******* Donnerstag den 19. November Rr. 270 18HA M außer: >den. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bureau r Schul st raße 7. Betreffend: Die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze rc. in der Provinzialhauptstadt Gießen. Wir sehen uns veranlaßt, die zur Winterszeit bezüglich der Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen rc. geltenden Vorschriften in nachstehendem f) g) Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinacrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 ffl*. d) e) Zur Winterzeit gelten noch weiter folgende Bestimmungen: a) Sobald Glatteis entsteht, muß, "soweit die Hofraithen mit Einschluß der Höfe, Gärten und sonstigen Grundstücke an der Straße oder an öffentlichen Plätzen liegen, der Fußpfad, oder wenn kein Fußpfad vorhanden ist, die Straße zwei bis drei Fuß breit mit Asche oder Sand genügend bestreut werden. Entsteht das Glatteis zwischen 7 Uhr Morgens und 9 Uhr Abends, so muß sogleich, längstens mit Ablauf der ersten halben Stunde nachher, entsteht es aber in der Nacht bis 7Vr Uhr Morgens gestreut sein. b) An den auf die Straße gehenden Dachkandeln, Gossensteinen und sonstigen Ableitungen des Wassers nach der Straße rc. muß das auf den Seitenpflastern oder Fußpfaden angesetzte Eis auf Aufforderung Großherzoglicher Polizeiverwaltung aufgehauen und weggeschafft werden. c) Außerdem ist bei Frostwetter dafür zu sorgen, daß das etwa vom Innern der Hofraithen aukgeschüttete Wasser nicht durch die Floßrinnen auf die Straße laufen kann. Vor den öffentlichen Brunnen ist, so oft es nöthig erscheint, aufeisen und mit Asche oder Sand streuen zu lassen. Bei eintretendem Thauwetter sind nach Aufforderung der Localpolizeibehörde ohne Verzug die Straßen, öffentlichen Plätze und insbesondere Floßrinnen aufeisen, kehren und Schnee und Eis alsbald von den Straßen rc. entfernen zu lasten- Das Fahren mit kleinen Schlitten und das Schleifen aus den öffentlichen Plätzen und Fußpfaden ist untersagt- Wenn diesem Verbot zuwider dennoch Schleifen entstehen, so sind Diejenigen, welchen die Reinigung überhaupt obliegt, auf Auffordern der Polizeibehörde verbunden, die Schleifen entweder mit Sand oder Asche tüchtig bestreuen oder aufhauen zu lassen. Beim Schneefall muß längs der Hofraithen, mit Einschluß der Höfe, Gärten und sonstigen Grundstücken auf dem Banket, oder wo kein solches vorhanden ist, auf der Straße ein 3 bis 4 Fuß breiter Pfad rein gekehrt und dies bei fortdauerndem Schneefall so oft, als nöthig, Darmstadt, 16. November. Ihre Großh. Hoheiten die Prinzessin Victoria. Prinzessin Ludwig von Battenberg, und die Prinzessin Irene, sowie Se. Durch!, der Prinz Ludwig von Battenberg sind gestern Abend um 7 Uhr 40 Min. von dem Aufenthalt in Romrod wieder hier eingetroffen. Se. König!. Hoheit der Großherzog hatten den Höchsten Herrschaften bis zum Bahnhof Zell-Romrod das Geleite gegeben und waren dann über Angerod und Alsfeld nach Schloß Romrod zurückgekehrt. Darmstadt, 16. November. Den Ständen ist soeben der angekündigte Gesetzentwurf,' betr. die Unterbringung jugendlicher Uebelthäter und verwahrloster Kinder, zugegangen. Darnach können zunächst (Art. 1) — ähnlich dem preußischen Gesetze — Kinder, welche nach Vollendung des sechsten und vor Vollendung des zwölften Lebensjahres eine strafbare Handlung begehen, von Obrigkeitswegen in eine geeignete Familie oder in eine Erziehungsanstalt verbracht werden, wenn dies mit Rücksicht aus die Beschaffenheit der strafbaren Handlung, aus die Persönlichkeit des Kindes, der Eltern oder sonstigen Erzieher desselben und auf dessen übrige Lebensverhältniffe „zur Verhütung weiterer sittlicher Verwahrlosung erforderlich isi." Das Gleiche kann — immer unter der Voraussetzung, daß bei Fortdauer der bestehenden Verhältnisse das Kind an geistiger oder sittlicher Ausbildung erheblichen Schaden leiden müßte — mit Kindern unter sechszehn Jahren geschehen, welchen von ihren Eltern die „noch- wendigste Nahrung und Körperpflege" vorenthalten oder welche fortgesetzt schweren Mißhandlungen ausgesetzt oder von ihren Eltern zum Bösen verleitet, resp. „vom Bösen nicht abgehalten" werden können. Dann fährt § 3 in einem gesorgt wird. Gießen, den 18. November 1885. möglich, daß die Zollfreiheit nur im Verkehre mit den deutschen Faktoreien durch deutsche Schiffe zugestanden wird. In der bulgarischen Frage haben also die Kanonen jetzt das Wort und die Arbeit der in Konstantinopel um den grünen Tisch versammelten Diplomaten ist demnach vergeblich gewesen. Vorläufig werden die Waffen nur zwischen