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Betreffend: Das Aussetzen von Stroh, Heu und dergleichen leicht entzündlichen Gegenständen aus Haufen in allzu großer Nähe von Gebäuden. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicheu Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme von Gießen. Es ist zur Kenntniß der Großherzoglichen Brandversicherungs-Commission gekommen, daß von in Brand gerathenen Hausen Stroh, Heu und dergleichen leicht entzündlichen Gegenständen, welche in allzu großer Nähe von Scheuern und sonstigen Oekonomiegebäuden aufgesetzt worden waren, das Feuer schon öfters aus die benachbarten Gebäulichkeiten übertragen und aus diese Weise der Brandversicherungsanstalt großer Brandschaden verursacht worden ist. Einem Ersuchen der Großherzoglichen Brandversicherungs-Commission entsprechend machen wir Sie hierdurch auf die Bestimmung des Artikels 147 des Polizeistrafgesetzes *) aufmerksam und fordern Sie auf, dieselbe in Ihren Gemeinden einzuschärfen. Die Befolgung dieser Vorschrift ist durch das Aufsichtspersonal strenge zu überwachen und jede wahrgenommene Uebertretung derselben alsbald zur Anzeige zu bringen. Dr. Boekmann. *) Derselbe lautet: Stroh, unausgedroscbencs Getreide, Heu, Grummet, dürrer unbereiteter Hanf und Flachs, dürre Streumittel und dergleichen leicht entzündliche Gegenstände dürfen unter freiem Himmel zum Zweck längerer Aufbewahrung in größerer Menge, bei Vermeidung einer Strafe von 1 bis oft, nicht anders als in einer Entfernung von 100 Fuß — 25 Mtr. — von jedem nicht feuersicher gedeckten, 50 Fuß — 12,5 Mtr. — von jedem feuersicher gedeckten und mit einer Feuerung versehenen, endlich 30 Fuß — 7,5 Mtr. — von jedem anderen feuersicher gedeckten Gebäude, aufgeschichtet werden. Betreffend: Die Ausnahme unehelicher anerkannter Kinder in die Landes-Waisen-Anstalt. Gießen, am 19. August 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Das nachstehende Ausschreiben Großherzoglicher Provinzial -Direction Starkenburg thellen wir Ihnen zur Kenntnißnahme und unter dem Auftrage mit, daflelbe bei Stellung von Anträgen wegen Verpflegung unehelicher Waisen zu berücksichtigen. -Dr. Boekmann. Betreffend: Wie obers. Darmstadt, am 12. August 1885. D>c Großhcrzvglichc Proviuzial-Dircction Starkenburg- an die Großherzoglichen Kreisnmter. Seitdem die Aufnahme unehelicher Waisen in die Landeswaisenanstalt stattfindet, sind uns wiederholt Aufnahmeanträge bezüglich solcher außerehelichen Kinder zugegangen, die von ihrem außerehelichen Vater urkundlich als von ihm erzeugt anerkannt worden sind. Da den Kindern durch diese Anerkennung gegen den außerehelichen Vater Alimentationsansprüche erwachsen, die sie in vermögensrechtlicher Beziehung ehelichen Kindern gleichstellen, erachten wir diejenigen anerkannten Kinder für nicht aufnahmefähig, deren außereheliche Erzeuger ihrer Alimentationspflicht nachzukommen im Stande sind. Nachdem sich Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz durch Entschließung vom 4. l. Mts. zu Nr. M. I. 18437 mit unserer Ansicht einverstanden erklärt hat, richten wir das ergebenste Ersuchen an Sie, dafür besorgt sein zu wollen, daß, falls sich bei Prüfung der Aufnahmebelege die stattgehabte Anerkennung der Vaterschaft ergeben sollte, die Aufnahmebelege durch Vorlage einer Bescheinigung über die Vermögenslosigkeit des außerehelichen Vaters vervollständigt