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Das nationale Fest, welches man gegenwärtig in Dresden feiert und welches Tausende von Turnern aus allen Gauen unseres Vaterlandes und noch von jenseits der Grenzen deffelben nach der schonen Residenzstadt an der -Elbe geführt hat, wird jedenfalls eine herrliche bleibende Erinnerung für Alle bilden, denen es vergönnt war, an dem VI. allgemeinen deutschen Turnfeste theilzunehmen. Die Turnergäste haben in Dresdens gastlichen Mauern eme ebenso glänzende wie herzliche Ausnahme gesunden und so oft ein ^ug neue Turnerschaaren brachte, wiederholten sich immer wieder die begeisterten Ova- Honen, welche den Ankommenden von dem dichtgedrängten Publikum an den Bahnhöfen und in den Straßen zu Theil wurden. Einen oer hauptsächlichsten Glanzpunkte bildete der am Sonntag stattgesundene Festzug, an welchem wohl ceaen 20000 bis 25,000 Personen theilgenommen haben mögen. In all den aus's Herrlichste geschmückten Straßen, welche der Festzug passirte, ward derselbe von dem in dichten Reihen auf dem ganzen langen Wege bis zum Festplatze ausgestellten Publikum mit lautem Jubel begrüßt. Besonders warm gestaltete sich allenthalben die Begrüßung der deutsch-österreichischen Turnbrüder. Aus den Häusern, sowie von den zahlreichen Tribünen ergoß sich fortwährend ein sörmlicher Blumenregen über die Zug-Theilnehmer. Eine erhebende Ovation wurde dem sächsischen Königshaus dargebracht; als die deutschen Turner vor dem nach der alten Brücke zu belegenen Portale des Residenzschlosses oorbev En, begrüßten sie den König und die Königin mit stürmischen, nicht enden- wollenden Hochrufen. Am Sonntag Nachmittag hatten sich der König und die Königin, Prinz Friedrich August von Sachsen uno Prinz Albert von Sachsen- Altenburq auf Den Festplatz begeben, wo die hohen Herrschaften von den Mmi- Item Graf Fabrice, v. Nostiz-Wallwitz und v. Gerber empfangen wurden. Der Jtöniq und die Königin ließen sich die Vorstände des F-stauSlchuffes vorstellen, wohnten den von 5000 Turnern ausgesührten Freiübungen bet und verweilten über 17, Stunden auf dein Festplatz-. Von einer Deputation der Erfurter Turner wurde der Königin ein prachtvolles Bouquet überreicht. ES bestätigt sich, daß Herr Travers, der deutsche Conful in Canton. ;um deutschen G-n-ral-Consul in Zanzibar an Stelle Rohlf's ernannt werden ist. Herr Travers war früher Vice-Consul in London, dann Conful rn Alexandrien und hat während feines Aufenthaltes in Alexandrien und Canton eingehend Gelegenheit gehabt, sich mit Wesen und Eigenart des englischen Em- fluss-s in fremden Gebieten zu beschäftigen. Se-n-Versetzung nach Zanzibar .st darum auch hauptsächlich erfolgt, um dem englischen Emflusse in Zanzibar nt- g-g-nzuwiik-n, unter welchem Sultan Bargasch ben Said offenbar sicht u diesem Einflüsse ist auch die gegenwärtige beuffchf-lndliche Haltung des Sult von Zanzibar zuzuschreiben. Der schon öfters bewahrten diplomatischen G < wandtheit des Herrn Travers wird es hoffentlich gelingen, dem englischen Em- fluffe in Zanzibar wirksam entgegenzutreten. In den Wiener parlamentarischen Kreisen befchaftigt man sich eifrigst mit dem ausgetauchten Projecte -inet kathol.fchen C-ntrumS. Patte,. Auch die Preßorgane der Rechten widmen dem Gegenstände lange Artikel, be ffonders warm tritt sür das Project die „Salzburger Chronik , das Orsan bekannten klerikalen Reichsraths-Abgeordnetm für Salzburg, Dr. L'-nbachet, ■ein, welches immer wieder darauf hinweist, wie nothrg -s fei, daß die deutsch katholischen Abgeordneten sich zu einem unabhängigen Club verbanden , um ich vor Allem den Prätensionen der slavischen Bundesgenossen zu entziehen.. »e greiflicher Weise sind die Regierungs^Organe über den Zwiespalt im klerikalen . t m . Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit »ringeri-Pt. Erscheint tckHlich mit »*»n«hme M SRenUf». §urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. M, 6„en«un« «« S«h--d in ®l«fa.terg |um l# mrtUgw« «1» H-i»-'» Müli» II. ein d. i» «It i-4« MHt )885. MMj» p Dr. Soecmann. ------------- --- RM,»n O,«-»-». « 13.3«« >8«' Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz an die Großherzogliehen Kreisämter. Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit d-S Großh-rzogs geben wir Ihnen zur Nachachtung davon Kenntniß , daß die in der B-ilage zu dem Ausschreiben des früheren Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 1. Juli 18c>7 zu Nr. M- d. I- 0355 - Amtsblatt Nr. la 1857 - ^«-fetzte Schreibweise: ^11.«-Bnseck", „Großen-Bus.ck" und „Großen-Linden" für die betreffenden Ortsnamen fortwährend die ofsiciell gültige ist. __ S t it r. Laaer nicht erbaut, und ebensowenig über die hierdurch drohende Sprengung tot bisherigen Reichsraths-Majorität. Besonders das „Wiener Fremdend att liest dem Herrn Dr. Lienbacher, welcher der eifrigste Vorkämpfer der zu bildenden katholischen Centrums-Partei ist, gehörig den Text, doch scheinen die offtciösen Ettnaynmigen bis jetzt aus den Abgeordneten sür Salzburg noch nicht sonderlich eingewirkt zu haben. Im Uebrigen ist das Centrums.Proj-ct.Lienbach-r S nur als eine der vielen Confequenzen zu betrachten, die sich aus der unnatürlichen Koalition der Parteien der Rechten ergeben- c>n Pari« ist am Montag die französisch-italienische Müni-Conferenz zusammengetreten; man glaubt, daß nur wenige Sitzungen erforderlich fein wer- den und daß eine vollständige Verständigung erzielt werden wird. Am Sonntag hatte eine Vorbesprechung zwischen den beiderseitigen Delegirten wobei es sich um die Erörterung einiger besonderer, speciell Italien angehender Punkte gehandelt haben soll. — Ein Telegramm der „Agence Havas aus Zanzibar dementirt di- Nachricht, daß sranzösisch-rs-itS nut benSom«^au Madagaskar Verhandlungen eingeleitet worden seien und daß Admiral Mwi 4000 Mann Verstärkungen erwarte, derselbe habe nur 1200 Mann verlang.. Aus London wird berichtet, daß nunmehr auch die allein noch ausständige Zustimmung des Petersburger Cabinets zur Auflegung der -gypti. fchen N-un'Dtillionen-Anleihe eingetroffen ist. — Ein Kaufmann aus ©ennaar bet kürzlich in Khartum war, berichtet darüber dem in ^a-ro erscheinenden arabischen Journal „Achbar": „Khartum ist verödet und men chenleer da sich die Bevölkerung daselbst theilS aus Furcht vor den Mahdisten, the> S wegen.der dort herrschenden Hungersnoth geflüchtet hat. Der ehemalige Rkgierungspala,i liegt gänzlich in Trümmern und in den Sälen und Corrldoren daselbit braten bie9 Rebellen jetzt Schafe und Ziegen und haben auch von allen lenen Hausern, in d-n-n friiher Ebristen ober Anhänger Gorbon s wohnten, Besitz genommen ’u"b^ZÄ bafÄ in bS%auber&fteften Weise. Aus der Missionskirche rourbe9 ein Stall gemacht unb der herrliche Garten b-i derselben °-r^ wüstet, ba bie Rebellen öie Bäume als Feu-rungSmaterial