Jenseits ab* 'N, um stille 5197 iö Familie. , Nachmittags > aus statt. «ersvWchm toßrnutter, dler, - einer Tochter jbenst an Weigand d Frau zum W6”' 5205 >l. Zimmer mit Mi; n. Weber, Liebigsstraße. d möblirte Zimmer zu mrterstt. 40, III. St- Heinere? ^Heinqnfit 41) Vorstand. r Werkmeister s*51 stt" en- r8 Uhr. Anzeigen. ctober n. wird ein Gartenbemitzung zu Sefl. Offerten Frank; abzugeben.__________, OBji ittenrod (5216 beit 19. Juli Sein O«nM \i GesMs höflichst Der Borstand. StäWttTin Ä hrcn.iiirMte Mgust * Ploitstraße 2-_ kling ^Kenntnissen gesucht. 188» Samstag den 18. Juli Nr. 1651 Erscheint täglich mit **6ne$me bes «antag». Bstmui SchuIHraße 7. Prei4 vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit BrinqerlvH Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pt. hat sich darum schon veranlaßt gesehen, die an den Bahnhöfen zum Verkauf ausgebotenen Exemplare des genannten Blattes zu confisciren. In den leitenden Kreisen trug man sich sogar mit dem Gedanken einer gerichtlichen Verfolgung der „Pall Mall Gazette", doch ist man, wie der Staatsseccetär des Innern, Croß, im Unterhause aus eine Anfrage mittheilte, von dieser Absicht, als „nicht rathsam". wieder zurückgekommen, offenbar, weil eine gerichtliche Verfolgung des Blattes den Scandal nur vergrößern würde. Uebrigens sollen die haarsträubenden Schilderungen der „Pall Mall Gazette" durchaus der Wahrheit entsprechen und wird somit wieder einmal eine der Nachtseiten der Metropole an der Themse enthüllt. Die Pariser haben am Dienstag in der herkömmlichen Werfe das französische Nationalsest, den Jahrestag der Erstürmung der Bastille, durch Freivorstellungen in den Theatern, volkstümliche Belustigungen aller Art und reichliches Effen und Trinken begangen. Den Glanzpunkt des Festes bildete natürlich wiederum die Parade der ca. 24,000 Jungen umfassen» den Schul-Bataillone von Paris, dem Stolz und der Hoffnung der Pariser Arbeiter und Kleinbürger, oem Aerqer aller militärischen Autoritäten und ernster denkenden Männer. An Revanche-Reden und aw. ähnlichen antideutschen Demon- strationen wird es ebenfalls nicht gefehlt haben, darin sind ja die Franzoscn bei solchen Gelegenheiten groß. Im Uebrigen scheint die Nationalseier ohne be- sondere Störungen vorübergegangen zu fein. Der todtgesagte Mahdi ist den Engländern zum Trotz doch noch am Leben und soll sogar eine Expedition nach Ober-Egypten vorbereiten. Die „Voff. Ztg." läßt sich hierüber Folgendes berichten: Nach den neuesten uns aus Kairo zugegangenen Nachrichten stehen dort bedeutsame Ereigniffe bevor. Unser Correfpondent meldet: Der Mahdi soll sich mit seinen Anhängern auf bett Oasenwegen der lydischen Wüste in der Richtung nach der oberegytüchen Stadt Sint befinden und von den Engländern thatsächlich dort erwartet werden. Die Engländer sollen in keiner Weise mißvergnügt über die Ankunst des falschen Propheten sein, da sie durch die kostspieligen Expeditionen im Sudan und die klimatischen Schwierigkeiten der Sorge überhoben sind, besondere Vorbereitungen zu. dieser kriegerischen Begegnung zu treffen. Sint ist die Hauptstadt cbep Egyptens der südlichste Punkt des Eisenbahnnetzes und ein durch seinen sruheren Handel mit dem Sudan wohlbekannter Ort. Bereits in den früheren Zetten bildeten die Oasen die vielbesuchte Handelsstraße, auf welcher die Sclaven- und Handels-Karavanen von Kordosan und Dongola nach Egypten sich bewegten. Aus der Provinz Dongola selber hat die egyptische Regierung 12,000 Don- qolaaen herausgezogen, die ihr treu geblieben sind unb bett Engländern tm Kampfe gegen den Mahdi zur Seite stehen sollen. Die Stadt Kairo selber ist überfüllt mit Flüchtigen und den Familien der ehemaligen Garnisonen >m Sudan und an der Küste des Rothen Meeres. Nie gesehene Typen der schwarzen Be« völkerung des Sudan, der Mehrzahl nach Nubier, erfüllen gegenwärtig bte Straßen der Hauptstadt Egyptens und erinnern an die Zeiten des Alterthums, m welchen die Aethiopier aus dem innersten Sudan mitten unter der egyptischen Bevölkerung ihre Sitze aufgeschlagen hatten. Trotz der unglücklichen Lage, m welcher sich in Folge der englischen Mißwirthschast das Land Egypten befindet, hat dennoch im vergangenen Jahre die Gesammtsumme der Einkünfte dos erstaunliche Resultat von 9*/s Mill. Pfd. Sterl. ergeben, eine Summe, die nur im glücklichsten Jahre unter der Regierung der Khedive Ismail erreicht wor- den ist. ___________________________ Politische Ueberstcht. Gießen, 17. Juli. Mit dem am Dienstag beendigten Ausenthalte Kaiser Wilhelm» in Ems hat der erste Theil der diesjährigen Sommer- und Bade- Reisen des «reifen Herrschers seinen Abschluß gesunden, und zwar einen recht biftiebigenben, denn die Emser Kur ist dem «reifen Monarchen nach osficiellen wie privaten Mittheilung in erwünschtestem Maße bekommen, so daß fein Be- finiten etn vortreffliches ist. Schon seil Jahren pflegt sich an Den Emser Ausent- halt die gewohnte Nachkur in Bad Gastein anzulchließen und dieser ihm heb- gewordenen Gewohnheit ist der Kaiser auch in diesem Jahre treu geblieben, aber wie bereits früher, so erfolgt auch diesmal bie Weiterreife nach Gastein Nicht unmittelbar von Ems aus unb nicht birect. Vielmehr weilte Kaiier Wil- Helm eist noch zwei Tage in Koblenz, ber von feiner erlauchten Gemahlin besonders bevorzugten Sommer - Residenz, wo er bis zum letzten Donnerstag verblieb. Von Koblenz aus hat der hohe Herr die Reife zunächst nach der Bodensee-Jnfel Mainau sortgefetzt, um aus diesem idyllischen Fleckchen Erde im Kreise der Großherzoglich Badischen Famllie noch einen ober zwei Tage zu verbringen. , p An rein politischen Nachrichten auf dem Gebiete der inneren Angelegenheiten sieht es auch heute *ehr dürftig