werden. I. V.: Gros. Gefunden: 1 Kindertisch, 1 schwarzes Armband, 1 kl. seidenes Halstuch, 1 großes wollenes Tuch, 1 Halsbinde, 1 Kragen, 1 Cigarren-Etui, mehrere Schlüssel. Jugelanfen: 1 kleines Wachtelhündchen. Gießen, am 22. August 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Darmstadt, 21. August. Schluß des Inhalts des Großh. Regierungsblattes (Beilage Nr. 22): 7. Ruhestandsversetzungen: Am 23. Juni wurde der Schullehrer an der Volksschule zu Darmstadt Johannes Eidmann aus sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Juli an, am 24. Juni wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Lorsch Leonhard Buchter auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 9. Juli d. Js. an, an dems. Tage wurde der Schullehrer an der eoang. Schule zu Erbes-Büdesheim Theodor Lutz aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Juli d. Js. an, am 30. Juni wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Hackenheim Johannes Metzler auf sein Nach« suchen, mit Wirkung vom 1. Juli d. Js. an, am 3. Juli wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Urberach Anton Nuß auf sein Nachjuchen, am 7. Juli wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Hopfgarten Heinrich Klingel aus sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 16. October d. Js. an, am 11. Juli wurde der in der Eigenschaft als Volksschullehrer angestellte Lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim Karl Armbruster aus jein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. September d. Js. an, am 15. Juli wurde der Gehülfe bei dem Kreisamt Mainz Peter Thiery, am 19. Juli wurde der Schullehrer an der Gemeinde- jchule zu Ober-Roden Jacob Schönherr auf sein Nachsuchen, am 28. Juli wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Klein-Steinheim Michael Horn auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienstsührung, am 4. August wurde der Bibliothekdiener bei der Universitäts-Bibliothek Heinrich Ludw. Dorfelv, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und gewissenhaften Dienstführung, auf sein Nachsuchen, in den Ruhestand versetzt. 8. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Stocksiadt, im Dekanat Eberstadt. Eine (die 2.) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Ofleiden mit einem jährlichen Gehalt von 900 Jl.; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hackenheim mit einem jährlichen Gehalt von 900 , Hammelfleiich 64-70 H, Kalbfleisch 48-50 -S>, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.00-6.00, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Centner X 7.00-0.00. des Congresses. Kiel, 21. August. Das Uebungsgeschwader ist, von Danzig kommend, heute hier einqelaufen. , , Homburg, 21. August. Amtliches Ergebniß der am 1c. d. Mts. rm hiesigen Wahlkreise stattgehabten Rcichstagswahl: Es wurden im Ganzen 11955 Stimmen abgegeben, hiervon erhielt Bürgermeister Körner (deutschfreis.) 