr, bis zum Abgang des Berichtes ein wohlgezieltes, aber unregelmäßiges Feuer aus weiter Entfernung auf das enalische Lager unterhielten. Die englischen Verluste betragen 16 Mann, barunter 4 Osficiere. Die Truppen seien in Abukli in völliger Sicherheit, selbst gegen die Angriffe einer starken Streitmacht, aber das Feuer aus weiter Entfernung ist höchst lästig. Wolseley fügt hinzu, daß Wood noch am selben Tage, (den 20. Febr.) Kameele von Gakdul an General Buller absende, der weiterer Transportmittel bedürfe. Buller werde sich wahrscheinlich nach Gakdul zurückziehen, sobald die Kameele eingetroffen seien. — General Graham ist mit seinem Stabe nach Suakin abgegangen. — Ein Telegramm des „Reuterffchen Bureaus" aus Korti vom 21. Febr. besagt, daß die Sanitäts-Verhältnisse im Lager von Korti zwar gut seien, aber wahrscheinlich werde die herannahende große Hitze die Wahl eines neuen, nördlicher gelegenen Lagers nöthig machen, weil es später unmöglich sei, unter Zeiten, zu lagern. Kriechenlauv. Athen, 21. Februar. Delyannis hat, da der König der Auflösung der Kammer die Zustimmung versagte, die Bildung eines neuen Cabinets abgelehnt. Darauf wurde Tricupis wieder zum König berufen. Der Genannte zog nach längerer Conferenz mit dem König seine Demission zurück. Es wird eine öffent- lrche Kundgebung vorbereitet, um Tricupis einen Vertrauensbeweis zu geben. Türkei. Konstantinopel, 21. Februar. Ein kaiserliches Jrade acceptirt den Antrag der Banque Ottomane und des Comptoir d'Escompre in Betreff der Bahnanschlüffe. Berlin, 21. Februar. (Reichstag.) In der heutigen RetchStagSsitzung wurde die Zolldevatte fortgesetzt. Für Wein, in Flaschen eingehend, bestand bisher ohne Unterschied ein Zoll von 48 pro 100 Kilogramm; die Zollvorlage verlangt jetzt für Schaumweine 80 JL, für anoere 48 JL wie bisher. In der Debatte, an der sich die Abgeordneten v. Helldorff. Barvb^xger, p. Kardorff, Marauardser», v. Franckenstein und Richter bethetligten.be- avtragte Letzterer, btS zu einer definitiven Regelung der inländischen Schaumwein- Versteuerung es bei dem alten Zolle zu belassen, die Majorität entschied sich jedoch für die Regierungsvorlage. Die Positionen Kraftmehl, Puder, Starke, Nudeln, Sago und dergleichen wurden auf Antrag der Abgeordneten v. Kar dorff und Scipio zur Vorberathung an die Commission verwiesen. Für Mühlenfabrikate, auS Getreide und Hülsenfrüchten, also Graupen, Gries, Grütze, Mehl, Bäckerwaaren, Kleber, geschrotete und geschälte Körner wurde nach langen Debatten, die indessen für dm Standpunkt der verschiedenen Parteien nichts Neues zu Tage brachten, der bisherige Zoll von 3 pro 100 Ktlogr., über die Re- gierungsoorlage von 6 JL. hinaus auf 7 JL 50 $ festgestellt; ferner für frische Weinbeeren ohne Debatte, conform dem b-sherigen Zollsätze, auf 15 JL. Nachdem danach da8 Gesetz über den Zollanschluß Bremens in zweiter Lesung angenommen worden war, schlug der Präsident die Vertagung biS zum Montag den 23. Februar vor, seitens des Abg. Windthorst wurde indeß unter Hinweis auf die Unzuträglichketten, die durch das Zusammentagen entständen, eine Vertagung bis zum 2. März beantragt. Fürst BiSmarck, der zu dieser Debatte erschienen war, setzte sich dem auf daS Lebhafteste entgegen; auf den Reichstag sei bereits Rücksicht genommen, indem er fast 2 Monate ohne Störung durch die Etnzellandtage Sitzungen adgehalten habe. Boyern, Sachfen, Württemberg rc. könnten dasselbe Recht beanspruchen und wenn ein Abgeordneter zwei Mandate übernehme, so thue er es doch in dem Bewußtsein, daß er die fundamentalen Einrichtungen des Landes und des Reiches nicht hemmen wird. Die Entscheidung in Sachen, die man mit Spannung erwartet, sollten doch nicht in der Schwebe gelassen werden; die ungeregelte Speculation — hinsichtlich