und >g, Nie ßt'ß Wagen Jftttbe 3 Herrn . 3ükgex flctrennt, tn Beding.- ufen. Simon, 8 32. tmes. cum breit, lijcheä Fabrikat, k. 6.30 bis Qualität. Blödner, iraße ftngen. $wä66«'; lKus§r (6en)im*I SW» Nr. 193. Freitag den 21. August 1685 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis L neßen. t SHurSraKr 7. Erscheint mit «vdNLhme drS Montes-. UkeiS vrerteliährlrch 2 Mark 20 Pf. mit BvinperUÄu. Durch bte Poft bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Amtlicher Tßeil. Bekanntmachung. In Folge Beurlaubung des Grobherzoglichen Districts-Einnehmers Rendanten Walther dahier ist die interimistische Verwaltung der Districts- Einnehmerei Gießen I dem Finanz-Aspiranten Leißler übertragen und derselbe bereits in den Dienst eingewiesen worden. Wir bringen dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 20. August 1885. Großherzogliches Rentgmt Gießen. S ch l i e p h a k e, Domänenrath. Politische Ueberficht. Gießen, 20. August. Graf Kalnoky, der österreichische Minister des Auswärtigen, ist erst am Sonntag Abend von Varzin wieder in Berlin eingetroffen, von wo er, ohne irgend einer officiellen Persönlichkeit einen Besuch abzustatten, sich nach dreistündigem Aufenthalte direct nach Wien zurückbegab. Gras Kalnoky hat demnach vier Tage aus dem ponuner'schen Landgute des Fürsten Bismarck zugebracht, und dieser lange Besuch läßt darauf schließen, daß die Fragen, welche den österreichischen Minister nach Varzin geführt haben, zwischen ihm und dem leitenden Staatsmann des deutschen Reiches sehr eingehend erörtert worden sind. Wie man jetzt ersährt, hat die Frage, welche Stellung Oesterreich'Ungarn den deutschen Getreidezöllen gegenüber einnehmen wird, den Hauptgegenstand der Verhandlungen gebildet. Das innige politische Verhältniß, in welchem die österreichisch-ungarische Monarchie zu Deutschland steht, hat schon längst den Gedanken nahe gelegt, beide Reiche auch in handelspolitischer Beziehung einander zu nähern und zumal jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle hat man ganz ernstlich ein deutsch-österreichisches Zollbündniß vorgeschlagen; freilich konnte man hierbei namentlich in ungarischen Blättern der versteckten Drohung begegnen, daß, wenn Deutschland hierauf nicht eingehe, Oesterreich-Ungarn den Zollkrieg gegen seinen politischen Verbündeten proklamiren werde. Der Gedanke, das rein politische Bündniß zwischen Deutschland und Oesterreich auch möglichst auf das Gebiet der Zoll- und Handelspolitik auszudehnen, hat allerdings manches für sich, anderseits stehen dem aber auch schwerwiegende Bedenken entgegen, die besonders in dem verschiedenen Zoll- und Steuersystem beider Staaten wurzeln. Jedenfalls hat der Besuch des österreichischen Staatsmannes beim deutschen Reichskanzler den Hauptzweck gehabt, eine Einigung zwischen den beiden Reichen auch in handelspolitischer Beziehung anzubahnen und man kann nur hoffen, daß jetzt in Varzin wenigstens der Anfang zu dieser Verständigung erreicht worden ist. Im Weiteren wird natürlich die gegenwärtige Gesammtlage der europäischen Politik unter specieller Bezugnahme aus die bevorstehende Monarchen- Begegnung in Kremsier bei den Varziner Minister-Conferenzen mit zur Erörterung gelangt sein; was aber hierbei die beiden Staatsmänner mit einander vereinbart haben mögen, muß vorläufig in das Gebiet müßiger Combinationen verwiesen werden. Im Lustgarten zu Potsdam hat am Dienstag die feierliche Enthüllung des Denkmals Friedrich Wilhelms I., welche bereits in diesem Frühjahr vor sich gehen sollte, aber wegen des damaligen Unwohlseins des Kaisers verschoben werden mußte, stattgesunden. Die Feier war mit einer Parade der Potsdamer Garnison verbunden. In den Verhandlungen zwischen Deutschland und Spa- nien, welche durch die deutscherseits erfolgte Besetzung einer oder mehrerer Inseln der Karolinen-Gruppe hervorgerusen worden sind, ist noch kein Resultat zu verzeichnen. Spanischerseits widerspricht man der Behauptung, daß Spanien seine Besitzansprüche auf die Kolonieen niemals geltend gemacht habe, auf das Entschiedenste; im Uebrigen sind die spanischen Blätter der Meinung, daß Deutschland die Besetzung wieder rückgängig machen werde. In Oesterreich richten sich die Blicke mehr und mehr auf die bevorstehende Begegnung zwischen dem österreichischen und dem russischen Herrscher in Kremsier, durch welche das mährische Landstädtchen, gleich Gastein, einen historischen Namen erhalten wird. Nachdem die Angaben über die Zeit der Zusammenkunft lange geschwankt, scheint nun doch festzustehen, daß dieselbe am 24. August erfolgt, so daß die ursprünglichen Meldungen der Wiener Blätter hierüber ihre Bestätigung finden würden. In Kremsier selbst sind bereits alle Vorbereitungen zu einem würdigen Empfange der beiden Kaiserpaare getroffen, ebenso haben alle Beamten auf den österreichischen Eisenbahn-Stationen, welche die russischen Majestäten passiren werden, die strictesten Verhaltungs-Maßregeln erhalten. Kaiser Franz Josef und die Kaiserin Elisabeth werden einige Stunden vor den russischen. Gästen in Kremsier erwartet. Das Eintreffen des „Bayard" mit der Leiche des Admirals Ceurbet an Bord wird demnächst den Franzosen Gelegenheit