6883, Schreiner , Fleischmann (Soc.) 4255 und Baurath Holler (cons.) 749 Stimmen, der erstere ist ' sonach gewählt. BreSlau, 21. August. Wie die „Schles. Volksztg." mittheilt, hatten die in Fulda vom 5. bis 7. August d. I. versammelt gewesenen preußischen Bischöfe ein gemeinsames Hirtenschreiben an den Clerus und das Volk erlassen, welches am nächsten Sonntag von den Kanzeln zur Verlesung gelangen soll; die Bischöfe von Paderborn und Kulm, welche in Fulda nicht anwesend waren, hätten das Hirtenschreiben nachs träglich unterzeichnet. < . Paris, 21. August. Der Kriegsminister hat angeordnet, daß die Truppen der Garnison Toulon zerstreute Quartiere außerhalb des Platzes beziehen. Auch die armirten Kriegsschiffe werden den Hafen verlassen. Zugleich wurde Anordnung getroffen, um Brest zum Ausgangshafen für Sendungen nach Cochinchina und Mada- gasgar zu machen. Toulon, 21. August. In der vergangenen Nacht gab es zwei Cholera- Todesfälle. c - r Rio -e Janeiro, 21. August. Das neue Cabinet ist folgendevNlaßen zusammengesetzt: Cotegipe, Arrißeres; Mannte, Inneres; Belisario, Finanzen; Delplucio, Justiz; Junqueira, Krieg; Chaves, Marine; Padro, öffentliche Arbeiten, Handel und Ackerbau. . Petersburg, 21. August. Der Director der diplomatischen Canzlei im Ministerium des Auswärtigen, Graf Lamsdorf, und der Wirk!. Geh. Rath Pobedonosceff sind nach dem Auslande abgereist. London, 21. August. Der Prinz von Wales hat sich gestern nach Aberdeen begeben. Von dort gedenkt der Prinz heute auf der Aacht „Osbornc" eine Reise nach Norwegen und Schweden anzutreten. t f — Die „Temps" meldet aus Mesched vom gestrigen Tage, es sei am 13. ds. zwischen den russischen Vorposten und den Afghanen bei Keratepe, 18 Meilen von Chamantbaid, beinahe zu einem Zusammenstoß gekommen. Einige russische Cavalle- risten hatten sich Keratepe genähert; die Afghanen waren auf Vertheidigung vorbereitet; als der russische Offizier seinen Leuten befohlen, sich schußfertig zu machen, sei zufällig der Carabiner eines russischen Cavalleristen losgegangen und habe den russischen Officier verwundet. Die Russen seien hierauf von den Afghanen festgehalten worden, letztere hätten Instructionen von Herat erbeten. Der verwundete Officier wurde nach Chamanibaid gesandt. Der Zwischenfall gelte als beigelegt. Bombay, 21. August. sTelegramm des Reuter'schen Bureaus.j Der neuernannte englische Gesandte bei dem Emir von Afghanistan ist am 9. August in Kabul eingetroffen. An der Grenze wurde der Gesandte von einer Ehrenwache empfangen, welche ihm bis Kabul das Geleite gab. In Kabul fand eine feierliche Begrüßung des Gesandten statt. Kairo, 21. August. sTelegramm des Reuter'schen Bureaus.j Die Garnison von Kassala konnte sich nicht mehr halten und hat deßhalb am 30. v. Mts. mit den feindlichen Stämmen ein Abkommen getroffen. Berlin, 22. August. sPrivatdepesche.j Nach einer aus Zanzibar eingetroffenen telegraphischen Meldung vom 21. ds. ist der bekannte Afrikareisende Reichard wohlbehalten in Usagara eingetroffen. Petersburg, 22. August. sPrivatdepesche.j „Herold" erfährt aus guter Quelle, die russische Negierung habe, nachdem sie kürzlich eine an Ort und Stelle topographisch aufgenommene Specialkarte der Afghanengrenze erhalten, sich entschlossen, nicht weiter auf Einverleibung der als Zulfikarpaß gezeichneten Grenzgegend zu bestehen. — „Herold" theilt ferner mit, daß die Nachricht, Korea habe sich unter russische Oberhoheit gestellt, vollständig erfunden sei. Erfolg. Hamburg, 21. August. sVölkerrechts-Congrcß.f Ein von Rossi (Livorno! eingesandter Bericht über die Verschiedenheit der Ehegesetze wird nicht verlesen, vielmehr zugleich mit dem von amerikanischer Seite zu demselben Gegenstände eingegangenen Berichte dem Ausschüsse zur Berichterstattung auf der nächsten Conferenz überwiesen. Den zweiten Gegenstand bildet die