benutzten. Als Gcu> verneur ber Stadt fungirt der Emir Ibrahim aus Hendl, der früher Sclaven- hänbler war An seiner Seite amlirt em aus ben Notabeln ber Stadt zusammengesetztes Medschliß, oas sür die Verpflegung der Rebellen und für Eintreibung der Steuern zu sorgen hat. Als Richter fungirt wieder der Ulema Juffuf Firhi, der auch Todesurtheile fällen darf. Derf-ibe lnaugurirte ferne Amtsthätigkeit damit, daß er fämmtliche von der -gpptischen Regierung errichteten Schulen schließen ließ mit der Motivirung , für den ech en ©laubigen genüge schon der Koran allein, in dem ja alle Wiffenfchaften enthalten ,.nd. D-r Mahdi pflegt jeden Freitag, Morgens, nach Khartum zu kommen, um hier das Selamlik-Gebet in der Mitte feiner Emire abzuhalten. Rach dem Gebet ladt er die Armen der Stadt verfammeln und händigt ^nen dann ein Almosen ein Früher wehte immer von den Regi-rungSgebauDen und Mofcheen die Fahn- ves Khalifen, was der Mahdi jetzt nicht mehr gestattet. Auch verbot er streng- st-ns, die Chutba (Gebet für den Khalifen) zu verrichten, da cs für letzt k-men Khalifen mehr gebe. Das Siegel Mahomed Achmet s tragt b'e ^nschnff. „Mahomed Achmet, Diener Gottes und beS Propheten, und Fürst der Glaub.gen. Darmstadt, 21. Juli. Se. Röntgt. Hoheit bet Großherzog mit Höbet Familie trafen, wie ein Telegramm ber Darmst. Ztg- meldet, am 2 ^u , Nachmittags 2 Nhc, nach ruhiger Ueberfahrt wohlbehalten auf Schloß Osborn-, Insel Whigt, ein. Darmstadt, 21. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 22 enthält: Verordnung, die Organisation des zur Ausübung der Feldmeßkunst bestellten Personals betreffend, vom 15. Juli 1885. Darmstadt, 20. Juli. Schluß des Inhalts des Großh. Regierungsblattes (Beilage Nr. 17): 10. Dienstnachrichten: Am 11. Juni wurde dem Schullehrer Konrad Böckner zu Ruppertenrod die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allendorf a. d. Lahn, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Brandstätter aus Wattenheim die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gadern übertragen; am 13. Juni wurde Karl Wurstius in Alsfeld zum Gehülsen bei dem KrerSamt Alsfeld, mit Wirkung vom 1. Juni d. Js. an, am 17. Juni wurde Georg Weitz in Offenbach zum Gehülsen bei dem Kreisamt Offenbach, mit Wirkung vom 1. Juni d. Js. an, ernannt; am 20. Juni wurde der von dem kath. Pfarrer und dem Gemeinderathe zu Rockenberg auf die erste Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule zu Rockenberg präsentirte Schullehrer Wilhelm Fries daselbst bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schullehrer Wilhelm Heil zu Bodenheim eine Lehrer- stelle an der kath. Schule zu Kastel, am 21. Juni wurde dem Schullehrer Leon- haro Bayer zu Lorsch eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bensheim, an dems.-^age wurde dem Schullehrer Georg Schäfer zu Mainz eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bensheim, am 24. Juni wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Manz aus Düdelsheim die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Albach übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Psenburg-Birstein auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hitzkirchen prä- fentirte Schulamtsaspirant Wilhelm Lott aus Mittel-Gründ^u für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Ernst Lehr aus Arnshain die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rülfenrod