zu einer aber- maligen patriotischen Demonstration geben. Bestimmt läßt sich aber noch nicht sagen, wann das genannte französische Panzerschiff in Toulon anlangen wird, da es unterwegs eine leichte Havarie erlitten hat. Die Verhandlungen, welche jüngst zu Como zwischen den Vertretern der Schweiz und denen Italiens gepflogen worben sind und welche bezweckten, eine Einigung bezüglich der zwischen beiden Staaten schwebenden Zoll- Differenzen herbeizuführen, sind resultatlos verlaufen. Es spricht dies gerade nicht sehr für die schweizerisch-italienischen Beziehungen und die Commentare, welche die schweizerischen Blätter den beendigten Verhandlungen widmen, klingen für Italien nicht sehr schmeichelhaft. Die italienischerseits an der schweizerischen Grenze bislang ausgeübten Zollplackereien werden nunmehr wohl ihren Fortgang nehmen, ja vielleicht noch eine Verstärkung erfahren und dem gegenüber wird sich jedenfalls auch die Eidgenoffenschaft veranlaßt fühlen, andere Saiten aufzuziehen. In dem unter französischem „Protectorat" stehenden hinterindischen Königreiche Cambodscha wird die Ruhe noch immer durch Rebellenbanden gestört und dadurch werden auch die benachbarten eigentlichen französischen Besitzungen ebenfalls immer wieder beunruhigt. Hierauf sind nun auch die neulichen Christenmaffacres in Cochinchina und Anam zurückzuführen und die hierdurch in jenen Gebieten hervorgerufene Bewegung zieht noch immer ihre Kreise. Die „Propaganda ticke« in Rom hat von dem apostolischen Vicar in Cambodscha, Cordier, Berichte erhalten, welche die Meldungen des Generals Courcy über die Niedermetzelung von Missionären und Christen in Cambodscha bestätigen. Die Christen, welche den schwersten Verfolgungen ausgesetzt sind, flüchten allgemein nach Punkten, die ihnen Sicherheit gewähren. Das gesammte brasilianische Cabinet hat wegen der fortgesetzten Opposition, die ihm von der Majorität der Deputirtenkammer gemacht wird, seine Entlastung eingereicht. Darmstadt, 17. August. Die Nr. VIII des „Amtsblattes" des Großh. Oberconsistoriums enthält ein Ausschreiben, betreffend die kirchlichen Nachrichten aus dem Jahre 1884. (Schluß.) Beschäftigung mit der kirchlichen Ortsgeschichte, die ganz von selbst zur Berücksichtigung auch der Landesgeschichte und besonders der kirchlichen Landesgeschichte führt, wird dem Geistlichen auch in seinem Amte unmittelbar zu Gute kommen. Ein solcher, dem die alten Steine seiner Kirche, die Wege und Stege, die Namen und Gebräuche seiner Landschaft ihre Geschichte zu erzählen beginnen, wird auch seiner Gemeinde etwas zu erzählen misten und an den Hin- weis aus örtliche Ereignisse der Vergangenheit fruchtbare Ermahnungen für das Heranwachsende Geschlecht knüpfen können. Ein geschichtliches Gemeindebewußtsein, welches von großen und umfassenden Gesichtspunkten aus auch das Kleinste und Unbedeutendste umfaßt und ein damit verbundener edler patriotischer und confessioneller Stolz ist nach dem Gange unserer deutschen Entwickelung erst im Werden; an seiner Entwickelung mitzuarbeiten, ist Ausgabe auch der Geistlichkeit, die noch immer unter den Trägern idealer Strömungen nicht hintan gestanden hat. In der Pflege der localen Kirchengeschichte, der Geschichte der christlichen Vorzeit unseres Landes scheint uns auch ein Mittel zu liegen zur Belebung der kirchlichen Feste und Feierlichkeiten, die ja in erfreulicher Ausbreitung begriffen sind, und an deren volkstümlicher Gestaltung man mit Geschick arbeitet. Wenn bei Gustav-Adolfs-Festen, bei Missions-Festen auch die Evangeli- sations- und Missionsgeschichte des eigenen Landes, Der Heimath und des Ortes gedacht würde, wenn man das Wachsthum des Reiches Gottes und die Gesetze seiner Ausbreitung immer mehr an concreten Bildern veranschaulichte, statt abstracte Wahrheiten zu erörtern, wenn man immer mehr die Thaten und Thatsachen, die lebendigen Persönlichkeiten sprechen ließe, wenn die gerade wunderbare Fülle der unmittelbaren Vergangenheit und der Gegenwart an Beispielen edelster Hingebung auf dem kirchlich religiösen wie auch aus dem ost so eng damit verbundenen nationalen Gebiet ausreichend berücksichtigt würde, dann dürfte die im Zuge befindliche Belebung des deutsch-evangelischen und deutschnationalen Sinnes dadurch eine wirksame Unterstützung finden. Die Förderung dieser hoffnungsreichen Entwickelung gehört gewiß zu den Ausgaben der Geistlichkeit, die berufen ist, das Erbe Martin Luthers zu verwalten. Den speciellen Nachrichten aus den einzelnen Großh. Superintendenturen entnehmen wir, und zwar aus der Superintendentur Gießen: Einge- weiht wurden die restaurirten Kirchen in Landenhausen, Dirlammen, Grebenhain, Nieder-Moos, Höchst a. N., die Kapelle in Ilbenstadt, die neue Orgel in Veits- berg, die neuen Glocken in Vilbel. Dekanats-Synoden wurden gehalten für das Dekanat Gießen am 21. Juli, Alsfeld am 27. August, Büdingen am 1. October, Friedberg am 9. Juli, Grünberg am 30. September, Hungen am 17. September , Lauterbach am 27. August, Nidda am 30. September, Rodheim am 20. August, Schotten am 30. September- Kirchenvisitationen fanden statt: in. WchW M dem 1. Sep iv. iRarfjtrag jUm ©ntertanf zur Ein lieber dessen Inh banb§töeblttontn r Meßen, den 17. --Großherzoa «'M 3«m d-uGn W i, Ist der N geben worden, lieber dessen "'ffi-fCt«"« S frniDcv °ns Großvater von» Berlin, t? gelegen^ einem hie täglii dWiM.1* dik ltklg t*i Leitung eine mmi Schlosse Läufst swahl oom Hotel b indem sie zunächst t mitten im Rheinfall Inbiuig Hanen, un Rheinfalles. Der c! Harbenseuer und da Farbenpracht etwa r daß diese Feuer fas l'anffeii auf der Sp spiel ähnlich wie schloß in einem bi spiel, das immerhir erweckt. Villach, V Förderlach ein gra stießen hinter der trmnmrrt und üb rechtzeitig durch A - Mit is den Jahrbüchern jüngst in ritusvil «chieserstein getrii in bitfm ■ blid/idi anhwrtitc „■$'e zur Conso »«uns.her Flur ?.