Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ISS* M B«rean r Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlcchn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hßeil. Betreffend: Die Abhaltung von Unterrichtskursen im Hufbeschlag. B e k a n n t m a ch n n g. Die nachstehende Bekanntmachung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz bringen wir mit dem Bemerken zur öffentlichen KennLniß, daß mit dem ersten Unterrichtskursus am 2. Januar k. I. begonnen werden wird, dem der nächste am 15. März k. I. folgen soll. Anmeldungen zu dem nächsten Cursus können ausnahmsweise bis zum 28. l. Mts. bei dem Director der Veterinäranstalt an Großherzoglicher Landesuniversität eingereicht werden. Gießen, den 8. December 1885. Größherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Betreffend: Wie oben. Bekanntmachung. An der Veterinäranstalt der Großherzoglichen Landesuniversität zu Gießen werden vom kommenden Jahre ab regelmäßig zweimal im Jahr acht- wöchentliche Unterrichtskurse im Hufbeschlag abgehalten werden. Bei vorhandenem Bedürsniß soll noch ein dritter Kursus von derselben Dauer eingeschoben werden. Die regelmäßigen Unterrichtskurse beginnen jedesmal am 15. März und am 1. October; wird noch ein weiterer Kursus abgehalten, so beginnt derselbe jedesmal am 2. Januar. Der Unterricht erfolgt unentgeltlich. Gesuche um Aufnahme zu den Unterrichtskursen müssen 14 Tage vor Beginn derselben bei dem Director der Veterinäranstalt schriftlich eingereicht werden. Für die Aufnahme ist der Nachweis einer (einschließlich der bestandenen Lehrzeit) mindestens vierjährigen Thätigkeit im Schmiedehandwerk erforderlich. Von diesem Nachweis kann nur durch das unterzeichnete Ministerium dispensirt werden. Jeder Aufzunehmende hat bei Beginn des Unterrichtskursus ein von der zuständigen Ortsbehörde auszustellendes Führungsattest, sowie einen Ausweis darüber vorzulegen, daß er die nothwendigen Mittel besitzt, um während der Unterrichtszeit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Können wegen zu großer Anzahl von Anmeldungen nicht alle Gesuche berücksichtigt werden, so entscheidet die längere Zeitdauer, während welcher die Angemeldeten das Schmiedehandwerk ausgeübt haben. Diejenigen, welche hiernach zurückgestellt werden, sollen in den nächsten Unterrichtskursus ausgenommen werden. Angehörige des Großherzogthums sind unter allen Umständen vorzugsweise aufzunehmen. Ueber die Aufnahme entscheidet vorbehältlich des Recurses an das unterzeichnete Ministerium der Director der Veterinäranstalt. Die Schüler haben sich den Bestimmungen der Lehrordnung zu unterziehen, widrigen Falls sie unter Umständen Ausschluß von dem Unterricht zu gewärtigen haben. Darmstadt, den 1. December 1885. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz. 8Mama«i38iJ!imaiiunm ■ ।