übertragen; am 27. Juni wurde Heinrich Kreuder in Friedberg zum Gehülfen bei dem Kreis- omte Friedberg, mit Wirkung vom 1. Juni d. Js. an, an dems. Tage wurde der Landgestüts-Beiknecht Johs. Lore aus Wendelsheim zum Landgestütsdiener ernannt; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg- Birstein aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burgbracht präsentirte Schullehrer Philipp Schnierle zu Köddingen bestätigt; am 20. Juni wurde dem Georg Heinrich Blaß aus Siefersheim das Patent als Geometer 2. Klaffe für den Kreis Worms ertheilt. 11. Concurrenzeröffnung: „ Erledigt sind: Eine (Die 2.) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zotzenbach mit einem Gehalt von 900 J4; dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Deckenbach mit einem Gehalt von 900 ermann^ Backstein (Fröttstädt - Friedrichsroda , Wutha - Ruhla, 1 Flmenau-Großbreitenbach, Hohenebra-Ebeleben, Oster- s wieck-Wasserlcben, Mecklenburgische Südbahn, Stargard- Küsttin, Wittenberge-Perleberg und Prignitzer Eisenbahn) K K Generaldircction der österreichischen Staatsbahnen auf 8 Tage. Großh. Direction der Oberhessischen Eisenbahnen innerhalb 8 Tagen, den Tag der Billetlösung zugerechnet. Wismar-Rostocker-Eisenbahn auf 8 Tage. . r Direction der Main - Neckar - Bahn vom 28. September bis mcl. 9 October. Hessische Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft bis incl. 7. October. t Direction der Ostpreußischen Südbahn vom 27. September ms 6. Octo- «^xtrcffs dieser Vergünstigungen werden folgende Eontrol-Maßregeln gefordert: -Vir die König!. Preußischen c^taatsbahnen sind die Retourbillete hier mit einer ^cctur >u versehen und der hiesigen Billet-Expedition zur Abstempelung vmzulegen- für die unter xJk 5 12, 16, 18 aufgeführten Bahnen sind fie nut dem stempel der Versammlung zu versehen; auf den König! Bayerischen Staatsbahnen haben sich die Teilnehmer tunlichst bald vor Abgang des Zuges bet dem Betriebs-Vorstände be- bufs Vermerk der verlängerten Gilligkeitsdauer einzufinden und aus Verlangen bei der Billetcontrole außer dem Billete auch ihre Legitimation vorzuzeigen. Für dre xx österreichischen Staatsbahnen haben sich die Tbeilnehmer durch Legitnnations- karttn auszuweisen, die sie von hier aus bei Lösung der, Mitglieds arte erhalten; für die Ostpreußische Südbahn und die Lübeck - Büchener Estenbahn haben sich die Theü- nehiner durch Mitgliedskarte zu legitimiren. .. . . B. Berechtigung des einfachen Billets zur .Ym- und Rucksahit. Direction der Marienburg-Vtlawkaer Eisenbahn (Danzig-Warschau. Preuß. Abt.) Vermischtes. Friedberg, 19. Juli. Gestern trafen hier cffca 160 fimge Damen und Mädchen der „König!, höheren weiblichen Bildungsanstalt" von Aschattenburg,Zntt Univerfitäts-Chronik. . . . Der „Staats-Anzeiger" meldet: Der bisherige Privatdocent vr. Diedrich Oetker in Marburg ist zum außerordentlichen Professor ut der juristischen Fakultät der Universität Bon-n ernannt worden. ,, „ . . _ Die Feier des 75jährigen Bestehens der Berliner Universität findet am ' Int historischen Seminar der Universität Leipzig ist am 13. Juli die feierliche Aufstellung einer Büste des verstorbenen Professors 0r v. Noor den erfolgt, bei welcher Gelegenheit Dr. Hans Delbrück-Berlin, em Freund des Verewigten eme Anfpracke hielt. Professor v. Noorden war Leiter des hiftorttchen ^emmars, an seme Stelle ist der Professor Dr. M