°»s-uberg lt,t™ Wb Lieferu *• ®*Weit ‘j'^ort i S'S»o, •i >. s L.:,Z »eten »jh‘,c9en »llen. “‘äetmeif Ms Darmstadt, 18. August. sBepflanzung der Kreisstraßen mit Obstbäumen.j Das Großh. £trci§amt Darmstadt hat an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises ein die Bepflanzung der Kreisstraßen mit Obstbäumcn betreffendes Ausschrcibcn erlassen, welches auch für andere Kreise von Beachtung ist und in dem es u. a. heißt: Nachdem sich der Kreisausschuß im Princip damit einverstanden erklärt hat, daß den Gemeinden innerhalb ihrer Gemarkungen die Bepflanzung der Kreisstraßen mit Obstbäumen und die Abnutzung und Unterhaltung dieser zu überlassen sei, so beauftragen wir diejenigen von Ihnen, deren Gemarkungen von Kreisstraßen berührt werden, alsbald mit Ihren resp. Gcmeinderäthen über die Frage in Berathung zu treten, inwieweit im Herbst l. I. die Kreisstraßen in betreffenden Gemarkungen mit Obstbäumen der einen oder anderen Gattung bepflanzt werden sollen. Wir können nicht dringend genug wünschen, daß Sie diesem Gegenstand, wie überhaupt der Anpflanzung von Obstbäumen an allen dazu noch geeigneten Stellen Ihrer Gemarkungen Ihr lebhaftes Interesse widmen und Ihren ganzen Einfluß aufbieten, um Ihre Gemeinderäthe zu möglichst weitgehenden Beschlüssen in dieser Richtung zu bestimmen. Da der Herbst bie günstigste Pflanzzeit, namentlich für Kernobst ist und es überdies rathsam erscheint, die Bestellungen und Ankäufe in den Baumschulen möglichst fruhzettrg zu machen, so -empfehlen wir Ihnen, die Verhandlungen nicht anstehen zu lassen, uns vielmehr ; längstens in 14 Tagen über deren Ergebniß Bericht zu erstatten. Wir sind auf Wunsch Lokales. Götzen, 20. August. Gestern Abend war der Raufteufel wieder in verschiedene Seelen unserer jetzt sehr ruhigen Stadt gefahren; in der Schulstraße fanden Rauf - händel zwischen Bäcker- und Metzgergesellen statt und in der Ludwigssttaße spielte sich eine solenne Holzerei ab. — Heute Morgen wurde der Fuhrmann des Tonnenwagens beim Abholen der Tonnen am Bernhardt'schen Hause in der Neustadt von einer von dem Weiß- bindergeiüst vom 3. Stockwerk herabfallende!! Bohle am Kopfe derart aetroffen, daß er bewußtlos in die Klinik verbracht werden mußte. Wen die Schuld des Unglücksfalles trifft, sowie die Art der Verletzung kann noch nicht mitgetheilt werden. — Wie aus dem Jnseratentheile zu ersehen, veranstaltet auf vielseitiges Verlangen der „Zitherkranz" nächsten Sonntag ein Eoncert in dein vom Veteranen-Verein zur Gravelottefeier festlich decorirten großen Saale des Cafö Leib, worauf wir hiermit aufmerksam machen wollen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorresporrdenz-Brrrea«. Berlin, 19. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist ermächtigt zu erklären, daß die Meldung von der bevorstehenden Ernennung des Generals Albedyll zum mmiste^der^Begrund^ ständige Commission der Berliner Kaufmannschaft, einigten sich über ein den Delegierten des Telegraphen,-Congresses m der Börse zu gebendes Fest, welches zu Anfang September stattfinden soll. — Dem „Reichsanzeiger" zufolge werden die Entschädigungen für die durch -as Bombardement von Alexandrien verursachten Schaden voll, aber ohne Verzugszinsen ausbezahlt. Die Verifieation der Jndemnitats-Titres hat begonnen; zuerst werden die Titres der Eingeborenen, hierauf die Titres der, Europäer: m französischer alphabetischer Reihenfolge der Nationalitäten geprüft. (Sofort nach der Prüfung der einzelnen Titres erhält der Inhaber eine auf Sicht zahlbare Anweisung, welche bei der Schuldeukasse selbst, dem Credit Lyonnais und der anglo-eayptischen Bank in Alexandrien einlösbar ist. Die deutschen Reichsangehörigen sind aus den 13. August zur Einreic^ng^der^Trit^es^el^laden^ Kreuzerfregatte „Bismarck" am heutige!, ~Ö0C 2>ie 93eriammlung ber deutschen Ingenieure, deren Theilnchmerzahl gestern auf 369 gestiegen war, ist heute nach einem 'Vortrag non Martens (Berlin) über neuere Festigkeits-Prufungsmaschinen geschlossen worden.