Lokales. Gießen, 19. Mai. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung atm Donnerstag den 21. Mai 1885, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Quellwasserleitung betr. 2. Verpachtung der Gemeindejagd. 3. Die Ausübung der Schafweide im Stadtwald. 4. Die Unterbringung und Verpflegung der polizeilichen Gefangenen. 5. Veräußerung von Hospitalgelänbe. 6. Vertilgung 5er der Landwirtschaft schädlichen Vögel. 7. Das Schulgeld am Realgymnasium. 8. Verlegung eines Theils der Schießstände. 9. Remunerirung des Octroiaufsichtspersonals für das Jahr 1884. 10. Die Verwerthung des Grassamens in den städtischen Waldungen pro 1885» 11. Das städtische Baubureau betreffend. 12. Beschwerde des Kaufmanns Julius Buch wegen Eigenthumsbeein- trächtigung. 13. Gesuch des Schuhmachers Ernst Möser um Bauerlaubniß. 14. Gesuch des Robert Sattler und Karl Loth um Bauerlaubniß. 15. Desgleichen des Metzgermeisters Louis Vogt. 16. Gesuch des Jo Hs. Dern um Bauerlaubniß. 17. Gesuch des Weißbindermeisters Christian Petri III. um Erlaubniß zur Anlegung eines Wasserableitungscanals. 18. Gesuch des Fabrikanten Gg. Throm um Erlaubniß zur Anlegung einer Rohrleitung. 19. Gesuch des Konrad Atzbach um Erlaubniß zur Gewinnung von Sand auf städtischem Eigentum. 20. Gesuch des Bäckermeisters August Guhr um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes. 21. Verbesserung des Hammwegs. 22. Erdauffüllung am Krofdorferweg. 23. Die Bepflanzung des Gleibergenvegs. 24. Die Verbesserung des Gleibergerwegs. 25. Die Verschlammung des Fluthgrabens an den Hardthöfen. Gießen, 19. Mai. Die Montag Abend im Saale des Gymnasiuins von Fräulein Plähn gegebene dramatische Soiree war zwar besser als vor l1/» Jahren, aber doch für Gießen recht schlecht besucht. Man kann ja zugeben, daß Recitationeir nicht für Jedermann sind, aber in einer Universitätsstadt sollte man doch nicht bloß unter den Damen, — diese waren ziemlich zahlreich erschienen — sondern auch unter den Männern eine größere Anzahl finden, welche für diese höchsten Leistungen der künstlerischen Darstellung Verständniß und Interesse besitzt. Gewiß haben die üblen Erfahrungen, welche in hiesiger Stadt im Laufe der letzten Jahre mit Recitationeir gemacht worden sind, dazu beigetragen, alle solche Ankündigungen mit Mißtrauen aufzunehmen, und ebenso sicher hat Fräulein Plähn zu wenig Reclame gemacht, um ihre Soiräe mit dem heute einmal nöthigen Getrommel einzuführen. Sie wußte allerdings, daß sie solcher Mittel nicht bedurfte, denn ihre Leistungen sind so hochbedeutend, daß sie jeder Anpreisung leicht entrathen können. Ihre Stimme ist so umfassend, weich, voll und biegsam, daß der Zuhörer, wenn er bei Dialogen ?c. die Augen schließt, völlig die Illusion erhält, daß mehrere Personen sprechen. Die einzelnen Rollen sind mit bewunderungswürdiger Consequenz durchgeführt und wenn auch die echt weiblichen Züge und Töne Gretchens den Hörer am meisten hinreißen, so gelingen ihr doch auch die schneidende Ironie Mephistos, das titanische Streben Fausts und das Zigeunerwesen Marthas bt meisterhafter Weise. Fräulein Plähn recitirte eine Reihe von Scenen aus Faust. Man darf wohl sagen, eine treffendere Auffassung und schönere Darstellung Gretchens kann man schwerlich finden, und in dem Vortrag des „Ach neige", „Meine Ruh' ist hin", der Sterbescene Valentins und der Kerkerscene erreicht die Künstlerin nicht bloß in den ergreifenden. Tönen der Recitation, sondern namentlich in der tiefempfundenen und durchdachterr Auffassung, sowie der Stärke der Leidenschaft, eine Höhe der darstellenden Kunst, die Bewunderung verdient. Sie konnte aus dem lebhaftesten Beifalle, der ihr zu Theil. wurde, die Versicherung entnehmen, daß sie ein dankbares Publikum hatte, das ihr immer seine Sympathie entgegenbringen wird. Faust ist manchen Leuten zu bekannt, anderen nicht nach dem Geschmacke, einigen, zu hoch. Das Programm, welches für Dienstag den 19. Mai veröffentlicht ist, bring L. joieoer Bekanntes, wenn auch in letzter Zeit viel Genanntes. rEhschlH «etter, ÄVÄ1’: - geneigt«,' a't Ambach. 3787 8 Mr. 115 Mittwoch dm 20. Mai 188$ Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Schulstraße 7. ........................................ Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. mm Amtlicher Iheil. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn» Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bekanntmachung. Von der Französischen Regierung sind die Todesscheine der nachstehend b^eichneten Hessischen Staatsangehörigen Grobherzoglichem Staatsministerium witgetheilt worden. Da die Heimathorte der Verstorbenen nicht genau angegeben sind, werden etwaige Interessenten aufgefordert, ihre Ansprüche auf den Besitz der fraglichen Urkunden geltend zu machen. Die letzteren beziehen sich auf: 1) Adam Rehrig, 43 Jahre alt, Taglöhner, Sohn von Ludwig und Elisabeth, geb. Horst, verehelicht mit Elisabeth, geb. Schombert, angeblich aus Kranzheim, gestorben zu Paris, rue de Rouen 10, am 16. April 1882; 2) Marie Justine Ebermann, 55 Jahre alt, Taglöhnerin, Ehefrau des Michael Eck, Tochter von Georg Ebermann und .......geb. Silbernagel, angeblich aus Pundensheim, gestorben zu Vincennes am 9. April 1883. Gießen, am 16. Mai 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. >ambrinus". er Vorstand. .orch, rfcllung ir. sollen bestens daM Berlin, 18. Mai. In der am Samstag unter dem Vorsitze des Staatsministers, Staatssecretärs des Innern v. Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurden Mittheilungen des Präsidenten des Reichstags über Beschlüsie des letzteren, betr. die Uebersicht der Reichs-Ausgaben und -Einnahmen für das Etatsjahr 1882/83, eine Petition wegen Abänderung des Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung der Reblaus-Krankheit und eine Petition wegen Befreiung der Lotterie-Loose des Vereins „Kinderheim" von der Stempelabgabe, ferner ein Antrag Badens, betr. Zollerstattung aus Billigkeits- Rücksichten und der vom Landesausschuß von Elsaß-Lothringen in veränderter Fassung angenommene Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen über die Verzinsung der Gelder der Sparkassen und der auf Gegenseitigkeit beruhenden Hülfsgenossenschaften den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Ueber den Ent- Wurf eines Gesetzes wegen Erhebung von Reichsstempet-Abgaben vom 1. Juli mg^ott MM. itft rutscht" i. Mi 1885. trblieberm!. 1881, wird in einer der nächsten Sitzungen Beschluß gefaßt werben. Dem Entwurf eines Gesetzes über die Ausdehnung der Kranken- und Unfallversicherung und dem Gesetzentwurf zum Schutz des Papiers der Reichskassenscheine gegen unbefugte Nachahmung wurde mit den vom Reichstag vorgenommenen Abänderungen die Zustimmung ertheilt. Dieselben werden mit den vom Reichstag angenommenen Gesetzen, betr. die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts- Etat für das Etatsjahr 1885/86 und betr. die Abänderung des Zollvereinigungs- Vertrages vom 8. Juli 1867, zur Allerhöchsten Vollziehung vorgelegt werden. Den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen wegen Unterstützung von dienstunfähigen Forstschutzbeamten der Gemeinden und öffentlichen Anstalten, sowie von Hinterbliebenen solcher Beamten genehmigte die Versammlung in der vom Landesausschuß beschlossenen Fassung und erklärte sich mit den von den Ausschüssen vorgeschlagenen Maßnahmen zum Vollzüge oes Anschlusses Bremens an das deutsche Zollgebiet einverstanden. Nachdem noch über die Ausführung des Gesetzes, betr. die Steuervergütung für Zucker, sowie die Verlängerung der Frist für die Entrichtung der im Betriebsjahre 1884/85 creditirten Rübensteuer Beschluß gefaßt worden war, wurde die Sitzung mit der Vorlegung von Eingaben verschiedenen Inhalts geschlossen. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondeirz-Birreau. es gatte. * Berlin, 19. Mai. Der Kaiser folgte Nachmittags einer Einladung des Staatsministers Hatzfeld zum Diner. — Der Botschafter Schuwalow stattete gestern dem Reichskanzler einen längeren Besuch ab. — Der „Nationalzeitung" zufolge ist in den Kassabüchern des am 13. Mai verstorbenen Rendanten der städtischen Hauptstiftungskasse, Gabriel, eine große Anzahl von Fälschungen, sowie ein Defect, dessen Betrag 100,000 JL. übersteigen soll, auf- gefunden. Nach der „Norddeutschen" werden die bei der Stiftungskasse'fehlenden Summen durch die Caution gedeckt. Der übrige Defect betrifft den Betriebsfonds. Danzig, 18. Mai. Heute fand hier im Beisein des Admiralitätschefs, General- l*Simtenant§ v. Caprivi, die feierliche Taufe der auf der hiesigen Werft erbauten neuen Kreuzercorvette durch den Admiral Jachmann statt, dieselbe erhielt zum Andenken an ben 1864 bei Jasmund stattgehabten Seekampf den Namen „Arcona". Ports, 18. Mai. Der Zustand Victor Hugo's veranlaßt die ernstesten 1 Besorgnisse. London, 18. Mai. Die wegen Hochverraths, Brandstiftung und Theilnahme ■ (in Dynamit-Attentaten Angeklagten Burton und Cunningham sind heute von dem I' Crimmalgericht Old-Bailey zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilr worden. — Wie die „Daily News" erfahren, sind die Differenzen zwischen Rußland - «ob England bezüglich der afghanischen Grenze nur von untergeordneter Bedeutung uvtd afficiren in keiner Weise die Wahrscheinlichkeit einer befriedigenden Lösung. London, 18. Mai. Im Unterhause erklärte Ashley, die englischen und deutschen Kommissare zur Berathung der Frage bezüglich der Südsee-Jnseln hätten ihren Re- gierungen über die von ihnen gemachten Vorschläge berichtet und denselben empfohlen, ' oaß beide Regierungen in ihren speciellen Territorien gegenseitig völlige Freiheit des 1 Hcindels, der Schifffahrt und des Domicils gewähren sollten. Hinsichtlich des Sclaven- ha adels würde empfohlen, daß Deutschland ähnliche Bestimmungen erlasse wie von Eng- Nlamd in seinen Colonien in dieser Beziehung ein geführt seien. Man sei der Ansicht, ; da 8 der Sclavenhandel durch die