wnter vermiilj fe*Ä£ Aukr zu Dermin • iltroge 30. 7^ Zimmers m bet ffrpeb. jj ineHarterreWr: unb ©arttnantjfi i ^V?5"SkJ DO" d-d«Z7'' M« ■JSfnmer, 2"üf. ^LSoMtufa ' W ebener Cn ?ler zu vermiethw ««™ etaitsn. lohnte Logis ift, vermiethen. erzagt, Strich«' Zimmer, sowie 7 - Gartenstich immer unb Wir Mäus^" hnung r l. Mai zu w. r. M. umer mit zu vermiM^ jMr.etM inbtrgefcnbt znM ch zwei Personen 6 in: ^Wohnung, 9 71 then. WiihekT. Herrn Dr. Hm0 itock meines M ge »den...... legen GeschaM^ Otto W szuvermiethen- ohnung, gr- * Wettergail^ stZsH'" em ctieu- k Mch"' fönnen Nr. 92 Mittwoch den 22. April 1865 (s-iehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Amtlicher Iheil. Betreffend: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Gießen, am 20. April 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des Kreises. Die Spruchlisten der Geschworenen haben in mehrfachen Fällen die Namen von Personen enthalten, welche das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet >oer das 65. bereits überschritten hatten, und sind hierdurch in den Schwurgerichtssitzungen den Fortgang der Verhandlungen hemmende Weiterungen veranlaßt worden. Derartige Vorkommniffe können nur durch eine genaue Beobachtung der hinsichtlich der Ausstellung der Urlisten der Schöffen und Geschworenen bestehenden Bestimmungen vermieden werden. Wir machen Ihnen daher die sorgfältige Befolgung der Vorschriften in § 1 und 3 der Verordnung über die Bildung der Schöffengerichte und der Schwurgerichte vom 14. Mai 1879, wonach Personen unter 30 Jahren nicht in die Urlisten aufzunehmen und AblehnungSgründe — zu welchen insbesondere die Vollendung des 65. Lebensjahres gehört — bei Einsendung der Urlisten an das Amtsgericht ausdrücklich «rnzugeben sind, zur Pflicht und bemerken Ihnen hierbei insbejondere, daß Sie in allen Fällen, in welchen Zweifel darüber bestehen, ob eine in die Urliste Luszunehmende Person das 30. oder 65. Lebensjahr vollendet habe, sich durch eine Anfrage bei derselben oder in sonst geeignet scheinender Weise genau über seren Alter zu vergewissern haben. Dr. Boekmann. Politische Uebersicht. Gießen, 21. April. Bei der Spannung, welcher der englisch-russische Conflict noch immer Ar die gesammte Volkslage verursacht, ist es wichtig, das Ziel Rußlands in seiner astatischen Politik kennen zu lernen. Nach einer an kühne Romantik strei- jenden Sage, genau wie es das Testament Peters des Großen sein sollte, Kon- Äantinopel mit der ganzen europäischen Türkei für Rußland zu gewinnen, soll bas russische Reich Lust verspüren, auch noch Indien zu verspeisen. Wer die ungeheure Größe Indiens zu würdigen weiß, wem ferner bekannt ist, daß riesige Hochgebirge und halb barbarische Länder in weiter Ausdehnung zwischen den central-asiatischen Besitzungen Rußlands und den gesegneten Gefilden Indiens liegen, der wird über einen russischen Eroberungszug nach Indien lächeln, zumal auch angenommen werden muß, daß England Indien mit Aufbietung aller Kräfte vertheidlgen würde. Ein Russenzug nach Indien ist einfach verfrüht, denn den kann vielleicht das nächste Jahrhundert sehen. Aber nach einem anderen, praktischen und allmälig erreichbaren Ziele strebt Rußland. Es will für seine ganz abgelegenen und abgeschlossenen central-asiatischen Länder einen Hafen am Weltmeere, am indischen Ocean, oder genauer gesagt, am arabischen Meerbusen, und dieses Ziel ist zu erreichen, ohne daß Rußland Indien zu erobern und mit England in einen Kampf auf Leben und Tod zu gerathen braucht. Freilich muß England so gerecht sein und Rußland auch einen Hasen am Weltmeere gönnen. Die russische Hafenstadt der Zukunft braucht, wie Petersburger Zeitungen