unb ber ohne Paulen; V^un? -EchMki iu ____§dttr5iveg2| niÖ^ÄrberJ _____ÄreiqK 1 Zimmer mitlE _ Schnlstraße j. ---^fterroeg li" ^'■5^ ---—Marktstr. g ÄS*. Gartenstrch^- i Hause ist die K u vermiethen un^ W. MJM zu umnictfai. ranfMrftrafr 2t nbtrgMbe ä (6er Hage (roentt v), mit sber - _£aWcafy mer yx w- ■ Bchnhos^.i ! Anzeigen. ißtr solider PsM lhet, wirb gegm kir. r solche, Mr r-: öolleu sich melden:. jjofftrtije 56. esucht icit mit guten yr Eestaiilag^ ^ubeittMer ift :■ Mgute«n'M°. ^Selter^weg -6 eine» braven Mr ge#ffl in'» ' :i^§ ’ J<5 • ' Jl j 16 i*j 16 ® L 1 ß jiM1 ilh. Langt^M, MsMadche«.: önnte, sucht Ztemrath Sussex. Ällon geiuM,? MthorstM^a^ ä G« wrf unter 6'° / . ttWtiL Sier zM chemdr» Maas0 x'KKk Mittwoch den 23 September Mr. 221 188» Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. IMMHggBgEMBggBggSSgg^^^^^- w Wl.-I I 1 1 "I* » Einladung zum Abonnement auf den Gießener Anzeiger, Ämts- unö AnzeigeMall für Öen Kreis fließen. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, incl. der Beilage „Gießener Familienblätter" welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei ins Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im IV. Quartal 1885 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. Die Expedition. Amtlicher HHeit. Betreffend: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. Gießen, am 21. September 1885. Die Großhcrzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände deS Kreises. Sie wollen die Schülerverzeichnisse der drei schulpflichtigen Jahrgärt^e nebst Bescheinigung, daß Sie bezüglich der in anderen Gemeinden sich auf- hultenden Schüler den betreffenden Schulvorständen die vorgeschriebene amtliche Mittheilung gemacht haben, bis zum Ende des Monats an uns einsenden. Dr. Boekmann. - Politische Ueberficht. Gießen, 22. September. Seit vorigen Freitag weilt Kaiser Wilhelm mit seiner glän- zmden Suite in der schönen schwäbischen Hauptstadt, dessen Bevölkerung den giessen Monarchen in herzlichster Weise begrüßte. — Der „Staats-Anz. für Württemberg" bringt anläßlich der Anwesenheit des Kaisers in Stuttgart einen sehr sympathisch gehaltenen Artikel, an dessen Schlüsse der Kaiser hochwillkom- m«n im Schwabenland geheißen wird. — Der Großherzog und die Großherzogin vv-n Baden haben den Kaiser nicht nach Stuttgart begleitet, sondern sind am Freitag Abend in Begleitung des schwedischen kronprinzlichen Paares nach Schloß Hvhenburg, der oberbayerischen Besitzung des Herzogs von Nassau, abgereist. Hierselbst hat am Sonntag die Vermählung des Erbgroßherzogs von Baden mit der Prinzessin Hilda von Nassau stattgesunden. Der Bundesrath hielt am Freitag eine weitere Plenarsitzung ab, in welcher dem Vernehmen nach der Wortlaut der kaiserlichen Ordre, durch welche das Unfallversicherungs-Gesetz am 1. October d. IS. in Krast tritt, sestgestellc und ferner der über Berlin nebst Umgebung und Hamburg-Altona verhängte kleine Belagerungszustand bis zum 30. September 1886 verlängert worden ist. An Arbeits-Material für die weitere Session des Bundesrathes fehlt es nicht; in erster Reihe wird sich derselbe mit der Fortführung der socialpolitischen Gesetzgebung zu befassen haben, für welche die Vorarbeiten Seitens des Reichsamtes des Innern bereits so weit gefördert worden sind, daß die einzelnen Gesetzentwürfe, wie die Ausdehnung der Unfallversicherung auf die landwirthschaftlichen Arbeiter, die Entschädigung der im Dienste verunglückten N-amten, resp. deren Hinterbliebenen und die Unfallversicherung für die Seeleute — dem Bundesrache Zug um Zug zugehen können. Auch das Project, betr. den Bau eines Nordostsee. Kanals, ist fo weit vorbereitet, daß eine diesbezügliche Vorlage in nicht allzuferner Zeit zu erwarten ist. Zieht man noch in Erwä- Mg, daß beim Zusammentritt des Reichstages im November der Reichshaus- Ms-Etat, pro 1886/87 ebenfalls erledigt werden muß, so ergiebt sich schon ein ganz stattliches Material von Vorlagen, dessen Aufarbeitung dem Bundesrathe bis. Mitte November — dem wahrscheinlichen Termine für den Wiederzufammen- tritt des Reichstages — obliegt. Dis internationale Telegraphen-Conferenz in Berlin ist E Donnerstag mit einer Rede des Vorsitzenden, Excellenz Dr. v. Stephan, welche der erste Delegirte Englands und der Vertreter Portugals beantworteten, geschlossen worden. Ihr Zweck ist im Allgemeinen erreicht worden und hiermit wiederum ein bedeutsamer Schritt nach vorwärts in der gegenseitigen Annäherung der Völker auf dem Gebiete des Verkehrswesens geschehen und Deutsch- lmd darf wiederum das Verdienst für sich beanspruchen, den ersten Anstoß hierzu Mben zu haben. In seiner Rede hob Dr. v. Stephan nochmals die haupt- Wichsten Resultate der Conserenz hervor und als deren vorzüglichstes die trroeichung einheitlicher TarifiGrundsätze für ganz Europa erscheint. Weiter tonte er, daß mehrere Zugeständnisse nur unter gewissen Bedingungen gemacht woeben seien, er gab aber zugleich der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß es gingen werde, auch nach dieser Richtung die Ergebnisse der Conferenz-Arbeiten bis zu dem für die Ausführung der Conferenz-Befchlüffe festgesetzten Datum — bis 1. Juli 1886 — zu vervollständigen. Die nächste internationale Telegraphen« Conserenz wird in Paris stattfinden. Aus der Wahlbewegung in Preußen ist das nunmehr perfect gewordene Compromiß der Nationalliberalen und der Deutschfreisinnigen in Halle a. S. hervorzuheben, in Folge dessen beide Parteien für die zwei Haller Wahlkreise den Oberamtmann Spielmann in Berlin (dfrs.) und den Professor Boretius in Halle (nat.