Serbien und Bulgarien entscheiden, aber die Möglichkeit, daß sich der Kriegsbrand auch über die übrigen Thelle der Balkan-Halbinsel verbreitet, ist natürlich nicht ausgeschlossen. Indessen darf man Angesichts der Thatsache, daß die europäischen Mächte auf den Zusammenstoß zwischen den beiden Balkanstaaten schon seit geraumer Zeit gefaßt waren, wenigstens die Hoffnung äußern, daß der Krieg localisirt bleiben und zwischen den beiden betheiligten Ländern zu einem raschen Abschlüsse gelangen werde. Konnte der Conflict nicht aus friedlichem Wege verhindert werden, so wird doch wohl das Mittel zu finden sein, um zu verhüten, daß die orientalische Frage in ihrer Gesammtheit von Neuem ausgerollt, ganz Europa in Mitleidenschaft gezogen und der Weltfriede zerstört werde. In Bulgarien selbst herrscht volle kriegerische Begeisterung. Am Sonntag Vormittag ist Fürst Alexander von Philippope! wieder in Sofia eingetroffen, von der Bevölkerung enthusiastisch empfangen. Am Vormittag bereits war die Sofiaer Garnison mit Musik und unter dem Rufe: „Vorwärts gegen die Serben!' nach der Grenze abmarschirt. Am Sonntag trafen von Rumelien Truppen in Eilmärschen ein. Montag früh 1 Uhr ist auch Fürst Alexander nach der Grenze abgereist. (Wir verweisen auch heute auf die Nachrichten an anderer Stelle d. Bltts.) wiederholt werden. h) Schnee und Eis darf aus dem Innern der Hofraithen nicht auf die Straße gebracht werden, ohne daß für augenblickliche Wegschaffung Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _____ Fresenius. Politische Ueberficht. Gießen, 18. November. Die Berliner officiösen Kreise sind ganz entrüstet über die gerichtlichen Erkenntnisse, welche den Fiscus mit seiner Diätenklage abgewiesen haben. Die „Polit. Nachr." drohen sogar, man werde den Artikel 32 der Ver- fuffung ändern und den durch Annahme von Parteidiäten angeblich verübten Versassungsbruch mit Ausschließung der Contravenienten erwidern. Die „Nat.- Zeitung" "glossirt diese Drohung mit einer sehr zutreffenden Bemerkung. Ohne Parteidiäten wäre die Socialdemokratie, sagt das letztgenannte Blatt, nicht im Stande, wenigstens gegenwärtig, so viele Abgeordnete zu finden, als sie Mandate zu vergeben hat, und da auch der Reichskanzler das Bestehen einer socialdemokratischen Fraktion im Reichstage als unter den obwaltenden Verhältnissen politisch erwünscht bezeichnet hat, sei es nicht abzusehen, wie die Regierung eine Maßregel rechtfertigen könnte, durch welche dies unmöglich würde- Ein Antrag auf Abänderung des Artikels 32 in dem officiös angedeuteten Sinne würde mit Nothwendigkeit die Wiederholung des Antrags auf Gewährung von Diäten aus der Reichökasse veranlassen, und im Hinblick aus die socialdemokratische Fraktion würde das leidenschaftliche Vorgehen der Regierung gegen die Parteidiäten ein neues und schwerwiegendes Argument für die Einführung von Reichsdiäten werben. Die „Nordd. Allg. Zeitung" schreibt an leitender Stelle: „Welchen Mitteln die socialdemokratischen Abgeordneten ihre Erfolge bei den letzten Reichstagswahlen zum Theil zu verdanken haben, darüber macht die social- dkmokratlsche „New-Dotter Volks-Ztg." in der Nummer vom 3. Septbr. d. Js. üuer^ssante Bekenntnisse. Daselbst heißt es: „Die socialistische Arbeiterpartei bei Verewigten Staaten von Amerika hat ihrer-internationalen Pflicht im vollsten Maße genügt. Lebhafter als je vorher ist ihr Verkehr mit den Revolutio- nitren aller Länder, und der großartige Sieg der deutschländischen Socialdemo- liGten bei den letzten Reichstagswahlen ist sicherlich bis zu einem gewissen Theile der Kriegskosse der deutsch amerikanischen Genossen geschuldet." Hier also wird von socialdemokratischer Seite selbst zugestanden, daß die socialdemokcatische Agitation Geldunterstützungen von den amerikanischen Parteigenossen erhalten jat, daß die jocialdemokratische Partei in Deutschland der internationalen Revo- lution angehört, und daß sie im Dienste und aus der „Kriegskasse" derselben ßc die revolutionäre Propaganda Sold empfängt. Die socialdemokratischen Reichstags-Abgeordneten haben bisher entschieden den revolutionären Charakter ihrer Partei geläugnet. Man darf wohl gespannt daraus sein, was sie auf diese Geständnisse eines Parteiorgans erwidern werden. Dem deutschen Arbeiter aber sollte es klar werden, daß er durch die Unterstützung der socialdemokrati- ikhen Agitation nicht, wie ihm vorgeredet wird, sein Loos verbessert, sondern nur den auf allgemeinen Umsturz gerichteten Zwecken einer klemen Zahl internationaler revolutionärer Agitatoren dient." Zur Karolinen-Frage liegt folgende Meldung des römischen Corre- sMdenten der „Neuen Fr. Presse vor: Es wurden die Vorschläge des Papstes angenommen. Es scheinen folgende zu sein: Anerkennung des spanischen Sou- vercinetätsrechtes; das Recht, deutsche Kohlenstationen zu errichten; vollständige Handelsfreiheit ohne jedwede Zollbeschränkung. Da durch Letzteres die Gewährung gleicher Rechte an England und Nordamerika bedingt wäre, so ist es v-, n * I N Art ?nii , Miit nn mobl Zimmer mit? J tben.