Me en. Serbe- 113 Garten. «mMirt« ZwE n Aus Wunsch m mis«. 72J Mzeizen. „her M«« 9* im S-uk ■* SÄ&- Eies» ,,n \i. ett»w, $erWnfl:' W I* * I 4h t ®‘ i Acten oc>» Ju‘8^ 188» Sv"’ Zimmer nebst lnw auch Burschen- anderweit zu Tckersweg, es Zimmer ;u ver- ^Alicenstraße 22. Mansarde an anfffin; lQnn, billig zu vtp 1 der Erp, b. Al. 'uöblirtes Zimmer mbergersttahe LI. biirkes Zimmer vcr- ll, MnhMrcche 60. übergehende möblirie sind zusammen oder n- Anhnhositr. 22. wer ju oermiethen. Mibiuigitra&e 61. , gut mdttirM hcn. cchra^e 25 M. 4 Zimmer zu ver- Ächrdoiftratze 62. mmrr zu vermielben. mße 16, IL_®tod-_ Wetz Zimmer im n, Neuenweg 22. 'iruOimmerli ätter^mnBrand^ D'ZimmesHnw Mhorstraße 16L ImdlinesZimM- tzsicht, zu ncrnuetben. Westanlage 2b_ Nr. 212 Samstag den 17. October L88S Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. vurea«- Echulstraße 7. Steint mit tTwT Amtlicher Hheil. Betreffend: Consolidation in Flur VI der Gemarkung Staufenberg. Bekanntmachung. Die Ueberweisung der neu gebildeten Grundstücke in den Besitz der bethelligten Grundbesitzer soll Montag den 26. Oetober l. I., von Vormittag- 10 Uhr an, an Ort und Stelle stattfinden. Die Betheiligten werden hierzu nut dem Bemerken eingeladen, daß den Nichterscheinenden ein Verzeichniß der Nummern ihrer neuen Parcellen zur Besitznahme derselben zugestellt werden wird. 7432 Gießen, am 14. October 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberskcht. Gießen, 16. October. Der neue Statthalter von Elsaß.Lothringen, Fürst von Hohenlohe-Sckillingssürst, hat nunmehr seinen ebenso schwierigen wie verantwortungsreichen Posten an der Spitze des Reichslandes angetreten. Zuvor ist Fürst Hohenlohe vom Kaiser in Baden-Baden empfangen worden, wo zugleich auch Staatsminister Dr. Hofmann, der zum commandirenden General des 15. Armee-Corps ernannte Generallieutenant v. Heuduck, der Coadjutor Dr. Stumpff und andere distinguirte Persönlichkeiten aus Straßburg eingetroffen waren, um den Kaiser zu begrüßen. Daß man in den Reichslanden der Thätigkeit des neuen Statthalters mit großer Spannung entgegensieht, erscheint begreiflich; daß sich das neue Regime aber sofort in scharf ausgeprägter und der Manteuffel'schen Politik völlig entgegengesetzter Weise äußern würde, wie man verschiedentlich behauptet, muß denn doch ganz entschieden bezweifelt werden. Fürst Hohenlohe ist ein viel zu erfahrener Staatsmann und gewiegter Diplomat, als daß er in den ihm der Hauptsache nach doch noch unbekannten reichsländi- schen Verhältnissen sofort mit umfassenden Reformen und radikalen Änderungen oorgehen sollte. Solche wünscht man an leitender Stelle in Berlin gewiß selbst nicht, vielmehr wird man hier dafür sein, daß der neue Statthalter nur all- mälig die bedenklichen Consequenzen beseitige, welche sich aus dem Manteuffel'- ichen Regime nach mehr als einer Richtung hin ergeben haben und darf man wohl überzeugt sein, daß Fürst Hohenlohe in Baden-Baden die bestimmten Wünsche des Kaisers in dieser Beziehung entgegengenommen haben wird. — Nachdem so die Frage der Neubesetzung des elsaß-lothringischen Statthalterpostens ihre definitive Erledigung gesunden hat, wird in den nächsten Wochen eine noch wichtigere Frage der inneren Politk zu ihrem Austrage gelangen, die braunschweigische Regentschaf ts-Frage. Daß dem am, nächsten Montag oder Dienstag zusammentretenden braunschweigischen Landtage vom Regentschaftsrathe lediglich Prinz Albrecht von Preußen als Regent Braun- schweigs vorgeschlagen werden wird, unterliegt von keiner Seite mehr dem geringsten Zweifel und ebensowenig bezweifelt man, daß diese Wahl die einhellige Zustimmung des Landtages finden wird. Warum die Candidatur des Prinzen Reuß wieder fallen gelassen worden ist, wollen wir hier unerörtert lassen; wenn aber