gleichmäßige, nicht gemeinsame, Controle beider »Milder beallfsichtigt lverden müsse; was den Verkauf von Waffen und berauschenden ; Getränken angehe, so stimmten die beiderseitigen Commissare überein, daß an allen Pl atzen, die sich unter Aufsicht der beiden Regierungen befinden, die Schenkung oder heu Verkauf dieser Dinge an Eingeborene strenge zu verbieten seien. Bezüglich der Wluseln, die noch nicht unter einer europäischen Macht stehen, hätten die Commissare wea empfohlen, den deutschen und englischen Unterthanen zu verbieten, Waffen und Spirituosen dorthin zu bringen, und ferner angeregt, andere Seemächte aufzufordern, ein ähnliches Verhalten bezüglich ihrer Unterthanen einzuschlagen. Soweit die Regierungen Englands und Deutschlands in Betracht kämen, sei begründete Aussicht vorhanden, daß das Einvernehmen über die zwischen ihnen besprochenen Angelegenheiten zu Stande komme. Belgrad, 18. Mai. Der König überttug für die Dauer seiner Abwesenheit die volle Regierungsgewalt auf den Ministerrath. Der König trifft morgen in Wien ein. • — Der Minister zur Disposition, Ristics, ist pensionirt worden. gebotenen Leistungen sind beabsichtigen, um dort Propaganda für sein Woll-Regime zu machen. Die „Olga Dein treuer Telegramm, welches den Tod seines Freundes meldete. Al 130 „ gei 0) 760 3783 35 „ Tc 530 Ctr. Bl io' trn -EYM oset fonstige Winde sich an dem Besuche der ersten 1 Habe S°&£neuerten 9-' Gebiete der dramatischen Kunst gewöhnlich parate seines erfindungsreichen Genuß ^ist, eimnal eine as so zu r-stehm /aß ! Jon beiden Geschlechtern je nach dem Grade des gegenseitigen Abnungs-Vermöaens" npaMi*HnprnCnm°sen7 ben ^APrvfessor Jäger einen Besuch in der „Union" Hoffentlich finden sich zu dieser zweiten Recitation noch manche Freunde dieser Kunst ein, welche durch Vorurtheil oder sonstige Gründe sich an dem Besuche der ersten abhalten ließen. Die in —£ kc "rv “ r, . v ber letzten Briefe, welche Dr. Gustav Nachtigal vor seinem Tode nm Donnerstag Mittag bei dem in Paris lebenden Adressaten G. em und hat folgenden Wortlaut: wirkliche Künstlerin zu hören. Eine solche ist Fräulein Plähn, unter der großen 8ahl reeitirender Damen vielleicht die einzige. \ Brennma Liefen Die Liesemng des llinyersitäts-Anstalten 1885/86 ersorderlichen OY... Gießen, 19. Mar. Ern gestern Abend gegen 9 Uhr in einem Hause des I Mausburg enstandener Gardinenbrand wurde rasch gedämpft, so daß ernstlicher Schaden nicht stattfand. ™ T Circus Lorch, welcher im Laufe der letzten 14Tage allabendlich ein großes 1 Auditorium in sich versammelte, gab gestern Abend seine Abschiedsvorstellung, welche wiederum recht gut besucht war. Mit herzlichem Dank für den zahlreichen Zuspruch verabschiedete sich Herr Lorch vom hiesigen Publikum. Die Gesellschaft fährt heute per Extrazug nach Marburg, woselbst morgen Abend die Vorstellungen beginnen sollen. Eingesandt. Staufenberg, 15. Mai. Seit einigen Tagen haben wir das Vergnügen, m unserem gerade am Eingänge der Stadt (von Lollar her kommend) gelegenen Brunnen eme sehr gute Pumpe zu haben. Es ist soinit einem von den hiesigen Einwohnern langst gefühlten Bedürfniß Rechnung getragen worden. Obgleich der Brunnen eme Tiefe von etwa 32 Metern hat, geht die Pumpe doch sehr leicht. Ueber- haupt zeugt die ganze Anlage von einem tieferen Verständniß der Sache von Seiten des Accordanten, Herrn Conrad Hamel zu Gießen (Asterweg 46). Auch kann das Interesse, welches unser verehrter Mitbürger Herr Gastwirth Schön durch allerhand kleine Handreichung während des Aufstellens an den Tag legte, nicht unerwähnt bleiben.. Ihrem Dank gegen letzteren Herrn glaubte die hiesige Bevölkerung am besten dadurch Ausdruck zu verleihen, daß man dem Brunnen den Namen „Königsbrunnen" gab. Dem Herrn Hamel wünschen wir aber, daß man ihm bei ähnlichen Anlagen stets das vollste Vertrauen entgegentiringen möge. 3825 1370 „ Lieber Freund ! Dies ist hoffentlich der letzte Brief, den Du von mir aus Kamerun erhalten wirst, denn ich habe durch ein vom „Habicht" mitgebrachtes Telegramm vorn 8. Marz Ansicht erhalten, bald nach Hause zu kommen. Diese feilen sollen nur dazu dienen, Dir diese meine freudige Aussicht mitziltheilen uni) Dir für ®eme lieben Briefe vom 18. und 28. Januar zu danken, die mir gestern zugegangen WaL- $orIai^t9 lmr nod) schreiben und zwar am besten jetzt wohl nach Madeira an den deutschen Consul Dr. Georg Sattler in Funchal. Ich werde denselben ITncf) 1TDPT cw.