M 4 = * Sf| ? 3 *5? enthalt: urnuletn§ von Jtzlrbk« m Witter Mnbd)(r L“S .3,0l»e"hir«. ■ *> MenM. - m. Baume, von ® Wta «MHfc* Jjrirttn Stifaoe: gi„ m Serlm. — Umfcjau ic kauf von Z leieht ei,J peci&liiäten der LI- mehe wild ein Al für Gleesen u. l» günstigen Bedingungn Offerten unter EN.77 BL W F 16 16 20 16 9 4 ifler Ma im, mtldin idiu &enM, fiidjt Stellung o/r. ÄMl b. As. ide !„•/; o-reigs eriales - 4 iM 30j fiOj 19^ "°l"- i»u6ii 5M' MartmM"» DienstM^^ Willigst «p«rirt ** fri kaust twig Herbert IlchMiLW-r^» ilten ienffüt»»»'" ”lil >er W-d^--- stimme» ;nt u. auf EinitV Ler u. auswärts, Reparaturen tadelloser, feinster durch 4831 dolph, Giessen, rumenten-Lager. Rr. 2L8 Samstag den 19. September ISSA tz-iehener Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. MMTOOMr vchukstraß« 7. Erscheint teglidt mit A^nehme beS Ms«tagß. ?Teii vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit . . _________________ Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 M. WMg"—»MU l«rTTW»nrn 1 ■ MMWMBMMaMBBMMMiari- TMBIIginn Amtlicher Hy eil. Bekanntmachung. °rd-n $Cr 2Bafenm,ifitr 3“ 5attcnrob Heinrich Seip IV. ist zugleich als Wasenmeister für die Gemeinde Saasen bestellt und als solcher verpflichtet Gießen, am 15. September 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 18. September. Den glänzenden Kaisertagen in Baden find nun gleich erhebende, durch die Anwesenheit des Kaisers und der ihn begleitenden Fürstlich- kriten und sonstigen hervorragenden Persönlichkeiten ausgezeichnete Tage für bafl würltembergische Nachbarland gefolgt. Nach den bekannt gewordenen Dispositionen war die Ankunft des Kaisers in Stuttgart auf diesen Freitag, Mittags 1 Uhr, festgesetzt; der hohe Herr gedenkt daselbst bis Mittwoch, den 23. d. Mts., zu verweilen und noch am Nachmittag des genannten Tages nich Baden-Baden abzureisen. Das Befinden des greisen Monarchen ist trotz drr großen Anstrengungen, welche die letzten Tage für ihn mit stch brachten, em durchaus erfreuliches. Der Bundesrath hat sich in seiner am Dienstag abgehaltenen Plenarsitzung außer mit den Ausführungs-Bestimmungen zum Börsensteuer- G esetz auch mit einigen Vorlagen bezüglich des Unfallversicherung-Gesetzes, sowie rrrit der Verlängerung des über Berlin und Hamburg nebst Umgegend ver- hrngten kleinen Belagerungs-Zustandes beschäftigt. Bezüglich des ersteren Prunktes wird gemeldet, daß dec Bundesrath den Anträgen des Ausschuffes zu bim Ausführungs-Bestimmungen des Börsensteuer-Gesetzes einhellig zugestimmt h. r. Die Plenarberathung derselben ist also durchaus nicht entgegen vielfach gehegten Annahmen, aus besondere Schwierigkeiten gestoßen. Die Eingabe, betp. . ott Novelle zu dem erwähnten Gesetz, wurde durch den Bundesraths-Beschluß vom 21. Mai für erledigt erachtet. Das Interesse an den Vorgängen in der inneren Politik corncentrirt sich allgemach auf die preußischen Landtags wählen, nachdem es als gewiß zu betrachten ist, daß die Urwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause tun 5. November, die Wahlen der Abgeordneten selbst eine Woche später, am 12. November vor sich gehen werden. Allerdings liegt auch jetzt noch keine officielle Bestätigung dieser übereinstimmend von allen Blättern gebrachten Notiz vor; da sie indeffen bei den officiösen Blättern auch keinen Widerspruch findet, ||io darf man wohl den genannten Termin als endgültig feststehend betrachten. Zo recht in Fluß will die Agitation aber noch nicht kommen, wenngleich sich b!e größeren Versammlungen der einzelnen Parteien mehren, denn zu gleicher Zeit mit dem deutschfreisinnigen Parteitag in Breslau tagte in Neumünster der cor.servalive Verein für Schleswig-Holstein und die Hannoverschen