die partikularistischen „Dresd. Nachr." in einer Besprechung der braunschweigischen Angelegenheit sagen, daß „jetzt bereits daraus hingearbeitet werde, daß der künftige Regent, als Mitglied des preußischen Königshauses, die Brücke und den Uebergang zur Verschmelzung mit Preußen bilden solle", so ist dies eine Insinuation, welche nicht energisch genug zurückgewiesen werden kann. Kaiser Wilhelm selbst wie auch der Reichskanzler haben der braunschweigischen Deputation bei ihrer Anwesenheit in Berlin die Versicherung ertheilt, daß die kaiserliche Regierung nicht daran denke, die staatliche Selbstständigkeit Braun- ichweigs anzutasten. Es ist hiernach wohl überflüssig, noch ein Wort über die oben mitgttheilte und von den „Dresd. Nachr." ausgegangene Behauptung zu verlieren, ganz abgesehen davon, in welchem Lichte die angebliche Kaiser- und Reichstreue, mit welcher sich das genannte Blatt immer zu drapiren liebt, erscheint. Nur freilich scheint es noch nicht ganz sestzustehen, ob Prinz Albrecht wirklich als „Regent" oder aber als „Statthalter" die Regierung Braunschweigs übernehmen soll; doch darüber wird ja die allernächste Zeit Aus- fimft geben. Nach den neuesten Dispositionen gedenkt der Kaiser Baden-Baden am 22. October zu verlassen und am Vormittag des nächsten Tages in Berlin einzutreffen. Die Kaiserin wird dagegen auch in diesem Jahre sich von Baden-Baden aus noch auf einige Wochen nach Koblenz begeben und erst gegen Ende November wieder nach Berlin zurückkehren. Die preußisch eG en eral-Synode wird spätestens am 27. October geschloffen werden, da sich eine Verlängerung der Session über diesen Termin hinaus durch die am 29. Octobec stattsindenden Urwahlen zum Abgeordneten- Hause von selbst verbietet. Die Verständigung zwischen der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft und dem Sultan von Zanzibar schreitet in erfreulicher Weise vorwärts. Als ein Beweis hierfür ist die Abtretung des Hafens Dar - es - Salam an erstere durch den Sultan Said Bargasch zu betrachten und behält sich derselbe nur die politische Oberhoheit über den Hafen vor. Dar-es- balam ist ein weiter und geräumiger Hasen an der Küste von Zanzibar mit Mer und geschützter Einfahrt und die deutsch-ostasri-Knische Gesellschaft besitzt nunmehr eine gute Verbindung mit der See vom Centrum ihres Gebietes aus und damit die gesunde Grundlage für eine rationelle Ausbeutung ihres Landbesitzes. Als ein weiteres Zeichen für die in den Beziehungen mit Zanzibar eingetretene Besserung muß auch die bevorstehende Auflösung des bisher vor Zanzibar stationirt gewesenen deutschen Panzergeschwaders betrachtet werden. Zur Karolinen-Frage verlautet jetzt, daß die deutsche Antwort auf die letzte spanische Note in Madrid übergeben worden ist. Die officiöse „Agence Fabra" theilt über die deutsche Note nur mit, daß dieselbe noch unvollständig sei, da die Hauptfrage, welche der beiden Regierungen zuerst von der Insel Dap Besitz genommen, nicht klar liege, weil die ausführlichen amtlichen Berichte der Befehlshaber des „St. Quentin" und des „Iltis" noch nicht vorliegen. Die Note bestätige, daß erforderlichenfalls der Papst zum Vermittler ausersehen sei. Die Einigkeit der beiden Hauptgruppen der französischen Republikaner, der Opportunisten und der Radikalen, für die am nächsten Sonntage 'corzunehmenden Stichwahlen ist im Wesentlichen hergestellt. Wie bekannt, ist von den Anhängern beider republikanischen Richtungen ein Compromiß abgeschlossen worden, dahin lautend, daß überall für diejenige Liste zu stimmen fei, welche am 4. October die Mehrheit der republikanischen Wähler auf sich vereinigte. Dieses Compromiß wird freilich in der Hauptsache den Radikalen zu Gute kommen, denn deren Candidaten standen in der Mehrzahl derjenigen Departements, wo