aus. Die einzige Frage, welche noch einigermaßen interefsirt, ist diejenige des Paderborner Studien- Erlasses, aber Behauptungen und Dementis über die Paderborner Vorgänge löten sich in so bunter Reihenfolge ab, daß es augenblicklich unmöglich ist, sich ein klares Urtheil über ben Staub biefer Affaire zu bilden, welch- nun schon seit Wochen die gesammte Preffe beschäftigt. In dieser Zeit der politischen Ereignißlofigkeit dürfte darum das allgemeine deutsche Turnerfest, welches in diesen Tagen in der schönen Residenzstadt an der Elbe seinen Anfang nimmt, das Interesse auch weiterer Kreise doppelt aus sich ziehen, zumal die Betheiligung an dem Feste eine ganz großartige zu weiden verspricht. Nicht nur aus allen deutschen Gauen werden die Jünger Jahn's zahlreich in Dresden erscheinen, sondern auch aus Oesterreich, der Schweiz, aus Belgien, Holland, ja aus den Vereinigten Staaten von Amerika sind deutsche Turnvereine aug/ meldet, sogar vom fernen australischen Continent, aus Melbourne, soll ein deutscher Turnverein nach der sächsischen Residenz unterwegs sein. Man mag vielleicht über die Zweckmäßigkeit solcher nationalen Feste in der Gegenwart streiten — leugnen läßt sich aber doch nicht, daß sie dem deutschen Volke sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen find, und wenn den Turner-, Schutzen- und Sängerfesten auch ihre frühere politische Bedeutung in Folge der fnegerv schen Ereignisse von 1866 und 1870 verloren gegangen ist, so sind sie doch noch sehr wohl geeignet, den über den ganzen Erdball zerstreuten Angehörigen des deutschen Reiches immer wieder zu einem Sammelpunkte zu werden. Daß es aber bei derartigen Festen nie an patriotischen Anregungen und an Aufforderungen fehlt, allzeit in Liebe und Treue zu Kaiser und Reich, zum angestammten gemeinsamen Mutterlands zu stehen, bas, hat sich bei allen solchen Anlässen noch immer gezeigt und so wird denn hoffentlich auch das Dresdener Turnerfest dazu beitragen, den nationalen Gedanken zu stärken und zu heben. Die socialistische Agitation unter der österreichischen Arbeiter- Bevölkerung macht bedenkliche Fortschritte, wie die aus Trebitsch, einer Bezirkshauptstadt mit bedeutenden industriellen Etablissements, gemeldeten Vo^ gange beweisen. In Folge der Verhaftung zweier Socialisten versammelten sich am Montag Abend gegen 2000 Arbeiter vor dem Trebitscher Amtsgebäude, um die Verhafteten zu befreien. Die Gensd'armerie, welche von den Arbeitern mit einem Steinhagel angegriffen wurde, machte, nachdem eine dreimalige Aufforderung zum Auseinandergehen erfolglos geblieben war, einen Bajonettangriff, der die Menge auseinandertrieb und wobei einige Verwundungen vorkamen. Das hierauf aus Jglau requirirte Militär stellte die Ruhe vollständig wieder Ijtr. Es steht zu erwarten, daß es gelingt, der Rädelsführer der Emeute hab- haft zu werden und daß denselben eine exemplarische Bestrafung zu Theil wird. Die afghanische Frage ist jetzt in London wieder Gegenstand «ingehender Erörterungen. Wie der Unterstaatssecretär im auswärtigen Amte, Mr. Bourke, im Unterhause am Montag auf eine Anfrage erklärte, beschäftigt sich die Regierung fortwährend mit der afghanischen Angelegenheit und hält man englischerseits an der Herbeiführung eines Schiedsspruches in der Pendjeh- Affaire fest. Auch in der Dienstags-Sitzung des Unterhauses wurden wieder mehrere Anfragen wegen Afghanistans gestellt, deren Beantwortung der Staats- fecretär für Indien, Churchill, übernahm. Aus seinen Ausführungen geht hervor, daß mit dem Emir von Afghanistan wegen Errichtung einer englischen Eantonirung in Kandahar keinerlei Unterhandlungen gepflogen worden sind, daß sich aber die englische Regierung für verpflichtet halt, dem Emir unter Umständen militärische Hülfe zu gewähren, wenn er solche zur Vertheidigung von Kandahar für nöthig erachten sollte. Churchill sprach hierbei die Hoffnung aus, daß bie Politik jeder Regierung, die sich bann im Amte befinde, in dieser Beziehung eine bestimmte sein werde. In diesen Aeußerungen des englischen Ministers liegt unverkennbar eine versteckte Drohung gegen Rußland, falls dasselbe Absichten gegen Kandahar hegen sollte; an der Newa wird man indeflen diese Drohung wohl sehr kühl hinnehmen. In London haben die Veröffentlichungen eines der angesehensten City- Blätter, der „Pall Mall Gazette", über die in der englischen Hauptstadt herrschende Unsittlichkeit gewaltiges Aussehen erregt und bie Londoner Polizei London. 16. Juli. Der „Times" zufolge hätten fämmlliche Mächte mit Ausnahme von Rußlanb in bie Emission einer neuen egypttfchen Anleihe ® Der .Daily Telegraph" behauptet, bie englisch-russischen Unterhaus langen über bie afghanische Frage hätten eine ernste Wendung genommen, noch vor dem Rücktritte Glabstone's habe bie russisch-t Regierung Ansprüche erhoben auf eine Position, welche ihr bie thatsächliche Herrschast über den Zulficar- paß einräumen würbe. Das Cabinet Salisbury habe biefe Ansprüche als unvereinbar mit einzelnen Bestimmungen bes zwischen Granville unb Gters vereln. barten Ausgleiches bezeichnet. In bem baraus erfolgten Meinungsaustausch hätte sich bie russische Regierung unnachgiebig gezeigt. Dieielbe habe vorge schlagen, biefe Frage ber Grenzcommssion zur Lv|ung zu unterbreiten, woraut Salisbury nach Ansicht bes „Daily Telegraph" schwerlich emgehen bürste. Der Ton ber englischen Note sei versöhnlich, aber sest. icßcncr Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Bureau. «»riin Iß °tu[i Atn der heutigen Proceßverhandlung gegen den Hosprediger gefprodren. Oberhaus nahm in dritter Lesung bie indische An- Garantie der egyptischen Anleihe sei noch nicht durch die Ratification aller Mächte complctirt, kein