-r*..... , c > ' meine Rückkehr ivird immerhin noch zwei Monate m Anspruch nehmen, da unterwegs allerlei zu thun ist Von Ma- deira aus werde ich wahrscheinlich mit einem Wörmann'schen Dampfer gehen und in Harr- landen Doch hierüber t-lcgraphire ich Dir von Madeira aus. Die „Olga«" welche diesen Brief nnttiehmen soll, will gleich fort, deßhalb muß ich schließen. Mit tailsend Grüßen und mit herzlichsten Empfehlungen an Deine Gattin Kamerun, den 1. April 1885. Univerfitäts- Chronik. — Professor Hyrtl, der jüngst sein 50jähriges Doetorjubiläum begingest neuerdings von der Wiener Universität ganz besonders ausgezeichnet worden. Die medicmische Fakultät hat beschlossen, daß Hyrtl's Büste als erste in den Arkadengängen der neuen Universität, welche zu einer Errnnerungshalle für Männer, die sich um die Wiener Hochschule verdient gemacht haben, eingerichtet werden soll, aufgestellt werde. Hyrtl hat der Fakultät die Summe von 40,000 Gulden überwiesen, deren Zinsen als Stipendien für Medieiner verwendet werden sollen. - Professor Henle in Göttingen ist durch fein vorgerücktes' Alter gezwungen, seine anatomischen Vorlesungen und Curse einzustellen. Henle steht im 75. Lebensjahre. m — Von Straßburg aus steht eine weit angelegte wissenschaftlich - nationale Publikation zu erwarten: Dr. Kaufmann, Oberlehrer am dortigen Lyceum, beabsichtigt, eme „Geschichte der deutschen Universitäten" zu schreiben, wozu die einleitenden Schritte bereits geschehen sind. Der gelehrte Verfasser, der nach dem Urtheile wissen- fchaftlicher Autoritäten zu der schwierigen Aufgabe vorzüglich geeignet ist, gedenkt nach vorläufigem Ueberschlag ein Werk von 5 starken Bänden zu liefern, dessen erster das deutsche Unwersitätswesen im Allgemeinen behandelt und der somit als ein Prolego- incnon zum Ganzen sich darstellt; die 4 folgenden Bände enthalten dann in chronologischer Folge die Entwickelung der deutschen Universitäten im 16., 17., 18 und Jahrhundert. Es versteht sich nach deni Plane des Unternehmens, aus welchem alle Phasen des geistigen Lebens der deutschen Nation erkennbar werden sollen, ganz von selbst, daß in den Kreis der geschichtlichen Untersuchung auch solche Hochschulen hluemgezogeii werden müssen, die zum deutschen Reiche zwar nicht gehören", die aber auf die Geistesentwickelung Deutschlands von erheblicher Bedeutung gewesen waren und bis zu dieser Stunde mit ihm sich eins wissen. Es kann hiernach also z. B. Wien und Prag nicht ausgeschlossen werden. Kaufmann, der neulich in Berlin war, um für fern Vorhaben Gönner und Freunde zu gewinnen, was ihm in reichem Maße gelungen tft, bereist augenblicklich die fämmtlichen Universitäten des Reiches, und damit er ausschließlich seiner schönen Aufgabe leben kann, hat ihm der Statthalter Feldmarschall v. Manteuffel einen einjährigen Urlaub erteilt, dessen Verlängerung zweifellos erwartet werden darf. Die sämmtlichen Universitätsstaaten Deutschlands dürfen sich angelegen lern lassen, dem Verfasser die Abfassung seines Werkes nach jeder Richtung hin, jawohl durch literarische als materielle Zuwendungen zu erleichtern und die Bereitwilligkeit hierzu wird sich so gewiß von selbst verstehen, als von vornherein übersehen werden kann, daß das Unternehmen für den Autor ein gewinnbringendes nicht fein wrrd. Die bisherige Literatur über das von Kaufmann gewählte Thema ist eine eng begrenzte; das Material findet sich in vereinzelten Monographien, besonders auch in Biographien namhafter Gelehrten, vor Allem aber in den Universitätsakten und in den Archiven der Unterrichtsministerien vor. — Vor einigen Tagen wurde im Promotionssaale der Universität Wien die Promotion von mehreren Candidaten der Medicin zu Doctoren der gelammten Heilkunde vorgenommen. Unter diesen Aerzten befindet sich auch ein „bemoostes Haupt" welches schon 1849 die medicinischen Studien begonnen hatte, in Folge der damaligen kriegerischen Verhältnisse aber in die k. k. Armee eingetreten war, um die Feldzüge in Ungarn und Italien mitzumachen. Obwohl der Betreffende als Officier in der Infanterie und Gensdarmerie diente, gab er doch diese Stellung auf, um die Studien ferner Jugend als gereifter Mann fortzusetzen. Derselbe ist der Sohn des zu Lebzeiten vielgenannten hochgeachteten Johann Emmel, des Begründers der im Jahre 1836 in Kaltenleutgeben errichteten Wasserheilanstalt. Dr. Ed. Emmel wird nunmehr in Gräfenberg, der Mutteranstalt der Hydropathie practicircn, wo sein Vater vor 35 Jahren bei Vincenz Prießnitz in den Anfängen der Kaltwasserheilkunde seine Studien machte „ KWge» Don " Mm, von ? b>s Nachmitt Erhebung v Sr? m der ; ÄT fr - reiger" M |i) ca. 'S) , t) „ tißehcnd in: 120 Rm. Bi & pr. r-M ri guten P« iiifSs's» KK SW -ZS - Ueber die (Srfticfung eines Steuerbeamten im Gährraurne berichtet der „Branntweinbrenner : Der Ober-sLteuercontroleur Toporski aus Lissa revidirte obne daß jemand von der Anwesenheit des Beamten etwas wußte, in der Nacht die Brennerei zu Storchnest und i)t dort im Gührraume erstickt. Ueber den Vorgang selbst ^P17 SUr 2hif bein Fußboden des Gährraumes fanden sich an ^UtlCr verbrannte Streichhölzer und ein Licht. Aller Wahrscheinlich- tcycr.e, 6ec ^er Besichtigung des in voller Gährung befrndlichen Bottichs von der entweichenden Kohlensäure ausgeblasen und bei den Versuchen es sön?q• Cn* Stallen. Der Verunglückte wollte nun wahrscheinlich t»aj Licht un Dunkeln wiedersinden, wobei er mit dem Kopfe in die am Boden anae- sammelte Kohlensäure kam und dadurch einem Schwindelanfalle unterlag. Mit dem letzten Reste seiner Kräfte versuchte er dann jedenfalls die Thür zu erlangen, was ihm hnfi biP^me , Menge Streichhölzer tagen dicht neben ihm, ein Beweis M die Bewußtlosigkeit erst hier emgetreten ist. Der vor der Thüre haltende Kutscher al1^ ^tger Zeit ein Röcheln und gleichzeitig schlug ein Hund an wo- 9tnlmeipnL?tnSßCt&r/ UI ?er ®-r(Vlerei wohnt, erwachte und von dem Kutscher die p!