am 4. October noch keine Liste definitiv durchdrang, an Stimmenzahl voran. Anderseits ist auch kein anderes Arrangement möglich, wenn nicht die Monarchisten, welche es auch in einer ganzen Reihe von Departements, die zur Stichwahl stehen, zu ansehnlichen Minderheiten gebracht haben, noch weitere Vortheile erringen sollen. Ein am Dienstag Vormittag unter dem Vorsitze Grevy's abgehaltener Ministerrath beschäftigte sich mit der Frage, welche Maßregeln gegen die von monarchistischer Seite für die Stichwahlen versuchten Manöver zu ergreifen seien. Die Regierung beschloß, von sämmtlichen Beamten eine correcte Haltung zu verlangen. — Der Ausfall der Pariser Wahlen giebt den Pariser Blättern reichlichen Stoff zu verschiedenen Bemerkungen. Insbesondere wird mit Befriedigung hervorgehoben, daß durch die Wahl des Cabinets- Präsidenten Brisson und durch die Thatsache, daß der Minister des Innern, Herr Allain-Targö, über 200,000 Stimmen erhielt, die Stellung des Cabinets außerordentlich gekräftigt worden sei. Als ein weiteres Symptom für die Stimmung der Pariser Bevölkerung wird die Thatsache angeführt, daß die Candidaten der Anarchisten und Communisten nur wenige Tausende Stimmen, erhielten. Die idyllische Zurückgezogenheit des Czaren in Schloß Fre- densborg hat nun am längsten gedauert. Wahrscheinlich noch in dieser Woche wird der russische Herrscher als letzter der zahlreichen gefürsteten Gäste, welche sich im vergangenen Sommer im Lustschlosse des dänischen Königspaares ein- fanden, Fredensburg verlassen und nach Petersburg zurückkehren, wo verschiedene Angelegenheiten — nicht zum wenigsten die Balkankrisis — seine Anwesenheit erfordern. Gerüchtweise verlautet, Kaiser Alexander werde auf der Rückreise von Kopenhagen in Riga landen und sich von da mit der Eisenbahn nach der Residenz begeben. Mit Hinblick auf die bekannten Vorgänge in den Ostsee- Provinzen wäre ein solcher Besuch ein wichtiges Ereigniß; doch scheint das Gerücht wenig glaubwürdig und wahrscheinlich durch die neuliche Anwesenheit des russischen Kriegsministers veranlaßt worden zu fein. Die auswärtige Politik des Cabinets Salisbury hat mit dem erfolgreichen Abschluß der Mission Sir Drummond Wolff's in Konstantinopel eine große Errungenschaft eingeheimst. Denn die englischen Interessen am Nil erscheinen in Folge des Abkommens Wolff's mit der Pforte als vollständig gesichert und auch aus der heikcln Sudan-Affaire hat sich Salisbury mit großem Geschick gezogen, da es der egyptischen Regierung überlassen bleibt, sich mit den Sudan-Rebellen, so gut sie kann, auseinander zu setzen. Ob dieser Erfolg in seiner egyptischen Politik dem gegenwärtigen englischen Cabinet bei den bevorstehenden Neuwahlen zum englischen Parlamente nachhaltig zu Gute kommen wird, läßt sich indessen heute noch nicht beurteilen. Darmstadt, 15. October. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 14. October die Ministerial - Kanzlisten bei der Kanzlei des Ministeriums der Finanzen, Kanzlei-Jnspectoren Theodor Schultz und Konrad Ger- Hardt auf ibr Nachsuchen und unter Anerkennung ihrer langjährigen treugeleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. November d. IS. an in den Ruhestand zu versetzen und denselben hierbei das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdrenst- Ordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen; an dems. Tage die Kanzleigehülsen Eduard Spam er und Karl Emil Hainz von Darmstadt, sowie den Kanzlisten bei dem Maschinen-Jngenieur der Main-Neckar-Eisenbahn, Wilhelm Korell, zu Ministerial - Kanzlisten bei der Kanzlei des Ministeriums der Finanzen mit Wirkung vom 1. November d. Js. an zu ernennen. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Eorrefponvenz»Bnrea«. Baden-Baden, 15. October. Se. Majestät der Kaiser nahm heute mehrere Vorträge entgegen und machte dann eine Ausfahrt. Um halb 6 Uhr fand bei Ihren Maiestäten Familiendiner statt, an welchem der Großherzog, die Großherzogin und Prinz Ludwig von Baden, der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg- Schwerin sowie die Prinzen Hermann und Gustav von Sachsen-Weimar theilnahmen. Heute Abend findet Thee bei Ihrer Majestät der Kaiserin statt. Berlin, 15. October. Generalsynode. Vom Oberkirchenrath sind eingegangen: Ein Kirchengesetz über Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Geistlichen, ein Kirchengesetz über Abänderung der Synodalordnung vom 10. September 1873. Der vom Generalsuperintendenten Rebe anschließend an den Erlaß des Oberkirchenraths vom 15. December 1884, betreffend die sektircrischen unb separatistischen Bewegungen in der evangelischen Landeskirche, gestellte Antrag wird mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. Es folgt die Berathung der Anträge Hegel und Schlottmann bezüglich Revision der Lutherbibel. Der Antrag Hegel mit einem Anträge Nietschel wird angenommen. Der Antrag der rheinischen Provinzialsynode, betreffend die Wahrung des Rechts der Gemeinden bezüglich des Umlagemodus der Kirchensteuer, wird für erledigt 15. October. Die Regierung theilte dem Landtage mit, daß Rudolstadt in dem bekannten Streit um das Kammergut die bei dem Bundesrathe gegen Sondershausen erhobene Beschwerde zurückgezogen habe. Paris, 16. October. Der „Agence Havas" zufolge äußerte Freyciuet auf Anfrage mehrerer Mitglieder des diplomatischen Corps über die Absichten Grevy's, daß Grevy eine Wiederwahl annehmen werde. — Ein Telegramm aus Tunis meldet: Seit dem 1. October kamen eine Anzahl choleraartiger Erkrankungen und 16 Todesfälle vor. Die Municipalität traf alle geeigneten Vorsichtsmaßregeln und ordnete auch an, daß 900 morgen erwartete Mekka- Pilger auf der Insel Zilbra eine fünftägige Quarantäne bestehen sollen. Petersburg, 15. October. Am 23. September a. St. begann in dem hiesigen Bezirksgerichte die Revision des Processes gegen den Major Mironowitsch, welcher in erster Instanz bekanntlich der Ermordung der Sarah Becker schuldig erkannt word«i war. Die Revision endete gestern mit Freisprechung des Mironowitsch durch iie Geschworenen. Sofia, 15. October. Die Agitatoren Pasich und Peko, welche die gegen Serbien gerichteten Proklamationei', verbreiteten, wurden von den bulgarischen Behörden verhaftet. Konstantinopel, 15. October. ^Telegramm des Reuter'schen Bureaus.j Nach der am 13. October unter dem Vorsitze Corti's stattgehabten Besprechung sandten die Botschafter gestern ihre Dragromans an die Pforte, um derselben die von den Botschaftern festgestellte Mittheilung zu überbringen. Dem Vernehmen nach mißbilligt diese Mittheilung die Verletzung des Berliner Vertrags durch die Bulgaren und Rumelier und anerkennt die friedliche Haltung der Pforte. — Es verlautet, die von den Botschaftern an die Pforte und die bulgarische Regierung gerichtete Mittheilung mißbillige die Verletzung des Berliner Vertrags durch die Bulgaren und spreche die Hoffnung aus, daß es dem Sultan gelingen werde, seine Autorität in Ostrumelien ohne Anwendung von Waffengewalt zu erhalten. Bestimmte Vorschläge enthält die Mittheilung nicht. Die Pforte übergab den Botschaftern eine weitere Note, betreffend die serbischen und griechischen Rüstungen. Lokales. Gießen, 16. October. Wie wir bereits mittheilten, findet am Sonntag den 18. d. Alts, in „Stein's Garten" ein Concert zu Gunsten des Wiebadener Abt- Denkmals statt. Die Gesangsabtheilung der Bürgergesellschaft, unter Leitung des Herrn Franz Bauer, hat sich die löbliche Aufgabe gestellt und wird bemüht sein, dieselbe bestens zu lösen. Wir wünschen nur, daß die Mühen des Gesangvereins