ausgeführt haben, nicht in Indien zu liegen, sondern in Belutschistan in der Bai von Sonnijani. Um diese Bai zu besitzen, hätte Rußtanß der persischen Grenze entlang nur einen schmalen Streifen von Afghanistan und Belutschistan zu erwerben und könnte diese Erwerbung, wenn England, wenn auch mit einigen Vorbehalten, zustimmt, nahezu ohne Blutvergießen stattfinden, denn die Khanate von Afghanistan und Belutschistan sind ohnmächtige, noch halb barbarische Vasallen - Staaten, bald zu England, bald zu Rußland neigend. Bei einem derartigen Plane, die Gegnerschaft Rußlands und Englands in Asien zu lösen, muß allerdings bedacht werden, daß die gegenwärtige Stellung Rußlands bei Pendjeh noch ungefähr 300 deutsche Meilen vom arabischen Meerbusen und der Bai von Sonnijani entfernt ist und Rußland schwerlich diesen Plan auf einmal durchzusetzen im Stande sein dürfte. Es wird sich wohl begnügen, wenn es jetzt an den westlichen Ausläufern des Paropamisusgebirges ein oder zwei Etappen in südöstlicher Richtung gewinnen und später mehr erreichen kann, denn in jenen halb barbarischen Staaten müssen alle Vorwärts- Bewegungen gut vorbereitet und gesichert werden. Ungefähr 50 Meilen steht auch Rußland noch von Herat entfernt und wäre Herat schon ein sehr großer Fortschritt Rußlands nach dem arabischen Meere, vielleicht begnügt sich aber auch Rußland vorläufig mit Pendjeh, einem streitigen von Turkmenen-Stämmen bewohnten Khanate und woraus sie unter General Komaroff von den Russen wieder vertrieben worden sind. General-Feldmarschall Frhr. v, Manteuffel hat in seiner Eigenschaft als commandirender General des 15. Armee-Corps (Elsaß-Lothrin- gen) in der Person des General-Lieutenants v. Henduck, Commandeur der Kavallerie-Division in Metz, einen Stellvertreter erhalten. Man nimmt an, daß dsiese Maßregel die Einleitung zu der von Herrn v. Manteuffel längst beabsichtigten Niederiegung seines Commandos bildet; übrigens ist die Ernennuug eines Stellvertreters für einen commandirenden General neu. Das kaum hergestellte sriedliche Einvernehmen zwischen Fnankreich und China droht bereits wieder bedenklich erschüttert zu werden. Astier Meldung der Pariser osficiösen „Agence Havas" zufolge lassen die neuesten Nachrichten aus China neue Zwischenfälle befürchten, und zwar in Folge der dem Admiral Courbet zugegangenen Weisung, Formosa nicht zu räumen. Mehrere Pariser Blätter sprechen sich dahin aus, Frankreich solle als Compen- sation für die Räumung FormosaS einstweilen die Fischer-Inseln behalten. Der Hmstan^, daß die in den Friedens-Präliminarien festgesetzte Räumung FormosaS Seitens der Franzosen wieder aufgeschoben worden ist, deutet darauf hin, daß die chinesische Regierung bei der Ausführung des Friedens-Vertrages plötzlich Schwierigkeiten macht und das neue französische Cabinet wird hierbei gleich Gelegenheit haben, seine Umsicht und Energie zu zeigen. Die irische Rundreise des englischen Thronfolger-Paares hat bekanntlich zu unliebsamen Zwischenfällen geführt, die von den Nationalisten hervorgerufen wurden. In Cork, das überhaupt wegen der Roheit und Streitsucht seines Pöbels bekannt ist, kam es sogar bei der Anwesenheit des prinz- lichen Paares zu Straßen-Tumulten und wenn vielleicht auch die anständigeren Elemente unter der Nationalpartei diese Pöbelklaffe mißbilligen, so werfen letztere doch immerhin ein bedenkliches Licht aus die Stimmung der irischen Bevölkerung gegenüber England. Mit dieser Stimmung müßte aber England im Falle eines Krieges' mit Rußland rechnen, jeder russische Sieg würde auf der „grünen Insel" sicher mit Genugthuung begrüßt werden und den irischen Revo- lutionären den Kamm schwellen