Theil der besagten Anleihe sei bis jetzt erhoben. Bourke erklärt, über die Behandlung des Secretärs des britischen Consnls Finn durch die russischen Behörden habe die englische Regierung der russischen Lorstellungen gemacht und zugleich eine eingehende Untersuchung beantragt. Die russische Regierung hätte geantwortet sie habe Schritte zur Einleitung einer Untersuchung gethan, von Komaroff aber, erfahren, daß der Secretär Finn's die russischen Behörden, nicht benachrichtigt hätte, daß er sich im Dienste eines Engländers befinde und daß die russischen Behörden vollen Grund gehabt hätten, den Secretär Finn's und seine Begleiter für verdächtig zu halten. , . _, . . London, 16. Juli. Die „Pall Mall Gaz." sagt, es exrstrre feine Schwierigkeit hinsichtlich Zulfikars, welches längst an Afghanistan abgetreten sei. Die Frage sei lediglich, ob die Afghanen als Theil des Zulfikarpasses einen Landstrich reclamiren könnten, der im Norden von Zulfikar liege, nur Brunnen und Weiden enthalte, die anerkannt russisches Gebiet seien und welche abzutreten Herr v. Giers kurz vor dem Rücktritte Gladstone's rundweg abgelehnt habe. Rußland bestehe auf der Grenze, welche den ganzen Zulsikarpaß den Afghanen, die vom Zulfikarpasse ausgehende Straße aber den Russen lasse. Lord- Granville sei thöricht gewesen, daß er diesen Landstrich verlangt habe, von Salisbury würde es verbrecherisch sein, wenn er um dieses Land- sttichs willen einen Krieg führen wollte. — Der „Globe" spricht sich mißbilligend über die allarmirenden Auslassungen einiger Morgenblätter aus. Durch die gestrigen Erklärungen Churchills im Unterhause seien dieselben nicht gerechtfertigt. In den Be- Besitz von Zulfikar dürfe Rußland gleichwohl nicht gelangen. Paris, 16. Juli. General Conrcy telegraphirte von gestern aus Hne, daß die königliche Familie nach Hue zurückgekehrt sei. Ein Oheim von Tuduc, Dhoxnan, sei zum ersten Regenten designirt und der Regierungsrath aus früheren Ministern, Anhängern Frankreichs und mehreren Notabeln neugebildet. Das Kriegsministerium sei Ehampeaux anvertraut. Der neue Regent werde morgen eine Proclamation erlassen, worin allen Beamten von Anam und Tonkin vorgeschrieben wird, die Ruhe wiederherzustellen und die französischen Truppen bei Bestrafung der Plünderer zu unterstützen. Thuyet befinde sich in der Eitadclle von Camlo mit nur 1500 Mann. Der Gesundheitszustand sei ein guter. Timla, 16. Juli. sReutermeldung.j Die englischen Hauptleute Bäte und Peacock sind in Herat eingettoffen und leisteten dem Wunsch der afghanischen Behörden, die Festungswerke zu inspiciren, Folge. Der Rest der Grenzcommisfion ist in größere Nähe von Herat herangerückt, um den Austausch von Nachrichten zu erleichtern. Univerfität- - Chronik. — Der bisherige außerordentliche Professor an der Universität Leipzig, Dr. Ed. Meyer, ist zum ordentlichen Professor für alte Geschichte an der Universität Breslau ernannt. — Professor Brugsch, welcher vor wenigen Tagen aus Persien nach Berlin zurückgekehrt ist, ist augenblicklich damit beschäftigt, die von ihm mitgebrachten zahlreichen wissenschaftlichen Schätze zu sichten und zu ordnen, um vielleicht schon in diesem Herbste ganz neue Beiträge zur persischen Literatur und Geschichte heraus- zugcben. — Der Verwaltungsdienst eines Professors der Hebammenschule in Würzburg und derjenige des ersten Assistenten an der Entbindungsanstalt daselbst ist auf die Dauer von zwei Jahren dem Privatdocenten der medicinischen Fakultät der Universität Würzburg, Dr. Wilh. Nieberding, übertragen. — Professor H. T Horb ecke in Heidelberg ist für das Fach der orientalischen Sprache nach Halle berufen, nachdem er kürzlich für dasselbe Fach auch nach München und zwar in erster Linie vorgeschlagen worden, wo jedoch die Regierung es vorzog, die Stelle mit einem einheimischen außerordentlichen Professor zu besetzen. Lokale-. Gießen, 17. Juni. Wie man uns mittheilt, nimmt die Reichsbanknebenstelle die älteren Reichskassenscheine vom Jahre 1874 (JL 5, 20 und 50) nur noch bis Montag in Zahlung an. Besitzer solcher Scheine verfehlen wir nicht hierauf aufmerksam^ zu machen. Gießen, 17. Juli. Die gestern Abend im Saale des Ccff6 Leib stattgefundene Soiröe des Herrn M. R ö ßn er, Hofkünstler und Gedankenleser, war so ziemlich besucht jedoch nicht in dem Maße, wie wir es gerne im Interesse des Publikums wie auch des Herrn R ößner selbst gewünscht hätten. Die gebotenen Experimente waren überraschend. Das Auffinden der versteckten Stadel, das Aufsuchen einer gedachten Person, das Geisterklopfen, Lesen der Nummer einer Banknote u. s. f., alles mit verbundenen Augen und unter strenger Eontrole einer Anzahl Herren, darunter Gelehrte von Fach, waren ganz vorzüglich gegeben. Den Glanzpunkt der Soiröe bildete die »weite Ab- Iheilung, in welcher die Geheimnisse des grünen Hauses vorgeführt wurden. Mit gefesselten Armen, Beinen, Kopf und Brust experimentirte Herr Rößner hier die Wunder aller Wunder, welche hierorts noch nicht gesehen worden. Es' würde uns hier zu weit führen, alles ausführlicher zu erörtern; wir empfehlen vielmehr den Besuch der heutigen zweiten und letzten Soirse, welche Herr Rößner geben wird, damit sich recht viele Leser unseres Blattes an diesen wirklich gediegenen und überraschenden Leistungen einen Genuß verschaffen mögen. — Heute Vormittag 3/4ll Uhr rückte eine Batterie des XI. Artillerie-Regiments mit Musik ein. Unsere Regimentsmusik geleitete die Kameraden mit klingendem Spiel bis auf den Brandplatz, allwo die Geschütze Aufstellung fanden. Die Mannschaften beziehen für heute Qartier in hiesiger Stadt und rücken morgen nach dem Garnisonsorte Kassel weiter. Verwischtes. Darmstadt, 16. Juli. Als Geschenk für Seine