__WcideiW . mischte m WM“»'<’S plate von Nr. > ienerW«;6 der Expedit"" ist._____ Bolle, te- etc; MS Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigkblatt für den Kreis Gießen. rm ^CIne§ Familien-LoM ---Mlciigch^ [ Simmtr;. r ?ü5tr feyen uns veranlagt, oie zur Lvmterszerr oezugltcy oer nemyattung unv ^egfamretr oer | Auszug aus dem^Localreglement vom 10. November 1879 wiederholt zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, rritenbau meines Hauses f wt r Februar nächstens - W rMiüe anderivei! n. äh HoMtter, am Er Möblittes Zimmer mit fe tben. MusbM ■ fln möblirtes Zimmer? ______________mrchenp!^ Out möblirtes Zimmer i. __Astme;. Sin möblirtes Zimmer _________Gambm Ein möblirtes Zimmer Schulstraße 10, parr Möbl- Zimmer zu wz. __________________Eilbzmer" Fein möblirte Zimmer ji: Grnnbergerstrcie^ iSü-igö-latz 6 ijiÄ'it'' Surschenftv^ ' tthen.__________________' iniflt srbl. mobb Zimm ■ i itzt bu tot u- Bl. shuug) (^inarinbt-3; iltur btt Mm Zusatz fort: „Die gleiche Maßregel kann von Obrigkeitswegen bei Kindern über sechs und unter sechszehn Jahren getroffen werden, welche zwar eine strafbare Handlung noch nicht begangen haben, deren bereits zu Tage getretene sittliche Verwahrlosung aber die erziehliche Einwirkung der Eltern und der Schule in Berücksichtigung der Persönlichkeit der Eltern und des Kindes, sowie der sonstigen Lebensverhältniffe des letzteren als unzureichend erscheinen läßt." Die Unterbringung zur Zwangserziehung erfolgt nach (durchaus nothwendiger) Anhörung der beteiligten Verwandten, der Bürgermeisterei, des Pfarramts, des Schulvorstandes rc. durch (von Amtswegen ooer aus Antrag) herbeigeführte Beschlußfaffung der Vormundichastsbehörde, als welche im Sinne dieses Gesetzes das Amtsgericht des Wohnorts des Kindes sungirt. Zur Antragstellung sind berechtigt die Staatsanwaltschaft, die Bürgermeisterei, die von derselben etwa getrennte Ortspolizeibehörde, die Eltern, Großeltern, der Vormund und der Pfleger des Kmdes. Gegen den Beschluß der Vormundschastsbehörde steht dem Antragsteller die Beschwerde beim Landgericht zu, den Eltern, resp. Großeltern jedoch nur dann, wenn der Beschluß auf Unterbringung lautet. Die gerichtlichen Verhandlungen sind gebühren- und stempelsrei. Die Zwangserziehung erlischt 1) mit dem 18. Jahre; 2) vor dieser Zeit aus Verfügung des Kfeisamts, wenn die Gründe der Zwangserziehung in Wegfall gekommen sind. Die Kosten der Unterbringung tragen zunächst die zur Alimentation Verpflichteten; sind solche nicht vorhanden, hat auch das Kind kein eigenes Vermögen, so fallen die Kosten der öffentlichen Kaffe zu, welche eine etwaige Armenunlerstützung leisten müßte, doch so, daß ihr später die Hälfte von Staatswegen ersetzt wird. (Fr. Ztg.) Telegraphische Depeschen. Söolff’# telegr. Eorrespondenz - Bureau« Berlin, 17. November. Der Kaiser empfing heute Nachmittag um 1 Uhr die Minister Puttkamer und Goßler, hierauf General Albedyll und Viceadmiral Monts zum Vortrag. Später stattete die heute hierher übergesiedelle kronprinzliche Familie dem Kaiser einen Besuch ab. Berlin, 17. November. Der Bundesrath ertbeilte den Etats des Reichsheeres, des Reichs-Inoalidenfonds, des Auswärtigen Amts, oes Reichsschatzamrs, des Reichsamts des Innern, der Reichsschuld, sowie dem Entwurf des Gesetzes über die Feststellung des Rcichshaushaltsetats pro 1886/87, ferner dem Gesetzentwurf betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke des Reichsheeres und der Marine und der Reichs- eisenbahnen seine Zustimmung. Köln, 17. November. Die englische Post ist ausgeblieben, weil der Dampfer wegen ungünstigen Wetters den Anschluß in Ostende verfehlt hat. Leipzig, 17. November. Stanley wird in der „Gartenlaube" eine ausführliche Antwort aus Pcschuirl-Lösches offene Briefe über sein Co.rgowerk veröffentlichen. Metz, 17. November. Der Statthalter besichtigte die öffentlichen Gebäude und Anstalten und empfing die Generalität. An dem unij) Uhr Nachmittags im „Europäischen Hof" stattgehabten Galadiner nahmen die Spitzen der Behörden, inehrere Gemeinderäthe und Mitglieder des Bezirksraths