aurenbrecher getreten. __ Dem akademischen Musikdirector an der Universität Bonn, ^.eonhard Wolff, ist das Prädikat Professor beigelegt worden. — Die philosophische Fakultät der Universität Wien hat un letzten Icchre nicht weniger als 7 ordentliche Professoren verloren. Der Profestor der T hau sing ertrank; der Archäologe Hirichteld geht nacy Berlin, der Oefchichto- professor Lorenz ging nach Jena. Eitelberger, Prosellor der Kunstgeschichte uiid Kun tarchäologc, ist gestorben. Der Slavist Miklosich und der Geograph Simony treten in den Ruhestand und Erichs Schmidt übernimmt die Leitung des Goethe- Archivs in Weimar. Von den 7 Stellen ist nur eine, die HirschseldS, wieder besetzt durch den Vtarburger Professor Bormann. Für die Geschlchtsprofestur sind Huber in Innsbruck und Fournier in Prag vorgeschlagen. Lehrern und Lehrerinnen etwa 180 Personen, hier ein, um unsere Stadt und Burg, das Seminar, den Burgwall :c., sowie unsere Nachbarstadt Bad Nauheim mit allen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Mainz, 18. Juli. Dem Herrn Polizeirath Travers ist unter dem 13. d. M. ein anonymer Drohbrief mit dem Poststempel „Mainz" und folgendem Inhalte zuge- kommen: „Rumpff ist bei Seite, jetzt kommen Sie daran!" D. B. (oder L.) Herr Travers hat auf dieses Schreiben hin folgende Erklärung der Oeffentlichkeit übergeben: „Indem ich auf diesem Wege dem unbekannten Briefschreiber den Empfang desselben zu bestätigen und ihm gleichzeitig für die mir erwiesene Aufmerksamkeit, durch welche er mich in den Stand gesetzt har, meine Vorsichtsmaßregeln zu treffen, zu danken versuche, bemerke ich noch, daß ich mich durch diese Drohung in meinem bisher geübten loyalen Handeln nicht beirren und der Zuknnst getrost cntgegenschen werde, weil ich des Schutzes der gesammten Mainzer Bürgerschaft sicher bin." Berlin, 17. Juli. Ein umfangreiches Schadenfeuer, durch welches mehrere Fabrik - Etablissements zerstört wurden , wüthcte seit heute Morgen 5 Uhr auf dem Grundstück Hollmannstraße 35. In einem Quergebäudc befinden fich die verschiedenartigsten Fabrikanlagen. In den Kellern und Parterre - Räumlichkeiten befindet sich die Eisengießerei und Schraubenfabrik von Salinger, während die übrigen Etagen zum größten Theile von der Albumfabrik von Külper zu Wcrkstatts- und Lagerräumen benutzt werden. In der erstgenannten Eisengießerei war im Laufe der 'Nacht auf bisher noch unaufgeklärte Weise ein Feuer ausgekommen, das bei seiner Entdeckung heute früh 5 Uhr bereits bedeutende Dimensionen angenommen und nicht nur die Eisengießerei selbst, sondern auch die darüber belegenen Räume der Albumfabrik stark in Mitleidenschaft gezogen halte. Bciin Eintreffen der ersten Spritzen schlugen bereits mächtige Flammengarben aus allen Fenstern der ersten Etage heraus, während das entfesselte Element in den vorhandenen Papier- und Eartonfabrikateu reichste Nahrung zu weiterer Entwickelung fand. Binnen wenigen Nttnuten waren die 2., 3. und 5. Compagnie mit allen Löschgeräthschaslen und Dampfspritzen auf der Brandstätte erschienen, welche sich unter dem Eommando des Herrn Ober-Brandinspectors -Koe zu einem Massenangriff vereinigten. 