-lib.) als gemeinschaftliche Candidaten für das Abgeordnetenhaus aufstellen. Ferner soll das confervative Central - Wahlcomitö in Berlin den Beschluß gefaßt haben, von einer Candidatur des Herrn Stöcker in Berlin abzusehen. Alle Reden, welche die französischen Staatsmänner in der letzten Zeit gehalten haben, enthielten auch die energische Versicherung, daß nunmehr die Zeit der abenteuerlichen Colonialpolitik für Frankreich vorüber fei. Trotzdem steht aber die Republik jetzt vor einem neuen colonialen Abenteuer; denn die Dinge aus Madagaskar spitzen sich zusehends zu. Im französischen Marineministerium ist ein Telegramm des Admirals Miot, des Oberbefehlshabers der französischen Streitkräfte auf Madagaskar, eingetroffen, welches besagt, daß feine Truppen bei einer Recognoscirung gegen die stark befestigten Positionen der Howas bei Esmaf am 10. d. Mts. in ein Gefecht verwickelt worden feien und hierbei 33 Mann, darunter 4 verwundete Osficiere, verloren hätten. Die Franzosen haben hierbei offenbar eine Schlappe erlitten und die Affaire dürfte dem Cabinet Brisson um so angenehmer sein, als die Radikalen nicht verfehlen werden, hieraus abermals gegen die Colonialpolitik der Regierung Kapital zu schlagen und überhaupt die Schlappe in der gegenwärtigen Wahl- bewegung zu verwerthen. Die in Bern tagende Conserenz zur Herbeiführung einer internationalen Convention zum Schutze des literarischen und künstlerischen Eigen- thums ist wieder geschlossen worden. Am Freitag erfolgte die Unterzeichnung des Schlußprotokolls, in welchem der Bundesrath ersucht wird, die Beitritts- Erklärung möglichst vieler Staaten im Laufe eines Jahres einzuholen. Die beitretenden Staaten bilden eine bezügliche Union. — Gegenüber der von Italien her drohenden Choleragefahr trifft auch die Schweiz ihre Vorkehrungen zur Abwehr. Die für die französische Grenze getroffenen cholera-polizeilichen Maßregeln sind auf die italienische Grenze ausgedehnt worden. Auch die Ein- und Durchfuhr von Hadern, gebrauchtem Bettzeug und ungewaschenen Kleidern, jedoch mit Ausnahme des Gepäcks von Reisenden, hat der Bundesrath verboten In Italien selbst, und zwar speciell in Palermo, ist die Cholera augenscheinlich im Zunehmen begriffen. Beispielsweise werden in letztgenannter Stadt vom 17. September 132 Cholera-Erkrankungen und 60 Cholera-Todesfälle gemeldet, eine Ziffer, welche diejenige der vorhergehenden Meldungen beträchtlich übersteigt. Jedenfalls hat die Epidemie, wie im vorigen Jahre in Neapel, so jetzt in der Hauptstadt Siciliens ein dankbares Feld gefunden. Der dänische Reichstag ist aus den 5. October einberusen worden, und hiermit eröffnet sich die Aussicht auf neue parlamentarische Kämpfe zwischen dem Ministerium Estrup und der radikalen Majorität der Volksvertretung in Dänemark. Seit Jahr und Tag arbeitet die radikale Partei mit allen Mitteln aus den Sturz des ihr lief verhaßten Ministeriums Estrup, welches die Rechte der Krone nicht noch weiter beschneiden lasten will, hin. Aber selbst die zu einer stehenden Calamität gewordene Budget-Verweigerung hat nicht vermocht, das Ministerium zu Falle zu bringen, da sich dasselbe nach wie vor des unbedingten Vertrauens des Königs erfreut und so wird denn die bevorstehende ReichStagS-Session neue Fehden zwischen Regierung und Parlament bringen, gewiß nicht zum Heile des dänischen Staates. — Aus dem auf Schloß Fre- densborg versammelten fürstlichen Familienkreise ist nicht viel zu berichten. Am Samstag wurde in Kopenhagen die Grundsteinlegung zur englischen Kirche St. Albans von der Prinzessin von Wales^ im Beisein des dänischen Hofes und seiner fürstlichen Gäste vollzogen. Auffällig wird es bemerkt, daß der Herzog und die Herzogin von Cumberland auf dem Familientag in Schloß Fredensborg fehlen. Man führt diesen Umstand darauf zurück, daß der Herzog von Cumberland dem russischen Kaiserpaare grollt, welches ursprünglich beabsichtigte, nach der Zusammenkunft mit dem österreichischen Kaiserpaare dem Herzoge in Gmund einen Besuch abzustatten. Bekanntlich zogen es aber die russischen Herrschaften schließlich vor, sich von Kremsier direct nach Kiew zu begeben. Das politische Tagesereigniß inEngland bildet dasWahl- manifest, welches Gladstone, der Führer der liberalen Partei, von seinem Landsitz- Hamarden aus erlassen hat. Die Kundgebung enthält zunächst eine Vertheidigung der auswärtigen Politik des Cabinets Gladstone und geht namentlich aus die egyptische Frage ein. Gladstone spricht sich für ein vollständiges Ausgeben Egyptens Seitens Englands aus, sobald dies mit Ehren möglich sei, was Gladstone damit motivirt, daß England erst nach der Befreiung von dem egyptischen Ballast seine vollständige Unabhängigkeit und Actionsfreiheit wieder erlangen werde. Bezüglich der inneren Politik fordert Gladstone eine Reform der Bodengesetze und der Steuern, der Pairskammer und Entwickelung der Ver- waltungS-Decentralisation. Hinsichllich Irlands spricht sich das Manifest für eine Autonomie der Insel aus, soweit eine solche mit der Oberhoheit der Krone, der Einheit des Reiches und der Autorität des Parlaments vereinbar fei. Man darf begierig sein, welche Ausnahme dieses radikal angehauchte Wahlprogramm des Expremiers bei der englischen Wählerschaft finden wird, besonders was die Ausführungen über Egypten anbelangt. ][ Darmstadt, 21. September. Der Herzog und die Herzogin von Connaught, welche seit Donnerstag zu Besuch der Großh. Familie aus Jagdschloß Wolfsgarten verweilt, haben heute