Nationalliberalen beabsichtigen demnächst in Hannover einen Parteitag abzuhalten. Der Hauptgrund für den lauen Charakter der Wahlbewegung ist jedenfalls darin zu suchen, daß es an einem geeigneten Agitationsstoff, an einem ergiebigen Thema für Wahlreden fehlt; erst wenn die Regierung mit bestimmten Vorschlägen für die neue Landtagssession hervorgetreten sein wird, dürste hiermit auch ein geeignet es Material zu Wahlreden pro und contra gegeben sein. Während sich so d'.e preußischen Wähler aus die Wahlen erst langsam vorbereiten, hat die Land- tagSwahl-Campagne im Königreich Sachsen am Dienstag ihren Abschluß gesunden. So weit sich das Resultat übersehen läßt, haben die Ergänzungs- vahlen zur zweiten sächsischen Kammer, von denen 18 ländliche und 15 städtische Lohlkreise betroffen wurden, in den gegenseitigen Stärke-Verhältniffen der Par- Ikien und in dem vorwiegend conservativen Charakter der Kammer nicht viel ^ändert. Das Schwergewicht der Wahlbewegunz lag in dem starken Hervor- trzten der Socialdewokraten, welche mit 12 Candidaten auf dem Plane erschie- icn waren. Diese Partei kann sich auch, Dank der in den betr. Wahlkreisen Urschenden Zerfahrenheit der Ordnungsparteien, zweier nicht zu unterschätzenden Srfolge rühmen, denn in Dresden-Neustadt und in Chemnitz (Land), welche toben Wahlkreise bisher in den Händen der Conservativen waren, wurden die io.-ialdemokratischen Candidaten gewählt; auch 'in Zwickau (Land) siegte der ssäaldemokratische Canoidat. Dagegen gelang es, die Stadt Chemnitz den cocialbemof raten wieder abzunehmen und auch in Leipzig (Land) scheint der Intrige socialdemokratische Vertreter unterlegen zu sein. Bemerkenswerth ist -imer die Niederlage des langjährigen fortschrittlichen Vertreters für Dresden- Dftadt, des Kaufmanns Walter, welcher einem Conservativen weichen mußte. U Allgemeinen kann man indessen sagen, daß in den meisten Wahlkreisen der 'fchrrige Besitzstand der Parteien gewahrt worden ist. Die internationale Telegraphen-Conferenz in Berlin ist «n gestrigen Tage geschlossen worden, nachdem ihr Hauptzweck, die Herstellung ms einheitlichen Tarifsystems, erreicht worden ist. Die französische Republik steht unter dem Zeichen der Wahlreden M Wahlbanketts und fast jeder Tag bringt eine auf die bevorstehenden Wahlen tägliche Kundgebung dieser und jener hervorragenden politischen Persönlichkeit, h Sonntag hielt Herr Clemenceau in Draguignan eine Rede, welche einen jmjißen heftigen Ausfall gegen die Opportunisten bildete, die der Führer der Radikalen als „Possenreißer" charakterisirte. Am folgenden Tage entwickelte der Minister des Innern, Allain-Targö, sein Wahlprogamm auf einem zu Paris stattgefundenen Wahl-Bankett. Die Rede Allain-Targö's war im Wesentlichen „ eigentlich nur eine Wiederholung der bekannten Wahlrede des Ministerpräsidenten r Brisson. Selbstverständlich versicherte der Minister seine Solidarität mit Brisson t plaidirte des Weiteren für Trennung der Kirche vom Staate und bezeichnete als eine besonders dringliche Frage die bessere Vertheilung der Steuerlasten. Ferner erklärte Allain - Targö, daß man aus den gegenwärtig in Frankreichs z Lefitz befindlichen Colonieen möglichsten Nutzen ziehen müsse; entschieden sprach er sich gegen eine Politik der Eroberung aus. Der Minister schloß mit der Hoffnung, daß die freien Wahlen eine regierungsfreundliche demokratische Majo- ' rität ergeben würden. 