'Nicht weniger als 5 Dampsspritzen und mehrere große Handdruckspritzen traten in Activität. Trotzdem daß die Sapeure und Schlauchführer mit Todesverachtung vordrangen, schien das Feuer eher zu- als abzunehmen. Von der ersten Etage pflanzte sich das Feuer auf die zweite und dritte Etage fort, alle Vorräthe vernichtend. Erst nach fünfstündigen nnunterbrochenen Löscharbeiten und nachdem das Ouergebäude fast zum größten Theile ausgebrannt war, konnte die Macht des Feuers als gebrochen betrachtet und mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden. Dieselben dürslen sich voraussichtlich bis zum ^Nachmittag hinziehen. Einem Gerüchte zufolge sollen durch die Vrandkatastrophe circa 100 Arbeiter brodlos geworden sein. — Schon mehrfach, aber stets erfolglos, sind Stimmen dafür eingetreten, den ohnehin schwer geplagten Briefträgern wahrend der heißen Jahreszeit das Tragen eines leichteren Rockes zu gestatten, allein an maßgebender Stelle scheint man eine lolche Erleichterung mit der „Strammheit" des Dienstes unvereinbar zu finden. Daß unter solch einer äußerlichen Eoneession das Interesse des Dienstes, das die PostverwaltuNg sonst mit Recht in Vordergrund stellt, nicht leidet, beweist Bayern, wo die Post- bediensteten im Sommer fast durchgängig einen grauen Leinwandrock tragen. — Durch folgendes schwungvolles Rundschreiben ladet ein Dresdener Weinwirth die Festturngenossen zum Besuche seiner Weinstube ein: „Noch wenige Tage und die Wogen turnerischer Begeisterung werden hier so hoch gehen, daß das alte liebe Dresden mit sammt seiner Elbe nicht im Stande fein wird, den flammenden Herzen die nöthige Kühlung zu verschaffen. — Mir aber, der ich als altdeutscher Weinwirth mit dem Vater Rhein und der jungfräulichen Mosel die innigsten und unverfälschtesten Beziehungen unterhalte, ist es vergönnt, Ihnen und Ihrem lechzenden Gaumen eine wunderbare Labung zu bieten. Zu diesem Zwecke erlaube ich mir, zum Besuche meiner altdeutschen Weinstuhc ergebenst einzuladen. „Wur frisch hinein und froh gezecht, Geredet frei und fromm geblecht!" — (Eine kostbare Toilette.) Bei der am 8. d. M. im Schlosse Windsor von her Königin Victoria gewährten Audienz trug eine erlauchte Persönlichkeit folgendes Eostüm: Eine Tunique -aus blauem Sammet, reich gestickt mit Gold, Silber und echten Perlen. Der untere Rand ward von einer Reihe großer Diamanten gebildet. Um die Taille schlang fich ein Gürtel aus purpurrothem Sammet, mit Rosen in Silber, deren Kelche große Perlen. Das Haupt schmückte ein rothes Käppchen mit einem Pfau aus Edelsteinen, dessen aufgeschlagenes Rad in allen Farben von Juwelen glitzerte. Und der Name des so herausgeputzten Audicnzbewerbers? Der Maharadscha!) von Johore. Nach oberflächlicher Schätzung soll die Toilette einen Werth von drei Millionen Francs repräsentiren. Dr. Gensch , prakt u. Specialarzt für Haut-, Frauen- u. 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I harmloseren Getränken, Förderung aller Erziehungsmittel für Jung und M, welche vom Trünke abzichen, Aufklärung der öffentlichen Meinung durch Wort und Schrift, — dies sind die nächsten Ziele des Vereins, und er ist in dieser Richtung bereits durch Antragstellung bei Bundesrath und Reichstag, durch Herausgabe von Flugblättern und Bereinsmittheilungen. Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen, in mehreren Städten auch durch Einrichtung von Volkskaffeehäusern thälig geworden. Einverstanden mit den angedeuteten Grundgedanken und Zielen des Vereins, und in der Absicht, demselben auch in Hessen eine weitere Verbreitung zu verschaffen, fordern die Unterzeichneten hiermit zu einem zahlreichen Eintritt in den deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke auf. Es gilt die Mitarbeit an einem bedeutsamen nationalen Rettungswerk, welches die vereinten Kräfte aller Volksfreunde erfordert, und von welchem sich daher kein Theil unseres geeinten Vaterlandes ausschließen darf. Sobald der Verein in unserem Lande eine größere Zahl von Mitgliedern gewonnen hat, kann zur Bildung eines Bezirksvereins geschritten werden, welchem die Lösung örtlicher Aufgaben obliegen wird. Beitrittserklärungen nehmen entgegen Ministerialsecretär Dr. Linß uns Buchhändler Waitz, beide in Darmstadt. (Der Jahresbeitrag ist auf mino> stens zwei Mark festgesetzt.) Wem die Volkswohlfahrt am Kerzen liegt, und wer zur Hebung eines schweren socialen UebelS an seinem $bcil mitwirken möchte, einerlei, welcher politischen oder religiösen Richtung er angehören mag, der trete dem Vereine bei. Aufruf. Unsere Zeit ist in höherem Grade als irgend eine Periode der Vergangenheit eine Zeit des zielbewußten Kampfes gegen die schweren Schäden des Volkslebens, welche den Bestand der civilisirten Staaten von jeher gefährdet haben und in ihrer Gesammtheit den Gegenstand der sogenannten socialen Frage bilden. Allenthalben werden, sei es durch die Gesetzgebung, sei es durch die freiwillige Thätigkeit der Gesellschaft, Veranstaltungen der mannigfachsten Art getroffen, um der Verarmung, der körperlichen und geistigen Entartung und der sittlichen Verwilderung der Massen entgegenzuwirken. Je tiefer aber hierbei die Forschung der Wissenschaft und die Beobachtung der Praxis in die Ursachen und den inneren Zusammenhang der den Wohlstand, die Gesundheit und die Sittlichkeit des Volkes bedrohenden Nebel hineinblickt, desto mehr offenbart sich der unmäßige Genuß geistiger Getränke als der fruchtbarste Keim des materiellen und geistigen Elends innerhalb breiter Volksschichten und als eines der mächtigsten Hindernisse der Beseitigung dieses Elends. So steht es in allen großen Culturstaaten, nicht zum mindesten in unserem deutschen Vaterlande, welches nicht nur in Bezug aus den Bier- consum, sondern, wenigstens in seinen nördlichen und mittleren Theilen, auch in Bezug auf den Verbrauch von Branntwein, diesem verderblichsten aller Berauschungsmittel, nahezu die erste Stelle einnimmt. Rur in Rußland und Dänemark wird dermalen mehr Branntwein getrunken als in Nord- und Mittel-Deutschland. Es ist festgestellt, daß ein sehr großer Theil aller Armuth, aller Krankheiten, vornehmlich Geisteskrankheiten, aller Verbrechen, Unglücksfälle und Selbstmorde bei uns durch Trunksucht und Trunkenheit unmittelbar oder mittelbar veranlaßt wird. Nur die eine Thatsache sei hervorgehoben, daß nach zuverlässigen Ermittelungen in Deutschland unter 100 Fällen von Todtschlag, schweren Körperverletzungen und Verbrechen gegen die Sittlichkeit sich über 60, teilweise selbst über 70 Fälle befinden, welche auf den Trunk rstrückzusühren sind. t pr . Die gefahrdrohende Größe dieses Schadens, an dessen Heilung m unseren Nachbarstaaten zum Theil schon seit Jahrzehnten und unter Anwendung der einschneidendsten gesetzgeberischen Maßregeln mit gutem Erfolge gearbeitet wird, ist in unserem Lande von Allen, welche ihr Beruf mit den leidenden und gesunkenen Theilen der Nation in tägliche Berührung bringt, namentlich von Armenpflegen, Aerzten, Gefängnißbeawten und Geistlichen, schon lange erkannt. Ihr Nus nach Abwehr