n—■■■ Universttäts - Chronik. Göttingen, 12. December. Das amtliche Verzeichniß des Personals der Georg-August-Universität für das Winter-Semester 1885—86 ist soeben im Druck ec- Ichienen. Dasselbe ergibt nach der vorläufigen Feststellung die Zahl 1002 von Studirenden (gegen 1017 der vorläufigen und 974 der endgültigen Feststellung des letzten Semesters). Jena, 14. December. Das soeben ausgegebene Verzeichniß der Lehrer, Be- üörden, Beamten und Studirenden der Großh. und Herzog!. S. Gesammt-Universitüt Jena im Winter-Semester 1885—86 weist einen gegenwärtigen Bestand von 577 im- matrikulirten Studirenden auf, wozu noch 18 Personen kommen, welchen zum Besuch der Vorlesungen besondere Erlaubmß crtheilt worden ist, so daß die Gesammtzahl 595 beträgt, demnach 33 weniger als im vorigen Wintersemester. VerrrristHteS. Limburg, 8. December. Im Anschluß an den von der hiesigen Handelskammer in ihrer Sitzung vom 30. November gefaßten Beschluß: „Das Geschäftsgebahren verschiedener Hamburger und Bremer Colomalwaarenhandlungen, wodurch sowohl die ansässigen Kaufleute, als auch das Publikum geschädigt würden, in angemessener Weise .zur Kenntniß und Aufklärung des Publikums zu bringen" knüpfen wir die Mittheilung, daß die Limburger Großhändler durch eine Mittelsperson bei einer Hamburger Firma, welche ihre Maare in den öffentlichen Blättern wiederholt angepriesen hat, Bestellungen gemacht und die erhaltenen Kaffeesorten einer sorgfältigen Prüfung unterzogen haben, welche das nachstehende Resultat ergeben hat: Anstatt des als „crtrafeinen Ceylon Perl" ä Jd 1.15 bezeichneten Kaffee's wurde ordinärer Riokaffee mit ausgeprägten! schlechtem Riogeschmack und künstlich schwarz gefärbten Bohnen, dessen Engroswerth höchstens 0,70 JL ist, geliefert. Für „ächt bläulich Ceylon-Plantation" ajt 1,10 ist Centralamerikanischer Kaffee gesandt worden, der einen Werth von noch nicht 0,90 hat. Für „feinfein Goldjava" k 0.95 ist „Quatemala" im Werthe von JL 0,70 geliefert worden. Die „Goldjavas" ä x 1 und die braune „Java-Manado s at 1.20 wurden als auf warmem Wege gebrühte und gelb, resp. braun gefärbte geringere Kaffee's, die einen Minderwerlh von 30 H haben, ermittelt. Die Untersuchung liefert also das Ergebniß, daß in keinem Falle die bestellte und in der Preisliste genannte Kaffeesorte geliefert wurde. Aus Vorstehendem geht zur Genüge hervor, daß durch solche Anpreisung das Publikum getäuscht und das solide Kaffeegeschäst im Jnlande geschädigt wird; ferner, daß jeder Privatmann die von solchen inserirenden norddeutschen Firmen offerirten Kaffee's in allen soliden Detail-Geschäften in besserer Qualität mindestens ebenso billig kaufen kann. Eine weitere Beeinträchtigung des reellen Kaffeegeschäfts und Benach- tbeiligung des Publikums liegt in dem Umstande, daß nach den Annoncen in den öffentlichen Blättern zum Vertriebe des Hamburger Kaffee's an Private Agenten gegen ein Fjxum von JL 1000 jährlich oder 83,35 monatlich, bei zwei Aufträgen & 9Uhelm,ne Buchholz mit ihrem herzerquickenden und gesunden Humor vertreten ist. Unter der Menge der übrigen Beiträge erwähnen wir noch die von Fritz Mautyner. ,, uas Weihnachtsfest der Weihnachtsmänner" und eine Novelle „Der Tambourmajor von A. v. Roberts. Eine besondere Zierde des Heftes ist aber ein in fünf Farben g^ drucktes Bild „Auf dem Weihnachtsmarkt" von W. Busch. Wie cs übrigen-, möglich ist, den Verkaufspreis eines 144 Seiten starken und 6 Kunstbeilagen enthaltenden Heftes auf nur 75 Pfennig festzufetzen, wird uns ein immer ungelöstes Rathfel bleiben ; denn die Herstellungskosten müssen viele Taufende von Mark verschlingen, und das deutsche Publikum ist bei weitem nicht so bücherkauflustig, rote das englische. Der unternehmende Verleger wird aber hoffentlich trotzdem ferne Rechnung dabei finden. __________ Echun-r hatte einen holländischen Lootsen an Bord und mutzte nach Aussage be® (SapitänS wegen des dichten Nebels die Nacht oom 3. auf den 4. Deccmbcr unter dem „Hubert" vor Anker geben. Durch den starken Sturm welcher wahrend der Nach ausbrach, rissen beide Ankerketten und wurde das Schiss bei dem Versuch, die hohe See wieder zu erreichen, auf das Borkumer Riff geworfen, woselbst es kurz nach der Rettung der Mannschaft vollständig zertrümmerte. Das verunglückte Schiff war der holländische Schuner „Nleuroediep aus Nreuroe- diev Eavitän G. B. Vinken, von Sundsval nach Delfzyl bestimmt. Das Rettungsboot bewährte sich auf der Fahrt ganz vorzüglich. Die Mannschaften waren sämmtlich mit Korkjacken bekleidet.__ Literarisches. Geschenkliteratur. Fünf reizende Zierden für den Weihnachtstisch> hat Helene Stökl geliefert. Wir erwähnen davon zuerst die geistreiche und fesselnde Plauderei »Äug' in Ange" (Leipzig, C. A. Koch's Verlag. Prachtband. Preis 2,40 X), welche auf dem Tische keiner Dame fehlen sollte. Daran reiht sich würdig Helene Stökl's allerliebstes Büchlein »@r, Sie nnd Es" (A.. A. Koch s Verlag, Leipzig, Preis in Prachtband 2.40 X Dieses Werkchen behandelt für den Braut-und Ehestand ein Thema in der glücklichsten Weise und bietet eine ebenw ^teressante als lehrreiche Lectüre. Dazu bietet Helene Stokl ein prächtiges Seitenstuck »Unsere Kleinen" (E. A. Koch's Verlag, Leipzig. Prachtband. Preis 3 Eine Plauderei für die Großen, die von einer herzgewinnenden Beobachtungsgabe zeugt und übet all Beifall fand. In ehtein Büchlein »Unterm Weihnachtsbaum (Leipzig, E. A. Koch's Verlag. Preis eleg. geb. 2.40X) schildert Helene Stokl m ebenso würdiger als anmuthiger Weise das Weihnachtsfest in seiner sittlichen und poetischen Bedeutung. Dieses Büchlein dürfte dazu angethan sein, bet jedem Leser die Wethnachtsffeude zu erhöhen. Mit einem fünften Büchlein, dem »Herzens-Kalender (ebenfalls C A. Kock's Verlag. Prachtband. Preis 3 X), bietet endlich Helene Stökl P824 CO CO CD Louis Rothenberger, Neuenweg 22. Aerkgeöotenes. Passendes Weihnachtsgeschenk. Durch directen Einkauf in China bin ich in Stand gesetzt, prachtvolle Theeserwice bestehend aus Thee- u. Milchkanne, Zuckerdose und 2 Tassen, bedeutend unter dem Ladenpreise offeriren zu können. 8462 Alicestraße 18, parterre. Hottigkitch-en, (eigenes Gebäck) per Pfund 60 Feinstes Anis per Pfund 1 X empfiehlt 8940 Emifl NoU. Lager neuer und gebrauchter BILLARDS und Billards-Utensilien F. Fürstweger Sohn, Mainz Billard-Fabrik. 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Diese Aussührlichkeit von jedermann durchaus nöthiger, sehr leichtoer- ständlich dargestellter Belehrung in Verbindung mit dem reichhaltigen, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kostenfreien Rath ertheilenden Briefkasten, das anerkannt höchst gediegene Feuilleton, welches stets die neuesten, besten Romane sowie belehrende und humoristische Artikel unserer ersten Schriftsteller enthält, führen der „Berliner Gerichts-Zeitung" unausgesetzt eine große Anzahl neuer Abonnenten zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesensten, verbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf. — Außer dem vorher Angeführten bringt die Zeitung den Leiern eine Fülle von Unterhaltung durch eine umfassende Chronik