1 Aus Anam ist als wichtigstes Ereigniß die unter französischer „Pro- - tection" erfolgte Einsetzung eines neuen Königs zu verzeichnen. Derselbe heißt , Chauluong und ist ein Adoptivsohn des srüheren Herrschers Tuduc. . Chauluong hat am Dienstag seinen feierlichen Einzug in die Residenzstadt Huö i gehalten, begleitet von den anamitischen Prinzen von Geblüt, dem höchsten Rathe i und dem Hofe. Französische und anamitifche Truppen bildeten Spalier und die i Flaggen Fr^kreichs und Anams wehten über dem königlichen Palais. Natür- i lich versichM der junge König — er ist erst 23* Jahre alt — feine tiefste Anhänglichkeit an Frankreich und hat man es wohl als ein Zeichen der Erkennt- ; lichkeit der Franzosen für diese Gesinnung zu betrachten, daß dem König Chauluong alle Kunstschätze, welche jene bei der Eroberung Huos in Beschlag genommen hatten, ausgeliefert worden sind. Ob die Einsetzung eines neuen Herrschers den in Anam herrschenden Unruhen ein Ende machen wird, ist sehr zu bezweifeln, vorläufig ruht der Thron Chauluong's lediglich auf den französischen Bajonetten. In der Antwerpener Weltausstellung, welche als in allen ihren Theilen gelungen bezeichnet werden muß, sind am Montag die Preise vertheilt worden. Nach der feierlichen Verkündigung der Namen der prämiirten Aussteller besuchte das belgische Königspaar die AuSstellunFund verweilte namentlich längere Zeit bei der dänischen Baracke, welche den Preis der deutschen Kaiserin erhalten hatte. — Es wird jetzt mit Bestimmtheit versichert, daß König Leopold seinen Besuch am Berliner Hose, der für dieses Frühjahr angekündigt war, aber wegen der Erkrankung des Kaisers verschoben wurde, noch im Laufe dieses Herbstes ausführen werde, und zwar alsbald nach der Rückkehr des Kaisers aus Süddeutschland. Der Besuch des belgischen Herrschers in Berlin ist mit keinerlei politischen Fragen in Verbindung zu bringen, König Leopold wünscht lediglich dem Kaiser seinen persönlichen Dank für die wohlwollende Förderung abzu- statten, welche die Congo-Frage Seitens der deutschen Regierung erfahren hat. Wie im vorigen Jahre, so hat auch heuer die Cholera von Südfrankreich aus, wo sie jetzt Dem Erlöschen nahe ist, die Alpen überschritten und sich in Ober-Italien eingebürgert. Doch scheint der Hauplheerd der Seuche die Insel Sicilien zu sein, wo sie verrnuthlich von einem aus Marseille oder Toulon kommenden Schiffe eingeschleppt worden ist; von Sicilien aus hat die Cholera auch bereits die benachbarten italienischen Provinzen ergriffen. Das officielle Cholera-Bulletin vom Dienstag besagt, daß vom 13. d. Mts., Mitternacht, bis zum 14. d. Mts., Mitternacht, in der Provinz Parma 12 Cholera-Erkrankungen und 8 Cholera-Todesfälle, in Reggia-Emilia 2 Erkrankungen und in der Provinz Palermo 13 Erkrankungen und 4 Todesfälle vorgekommen sind. Diese Ziffern sind allerdings sehr Niedrig, es bleibt aber abzuwarten, ob hier nicht wieder eine Schönfärberei vorliegt, wie sie die italienischen Behörden schon im vorigen Jahre liebten. Aus Rußland kommt die wenig erfreuliche Nachricht von einer abermaligen bevorstehenden Zollerhöhung, die sich in erster Linie gegen Deutschland richten würde. Die russische Regierung soll nämlich beabsichtigen, den Zoll für Roheisen, Gußeisen und Erze noch weiter zu erhöhen, angeblich, weil sich Die letzte Zollerhöhung der ausländischen Concurrenz gegenüber als nicht genügend wirksam erwiesen hat. Darwstadt, 17. September. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 16. September den ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landesuniversität, Dr. Rudolph Stammler, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. October d. Js. an aus dem Dienste zu entlassen, an dems. Tage den Staatsanwatt beim Landgericht der Provinz Rheinhessen, Dr. Heinrich Gaßner, auf sein Nachsuchen aus dem Dienste zu entlassen. ______________ Vermischtes. Darmstadt, 16. September. sMilitärdienstnachricht.) Greifenhagen, Unterarzt vom 2. Großherzogl. Hess. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, wurde mit der Wahrnehmung einer bei dem genannten Truppentheile vacanten Assiftenzarzt- stelle beauftragt. Darmstadt, 17. September. Betreffs der am 1.Decemberd.I. stattffndenden Volkszählung treffen einzelne Grotzh. Kreisämter bereits die einleitenden Anordnungen. Das Großh. Ministerium des Innern hat hierzu „Bestimmungen" und „Jnsttuctionen für die Zähler" aufgestellt. Die Zählung erfolgt durch Zählungscommissionen, welche von den Kreisämtern bestellt werden. Die Großh. Bürgermeister sind zu Vorsitzenden der Zählungs-Commissionen der zu ihrer Bürgermeisterei gehörigen Gemeinden ernannt; dieselben haben alsbald eine entsprechende Anzahl von zu Mitgliedern der Zählungs- Commissionen geeignete Personen (vorzugsweise Geistliche, Lehrer, Rechner rc.) vor- zuschlagen. Wie für die letzte Volkszählung, ist auch für die bevorstehende das Verfahren mit Zählkarten zu Grunde gelegt und erstreckt sich die Ausfertigung derselben nicht allein auf alle anwesenden, sondern auch auf die vorübergehend abwesenden Personen. Telegraphische Depeschen. Bolff’l uuet. Lorresponden, > Bureau. »erlin, 17. September. Nach einer heute ergangenen Entscheidung des Strafsenats des Kammergerichts sind religiöse Versammlungen zu denjenigen zu rechnen, worin öffentliche Angelegenheiten erörtert werden fallen und es muffen derartige Versammlungen und Vereine polizeilich angcmeldet werden, soweit sie keine Corporations- rechte b-sitzm^ „ empfängt aus Corea die telegraphische Nachricht, der bekannte cipllisatorische Resormator des Landes, Herr °. Mollendori sei seiner amtlichen Stellung enthoben. Mangels weiterer M.ttheilungen über d,e Ver-nlaffung des für Korea bedeutungsvollen Ereignisses sc, deffen Tragweite für die Entwicklung be5 La^es^noch^'^uberffhbar. fanb bie Schlußsitzung der Internationalen Telegraphenconscrenz statt. Nach der Verlesung des Protokolls der vorletzten Sitzung erfolgte der Austaufch der Erklärungen der Dclcgirten der Türket, Rumäniens, Serbiens und Bulgariens betreffs der limitrophen Verbaltniffc. Dann wurde der fünfte Bericht der Tarif-Commission, welcher die sch,etlichen Erklärungen bezüglich der Kabelgebühren für Australien enthält, verlesen und diskulirt, hieraus mit uber- nfteaender Majorität Paris als Sitz der nächsten Contercn, gewählt, wo dieselbe im labre 1890 25 Jahre nach dem daselbst erfolgten Ablchluffe des ersten lnlernationalen Telcaraphenvertrags Zusammentritt. Ter französische D-Iegirt- erklärte die Zustimmung Frankreichs. Demnächst erfolgt- die Unterzeichnung der 34 Exemplare des Uebercm- ommens worauf Stephan die Schlußrede hielt. Der erste D-leg.rtc Englands erwiderte und sprach dem Präsidenten den Dank der Vcrfammlung aus. Der Vertreter Portugals gedachte in warmen Worten der gastlichen Aufnahme, welche die Conserenz überall in Deutschland, besonders in Berlin, den H-ms-stadtm und Kiel gefunden habe und sprach seine Bewunderung für den überall wahrnehmbaren Ausschwung Deutschlands aus. Hieraus erklärte der Präsident die Conscrenz für geschlossen. Berlin 17. September. Di- Rede des Staatssecrctars Stephan, welche die ^elearaphenconferenz schloß, enthielt einen Rückblick auf die Arbeiten der Conferenz. Der Redner hob die große Reform des Tarifsystems hervor, wodurch em wichtiger Fortschritt für die Vereinfachung und für die Unification der bisherigen zahlreichen Taxen erzielt und gleichmäßige Grundlagen für die Tarife in Gejammteuropa herbeigeführt wurden, die eine Ermäßigung der Taxen zulasten. Auch für das au^r- euroväische System hätten die Eoncessionen mehrerer größerer Eabelgesellschaften Re- ductionen ermöglicht. Aus den Berathungen dürfe man. schließen, daß