Theil. Heute Abend findet eine Festvorstellung im Theater statt. Paris, 17. November. Eine Depesche des Generals Courcy aus Hanoi vom 16. ds. meldet: Die Truppen verfolgen heftig die Piraten, welche gänzlich umzingelt sind. Viele derselben sind getödtet und gefangen. Die Eingeborenen unterstützen die Action der Truppen. Die Eolonne Jaumont besetzte mehrere Punkte zwischen dem Rothen und dem Hellen Fluß. Paris, 17. November. In parlamentarischen Kreisen verlautet, jede Diskussion, welche eine Ministerkrisis herbeisühren könne, solle bis nach der Präsidentenwahl vermieden werden. Letztere soll dadurch beschleunigt werden, daß der Congreß bereits am 30. November zusammenberufen wird. Bei Grevy und Leroyer werd.eir-in dieser Beziehung Schritte gethan. — Gestern Abend brach im Arsenale von Lasöre, wo sich große Magazine mit Pferdegeschirre befinden, Feuer aus. Der Schaden wird auf 1 Mill, geschätzt. — Der bisherige Gesandte in Stockholm, Annay, geht für Barröre, welcher aus Gesundheitsrücksichten nach Europa zurückkehrt, nach Kairo. Paris, 17. November^ Die Zeitungen kritisiren die ministerielle Erklärung dahin, daß dieselbe nicht im Stande sei, die Majorität wrederherzustellcn. Sofia, 17. November. Der bulgarische Minister des Aeußern, Zanow, hat an die Pforte folgendes Telegramm gerichtet: „Der Feind, der in Bulgarien eingedrungen ist, macht sich den Umstand zu nutze, daß Bulgarien als Vasallenstaat nicht das Riecht hat, seinen Nachbarn den Krieg zu erklären, demnach aller Offensivmittel beraubt ist. Hierdurch ist ermöglicht worden, daß der Feind beinahe bis vor die Thore Sofias gekommen ist. Der Fürst ist heute (Montag) dem Feinde entgegen gegangen, hat mir aber vorher befohlen, die Pforte um Antwort auf die Depeschen zu ersuchen, welche der Fürst an den Sultan und Großvezier gerichtet hat. In Befolgung dieses Befehls bitte ich die Pforte, im Hinblick darauf, daß nach Art. I des Berliner Vertrages die Negierung des Fürstenthums außer Stande ist, mit dem Feinde direct zu verhandeln, mich mit einer Antwort zu beehren. Sofia, 17. November. Der Fürst von Bulgarien ist gestern Abend in Sliv- nitza eingetroffen, woselbst die bulgarischen Truppen concentrirt sind, da ein Angriff der Serben, welche über den Dragomanfluß vorrücken, erwartet wird. Heute fand kein Kampf bei Slivnitza statt. Aus Rumelien treffen Zuzüge von Truppen in Sofia ein. Belgrad, 17. November. Die erste Position des Dragomanpasses wurde Nachts durch die Serben genommen. Trn ist heute früh gefallen. Die beiderseitigen Verluste sind bedeutend. Die Serben eroberten zwei Geschütze, machten viele Gefangene und dringen gegen Sliwnitza, wo heule ein entscheidender Zusammenstoß erwartet wird, vor. — Officielle Meldung vom Kriegsschauplätze: Das serbische Hauptquartier ist nach Zaribrod verlegt. Die von den Serben angegriffene Stellung bei Dragoman wurde am 15. November Abends von den Bulgaren verlassen. Die Verschanzungen bei Trn wurden am 16. November genommen, die Bulgaren gänzlich geschlagen, Trn besetzt und viele Gefangene gemacht. Ein ganzes bulgarisches Bataillon streckte die Waffen. Zwei Geschütze wurden genommen. AmTimok hat ein Bataillon bulgarischer Freiwilliger gleichfalls die Waffen gestreckt. — General Leschjanin schlug gestern die Bulgaren zwischen Kula (Adlie) und Widdin. Die bulgarischen Truppen wurden zerstreut und ließen ihre Todten und Verwundeten auf dem Schlachtfelde. Die Serben machten 1000 Gefangene; ihre Verluste find verhältnißmäßig gering. Belgrad, 15. November. Der erste Transport von Verwundeten ist hier angekommen. Für die Aufnahme der bulgarischen Gefangenen werden Räumlichkeiten in der Festung vorbereitet. Mit dem Gesandten der Pforte sind Verhandlungen ivegen Verletzung des türkischen Gebiets eingeleitet und dauern noch fort. Petersburg, 17. November. Nach Nachrichten aus Buknabad vom 16. d. M. sind die Delegirten der russsischen und englischen Grenzregulicungs - Commission am 10. November in Zulfikar eingetroffen und haben am 12. November die Regulirungs- arbeiten begonnen. Der erste Grenzpfahl wurde 2 Werst nördlich von Zulficar auf- gc eichtet. Die Commission bleibt voraussichtlich 2 Wochen in Zulficar und geht dann nach Kuscht. Athen, 17. November. Meldung der Ag. Hav.s Der Ministerpräsident Delyanis beauftragte den griechischen Vertreter in Sofia, Herrn Rhangabe, bei dem bulgarischen Minister des Aeußern nachdrücklich auf die nicht zu rechtfertigenden Belästigungen griechischer Unterthanen, sowie auf von bulgarischen Beamten verübte Beleidigungen der Bilder (!) des