■ inflr■* VS Steuerbeamten erfuhr. Einem unerklärlichen Impuls folgend, ging ^erllrf®a^rrfnum und fand den bewußtlosen Beamten am Boden liegend te D U1^ bitte nach Hülfe; doch ehe diese kam, war es angestellte Belebungsversuche blieben ohne Erfolg, der Arzt konnte nur den durch Kohlensäure verursachten Erstickungstod conftatiren. ßur Vernieiduna ^nJtd)er Falle müßen die Gahrräume gut ventilirt werden und außerdem ist dafür zu sorgen, daß die sich am Boden ansammelnde Kohlensäure nach außen Abzua bat ferner wird m dem oben genannten Blatte empfohlen, des Nachts nie den Gährraum ju betreten, ohne immer em zweites Licht an dem Eingänge befestigt zu haben- dasselbe verlange man auch von den Arbeitern. “ 6 v ’ oni1elüc c . ~ lVom Dresdener Turnfefte.j Auf verschiedene Anfragen beim Ausschuß der deutschen Turnerichaft hat derselbe nachfolgende Bestimmungen bekannt gegeben^ 1. Geturnt wird in gewöhnlichen langen Beinkleidern. Das Einstecken der Aen in die Sttumpfe ist ber Reck- und Barren-Uebungen, bei denen die Füße nach oben kommen, gestattet. 2. Das Turnen ohne Schuhe oder gar barfuß ist verboten. Tricots sind nur mit nicht wett ausgeschnittenem Hals und mindestens halblangen Aermeln — unb für bre deutschen Turner nur einfarbig, in weißer, grauer ober brauner Farbe ge= stattet. 4 Gmfarbige wollene Hemben fmb erlaubt, ebenso anberSfarbige Einfassungen baran; ba§ fragen roeifeer Hemden ohne Jacke unb Weste barüber ist selbstverständlich geftattet. 5. Das tragen von großen Federn auf den Hüten ist verboten. 6 Das Tragen studentischer Tracht ist nur den zur deutschen Turnerschaft gehörenden akademi- fchen Turnvereinen gestattet. m interessante Entscheidung fällte vor Kurzem ein englischer Richter in BrMl. Ern Wucherer hatte emen armen Teufel verklagt, der in feine Hände gefallen unb tbm m Folge der obligaten Nebenspesen und des empörend hohen Zinsfußes von 25pCt. per Monat nicht weniger als 40 Pfd. Sterling (800 Jt) schuldete, eine Summe, die für den Aermsten unaufdringlich war. Der Richter mußte natürlich den Schuldner zur Zahliing verurtheilen - in England existirt kein Wuchergesetz! — aber er thak bie§ bergeftalt, daß er dem Angeklagten die Zahlung von monatlich 6 Pence (60 Psg) an den Wucherer auferlegte, da es nicht in seiner Kraft stände, mehr als diese Summe über bas zu verdienen, was er unumgänglich nothwendig zum Leben brauche Eine englische Zettung rechnet nun aus, daß der Wucherer 145 Jahre alt werden müßte, wenn er das Geld seines Schuldners mit Zinsen wieder erhielte. r von 1836.1 Der uns vorliegende Geschäftsbericht der „Berlinischen Lebens-Versicherungs-Gesellschaft von 1836" günstige Resultate auf Ende 1884 betrug die Versicherungssumme oV.O09 709; der Garantie- und Reservefonds wuchs um JL 1 825 628 auf 3 „ Auch die Gewinnbetheiligung war für die Versicherten sehr günstig- ar°n ^6 526 erhielten sie Jt. 580 480, es konnte eine Dividende von 32pCt in Aussicht genommen werden. Das Steigen dieses Gewinn-Antheils ist besonders beachtenswerth. Seit 1868 beobachtet man folgende Sätze: 171/«, 184A 19 21 92 25, 27, 29, 30, 31, 32, 32VrpCt. Hebei’ die solide Fundamentirnng/ die vorsichtige Geschaftslettung und die gesunde Entwickelung dieses Instituts braucht solchen Zahlen gegenüber gewiß nichts weiter gesagt zu werden. rr f M^ante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps.l Kassel, Komgl. Eisenbahn-Betriebsamt, 2 Rangirmeifter-Aspiranten, Gehalt je 75 JL monatlich, welches bis auf 87,50 JL steigt, bei etatsmäßiger Anstellung ein Jahres- gchalt von 1050—1200 sowie den gesetzlichen Wohnungsgeldzuschuß zwischen 60 bis 144 JL jährlich Kassel, Eisenbahn-Betnebsamt, 2 Schaffner bezw. Aspiranten für den Probezeit je 65 JL diätarische Remuneration, als etatsmäßiger Schaffner 780 Jü Gehalt. Kassel, Eisenbahn-Hauptiverkstätte, Werkstatts-Nachtwächter, Gehatt 600^L und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Kassel, Eisenbahn-Haupt- werkstatte, Werkstatts-Portier, wahrend der Probezeit monatlich 67,50 JL, bei der Anstellung jährlich 810 X und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Bergen (Kreis Hanau), Amtsgericht, 3 Canzleigehülfen, Schreiblohn von 4, 7 und 8 Psg. pro Seite. Wermöschte»» Mainz, 15 Mai. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts verurtheilte heute die Inhaber der Firma Gebrüder Landauer hier, die Herren Nathan und Raphael Landauer, wegen Pfefferverjalfchung zu einer Geldstrafe von je 600 und Publication m ?e-' „Zvankfurter Zeitung". Die erste Instanz, das Schöffengericht hatte neben dieser Geldstrafe noch eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen gegen jeden der beiden Geschäftsinhaber erkannt gehabt. A ?Evlin, 12. Mai. Ein Gläubiger hatte, so berichtet die „Gerichtszeitung", gegen cm Mitglied des Herrenhauses ein obsiegendes Erkenntniß erstritten und als die Executton gegen den sehr verschuldeten aristokratischen Grundbesitzer fruchtlos aus- gejallen war, die Ableistung des Offenbarungseides gefordert. In dem hierzu vor dem Amtsgericht I Berlin cniberaumten Termine war der Beklagte aber ausgeblieben und n^./eln Ausbleiben damit entschuldigt, daß er während der Landtagssession an den Arbeiten des Herrenhauses theilnehmen müsse und deßhalb nicht erscheinen könne. Am Samstag Nachmittag, als der Landtag geschlossen wurde und beide Häuser — Herren- & ein5 gemeinschaftlichen Schlußsitzung zusammen- ^tteten waren, hatte sich der Gläubiger des Herrenhaus-Mitgliedes in Begleitung eines vor dem Hause der Abgeordneten eingefunden, um den Schuldner durch Personalhaft zur Ableistung des Offenbarungseides anzuhalten. Der Schuldner ?lH^-errJr?Od) hiervon Wind bekommen haben, denn er ließ sich Nicht sehen. Der Vor- sall jelbst erregte aber begreiflicher Weise Aufsehen, weil der Gläubiger mit der Schuld- ?? i^and die ein- und auspassirenden Mitglieder des Landtags von der . iechtmaßigkelt jemer Forderung in sehr lauter Weise zu überzeugen suchte und erst durch Zureden bestimmt werden konnte, seine Rechte anderweitig nachzusuchen. s p ec Einnahmequelle für die hiesige Communalkaffe bildet 100 rtaprÄ\®?^erf§^ Während im Jahre 1883 der Reingewinn i b/rLeIr.e ""A dem gefertigten Berichte des Verwaltungs- lathes auf 134,200 für das ^ahr 1884. Es ist dies für die hiesige Bürgerschaft cm sehr er reuttches Resultat, da nach Beschluß der beiden städtischen Collegien der gesammte Reingewinn des Gaswerks an die Stadtkasse abgeführt und zur Deckung der gemeindlichen Ausgaben veiwendet wird; unsere Umlagepflichtigen hätten gewiß 40 bis 50 Wocciit Gememdcumlagen mehr zu bezahlen, wenn das Gaswerk nicht städtisches Gigcnthmu geworden wäre. Die Gememdekrankenkassc erfordert voraussichilich für das .,ahr 188o einen Zuschuß von circa 16,000 M aus der Communalkaffe, welcher Betrag aus dem größeren Reingewinn des Gaswerks ivieder gedeckt werden kann Die Kosten der Rohrnetzerweiterungen, sowie die Aufstellung neuer Straßenlaternen’(1885 1 ollen 4o Laternen aufgejtellt werden) werden von der Betriebskasse bestritten Der neuerbaute Gasbehälter, welcher 4200 Cubikmeter Gas enthält und aus Stampfbeton I^bNigt wurde kostete circa 96 000 JL. Die Gasproduction im Jahre 1884 betrug La 'Eubikmeter Die Erbauung einer Theercisterne und eines Apparatenhauses nach den Planen des Herrn Gasdlrectors Schiele in Frankfurt a. M. mit einem Kostenanswand (dlos Bauarbeiten) von ca. 62,000 JL soll in diesem Jahre noch vorgenommen werden. ' ’ , ^tu^ttgart, 13. Mai. Wie man der „Neckarzeitung" von hier berichtet, bett ugen die ^anttömen, die T-r. Jäger von den Fabriken bezieh!, denen er die Ausbeutung seiner Erfindung gestattet, im vorigen Jahre gegen 200,000 Allein die r r Clr 00J^0^I^C'~''— Werkag von K. Schultz & Ho. StratzSurg t. H M WI äßBS SM EEW -:WF KW WM M i 'qd ILpertoit der vereinigten Stadttheater;u Frankfurt a. M. (Eleazar: (Raoul: Oper in (Lyonel r Bettel- Schauspielhaus. Dienstag den 19. Mai: Er muß aufs Land. Hierauf: Die wilde Toni. Mittwoch den 20. Mai: Don Juans Ende. Donnerstag den 21. Mai geschlossen. Freitag den 22. Mai: Gastspiel der Frau Zerline Gabillon, K. K. Hofburgschauspielerin aus Wien. Ein Glas Wasser. (Malborough: Frau Gabillon.) Samstag den 23. Mai: Fedora. Sonntag den 24. Mai: Gastspiel der K. K. Hofburgschauspielerin Frau Gabillon. Zum ersten Male: Eine Laune. Lustspiel in 1 Akt von A. de Müsset, bearbeitet von Zerline Gabillon. Hierauf: Frauenkampf. (Frau von Lern und Autreval: Frau Zerline Gabillon.) Montag den 25. Mai: Gastspiel der K. K. Hofburgschauspielerin Frau Zerline Gabillon. Neu einstudirt: Ein Erfolg. (Hermine Drossen: Frau Gabillon.) ITicht als Heilmittel sondern als Universalmittel zum täglichen Gebrauche im Interesse für^Alle, denen an Erhaltung eines schönen natürlichen Haupthaares u. immer reiner thätiger Kopfhaut etwas gelegen ist, empfiehlt man statt Oel ob. Pomade C. Retter's Haarwasser (München) welches durch die ehrendsten Zeugnisse erster Autoritäten ausgezeichnet, besonders auch für Institute eindringlichst zu empfehlen ist. Zu haben um 40 H und X 1,10 bei C. Merkel, Gießen, Marktstraße. 1249 Handel und Verkehr. Gießen, den 19. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete r Butter per Vsund X 1.00—110, Hühnereier pr. St. 4—5 Enteneier St. 5—6 Gänseeier 10—11 Käse pr. Stück 4—9 Kasematte 2—3 H, Erbsen pr- Liter 24 Linsen 32 Tauben per Paar 0,60—1,00 Hühner per Stück X 1.20—1.70, Hahnen pr. Stück X 1.50—2.00, Enten per Stück X 1.90—2.30, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 50—60 Hammelfleisch 64—70 H, Kalbfleisch 50—54 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—4.40, Milch per Liter 12—16 L), Zwiebeln per Centner X 6.00—0.00, Kirschen per Pfund X 0-60—0.70. Frankfurt, 18. Mai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 19,25-00,00, fremder X 19,00-19,50, Roggen eff. hies. X 16,75-00,00, fremder X 16,50—17,00, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer X 17,50—18,50, fremde X 18,00-19,00, Hafer eff. hies. X 15,50-00,00 fremder X 15,25-16,00. — Rüböl, eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 29,00. Branntwein eff. ohne Faß X 39. * Opernhaus. Dienstag den 19. Mai: Gastspiel des Herrn Perotti. Martha. Herr ^erotti.) Mittwoch den 20. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Der stude^t. (Laura: Fräulein Böhner.) Außer Abonnement. Donnerstag den 21. Mai: Gastspiel des Herrn Perotti. Die Jüdin. Herr Mrotti.) Freitag den 22. Mai geschlossen. zpamstag den 23. Mai: Gastspiel des Herrn Perotti. Hugenotten. Herr perotti. Sonntag den 24. Mai: Die Zauberflöte. Montag den 25. Mai: Zum ersten Male: Herodias. Große 4 Aktett von Massenet. Außer Abonnement. Hakbverdeckte Wagen, Abbildung'gratis."^ prei§roi^^ «Fe €r» Rumpf, Eis. Hand 18, Frankfurt a. Main. Rm. ca. 120 0 3828 Schmitt. 3714 3783 f chlossen 2246 Versicherungen mit 36 584 Rente. Mk. 263 337,65 Rente. Mk. Mk. 34 487110 Mk. 3 041911 38807 600 800 1000 60 H, 90 H. 35 530 1370 130 /., Dtzd. von 25 H an, Kleiderzeuge DolmanS zu jedem Preis. Kinderbemben*"/ p" Stück von 50 an, Damen- und Kinderhosen von 50 H an, Damen- und y "den, /.Dtzd. von 1 M. 50 H an i dergl. Sachen noch viel mehr zu auffallend billigen Preisen. Wtederverküufern, sowie Herrschaften, die für mehr als 10 Mark kaufen, besonderen Rabatt. ------- -----------Marktstraaae 32, ’ te 32. jungen. * K'irt-S 3h... 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Politische Ueberficht. _ m , r ,n Gießen, 19. Mai. /Oer Reichstag ist am Freitag nach einer Session, die zu oen längsten und arbeitsreichsten gehört, die in leinen Annalen bis jetzt zu ver- zerchnen gewesen sind, durch eine vom Staatsminister v. Bötticher verlesene kaiserlrche Botschaft geschlossen worden. In dieser letzten Sitzung der hiermit zu Ende gegangenen Session wurde noch die Uebersicht der Ausgaben und Einnahmen für das Etatsjahr 1883/84 definitiv genehmigt, das Mandat des Abg. Grafen Bismarck-Schönhausen durch dessen Ernennung zum Unterstaats- jecretär als nicht erloschen erklärt — nur die Socialdemokraten sprachen dagegen — und schließlich die Novelle zum deutsch-spanischen Handelsverträge gegen die Stimmen der Socialdemokraten und Freisinnigen endgültig angenommen. Aus der vorletzten, am Mittwoch Abend abgehaltenen Sitzung des Reichstages ist noch nachzutragen, daß die Zolltarif-Novelle im Ganzen mit den vom Hause beschlossenen Abänderungen mit 199 gegen 105 Stimmen definitiv genehmigt wurde ; der im Herbst 1884 neugewählte Reichstag ist demnach, da sein Zusammentritt im November erfolgte, über 6 Monate beisammen gewesen und hat in dieser langen Zeit sich nur drei größere Pausen gegönnt, nämlich d>e Weihnacht«- und die Osterferien und eine 14tägige Unterbrechung int Februar. Trotzdem ist das oon, ihm erreichte positive Resultat in dieser angestrengten Session nur ein mäßiges zu nennen. Definitiv angenommen wurden von gröberen Gesetzentwürfen außer dem Etat nur die Zolltarif-Novelle, der Nach- tagsetat für Kamerun, die Börsensteuer-Vorlage, die Dampfer-Vorlage, die Novelle zum Unfallversicherungs-Gesetz, betr. die Ausdehnung desselben aus die Transportgewerbe, sowie verschiedene Verträge mit fremden Staaten. Eine Reihe anderer Vorlagen, wie diejenige über die Ausdehnung der Unfallversiche- rung auf die in der Forst- und Landwirthschaft beschäftigten Arbeiter, das Militar-Relictengesetz, die Entwürfe über die Sonntagsruhe und den Arbeiter- tchutz, der deutsch-russische Auslieferungs-Vertrag, die vom Bundesraths bereits angenommene Vorlage, betr. die Abänderung des Gerichtsverfassungs-Gesetzes und der Strasproceß-Ordnung u. s. w., find theils schon im ersten Stadium der Berathung stecken geblieben, theils im Reichstage überhaupt nicht mehr zur Berathung gelangt. Das braunschweigische Staatsministerium hatte bekanntlich -dem vereinigten Landtage eine Vorlage wegen der Restaurirung der alten Wel- fenburg „Dankwarderode" zugehen lassen. Da aber die Commission die Ab- lehnung der Vorlage beantragt hatte, so erklärte der Vorsitzende des Staats- Ministeriums, Graf Görtz-Wrisberg, in der Freitagssitzung des Landtages, daß die Regierung den Entwurf zurückziehe, da nach Art urch Weise der Commissionsberathung die Ablehnung der Vorlage im Plenum wahrscheinlich sei. In der ganzen Ost-Schweiz hat am Freitag ein starker und mehrere Stunden anhaltender Schneefall stattgefunden. Der durch denselben angerichtete Schaden läßt sich noch gar nicht übersehen, ist aber jedenfalls sehr bedeutend da namentlich die Obsternte zum großen Theile vernichtet scheint. In