man da, wo Reductionen noch nicht möglich oder unzureichend waren, tn 2 oder ^ ^hren sich der allgemeinen Bewegung anschließen werde. Die nächste^Eonferenz, deren Sitz-Paris sei werde unter geschickter Leitung der französischen Administration gewiß das Werk vollenden. Mehrere Eoncessionen seien unter Bedingungen gemacht, doch sei bei dem allgemein hervl>rtretenden besten Willen und da der Termin des Inkrafttretens der Beschlüsse vom 1. Juli 1886 dazu Zeit gewähre, zu hoffen, daß auch nach dieser Richtung das Werk gänzlich vollendet werde. Der Redner gedenkt mit großer An- erkmnung des lebhaften Eifers und der großen Beharrlichkeit, roonnt die Konferenz fid) den angestrengten Arbeiten gewidmet habe und dankt namentlich den Vorsitzenden beider Eommissionen, Brunner v. Wattenwyl und Hake, sowie deren Referenten ^ri- boura und Delarge, ferner dem internationalen Bureau und desten Director Eurchod und dem Secretär. Wenn die Konferenz auf das Resultat der Arbeiten und deren Konsequenzen zurückblicke, so dürfe sie befriedigt sein, daß so mel Anstrengungen zu so glücklichem Ende geführt seien. Der Redner gedenkt endlich des herzlichen, fruchtbaren ^usammenarbeitens und des Ideenaustausches, der gegenseitigen persönlichen Annäherung und schließt: „Die besten Wünsche der Kaiserlichen Regierung begleiten Sie in die Heimath; dieselbe wird glücklich sein, wenn Sie den tn Deutschland und seiner Hauptstadt zugebrachten Tagen ein gutes Andenken bewahren." Straßburg, 17. September. Die Naturforscher-Versammlung vereinigte sich beute zu einem zwanglosen Begrüßungsabend im Eioil - Casino. Es sind fremde Koryphäen anwesend, u. A.: Roser, Thierfelder, Virchow, Lichthenn, His, Koehm, Czerny, Ohlshausen, Winkel, Rosenthal. ,c c r , Kopenhagen, 17. September. Der „Nationaltidende zufolge ffnqg^ die Vermählung der Prinzessin von Chartres mit dem Prinzen Waldemar am 22. October m Frankr^ch^statt.^7 umlaufenden Gerüchte, Frankreich habe von Marocco die Abtretung der Oase Figuig verlangt, werden von unterrichteter Seite als mtbe- gründet bezeichnet. . , . T — Der Präsident der Marseiller Handelskammer empfing em Telegramm Freycinct's, demzufolge die Schwierigkeiteii, welche wegen der französischen Besitzungen von Popo an der Sklavenküste und des benachbarten Gebietes entstanden waren, glücklich erlangt ^^ptember. Im heutigen Ministerrathe erklärte Freycinet, es sei ihm nichts bekannt, wodurch das Gerücht von einem Protest Chinas gegen die Einsetzung eines neuen Königs in Anam gerechtfertigt sei. Am Samstag empfängt Freycinet Waddington, der sich alsbald nach London zurückbegibt — Dem „Temps" zufolge kehren sämmtliche französische Botschafter nut Ende des Monats auf ihre Posten zurück. Der Wochenbericht über die Gesundheitsverhaltmste tn Paris constattrt, daß in der gestern abgeschlossenen Woche nur 803 Todesfälle vorkamen gegen 878 in der Vorwoche; der Gesundheitszustand sei demnach ein vorzüglicher. Vier Militar- «rtonen starben an Dyssenterie; ein Cholerafall ist nicht vorgekommen. Madrid, 17. September. Wegen leichten Unwohlseins des Königs wurde der Ministerrath auf morgen verschoben. — Der Dampfer „San Quintin" ist in Manila eingetroffen; er hat an Bord den Militärgouverneur von $ap, Capriles. Rom, 17. September. Stach dem Cholerabulletin sind gestern in der Provinz Palermo 38 Erkrankungen und 20 Todesfälle, in der Provinz Parma 20 Erkrankungen und 6 Todesfälle vorgekommen. £ t „ ,r . Petersburg, 17. September. Anläßlich der Worte des Katscrs Wilhelm in Karlsruhe an das freiwillige Krankenpfleger-Corps, daß das Corps noch lange Jahre nicht genöthigt sein möge, die gewonnenen Kenntnisse im Kriege zu bewähren, sagt das Journal de St. Petersbourg": Die Völker seien stets glücklich, derartige Wünsche von der Höhe des Thrones zu hören und Deutschland ganz besonders sei dem verehrungswürdigen Herrscher dafür dankbar, daß derselbe jede Gelegenheit ergreift, die Politik des Friedens zu betonen, die sowohl von seiner Regierung wie von den Alliirten befolgt werde.