Nachmittag 5 Uhr mit dem Schnellzug der Hessischen Ludwigsbahn unsere Stadt verlassen, um über Mainz und Calais nach England zurückzukehren. Der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Battenberg gaben von Wolfsgarten aus den scheidenden Verwandten das Geleite bis zum hiesigen Bahnhof und fuhren dann nach Schloß Heiligenberg bei Jugenheim , woselbst das junge fürstliche Paar nunmehr noch für einige Zeit Aufenthalt nehmen will. Den neuesten Dispositionen zufolge wird auch die Großh. Familie in dieser Woche das Jagdschloß Wolfsgarten verlassen und etwa am Mittwoch in das Neue Palais Hierselbst übersiedeln. Zu demselben Zeitpunkt steht auch die Abreise des Prinzen Christian von Schleswig-Holstein zu erwarten, welcher mit seiner Gemahlin, die sich bisher in Bad Homburg aufhielt, und seinem Sohne Albert nebst den Prinzesfinnen-Töchtern Victoria und Luise nach England zurückkehren wird. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Correfpondenz - Bureau. Berlin, 21. September. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Das Zustandekommen der bulgarischen Union würde eine Verschiebung der Bestimmungen des Berliner Vertrags in sich begreifen, woran alle Signatarmächte gleichmäßig interessirt sind. Ohne die Tragweite des Geschehenen im Geringsten zu unterschätzen, dürfte man vielleicht gerade aus dem Umstande, daß die Dertragsmächte gleichmäßig berührt sind, die Zuversicht auf eine solche Austragung der Krise schöpfen, wie sie mit den leitenden Gesichtspunkten der internationalen politischen Action noch am wenigsten collidirt. Es entspricht dieser Auffassung, daß von den angesehensten Preßorganen der europäischen Hauptstädte die Zuständigkeit der Vertragsmächte betont und der weitere Verlaus des rumelischen Aufstandes von ihnen diesem Gesichtspunkte untergeordnet wird. Stuttgart, 21. September. Der Kaiser ist heute Mittag um IVa Uhr vom Manöver zuruckgekehrt, das glänzend verlief. — Der „Staatsanzeiger" meldet: Der Toast, dem Kaiser gewidmet, des Prinzen Wilhelm bei dem gestrigen Paradediner lautet: „Gestatten Ew. Majestät, daß ich im Namen des Königs, meines allergnädigsten Herrn, Ew. Majestät aus tiefstem Herzen auf württembergischen Boden willkommen heiße und den Gefühlen Ausdruck gebe, welche heute das Württembergerland, insonderheit das Armeecorps erfüllen. Das dreizehnte Corps ist hoch beglückt, heute vor den Augen des obersten Kriegsherrn, unseres verehrten, in Ehrfurcht geliebten Kaisers, Zeugniß ablegen zu dürfen, was nach dem heißen siegreichen Kampfe unter der glorreichen Führung Ew. Majestät in den Jahren des Friedens gearbeitet worden ist. Das württembergische Volk aber feiert Ew. Majestät als den Mehrer und Schützer des geeinigten deutschen Vaterlandes. Seine Majestät der Kaiser lebe." Der Kaiser erwiderte, er danke gerührten Herzens. Er hätte gewünscht, daß die Tafel durch die Gegenwart des Königs beehrt wäre, damit er Gelegenheit hätte, dem Könige persönlich die Glückwünsche für die tüchtige Ausbildung des Armeecorps auszudrücken, wie er das bereits dem commandirenden General gegenüber zu erkennen gegeben habe. Auf dieser Grundlage stellt sich das 13. Armeecorps ebenbürtig in eine Linie mit den übrigen Armeecorps. Gerne hätte er dem König persönlich hierüber seine Zufriedenheit ausgesprochen, vor allem wünsche er demselben eine baldige volle Wiederherstellung seiner Gesundheit. Der Kaiser schloß: „Der König und das 13. Armeccorps lebe hoch!" Hierauf sein Glas an dem der Königin anstoßend, sprach der Kaiser: „Ich trinke auf das Wohl Seiner Majestät und der ganzen königlichen Familie!" Wien, 21. September. Die „Polit. Corr." veröffentlicht den Wortlaut der Proklamation des Fürsten von Bulgarien. Dieselbe ist Tirnow, 20. September, datirt und lautet am Anfang folgendermaßen: „Wir Alexander, Fürst von Morb- und Südbulgarien durch den Witten des allmächtigen Gottes und des Volkes, geben unserem Volke bekannt, daß die Bevölkerung von Ostrumelien am 18. September, nachdem sie die Regierung gestürzt, eine provisorische Regierung einsetzte und uns einstimmig zum Fürsten der Provinz proclamirte. Indem wir dem Wunsche des Volkes, beide Bulgarenländer in eines zu vereinigen und derart sein Ideal zu erfüllen, nachkommen, anerkennen wir die Union als eine vollzogene Thatsache und nehmen den Titel eines Fürsten von Morb- und Südbulgarien an. Wir übernehmen die Regierung der Provinz und erklären, daß wir Leben, Freiheit und Eigenthum aller friedlichen Bürger ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität schützen werden." Das Manifest erklärt sodann, daß alle Maßregeln ergriffen seien, um die Ruhe des Landes sicherzustellen, man werde Alle strenge verfolgen, welche gegen dieselbe handeln sollten. Tas Manifest fährt dann fort: „Ich hoffe, daß mein geliebtes Volk der beiden Balkanländer, welche das große Ereigniß enthusiastisch begrüßt, der Consolidirung des heiligen Actes der Wiedervereinigung beider Bulgarien seine Unterstützung leihen und bereit lein wird, alle Opfer zu bringen für die Vertheidigung der Union und Unabhängigkeit deü theuren Vaterlandes. Gott stehe uns bei in diesem schwierigen Unternehmen." Wien, 21. September. Die „Polit. Corr." erhält ein Telegramm aus Philip p o p e l vom 19 ds. mit Details über den >Lturz des Generalgouverneurs, welcher in der Nacht vom 16. d. erfolgte. Der Haupturheber der Umwälzung war Dr. Stranskv welcher zum Präsidenten der Nationalregierung ausgerufen wurde. Don den Behörden der Gemeinden Ostrumelicns, welche von dem