lassen. Vielleicht, daß die bisherigen Ergebnisse der irischen Reise des Prinzen von Wales die englische Regierung veranlassen, die Stimmung der Bevölkerung Irlands mit in den Kreis ihrer Berechnungen zu ziehen, und möglich, daß dies ein Faktor ist, der zu Gunsten des Friedens mit in die Waagschale fällt. Die Operationen der Engländer gegen die Rebellen im Ost-Sudan sind jetzt nach einer Pause wieder ausgenommen worden. Drei engl. Colonnen, die eine von Suakim, die andere von Henduk, die dritte von Otao, sollten am Samstag früh ausbrechen, um Deberet zu besetzen, das etwa 12 deutsche Meilen nordwestlich von Suakim gelegen ist. Es dürste sich bei dieser Bewegung wohl mehr um die Sicherung der von Suakim aus in der Richtung nach Berber zu im Bau begriffenen Eisenbahn, als um einen Vorstoß gegen Osman Digma handeln. Ob sich die Streitkräfte desselben wirklich zerstreut haben, weil die Engländer die für die Verproviantirung und Wafferzufuhr geeigneten Orte besetzt haben, bedarf indessen noch der Bestätigung. — Der Conflict zwischen der französischen und der egyptischen Regierung in Sachen des Blattes „Bosphore Egyptien" nimmt ernstere Dimenstonen an. Die letztere hatte die Suspendirung dieses französischen Interessen dienenden Kairenser Journals wegen seiner beleidigenden Angriffe auf die egyptische Regierung verfügt, die französische Regierung verlangte Die Zurücknahme dieser Maßregel, aber in Kairo weigert man sich dessen und wie es heißt, will der egyptische Ministerpräsident Nubar Pascha lieber zurücktreten, als sich den französischen Forderungen fügen. Der englisch-russische Conflict trägt fortgesetzt die friedlichere Physiognomie zur Schau, die er in jüngster Zeit angenommen hat. In London wie in Petersburg betont man, wie erwünscht eine friedliche Lösung der Differenzen wegen der afghanischen Grenze für beide Therle wäre und wenn man auch an der Themse dann und wann noch ein bischen mit dem Säbel rapelt, so hat sich doch auch in England das kriegerische Fieber ganz bedeutend abge- kühlt. Inzwischen haben sich die Russen in Pendjeh bereits häuslich eingerichtet und hat General Komaroff daselbst eine provisorische Regierung eingesetzt, ja daß man sich in London wohl oder übel mit dem Gedanken wird vertraut machen müssen, daß die Russen in Pendjeh bleiben werden. Parallel mit den afghani- scheu Wirren gehen Unruhen in dem ehemaligen Khanate Kaschgar, wo eine mohamedanische Jnsurrection ausgebrochen ist. Die Aufständischen haben die chinesischen Truppen nach einem heftigen Kampfe geschlagen und die bedeutende Stadt Jarkend besetzt. Deutschland. Darmstadt, 20. April. Durch Entschließung Großh. Ministerium« de- Innern und der Justiz vom 15. l. M. wurde der Großh. Gerichtsassesior Kold zu Fürth zum Amtsanwalt bei den Großh. Amtsgerichten Fürth, Beer- felben, Hirschhorn und Wald-Michelbach mit dem Sitze zu Fürth bestellt; an deins. Tage wurde der Großh. GerichtSasieffor Theobald in Mainz zum Amtsanwalt bei Großh. Amtsgerichte Mainz bestellt. Darmstadt, 19. April. Ihre Kaiser!. Hoheiten der Großfürst und die Großfürstin Sergius von Rußland finb gestern Abend 9 Uhr 20 Min. in erwünschtem Wohlbefinden dahier eingetroffen. Se. König!. Hoheit der Großherzog und die gesammte Großh. Familie empfingen und begrüßten die Hohen Reisenden auf dem Bahnhose der Main-Neckar-Bahn, woselbst sich zum officiellen Empfang die Spitzen der Civil- und Militär-Behörden, sowie die Großh. Hofstaaten eingesunden hatten. Eine Ehrenwache, die Leib-Eompagnie des 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Rr. 115, hatte mit Fahne und Regimentsmusik auf dem Perron Aufstellung genommen. Beim Einlaufen des Zuges intonirte die Kapelle die russische National-Hymne. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften fuhren demnächst nach dem Reuen Palais. Wen. Tteutstn, 19. April. Die Unterhandlungen zwischen China und Japan wegen Coreas haben zu einem gestern unterzeichneten Protokoll geführt, nach welchem die chinesischen und die japanischen Truppen von Corea zurückgezogen werden, und Japan aus eine Entschädigung verzichtet. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung aus Corea soll eine GenSd'armerie unter dem Beseh! sremder Osficiere gebildet werden. E. R. Berlin, 20. April. [Reichstag.) Der Reichstag setzte die zweite Berathung der Zolltarifnovclle bei der Position Thonwaaren fort. Von Seiten der freien wirthschaftlichen Vereinigung wurde beantragt, diese Position zur Vorberathung an eine Commission zu verweisen, wogegen die Abgg. Richter und Schrader Widerspruch erhoben, weil dadurch dieBerathungen unnöthig hingezogen würden, während doch allgemein der Wunsch bestehe, vor Pfingsten zu schließen. In dem Augenblicke, als der Präsident den Beschluß des Hauses herbciführcn wollte, bezweifelte der socialdcmokratische Abg. Grillenberger die Beschlußfähigkeit des Hauses, zu der mindestens 199 Abgeordnete anwesend sein müssen. Da das Bureau diesen Zweifel theilte, wurde der Namensaufruf vollzogen, welcher die Anwesenheit von 200 Mitgliedern ergab. Die betreffende Position wurde darauf an die Commission verwiesen. Danach wurde in die Berathung der Viehzölle eingetretcn. Für Pferde ist eine Zollerhöhung von 10 X per Stück auf 20 X seitens der wirthschaftlichen Ver- cinigung vorgeschlagen, die Sätze für Maulthiere, Maulesel und Esel sollen unverändert bleiben. Die Freunde der Vorlage befürworteten diese Erhöhung im Interesse der nationalen Pferdezucht und im Interesse der Fernhaltung gesundheitspolizeilich anrüchigen Materials von den deutschen Grenzen, wogegen von anderer Seite geltend gemacht wurde, daß die beabsichtigte Zollcrhöhung nur eine Vertheuerung der billigeren Waare zur Folge haben würde, während eine Hebung der Pferdezucht dabei nicht zu erwarten sei. Der Rückgang der Schweinezucht und des Riudviehbestandes, wurde eingewendct, welcher von den Schutzzöllnern 1879 prophezeit worden sei, wäre, wie die Viehzählungen ergeben haben, keineswegs eingetreten, deshalb müßten die Motive und Angaben der Freunde der heutigen Vorlage, die auch diejenigen der von 1879 gewesen seien, mit größter Vorsicht behandelt werden. Der erhöhte Zoll wurde, danach mit 126 gegen 94 Stimmen angenommen; desgleichen die erhöhten Zollsätze für Stiere und Kühe von 6 JL auf 9 JL; für Jungvieh von 4 JL auf 6 X; für Kälber (unter 6 Wochen) von 2 X auf 3 die beabsichtigte Zollveränderung für Ochsen von 20 X auf 30 JL führte eine sehr lebhafte und ausgedehnte Debatte herbei, an der sich Redner aller Parteien betheiligten und wobei es auch nicht an Streiflichtern auf den fractionslosen Kapitalismus in einer Rede des socialdcmokratischen Abgeördneten von Voll mar fehlte, der, im Bilde der Vorlage bleibend, von den Agrariern sprach, die sich mit dem Gclde des armen Arbeiters mästen. Nach einem Angriff des Grafen Hoensbroech auf die Freihändler beliebte es der Majorität, den Schluß der Debatte zu beantragen. Hierüber wurde die namentliche Abstimmung verlangt und der Schluß mit 146 gegen 84 Stimmen angenommen, danach der beantragte Zoll gleichfalls in namentlicher Abstimmung mit 122 gegen Hl Stimmen Interessant war die Thatsache, daß sich ein Commissar der Reichsregierung, Landes-Oeconomierath Thiel bemühte, die Bedeutung der Veröffentlichungen des land- wirthschaftlichen Ministeriums abzuschwächen, nachdem