Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz»Bureau. Berlin, 17. Juni. Der „Reichsanzeiger" schreibt anläßlich des Ablebens des Feldmarschalls Manteuffel: Die Armee und das Vaterland haben wiederum den Verlust eines hochgestellten Heerführers zu betrauern. Seine strenge Auffassung der Berufspflichten, seine selbstlose Hingebung an den Heeresdienst und den Staatsdienst, sein mit Milde und Wohlwollen gepaartes Wesen machten den Verewigten zum leuchtenden Vorbild für die Untergebenen, zu einem erprobten und bewährten Diener von Kaiser und Reich. Wie er in treuer, nie rastender Arbeit das Ansehen und die Tüchtigkeit preußischen Wesens und preußischer Art mehren half, ebenso war er ein zu vielseitiger Verwendung befähigter Staatsmann und General, ein für die Macht und Größe seines Vaterlandes warm begeisterter Patriot. Sein Andenken wird in den Annalen der vaterländischen Geschichte stets einen hohen Ehrenplatz einnehmen. München, 17. Juni. Prinz Ludwig Ferdinand ist in Vertretung des Königs zur Theiinahme an den Leichenfeierlichkeiten für den Prinzen Friedrich Carl um 51/2 Uhr Nachmittags nach Potsdam abgereist. — Die Minister v. Lutz und v. Crailsheim stnd heute Abend 7 Uhr nach Kissingen gereist. c Brünn, 17. Juni. Gestern Abend 6V2 Uhr fcnrd hier aus Anlaß von Differenzen über die Arbeitszeit ein Arbeiterkrawall statt. Die Arbeiter überfielen die Fabrikgebättde mehrerer Firmen und zertrümmerten durch Steinwürse die Fensterscheiben, Thüren rc. In Folge dessen mußte das Militär einschreiten und von der Waffe Gebrauch machen, wobei mehrere Verwundungen vorkamen und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wurden. 2 Officiere und 6 Soldaten wurden durch Steinwürfe verletzt. Um IIV2 Uhr Abends war die Ruhe wieder hergestellt. Karlsbad, 17. Juni. Der Statthalter Feldmarschall v. Manteuffel erkrankte vor zwei Tagen an einer Lungenentzündung, anscheinend in Folge einer Erkältung, die mieten. otbt111^ eWwu '-Mr --Nn()O||trajjt' ft un9 !u vemiethen. —___Eders^chj 'ernn^en der 3,'eiu M««»w uoin, ©flrtenj'tr, 27,i[.-: 3. Stock meines Ö 1t Zubehör, pr. 1. ZG Augusts, jsamilienlogis von 5 H iethm. Bahnbosstr^ gis von ^Zimmern M und bis zum 1. SM Balth. Ltrani öblirtes Zimmer m-M _________Marktes nöbl Zimmer mit G& • Zimmer zu vermie!^ ^Ludwigsstrafi H nt mit Wobnung, gr t! Wettergasse ob me mitPserdestakl u.Rr Carl WeO M, N* MS' Wmbl ^Dienstmädihmklil.Es Kutscher findet Sck ampfmolkereiGM Zim mrb W G. Rühl, Spengln in der NeüM- £ltgWu W#0* Freitag den 19. Juni 188» Nr. 139 ießmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 7. geeint mit W-e M Montags Amtlicher dheit. Betreffend: Maßregeln gegen den Coloradokäfer. Gießen, am 17. Juni 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des KreifeS. Nachdem der Reichskanzler Veranlassung genommen hat, durch die Kaiserlichen Vertreter in den hauptsächlich in Betracht kommenden Ländern Amerikas Erkundigungen über den gegenwärtigen Stand der Verbreitung des Coloradokäfers in diesem Erdtheile einzuziehen und die angestellten Ermittlungen ergeben haben, daß der Coloradokäfer dem Kartoffelbau in den Vereinigten Staaten und in Mexiko noch jetzt bedeutenden Schaden zusügt und daselbst in einer Weise auftritt, welche die Gefahr seiner Verschleppung nach Europa keineswegs als beseittgt erscheinen läßt, empfehlen wir Ihnen, dem Vorkommen des Coloradokäfers fortwährend Ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dr. Boekmann.