Regierungswechsel telegraphisch verständigt wurden, liefen alsbald Anzeigen ein, daß sie dem Beispiele der Hauptstadt folgten. Eine Massenaushebung aller Männer vom 18. bis zum 40. Jahre ist an- geordnet, alle Kummunikationcn mit Konstantinopel sind durch bulgarische Offiziere der ostrumelischen Miliz zerstört. Gavril Pascha ist nach Comprichtizza, 12Stunden von Philippopel entfernt, in sichere Verwahrung gebracht. Truppen, Milizen und Freiwillige sind zur Besetzung der wichtigeren Punkte an der türkischen Grenze entsendet. Man berechne, daß Bulgarien und Osirumelien vereint 50,000 Mann ohne Freiwillige in's Feld stellen können. Die anioesenden Vertreter der Mächte nahmen eine reservirte Haltung ein. Der englische Militär-Attache Trotter und der englische Konsul F a w c e t t aus Konstantinopel befinden sich beide derzeit in Philippopel. — Eine weitere Depesche vom 20. ds. Abends wiederholt, daß der Fürst von Bulgarien am Sonntag Früh von Tirnowo abgercist, überall enthusiastisch begrüßt und bereits in Kazanlik cinaetrosfcn ist, wo die nationale Fahne unter allgemeiner Accla- rnation aufgehißt wurde. Ein Cirkular-Schreibcn an die Mustivs und an die religiösen Vorstände der Muhamcdancr fordert dieselben auf, allen ihren Einfluß zur Beruhigung der Muhamcdancr aufzubictcn. Ter Präfekt von Philippopel ist dem Fürsten entgegengcreist. Wien, 21. September. Das „Wiener Fremdenblatt" schreibt: Die unioni- stischen Tendenzen der Bevölkerung Bulgariens und Ostrumelicns gaben wiederholt Anlaß, die Aufmerksamkeit der politischen Kreise Europas in ernster Weise zu beschäftigen. NichtSdestoweniger^kam der AuSbruch der gewaltsamen Bewegung, wodurch die bulgarische Union unter Führung des Fürsten von Bulgarien proklamirt wurde, um so unerwarteter, als, der Wunsch nach voller Aufrcchthaltung und Achtung der Verträge seitens der Großmächte fortgesetzt gehegt wurde und noch in jüngster Zeit unzweideutig Ausdruck erhalten hatte. Das Vorgehen des Fürsten Alexander, der sich eigenmächtig mit einer Armee an die Spitze der Erhebung stellt, bezeichnet nicht nur eine schwere Verletzung des Völkerrechts, sondern eS müßte, falls es sich bestätigen sollte, daß die bulgarischen Truppen an die türkische Grenze dirigirt werden, als Herausforderung letzteres betrachtet werden. Ellropa kann nicht ohne Weiteres einen Einbruch in die Bestimmung deS europäischen Vcrtragsrcchts legitimiren, welcher zu gleich die Verschiebung des im Berliner Vertrage fcstgestelltcn Gleichgewichts der nationalen und politischen Kräfte auf der Balkanhalbinsel zum ausschließlichen Dortheile eines einzigen Balkanstaates nach sich ziehen würde. Die Ereignisse drängten sich zu rasch und sind in ihrem Zusammenhang noch zu wenig zu überblicken, als daß heule schon Bestimmtes über eine gemeinsame Aktion der Mächte bekannt sein könnte: allein es ist bei den freundschaftlichen Beziehungen zwischen den europäischen Regierungen und bei dem allseitigen Wunsche deS eimnüthigeit Zusammenwirkens mi4 Zuversicht zu erwarten, daß Vorsorge getroffen werden wird, um die Bewegung in möglichst engen Schranken zu erhalten und damit eine Grundlage für eine wirkianie, sowohl dem höchsten Entscheidungsrechte Europas als den Interessen aller Balkanvölkcr entsprechende Einwirkung auf die Entwickelung der Ereignisse zu gewinnen. Wien, 21. September. An_ der heutigen Konferenz der Linken nahmen 118 Mitglieder Theil, wovon sich nur 71 für einen einheitlichen Verband unter der Bc Zeichnung „Deutsch-österreichischer Klub" aussprachen, während die übrigen 47 sofort sich als „Deutscher Klub" konstituirten. — Die „Pol. Korr." inclbet aus Petersburg: In Negierungskreisen tadelt man die Vorfälle in Philippopel und Sofia. Ter Fürst von Bulgarien könne auf Billigung seines Vorgehens nicht rechnen. Haag, 21. September. Der Minister Heeinskerk empfing heute die Deputation der Vereine, welche die gestern angenommene Resolution bezüglich des allgemeinen Stimmrechts, überreichte; der Minister bestritt das Recht, von einer National-Ver- sammlung zu sprechen und stellte in Abrede, daß die gegenwärtige sociale und wirth schaftltche Lage sich durch das allgemeine Stimmrecht bessern werde; andernfalls würde er auf Seiten der Deputation stehen. Die Regierung habe bereits Gesetzentwürfe zur Ausdehnung des Stimmrechts vorgelegt; inan müsse das Resultat derselben abwarten. Kopenhagen, 21. September. Der König Christian, der Kaiser von Rußland und der Prinz von Wales beabsichtigen morgen, den Versuchen mit dem von Hauptmann 9t ord en feld erfundenen unterseeischen Bote beizuwohncn. Auch mehrere ausländische Offiziere werden bei den Versuchen zugegen sein. Pari-, 21. September. Der Botschafter Appcrf kehrt morgen nach Petersburg, und demnächst de C o u r c e l nach Berlin und Waddington nach London zurück. Rom, 21. September. Nach dem Cholera-Bulletin von gestern kamen in den Provinzen Palermo 185 Erkrankungen und 123 Todesfälle, Parma 6 resp. 3, Rovigo 2 resp. 1 vor. Rom, 21. September. Gestern fand eine zweimalige Sitzung des Minister raths statt wegen der dringenden Forderung, welche die Stadt Messina und andere durch die Eisenbahn mit Palermo verbundene Städte wegen vollständiger Jsolirung von Palermo gestellt haben, um die Ausbreitung der Cholera zu verhindern. Ter Bürgermeister von Messina hat seinen Posten niedergelegt, die Negierung ist jedoch entschlossen, denselben wieder in sein Amt einzusetzen. Die Journale meinen, die Regierung verfüge über hinreichende Kräfte, um der Ordnung, Gesetzlichkeit und Freiheit