der Zoll- novelle z. B. — werde begünstigt und die Retchsfinanzen leiden darunter. Fassen Sie Ihre Beschlüsse, die verbündeten Regierungen werden dann anch die ihrigen fassen. Abg. Richter weist darauf hin. daß der Vorschlag der achttägigen Vertagung eu8 der nämlichen Majorität herauSkommt, die die Zollerhöhungen betreibt; das beweise, daß diese Majorität selbst nicht die Nothwendtgkeit der schnellen Beschlußfassung anerkennt. Es sprachen noch die Abgeordneten v. Helldorff, v. Wöllwarth, v. Lenz, v. Benda, v. Stolberg, doch wurde schließlich nach anderthalbstündtger Geschäfts- ordnungSdebatte mit 137 gegen 118 Stimmen die Vertagung bis zum 2. März ausgesprochen. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Korrespondenz - Bureau. Metz, 22. Februar. In Folge von Regengüssen der letzten Tage ist der Stand der Mosel ein außerordentlich hoher. Bei Metz, Diedenhosen und Königsmachern ist dieselbe stellenweise ausgetreten. Paris, 22. Februar. Gestern Abend fand im Saale von Levis (Ba- tignolles) eine socialistische Versammlung statt, in welcher heftige Reden gehalten wurden. Dem „Cri du Peuple" zufolge sollen bei dieser Gelegenheit etwa 15 Personen von der Polizei verhaftet worden sein. Petersburg, 22. Februar. Der Geschäftsführer im Ministerium des Auswärtigen, Titularrath Artzimowitfch ist zum Vice-Consul in Thorn, der Ingenieur der Wege-Communicationen, Hofrath Leffar, zum diplomatischen Agenten bei dem Chef des transcaspischen Gebiets ernannt worden. — Der „Ruff. Invalide" erklärt die Zeitungsmeldung von einer beabsichtigten Uniformirung etlicher Dragoner-Regimenter in Husaren- und Ulanen- Regimenter für unbegründet. — Der „Neuen Zeit" zufolge wäre bestimmt worden, daß die von dem Ministerium des Innern reffortirenden deutschen Schulen in den Ostseeprovinzen in russische Stadtschulen und Kreisschulen mit russischer und deutscher Unterichts spräche umgewandelt werden sollen. — Gestern Abend gegen 6 Uhr stürzte im Centrum der Stadt ein von Arbeitern bewohntes mehrstöckiges Hinterhaus zusammen, die Bewohner unter den Trümmern begrabend. Die Feuerwehr-Sappeure eilten sofort zur Rettung der Verunglückten herbei. Die Anzahl der letzteren ist noch nicht festgestellt. Um 8 Uhr erschien der Kaiser auf der Unglücksstätte. Kairo, 22. Januar. Nach der „Agence Havas" ist durch Decret des Khedive der wirklche Legationsrath v. Richthofeu zum deutschen Vertreter bei der egyptischen Schuldenkaffe ernannt. Ronr, 22. Februar. Der „Agenzia Stefani" wird aus Maffauah, den 19. ds. gemeldet: Kapitän Ferrari ist von Suakin hier eingetroffen und wird in einigen Tagen nach Abysstnien abgehen. — Derselben Agentur wird aus Perim berichtet, die in Assab befindlichen italienischen Commiffäre hätten Seitens des Sultans von Auffa die Anzeige erhalten, daß derselbe eine besondere Expedition zur Entdeckung und Bestrafung der Mörder des Afrika^eisenden Bianchi und seiner Gefährten organisiren werde. Gleichzeitig habe der Sultan seiner Befriedigung über die Besetzung BeilulS durch die Italiener Ausdruck gegeben. Konstantinopel, 22. Fevruar. Ein amtliches Communtque meldet die erfolgte Uebergave der Jrade, durch welches die Anträge des Baron Husch abgelehnt und diejenigen der Banque ottomane unter der Bedingung angenommen worden, daß sie den ottomantschen Besitzen unterworfen werden. Das Commun quä fügt hinzu, daß die Differenzen zwischen der Regierung einerseits und dem Baron Hirsch sowie der Eisenbahnbetriebs-Gesellschaft andererseits einem Schiedsgerichte anhetmgegebeu werden sollen. Zu Mitgliedern desselben find seitens der Regierung der UnterstaatSsecretär im Justizministerium, Vahan Effendt und Riza Bry, Mitglied des CaffattonShofeS ernannt worden. Gleichzeitig fordert die Pforte den Baron Hirsch und