wiederholt die Opposition An- gabeil dieses Buches für ihre eigenen Gründe anführen konnte; der betreffende Herr erklärte, daß diesem Buche nur die Jahre bis 1883 zu Grunde lägen, 1884 sei bereits viel ungünstiger gewesen. Morgen wird die Berathung fortgesetzt. Ttlrgraphischk Depeschen. Wolff's teUgr. Correfpondenz - Brrrea«. Berlin, 20. April. Das Abgeordnetenhaus begann heute die zweite Lesung der Kreis- und Provinzial - Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau und genehmigte hierbei die Kreiseintheilung nach der von der Commission beschlossenen Fassung, sowie die ersten 29 Paragraphen unverändert. Bei der Berathung der folgenden Paragraphen, welche über die Wahrnehmung der Polizeiverwaltung in dein Stadt- unb Landkreise Frankfurt a. M. durch den Polizeipräsidenten in Frankfurt handeln, ergab sich die Beschlußunfähigkeit des Hauses, weßhalb die Berathung bis morgen vertagt werden mußte. — Sc. Maj. Kreilzer-Corvettc „Olga", Commandant Eoro.-Eapt. Bendemann, ist am 19. ds. Mts. in St. Vincent (Cap Verdes) eingetroffen und beabsichtigt am 24. April die Heimreise fortzusctzcn. Die von Kamerun bcrrübrciiben zahlreichen Fieber - Erkrankungen scheinen gehoben. Der Commanbant melbet: An Borb Alles wohl. — Heute Abenb fanb im Abgeorbnetenhausc bie Generalversammlung des Deutschen Fischerei - Vereins statt, welcher ber Kronprinz unb bie Kronprinzessin beiwohnten. Viele Mitglieber des Reichstags unb beider Häuser des Landtags waren anwesend. London, 20. April. Oberhaus. Lord Granville, mehrere Anfragen beant ivortenb, sagt, er würde morgen eine Erklärung abgeben, falls Gladstone anläßlich einer Ercditforderung eine kurze Erklärung im Unterhause abgeben werde. Es sei noch zu erwähnen, daß die am Freitag eingegangene Depesche Lumsben's seinen früheren Bericht über die Pendjeh-Angelegenheit bestätige und dem Berichte Komaroff's wider spreche. Die Regierung erwarte noch weitere Details von Lumsden. - Das Prinzenpaar von Wales ist von Killarnev nach Dublin znrückgereist; auf verschiedenen Stationen fanden feindliche Demonstrationen, auf andern enthusiastische Kundgebungen statt. London, 20. April. Das Eubinct tritt heule >ii einer Sitzung zusammen, um über den Bericht Lumsdcn's über das Gefecht von Pendjeh zu berathen. — Die „Dallv "News" erfahren, die Gerüchte von einer Abtretung Penbjebs unb anberer Punkte an der afghanischen Grenze seien völlig aus der Luft gegriffen unb sprechen bie Besorgnis? aus, daß die Dinge das Stadium noch nicht überlebrttten hätten, in welchem militärische Vorbereitungen burckaus uothwendig feien. Dem ^Standard" zufolge hätten die Grenzverhandlungcn ein weniger günstiges Aussehen angenommen, weil die russische Regierung Fragen wieder ausgenommen habe, btt im Laufe der letztwöchentlichen Berathungen als endgültig geregelt betrachte worden seien. Rom, 20. April. Cardinal Lasagni ist in Folge kines Schlaganfalles gestorben. Athen, 20. April. Die Wahlen zur Deputirtenkammcr Haden in vollkommene Ordnung stattgefunden. Das genaue Resultat ist noch nicht übersehbar; so rotr bekannt, ist der Führer der Opposition gewählt, der Minister des Aeußeren ist nicht gewählt. Äairo, 20. April. [Telegramm des Reuter'schen Bureaus., Die Fordcrunger Frankreichs anläßlich der Unterdrückung des „Bosphore Egpytien beantwortend, r klärt Rubar Pascha, da die (Kapitulationen in Uebercinstimmung mit ber Pforte ge schlossen worben seien, könne, bie egyptische Regierung keine destnitive Antwort geben, bevor sie bei ber ottomanischen Regierung angefragt habe, wie diese bie (Kapitulation in biefem Falle interpretire unb wie die egvptische Regierung ihre Antwort formn lireu