Königliche Hoheit den Groß- herzog sind jüngst von Seiner Hoheit dem Fürsten von Bulgarien ein Edelhirsch, ein Edelthier und vier junge Wölfe aus Bulgarien mitgebracht worden. Das Edelwild wird in einem Großherzoglichen Park ausgesetzt werden. Darmstadt, 13. Juli. In einem Wasserloch auf dem Ziegelbusch ist gestern der Ziegler Petri aus Wixhausen beim Baden erttunken. — Am Scbulhausbau in der Victoriasttaße stürzte am Samstag ein schwerer Sockelstein herab und schlug einem Maurer den linken Unterschenkel ab. Der Verunglückte wurde in das städtische Hospital verbracht, ebenso ein Mann, der in der Heidelbergerstraße überfahren wurde und einen Beinbruch erlitt. — Der Locomotivführer Jochem gerieth am Samstag zwischen die Puffer zweier Waggons und wurde so schwer verletzt, daß er kurz darauf in seiner Wohnung, wohin man ihn verbracht hatte, starb. — Die Feuerwache sollte gestern probeweise allarmirt werden. Durch ein Mißverständniß wurde die Sache als Ernst angesehen und der Thürmer fing an zu stürmen. Der blinde Lärm rief einige Auflegung hervor. Darmstadt. Der Regierungs-Baumeister Hoffmann aus Darmstadt, dessen in Gemeinschaft mit dem Architecten Dybwad entworfener Plan zum Reichsgerichtshause bei der Wettbewerbung den ersten Preis erhielt, ist mit der Bearbeitung des Bauentwurfs beauftragt worden. Marburg, 14. Juli. Vergangene Nacht wurde, wie wir hören, in der Wohnung des Herrn Professor Meyer am Krummbogenweg ein Diebstahl mittelst Auf- steigens auf den Balkon ausgeführt. Die nöthigen Leitern hatten sich die Diebe von dcm Hofe der benachbarten Nicolai'schen Wirtbschaft geholt und zusammengebunden, um ihr Ziel zu erreichen. Sie fanden die Balkonthür geöffnet und an derselben die Hose des im Zimmer schlafenden Wohnberrn hängen, aus derselben entnahmen sie ein Portemonnaie mit etwa 70 JL und von dem danebenstehenden Nachttisch eine werthvolle Uhr. Ihr Austritt soll ebenso unbemerkt wie ihr Eintritt stattgefunden haben, auch fehlt bis jetzt noch jede Spur, die zur Entdeckung der ungebetenen Gäste führen könnte. (£). Z.) Mainz, 15. Juli. “(Sin schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern Abend in eu ent Hause der Gonsenheimer Hohl zugetragen. Ein daselbst bedienstetes Mädchen - Anna Trost von Oberbrechen — hatte schon öfter trotz aller Warnung, nm besseres Feuer im Herd zu erzielen, aus einem Krug Petroleum ins Feuer gegossen. Als .Kestern Abend das Mädchen abermals diese Unklugheit beging, explodirte der Petroleumkrug mit einer heftigen Detonation und int Nu stand nicht allein die Küche, fonbern auch das Mädchen in hellen Flammen. Fürchterlich schreiend wollte die Unglückliche zuerst die Flammen ersticken, als dies aber nicht ging, sprang sic brennend in den Hof und stürzte sich in ein daselbst befindliches mit Wasser gefülltes Bassin, wodurch die Flammen allerdings erstickt wurden. Gerade in diesem Augenblick ging eine Ab- theilung Militär an dem Hause vorüber und stürzten die Solbaten sofort in baS Bassin und hoben das Mädchen aus dem Wasser. In Fetzen hing die Haut der Unglücklichen am Körper und auf einer sofort beschafften Tragbahre trugen die Soldaten das Mädchen in das Hospital. Tas Mädchen lebte heule Morgen noch, doch ist die Hälfte-ihres Körpers total verbrannt, so daß an eine Rettung schwer zu denken ist. Aus dem Rheingatt, 13, Juli. Auf Grund eines im vorigen Jahre gefaßten Kreistagbeschlusses sollen nunmehr, wie der „Rh. K." meldet, in dem Rheingaukreise fünf Derpflegungsstationen für mittellose, Arbeit suchende Wanderer, nämlich zu Eltville, Rüdesheim, Lorch, St. Goarshausen und Braubach, ins Leben treten. Die Bürgermeister sind zu Vorstehern der Stationen ernannt worden und haben als solche eine genaue Eontrole über die für Verpflegung zu leistende Arbeit, ferner die Ueber- wachung des Stationshalters sowohl hinsichtlich der Verpflegung, als auch bezüglich der strengstens untersagten Verabreichung von Branntwein, endlich die Führung eines Eontrolbuchcs, in welchem Name, Gewerbe. Herkunft, Reiseziel, Arbeitsleistung und Art der Verpflegung einzuttagen sind, zu übernehmen. Reisende, welche noch im Besitze von Geldmitteln sind, namentlich aber die arbeitsscheuen Landstreicher, welche sofort verhaftet werden sollen, sind von der Verpflegung ausgeschlossen. An Sonn- und hohen Festtagen sollen die Reisenden nicht zum Wandern gezwungen, ihnen vielmehr die Möglichkeit zur Ruhe und zum Kirchenbesuche gewährt, aber dafür am Samstag oder Montag eine stärkere Arbeitsleistung zugemuthet werden. Die durch die Verpflegungsstationen entstehenden Kosten roerben aus der Kreiskasse bestritten und dafür wtrd V»pEt. der Staatssteuer erhoben. Frankfurt, 14. Juli. Schon wiederholt ist die Klage laut geworden, daß bisher »wischen Frankfurt und Bad-Nauheim keine Eisenbahnverbindttng existirt Hal, welche den dortigen Badegästen den Besuch der hiesigen Theater ermöglichte. Die beiden einzigen Abendzüge, welche seither in Nauheim anhielten, waren die Personenzüge, die Frankfurt um 8 Uhr 45 Min. und um 11 Uhr 10 Min. verlassen. Auf Eingabe der Badedireclion hat nunmehr die Eisenbahndirectioit Hannover aitgcorbiiet, daß der Nacht-Eourierzug der Main-Weserbahn Frankfurt-Berlin, der hier Abends 10 Uhr 55 Min. abfährt und Nauheim 11 Uhr 37 Min. passirt, vom 15. d. Mts. ab dort anhält. Frankfurt, 13. Juli. [(Sin „Anarchist" itt einer Sachsenhänser Aepfclwein- wirthschaft.j Gestern Abend kam ein Schweizer in eine Heckenwirthschaft, schwadronirte. furchtbar und gab sich als Anarchist aus. Die Leute hörten anfangs gar nicht auf' sein einfältiges Geschwätz, als er aber behauptete, es sei ihm eine Kleinigkeit, eine Schule mit kleinen Kindern mittelst Dynamit in die Luft zu