hellenischen Königspaares hinzuweisen. — Trikupis erklärte, die Opposition werde keine Cabinetsfrage aufwerfen und der Regierungsvorlage keine Schwierigkeiten bereiten. — Die Nachricht von Truppenbewegungen gegen die Grenze wird als falsch bezeichnet. Sofia, 17. November Abends. sPrivat-DepescheJ Die Serben griffen Slivnitza rechts und links mit zahlreichen Streitkräften an; die Bulgaren schlugen den Angriff ab, ergriffen die Offensive und verfolgten die Serben 5 Kilonieter weit; bie Serben hatten große Verluste. Die Kriegserklärung Serbiens. In Philippopel brach am 18« September die unblutige Revolution aus, deren Folge die Vereinigung der autonomischen türkischen Provinz Ostrumelien mit dem Fürstenthum Bulgarien war. Am selben Tage noch setzten sich die Truppen des Fürstenthums in Marsch durch den Schipkapaß nach Philippopel, während die rumeliotischen Führer aus Furcht vor den Türken die Eisenbahnbrücke über die Maritza bei Mustapha- Pascha sprengten. Das Ereigniß kam so überraschend, wirkte so verblüffend, daß tagelang fast Keiner sich zu onentiren vermochte, um so weniger, da sich die Vermuthung als falsch erwies, daß die Bulgaren an russischen Fäden gelenkt worden seien. Es stellte sich bald heraus, daß Rußland zwar die Herstellung oes Großbulgarien von San Stefano geplant und längst vorbereitet, aber von den: vorzeitigen Ausbruche nichts geahnt hatte. Auch Fürst Alexander von Bulgarien ist nicht in das Abenteuer eingeweiht gewesen, sondern bat nachträglich zugegriffen, damit nicht ein Anderer zugreife. Hätte an der .Spitze der Türkei ein thalkräftiger Mann gestanden, er hätte die Garnisonen von Adrianopel und Konstantinopel zusammenraffen und mittelst der Eisenbahnen an die Grenze senden lassen, und binnen längstens acht Tagen wäre der unionistifche Spuk wohl verschwunden gewesen. Aber Sultan Abdul Hamid fürchtet den Krieg, der einem siegreichen, volksthümlichen General die Anwartschaft auf das Schwert Ejub's (mit welchem jeder neue Sultan umgürtet wird) verschaffen könnte. So wurde das zur That entschlossene türkische Ministerium durch ein anderes ersetzt, welches sich auf's Diplomatisiren legte und die Zeit vergeudet, so daß die vollendete Thatsache bald Gewohnheitsrecht erlangt hätte. Dieses wäre wohl von den Mächten, auch von dem, ob der bulgarischen Eigenmächtigkeit erbitterten Rußland respectirt worden, wäre nicht ein neuer Factor mächtig in den Vordergrund getreten. Der Berliner Friede hatte eine Art Gleichgewicht der Kräfte zwischen den Balkanstaaten hergestellt; wird nun Bulgarien durch Rumelien vergrößert, so wird es Serbien und Griechenland überlegen und erhält die Hauptanwartschaft auf Macedonien, das bekanntlich von jeder der drei Nationen als ihr historisch und national begründetes Erbe angesehen wird. Bulgarien wäre somit zu einer Art Grobmachtstellung unter den kleinen Balkanstaaten gewissermaßen vorherbestimmt gewesen. Diese Möglichkeit abzuwchren erschien Serbien und Griechenland als ein Lebensinteresse und daher forderten Beide die Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts. Anfangs dachte wohl auch Serbien, — Griechenland kann nirgends anders Compensationen suchen — als es seine Armee mobilisirte, an eine Compensation auf türkische Kosten, an einen gemeinsamen Feldzug der drei Staaten gegen das osmanische Reich. Als aber die Pforte rüstete und sich allen Dreien als militärisch überlegen erwies, da nahmen die serbischen Compensationsgedanken ihre Richtung nach den zumeist von Serben bewohnten Grenzdistricten Bulgariens. Das Vertrauen der Bulgaren auf die ihnen wohl nur besonders zu Wahlzwecken erwiesene Gunst des englischen Cabinets erweiterte die sich zwischen Bulgaren und Serben aufthuende Kluft täglich mehr; die beiden Völker reizten sich bis auf's Blut und es war ein blutiger Zusammenstoß derselben vorauszusehen, besonders weil Serbien wegen der enormen Kosten seinen umfangreichen Rüstungen und der langsamen Fortschritte der Conferenz in Konstantinopel weder einfach zurückgehen noch länger warten konnte. Und Freitag den 13. November, genau acht Wochen nach dem Ausbruche der bulgarisch-rumelischen Revolution, hat Serbien an Bulgarien den Krieg erklärt und sogleich den Kampf durch Ueberschreitung der Grenze begonnen. Seit Wochen wurde der Eintritt dieses Ereignisses täglich vorhergesagt und die Serben und Bulgaren wetteiferten mit einander in Beschuldigungen der Grenzverletzungen, so daß aller Grund zu der Muthmaßung vorlag, man suche nach einem Vorwande zu einem Kriegsfall. Hätte sich die Conferenz zu einem