___________________ Nr. 22 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 15. d. M., enthält: (Nr. 1613.) Verordnung wegen Ergänzung der Verordnung vom 16. August 1876, betreffend die Cautionen der bei der Militär- und der Marineverwaltung angestellten Beamten. Vom 4. Juni 1885. (Nr. 1614.) Verordnung zur Ergänzung der Aussührungsbestimmungen zu dem Gesetze vom 13. Juni 1873 über bie Knegülerstungen, vom 1. April 1876 und 18. April 1882. Vom 6. Juni 1885. c «n-x. m • (Nr- 1615.) Staatsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich-Ungarn wegen Herstellung der Ersenbahnverbmdungen von Mrttelsteme nach Ottendorf (Braunau), von Hannsdorf über Lindewiese nach Ziegenhals, von Lindewiese über Barzdorf (Heinersdorf) nach Ottmachau und von Ratibor nach Troppau. Vom 14. März 1885. Gießen, am 17. Juni 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Aeulfchland. Darmstadt, 17. Juni. Wegen oes Ablebens Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Karl von Preußen ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis einschließlich den 28. l. Mts. verordnet worden. Darmstadt, 17. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog werden Sich heule Nachmittag 5 Uhr 13 Min. nach Berlin begeben, um den Bei- setzLNgs-Feierlichkeiten des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, Königl. Hoheit, beizuwohnen. Der Großherzog wird im Königl. Schloß absteigen und von dem Genreraladjutanten, Generalmajor v. Westerweller, sowie dem FlügeladManten Major Wernher begleitet sein. — Wie wir hören, werden Sich Se. Großh. Hoheit der Prinz Heinrich in Begleitung seines persönlichen Adjutanten, Rittmeister Frhrn. Schenk zu Lchweinsberg, ebenfalls nach Berlin zu den Beisetzungs-Feierlichkeiten begeben. Darmstadt, 16. Juni. Das Grobherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 9) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ober-Rechnungskammer, die Vergütung für die im Etatsjahr 1885/86 in Geld zu berichtigenden Pensions-Naturalien betr. 2. Uebersicht der für das Jahr 1885/86 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal- Aedürsnissen in den Landgemeinden des Kreises Offenbach. 3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lauterbach, die Umlagen zur Be- ßreitung der Bedürfnisse für die israelitische Religions - Gemeinde Crainfeld, im Greife Lauterbach, für 1885/86 betreffend. 4. Uebersicht der für das Jahr 1885/86 zur Bestreitung der Communal- Mürfnisse der Gemeinden des Kreises Lauterbach von Großh. Ministeriuln Innern und der Justiz genehmigten Umlagen. 5. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Reli- gims-Gemeinden des Kreises Oppenheim für 1885/86. 6. Ordensverleihungen. 7. Namensveränderung. 8. Dienstnachrichten: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am i. April dem evang. Pfarrer Karl Orth zu Ebertsheim in der Rheinpfalz die mng. Pfarrstelle zu Jugenheim, im Dekanate Mainz, zu übertragen. 9. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Wieseck. Die evang. Pfarrstelle ist Bruchenbrücken; das Präsentationsrecht zu derselben steht dem Herrn Fürsten M Uendurg-Büdingen in Wächtersbach zu. Eine Lehrerstelle an der evang. f$We zu Nierstein mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich be- Ussenden jährlichen Gehalt von 1OOO bis 1350 .X; mit der Stelle ist Orga- 'Hmdierist verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an tzer Gemeindeschule zu Langen mit einem nach dem Dienstalter des betr. .Lrhr ers sich bemessenden jährlichen Gehalt von 1000 bis 1600 JL. Die .•mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu MemMumbach mit einem jährlichen Gehalt von 900 - Staaten 515, auf außerdeutsche 41. In den einzelnen Fächern itubiren -tnco g • Jurisprudenz 203, Medicin 242, Philosophie 122, Regiminalia, Kamera!- uno Wissenschaft 186, Naturwissenschaften 77. . , Studenten Straßburg, 12. Juni. Die Gefannntzahl der lmnmttckul Ucn Stm während des Sommersemesters beträgt 800, unter diesen -81 immatim Lokale-. Gießen, 18. Juni. Verzeichnis^ der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen vom 2. Quartal 1885: 1. Montag den 22. Juni: Strafsache gegen Anton Schwarz von Vilbel wegen Meineids. Vertheidiger: Rechtsanwalt Weidig. 2. Dienstag den 23. Juni: Strafsache gegen Kaufmann Theodvr Wittlich in Gießen wegen llietrüglichen Bankrutts und Meineids. Vertheidiger: Rechtsamvalk Dr. Schwarz. 3. Mittwoch den 24. Juni: Strafsache gegen Heinrich Heß und Adam Weil von Nieder-Wöllstadt, sowie gegen Heinrich Reifschneider von Nieder Mockstadt wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Vertheidiger: Rechtsanwalt Baift und Rechtsanwalt Eurtman. 4. Donnerstag den 25. Juni: Straftache gegen Earl Hepp er von Tber- Mörlen wegen betrüglichen Bankerutts. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. Die öffentliche Anklage vertritt in den Fällen unter 1 und 3: Erster Staatsanwalt Zimmermann, unter 2: Staatsanwalt Jöckel, unter 4: StaatsamvallS- vicar Gerichtsassessor Seeger. Die Sitzung am Montag beginnt um 9, an den übrigen Tagen um 81/« Ui>r Vormittags. Gießen, 18. Juni. Die Hofraithe des Herrn Louis Möser „Zum kühlm Grund" in den 9ieuenbäuen wurde am gestrigen Tage an Herrn Restaurateur Albold zum Preise von 55,000 JL verkauft. Der Abschluß geschah durch Herrn H. Hof. — Die heute stattfindende Soiräe der W. Gipner'schen Eoncert-Säiigcr- Gesellschaft wird wegen der augenblicklich ungünstigen Witterung nicht im „Wiener Hof", sondern im „Eafö Leib" abgehalten. Siehe Inserat. Gießen, 18. Juni. Wie wir vernehmen, wird im Laufe dieser oder nächster Woche die von früheren Jahren bekannte Künstlerfamilie Knie hier eintreffen und sich durch eine Anzahl Vorstellungen in ihren Leistungen auf dem Seil produciren. Ans Offenbach, wo die Gesellschaft augenblicklich spielt, erhalten wir nachstehende Notiz: Die Künstlerfamilie Knie ist hier so bekannt und hat von früher ein so gutes Andenken hinterlassen, daß wir zur Empfehlung kein Wort mehr zu tagen brauchen. Der Ersolg spricht übrigens deutlich genug; eine unabsehbare Menschenmenge Jjatte sich gestern Abend auf besagtem Platze zusammengefunben unb sah den in ber That vortrefflichen Leistungen mit Interesse zu. Herr Knie sen., ein Mann von mehr als 70 Jahren, bewegt sich auf dem Seil mit einer Eleganz und Gewandheit wie ein Jüngling von 20 Jahren unb sein Sohn, Herr Karl Knie, sucht ihn noch zu überbieten. Letzterer glänzt namentlich