____________________________ UniverfitätS- Chronik. Mit der provisor. Leitung des Geodätischen Instituts zu Berlin ist nach General Bayers Tode der bisherige Sectionschef, Prof. Boersch, ein geborener Kurhesse, vom Cultusminister betraut worden. Im Ministerium ist man dem Plane nicht abgeneigt, das Institut nach Potsdam zu verlegen, wo es in eine enge Verbindung mit der Sonnenwarte gebracht werden könnte. Handel und Verkehr. — Die Reichsschulden-Verwaltung theilt mit, daß die durch viele Blätter ge gangene Nachricht, die Einlösung der alten Reichskassenscheine bei der Controle der preußischen Staatspapiere höre mit dem 15. dss. Mts. auf, unrichtig ist, da in dem Reichsgeseh vom 21. Juli v. I. (Reichsgesetzblatt S. 172), betreffend die Einziehung der mit dem Datum vom 11. Juli 1874 ausgefertigten Reichskassenscheine für du Einlösung dieser Scheine bei der königlich preußischen Conttole der Staatspapiere kein Endtermin bestimmt ist und demgemäß bei derselben eine solche Einlösung auch nach dem 15. d. M. jederzeit stattfindet. Gottesdienst in der Synagoge. Versöhnungstag. , Freitag Abend 6 Uhr, Samstag Morgen 7 Uhr, Samstag Abend 650 Uhr. Kirchliche Anzeigen -er Stadt Oieftev. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag den 19. September. Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Schlosser. 16. Sonntag nach Trinitatis, 20. September. Vormittags 9Vi Pfarrer Droß, Reiseprediger für die innere Mission aus Berlin- Feier des heiligen Abendmahls. Nachmittags 2Vr Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkirche: fällt aus. , , Montag, den 21. September, Abends 8 Uhr, Bibel stunde tn der Kleinkinder' schule, Joh. Kap. 14, von Vers 28 an, Pfarrer vr. Naumann. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 20. bis 26. September besorg! Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. 17. Sonntag nach Pfingsten. Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der b- Eom» munion- Um Vt10 Uhr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Sakramentalische Andachl- Karlsruhe. Dor einigen Tagen beendigte Herr Maler Tuttine seine Rundreise im badischen Lande, welche er machte, um Personen in den verschiedenen, Landestrachten zu werben, welche am Tage des Einzugs des Erbgroßherzogs mit der Prinzessin Hilda ihre Huldigungen darzubringen haben. Die letzteren wurden in den Bezucken Tauberbifchofsheim und Wertheim gewonnen, so daß jetzt im Ganzen gegen 800 Personen in 19 Gruppen in Karlsruhe am 26. September anwesend sein werden. — Herr Tuttine glaubt, daß diese Vorführung in Landestrachten wohl in spater Zeit nie mehr in dieiem Umfange möglich sein werde, da dieselben immer mehr an Reinheit verlieren, mehr mit modernen Trachten vermischt und bald ganz verschwinden werden. — Ueber den Untergang des deutschen Torpedoboots im Großen Belt sind der Kopenhagener „Nat.