Ausführung des im Auslande gesprochenen Urtheils. Alexander (London) verliest ein Schreiben Len Mellors, sowie einen eigenen längeren Bericht über den Gegenstand, worin nachgewiesen wird, rote dringend nothwendig es sei, ein übereinstimmendes, internationales Gesetz hierüber anzustreben. Eine Diskussion findet nicht statt. — Zum nächsten Gegenstände, die Garantie der Verträge, hält Professor Geffken (Hamburg) einen längeren Vortrag. Die von der Redactions - Commission an dem Entwürfe, betreffend das allgemeine Frachtrecht, vorgenommenen Aenderungen, werden von der Versammlung genehmigt und die einzelnen Paragraphen sämmtlich angenommen. Vor Schluß beantragte Laeiß die Abstimmung en bloc über die sämmtlichen Regeln des Frachtverkehrs. Der Vorsitzende lehnte solche als unzulässig ab, weil dadurch die sämmtlichen Beschlüsse umgestoßen werden könnten. Darauf gab Laeiß Namens der Handelskammer die Erklärung zu Protokoll, wonach die allgemeine Annahme der Regeln für dos Frachtrecht nicht empfohlen werden könnte, da die erste derselben, wie sie vom Congresse amendirt fei, den Schiffseigenthümern Verantwortlichkeiten auferlege, welche man ihnen nach Meinung der Handelskammer billigerweise nicht zumuthen könne und welche die Regeln für den praktischen Gebrauch ungeeignet machten. Hierauf erfolgte d^ Schluß Lokales. Gießen, 22. August. sStadtverordnetensitzung vom Donnerstaa den 20. August, Nachmittags 4 Uhr.s Anwesend die Herren Beigeordneten Heß und Keller, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Georgi, Grüneberg, Homberger, Kauf, Lüdeking, Ad. Noll, Petri, Schopbach, Simon, Vogt und W o r t m a n n. Eröffnung der Sitzung 41/« Uhr durch Herrn Beigeordneten Heß als Vorsitzender. Vor Beginn der Tagesordnung wird ein Dankschreiben des Bezirks-Commandos für die saubere Herstellung der von demselben im alten Rathhause benutzten Räume verlesen. Bei der Prüfung der Rechnung der Löber'schen Stiftung pro 1884/85 wurde nur ein kleiner formeller Fehler vorgefunden, im Uebrigen die Richtigkeit derselben anerkannt. Die Verschlämmung des Fluthgrabens an den Hardthöfen und den dadurch verursachten üblen Geruch zu beseitigen, erklärt sich Herr Textor bereit, für die Abfallroasser aus seiner Brauerei einen neuen Graben mit Steinsohle bis zur Rodheimer Straße herzustellen, während das Ansinnen an ihn aestellt wird, denselben noch 50 m jenseits genannter Straße weiter zu führen; da alsoann die beregten liebet stände des bestehenden alten Grabens noch lange nicht beseitigt wären, wird, ehe weitere Schritte geschehen, nochmalige Augenscheinnahme beschlossen. Das berechtigte Gesuch der Bewohner des Seltersbergs um Aufschließung des sog. Jughards-Brunnens vor dem Wenzel'schen Hause, Frank- VerwischteS. Appenrod, 17. Auaust. Wie jetzt zweifellos fesffteht, ist das Feuer,, welches das halbe Dorf Appenrod, darunter Kirche, Schule und Bürgermeisterei, in Asthe legte, durch den frevelhaften Leichtsinn eines 9jährigen Buben entstanden. Derselbe hatte sich in Gesellschaft anderer Buben ein spanisches Röhrchen, welches seine Cigarre vor- stcllen sollte, angezündet und dann dasselbe, als es noch glühte, weggeworsen. Dieies entzündete das nahe Stroh und die eingebrachte Frucht. Der starke Wind fachte die Flammen an und fielen 46 Gebäude dem wüthenden Element zum Opfer. Der Anblick, welchen die Brandruincn bieten, ist ein geradezu