solle. — Das Reuter'sche Bureau melbet ferner: Die Ausstänbischen verließen Beni Sani in ber Richtung auf Berber, besten Bevölkerung sich gegen den Mahdi empörte — Frankreich bewilligte iftubar Pascha Aufschub, um bei der Pforte in der Angelegen beit „Bosphore Egyptien" Rath zu erfragen. — Aus Dongola wirb gemclbet: Nach Gerüchten aus Kreisen von Einze borenen rücken bie Italiener von Massauah auf Kastala vor. Die Arader am weißen Nil jenseits Khartums verlassen ben Mahbi, welcher in allen Orten plünbert. Darmstabt, 18. April. Im Januar b. I. kamen im Großherzoglhum Hester. 33 Tobesfälle gewaltsamer Art vor, baoon durch Verunglückung 22, durch Seldn mord 8 und durch Mord und tödtliche Körperverletzung 3. — Im Februar ereigneten sich 44 gewaltsame Todesfälle, 21 durch Verunglückung, 21 durch Selbstmord und durch Verbrechen anderer Art. Weimar, 16. April. Göthe's ältester Enkel, Walter, ist gestern in Leipzig gc ftorben. Mit ihm erlischt Göthe's Geschlecht. Eis le den, 14. April. Bei einem hiesigen Rechtsanwalt waren gestern inx Parteien erschienen, die eine um Geld zu zahlen, die andere, um dasselbe in Empfan; zu nehmen. Als das Geld hingezählt war — 1100 •* — unterschreibt ber Zahlende Siehe ba, ivährenb bieser kurzen Zeit waren bie 1100 jl oerschwunben. Keiner wil ber Dieb sein! Die Hülfe ber Polizei würbe sofort in Anspruch genommen und ns Jeder (auch andere Anwesende) mußten sich eine Durchsuchung gefallen lassen. Dm Geld war aber nicht zu finden. Da nimmt ein junger Bureaubeamter ein Briller. futteral einer Frau aus ber Hand, öffnet baffdbe, sieht Papier in demselben unb hol: nach unb nach basselbe heraus. Unb siehe ba, ein 1000- unb 100-Markschein fomnu. zum Vorschein. — [37 Mal vergiftet.) Wie bas „Innsbrucker Tageblatt" berichtet, hat eia Gattenmorb, bei in ben letzten lagen in Werins (Bezirk Imst), verübt wurde, in br dortigen Gegend Sensation hervoracrufen. Eine 24jährige Bauersfrau brachte ihre, 37jährigen Manne, mit dem sie erst seit 9tovember vorigen Jahres verheirathet ist, wir es heißt, sechsunddreißigmal sogenanntes Fliegengift bei, um ihn aus ber Welt zu schaffen. Der Mann kränkelte in Folge besten unb würbe von seiner Gattin nach bea Gnabenorte Strengen zu einem Mirakelbilbe gesenbet, um bort Hülfe zu finben. AI. Wegzehrung gab sie ihm wieber eine vergiftete Speise mit. Als er sehr unwohl noo Hanse zurückkehrte, bereitete sie ihm einen Kaffee, vergiftete benfelben neuerbingo unerreichte mit bcm 37. Dergiftungsversuche am 24. März ihr Ziel. 'Jtachbem ber 7o> eingctreten war, ging bie Frau zum Pfarrer unb verlangte, baß die irdischen lieber refte ihres Mannes binnen 24 Stunden aus dem Hause geschafft und für ihn dr-> Aemter gesungen werden. Auf eine Anzeige bin wurde jedoch eine Untersuchung ein geleitet unb die Mörderin sammt einer der Helfershelferschaft beschuldigten Magd oet hastet. Die Bäuerin soll bereits ein Geständniß abgelegt haben. — Daß unter ben Gratulanten am Bismarcktage sich auch Victor Hugo be funbeii habe, erfährt man durch die „Weimarische Zeitung". Dieselbe ist „durch be sondere Freundlichkeit" in ben Besitz einer Abschrift bieseS Briefes gelangt, besse« Abresse bereits in ihrer gewaltigen Einfachheit den Jupiter verräth: „Victor Hug»' an Otto BiSmarck". Dann heißt eS weiter: „Der Riese sendet bcm Riesen seinen Gruß. Ter Fcinb bem Fcinbe, der Freund bcm Freunde. Ich hasse Dich grimmm. denn Du hast Frankreich erniedrigt. Ich liebe Dich, denn ich bin größer ah I Du schwiegst, als bie Glocke auf bcm Thurme meines Ruhmes mein 80. Jahr dröhnf Ich rebe. Da bie geraubte Penbule Deines Schreibtisches fick weigert, Dir den Eu tritt in die 70 zu künben. Ich 80, Tu 