sprengen, erhob sich ein Sturm der Entrüstung; ein neben dem Schweizer sitzender biederer Sachsenhäuser erhob sich und verabreichte dem Frechen rechts und links einen Denkzettel, dann zer- bläute ihn die Gesammtheit und warf ihn vor die Thüre; hier zog er ein Dolchmesser, weil er nach dem Rufe: „In den Main mit ihm", befürchten mochte, man wolle ihn ertränken. Ein Schutzmann nahm den „Anarchisten" jedoch in Empfang und brachte ihn aufs Revier. Der Schweizer war wohl die längste Zeit in Frankfurt. Kaiserslautern, 14. Juli. Gestern Abend endigte der Streik der hiesigen Schreinergesellen damit, daß dieselben in den sutus quo ante ihren Brodgebcrn gegenüber eintreten. Dresden, 14. Juli. Wie dem „Berl. ZagcblZ von hier tclegraphirt wird, ist heute früh Paul Schmidt, dcr Mörder der Wittwe Müller, Hierselbst hingerichtet worden. — Am nächsten Sonntag wird in Dresden das Turnfest seinen Anfang nehmen und noch immer liegt die Quartierfrage recht im Argen. Die Fürsorge für Beschaffung von Freiquartieren auf die Tauer von fünf Tagen erstreckt sich bis jetzt auf 12,300 Turner; es sind jedoch erst 645 Bürgerquartiere, 5358 Massenquartiere, die an Unternehmer gegen Gewährung von 1 JL pro Tag seitens des Festausschusses verdingt sind, und 2088 Massenquartiere in den Turnhallen und Schulen disponibel. Circa 4500 Turner, deren Anmeldung zu Freiquartieren erst nach Ablauf der Termine am 1. und 20. Juni erfolgte, sollen noch Berücksichtigung finden. Man hofft zur rechten Zeit noch die entgegenstehenden Schwierigkeiten, welche mit Unrecht ausschließlich der patriotischen Lauheit der Dresdener Bevölkerung zugeschrieben werden, zu beheben. Das sächsische Königspaar wird den Festzug am Sonntag den 19. ds. vom Balkon des Königlichen Schlosses aus in Augenschein nehmen und hat auch sein Erscheinen auf dem Festplatz um 4 Uhr Nachmittags zugesagt, um den allgemeinen Freiübungen beizuwohnen. Der Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha, welcher der Turnsache ebenfalls sehr zugethan ist, hat in einem Handschreiben an den Eentralausschuß seinem Bedauern Ausdruck verliehen, wegen Aufenthaltes im Auslande dcr ihm gewordenen Einladung nicht Folge leisten zu können. — In Apolda schlenderte am Nachmittag des vorigen Sonntags auf dem Trottoir eine robuste Dame einher, deren Rückseite eine riesige Tournürc zierte. Plötzlich stürzte aus einer oberen (Stage ein zweijähriges Kind, das sich zu weit aus dem Fenster gebeugt hatte, herab, streifte den Rücken der Dame und kam förmlich auf die Tournüre zu liegen. Ein hintenbreingchenber Mann sprang hinzu unb ergriff bas Kinb, so baß bieses bas Pflaster gar nicht berührte. So ist bie vielgeschmäble Tournüre, bereu Lob nun in Apolba aus jebem Munbe erschallt, eine Lebensretterin geworben, wie bie „Magb. Ztg." schreibt. (?) — Es liegt Grunb genug vor, das deutsche Publikum, welchevl im Jahre 1883—84 1,288,283 Klgr. unter der Bezeichnung „Butter" (im Werthc von 1,756,982 aus den Vereinigten Staaten zugeführt wurden, vor dem Gebrauch amerikanischer Milchereiproducte zu warnen. Schreibt doch selbst die in Chicago erscheinende „Illinois Staats-Zeitung", welcher man gewiß keine Parteilichkeit gegen amerikanische Producte zuschreiben darf, in nachstehender drastischer Weise über den Gegenstand: „Von Verfolgungen und Besttafungen hört man hier in Amerika sehr luenig; aber daraus zu folgern, daß hier weniger Verfälschungen vorkämen, wäre thöricht. Es gibt ihrer hier in Masse, nur sind die Behörden und das Publikum gleichgiltig dagegen. Tie bekannteste Verfälschung ist die Der Butter (unb bes Käses) burch gereinigten Rinbstalg, welchem man zu biefent Zwecke ben vornehmen 'Namen Cleomargarin gegeben hat, ober burch Schmalz von Schweinen, bie theils natürlichen, theils unnatürlichen Tobes gestorben finb, ober burch Oel aus Baumwollesamen. Diese Fälschung ist so allgemein, daß es hier in Chicago beni einfachen Müffchen fast unmöglich geworden ist, wirkliche Kuhbutter zu bekommen. Denn diese wird von den Fälschern zu hohen Preisen aufgekauft, weil sie ihnen unentbehrlich ist, um der schmierigen Kunstbutter das Ansehen unb ben Geruch echter zu geben. Die beste „choice creamery“-butter, welche im Kleinhandel xu haben ist, besteht aus höchstens 3 Theilen echter Butter unb 7 Theilen Rindstalg oder Schweinefett. Sie kostet den Spitzbuben, die sie machen, höchstens 22 Cents unb verkauft sich zu 36 Cents. Unb biete Spitzbuben sind keineswegs blos in ber Stadt zu suchen, vielmehr wissen wir ganz genau, daß Hunderte von sogenannten ehrlichen Bauern sich den Talg und das Schmalz oxhoftweise kommen lassen, um sie gleich an Ort und Stelle mit ber „ehrlichen Bauernbutter" zu ven'chmiereit. — Aus Ludwigshafen, 9. Juli, wird der „N. B. L." geschrieben: Unter Beweggründen, wie sie in hiesiger Stadt wohl selten zu regiftriren sein Dürften, hat der bei ber Güterexpebition Ludwigshafen a. Rh. angestellte Obmann seine Entlassung aus dem Dienste ber Pfälzischen Eisenbahnen vom 1. August nächsthin ab nachgesucht unb erhalten. Seit Jahren als Schwärmer unb Anhänger bes Mormonenthums bekannt, von roerbenben Heiligen bieser Secte öfters hcimgesucht, hat sich berfclbc entschlossen, seine sichere Stellung mit Verzicht seiner Ansprüche auf Pension aufzugeben, um mit Kind und Kegel in's gelobte Land Utha überzusiedeln. Daß derselbe vor Jahren seine Frau dazu vermocht halte, sich in kalter Februarnacht im Rheine taufen zu lassen, ist hier stadtbekannt. Der Umstand, daß dieselbe in Folge ber kühlen Douche nicht erkrankt ist, hat P. in seinem Glauben noch mehr bestärkt. Vorgesetzten unb guten Freunden, welche ben P. in wohlwollender Weise vor dem verhängnißvollen Schritte, seine Entlassung zu nehmen, warnten, hat er erwidert, daß er nur mehr in dem Lande leben könne, wo der Erlöser sichtbar auf Erden wandelt. Den Vertrag, zur kostenfreien Ueberfahrt nach Utha hat ber Glückliche für sich unb bie ©einigen bereits in Händen. lbal«'8i ott-'ab: hi», d° «d°z . nAihr, j.