trostloser. Erfreulicherweise regt ich allenthalben die Mildthätigkeit für die Abgebrannten. (R. H. V.) Lehrbach, 21. August. Noch rauchen die Trümmer und Ruinen in dem schwer heimgesuchten benachbarten Appenrod und schon wieder muß ich Ihnen über ein Schadenfeuer berichten und zwar über ein solches in unserer Gemeinde. Gestern Nackt 1 Uhr brach in der Hofraithe des Jost Wallenstein auf dem Berg Feuer aus. Doch Dank dem sofortigen thatkräftigen Eingreifen schnell herbeigeeilter Bürger gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Begünstigt wurde die Löscharbeit durch Windstille und Regen, so daß um 3 Uhr,allx weitere Gefahr beseitigt war. Das Mobiliar konnte leioer nur zum kleinsten Theile gerettet werden. Die Hofraithe brannte nieder. Versichert war der Geschädigte nicht, lieber die Entstehungsursache des Feuers ist bis jetzt nichts bekannt geworden. c t Rimbach bei Schlitz, 16. August. Gestern Abend wurde auf dem Anstand von dem Gräfl. Görh'schen Forstsckützen Goppel hier ein Hirsch angeschossen, der heute in der Frühe durch den Reoierförster Bongard auf der Suche erlegt wurde. Das Thier war ein Achtender und wog 200 Pfund. Wildschweine kommen hier in ganzen Rudeln, mitunter 12 bis 16 Stück, vor. Es wurden auch hiervon in letzter Zeit wieder einige erlegt. Auch rpurbcn schon zu verschiedenen Malen solche in einem in hiesigen Gräfl. Waldrevier angelegten Sandfang gefangen, einmal 16 Stück, die alle an das Hof - Jagdamt zur Aussetzung in den Großherzoglichen Wildpark abgeliesert wurden. . _ , . ][ Darmstadt, 21. August. Da die Königin Victoria von England erst am 24. l. M. ihren Aufenthalt von Osborne auf der Insel Wight nach Balmoral in Schottland verlegt, so wird man auch^ der Rückkehr des Großherzogs und seiner Kinder aus England um einige Tage später, als bisher in Aussicht gestellt war, entgegensehen dürfen. Jedenfalls ist aber die Ankunft der Herrschaften im Lause der nächsten Woche zu erwarten. — Das 1. Großh. Hess. Jnfanterie(Leibgarde)-Regiment Nr. 115 rückt in der Frühe des morgenden Tages von hier zu den Manövern aus. Das Regiment wird zunächst mit dem Gießener Regiment, mit welchem es die 49. Infanterie-Brigade bildet, zwischen Groß - Umstadt und Dieburg die Brigade - Exercitien abhalten. In die hier von dem Infanterie-Regiment Nr. 115 verlassene Kaserne werden Ersatzreservisten des 115. Regiments und Mannschaften des 3. Großh. Jnf.- Regiments (Leibgarde-RegimentS) Nr. 117 gelegt. Letztgenanntes Regiment übt auf dem Griesheimer Artillerie - Schießplatz im Brigade-Verbande mit dem 118, von welchem zwei Bataillone im Griesheimer Barackenlager, eines, uni) zwar das in Offenbach garnisonirende Füsilier-Bataillon, im Orte Griesheim selbst Eantonnements bezogen hat. — Um die Mittel für ein zu errichtendes permanentes Kunstausstellungsgebäude aufzubringen, ist dem hiesigen mittelrheinischen Kunstverein gestattet morden, 30,000 Loose ä 2,10 X auszugeben. Für Gewinne sollen im Ganzen etwa 42,000 X, für den Hauptgewinn ein Tafelseroice zu 36 Gedecken zum ungefähren Werthe von 10,000 X bestimmt sein. — Vor Kurzem lief eine Notiz durch die hiesigen Blätter, wonach zwei Professoren der technischen Hochschule mit der Ausarbeitung einer Skizze und eines Kostenvoranschlags für den von vielen Seiten als nothwendig erachteten Neubau eines Museums in Darmstadt betraut sein sollten. Die Nachricht bedarf nock der Bestätigung