die Etsenbahn- betrtebSgesellschaft auf, innerhalb eines Monats ihre Vertreter für das Schiedsgericht zu ernennen. Lokales. Bietzen, 23. Februar. Der 3. Vortrag des Alice-Vereins „Einleitung fn Shakespeares Sommernachistraum und Vorlesung einzelner Stellen bt ff eiben" von Hern Kreisschultnspector Büchner fand am 20. d. M. statt. Derselbe führte in dem ersten Theil deS Vortrag« auS, daß dieses Stück, wie auch einzelne andere des großen Britten, an einem argen dramatischen Fehler zu leiden scheinen. Es fehle demselben, wenn man seine äußere Form betrachte, an dem ersten Erforderniß für den Aufbau eines Dramas, an der ^Einheit der Handlung." ES find, führt der Vortragende auS, vier selbstständige Handlungen in demselben enthalte«, nämlich: Die Hochzeit des TheseuS und der Hypoltta, die Geschichte zweier Liebespaare, die Darstellung des ElfenretchS mit dem Streite des Elfenkönigs Oberon und feiner Königin Tttanta und daS Fest dec Handwerker, die ihrem Herzog ThefeuS zu Ehren ihre klägliche Tragödie PyramuS und ThiSbe an feinem Hochzeitstage zur Aufführung bringen. Diese vier Handlungen find nur lose äußerlich mit einander verbunden. Wer glaubt, wegen dieses Mangels an Einheit der Handlung, die Ehre des Dichters retten zu mfiffen, mag dies mit den meisten Auslegern dadurch thun, daß er betont, das Stück fcr seiner ganzen Anlage nach ein G legenheitsgedtcht, ein Festspiel zur Verherrlichung einer HochzettSfeier, und sei an ein solches zu jener Zeit nicht die strenge Anforderung wie an daS etzentliche Drama gestellt worden, da eS nur der Unterhaltung dienen sollte. Der Vortragende gibt zu, daß das Stück ein HochzeitSgedtcht sei und mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Vermählungßfeter deS dem Dichter sehr befreundeten Grafen Essex, bekannt durch sein tragisches Ende, gedeutet werde. Er führt darauf eine Stelle aus dem Stücke an, woraus sich daS fast mit Gewißheit folgern lasse, allein es fei nicht nöthig zur Rettung des Dichters, ihn damit zu entschuldigen, er habe sich in seinem Werk der damals gebräuchlichen, nicht streng dramatischen Form bedient, weil eS eben ein Festspiel gewesen. Was, fährt der Vortragende fort, vielen Auslegern eint Schwäche des Stücks zu stin scheint, ist nach meiner Ansicht e'ne große Schönheit in einer von dem Dichter absichtlich gewählten Form. Er will einen „Traum" darstellen, darum verknüpft er Handlungen und Personen nur lose mit einander, in wirrem Durcheinander läßt er sie an unserem Auge vorüberziehen, aber in dem Allem ist doch Methode wie in Hamlets Wahnsinn, doch ist ein einheitlicher Gedanke durchgeführt, eine Houpthandlung vorhanden. Das führt zum zweiten Theil zur Beantwortung der Frage nach dem /»inneren Gehalt" des Stücks. Der Vortragende führt nun eine Reihe verschiedener Auslegungen vor, unterzieht dieselben seiner Kritik und weist sie als unhaltbar zurück. Nach seiner Ansicht ist die Tendenz des Stückes die Darstellung des Wesens der Jugendliebe mit den Hindernissen, welche äußere Verhältnisse ihr entgegsnstellen, und mit den Leiden und Irrungen, die durch die blinde Leidenschaft von den Liebenden sich selbst bereitet werden. Dieses Wesen der Jugendliebe schildern alle in dem Stück austrctenden Hauptpersonen, am meisten und eingehendsten die beiden Liebespaare, deren Geschichte unzweifelhaft die Haupthandluvg des Stücks darstellt. Am Schluffe wurde noch darauf hingewtesen, wie Humor und Komik ganr besonders in dem Stücke zur Geltung kommen. Darauf las Herr Büchner die drei ersten Akte und Einiges aus dem vierten und fünften Akte vor. Der Vortrag, dem ein zahlreiches Publikum beiwohnte, war ausgezeichnet burdj lichtvolle Heberfichtlichk-it der Gruppirung und durch wohlthuende HerzenSwärme; auch die Recltatton einzelner Scenen, denen