entschiedenen, ein- müthigen Vorgehen aufgeschwungen, so wäre die Vermeidung des Krieges wahrscheinllch möglich gewesen; denn selbst die widerspenstigen Staaten des Balkans hätten sich dem Schiedssprüche der Großmächte unterworfen. Aber Europa bot leider namentlich in Beziehung auf die praktische Durchführung seiner Beschlüsse ein solch' trauriges Schauspiel der Uneinigkeit dar, daß es im Augenblicke der Entscheidung nicht die nöthige Autorität in die Waage zu werfen vermochte. Die Arbeit der Conferenz dürfte daher vorläufig zu Ende sein und die Diplomaten werden mit der Erklärung auseinander gehen, daß es jetzt die weitere Entwicklung der Dinge abzuwarten gelte, und das Bemühen der Cabinete wird sich naturgemäß darauf richten, den serbisch-bulgarischen Krieg womöglich zu lokalisiren. Ganz abgesehen indessen von der Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung des Brandes, ist nicht zu vergessen, daß selbst an den lokalisirten Krieg sich eine inhaltsschwere Summe großer Machtfragen knüpft, die geradezu in die kritischsten Beziehungen der im Oriente zunächst interessirten Cabinete hineinragen. Täuschen mir uns darüber nicht — die Schlachten, welche Serben und Bulgaren schlagen, sie werden nicht über den territorialen Umfang dieser Länder allein, sondern sehr wesentlich über die Frage der orientalischen Vormachtstellung der mit einander rivalisirenden europäischen Cabinete entscheiden, und darin kündigen sich die eigentlichen Gefahren der Situation an. Eine Scene, die eines Tages historische Bedeutung vielleicht gewinnen wird, spielte sich in den gerade in Wien tagenden ungarischen Delegationen ab. Sie ist zu charakteristisch, um mit Stillschweigen übergangen zu werden. Als der Vertrauensmann der Magyaren seinen Landsleuten von der Kriegserklärung Serbiens an die Bulgaren Mittheilung machte, erschollen Eljen-Rufe aus den Reihen der ungarischen Delegirten. Was bedeuten diese Rufe des Beifalls in solch' ernstem Momente? Man kennt in Ungarn nur eine einzige Gefahr, den Panslavismus, nur einen einzigen Gegner, Rußland. Daher betrachtet Ungarn den Ausbruch des serbischbulgarischen Krieges als den Beginn einer Abrechnung mit dem Czarenreiche und als Loslösung von den Fesseln der russischen Leitung und des russischen Einvernehmens. Das Czarenreich grollt aber bekanntlich nicht so sehr den Bulgaren, als ihrem Fürsten, der sich von russischem Einflüsse 311 befreien suchte. Gewiß aber ist, daß man in Petersburg dem Freunde Oesterreichs, dem Abtrünnigen des Panslavismus, womöglich noch weit feindseligere Gefühle widmet; und dies ist der König Milan. Ist es also denkbar, daß Rußland im Falle eines serbischen Sieges eine Verstümmelung Bulgariens widerspruchslos genehmigt? Keineswegs, die Dinge dürften sich vielmehr erst dann recht kritisch gestalten. Ob der „kleine Krieg" im Osten einen großen Krieg nach sich ziehen wird? Es ist wohl vorläufig nicht anzunehmen. Unser deutscher Kaiser will keinen Krieg; von seiner Seite wird daher gewiß Alles aufgeooten werden, durch Vermittlung des deutschen Reichskanzlers eine Einigung zwischen seinen Freunden, den Nebenbuhlern um bie Hegemonie im Orient, zu Stande zu bringen. Lokale-. Gießen, 18. September. Se. König!. Hoheit der Großherzog wird heute Abend 10 Uhr mit großem Gefolge und Dienerschaft von Romrod hier eintreffen und int Hötel Kühne Absteige-Quartier nehmen. G. Gießen, 18. November. (Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl der Todesfälle war während der Woche vom 8. bis 14. November wiederum eine geringe; cs waren deren im Ganzen nur 5 zu verzeichnen, davon 2 bei Erwachsenen, 3 bei Kindern. Von den Letzteren starben zwei an Krämpfen, eins an Lungenentzündurg. Bei den erwachsenen Personen war einmal Krebs, einmal Lungenschwindsucht die Todes- ursacke. Vermischtes. • Wehlheiden bei Kassel, 17. November, 8 Uhr 50 Min. Soeben wurde Lieske in der Strafanstalt Wehlheiden hingerichtet. Seine letzten Worte waren: „Ich sterbe unschuldig." — Die „Kasseler Zeitung" meldet: Lieske starb gefaßt. Nach der Henkersmahlzeit hat er ruhig geschlafen. (Fr. Z) w 7°ß« iEL hM von j1? seinen $ W er ® Ja --ÄkÄ «" ijhnneiu k” Bf ®ca« *3 « Süd) «L'der »i« eoiint«8 i? h'-Z -hSSy nun hieraus, M. L Vollmond eintr „L btr 5« Ers-heutt" fjo im, *” 25.^1, Jahre em- f ' Vollmond fallt aus L AB Ostem. Termine, am 22.1 einmal vor. -22. Marz das OM Hörigen Jahrhundu am 25. April , m 22. März und tm slimmungen dann 1 die aus unserer Erd 152 Jahre verflösse diesem Tage roiebei Mrigens beruhen, WchW Im Verkehr bi Stationen her sru und mit Statioi Runbreiseverkehr Eelnhausen-Gik 1886 für die L unter 10 Jahren mnngen in Kraft, meinen eine @rn Men auch eine 6 hobenen Fahrgeld Md. Näheres ist bei betheiligtenBahnv) Gießen, den 19. 