^ Für heute Siachmtttag ist eine Besichtigung der Maschmenbauanstalten des „Vulkan und für heute Abend eine Corsosahrt auf der Oder, an welcher 31 Dampfer thellnehmen, foroie eine festliche Beleuchtung der Oderufer in Aussicht genommen. Morgen soll eine Vergnügungsfahrt nach Swinemünde und Heringsdors unternommen werden. Hamburg, 18. August. Der Eongreß für Reform und Codification des Völker recdts bejahte mit 24 gegen 17 Stimmen die Frage: Soll dem Rheder verboten werden, sich freizuzeichrien von der Verantwortlichkeit für die dtachlassigkeit der Besatzung bei dlavigirung der Schiffe, und bejahte mit 24 gegen 7 Stimmen die ftraar Soll dem Rheder gestattet sein, sich freizuzeichnen von der Verantwortung sur einen Irrthum der Besatzung bei Navigirung des Schiffes. Die weitere Redaction dieser' Fragen wurden vorbehalten. Der Eongreß nahm nut 24 gegen 7 Stimmen die Resolution Annecke (Berlin) an, dahin zu wirken, daß, wie m den meisten anderen Seehandelsstaaten, auch in Großbritannien bei Verlust ober Beschädigung der Frachtgüter die Beschränkung der Haftbarkeit der Rheder auf das Schiff und die Fracht zum Rechtsgrundsatz$erobeii^roe Beglückwünschung des Kaisers zu seinem Geburtstage trafen gestern der König von Dänemark und der König von Griechenland hier em, dieselben nahmen an dem Familiendiner beim Kaiser Theil und kehrten nach demselben nach .^August. Dem „Standard" zufolge stände in einigen Tagen eine wichtige Mittheilung des Petersburger Cadinets in der Zulficarfrage zu erwarten, der ruKifAen Regierung sei über den streitigen District nunmehr die erwartete detaillirte topographische Information zugegangen, welche neues Licht über den Gegenstand verbreite und die russische Regierung in den Stand setze,.ihre Vorschläge tn eine Wbise zu modificiren, welche hoffentlich zu einer schleunigen Losung der Differenz ^"h^" Marseille, 19. August. Die Zahl der heute an der' Cholera Gestorbenen betragt 23^ £oulon xam ein Cholera-Todesfall im Marinehospital vor. Toulon, 19. August. Hier sind in den letzten Tagen 8 choloraverdachtige Erkrankungen vorgekommen, darunter 6 bei dem Militär. Lissabon, 19. August. Die diplomatischen Schriftstücke zur Ratification des Congoverlrags zwischen Portugal und der Internationalen Afrikanischen Association wurden^nn^tauscht.^ August. Gladstone ist gestern Abend in Bergen ein- getioffcm^, August. Zwei russische Kriegsschiffe find auf der Reise nach Wladi- ivostock^lm^nng^trosm^cm „Bosphore Egyptien" zufolge soll der Minifterrath ani 14 dss. Mts. beschlossen haben, nach der Ankunft Drummond-Wolff's ein Pro- tecterat zu beantragen. Eine Zustimmungsliste habe zur Sammlung von Unterschriften circulirt, doch finde dieselbe aus religiösen Motiven Widerstand. Schläge 2C. ausarten. , , ri , „ . . , . , Wird indesseii demnächst etwa thätlicher Widerstand geleistet, z. B. dadurck), daß sich die Schuldigen den Beamten entgeaenfteinine» (— was von dem bloßen Stehenbleiben wohl zu unterscheiden ist —) oder sich an Gegenständen festhalten oder den Beamten fortzudrängen suchen, oder gar denselben thätlich angreifen ober in gefahr- lichcr Weise mit thätlicher Rrißhandlung bedrohen, so sind, falls die eigene Körperkraft des Beamten zur Bewältigung dieses Widerstandes nicht ausreicht, die Schuldigen ernstlich darauf aufmerksam zu machen, daß sie nunmehr, sofern nicht vom thätlichen Widerstande abgelassen und gutwillig Folge geleistet würde, mit der Waste dazu ge- nöthigt werden müßten. p „ . . . .... , . , Diese Aufforderung ist, soweit nach Lage der Umstände irgend möglich, mehrsach mit deutlicher' lauter Stimme zu wiederholen und dabei selbstverständlich, wie ich wiederholt hervorhebe, den Schuldigen die erforderliche Frist zur Ausführung zu lassen Bleibt auch diese Aufforderung dennoch erfolglos, so ist gegen die Schuldigen — aber auch nur gegen diese, nicht etwa gegen solche, deren Betheiligung am Widerstände nicht völlig zweifellos ist, — von der Waffe und zwar auch hier wieder zunächst von der weniger gefährlichen, bis zur Niederwerfimg des Widerstandes, ober nur dis zur Erreichung dieses Resultats, Gebrauch zu machen, wobei schwerere Verletzungen, als zur Erreichung des Zweckes unbedingt erforderlich sind, nicht vorkommeii dürfen. Möglichste Schonung der Schuldigen ist hiernach in jedem Augenblicke grundsätzlich zu beobachten und das schärfere Mittel zur Herstellung der Ordnung immer erst bann aiuuroenben, wenn bas schwächere vergeblich versucht ist. ... , Unter keinen Umftänben bars sich ber Beamte aber etwa durch fpottende Worte oder Geberden oder gar, wo es sich um Ausschreitungen politischen Charakters handelt, durch die häufig entstellenden oder verunglimpfenden Berichte der öffentlichen Blätter reizen lassen, größere Härte anzuwenden, als nach Dtaßgabe ber sachlichen Renitenz der betreffenden Schuldigen unbedingt erforderlich ist. Würde doch eine jede derartige Unbesonnenheit eine willkommene Grundlage für neue abfällige Kritik der Staatseinrichtungen bieten und den letzteren selbst in ben Augen des Publikums schaden. Im Uebrigen mögen die Beamten bedenken, daß ihre Stellung im Dienste Sr. Majestät des Kaisers und Königs zu hoch und ehrenvoll ist, als daß Anfeindungen der oben bezeichneten Art bis zu ihr hinanreichen könnten. Ebenso dürfen die Beamten versichert sein, daß ihre vorgesetzte Behörde auf ihre Anzeige hin ihnen ausreichende Genugthuung verschaffen wird, wo das dienstliche Interesse eine solche nothwendig resp. wünschenswerth machen sollte. Die obigen Vorschriften gelten selbstverständlich nur insoweit, als ein Beamter selbstständig zu handeln hat. Wird ihm dagegen von einem Vorgesetzten der Befehl ertheilt, Gewalt anzuwenden