der Berliner Tages-Ereignisse, vermischte Nachrichten von nah und fern, unparteiische Kritiken über Berliner Kunst- und Theater-Novitäten, eine ganz eigenartige, höchst pikante politische Rundschau aus der Feder eines der beliebtesten Berliner Publizisten, welche die Leser über alle wichtigen politischen Ereignisse orientirt, endlich Reichstags- und Landtags-Berichte rc. rc. -Allen neuen Abonnenten der Berliner Gerichts-Zeitung wird auf Wunsch der Theil des höchst fesselnden Romans von Botho v. Presiciitin (B. Althagel), „Erlösende Worte", welcher bis Ende December zum Abdruck gelangt sein wird, vollständig und ganz kostenfrei nachgeliefert.____________ London, Eladsion; habe i in Dublin, weid) mjbei die AM Ichen Miwsterilin hin im englischen lheilzunehmen; bi Pmell müßte ei M geben und Tischwein Deidesheimer Niersteiner 1 Rüdesheimer Ober-Ingelheimer Priorats St. Julien St. Gstephe Samos (griechisch) Sherry Champagner i* Wie in früheren Jahren, beabsichtigen wir auch am diesjährigen Weihnachtsfeste eine Anzahl armer hiesiger Kinder aus dem Erlöse der von uns gesammelten Cigarren-Abschnitte rc. zu kleiden. Im vorigen Jahre war es durch die von allen Seiten gespendeten Beiträge möglich, 15 Kinder vollständig neu zu kleiden und auch in diesem Jahre könnten wir eine noch größere Anzahl bedenken, wenn uns noch vor dem Feste Unterstützungen zu- ewandt würden. Wir richten daher an alle Freunde unseres Vereins die herzliche Bitte, uns durch Beiträge an Cigarren-Abschnitten und Geld unterstützen zu wollen. Sammelstellen befinden sich bei den Herren. Gustav Gerhard, Lindenplatz, H. Schäfer, Marktstraße, H. Schnell, Vrandgasse, und Frau Georg Petri Wwe., Seltersweg, woselbst auch die kleinste Gabe angenommen wird. Der Vorstand des Vereins „Jugendfreund". Johannes Zufall, 3 0. Seltersweg 3 0. New-Uv entbedte die Wi Kouvmeurs uo. PeMuiyn finl . Washin emgebrch, betr. Rom, 1 dmal'Slaalösen aus Grund der barten ProtokoL scheu Mdiaftei - Bei! statt, zu welchen und an welchem und Parocchi, j - Die „ durch welches b fetzt wird. bei dem Mitglieds Restaurateur Seibel, Bahnhofstraße. Tagesordnung: Vorstandswahl pro 1886 verbunden mit Stiftungsfeier, Besprechung von Vereins-Angelegenheiten, der Vorstand. Vermiethungen. 7036 Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Heinrich Hochftätter, am Brand. ~8938 Ein möblirtes Zimmer für einen jungen Kaufmann oder Studenten pr. so- lort oder 1. Januar 1886 zu vermiethen. _ Näheres in der Exped. d. Bl__ 8705 Ein Stübchen mit Bett zu ver- als praktische Weihnachtsgeschenke empfehlen I8riider Scbmidt Lä” er««’ 34. Jahrgang. Die Berliner Gerichts-Zeitung, in Berlin wie im ganzen übrigen Deutschland vorzugsweise in den gut sttnirten Kreisen der Beamten, Gutsbesitzer, Kaufleute rc. verbreitet, ist bei ihrer sehr großen Auflage fürJnserate, deren Preis mit 35 Pf. für die 4gespaltene Zeile sehr niedrig gestellt ist, von ganz bedeutender Wirksamkeit. _________________________________________Kreuzplatz 4. Abonnements-Einladung auf die Restauration ; übernehmen gesucht. Am hiesigen Platze wünscht ein tüchtiger Gastwirth eine Restauration zu miethen, eventl. zu kaufen. Gefl. Offerten mit Preisangabe rc. sub H. R. 44 an die Exped. d. Bl. Darwst Nllergnädigst Arn 9. d. 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