durch die außerordentliche Schnelligkeit, mit der er über das circa 80 Fuß hohe Seil läuft. Mit einem Wort, die Leistungen der Familie sind sehenswert^ 1 h°t. WK L'^«M PsG L-M -LkD MK unb. DiellfiAfJ, ■'■ **■’*.? m Gmne ben Urfet t “J te„ * ünK "hm»Em unb lA M werden, er^',’ ltterherz gehabt - ? ^"Hänger setm tenm Reiches, eintet an echtem Edelsinn ti;‘ '?er großen Zeit ist m ln v. Manteuffel aus •- Emz. jtj Schwurgerichts herein Schwarz von L Mn Theodor Äittlij Lertheibiger: Recht« inrich Heß unb 8in lifschneider von R idiger: Rechtsamvall ?arl Hepper vonC? htsanwalt Dr. Gutjlm r 1 unb 3: Erster Ln unter 4: Staats brigen Sagen um W- AI ®M« >4 )erm Mauratem 81t j durch Hem H. W n er'scheu ConcerM Witterung nicht ini m Lauft dieftr Mi! hier cintaP»1' bent etil?*na»- Itai w« »*gi früher em so gutes- iagcn brauchen- N; MM i-MLß kaudiB cw # „ vlü- ,, ld 'M uriirf1! iWnl™“ . toi*, ‘SjsM ,1 k°w°'-»L>°' ®'N *SÄj verwendbar^ -AAM Xi Ztipend^r mA. dUe1111 Wit ln^G. i^U*V Lothringer, hierzu kommen 22 zum Hören von Vorlesungen Berechtigte, so daß an den teueren überhaupt theilnehmen 822. Die theologische Fakultät zählt 77, die juristische 171, die medicinische 222, die philosophische 149 und die naturwissenschaftlich-mathematische 181 Zuhörer. Erlangen, 11.Juni. Die Immatrikulationen für das gegenwärtige Sommer- Semester haben zum ersten Male seit dem Bestehen der hiesigen Universität die .Hahl 800 nicht nur erreicht, sondern auch überschritten (mit 810 gegen 720 des vorigen Sommer- und 760 des letzten Wintersemesters). Bayern und Nichtbayern sind dabei in annähernd gleichen Summen vertreten (412 Bayern, 398 Nichtbayern). Znrn weitaus größten Theile gehört der Zuwachs der theologischen Fakultät an mit 401 -Hörern (170 Bayern und 231 Nichtbayern). Auch die juristische Fakultät hat mit 103 Hörern (93 Bayern, 10 Nichtb.) etwas zugenommen. Medicinische und philo- svphische Fakultät zeigen diesmal einen fast unveränderten Präsenzstand. Die erstere zahlt 192 Studirende (100 Bayern, 97 Nichtbayern). In der philosophischen finben sich 30 studirende der Philologie und Geschichte (16 Bayern, 14 Nichtbayern), 5 Philo- fapben (Ntchtbayern), 5 Mathematiker und Physiker (4 Bayern, 1 Nichtbayer), 47 Chemiker und Studirende der Naturwissenschaften (18 Bayern, 29 Nichtbayern), 22 Pharmaceuten (11 Bayern, 11 Nichtbayern). Jena, 13. Juni. Der verstorbene Wolfgang v. Goethe hatte seine Privatbibliothek der Universität Jena vermacht. Dieselbe ist, wie die „Weim. Ztg." berichtet, am Mittwoch übernommen worden und gestern nach hier abgegangen. Vermischte-. Darurstadt, 16. Juni. Nach der amtlichen Statistik der evangelischen Landeskirche des Großherzogthums kamen im Jahre 1883 auf hundert Eiviltrauungen 81,8 kirchliche Trauungen durch evangelische Geistliche. Die durch Geistliche anderer Gon- fci-sionen vollzogenen Trauungen, namentlich von Mischehen, konnten nicht ermittelt werden und läßt sich dieserhalb nicht genau seststellen, wie groß die Zahl derjenigen ist, dir sich mit der bürgerlichen Trauung begnügt. Aehnlich verhält es sich mit den Tnufen. Hier ist nur zu constatiren, daß die Zahl der Taufoerweigerungen durch die Eltern von den Pfarrämtern auf 6 angegeben wird. — Die Nestaurirung und innere Ausstattung des Großhcrzoglichen Schlosses Nomrod in