Dänemark hat der jahrelange Conslict zwischen der Regierung und dem seiner Majorität nach radikalen Folkething eine neue Blüthe getrieben, die sog. Riffles-Bewegung. Nachdem der selbst von den gemäßigten Mitgliedern der Opposition in der dänischen Volksvertretung gutgeheißene Grundsatz, man müsse sich gegen das eventuell zum Steuereintreiben commandirte Militär selbst mit Waffengewalt wehren, erst einmal ausgesprochen worden war hatte dieser Gedanke in weiteren Kreisen rasch Eingang gefunden. Auf dem platten Lande wie in den Städten bildeten sich Schützenvereine, die mit ihren Büchsen (Riffles) demonstrative Aufzüge hielten, und die Gefahr eines blutigen Zusammenstoßes zwischen dem Militär und den bewaffneten Bürgern war durch- Ms nicht ausgeschlossen. Sehr zur rechten Zeit ist daher die dänische Regierung mit einem Erlasse eingeschritten, welcher die Einfuhr von Schießwaffen vorläufig untersagt, die Abhaltung von Schießübungen nur unter bestimmten Beschränkungen gestattet und Zuwiderhandelnde mit harten Strafen bedroht. Hoffentlich ist hiermit dieser staatsgesährlichen Bewegung die Spitze abgebrochen. c „ r>c^?nn.9Ie,L^ ?ie letzten Depeschen des Generals Stiere1 2?" über die fortgesetzte Räumung Tongkings durch die Chinesen, u. A. 9iaumut’9 Don Langson, berichten, so scheint der Rückzug der . ES, denn doch nicht mit der französischerseils gewünschten & P^eU vor sich zu gehen. So erheben sich jetzt Schweig, m ?et Forychaffung des den Chinesen gehörenden Materials und auß rdem wird franzofischerseits besorgt, daß Luh-Vinh-Phuoe, der in Tuuenauan befehstgende Führer der Schwarz. Flaggen, diesen Ort nicht rechtzeitig räumen werbe, rote solches doch un Vertrags von Tientsin festgesetzt ist. Auch Hinsicht- f ”°n W Franzosen besetzten Fischer-Inseln werden Schwierigkeiten be- sürchtet, da die Chinesen die sofortige Räumung der Fischer-Inseln verlangen während Frankreich dieses Pfand nicht so ohne Weiteres aus der Hand geben W .?en 'lt Herr de Freycinet trotz gegenseitiger Strömungen in militä- rischen Kreisen, entschlossen, die Ansprüche Frankreichs auf die Fischer-Jnseln gefährden ' Um b'C ®tä'elun8 eines definitiven Friedens-Vertrages nicht zu r®*^ 'N Serbien in Folge der Demission des bisherigen Cabinets Garaschanm — welcher gewisse Meinmigs-Verschiedenheiten im Schooße des Ministeriums zu Grunds lagen — eingetretene Ministerkrisis ist sehr raich wieder beteiligt worden. Das von Garaschanin aufs Neue gebildete Cabinet besteht außer Garaschanin selbst, welcher wiederum das Präsidium und das Auswärtige übernommen hat, aus Marinkovics für Inneres, Vukarin Wetrovic^ für Finanzen Oberst Petrovics für Krieg, Pavlovies für Justiz, Popovics für Cultus und Unterricht, Rajovics für Volkswirthschast und Oberst Protics für 'SjUrlXlviv* ar nx Zusammenhalt zwischen den spanischen Liberalen, den Anhängern der sogenannnten dynastischen Linken, und den Republikanern bat die Mumcipalwahlen nicht lange überdauert. Martinez Campos, der Führer der liberalen Royalisten, hat im Senate urbi et orbi erklärt, daß die Coalition mit den Republikanern aufgehört habe zu existiren und es ist in Folge dessen rU < öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen den maßgebenden Persön- lichkeiten beider Parteien gekommen. Das conservative Cabinet Canovas del Castillo kann sich nur dazu gratuliren, daß die Freundschaft zwischen Liberalen und Radikalen wieder so schnell in die Brüche gegangen ist, anderseits wäre ferne fernere Existenz stark gefährdet gewesen. Die Schwierigkeiten, die sich zwischen England und Rußland wegen der Absteckung der neuen afghanischen Grenze ergeben haben, sind uoch immer nicht definitiv gelöst. Schließlich handelt es sich aber doch nur noch um die Frage, ob den Russen oder den Afghanen einige strittige Weide- pkatze zuzusprechen seien und diese ist so untergeordneter Natur, daß ihre Lösuna unmöglich noch längere Zeit erfordern kann. Eine definitive Antwort Rußlands ist, entgegengesetzt den jüngsten Meldungen Londoner Blätter, noch nicht in London eingetroffen, wird jedoch in diesen Tagen erwartet- Die „Daily News" schreiben: Die zwischen England und Rußland entstandenen Meinungs-Verschie- denheiten bezüglich des afghanischen Grenzabkommens berühren dessen Wesen nicht; einige Punkte werden weiter erörtert. Kaiser Alexander hat dem General Komaroff, dem Befieaer der Afghanen, einen goldenen Ehrensäbel mit Brillanten und dessen Unterbefehls- Haber, Major Zakrschewsky, ebenfalls einen goldenen Ehrensäbel verliehen. Es ist in dieser Auszeichnung wohl der beste Beweis dafür zu erblicken, daß der Czar das Verhalten seines Generals gegenüber den Afghanen, speciell was den Zusammenstoß am Kuschkflusse anbelangt, vollständig billigt und kann von einer Desavouirung Komaroff's nicht im Entferntesten mehr die Rede sein. Schwarz und Weiß seidener Atlas Mk. 1.23 Pf. per Meter bis Mk. 16. 80 Pf. (in je 18 verschied. 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