8282 Großherzo 8283 Lchwat verlaust von j befindet sich j, Neuen T Lebendfi aller Artikel der 8295 8296 A. Vramm. Ümit JFischbach 8289 verkauft Friedrich Lampus. über 8281 8301 8254 Tüchtiger Knecht gesucht auf der | Liebigshöhe. J VERITABLE LIQUEUR BENEBICTINE Marques ddposäes en France et ä 1 ßtranger Emil Fischbach, Hr. Kinkel, Conditor; Carl Schwaab. Der Director. Gros. Ostersonntags auf sehr alten Mondtafeln, so daß, wenn man den wirklichen Monb den Berechnungen zu Grunde legte, sich das Osterfest oft um eine Woche verschieben würde. im Gasthaus zum Solmfer Hof in Hungen. Tagesordnung: Rechnungsabhör, Vorstandswahl und Berathung Vereinsangelegenheiten. Lich, am 16. November 1885. 8153 Ein Kneiplokal abzugeben im Gambrinus. Frankfurt a. M., 14. November. In einer hiesigen Lehranstalt wurden nach Mittheilung des „Jnt.-Bl.", während des Unterrichts mehrere Schüler beim Kartenspielen abgefaßt. Das sofort angestellte Verhör soll ergeben haben, daß sie um Geld spielten und daß einer der Schüler, ein Ausländer, bereits 270 JL, ein anderer 87 JL Spielschulden hatte. Bei drei Schülern wurden über 100 JL Geld vorgefunden. Zwei von ihnen wollten das Geld angeblich gewonnen haben, während der dritte eingestand, daß er es seinen Eltern entwendet hatte. — Das Jahr 1886 ist in kalendarischer Beziehung deshalb bemerkenswerth weil in demselben das Osterfest am 25.'April gefeiert wird, an dem spätesten Tage, au welchem es nach der christlichen Zeitrechnung überhaupt gefeiert werden kann. Auf dem ersten ökumenischen Concil, welches im Jahre 325 nach Christi Geburt in der alten Stadt Nicäa in Vorderasien abgehalten wurde, ward bekanntlich von den dort versammelten Bischöfen der christlichen Gemeinden, um einen gemeinfamen Tag für die Feier der Auferstehung des Heilands zu haben, beschlossen, das Osterfest an demjenigen Sonntag zu feiern, der auf den nächsten Vollmond nach der Frühlings-Tag- und Nachtgleiche folgt, und wenn dieser Vollmond selbst auf einen Sonntag fallen sollte, dann an dem darauf folgenden Sonntag. Um dabei alle Irrungen zu vermeiden, wurde der 21. März, an welchem im Jahre 325 gerade die Frühlings - Tag- und Nachtgleiche cintrat, ein- für allemal als die Zeit der Frühlings-Tag- und Nachtgleiche angenommen. In diesen Bestimmungen hat die christliche Kirche bisher niemals eine Aenderung eintreten lassen, so wünschenswert!) es aus vielen Gründen auch wäre, das Osterfest an einem bestimmten Sonntag im Jahre feiern zu können. Es folgt nun hieraus, daß, wenn der 21. März auf einen Samstag fällt und vor Mitternacht der Vollmond eintritt, das Osterfest am Sonntag, 22. März, gefeiert wird, und daß, wenn der Vollmond einen Tag früher eintritt, neunundzwanzig und einen halben Tag bis zum Erscheinen des neuen Vollmonds, also bis zum 18. April, gewartet werden muß, so daß, wenn dieser 18. April auf einen Sonntag fällt, das Osterfest erst am Sonntag, 25. April, abgehalten werden kann. Dieser letztere Fall tritt mm im nächsten Jahre ein. Der Vollmond im Frühlingsanfang tritt am Samstag, 20. März, Morgens um 4 Uhr, also vor der Tag- und Nachtgleiche, ein, und der darauf folgende Vollmond fällt auf Sonntag, 18. April, Abends 4 Uhr, demnach feiern wir erst am 25. April Ostern. Die Fälle, an welchem das Osterfest auf die beiden äußersten Termine, am 22. März und am 25. April fällt, kommen in jedem Jahrhundert nur einmal vor. In diesem Jahrhundert feierte die christliche Welt im Jahre 1818 am 22. März das Osterfest und im Jahre 1886 wird sie es am 25. April feiern. Im vorigen Jahrhundert war im Jahre 1761 Ostern am 22. März und im Jahre 1734 am 25. April, im kommenden Jahrhundert wird man im Jahre 1970 Ostern am 22. März und im Jahre 1943 am 25. April feiern, wenn die jetzigen kirchlichen Bestimmungen dann noch Giltigkeit haben sollten. Keiner der vielen Millionen Christen, die auf unserer Erde zerstreut leben, hat das Osterfest am 25. April gefeiert, da seitdem 152 Jahre verflossen sind, und die Wenigsten der jetzt lebenden Generation werden an diesem Tage wieder Ostern feiern, da erst nach 57 Jahren der Tag wiederkehren wird. Uebrigens beruhen, wie wir noch bemerken wollen, die kirchlichen Bestimmungen des Iellgeöotenes. 