der Herr Redner dramatisches Leben etnzuflößen verstand, gereichte den Zuhörern, auch den mit dem Text bekannten, zum wahren Genuß Wie wir hören, wird Herr Realgymnafiallehrer Dr. Mensch den nächster Vortrag und zwar über „Heinrich Heine" halten. Gietze«, 23. Februar. Der hiesige Turnverein feierte am verflossenen SamSta« Abend sein diesjähriges Winterfest im Leib'schen Saale. Wenn durch die Ungunst der Localverhältnisse diese Feier erst Ende Februar abgehalten werden konnte und dir zur Verfügung stehenden Localttäten als zu klein betrachtet werden müssen, so Haber, diese unvorhergesehenen Fälle durchaus keinen Abtrag der Gemüthltchkeit und bt5 fröhlichen Zusammenseins gethan. Die Feier wurde durch den Gießener Turnermarsch (von Krausse) et offne! und brachte der 2. Sprecher des Vereins, Herr Rentier Carl Vogt in kurzer Ansprochi den Willkomm deS Vorstandes den so äußerst zahlreich erschienenen Mitgliedern wt! Familien und den eingeladenen Gästen dar. Nachdem daS Programm, in welchem Gesangsvorträge mit Musikpt^cen ab- wechselten, beendet war, wurde von dem 1. Turnwart, Herrn Gg. Stoffer, elr Reigen von 16 Turnern mit 16 Damen in dem einfachen, aber sehr geschmackvoller Turnercoftüm vorgeführt und kann diese Aufführung in jeder Beziehung als eine fehl gelungene und gediegene bezeichnet werden. Allgemeiner, nicht enden wollender Beifall wurde btn Thetlnehmern und den Jnstructor deS Reigens zu Theil. Die Leistungen der GesangSabthetlung, unter bc; Leitung des Dirigenten Herrn Franz Bauer, sind einer lobenden Erwähnung jeder Beziehung werth. Bis zum frühen Morgen vereinigte der Tanz die nach Hunderten zählenden Herren und Damen und kann dec Turnverein diese Frier würdig an dieselben frühere- Jahre reihen. X. Gießen, 23.Februar. Der Schubgefangrne Victor Wob! auS Cossl, welche wegen Dtebstadls tu eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren und 8 Monate verurthdi! und beute zwecks Verbüßung dieser Strafe noch Marienschloß verbracht werben sollte, ist gestern Abend auS hiesigem Haftlocal entsprungen. — Signalement: Religio» jüdisch, 26 Jahre alt, Statur schlank, schwarzes Haar und Schnurrbärtchen, gebogen« Nase, trug braunen Tuchrock, do. Hose, blaur Weste, gestreiften Kittel, braune Tuck' mütze und Schube. Uuiverfitäts- Chronik. — Der außerordentliche Professor an der Berliner Universität, Dr. Adolf Ermann, ist zum Director der egyptischrn Abthellung der königlichen Museen ev nannt worden. «ft * $,OT Die Lieferung vor Werkstattemaienal Dom 1. Avril » bi imSubmstMsvnM LieferMsangevon jum 7. März l. I-, portofrei, versreaelU Aufschrift verleben, Bedingungen neb reichM können geg' von 65 H durch ui werden- Gießen, den 21. Sroßherzogli Betreffend-' T das Bernic Georg 5 bentetch. Zur Abnahme bi deren Einsicht in fjreiteei gejhttet Hebung von Einwent Schlußoerzeichniß fiel Montag ben 1( Bormittag' 'm Me K. 18. GW, h 16.' AGMichtt A Lange Munt Dr «rffanbeäj wMeiten W Meute von Kr°! M-rie, ift Nn ■ geben worben. Mr können Mi ^geschlossen inprhp .Voll Scheith. v M eh scheit _ Frankfurt. 21. Februar. Auf dem heutigen Markt kostete der ffenwer Heu X 2.75—3.30, 3trob X 1.85—2.30, Sier das Hundert X 5^0—8.00, Butter 1. Qualität X 0.90, 2. Qualität X LIO, »arttoffeln per Sentner X 2.00-2.30, Jtoblrnbi 3-0 H vr. St-. Erbsen 100Kg.2240-3OOO .M, Nothkraut pr. St. 20-^)L, Hubn X 1.50—2.00, 1 Ente X 2.00—3.50, 1 Laude 40—öu A Oflbn X 1.90—2.50, Gan^ x 6—10.00, Delscbe X 5.00—1000. Farbige seidene Lnrab, Satin merveilleux, Atlasse, Damast-, Leidenripse und Loffete Mk. a.»0 per Meter bis Mk. 12.25 versendet in einzelnen Roben und ganzen Stücken zollfrei in's Hau^ das Seiden-Fabrik-Tepot von G. Henneberg (König! Hoflieferant) in Zürich. 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