und selbst wenn es sich bewahrheiten sollte, daß auf Grund dieses Materials seitens der Staatsregierung eine Vorlage an die Landstände gerichtet wurde, so dürfte diese neue Vorlage keinesfalls vor Erledigung der bereits ausgearbeiteten Vorlage in Betteff einer neuen Klinik in Gießen zur Diskussion gestellt werden. Kreuznach, 19. Aug. Gestern Abend 11 Uhr fuhren in der Nähe des hiesigen Stadtbahnhofs ein Güterzug und ein rangirenber leerer Pcrsonenzug mit voller Wucht gegeneinander. Ein Kohlenwagen ist total zertrümmert, die beiden Locomostven und fünf Personenwagen sind mehr oder weniger bedeutend beschädigt. Der Zugführer des Güterzugs erlitt Verletzungen am Kopfe, ein Bremser solche nm Unterleibe. Die beiden Unglücklichen wurden sofort in das Stationsgebäude geschafft, wo alsbald ärztliche Hülfe zur Stelle war. Lebensgefahr scheint nicht vorhanden zu sein. Das Unglück ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Jahrmarkts, auf dem man den Krach und das Zischen der Locomotiven, die beide Gegendampf gaben, deutlich vernahm. Ein großer Theil des nach Tausenden zählenden Publikums stürzte sofort zu der in stockfinstere Oiacht gehüllten Unglücksstätte. Heute früh 5 Uhr war das Geleise wieder frei. SS« »Wh «" Pttit in '®«ha6[$‘lb- ^"'Smrbnmg ®”li9tn toannt XSuntt Mm di, 8(. UOn bn kich-l ™6 et «ui füt M.bit brdiu- unmöglich und en. kalschulr werden icher Strane gesagt. offen, und soll schlag für die Mworenen bei w Theiles der ntz btt 3‘m^b: ls Feuer, welches Tti, in Asche legte, l. Derselbe halte seine Cigarre oor zeworsen. Dieses :e Wind fachte die Opfer. Der An- freulicherweise reg! (9L H. S.) inen in dem schwer Ihnen über ein de. Gestern Nacht Feuer aus. Doch Bürger gelang es, Löfcharbeit durch itigt war. Das yofraithe brannte chche dessZeMs iuf dem Anfta-l choffm, der hem wurde. Tas en hier in ganzen on in letzter Zeit > solche in einem in 16 Stück, die alle zildpark abgeliesert - von England erst nach Balmoral in Herzogs und (enirr bt gestellt war, entasten im Laufe da l!eibgarde)-Reglment den Manövem ! chem es die 49. . ^5 3. Grobh. Jn --। 5 Regiment uW am "it dem IW. von, ) zwar das in Off '. Cantonnemenis ve- ,a Kunstauch^llE'' • worden, tffcS . bicses °b°uLwu^ btr’Jmüe»rS"* ■ Dn M bi«1 wo al5S W* sein. ^L(h iw? »y*>5 Auszug aus btn Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 16. August. Johannes Hahn, Bäcker zu Gießen und Caroline Erb, Tochter des Schuhmachermeisters Johannes Erb zu Gießen. Denselben. Gustav August Kreuder, Metzger zu Gießen und Emma Georgine Kohlermann, Tochter des verstorbenen Küfermeisters Wilhelm Kohlermann zu Gießen. Denselben. Ludwig Carl Martin Hermann Frech, Kaufmann zu Gießen und Wilhelmine Luise Emilie Denruth, Tochter des Bürgermetsterei-Secretärs Wilhelm Demurh zu Gießen. OdAufte« Den 16. August. Dem Bahnmeister Christian Sircolomb ein Sohn, Friedrich Adolf, geboren den 1. Juli. Denselben. Dem Dreher Johannes Rohrbach eine Tochter, Luise Elsa, geboren den ^-^nfeiben. Dem Geschirrhändler Philipp Wagner eine Tochter, Luise Emilie Katharine, geboren den 28. Juli. Denselben. Dem Schreiner Joseph Langer ein Sohn, Albert Wilhelm, geboren den 4. ^uli.