ist glücklicherweise nicht vergeblich gewesen. Im Frühjahr 1883 sind in Cassel Männer aus allen Theilen Deutschlands und vom verschiedensten politischen und religiösen Standpunkt zur Gründung eines deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke zusammengetreten, um den gefährlichen Feind des öffentlichen Wohles nach festem Plane und mit geordneten Kräften und Mitteln zu bekämpfen. Der Verein, welcher seitdem in ganz Deutschland eine erfreuliche Ausbreitung gewonnen hat, sieht seine Ausgabe nicht in der Anwendung irgend eines vereinzelten Drittels gegen die Trunksucht, wie es z. B- die sogenannten Mäßigkeitsvereine empfehlen, sondern in der genauen Erforschung der verschiedenen auf dem Gebiete der Gesetzgebung oder im Wege practischer Veranstaltung anwendbaren Mittel und in der Ausführung aller eine Aussicht auf Erfolg bietenden Maßregeln durch Einwirkung auf die gesetzgebenden Factoren und durch die eigene freie Vereinsthätigkeit. Beschränkung des verführerischen Angebots von geistigen Getränken, namentlich durch Verminderung der übergroßen Zahl von Schankwirthschaften und Bram-'.tweinverkaussstellen, Herstellung anderer Erholungsstätten mit Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'fdien Druckerei (Fr. Ebr. Pierich) in Gießen. 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Gießen, toan, Grünberg, r Dr., Gießen. ,, Fabrikant, Worms, immerzienrath, Mainz. < , Dr., Gießen- llsbach (ermeifter, Darmstadt- „ rrer, Mrfrilgtn. rer Dr., Seestec'm. j er. Nierstein. ■ weinöder-, Krersrath, ■Sati Dr, Wien. rrer, tSitBtn. eisratf), «M., .. ■ -R-lh Dr„ fieppti*® tenbtnt Dr, I>«rm|tabt. i§ratb, 33m««"' iisnrjt, &"8«n. fituteioiff-, «Mh«r, Gl«»«"' Lich- . starrer, Mains- ,'S'M;®. SK«» efer, Mba»- er, Laulerbocb . 5«. w» s-gs.«, - Beilage ;u Nr. 168 des „Eichener Anzeiger". Allgemeiner Anzeiger. Ausverkauf. Wegen Lokal-Veränderung verkaufe Sonnen- und Ne^enschrrme sowie meine sämmtlichen Artikel zu und unter Einkaufspreisen, mit Johannes Zufall, Urnen Däne 21. ■£ Wo kaust v man die billigsten u. solidesten W* wiiiirni? 41 Anfertigung nach Maß binnen zwei Stunden. Kirchen platz 9. Cmiservc- oder Einmachgläser mit Gummidichtung und Nickelblechverschraubung, vollständiger Ersatz für Blechbüchsen; ferner Obstpresserr empfehlen Brüder Schmidt, 5317 Seltersweg 2. 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Die Füllung des Lud- vvigsbrunnen erfolgt von nun an, nur noch in Vi und Originalkrügen, welche den Stempel unseres Ludwigsbrunnen führen und können daher in Folge auch nur solche Krüge zurückgenommen werden. Jeder Kork trägt das Brandzeichen „Ludwigswasser“. Jjtidwigsbriiniieii Grosskarben. 5108 Laurenze & Co. Bezugnehmend auf die Annonce der Herren JLaiiretlZV , IslldwigsbrunHen Groaskarben^ halten wir uns zum Bezüge von Ludwigswasser bestens empfohlen und können unsere werthen Abnehmer, da die Verwaltung in bewährte Hände übergegangen ist, möglichst untadelhafte Füllung versprechen. Durch die veränderte Füllung des Ludwigsbrunnen ist cs uns nicht mehr möglich Krüge von Selterser-, Emser-, Fachinger- etc Wasser zum Preise von 10 Pfg. zurückzunehmen, sondern nur zu 5 Pfg pro Stück. 5109 Hochachtungsvoll Emil Fischbach, H. Wallach, Ferd. Drebes. Bon Bremen nach Rewyvrk in ■■■ 9 Tagen mittels den neu eingerichteten Dampfern des UTorddeulachen RJoyd. 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