Achtung zu verschaffen. — Von dem Papste ist für die Cholerakrankcn in Palermo eine beträchtliche Spende angewiesen worden. London, 21. September. Die „Times" bezweifelt, daß die Erhebung in Ost- rumelien von russischen Agenten inspirirt oder von den Kaisermächtcn geplant worden sei, sie glaubt vielmehr, die Bulgaren in Ostrumelien, jenseits des Balkan, hätten auf eigene Faust gehandelt in der Voraussetzung, die Macht des panslavistischen Gefühls werde Rußland zwingen, für sie Partei zu nehmen oder wenigstens gegen die Beeinträchtigung ihres Schrittes zu protestiren. Obwohl der Sultan ermächtigt sei, türkische Truppen nach Ostrumelien zu entsenden, werde die Pforte es schwerlich wagen, Maßnahmen, welche die Möglichkeit eines Krieges involviren könnten, zu ergreifen, ohne die Signatarmachte vorher zu consultiren. Zweifelsohne seien die Staatsmänner des Continents von der Nothwendigkeit durchdrungen, die Störung auf die engsten Grenzen zu beschränken und eine mit dem Geiste und dem Buchstaben des Vertrages von 187& vereinbarte Lösung herbeizuführen. England verkenne nicht die Gefahren für den Frieden und die Sicherheit des Orients, welche die Ereignisse vom 18. d. M. in sich schließen, man könne aber nicht behaupten, daß die Situation sich seit dem Datum deS- Berliner Vertrages nicht wesentlich geändert habe. „Daily News" und „Standard" befürworten eine Nichteinmischung Englands. 58. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte. E. C. Straßburg, 21. September. Fürwabr ein glänzendes Fest war es, das die Stadt Straßburg am Samstag Abend ihren Gästen zu Ehren in den prachtvollen Räumen des Stadthauses veranstaltet hatte. Ganz Straßburg bewegte sich auf dem Broglieplatze, um die Illumination des langgestreckten Gebäudes in Augenschein zu nehnien und der Ankunft der Gäste zu harren. Nachdem man die große Freitreppe cmporgestiegen und die in schmucke Uniform gekleideten Feuerwehrleute, welche dem Ordnungs- und Wachdienst oblagen, passirt hatte, bot sich einem ein feenhafter Anblick dar: Der weite Hof, von elektrischen Flammen erleuchtet, war in einen Garten verwandelt worben, aus besten Mitte eine glitzernbe Fontaine ihre Wasser in kunstvollen Formen emporsanbte. In ber nach der Branbgasse zu liegenben Thorwölbung hatte die Capelle der 25er Platz genommen. Doch schreiten wir zunächst die teppichbelegte steinerne Treppe, die zu den oberen Stockwerken führt, empor. Die Treppe ist mit Topfgewächsen bestellt, die Nischen mit Marmorstatuen ausgefüllt. Sind wir auf der obersten Stufe angelangt, so fällt uns an dem Eingang zu den nach rechts führenden Gemächern ein einfaches Schild auf, das nichts weiter als den Namen „Stempel" trägt. Tas ist Alles und doch ließe sich um den einfachen Manien eine foliantendicke gemeinderechtliche Abhandlung schreien! Ist cS doch der Maine des allgewaltigen Bürgermeisterei-Verwalters ber guten Stadt Straßburg, die ja leider immer noch unter obrigkeitliche Curatcl gestellt ist. nanbes«“61' iW* SS kein ««» SK'SKH S-sö w stÄ) im »;t 'S ii« S«",6 ui kuiMtnq ij ]l)0 als die imnntM Dl M-r-P 4ni. H«ltr «•». & tiiwnommm uni (W*1 u. jl. ™ Lm d-M-Y mi -i iNimt baernt t-l-gra ms (w sttiäitttta ö, M W Schlum w <1115 MdmWMd. .vo jMdtölmsschusses gern -ichluiig ber Universität un .iiiflcii in aber stolz ans je 1U5 geöffnet waren, war .tiau bic Zrauen, denen uh Nbilb gegeben, ließ mm jerger, den die 'Lersainr )G6 Komitee und die Beln Um Nachmittag wr lidjfcii des Ausstiegs wüt' zückten Auge darbot, gliin nachdem er verr des Els ,Quel beaa jardin!“ ÄUt Kinder, in der fruchtbare: größeren M die ehassisi ’dHi’tift ber Wirf über bie Cnfebaften miöbreiten. 3 aferne Dampfroß blich taidiaft“ ist erloschen, aber -eickcn Gerstensaft aus Habt m vollen Zützen schlürften, mvoibtn. . M zu such malmte M ging k wieder burd mr die Ausnahme ber The sein, daß man sich wieder mehrere Aachmgler, daß ce. ihnen nicht io | ocnfeiis, welchem die Ausnc , Zu Zabern lag > , konnte.... H ... . ^tleuchtung de- d-duräi dir (»tbulb 1 » dir aus ben uml« lerffarrt niorbin wat, aui ’««ranbtoic 6d)au|pie! i* ”»11* drt riefe V Qta, bann 5/ •'"Kitn^ww eine foft6ort «Sr4*« fi«m S * d f*'«™ Mal? b,? mnchrr ^tadt, f M 66C,6rt8e|‘M «ttbaa Bei bet De LLS • rt>»8k \ 12§M ! n>pcn. 3J};(? kischenl^^ ! «ass** tet unb D*» -zelt ■ Nrst?tf,W tzssr ^NfluK inr»010^ d t '?!* oeni Fuylkll "tibt: 5\;, . «?N$* ast; 't"'! Wette : 'uQonber, der la hÄ , . . i*d) beitätiooi Mtwcrdm,'L ; Weiteres eiil(n . ^n, welcher 3 **btrno: ' Mlrchen DonheÜ! ; 7 drängten sich. I cken, als dah i jetn konnte; allein '«Ijcn Regierung mü -jnversch Regung in möfllithn ■ wirksame, soM ' er ^alkanvölkcr eil uniien. Linken nahmen 1JS band unter dn ie librigen 47 k det ans PetM»: und Sofie?er rechnen. feute die Mutation lich des chrmckni einer Natma^n- e iociale und wirth- ■ cuibernfalß wüiit eiti (Msentrom Resultat i\\tx vM M* it dem vn Dien. Auch chm morgen nacb W jton nachl!r^ tefteni kamen in ia 6 resp. 3,3tW Atzung des MiniiM' Messina und anim illsländiger Mm- zu verhindern. r!i jUtgitrung ift iM nöle meinen, bie ^ -tzlichkeit und W •mo eine betraM bit Sth-bM«/)' idjitn geplant W"- ■5 Sallan, ja«. mita«»®"* tenb M« dE wMhgtf«- ti* dw-rlilh «H * iiitrgreW*1;: i,,Staat5mi«”,r» fMe>®‘‘S iSert«*»»«»1 y- unb „SI-* Lassen wir jedoch heute die Politik bei Leite und stürzen wir uns lieber hinein in den Strudel der Vergnügungen, oie uns hier in so überreichem Matze geboten werden. Die nachkommende Menge drangt uns weiter, mit einem Male sehen wir uns in die glänzendsten