^ben Dem Regierungs-Assessor Carl Seeger zu Diedenhofen ein Sohn, Ernst, geboren den 1. Mai zu Diedenhofen. Denselben. Dem Dienstmann Gustav Schuchardt ein Sohn, Wilhelm Adolf, geboren den 29. Juni. Denselben. Dem Taglöhner Johannes Wienecker eine Tochter, Elise, geboren den 30. Juni. Den 18. August. Dem Lampenfabrikanten Eugen Kaufsmann ein Sohn, Carl Wilhelm Julius, geboren den 12. Juli. Den 20. August. Dem Fabrikanten Hermann Dietz ein ^>ohn, Hermann Julius Wernhard Carl, geboren den 24. Juli. Beerdigte. Den 16. August. Susanne Plank, geb. Faulstich, Ehefrau des Bäckers Carl Plank, alt 30 Jahre, starb den 15. August. Brodpreise vom 23. August bis 6. September 1885. der Bäcker H 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 28 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 56 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 25 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 50 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrot) 2. Sorte 22 2 „ (4 Pfd.» Schwarzbrot» 2. Sorte 44 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei Johs. Lein, K. Haas, L- Keil. 66 L. Schneider, 1 Kgr. 1 *, 2 > 3 >, 1 „ 2 „ 3 , Gießen, den 22. August 1885. der Brodverkäufer 4 (2 Pfd.) Weißbrod .... 28 (4 ,, ) „ .....56 (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 25 (4 Pfd.» Schwarzbrod 1. Sorte 50 bei I. Blitz (Kornbrod) 44 (6 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte — (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 22 (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 44 (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 66 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. — -Ml L!। .■ ——————— Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemesten am 22. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag-. Wasser 13°, Luft im Schatten 12Vi*. L. Chr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Zur geft. Beachtung. Schristttche Anfragen wegen Auskunftserchetiuag über Inserate rc. können Wx nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort öeigelegt (ft. Ueber Inserate bezüglich deren Offerten einzuretchen sind, ist die GMedttion gu keinerlei Auskunstsertheilungen befugt. OßertenSriafe sind — soweit frinc bestimmt«, gegentbeiliaev Abmackunaen aetrsffen wurden — in der Ervedition abruboken In der Privatklagesache des Heinrich 3$olf zu Allen- dorf a/Lahn, vertreten durch Rechtsanwalt Katz dahier, Privatklägers, gegen den Peter Luh IV. in Allen- dorf a/Lahn, Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das Gr. Schöffengericht zu Gießen am 31. Juli 1885 für Recht erkannt : Angeklagter wird wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von zehn Mark, an deren Stelle Im Falle der Uneinbringlichkeit eine Haftstrafe von drei Tagen tritt, und in die Kosten des Verfahrens, vinschließlich der dem Privatkläger erwachsenen nothwen- digen Auslagen verurtheilt. Zugleich wird dem Beleidigten die Befugniß zugesprochen, diese Verurtheilung binnen acht Tagen, von Zustellung an gerechnet, einmal im „Gießener Anzeiger" auf Kosten des Verurtheilten bekannt zu machen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilssormel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Gießen, den 17. August 1885. Neidhart, Oerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 6035 Grummctgras- Versteigerung. DienStag den 25. August soll das Grummetgras von den von G r 0 l m a n' schen Wiesen in der Gemarkung Burkhardsfelden und Reiskirchen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr in der Kißwiese. In Auftrag 6018 Rechner Heuser. Der Holzabfuhrtermin ist bis zum 19. September verlängert worden. Weitere Ueberschrei- tuugen werden zur Anzeige gebracht. Lich, den 21. August 1885. Fürstliche Oberförsterei Lich. Wimmenauer. 