oder die Waffen zu gebrauchen, so Hot er denselben unbedingt anszuführen und ist für diese Ausführung nicht verantwortlich — gleichviel ob der Befehl durch die Umstände gerechtfertigt war oder nicht. Für die unberechtigte Ueberschreitung des gegebenen Befehls haftet er dagegen in vollem Umfange. Gegen Beamte, welche den obigen Vorschriften zuwider mit ungerechtfertigter Gewaltsamkeit verfahren sollten, werde ich mit aller Strenge der Disciplin einfd)reitenr in gleicher Weise aber auch diejenigen zur Rechenschaft ziehen, welche es etwa unterlassen sollten, gegebenen Falles ihren Anordnungen oder denjenigen ihrer Vorgesetzten den erforderlichen Nachdruck zu geben. Die königliche Schutzmannschaft darf niemals vor unberechtfertigtem Widerstände zurückweichen, sondern hat denselben in allen Fällen zu bezivingen und im äußersten Nothfalle, — wie oben erörtert, — aber auch nur, wenn dieser Fall üorüegtr mit der Waffe niederzuschlagen oder aber in Erfüllung ihrer Pflicht zu unterliegen. Jeder Executiv-Beamte erhält ein Exemplar dieses Befehls und hat dasselbe aufzubewahren. Soden (im Taunus), 17. August. Eine soeben von Berlin eingelaufene Depesche meldet den Tod von Dr. Thilenius, unseres langjährigen Abgeordneten. München, 16. August. Das hiesige Löwenbräu - Bier hat auf der Welt- Ausstellung in Antwerpen die höchste Auszeichnung (Ehrendiplom) erhalten. — lieber den Landaufenthalt des Grafen Moltke theilt die „Rordd. Allg. Ztg." folgende interessante Einzelheiten mit: General - Feldmarschall Graf Moltke, welcher während seines Urlaubs den Waffenrock mit Civilanzug vertauscht hat, widmet sich auf seiner Besitzung Creisau fast ausschließlich der Landwirthschaft. Des Morgens steht er regelmäßig kurz nach 6 Uhr auf, nimmt seinen Kaffee ein und macht dann durch den Park einen Spaziergang nach seinem Lieblingsaufenthalte, dem Capellenberge, auf dem sich die in Capellenform erbauten Begräbnißstätten seiner Gemahlin und seiner Schwester, der Frau v. Burt befinden, die je in einem Zinksarge ruhen, der auf einem Marmorsockel steht. Neben beiden will auch der Feldmarschall dereinst beigesetzt fein. Ein dunkler Marmorsockel bezeichnet die Stelle, an welcher der Sarg mit den Gebeinen des großen Denkers stehen soll. Diese geweihte Stelle liegt mitten im Park und ist von Bäumen umgeben, die der Feldmarschall mit eigener Hand gepflanzt hat. Es sind Lindenbäume, die alle gleich gewachsen und auf deren Pflege Gras Moltke seinen ganzen Stolz setzt. Trifft Besuch im Schloß ein, so macht es dem Schloßherrn eine ganz besondere Freude, seine Gäste an diesen Platz zu führen und ihnen die Früchte seiner gärtnerischen Kunst zu zeigen. Auch der König und die Königin von Sachsen, welche vor wenigen Wochen ben Feldmarfchall unvermuthet mit gern bereit, Ihnen sachverständigen Rath über die Wahl der geeigneten, insbesondere der von ber Obstbansection des hiesigen Garteiibanvereins empfohlenen Sorten und über die besten Bezugsquellen zu vermitteln, bemerken aber, daß Pflanzungen an Kreis- firaßen im Einvernehmen mit dem Kreisausschuß und unter ber Uederwachung des Kreistechnikers auszusühren sind." — sSchuhmannschast und Publikum.) Dem „Franks. Iourn." wird nachfolgender Tagesbefehl des Königl. Polizeipräsidiums an die unterstellten Beamten d. d. 12. August mitgetheilt: t . . . , , „Die bedauerlichen Vorgänge auf dem Friedhose bei Gelegenheit ber anv 22. v. M. stattgehabten Bcerbigung bes Socialbemokraten Hiller veranlassen mich, ben Herren Polizei-Commissarien und der Schuymannschaft Folgendes in Erinnerung zu bringen: . ... „ „ Eine wesentliche Aufgabe des Königlichen Polizei-Pranbiums und seiner Exeeutiv- Beamten besteht darin, den berechtigten Interessen der Bürger- und Einwohnerschaft nützlich zu fein. Diese Ausgabe wird die Schutzmannschast nur dann richtig erfüllen, wenn die Beamten Jedermann zu helfen bereit, alle Zeit zuvorkommend, höflich, ruhig und gelassen sind, — wie dies der Herr Polizeipräsident v. Hergenhahn einem leben neu eintretenden Schutzmann, unter Hinweis auf die ihm eingehändigte Dienst-Iu- ftruction, auch mündlich noch mit allem Nachdruck anbefiehlt und seither bet jeder geeigneten Gelegenheit eingeschärft hat. Tie vorgedachten Eigenschaften haben die Beamten ganz besonders unter schwierigen Verhältnissen zu bewahren, namentlich auch in dem Falle, daß ein ober mehrere Personen es unterlassen sollten, einer gesetzlichen Vorschrift oder behördlichen Anordnung oder der von einem Executiv-Beamten innerhalb seiner Befugnisse ausgesprochenen Aufforderung nachzukommen. Es wird bann im Interesse der öffentlichen Ordnung der Regel nach erforderlich fein, daß nicht nur die Schuldigen zur Bestrafung gelangen, sondern auch, baß die verletzte Vorschrift oder Anordnung thatsächlich durchgeführt werde. . In welcher Weise die Bestrafung herbeizuführen, insbesondere die Person des Thäters festzustellen und in welchen Fällen mit vorläufiger Festnahme vorzugeben, ist in der „Dienst-Anweisung für die Königliche Schiitzmannfchaft vom 15. Januar 1884' genau bestimmt. Bei thätlichem Wiederstande ist die vorläufige Festnahme unter allen Umständen vor Anwendung doii Waffengewalt zu versuchen. Um der verletzten Vorschrift rc. thatsächliche Geltung zu verschaffen, hat Der Executivbeamte in folgender Weise zu verfahren: Er hat zunächst die schuldigen Personen in höflicher und gelassener, zugleich aber bestimmter Form auf die betreffende Vorschrift rc. aufmerksam zu machen und sie um Befolgung derselben zu ersuchen und erst, wenn die absichtliche Renitenz klar hervortritt, — also insbesondere seiner Aufforderung trotz mehrfacher Wiederholung nicht Genüge geleistet wird, den betreffenden Personen zu erklären, daß er bei fortgesetztem Ungehorsam genöthigt sein werde, Gewalt anzuwenden. Im Falle eines „Auflaufs" im Sinne deö § H6 R.