Prunkgemächer gestellt, die ein raffinirter französischer Geschmack auf's Kostbarste ausgestattet Hal und die von dem Reichthum der Stadl ein vollgültiges ^cuflniß ablegen. Schwere Gobelintapeten, klassische Begebenheiten darstellend, schmücken die Wände, farbenstrahlende Erystall-Lustres hängen von den hohen Decken herab, die Böden sind parquettirt. Ein Saal ist prächtiger als der andere und man glaubt, in fürstlichen Gemächern zu wandeln Und alle diese Räume füllt ein glänzendes Publikum, wie es die Aristokratie des Geistes und der Geburt nur zu stellen vermag. Hinter ben luxuriösen Jodetten der Damen und den glänzenden Uniformen der Stabsoffiziere verschwindet fast das einfache Reisekleid unserer Gäste, der Herren „Tocteurs". Ter ichwarze Frack ist nur sporadisch vertreten und schmückt nutzer den ordengeschmückten üertreiern der officiellcn Welt die ziemlich zahlreich erschienenen Altstratzburgcr, die Mitglieder des Landesausschusses u. s. w. In den beiden Ecksälen sind Buffets auf- gestellt, welche dein verwöhntesten Gourmand ein Schnalzen der Zunge abnöthigen. Los die raffinirteste Kochkunst zu leisten vermag, sehen wir hier im prächtigen Ausbau geboten. Befrackte Kellner serviren auf silbernen Platten die erfrischendsten Getränke m buntester Mannigfaltigkeit; Weine aus Burgund und von den Ufern des Rheins und der Mosel, aus der Ehampagne und aus Spaniens Gefilden; dazwischen köstliche Mandelmilch und kühlende Limonade. Während in den oberen Räumen (flott Bacchus regirt, schwingt in den weiten Sälen des Parterres König Gambrinus bas Sceptcr. Um 10 Uhr hatte das Fest seinen Höhepunkt erreicht, über 1600 Personen hatten sich hier ein Rendez-vons gegeben, auf den Sandwegen des Gartens lustwandelte bei bei i Klängen der Musik die Menge, im großen Mittelsaale des 2. Stockwerks drehten üch nach rhythmischen Tanzweisen die Paare. ... Um Mitternacht war Alles vorbei, bit Flammen erloschen, die Buffets wurden leer, denn die Herren Naturforscher waren ben Dingen auf den Grund gegangen und die Herren Mediciner hatten das Geflügel in kunstgerechter Weise zerlegt; von dem glanzvollen Feste war nichts zurückgeblieben als die Erinnerung, die wohl jeder der Iheilnehmer Zeit seines Lebens im Herzen trogen wird. Am Sonntag Morgen kurz vor 10 Uhr führten zwei Extrazüge unsere Gäste mich Zabern. Unter Vorantritt der Kapelle der 126er zog man in das sahnen- und Miilandengeschmückte, freundliche Gebirgsstädtchen ein, wo in drei Lokalen das Früh- stück eingenommen wurde. Ihr Eorrespondent hatte sich mit den Anatomen, Anthro- loflrn, Geographen u. A. in der „Sonne" zu Tisch gesetzt. Hier toastete zunächst Herr kHosessor de Bary auf den deutschen Kaiser und erbat sich sodann die Erlanbniß, Sr. 'Majestät davon telegraphisch in Kenntnitz setzen zu dürfen. In launiger Weise liicßi Herr Kreisdirector Bickel die Gäste willkommen und der Präsident des Landes- ausschusses, Herr Schlumberger leerte sein Glas auf das Wohl der Stammesge- n-fsen aus Altdeutschland. In seiner kurzen Begrüßungsrede gestand der Präsident bet Landesansschusses gerne und freudig zu, daß ohne die Hülfe des Reichs die Er- dditiiiiß der Universität unmöglich gewesen sei. Straßburg und ganz Elsaß und Lotb- iwen sei aber stolz auf seine Hochschule. Nachdem einmal die Schleusten des Toasti- täi-ö geöffnet waren, war kein Einhalt mehr zu thun und in bunter Reihenfolge ließ nidit die Frauen, denen unser Schiller in seiner „Gräfin von Saverne" ein leuchtendes Ar»bild gegeben, lieh man die wiedergewonnenen Reichslande und Herrn Schlum- berfler, den die Versammlung demonstrativ auszeichnete, hochleben, toastete man auf bat. Eomitee und die Behörden von Zabern. Am 'Nachmittag wurde nach der Ruine Hohbarr aufgebrochen. Tie Beschwer- !id:feit des Aufstiegs wurde durch das einzig dastehende Panorama, das sich dem eut- lüftcn Auge darbot, glänzend belohnt. Ludwig Xiv. hatte in der Thal recht, als er, imLdem er Herr des Elsasses geworden, beim Herunterschreiten in's Thal ausrief: ,Q iel beau jardin !u Aus einer Mulde im südlichen Gebirgszug' grüstt das Münster bfndiei-, iii der fruchtbaren Ebene reiht sich Dörfchen an Dorschen, in denen sich zum ar oberen Theil die elsässischen Landestrachten erhalten haben. Auf der anderen Seite ’dn'cift der Blick über die Vogesen hin, an deren Abhang sich Zabern und zahlreiche Oi 'chaften ausbreiten. Zwischen durch schlängelt sich der Rhein-Marne-Eanal und bat eiserne Dampfroß bricht durch die Berge seine Bahn. Die berühmte „Hornbrü- bcri chast" ist erloschen, aber wir Nachgeborenen, die mir gestern den gehalt- und würze- Tcidicu Gerstensaft aus Zabern, von schmucken Bauernmädchen in Landestracht ercdenzt, n, wollen Zügen schlürften, hätten sich sicherlich die Freude der ehemaligen Burgherren kmurrben. Viel zu früh mahnte ein Trompetensignal an den Aufbruch. Mit schmetternder Musik ging es wieder durch die Stadt dem Bahnhof zu, wo bereits zwei Extrazüge lür die Ausnahme der Theilnehmer bereit standen. Es soll eine Eigenthüinlichkeit Haderns sein, daß man sich so schwer von ihm trennen kann und auch gestern sind wiilder mehrere Nachzügler, die den Anschluß versäumt, zurückgeblieben. Hoffen wir, bas es ihnen nicht so gehen möge, wie dem Herzog von Bassonpierre seligen Ange- bmlens, welchem die Ausnahme in die Hornbrnderschast so zugesetzt hatte, daß er fünf 2(1(1,f krank zu Zabern lag und zwei Jahre keinen Wein riechen, geschweige denn trinken könnte .... Tie Beleuchtung deS Münsters ging etwas später als angekündigt von Statten. '18*■ Abonnements'Einladuttg aus das neue Ouartal des i * Deutsches KamUienblatt mit .Illustrationen. (1 II ■ t Hl Erscheint wöchentlich und ist durch alle Buchhand- lungen und Postämter vierteljährlich für 2 Mk. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Heften ä 50 Pf. bezogen werden. Reichhaltigstes illustrirtes Famllienblatt mit illustrirten Zeitbeilagen und wirksamen Anzeigern. Probenummcrn sind in allen Buchhandlungen zu haben. Daheim-Erpeditiou in Leipzig. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Bei der Kaiserlichen Postagentur in Dreis (Hoffen) wird am 20. d. M. iwte Telegraphenbetrieb-ftelle mit beschränktem Tagesdienst eröffnet. Darmstadt, den 15. September 1885. Der Kaiserliche Ober-Postdirector. In Vertretung: __Heyse.____________________________ Mittwoch den 23. September, Nachmittags 2 Uhr: Fortsehung der Versteigerung z iiii Gail'schen Hause sNachlaß des Herrn Rechtsanwalt Thorwart). I 6782 Ein gutes Arbeitspferd zu ver- *5. „ r„ kaufen. Näheres Restauration Theod. HludDt für die Chirurgische Klinik. | Schmidt, Edcrftraße 6. Mittwoch dkn 23. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, werden in meiner Amtsstube w Sopha's, Kommoden. Kleiderschranke, Bilder, Spiegel, 1 Pianino, 1 Nähmaschine, 1 Stoßkarren u. a- m- gegen Baarzahlung versteigert. Geißler, 6744 Gerichtsvollzieher. Keilgevotenes. Honigbienen zu verkaufen bei Christ. Löber I. Wwe., 6768_________Neustadt 10.__________ Neue Matter-Säcke geeignet zu Frucht, Mehl, Kartoffeln u. s. w., das Stück 45 u. 50 H bei 6767 L. Mühlhausen. Neisender gesucht für ein altes eingetührtes Colonial- waarengeschäft. Nur solche wollen sich melden, die eine mehrjährige erfolgreiche Thätigkeit Nachweisen können sub A. B. Nr W bei der Exped. d. Bl.6761 Stellenfnchende jeden Be- rusS vlacirt schnell Reuter'ö Bureau in Dresden, Neitbahnstr. 25. 6762 Packheu u. große Packkisten kaufen 6773 Mettenkeimer §5 Scdulthei-. 6770 Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen gesucht-Marktplatz 2 6766 Ein großer Hund zugelaufen. Näheres in der Exped. d- Bl.__ Kapitalien zu tt/r°/o auf erste Hypothek auszuleihen. Näheres in der Exped. d- Bl. 6781 Aermiethungen. 6758 Kleines Logis zu vermiethen. Teufelslustgärtchen 20.. Für Einjährig-Freiwillige. Ein fein möbl- Zimmer zu vermiethen. 6756___________Lindenplatz 4, I. Treppe- “6779 Ein möblirtes Zimmer, für einen Beamten, Kaufmann oder Schüler passend, billigst zu vermiethen- K o ch'scher Garten, Nebenh, Westanlage. 6516 Hammstraße 27 kleine Wohnung sofort zu vermiethen-____________________ 6771 Ein möblirtes Stübchen zu Dcr= miethen. Postschaffner Trapp, GaNfeld 37. 6777 Ein kleines Logis an ruhige Leute pr- 15. October a. c- zu vermiethen- Licbigstraße 13. vermischte Anzeigen. Gewisienhafte solide Damen, welche den Berkaus von reinwollenen CachemireS, Lamas rc. nach Mustern gegen gute Provision übernehmen wollen, gesucht. Näheres durch 6764 Gustav Drösser, Gera i. R Freisinnige Zeitung, begründet von Eugen Richter, (bereits in 1176 Postbez. Deutschlands verbreitet), bringt 6mal wöchentlich ihren auswärtigen Lesern morgens alle neuesten Nachrichten (einschließlich des Parlaments- Berichts) ebenso früh wie den Berliner Abonnenten. Postabonnement pro 4. Quartal 3 Mt. (Postliste 11. Nachtrag Nr- 1883 a), einschl- des humoristischen Wochenblattes „Berliner Wespen" 3,75 Mt. (14. Nachtr. Nr- 1883b). — Inserate für die füussp. Petitzl 40 Pf. — Probenumm. durch die Expedition Berlin W., Franzos. Str. 11/12._____6763 6759 Eine kleine Familie (3 Personen) sucht ein tüchtige- solide- Mädchen, welche- Küche und Hau-Halt allein und selbstständig vorstehen kann. Nähere- in der Exped. d. Bl. „gJIl I l.l, ...l.. .-^3^ v i Möbeltransport (] von J. Kessler, Canzleiberg 9. Gesucht m ein geprüfter zuverlässiger Heizer. Wo? sagt die Erved. d- Bl-_____________________ 6774 Ein Mädchen, welches die Alicen- schule besuchen will, findet freundl. Aufnahme-______________Bleichstratze 12. Ein Gymnasiast oberer Klaffe, welcher Willens ist, einem Sextaner die Schulaufgaben zu überwachen, kann in nächster Nähe des Gymnasiums freie Wohnung erhalten. Bei wem? fagt die Ex pedition d. Bl.________6393 Ein Lehrling mit genügenden Vorkenntnisscn, zum so« fortigen Eintritt in ein hiesiges größeres Fabrikgeschäst gesucht- Schriftliche Offerten sind zu richten an die Exped. d. Bl-6623 6746 Ein zuverlässiges Mädchen wird sofort zu einem Kinde gesucht. Näheres m der Exped^d- Bl-________ 6749 Ein Elsenbeinsächer ist verloren worden- Gegen gute Belohnung ab- zugeben_____________Seltersweg 26 II. Entlaufen ist am verflossenen Sonntag Abend aus dem Bahnhofe zu Gießen ein kleiner Dachshund, schwarzer Farbe, gelben Pfoten langer Behang und auf den Namen „Waldmann" hörend- Auskunft über den Verbleib fr. Hundes bittet man an die Exped. d- Bl. zu richten- 6760 6778 Ein tüchtiger Pferdeknecht zu sofortigem Eintritt gesucht. Emil Botz, Kirchenplatz. 