Oberhessen, welche seither unter der Leitung des Hofbauraths Melior in Wdingen gestanden hat, ist neuerdings dem rühmlichst bekannten Architecten Seydl in München übertragen worden. Man^gibt sich daher der Hoffnung hin, daß das in baulicher Hinsicht höchst interessante Schloß aus dem Proceß des Ausbaues als ein wahres Bijou heroorgehen werde. Frankfurt, 17. Juni. Heute Abend um ein Viertel nach neun Uhr ging über untere Stadt ein ungeheurer Wolkenbruch nieder. Schon etwa eine Stunde vorher hatte es auf fast allen Seiten in der Ferne stark gewettert. Schnell ballten sich die Wolken zusammen. Das Unwetter begann mit einem leichten Hagel; aber bald kam mir RegeN-Und in solchen Massen, daß es ganz unmöglich war, die Ströme zu durchdringen. Sturzbäche füllten die Straßen und jn vielen Häusern drang schnell das Wasser durch die Decken und in die Keller. Im Casä 9teuf brach sich das Wasser in ungeheuren Strömen durch die Decke über dem Buffet; in wenigen Minuten war der halbe Saal überschwemmt. Gin Dachkändel war verstopft gewesen und da hatten sich bis Wassermassen auf der Saaldecke gesammelt. Im (Safe Bauer drang das Wasser biurd) einen Ganaleinlauf in eineu, Keller und plötzlich, zum Schrecken der Gäste, wurde von hier aus der Eingang vom ^>chillerplatz und die nächstliegende Ecke des Saals Überschwemmt, so daß man es für nöthig hielt, die Feuerwehr herbei zu rufen. Im Wintergarten wurde die Lichtdecke durchbrochen; vor dem hereinbrechenden Wasser wußten die Gäste auf die Galleric flüchten. In mehreren Straßen sahen wir, wie die Lrute ihre Keller leerten. Auch der Maschinenfaal der Druckerei der „Franks. Zeitung" jsl Überschwemmt. Noch hören wir, daß am Friedberger Thor und auf dem Peters- kirchhofe kleinere Bäume durch' das flnthende Wasser entwurzelt morden sind und in einer Gartenwirthschaft in der kl. Eschenheimergasse hat nicht der Blitz, sondern wahrscheinlich der kolossale Wasserdruck einen kräftigen Kastanienbaum zerstört, dessen Aeste uirb Zweige den größten Thcil bes Gartens bedecken. Wir fürchten, daß morgen noch ganz andere Hiobsposten eintreffen werden. — Sind) in Mainz hat man den Wolken- ' Inmch gehabt. — Eine weitere uns gewordene Zuschrift lautet: Alle Gewalten des Himmels fdücnen heute Abend entfesselt! Ein Gewitter von seltener Heftigkeit begann kurz nach 9V2 Uhr, um gegen 10 Uhr seinen Höhepunkt zu erreichen. Ein wolkenbruchartiger Regen sandte Wassermassen herab, die in Kurzem bie Straßen Frankfurts anfüllten — sie glichen einem See, -- alle und jede Eom- iniunication war fast unmöglich. Nod) jetzt, nad) Mitternacht, arbeitet die Feuerwehr uwablässig und wird noch lange zu thun haben, um niedrig gelegene Parterreloealitäten, in denen Tische und Stühle umherschwimmen, vom Wasser zu befreien. Die Keller firab meist angefüllt. Hanau. Die Brandstätte der bedeutenden Gauff'schen Brauerei und der Gast- ivi.rthschast zur Krone bietet ein wahrhaft erschreckliches Bild. Von der schönen Brauerei selbst ist nichts übrig geblieben als ein rauchender Trümmerhaufen, unser schöner Kronensaal, wo schon so unzählige Festlichkeiten abgehalten worden waren, ist ver- sch wunden, von der Facade nach der Krämerstraße steht nichts als im Parterre bis zuM ersten Stocke die leeren Wände, so daß von einem Wirthschastsbetrieb gar nicht