6039 6017 Ein kräftiger Junge als Lehrling gesucht von M. Lenr, Bäckermeister. Allgemeiner Anzeiger. Zum 2. September! Auch in diesem Jahre kommen wir zum bevorstehenden Nationalfest vom 2. September wieder mit der Bitte um Gaben für die Invaliden und die Hinterbliebenen gefallener Soldaten des Krieges 1870/71. Ueberall, wo man an jenem Tag, in Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen, dieses Fest feiert und sich dessen erinnert, was vor 15 Jahren geschah, möge man auch jener Opfer des Krieges dankend gedenken und durchs Gaben je nach Vermögen dazu beitragen, daß ihr Loos auch weiterhin verbessert werde. Wir bitten insbesondere, wie früher, die evangelischen Pfarrämter und Kirchenvorstände, gemäß der ihnen von Großherzoglichem Ober-Consistorium ertheilten Erlaubniß, bei den betreffenden Festgottesdiensten Collecten für jenen Zweck zu erheben. Unsere Zweigvereine ersuchen wir, wie seither möglichst für Verbreitung dieser Ansprache und Durchführung unserer Idee zu wirken, insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen auszustellen. Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermitteln haben,- bitten wir, dieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, Herrn Brandversicherungs-Secretär Hechler dahier, einzusenden. Darmstadt, am 14. August 1885. Der Vorstand des Hülssvereines im Großherzogthum tzeffen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde, als Landesverein der Kaiser- Wilhelms-Stistung für deutsche Invaliden. A. Weber, Ministerialpräsident, Vorsitzender. 6036 L Neuheiten s Ausverkauf. 331 i Damen-Regeu-Mäiiteln ! empfiehlt A. Docter, dem Gasthof „Prinz Carl" gegenüber. Weqen vollständiger Aufgabe meines Ladengeschäftes (Colonial- und Knrzwaaren) verkaufe meine sämmtlichen Qlrtifd zu bedeutend herabgesetzten Preisen. C. W. Dietz, am Markt. Wegen vorzunehmender Bauten dauert der Ausverkauf nur noch bis Ende dieser Woche und mache besonders noch aus wollene Garne, Pserde-Tepprche, Bürsten-Waaren, Reise-Tannenholz-Koffer und Laden in div. Größen, sowie auf Kaffee, Zucker und Suppen-Sachen zu und unter Einkaufspreisen auf- merksam.________________________________ Herzogl. Baugewerkschale Holzminden, I § damit verbunden Maschinen-,Mühlenbau- n. MüllerSchnle. | TJMM1 Winters. X. Ser. Tonnt. 5. Oct. Pensionat. 8ir,; 0. Ilaaraeö#. MWM Versteigerung. Dienstag den 25. August l. I., Nachmittags 3 Uhr, werden im hiesigen Pfandlokale nachstehende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert: Kleiderschränke, Consolschränkchen, Kommode mit Aufsatz, Uhren, 1 Hobelbank, 1 Nähmaschine für Schuhmacher, Glasschränke, 1 Schreibsecre- tär, 2 Sopha's, silberne Löffel, Gabeln, Messer, 1 kupferner Kessel, 1 Badewanne, 2 Oekonomicwagcn, 2 Pferde, 1 Landauer, 1 Coupä, 1 Sommerwagen. Gießen, am 21. August 1885. Horn, 6037 Pfandmeister zu Gießen. Ieilgeöotenes. Die erwarteten lackirten billigen Wassereimer pr.Stk.Mk.2 sind wieder eingetroffen.- 6023 Gg. Stoffer, Neuen Bäue 7. Preißelberrrn zum Einmachen ausgesucht, versendet ä Pfund 15 Pffl. in Körben von '10 Pfund an. Partien billiger. Fredeburg, Westfalen. 6028 1. Richter* Raffe© in Packeten ä 9*/? Pfund netto, ä 8i/„ 9-/„ 10%, 11%, 12%, 13%, 14