^nt btt heule gj| * die "Sfcifc $eben fti“ ®J= ?ni) haben aij,,?? > di- Uedk t Ä'S £«”6 JJ Samstag ober sattts: •ÄS Diebes ST* die " '**lf Umgäbe ber Mrdnct, baß her Abenbr 10 Uhr 5- d. Mts. ab hort Kchr Aepfellvein- ■ 91a)a|t, schlvabronirle ^angs gar nicht auf fine Äleinigfeii, eine cengen, erhob sieh ein w Sachsenhäuser er- Denkzettel, bann zer- '0 er ein Dolchmesser, wchte, man wolle ihn. ; Empfang unb brachte Frankfurt. r Streik der hiesigen en Lrobgebern gegen- )iex tetegraMrt wirb, > hiersetbst hingerichtet rnsest seinen Anfang en. Die Fürsorge jur n erstteckl sich bis jefit 5358 Massenquarliere, ns des Festausschusses d Schulen disponibel. i) Maus der Termine Man Hofft zur rechten echt 1)11' ■ rver'bm, beheben. n 19. ds. vom Balkon t auch sein Weinen Igemeinen Freiübungen welcher der Tumsache bentralaiisschuß seinem )C der ihm gewordenen m Sonntags aus bem ounmre zierte. W sich zu weit aus dem > kam förmlich aus die hinzu und ergriff das ie vielgeschwalue Tom- eine Lebensreltcrin ge- um, lerlhe von V5?'98?/; K-brau-Ü amerikanischer i? erscheinende,Mmois «wrifaniW'M“* S'-b-rL^" SS.&«; Ö en F^.'^"sunstbutter ioicc crea VI und nlen M »buben, W R ^incs- Hunderte se^'s, olhosnoeise £" 9cSS5‘‘ j striren K, ibmann.H ^chgel»^ S&fglgf '-'"'an®*** ' f>66* : — [Sine Theaterscene.l Die „N. Züricher Ztg." berichtet: Neben den Abkommen der beiden klassischen Völker, welche die hiesigen Bildungsanstalten besuchen, frequentiren andere mit fast eben demselben Eiser das Floratheater. Einer dieser Herren, welcher die Vorstellung mehr mit dem Auge als mit den übrigen Sinnesorganen zu verfolgen schien, wurde vor einigen Tagen von der Seene aus von einem Schauspieler Schw. zum Anstande aufgefordert. Das sollte der Sittenrichter büßen; im Freitag Abend war's, anläßlich der Aufführung des „Gasparone", als Frl. P. und Herr Schw. im zweiten Akt das Duett: „Wenn noch kein Sternleiit wacht" mit »chmelzenden Tonen sangen, erhob sich plötzlich ein wüstes Pfeifen. Tie zahlreich anwesenden jungen Griechen und Italiener hatten sich mit den nöthigen Pfeif-Instrumenten versehen und führten einen Heidenlärm auf. Es wird Ruhe geboten. Vergebens, denn in diesem Montent fliegt ein volles Bierseidel auf die Bühne. Herr ^chio. beantwortet diese feindliche Bombe mit einem etwas wuchtigeren Geschoß, indem er einen Stuhl ergreift und in den Zuschauerraum schleudert. Tas ist das Zeichen zum allgemeinen Kampfe. Wilder Lärm erhebt sich, Biergläser fliegen sausend durch die Lun und platzen wie Bomben an den Brüstungen und Wänden, indem sie ihren Inhalt nach allen Seiten spritzen und klirrend ihre Splitter cntfenbcii. Der Vorhang fällt. Das Publikum der hinteren Plätze sucht der vorne postirten zwölf bis fünfzehn Ruhestörer Herr zu^werden. Umsonst. Diese verschanzen und verbarrikadiren sich hinter Tischen und Stühlen und eröffnen ein furchtbares Bombardement mit Stühlen, Biergläsern und anderen Wurfgeschossen, die in der griechischen Geschichte bis jetzt keine Rolle gespielt haben. Auf der Bühne und unter dem Publikum entsteht eine förmliche Panik. Die Damen flüchten sich schreiend nach allen Richtungen. Der anwesende Hottinger Polizist versuchte vergebens einzuschreiten. Einige Beherzte suchen umsonst die feste Stellung der Kämpfenden zu nehmen, werden aber zuruckgeschlagen. Der Boden des Theaterlokals bedeckt sich mit zerstreuten Glassplittern, zerbrochenen Stuhlbeinen :c., die Fenster klirren — so dauert die L-chlacht wohl eine Stunde, bis es endlich den in verstärkter Zahl anrückenden Polizeimannschaften gelingt, zwei der Stteiter zu verhaften und die Ruhe herzustellen. Etwa sechs Personen aus dem Publikum sind mehr oder minder erheblich verletzt worden, einer Person wurde durch ein mit Wucht geschleudertes Bierglas ein Ohr abgerissen, von den vielen Schrammen und Beulen, die es absetzte, nicht zu reden. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 7. Sonntag nach Trinitatis, 19. Juli. Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 2Vr Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. _ ,, Katechismuslehre für die Mädchen, Vormittags 8 Uhr, in der Kirche, Pfarrer Schlosser. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 19. bis 25. Juli besorgt Pfarrer Dtngeldey. Aür den Kirchenbaufonds sind In den Monaten April, Mai und Juni durch die Opferbüchsen in der Kirche weiter eingegangen: 28 11 Gesammtbetrag ins letzt 6135 40 Katholische Gemeinde. 8. Sonntag nach Pfingsten. Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Com- munwn. Um '/rlO UHr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Sakramentalische Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 9 Uhr. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 17. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 171/2°, Luft im Schatten 18°. £. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Submission. Nachstehende Arbeiten sollen mittelst Submission vergeben werden. 1. Zur Fundamentirung der Schlachthaus-Anlage: veranschl. zu Maurerarbeit Jl. 18635,64 Steinhauerarbeit „ 2135,62 Erdauffüllung (3 Loose) „ 17510,69 Chaussirarbeit „ 1082,88 Brunnenmacherarbeit „ 630,— 2. Zur Erbauung einer Turnhalle: veranschl. zu Maurerarbeit Jl 6922,15 Steinhauerarbeit „ 2371,17 Zimmerarbeit „ 3683,88 Dachdcckerarbeit „ 1247,33 Schreinerarbeit „ 2448,63 Schlosserarbeit „ 1060,20 Glaserarbeit „ 915,86 Spenglerarbeit „ 206,88 Weißbinderarbeit „ 755,73 Die Angebote für die bezüglichen Arbeiten sind bis spätestens Donnerstag den 23.1. Mts., Vormittags 10 Uhr, auf dem städtischen Baubureau, Gar- tenstraße 2, einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amtsstunden die einschlägigen Pläne, Voranschläge und Uebernahmsbedingungen offen liegen. Gießen, den 17. Juli 1885. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 5241 Lieferung von Brennmaterial für das Provinsialarrksthsus ju Gießen. Die Lieferung von 800 Ctr. melirte Steinkohlen, 200 „ Anthracitkohlen und 20 Raummeter Tannenscheitholz für das hiesige Provinzialarresthaus soll im Submissionswege vergeben werden. Offerten sind bis zum 1. August lf I. verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen bei dem Unterzeichneten einzureichen. Die Lieferungs-Bedingungen können täglich während der Bureaustunden auf der Canzlei der Staatsanwaltschaft (Justizgebäude Zimmer Nr. 44) eingesehen werden. Gießen, am 16. Juli 1885. Der Erste Staatsanwalt bei Großherzoglichem Landgericht der Provinz Oberhessen. Zimmermann. 5219 Allgemeiner Anzeiger. Dungener landwirthschastliche Loose per Stück Mk. 1.— stnv in der Expedition des „Gießener Anzeiger" zu haben. — (Ziehung: am 27. August 1885.) Herren und Knaben Hemden Anfertigung nach Maß auch in jeder Weite vorräthig, sowie Kragen, Manschetten, Hemden- Ginsätze, Vorhemden, Taschentücher, stets das Neuestem Shlipsen, Hosenträgern, Glaev- und Sommer-Handschuhen, empfiehlt zu billigen Preisen 2840 _____________liiibftameu. Vorzug!. Exportbier aus der Brauerei Löschhorn's Nachfolger in Frankfurt a. M., per Flasche 33 JPfy. frei in's Haus geliefert, empfiehlt J. H. Kiesselbach, 4372____________________Stadt Cassel._____ Zurückgesetzte Kleiderstoffs sowie Stoffreste sind in meinem Laden zum Ausverkauf ausgelegt; ich empfehle solche zu außergewöhnlich billigen Preisen. 4727 ____________________J. Eh. Retter. Adressbuch der Will Glessen für 1885 Eremplare desselben sind ä 3 Mark in der Erpe- dition des „Gießener Anzeiger" zu haben. Zur gefl. Beachtung. Den geehrten Damen von Gießen und Umgegend bringe hierdurch zur Kenntniß, daß ich am 1. Juli d. I. einen Cursus im Zuschneiden u. Anfertigen von Damenkleidern nach eigener praktischer Methode errichten werde. Mein eifrigstes Bestreben wird es sein, meinen Schülerinnen die erforderlichen Kenntnisse in kurzer Zeit praktisch einzuprägen. Anmeldungen werden von jetzt ab täglich entgegen genommen. Achtungsvoll Frau Kalbfleisch, 4307 Grünbergerstraße 20. NB. Für diejenigen Damen, welche selbst fertigen wollen, wird billigst zugeschnitten und eingerichtet. Plakat-Fahrplan aller auf Station Gießen ankommenden und abgehenden Züge für das Sommerhalbjahr 1885 ist in der Expedition ds. Bl. sowie durch die Zeitungsträger a 20 zu beziehen. 4559 5230 Großh. Ortsgericht. Müller. Der Pfandmeister. Horn. Samstag drn 25. Mi, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsaericbt dir Grundstücke des Konrad Krausch Flur 1H/84 2100 Meter Acker am Krof- dorfer Weg, * XXXI1/51 2138 Meter Wiese am Hegstrauch bei der Schwal- .... . c oachtschen Wiese, am Pfad, meiftbietenb versteigert werden Gießen, den 19. Juni 1885. Versteigerung. Dienstag den 21. Juli l. IS., Nachmittags 2 Uhr, "erden im hiesigen Pfandlokal (Selters- weg) 4 Kleiderschränke, 4 Kommoden, 1 Sta"duhr, 1 Tisch 1 Eonsolschränk- djen, 2 Sopha s, 1 Wanduhr, 1 Kornrade nut Aufsatz, 1 Stoßkarren, 3 ?Wel, .1 Nahmaschine, 1 Regulator, 1 Dtzd. iilb. Kaffeelöffel, 1 Seeretär, 1 Oekonomtewagen, 1 Pferd, 1 Kuh und 2 Schweine otfentHd) gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, am 17. Juli 1885. Aeilgeöotenes. 5227 Verkaufe preiswerth braune Stute c. 180 C., 5V2 Jahr, sehr fromm, geritten u. gefahren. Mir zu schwer. ___Major v. Heyden, Gießen. 5244 Eine gut erhaltene Hobelbank und ein fast neuer Wafchkeffel zu Verkäufern __Mühlgasse 14. Raps-Stroh sowie Schalen werden von Montag ab billig abgegeben bei 5240 Oeeonorn Helfrich, Marburgerstraße. Prima neue holl. Bollhäringe & schtved. do. offerirt 5201 Ä. Flsoffer. 21 eebten Rheinwein-Essig, feinste wohlschmeckende Speiseöle offerirt 5215 Otto Schaaf, Seltersweg 39. Iiir Destillateure. Eine große Parthie Holzkohlen verkauft billigst 5209 Ang. Guhr, Bahnhosstr. 12. Prima neues Grünkorn empfiehlt billigst 5202 S. Elsoffer. Zur Desinfectlon: Chlorkalk, Carbolsäure, Eisenvitriol empfiehlt F. C. Henzerling, 4811 Neustadt. Aur Pflege von Mund und Zähne, zur Beseitigung des so schädlichen Zabn- roeinftein, Mund- und Tabakgeruch, und um den Zähnen blendende Weiße, dem Mund liebliche Frische zu verleihen und die Zähne bis ins späte Alter gesund zu erhalten ist unübertroffen die Aromatische Zahnpasta aus der Königl. Bayer. Hofparsü- meriesabrik C I) Wunderlich!, prämiirt Nürnberg 1882. s 50 H bei Hch. Wallach, Markt- platz 8 4187 Gegen Hals- & Brust-Leiden sind die Stoll w er c loschen Bonig-Bonbons, Malz-Bonbons, Gummi-Bonbons, ä Packet 20 Pfg., sowie Stollwerck’sche Brnst- Bonbons, k Packet 50 Pfg., die empfehlenswer- tbeeten Hausmittel. ____________1226____________________ prima neue fjoll. Vollhäringe offeriren 5217 Tribus K Sundheim. in allen Qualitäten mit Firmendruck empfiehlt zu billigen Preisen MMr Druckerei. Sonnenschirme für Herren, sowie Regenschirme für Damen und Herren, von den billigsten bis zu den feinsten, empfiehlt 2838 H. jRübsatnen. Neue boll. Vollhäringe in schönster Superior-Waare treffen von heute ab stets frisch ein bei 5234 C G. Kleinhenn. Wermietfiungen. 5229] Freuvdl. Wohnung vermiethet G. Kreuder,Metzger, Neustadt. 5239 Ein möblirtes Zimmer mit Ca- binet zu vermiethen- Gartenstraße 27. 5242 Zw>.i unmöblirte Mansardenzimmer sind an e. ruhige Dame oder Herrn zu vermiethen. Blockstraße 2. 