-Str.-G.-B. hat diese Aufforderung unbedingt mindestens drei Mal, in entsprechenden Pausen, zu erfolgen und ist den Versammelten nach der dritten Aufforderung genügende Zeit zum Auselnander- gehen zu lassen. Muß sodann Gewalt angewendet werden, so hat sich dieselbe auf die direkte Erzwingung - z. B. je nach Lage der Umstände durch Fortdrangeu Aushalten rc. der Schuldigen — zu beschränken und darf keinesfalls in Mißhandlungen, «SS*» »ÄS k(™»4ung £ isfts! «ÄS ! 1 ^innerung Ä?.^"erichast ib h J ruhig t,'-m i,bl" % Dlenst-)n, !^her bei jeder asten haben die ! ,7 " namentlich "en, einer gesek- 1 «v-Beamten N ersorderlich 1 auch, daß die die Person des I . vorzugehen, ist r. Januar 1884" hme unter allen chaffen, hat her attener, zugleich J machen und sie tenitenz tlax hex-. kbnWntz nicht r bei ioxtgeschem ? B. hat diese Aus- s , zu erfolgen und zum Auscinander- il sich dieselbe auf Zortdrängen, Aus- .. n Mißhandlungen, z. B. dadurch, daß :m bloßen Stehen- esthalten oder den en oder in gesähr- eigene Kbrperkrasi ht, die Schuldigen icht vom thätlichen er Waffe dazu ge- inößlid), mebriad) d), wie ich wieher lg zu lassen. i die SchutdiM gung am Mber- er roiebex Ma^ >L, aber nur xexe Verlchungen, • ovfommen dürfen, fe grundsählich ju immer erst dann ■d) spottende Worte Charakters handelt, öffentlichen Blatter fachlichen Remtenz 3 eine jedt-derartlgc ipitik der Ztaatsein- kums schaden. : ung ini Dienste ^r. ; daß Anfeindungen - dürfen die Beain en t ihnen auswcheck .lche nothwendrg rctp- SKI ll>0rtllch A,*rjnt( dür die unberechM " Äf«1* Ss «f4t,ttwZ $? :>*>•» «erlin cingelaut^ SlSti oerwti SLS§ *«*Sw*. W ihrem Besuch überraschten, haben hier gcweilr und voll freudiger Bewunderung den Erzählungen und Erläuterungen des Feldmarschalls gelauscht. Neben dem Eapellen- berge steht das vom Grafen auf seine eigenen Kosten errichtete Kriegerdenkmal, das in Pvramidenform auf einem Sandsteinsockel ruht. Auf diesen Ntorgenspaziergängen geht Graf Moltke aber niemals ohne Gartenscheere und Säge; bald ist es ein kleiner j^roeig, der sich zu weit vorgeivagt hat und unter der Schecre fällt, bald ein trockener Ast, welcher das Auge beleidigt hat. Die Bäume sind, wie der Besitzer seinen Gästen erzählt, aus aller Herren Ländern hierher verpflanzt, unter ihnen Blutbuchen und Blutbirken in den seltensten Exemplaren, die verschiedenartigsten Lärchenbäume, mehrerlei Fichten n. a. m. Tie Wege durch den Park sind mit den Büsten des Kaisers und des Kronprinzen geziert. Nach dem zweiten Frühstück beaufsichtigt Moltke die arbeitenden Leute, denn wenn auch sein Weffe Verwalter der Herrschaft ist, so gibt der Besitzer bei seiner jedesmaligen Anwesenheit stets selbst die Befehle zur Ausführung der ländlichen Arbeiten. Nach dem Mahle wird um 6 Uhr angespannt und eine längere Fahrt durch das Feld gemacht; den Abend widmet Moltke ausschließlich seinen Angehörigen, von denen auch der Hauptmann v. Moltke vom großen Generalstabe mit seiner Gemahlin, einer geborenen Schwedin, gegenwärtig in Ereisau zum Besuche weilt. Für die Erziehung der ländlichen Jugend ist der Graf ganz besonders bedacht und hat außer der Torfschule noch eine Spielschule für Kinder von zwei bis sechs Jahren errichtet, welche eine Dame aus dem Diakonissenhause in Schweidnitz leitet. Frankfurt a. M., 18. August. Eine interessante Verlobung hat dieser Woche in der kleinen Fischergasse stattgefunden. Eine daselbst wohnhafte 65 Jahre alte vcr- wittwetc kinderlose Hausbesitzerin verlobte sich mit einem verwittweten 71jährigen Porte- feuillcr aus Offenbach, Vater von 9 Kindern, welche sämmtlich oerheirathet sind, und Großvater von 48 Enkeln. Berlin, 18. August. Gestern Abend flog ein zwischen Neinickcndorf und Tegel gelegenes, einem hiesiacn Feuerwerker gehöriges Laboratorium in die Luft. Ein Arbeiter ist getödlel, Drei wuroen schwer verletzt. — Der Nheinfall bei Schaffhausen wird jetzt, der „Eonst. Ztg." zufolge, tagtäglich eleetrisch beleuchtet. JnZ>er Regel kurz vor 10 Uhr, ohne Rücksichtnahme auf die Witterung, steigt im Hotel Schweizerhof als Signal für den Dirigenten der elec- trischen Leitung eine Rakete auf. Die Erwiderung dieses Signalschusses erfolgt sofort vom Schlosse Lausfen in Gestalt eines feurigen Geschosses, Tann nochmals ein Feuerstrahl vom Hotel Schweizerhof und die electrischen Drähte beginnen ihre Thätigkeit, indem sie zunächst eine Anzahl von Raketen entzünden, die, versteckt auf den Felsen mitten im Rheinfall, auf beiden Seiten desselben und beim Schlosse Laufen ihrer Entladung harren. Unmittelbar nach diesem