676" ] Zuverlässige kräftige Arbeiter sucht die Farbenfabrik Badenburger Mühle bei Gießen- Krieger-Verein. Giessen. Mittwoch den 23. September, Abends 8V2 Uhr: Versammlung im Verein-lokal. Besprechung wegen Teilnahme an der Enthüllung des Kriegerdenkmals zu Frankfurt am Main- 6775 Oswald’s Garten. Großes mechanisches Theater Morieux, “ÄS erstes, größtes und schönstes der Welt. Höchste Erzeugnisse der Malerei, Mechanik und Optik. Somltag, den 27. September: Die 3 letzten und Abschiedsvorstellungen. Täglich 2 große Vorstellungen bei brillanter Gasbeleuchtung- Anfang 5 und S Uhr Abends. Weiteres besagen Plakate, Tagcszettcl und Annoncen- Eintrittspreise: Sperrsitz JL 1-50, 1- Platz «vl 1, 2. Platz 60 H, Gallerie 30 H, Kinder bis 10 Jahren Sperrsitz JL 1, 1- und 2. Platz die Hälfte, Militär auf dem 2. Platz 40 $ und Gallerie 20 H. Hochachtungsvoll E. v. Devoorde, Maler aus Gent, D i rc ct 0 r- Geschäfts-Empfehlung. Hiermit ;ur gefälligen Nachricht, daß ich nunmehr mein Weissbinder-Geschäft wieder betreibe, und empfehle ich mich einem geehrten Publikum in ollen Bauarbritrn, sowie im treu von Ä^öbeln 2c. hiermit bestens, unter Zusicherung billiger und prompter Bedienung. Heimann Völker, 6757 Weißbinder u- Lackirer, Grünbergerstraße 42. o*r Glückliche Erfindung, -we !!Für Bruchleidende!! Da- anatomische Gummi-Bruchband mit Luftfüllung und ohne Feder — Deutsches Neichspatent 25608 — ist bis jetzt das beste, was an Bruchbändern eriflirt; dieselben schützen vor Gefahr und Druck und lasten, was Bequemlichkeit anbetrifft, da dieselben beim Schlafen ungenirt getragen roeruen können, nichts zu wünschen übrig. Der Bruch mag noch so schlimm sein, so garantire ich für vollkommene Zurückhaltung und ohne Druck selbst der größten Leisten-, Schenkelund Nabelbrüche re. Der Preis derselben ist nicht höher, als wie jedes gewöhnliche Bruchband. Einen jeden, welcher mit dem Schaden behaftet ist, mache ich auf diese glückliche Erfindung aufmerksam und rathe, sich dasselbe anzuschaffen, namentlich da man weiß, welch schwere Folgen dieses Nebel haben kann. SW Dem geehrten Publikum von Gießen und Umgebung zur Anzeige, daß ich nur Dien-tag den 22 und Mittwoch den 23. September im Hotel „Prinz Carl" zu sprechen bin, und wollen Hilfesuchende sich vertrauensvoll an mich wenden. Achtungsvoll Th. Koch, pratt. Bandagist 6724 aus Hamburg, Kraienkamp 39. Alle activen Turner, welche sich am Stiftungsfeste betheiligen, werden zur Feststellung der einzelnen Riegen auf Freitag den 23 d. M. in die Turnhalle eingeladen; spätere Betheiligung must ich zurückweisen. [6732] Der Turnwart. NB. Auch die älteren Mitglieder (Männerriege) werden gebeten, sich zu betheiligen. ________ Einladung zum Abonnement auf: Große Ausgabe AL *(1**1**. Kleine Ausgabe -«uch Vie Armlsstuve °-^m> Zeitschrift für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mit farbigen Originalmustern für Eanevasstickerei, Application und Plattstich, sowie zahlreichen schwarzen Vorlagen für Häkel', Filet', Strick' und Stickarbeiten aller Art. Monatlich ein Heft mit reich illustrirtcm Text, einer farbigen Tafel mit fein colorirten, siylgercchten Originalmustern und einer Unterhaltungsbeilage. Die Arbeitsftnbe bietet sowohl Müttern als Lehrerinnen reiches Material, in ihren Töchtern und Schülerinnen den Sinn und die Steigung zur Handarbeit zu erwecken und zu fördern. Einige Urtheile Bofsifche Zeitung (Berlin). Der Verlag von F- Gebhardi in Berlin bietet mit feiner hübsch ausgcstatteten„Arbeits- ftube" eine reiche Fülle von Vorlagen für leichte und geschmackvolle Handarbeiten. Was Alles nur auf diesem Gebiete Gefälliges geleistet werden kann, wird in sauber ausgeführten Mustern veranschaulicht. Eine große Anzahl von bunten Originalmustern dient zu Vorlagen von Eanevasstickerei, eine noch umfangreichere Menge schwarzer Muster für Hakel, Filet-, Stick- und Strickarbeiten aller Art. Natürlich fehlt es nicht an eingehenden Erklärungen zur Ausführung dieser schönen Vorlagen. der Presie: Für^s Haus (Dresden). — „Selbst der faulste Backfisch wird Lust zu Handarbeiten bekommen, schenkt das Mütterlein ihm die mit vielen Vorlagen für leichte und geschmackvolle Handarbeiten, sowie einer großen Menge farbiger Originalmuster für Eanevasstickerei versehene Zeitschrift: „Die Arbeitsstube". — Neue Preußische (Kreuz-Zeitung (Berlin). — „Die Sorgfalt, die auf das Untentehmen verwandt ist, verdient Anerkennung. —* Germania (Berlin). — „Sowohl die zahlreichen farbigen und schwarzen Neuster als auch der erklärende T(xt dieses für Hausfrauen höchst nützlichen Journals sind vortrefflich. —" Abonnements auf die „Arbeitsstube" nehmen alle Buch- handlungen und Postämter, sowie die Verlagsbuchhandlung F. Gebhardi Berlin W. 62 entgegen; 2 Probehefte franco gegen Einsendung von 20 H in Briefmarken. . .f,3ur kosmetischen, hygieinischen Pflege des Teints, zur Reinigung von Hauffcharsen, Beseitigung von Ausschlägen', Ducken, Hautflechten, Kopf- und Bart- schuppen, zur Zertheilung von Geschwülsten, überhaupt zur Erlaiigung eines schönen sammctartigen, weißen Teints ist unübertroffen die seit 22 Jahren mit größtem Erfolg eingetuhrte 4370 Glycerin-Schwefelmilch-Seils ÄÄ,‘,S uMF Der heutigen Nummer liegt der Winter-Fahrplan der Main-Weser-Eisenbahn (Eisenbahn-Direction Hannover) bei. Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. ff,br. Vietfch") in Kietzen Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Bette! Unter M gnlai auf Sintertet Der diesma M M au? ch Mrn, einem lenun kl Anstalt, sowie E Gescholtenen junger vorher die untere K der alle anderen St! GrobherzoMer La zrugniß der Bürger Friedbe I Danvstai Mrgnädigst gern! Äm 9. b. * 2 Klaffe bei bea £ am 18. b. M Lern M Ooerrechn Jilstistcatur der Ode - Se. König' Am 8. d. Mt Diensten bei Kausm. Wbrigen derselben rri Ludewigs-Ordenj am 19. d. Mb nch Lucius, zum s Berlin, l'j WtungMmt an b« treten bet UnfaUoe »l-ffeit hat, hat (ei D'eMMm 'M, welche das Re 'I “i" h°t, sind n ta eifrigen Dtganifaiton fomeit IW -öl« duhln nie: Wn, loioie die M ?irh6l?x‘6ittiibe er'- lammen, beruf 9eraiimir dringlich s der A ro'tb W ?tle Wir Ä