70, ick 8, Du 7, die Menschheit als Rull bi hinter. Wir beibe vereint als ein Mann, und bie Weltgeschichte wäre w Ende. der Körper, ich der Geist, Du die Wolke, ich der Blitz, Du bie Macht, tch ber Rubu Wer ist größer, ber Sieger ober ber Besiegte? Keiner. Der Dichter ist größer, bn dm MckM l hasse Dich i bin größer Äv- tdn 80. Ich leigcrt, Dir brn^ enschheit als R t wäre zu M ! Macht, ich der B dichter ist gro^ , das sind sie. » Du kennst die die Hand. Und wir Beides ewige Völkerfiii« nw. GE enden Bombast (511. Sinn«* klXn Amtsgericht . Ain JL Gthail. ms ner, I- w en ‘^4 „15*'”* ,, N1*, ' ir®01' eft Bekanntmachung. Die Lieferung von Bettzeug und Bekleidungsstücken pro 1885/86 für das Großh. akad. Hospital soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Offerten sind bis zum 29. April d. Ä, Nachmittags 4 Uhr, an das Verwaltungsbureau genannter Anstalt inzureichen, woselbst Muster und Lie- ierungsbedingungen eingesehen werden können. 3032 Gießen, den 20. April 1885. Großh. Direction des akad. Hospitals. Bauarbeiten. Die nachstehend verzeichneten Bau- Lrbeiten in der Kirche auf dem Schiffenberg, als: veranschl. zu 1. Maurerarbeit JL 177,— 2. Zimmerarbeit „ 257,— 3. Dachdeckerarbeit „ 240,— 4. Schlosserarbeit „ 187,50 5. Weißbinderarbeit „ 120,— sollen auf dem Submissionswege verüben werden. Die Uebernahmebedingungen, Pläne unb der Voranschlag liegen zur Einsicht täglich von 9—12 Uhr Vornittags auf unserem Bureau offen. Die Offerten sind, in Procenten des Voranschlags ausgedrückt, bis längstens Donnerstag de» 23. d. M, Vormittags 11 Uhr, nnzureichen, zu welcher Stunde deren Eröffnung ftattfindet. Gießen, den 16. April 1885. Großh. Kreisbauamt Gießen. Walter. 2848 Nutz- und Brenn- holzverfteigernng im Walde zu Nordeck. Am Montag den 27. April, von Vormittags 9 Uhr an, sollen in der Waldung zu Nord eck meistbietend versteigert werden: 2 Eichenstämme von 0,85 Festm., 32 Buchenstangen, Deichseln und Langwieden, 12 Rm. Felgenholz II. Claffe, 2 Fichtenstämme von 1,83 Festm., 945 Fichtenstangen I.—IV. Classe, 1000 „ IV.-VII. Classe, 3 Rm. Eichenscheite, 300 „ Buchenscheite und Stammknüppel, 85 „ Buchen-Erdstöcke, 1500 „ Buchen-Stamm- unb Zopfreis. Die Zusammenkunft ist bei der Stelzendach'schen Wirthschast in Norbeck, woselbst bei ungünstiger Witterung auch ber Verkauf stattstndet. Marburg, am 20. April 1885. 3009 Der Administrator Röhr. Mittwoch den 22. April l. I., 2 Uhr Mittags, Wolkengas se 17 Fortsetzung der Versteigerung des zur E. Schramm'scheu Concurs- maffe gehörigen Mobiliars, als Betten, tuobci einige ganz gute, Weißzeug, Küchen- schrank, Schränke, Spiegel, Tische, Stühle re. Hoffmann, 2791 Concursverwalter. Mittwoch den 22. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, s-ollen in der Flett'schen Hosraihe dahier 1 Pianino, 3 vollständige Betten, Tische, Kommoden, Kleiderschränke, 1 Regulator, 1 Secretär, 1 Spiegel, 1 Eon- solchen, 1 Stoßkarren, sowie 1 Pferd und eine Kuh meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. April 1885. Geißler, 2V76 Gerichtsvollzieher. Kornflroh und Kartoffeln sitrfauft [3023] Emil Lotz. Allgemeiner Anzeiger. Gngl. Tüll-Gardinen, Jute-Gardinen empfiehlt in reichhaltigster Auswahl zu enorm billigen Preisen 1S25 Ernst JBtodner. Digestiv - Bonbons • Zum Genuß nach Tisch, an* in A*affcr, Bein, Uiqurur», vastee a. i. w>. Kirfte trfTi|*nib, belrbrnb, «nrrgtnb, btfetbrrn die I t.uont, C^ldmbilbung, Viagensiiur», Wagrnbelchwerdkn, flb,000 War' auf gute Hnpotbek. Näheres bei der Erped. d- Dl z= vormals Ferdinand Heuer. Rossmarkt 1. Specialität Trauerwaaren. Abtheiluiig Seidenwaaren. 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