mehr die Rede sein kann, denn nur ein Neubau kann auf der Stätte, wo das schreckliche Element gehaust, entstehen. Aus den luftigen Böden, die sich über der Brauerei befanden, lagen ca. 800 bis 1000 (Beniner Malz im Werthc von ca. 10,000 X; in der Malzdarre entstand der Braud und griff mit rasender Schnelligkeit und Gewalt turr ’ k y* 1-1 ^eni großen Saale der Krone war reichliches Material an Bühne, Tischen unb Banken ?c. und unsere hiesige Feuerwehr, die mit bewundernswürdiger Anstrengung arbeitete, konnte dem tobenden Elemente wenig Einhalt thun und den Brand eben nur lokalifiren. Wie sehr fühlbar war bei diesem schrecklichen Brandunglücke der Mangel einer Wasserleitung, um bereit Einführung unsere Einwohnerschaft schon feit fo langer Zeit lameiitirt. And) bis zu dem ersten Eingreifen unserer Feuerwehr dauerte es ziemlich lange, bis Wasser kam. Wenn auch die beiden so schwer heim- gesuchten Bierbrauer Gauff und Restaurateur Klee versichert sind, so sind doch die Verluste für beide Theile sehr groß und nod) kaum zu berechnen. G. wohnt nun bei Verwandten unb K., welcher nichts rettete, als was er auf dem Leibe trug, im Hotel Karls berg. — ,sDas verschwundene Gespenst.) Eine große Anzahl Gaste — sv erzählt die Wochenschrift „Was Ihr wollt" — sind bei einem Hofbesitzer zu Besuch; die Frau vom Hause sieht sich genöthigr, einige der Gäste im „Spuckzimmer", wo es um Mitternacht nicht richtig ist, unterzubringen. Da einige der Gäste in der Nachbarschaft Logis nahmen, blieb ein junger unverheiratheter Prediger allein übrig, dem also das vorerwähnte Zimmer angewiesen wurde. Diesem ward jedoch nichts vom Spuck, der dort nächtlicher Weile getrieben wurde, erzählt. Der Hausherr unb seine Gattin wie die übrigen Gäste fragten alle neugierig, wie er geschlafen hatte. Am dritten Tage fragte der Prediger, weßhalb sie sich alle so angelegentlick) nach seinem Schlafen erkundigten, und erzählte nun der Hausherr, daß vor 200 Jahren einer feiner Ahnen sich in diesem Zimmer entleibt hätte. „Wie sah er denn aus?" fragte der Prediger. „Ein alter, hagerer Bauersmann, altmodisch gekleidet", war die Antwort. „Ja, diesen sah ich; gleich in der ersten Nacht erschien er vor meinem Bette." „Was thatest Du bann?" ,,Ich Wrang aus dem Bette, nahin^eine Subscriptionsliste aus der Rocktasche unb bat ihn, einen Beitrag für das neue ^chulhaus zu zeichnen. Da verschwand er und ick) sah ihn nicht wieder." Amalie Joachim. *** .Die allgütige Segenspenderin Natur, welche stets bemüht ist, jedem Menscheu- kinde Glücksgüter in den L>chooß zu streuen und ihren Lieblingen den Weg zum Heil zu bahnen, bat aber auch ganz besonders bevorzugte Kinder, die sie verhätschelt und mit dem köstlichsten beschenkt, was auf Erden nur zu bekommen ist. Gin solches edles Geschenk ist des Gesanges Gabe, welches gehegt und gepflegt und mit Sorgfalt verwerthet, angethan ist, Tausende von-Herzen zu entzücken und somit eine hehre Priesterpflicht zu erfüllen, nämlid) die auf dem Altäre der Göttin Musik zu opfern. Als eine Priesterin derselben im wahrsten Sinne des Wortes darf Frau Amalie Joachim gelten, welche sich auf der Höhe eines ruhmvollen, lorbeerreichen Lebens befindet und zu den seltenen Künstlerinnen zählt, welche eine wirklich vortreffliche Altstimme ihr eigen nennen. Wo