-Tid." folgende Mittbeilungen aus Korsör zugegangen: Wahrend eines Nacktmanövers (in der Nacht vom 8. zum 9. d. M.), welches ein aus i Torpedobooten bestehendes deutsches Geschwader int Gewässer bei Omösund hielt, pasttrte das Unglück, daß eines dieser Torpedoboote von einem anderen in den Grund gebohrt wurde; das Schiff sank auf ca. 9 Faden Wasser. Es glückte jedoch, die Besatzung bis auf einen Mann, der ertrank, zu retten. Bon Korsör ist keine Hilfe ausgegangen oder verlangt worden. Das deutsche Torpedoboot Nr. 9 kam heute (9.) früh 8®/< Uhr hier an und dessen Chef machte von hier aus telegraphische Mittheilung über das Unglück. Die übrigen Torpedoboote, mit Ausnahme von zweien, welche heute Morgen nordwärts gingen, befinden sich wohl noch bei der Unglücksstelle. Fischer, welche tm Belte mit ihren Treibnetzen lagen und das Manöver der Torpedoboote mit angesehen hatten, brachten die erste Nachricht von dem Zusammenstoß nach Korsör. Ein Fischer, der ich in kurzer Entfernung von den deutschen Torpedobooten befand, als das Unglück passirte, berichtet: Die 7 Torpedoboote gingen in Kielwasserlinie von Süd nach Nord, als plötzlich das erste Boot, ungewiß aus welchem Grunde, stoppte und feitroärts abbog; das zweite Boot folgte diesem Manöver, aber das dritte in der Reihe muß wahrscheinlich nicht zur rechten Zeit gestoppt haben (die Boote gingen mit großer Schnelligkeit) oder eine verkehrte Wendung gemacht haben, denn es lies auf das zweite Boot und das Unglück erfolgte. Man hörte einen Krach, dann laute Commandoruse jinb Hilfegeschrei, die noch so lange andauerten, als der Fischer sich in dem Gewässer befand. — Im 2. Quartal d. I. hat unser Heer 19 active Offiziere, 10 Offiziere des Beurlaubtenstandes und 6 Sanitäts-Offiziere, zusammen also 35 Offiziere, durch den Tod verloren. Bei der großen Zahl von Offizieren ist diese Verlustziffer relativ niedrig, sehr bedeutend ist dagegen im Verhältniß die Zahl der Offiziere in höchsten Stellen, welche der Tod in einem Vierteljahr abberufen hat. Es befinden sich unter ihnen 2 General-Feldmarschälle (Prinz Friedrich Karl und Freiherr von Manteuffel) und 3 Generäle der Infanterie (Vogel von Falckenstein, Karl Anton Fürst von Hoben- zollern und von Gottberg). Eine so hohe Zahl ist noch niemals in der amtlichen Nachweisung der Todesfälle für ein Friedensquartal veröffentlicht worden. Essen, 16. September. Ein Passagiergut eigener Art kam vor einigen Tagen von Hamburg aus hier an, nämlich eine riesige Schildkröte im Gewicht von 260 Pfd. Das Thier war 1,20 Meter lang und 0,70 Meter breit und für Herrn Krupp am Villa Hügel bestimmt, woselbst es geschlachtet, zerkleinert und in Büchsen eingemacht werden soll. An Fracht von Hamburg und Zoll waren, wie die „E. D/ nuttheilt, für die Schildkröte 73 JL zu zahlen. — Am Donnerstag ist auf dem Harz der erste Herbstschnee gefallen und zwar zwischen dem Sonnenberge und dem Bruchberge bei Andreasberg. Gleichzeitig zogen leichte Gewitter über den Oberharz. — sEnglische Unverschämtheit.^ Die bekannte Sängerin Frau Schröder-Hanfstängl fuhr mit einer Begleiterin nach Frankfurt: Im Coupä hatte eine Engländerin eine Menge kleiner Neiseeffecten ausgebreitet; als die Sängerin höflichst um etwas Platz ersuchte und die Sacken zurückschob, da keine Antwort erfolgte, erhielt sie einen Schlag ins Gesicht. Die Engländerin wurde in Frankfurt verhaftet. — sJung gewohnt, alt gethanlj Der außerordentliche Professor C. in Wien soll sich Bewegung machen und er nimmt deshalb Reitstunden. Nach Absolvirung derselben unternimmt der Kühne auch weitere Spazierritte und auf einem derselben begegnet ihm eine Militärkapelle. Wohl wissend, daß sein alter Gaul em ehemals Soldatenpferd sei, suchte sich der Professor eiligst vor den Trompetcnklangen aus dem Staube zu machen, allein der Gaul war stärker, als sein Reiter. Er trabte unauv haltsam der Musik zu, setzte sich an die Spitze derselben und tänzelte trotz der Gegenwehr des Professors stolz schnaubend vor den Musikern einher. „Der alte 5)oll. riefen die Jungen auf der Straße und die Leute lachten sich zu Thronen ob des grotesken Anblicks, bis endlich ein Mitleidiger den Schimmel beim Zügel packte und bet Seite führte, um