8283 Schwarze und weiße Wolle Man achte darauf, dass sich auf jeder Flasche die viereckige Etiquette mit der Unterschrift des General-Directors befindet. Oberhessische ViehversicheroDgs-ÄßslalL Generalversammlung uni! Ausschusssitzung Samstag den 21. November 1885, Nachmittags 1 Uhr, Sämmttiche Ingredienzien zur feinen Bäckerei empfiehlt in anerkannt besten Dualitäten billigst | Iftnlhttiprhrrk-Wrtdient neu,leicht,solid,elegant, preiswürdlg. Abbild, gratis. I IMvvLrvLM-WUgkN- [6612] J. 6. Rumpf, Eis. Hand, Frankfurt a/M. Bekswntmachrmg. Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellten und von Großherzoglichem Kreisamt genehmigten Baufluchtlinien für die Sonnenstraße liegt 14 Tage auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen. Gießen, den 17. November 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Handel und Verkehr. ßI- Frankfurter Börsenbericht (17. November). Unser Frankfurter Correspoudent schreibt: Die Woche begann in matter Haltung, aber trotzdem sind die Courfe angesichts der politischen Lage leidlich feste zu nennen. Die Tagesspeculation bat die leitenden Spielpapiere bereits wieder als „preiswürdig" erachtet, wenigstens scheinen die umfangreichen Kaufordres auf eine derartige Auffassung hinzudeuten. Auch die Londoner Börse, sowie Paris und Berlin kümmerten sich wenig an den kriegerischen Vorgängen im Orient. Ein gewisser Theil der Speculation, welcher sich das österr. Ersenbahngebiet zum Operationsfeld ausersehen hat, wurde bezüglich der Wochen- einnahme der österr. Staatsbahn, welche fl. 127,000 Minus aufweist, abermals dieses ungünstigen Resultates halber enttäuscht. Die betreflende Actie sank vorübergehend brs 21o. Doch waren schließlich wieder bei 2Vs fl. höherem Course Käufer am Platze. Das Prioalpublikum und die Provinz hielt sich sehr reservirt und wartet vernünftiger- werse ganz ruhig den Lauf der Dinge ab. Creditactien waren gestern etwas unter 224 erhältlich, seitdem hat sich eine Reprise von 2 fl. eingestellt. Schweizer Bahnen eine Nuance schwächer. Deutsche Bahnen bei sehr geringem Umsatz wenig verändert. Fremde Fonds lagen matt. Es ist eine merkwürdige Erscheinung, daß gerade 5% serbische Rente sich ungeachtet der Kriegsaction noch immer eines leidlich festen Cours- standes (751/2) zu erfreuen haben. In den finanziellen Kreisen hofft man, daß der Krieg localisirt bleibt und Serbien bald wieder zu productiver Thätigkeit zurückkehren könne. Egypter waren ä 633/8-s/8 erhältlich. Türken sehr matt bis 133/8 gedrückt, fonnteit sich alsdann ä 1311/is erholen. Oesterreichisch - ungarische Renten ebenso wie Russen Bruchtheile matter. Disconto - Commandit sanken bis 190V4, um sich später 1% zu bessern. Von amerikanischen Wertheu Georgia-Aid lVb%, 3% Nashville und Atlantic je V2% nachgebend. Es muß hier nachgetragen werden, daß Georgia-Aid am Samstag und Sonntag den Coursstand von 55% inne hatten und dies in Folge eines beim Frankfurter Eomitö eingelaufenen Cabeltelegramms, wonach Herr Wolfse dem neuen Arrangement mit dem Newyorker Hause Seligmann seine bisher fehlende, zum Perfectwerden des Arrangements erforderliche Zustimmung nunmehr officiell er- theilt hat. Weiter besagte die Depesche, daß auch wegen der übrigen noch nicht erledigten Punkte ein Einverständniß erzielt worden sei. Das Comitö wird demnächst eine Sitzung hierüber abhalten. Distillerie der Abtei zu Fecamp (Frankreich) Veritable Liqncur llciiediclilie der Benedictiner Mönche. Vortrefflich, tonisch, den Appetit und die Verdauung befördernd. Ernst Balser, Mänaburgj empfiehlt sein wohlassortirtes Lager Nicht allein jedes Siegel, jede Etiquette, sondern auch der Gesammteindruck der Flasche ist gesetzlich eingetragen und geschützt. Vor jeder Nachahmung oder Verkaufs von Nachahmungen wird mithin ernstlich gewarnt und zwar nicht allein wegen der zu gewärtigenden gesetzlichen Folgen, sondern auch hinsichtlich der für die Gesundheit zu befürchtenden Nachtheile. Man findet den echten Benedletlner Llqueur bei Nachgenannten, die sich schriftlich verpflichtet haben, keine Nachahmung zu verkaufen. lb kann nirgends onbrri m eme Kompensation °ten gegen das osmaiW' 1 militärisch überleg ■ Dichtung nach den zum miauen der Bulgaren cc des englischen (Mbiurä £ ■ Kluft täglich mehr; tii utigei^Zusammenstoß Hamm Kosten seinen umM uferen; in Konstantias *ss**' 1 (0 ) lialtU' n Sort Maschinen-TreibrLemen, ALäh- und Binderiemen, Elevator-Becher, Riemenverbinder, Schrauben u. Locheisen. 86Ä9 JLouis Wittich II* Täglich Lebendfr. Schellfisch Pfund 18 Pf., Hechte, Pfund 70 Pf«, Holl.Austern, Dtzd. M. 1,20 Feinste Kieler Sprotten u. Bücklinge, ger. Aal, ger. Rheinlachs, Lachsforellen, Aal in Gelee, neuer Ruff. 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