Umfang, Kraft, Zartheit, Seele und Modulation mit einander im Gesänge Hand in Hand gehen, da kann man getrost von einer phänomenalen Erscheinung unserer Zeit sprechen; denn wenige Sängerinnen und insbesondere Altstimmen können das Maß der Vollkommenheit beanspruchen, welches der Frau Joachim von allen Seiten mit Reckt zuerkannt wird. Die Künstlerin, zu Marburg (Oesterreich) geboren, fand schon als kaum den Kinderschuhen entwachsenes Mädchen ihres lieblichen Gesanges wegen reiche Verehrung und feierte später als Opernsängerin, besonders in Wien und Hannover, die höchsten Triumphe. Sie riualifirte mit Den besten Gesangsgrößen und konnte sid) einer Artöt, Lucca ober Mallinger würdig anreihen. Was diese mit ihren vergötterten Svpran- ftimmen zu Stande brachten, das gelang jener mit ihrem immensen und doch geschmeidigen Alt. Nach ihrer Verheirathung mit Jos. Joachim, dem berühmten Geigenvirtuosen, verließ sie die Bühne, um als Concert- und Oratoriensäugerin den Ruhm ihres Gemahls zu theilen. Leider war aber die Ehe keine glückliche und mußte endlich bitrd) einen Scheidungsproceß aufgelöst werden. lleberatt wo Amalie Joachim nunmehr erscheint, findet sie wieder enthusiastische Aufnahme und wir dürfen unserem Goncertverein Glück wünschen, daß es ihm gelungen ist, sie zum 24. Juni für die Musenstadt Gießen zu gewinnen. Kandel und Verkehr. Limburg, 17. Juni. Rother Weizen X 1600, weißer Weizen X 0000, Korn X 11 30, Gerste X 9.30, Hafer X 7.45, Kartoffeln ä 100 Pfund X 0.00, Erbsen ä 100 Pfund X 00.00. Frankfurt, 17. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu X 2.50—3.10, Stroh X 2.00—2.40, Eier das Hundert X 410—5.30, Butter 1. Qualität X 0.90, 2. Qualität X 1.05, Kartoffeln per Gentner X 2.50—2.75, Kohlrabi 6—10H pr. St., Erbsen 0,50 Kg. 0.18—0.22 X, Rothkraut pr. St. 00—00 H, awfyaX 1.50—2.00, 1 Ente X 2.00—3.50, 1 Taube 40—60 H, Hahn X 1.90—2.50, ans X 6—10.00, Welsche X 5.00-10.00. Temperatur der Lahn und der Luft nad) Reanmur gemessen am 18. Juni, zwischen 11 unb 12 Uhr Mittags. Wasser 161/»0, Luft im Schatten 111/2°. L. Ehr. übfamen, Turn- und Schwimmlehrer. Heugras- Vcrsteigermig. Dienstag den 23. d. SRV Vormittags 10 Uhr, fott das Heugras von den Gemeinbe- iniefen zu Inheiden an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Inheiden, den 17. Juni 1885. Großh. Bürgermeisterei Inheiden. ______________Rei tz^_________4537 Dienstag den 23. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr, Derben im Hause des Herrn H. Strauß, Ecke der Flügelsgasse Sopha, Koinmode, Kleiderschrank, Spiegel, Küd;enschrank mit Gla^auf- satz, sowie Weißzeug, Bettdeck- Unb Kissenüberzüge, Tischtücher, Servietten, Handtücher, Leintücher u. dgl. neurfteigert. 4549 Jeikgeöotenes. 44544 Eine große Parthie ächte Dderndarser Dicku>ur;pflan)en abzugeben Johs. Balser, Gärtner, Wiiieseckerweg 24. Allgemeiner Anzeiger. TEUTONIA, AUg. Renten-, Capital- u. Lebensverfichrrungsbavk in Leipzig, errichtet 1852. Einrichtung der steigenden Dividende- Folge davon: Fortgesetzte Erniedrigung der Beitragszahlungen bei zunehmendem Alter. Die Dividende für das Jahr 1884 beträgt beispielsweise für die Versicherungen mit Dividendeberechtigung. welche abgesdflossen wurden im Jahre 1873: 29,93 Procent der Jahresprämie „ „ 1863: 57,14 „ „ 1853 : 84,35 Dabei sind die Prämien von vornherein wesentlich niedriger als bei anderen Gesellschaften für Versicherungen mit Anspruch auf Dividende- Alles Nähere aus den Statuten und Prospecten! 