5235 Der dritte Stock meines Hauses nebst Gartenantheil ist per Oktober zu vermiethen. Carl Krailing, Südanlage 22 4632 Im unteren Stock meines Hauses sind 5 Zimmer mit Zubehör per 1. August zu vermiethen. »Arnold Mueller. 4565 Der seither von Herrn Professor Fromme bewohnte dritte Stock meines Hauses, Alicestraße 17, ist anderweit zu vermiethen und pr. 1. October zu beziehen. 2lug. Wehn. 4736 Die seither von Herrn Dr. Schmitthenner benutzte 2. Etage (6 Zimmer nebst Zubehör) Canzleiberg Nr. 3, 'ist per 1. September oder früher zu vermiethen. Näheres bei __L. W. Plank, Neustadt. 0146 Eine geräumige Wohnung zu vermiethen._____________Bahnhofstraße 62. 5145 Ein Logis zu vermiethen bei A. Hofmann, Wallthorstraße 13. 5028 Ein Mansardenlogis per 1. October beziehbar, event. auch früher. TH. Brück, Schloßgasse 16. Im Saale des Cafe Leib. Freitag den 17. Juli, Abends 8 Uhr: Zweite, jedoch unwiderruflich letzte Grosse Elite-Soiree gegeben von dem ersten deutschen Gedankenleser und Spiritisten - Entlarver fjofRünflfer Max Rössoer. Billets zu ermäßigten Preisen sind vorher bis Abends 7 Uhr bei Herrn Gustav Gerhardt am Lindenplatz zu haben. 5245 Bürgergesellschaft. Samstag Örn 18. IuU: flöenöunterfjaltung mit Musik auf der Germania. 5228 Giesicncr Ditmnziichter-prrem. Sonntag den 19. d. Mts., Nachmittags 3Vr Uhr: Versammlung bei Felsing, Neuenweg. Tagesordnung: Die 24. Wanderversammlung und Ausstellung am 6. August l. I._________________________ Kirchweihfest. Sonntag den 19; und Montag den 20. d. Mts. findet das BöseoMal-KIrcliweilirest im Burggarten zu Trohe statt, wozu ergebenst einladet 5224 L Schwarz. Warme Bäder täglich geöffnet von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr, Sonntags bis 1 Uhr Mittags. Sämmtliche Badextracte, -Salze und Mutterlaugen sind in der Bade-Anstalt zu civilen Preisen zu haben, und werden auch außer derselben abgegeben. Alleinverkauf deS Werler Mutterlaugen» Badesalzes. Abonnements werden jederzeit angenommen. 4742 Andreas Euler, Bahnhof Lollar. Um Die trauernden 5247 aus Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche richt, daß unsere gute Mutter Uhr ihrem längeren Leiden erlegen ist. Theilnahme bitten Die Beerdigung findet S mittags 6 Uhr, vom Sterbehause 5231 Ein kräftiges Dienstmädchen sofort gesucht. Kirchenplay 11, 3. St- 5222 In ein gutes Haus wird ein in allen Hausarbeiten bewandertes Mädchen gesucht; erwünscht ist, wenn dasselbe etwas kochen kann. Eintritt zwischen 15. August und 1. October- Schrift!. Meldung in der Exped. d. Bl- unter Angabe der Ansprüche und des bisherigen Dienstes. 5225 Die gegen Johannes Damm III. Ehefrau in Mendorf a/Lda. ausgesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Heinr. Schmidt. 5221 Ein Lausmädchen für leichte Arbeit gesucht. Bahnhofstraße 48, 3. St. Ist. Actien-Mpori-Bier. Münchener Hacker-Bräu, warme und kalte Speisen empfiehlt 4076 C. Dräloizig, Restaurateur. 4817 Ein Logis im Vorderhaus zu oermietben.________________llteuenweg 40. 3331] Familienlogis: 3 Zimmer und Küche rc., zu vermiethen im Darmstädter Haus. 520b Eiu kleines Familien-Logis zu vermiethen Kaplansgasse 18. 426b Gut möblirtes Zimmer m. Eabinet zu vermiethen. Marltstr^ 9. 3455 Zwei schön möblirte Zimmer zu vermiethen. SelterSweg 31. 5067 Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Marktstraße 34. vermischte Anzeigen. 5220 Ein braves Dienstmädchen zu alsbaldigem Eintritt gesucht. Nordanlage 1. Gasthsus zum Nilter in Kassel. II. Ranges. In centraler Lage der Stadt. Nabe am Bahnhof sowie dem Abgangspui.kte der Tramway nach Wilhelmshöhe gelegen. Empfiehlt sich durch neue Einrichtung, aufmerksame Bedienung, gute Küche und Keller dem verehrten reisenden Publikum bestens. Logis JL 1,50—2,00. Diner 1 50. Verschiedene Biere. Omnibus am Bahnhof. 5232 Inhaber: Jean Mergard. 5233 Ein anst. Mädchen aus guter Familie, im Rechnen u. Schreiben erfahren, wünscht St. in einem Colonial- oder • Kurzwaareng. Näh. in der Exp- d. Bl. Concordia. Sonntag den 19. Juli: Parthie auf den INestph.Hof. Abmarsch 3 Uhr von der Lahnbrücke. 5248 Der Vorstand. 5246 Eine schwarze Jet-Kette gestern in der Rübsamen'scheu Badeanstalt liegen gelassen. Gegen Belohnung abzu- geben Kreuz 3, I. St.___________________ 5237 Ein schwarz n. brauner Hund mit Halsband zugelaufen. Neustadt 49. 5236 Einen Schlaffer sucht ___Carl Krailing, Südanlage. 5238 Mehrere Wagen Erde zum Auf- füllen werden abgegeben. I. Schmücker. 5243 16 0 00 Mark gegen gute erste Hypothek auszuleihen. Näheres bei I. Rothenberger, Lindenplatz. 5223 Eine mit guten Zeugnissen versehene Magd wird auf sofort für England gesucht Freie Hinreise, guter Lohn. Meldungen' sind bis zum nächsten Mittwoch mündlich oder schriftlich bei Herrn Lenz in Lollar zu machen 5226 Gesucht für September ein tüchtiges Mädchen für Küche und Hausarbeit. Näheres bei der Exped. d. Bl. 5167 Für altes Zinn und Blei zahlt stets die höchsten Preise Johannen Zufall, Zinngießerei, Neuen Baue 21. Getragene Stiefel, Schuhe, Danrenftiefel kauft Louis Rothenberger, 5185 Neuenweg 22. Ein Wort an Alle, welche Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch oder Russisch wirklich 3W sprechen lernen wollen. Gratis und franko zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshandlung Anfertigung von Herren-, Damen- und Kindcrwäsche, Herrenhemden mit 3 fach leinenen Einsätzen von JL 3.— an. 606 Tadelloser Sitz garantirt. Herm. Aug. Müller.^ Geld GourS. 20-Francs-Stücke . . . do. in i/i . Englische Souvereigns Russische Imperiales . . Ducaten ...... Dollars in Gold . . . iimn JL H 16 18—00 16 15—00 20 39-00 16 75-00 9 55-00 4 21-00 unm Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr. Pietsch) in Gießen.