Bombardement beginnt die Beleuchtung des Rheinfalles. Der electrische Strom entzündet auf einen Schlag etwa 12 schlummernde Farbenseuer und das Auge des staunenden Zuschauers wird durch deren stets wechselnde Farbenpracht etwa 2 Minuten lang in Bewunderung und in Entzücken verseht, ^aum daß diese Feuer fast gemeinsam erlöschen, so steht auch schon urplötzlich das Schloß Lausfen auf der Spitze des Bergkegels taghell erleuchtet und es wechselt das Farben- sviel ähnlich wie bei der Beleuchtung des tobenden Wasserfalles, bis zuletzt das Schloß in einem durchdringenden feurigen Roth erglänzt. Damit schließt das Schauspiel, das immerhin zehn Minuten hindurch allgemeines Staunen und Bewunderung erweckt. Villach, 16. August. Um 8 Uhr früh ereignete sich zwischen Villach und Förderlach ein großes Eisenbahnunglück. Zwei Lastzüge mit doppelten Loeomotiven stießen hinter der Draubrücke aufeinander. Vierzig Waggons wurden gänzlich zertrümmert und über die Böschung herabgeschleudert. Das Zugpersonal konnte sich rechtzeitig durch Abspringen retten und kam mit leichten Verletzungen davon. — sEin Petroleumstrom.] Eines der außerordentlichsten Ereignisse, die je in den Jahrbüchern des Oellaudes (Pennsylvanien) verzeichnet wurden, ereignete sich jungst in Titusville. Ter Armstrongbrunnen war durch eine sehr t/ockene Lage von Schieferstein getrieben worden, als seine Eigenthümcr die Idee hatten, eine Sprengung in diesem Schacht zu versuchen und 50 Quart Nitroglycerin darin verbrannten. Augenblicklich antwortete der Schacht auf die Explosion mit einer riesigen Oelsäule, die sich über die Böschung des Brunnens ergoß und einen ganzen Oclstrom bildete, der eine zcitlang nutzlos in den Sand floß. Bald aber dirigirte ihn ein Bataillon von Arbeitern in Behälter, in die er sich mit einem Erträglich von 9000 Barrells per Tag ergießt, eine Quantität, welche das günstigste bisher erzielte Erträgniß um 2300 Barrels überschreitet. Aus Schlesien, Mitte August. sGeständniß eines Mörders.j Vor ungefähr 30 Jahren wurde in der Nähe von Primkenau cm Handelsmann aus der Gegend von Löwenberg erschlagen und beraubt gefunden. Trotz der umfassendsten Recherchen vermochte man dem Thäter nicht auf die Spur zu kommen. Jetzt hat das Gewissen den Mörder getrieben, seine Untbat zu gestehen. Kurz vor dem Tode hat nämlich der Armenhäusler Herrmann in Wolfersdorf bei Primkenau seinem Bruder das Gcständ- uiß gemacht, daß er jenen Mann mit der Art erschlagen und beraubt habe. Zn den letzten Jahren scheint er die Gewissensbisse dadurch bekämpft zu haben, daß er sich dem Trunk ergab. Seine schon früher verstorbene Frau, die Mitwisserin der unseligen That, hat die Last des bösen Gewissens auch nicht ertragen können. Sie verfiel dem Wahnsinn, in welchem Zustande sie allerdings aus den Mord bezügliche Aussagen gemacht haben soll; mit Rücksicht auf ihre Krankheit fanden dieselben indessen keine Beachtung. — Systematisch ist ein bayerischer Gauner zu Werk gegangen. Einem Bauern in Wankirchen stahl er ein Kummet, einem Bauern in Kauerloh ein Pferd; auf diesem ritt er nach Otterfing und stahl einen Fuhrwagen, fuhr mit dem nach Sauerbach, lud eine Klafter Holz aus, fuhr diese zum Verkauf nach München und wurde dort dingfest gemacht. — sEin ärztliches Honorar.j Ein interessanter Proceß ist kürzlich in Paris zwischen dem Homöpathen Dr. Anastasia Alvarez und der Herzogin von Medinaceli entschieden morden. Der Arzt hatte für eine Kur von der Herzogin ein Honorar von 600,000 Fr. verlangt und seinen Anspruch mit dem bekannten unermeßlichen Reichthum der Patientin begründet. Die Herzogin hatte die Forderung etwas phantastisch gefunden und der Arzt war zur Klage geschritten. Der Gerichtshof erkannte dem Kläger ein Honorar von 84,000 Fr. zu und legte ihm auch die Proeeßkosteir auf. Dieser Ausfall wird für Dr. Alvarez um so ärgerlicher fein, als die Herzogin von Medinaceli, um dem Aufsehen erregenden Processe zu entgehen, ihm ein bedeutend höheres Honorar freiwillig angeboten hatte, als ihm gerichtlich zugesprochen wurde. Handel und Verkehr. — sZur BeacktungJ Mit dem 15. September d. I. verfallen die im Jahre 1871 zur Ausgabe gelangten Reichskassenscheine von 100 at Limburg, 19. August. Rother Weizen at 1465, weißer Weizen at 00 00, Korn at 11.00, Gerste at 000, Hafer at 7.50, Kartoffeln ä 100 Pfund at 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 00.00. Frankfurt, 19. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu at 2.50—3.00, Stroh at 1.70—2.10, Gier das Hundert at 4.20—5.00, Butter 1. Qualität at 1.10, 2. Qualität at 0.90, Kartoffeln per Malter at 5.00—6.00, Kohlrabi 3- 5 H pr. St-, Erbsen 0,50 Kg. 0.16—0.22 at-, Rothkraut pr. St. 25—30 Huhn^L 1.50—2.00, 1 Ente at 2.00—3.50, 1 Taube 40—60 H, Habn at 1.90—2.50, Gans at 5—10.00, Welsche at 5.00-10.00. Für die Abgebrannten in Appenrod gingen ferner bei uns ein : K. 3 at, St. 3 at, Kellner in Eafö Ebel 1 at Summa 7 at Jnsgesammt 15 at Weitere Gaben werden von der Exped. d. Bl. gerne entgegengenommen. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 20. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 139, Luft im Schatten 12°. L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Der Plan über die von Großherzoglichem Kreisamt Gießen genehmigten Baufluchtlinien für die Mäusburg und Waagengaffe liegt 14 Tage auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen. Gießen, den 19. August 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 5983 A. Heß, Beigeordneter. WerheWe Eisenbahnen. Mit dem 1. September er. aelangt der IV. Nachtrag zum Oberhessisch-Hessischen Gütertarif zur Einführung. lieber dessen Inhalt erteilen die Verbandsexpeditionen nähere Auskunft. Gießen, den 17. August 1885. 5969 _______Großherzogliche Direktion._______ OberWsche Eisenbahnen. Zum deutschen Eisenbahn - Gütertarif, Thcil I, ist der Nachtrag VIII herausgegeben worden. lieber dessen Inhalt ertheilen sämmt- liche Güterexpeditionen nähere Auskunft. Gießen, den 18. August 1885. 5982 ______Großherzogliche Direktion._______ Arbettsvergrbung. Die zur Consolidation und Drai- nirung der Flur VI. der Gemarkung Staufenberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, und zwar: veranfchl. zu 1. Grabenarbeit 204,50 a-L 2. Erdtranspott 154,45 „ 3. Erbauung zweier Durchlässe 249,25 at. 4. Herstellung vonDrain- gräbenund Zuwerfen 638,22 „ 5. Lieferung von Drainröhren 786,77 „ 6. Anfahren von Bahnhof Lollar 77,04 „ sollen Dienstag den 28. August, Vormittags 9 Uhr, auf dem Nathhaufe zu Staufenberg im Wege schriftlicher Submission vergeben werden. Kostenvoranschläge, Pläne und Bedingungen liegen auf der unterzeich- neten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Staufenberg, am 18. August 1885. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Vogel. 5975 In der Privalklagesache des Martin Scheel, Kaufmann von Gießen, vertreten durch Gr. Rechtsanwalt Steinberger dahier, Privatklägers, gegen den Kaufmann Ludwig Plank in Gießen, vertreten durch Gr. Rechtsanwalt Hirschhorn in Gießen, Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das Gr. Schöffengericht zu Gießen am 24. Juli 1885 für Recht erkannt : Angeklagter wird in eine Geldstrafe von zwanzig Mark, eventuell in vier Tage Haft und in die Kosten des Verfahrens, ttn- schließlich der dem Privatkläger erwachsenen nothwendigen Auslagen verurtheilt. Der Antrag auf Zuerkennung einer Buße wird zurückgewiesen. Zugleich wird dem Beleidigten die Befugniß zugesprochen, den entscheidenden Theil dieses Urtheils binnen 8 Tagen, von Zustellung an gerechnet, auf Kosten des Angeklagten im „Gießener Anzeiger" zu veröffentlichen. Die Nichtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Gießen, den 17. August 1885. (L. S.) Neidhart, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Für die Abschrift Steinberger, Rechtsanwalt- 5976 Neue Häringe per Stuck 6 5988 PH. Boh, Bahnhofstraße 11. 1 Bekanntmachung. Die Birnen und Frühäpfel von den Bäumen am Krofdorser-, Wiesecker- und alten Steinbacherweg, sowie 13 Lindenbäuwe (Schnittholz) und einige Haufen Reiflg von der Schoor an der Westanlage sollen Freitag den 21. ds. Mts., Nachmittags von 4 Uhr an, öffentlich versteigert werden. Die Zusainmenkunft ist auf der Lahnbrücke. Gießen, den 20. August 1885. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Heß, Beigeordneter. 5992 Ieikgeöotenes. 5963 Eine noch fast neue 2 schläfrige Bettstelle mit doppelter Matratze zu verkaufen. Teufelslustgärtchen 26. Bad Nauheim. Ein HauS, in bester Lage, 11 Zimmer enthaltend, mit Garten, ist preiswürdig, mit ober ohne Inventar, zu verkaufen. Cff- unt. 7836 an d. Exp- d. Bl- 5970 Fst. Monickeodamer per Pfund 90 Pfennig, offerirt 5984 8. Elsoffer. Ein neues Haus in schönster Lage, für eine Metzgerei oder eine Colonialwaarenhand« lung sehr geeignet, zu verkaufen. Näh. i. d. Erp. d. Bl. 5636 re T Jetzt ist entschieden die beste Zeit, Hi meine vorzügl. singenden vorjährigen ■re aitarienvSgeJ, weil kräftig u. MN.fest im Gesänge, pr. Post zu beziehen. R Maschke, St. Andreasberg, Harz. _________________[5973]_________________ Die besten Uhrfeder-Corsetts ■—n— ti sowie alle andern Qualitäten, Weiten und Fa^ons, Damen-Corsette« schon von 90 Pfg. an. Besondere Weiten und Fa^ons, extra nach Maaß angefertigt, empfiehlt 501 A. Fangmann» Salz von bet Großherzogl. 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Juli 1883 äußert sich Seine Excellenz der General-Stabs-Arzt der Armee, Professor Dr. von Lauer, Leibarzt Seiner Majestät des Kaisers, über den Gertrudis-Brunnen wie folgt: o9.7 „Es ist dasselbe ein leicht verdauliches erfrischendes Getränk von vorzüglichem Wohlgeschmäcke, welches ich für meine Person in dieser letzteren Beziehung wegen des geringeren Vorgeschmackes des Kochsalzes dem Selters-Waffer vorziehen würde. Rücksichtlich der Wirkung aus die Schleimhäute durfte dasselbe anderen ähnlichen Wässern gleichstehen. Bei reichlicherem und fortgesetzten Genüsse mochte wohl auch der Lithion Gehalt in der diesem Stoffe eigenthümlichen Richtung sich geltend machen können. , , . „ ,, Ich wünsche, daß das Wasser eine recht weite Verbreitung finden möge. Alleinige Niederlage bei Herrn L. Kalkhof, Seltersberg, Gießen. Anthr&citkohlen, Gewaschene Nusskohlen, Mehrte Kohlen, empfiehlt in Prima Qualität 5784 Ang. Gabriel, Franksurterstraße 67. 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