4545 Zur Vermittelung von Versicherungen empfiehlt sich die Hauptagentur von Ferd. Hoffmann in Gießen. Vorzügl. Exportbier aus der Brauerei Löschhorn's Nachfokaer in Frankfurt a. M., per Flasche SS Ffg. frei in's Haus geliefert, empfiehlt J. H. Hiesselbach, 4372 Stadt Cassel, GemüseMnzen bei C. Fietsch, Nahrungsberg. 4553] Dickwurzpftanzen zu haben bei P. Ruckelshausett, _ _____Schloßgasse 15.__ 4481 Ein Clavier billig zu verkaufen bei Georg Noll, Gärtner, Licherstraße 3. Dickwurzpflanzen, im Felde gewachsen, alle Kohlpflanzen, piquirte Selleriepflanzen zu haben aus dem Hardthof bei Gießen-,___________________4548 Ein Halbverdeck ist zu verkaufen. Zu erfragen bei Lehr- schmied Mohrmann.____________ 4529 Schöne Dickwurzpflaiycn io eiben abgegeben- 4550____________O. Lust, im Löwen. 4533 Zwei Treppen, sowie drei große Oleander billig zu verkaufen. Grünbergerstraße 20. ~4546] Dickwurzpftanzen, sowie'Ge- urüsepftanzen verkauft Fran LeierzaPf Wwe., ___________________Schützenstraße 4._______ ♦ Syrenenduft * Neues, überraschend schönes Par- fum aus den ßlüthen des Nägelchen- T ▲ oder Fliederbaumes destillirt. 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Juni er. findet in der Restauration des Herrn Dari Dorfeld die Feier des 22jahr, Stiftungsfestes verbunden mit Preis- u. Schauturnen statt. Hierzu ladet ergebenst ein 4536 Der Vorstand. Bei obiger Festlichkeit halte ein Glas la. Actien-Gxportbier, sowie gute Speisen bestens empfohlen.Karl Dorfeld. Olur Gewinue. Kein Rieico. tl xranken 250,000,100,000, 70,000, 50,000, 40,000 etc. rinb zu gewinnen durch den Ankauf eines von der Stadt Madrid ausgegebenen ^2. und garantirten mit 3°/g verzinslichen Frs. 100-Looses. Jährlich 2 Ziehungen. Z-A Nächste Ziehung am 1. Juli. g-g Ich verkaufe diese Loose zu 50 JL das Stück gegen vorherige Einsendung ö Ä oder Nachnahme des Betrages und habe, um Jedermann den Ankauf zu erletch- § er teru, die Einrichtung getroffen, diese Loose auch auf monatliche Abzahlung =** 3 abzugeben. Schon durch die erste Anzahlung von utl 8— erwirbt man das Anrecht auf sämmtliche Gewinne. Jedes Loos muß laut Plan nut mindestens 5.2 Frs. 100 gezogen werden, daher Risico ausgeschlossen. Jedes Jahr werden ZA Frs. 3 Zinsen für jedes Loos bezahlt, deßhalb auch als Kapitalanlage bestens »2 zu emvfehlen. , Die Gewinne und Coupons zahle ich zum Tagescours aus. Ziehungs- 2 ® plane versende kostenfrei. „' »*2 Listen nach jeder Ziehung. Gest. Aufträgen sehe entgegen. J. A# Baer, Bankgeschäft, Frankfurt a. M. § Cafe Leib (grosser Saal), g Q Heute, Bonner »tag den 18. Juni 188& : Q O Soiree 4554 8 O von Wllh« Gipner’s Concert-Sänger-Gesellschaft V Öl. Tenor: E. Staubesand, II. Tenor: Th. Kröger, I. Bass: W o W. Gipner, II. Bass: C. Küster. Gesangshumoristen : W. Gipner W Q und M. Frank. Character- und Instrumentalhumorist: W- Wolff, Q q Pianist und II. Tenor: 0. Exner und W. Brückner. Q ä Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Kinder 23 Pf. Q S Morgen Soiree. Sonntag den 21. Juni Abschieds-Soiree, o Restauration Duiss, Wieseck. Sonntag den 21. 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