den Unglücklichen absteigen zu lassen. — Die Jäger im Jülicherlande haben ein probates Mittel gefunden, ihre Jagden mit Feldhühnern zu bevölkern. Jeder Knecht nämlich, der em Nest findet und es sorgsam behütet, erhält für jedes Ei, wenn das Küchlein ausgekrochen ist. 15 3 Schneidet er ein Nest an und bringt die Eier den Jägern, so erhalt er pro (5i 10 diese Eier werden von den Haushühnern ausgebrütet und später die Küchlein zu Felde gebracht. So wurden in einer Jagdparcelle 348 Eier gerettet. Die Knechte, welche früher ihre Lust darin fanden, die Eier zu nehmen und in Schnuren als Jimmerzierde unter den Spiegel zu hängen, sind nunmehr die eifrigsten Beschützer der Feldhühner geworden. Ein Knecht soll sich durch diesen Schutz in diesem Jahre 14** verdient haben. 9ett" M, Satl „ «an der N 16 *Lb hie rZrZ den 21 . ^nnittajs um 9' M-n werden. £5M9i|tir Äam N. »urgerme & T^eiger 1 "bereu £ J"3 '' Rödg?"- j ottbe: Nur* Qn dem Konkm N*"3’S i“ § wni ®b, N * X ttmiit ouf Dien-tag d. b. Sormdtac vor tat Grohhn WM bistmrnt. 0ii6en, den lk Neid Sjchretder Q Mniit Unter Bezngnc GlokhiPMem in dem Konknrät mamti Philip? beraumten Schluß kann!, daß bie Re 53 4 deMchchtM tragen 6330 JL16. plan liegt auf der -do hienzen Amtsge GW, den 11. Der Kc «__J OliSlfflK ?i‘Ä 1 'N bm 1” ta< b«5 M, bi^Ä’* ! «ftttfe ailäa,„ a6un« dir * '(9.) frü’3®» »btt • ["tag ü6(r bitt I lcht tattf Nü(t MK* MA *K «* N»t. Machst mit M«a ,Mui len mit gr°k,r İ'^ -ei auf ?uL®“*«bÄ W IN bem Stnijjti 'fe’POfcb« ® Offtliere, durch bm «lutetrelafimitbrig L'N Wen Stellt» itfinbtn fid) unttt ihnen Won Fürst Mn maßtabttamtlid),’ ittwfit worben. rt kam vor einigen Tam tm Gewicht von 260 H mb für Herrn Krupp W mb in Büchsen eingtiM wre bie „E. V." mitthck östschnee gefallen unb jwn asberg. Gleichzeitig zog« >erin Fran EchröberchM ipö hatte eine ßnglänbmr igerin höflichst um M- t erfolgte, erhielt sie tma verhaftet. iche Professor 6. in Ma mben. Wad) Wbfolnirc. unb auf einem betreib -Her Gaul dn ^mal- ompeteEMn tue: -eiter. 6t trabte MM trotz bei'M Mer. „Der alte i,--' uThränen obbes gr« zügel packle unb bei &fct ,te§ Mittel gefunden, A imlich, ber ein Nell W , Küchlein ansgekrochen i? n Sägern, I- <#« ? P iitet und ipaftr bie M® Ein gerettet. Du M* men unb in &rmm J bit eifrigften SW"1; chutz in bitjtm 3«b«144 Schlosser- hls- •Iftunbe m *,“»»»** Bekanntmachung. Be! r.: Conkurs über das Vermögen des Kaufmanns Karl Petri in Gießen. Nachdem der Zwangsvergleich vom 26. August 1885 rechtskräftig bestätigt ist, wird hiermit das ConkurS- versahren aufgehoben und dem Karl Petri die Verfügung über die seitherige ConkurSmasie überwiesen. Gießen, den 18. September 1885. Grobherzogliches Amtsgericht Gießen. Müller. 6676 _________ Neidhart. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das vermögen des Kaufmanns Philipp -tau'in Gießen ist zur Abnahme dec Schlußrechnung des Verwalters, 3uc Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Ver- theilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerth- baren Vermögensstücke der Schluß - lemiin aus DtenStag d. 6. October 1883 Vormittags 9 Uhr, vor dem Großherzogl. Amtsgerichte hierselbst bestimmt. Gießen, den 16. September 1885. Neidhart, 6659 Gmchtsschreiber Großh. Amtsgerichts. Bekanntmachung. Hinter Bezugnahme auf den von Grobherzoglichem Amtsgerichte Gießen in dem Konkursverfahren des Kauf- mirnns Philipp Nau daselbst an- beraumten Schlußtermin mache ich bekamt, daß die Nestmasse mit 1283 53 zur Vertheilung kommt. Die zu berücksichtigenden Forderungen betrogen 6330 • Ohnacker in Darmstadt im alleinigen General-Debit übergeben. 6664 Der Darmstädter Pferdemarkt-Verein. 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