auch belohnt werden durch einen recht zahlreichen Besuch des Concerts. Unsere Damenwelt, deren größter Theil die hübschen melodiösen Lieder Franz Abt's mit besonderer Vorliebe singt, wäre in erster Linie verpflichtet, zu einem Denkmal für den Liedermeister etwas beizusteuern und wo die Damen erscheinen, da bleiben auch die Herren nicht aus; darum sei den ersteren der Besuch des Concerts angelegentlichst empfohlen. Das Programm ist sehr interessant und werden gemischte Chöre und Männerchöre darin abwechseln. Die eigentliche Feier wird durch einen Prolog, dem sich das Abtische Lied: „Ueber den Sternen da wird es einst tagen" für gemischten Chor an- schließt, eröffnet werden. ötrmifötH — Die „Casseler Zeitung" schreibt nnterm 13. October: Der König!, bayer. Hofopernsänger Heinr. Vogl, einer der bedeutendsten Wagnerfänger der Gegenwart, ein vollendeter Meister der Gesangeskunst, wird uns die Freude machen, am 23. d. M. sich vor uns hören zu lassen. Und nächst ihm die Königl. Sächs. Kammersängerin Frl. Marie Wittich (aus Gießen), ebenfalls eine Künstlerin von sehr großem Rufe. In ihrer Begleitung befindet sich Herr Reisenauer. Darmstadt, 15. October. (Jagd- und Fischerei-Kalender.j Mit dem heutigen Tage, 15. October, ist die Jagd auf weibliches Rehwild wieder eröffnet und dauert dieselbe bis zum 15. December d. I., an welchem Tage die Heegzeit wieder beginnt. — Die Winterschonzeit für sämmtliche fließende Gewässer im Großherzogthum beginnt ebenfalls mit dem heutigen Tage und enoigt mit dem 14. December d. I. Offenbach, 14. October. sWanderturnlehrer Bohlig.) Dienstag Abend fand in dem Concertsaale der Schlosser'schen Liegenschaft der Vortrag bezw. die Vorstellung des Wanderturnlehrers und Kraftturners Herrn Ernst Bohlig statt. Sowohl die Mitglieder des Turnvereins, als auch andere Freunde der Leibesübungen — es waren auch viele Damen, besonders aus den besseren Ständen zugegen — hatten sich in so großer Zahl eingefunden, daß der Saal und die Gallerie vollständig besetzt waren. Kurz nach 8Vr Uhr begann Herr Bohlig zunächst mit einem einleitenden Vortrag, der sich über den hohen Werth der turnerischen Hebungen verbreitete. Sodann begann er mit seinen Hebungen, auf welche natürlich Jedermann sehr gespannt war. Vorerst zeigte er, wie man richtig stemmen müsse und bediente sich hierzu einer Hantel von 75 Pfunds Seiner Aufforderung, es nachrumachen, folgten die Turner des Turnvereins, i^tadelmann, Zilch, Scherer, Stadtmüller und Schönhof, welche bei einer ganzen Anzahl Hebungen ganz hübsches leisteten und demgemäß ebenfalls vielen Beifall sanden. Hieran reihten sich Hebungen mit Hanteln von 100 Pfund Schwere, einarmig und beidarmig ganz wundervoll ausgeführt. Bei jeder weiteren Hebung wurde schwereres Geschütz vorgeführt, bis die schwerste Hantel von 155 Pfund, die Herr Bohlig prächtig zur Hochhebhalte schwang, an die Reihe kam und links eine 75pfündige sich dazu gesellte. Die Schlußnummer bildete den Glanzpunkt deS Abends, indem Herr Bohlig, nur mit dem Kopf und den Füßen auf zwei Stühlen liegend, zwei Hanteln, jede im Gewicht von 75 Pfund, beidarmig fünfmal stemmte. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß jede Hebung einen wahren Beifallssturm erzeugte, der nach der letzten Hebung ganz großartig war. Alle Hebungen und Erläuterungen ließen einen durch - geschulten Turner erkennen, der seines gleichen wohl nirgends hat. Der Fachmann, wohl auch der Laie, bewundert mit vollem Recht die große Ruhe, Eleganz, Sicherheit, Ausdauer, den überaus festen Stand, die tadellose Körperhaltung und schöne Ausführung. Schupbach, 8. October. Das „Werlb. Tgbl." schreibt: Heute starb dahier ein armer Familienvater in Folge eines ihm am 6. d. M. im hiesigen Walde zuge- stoßenen Huglücks. Die näheren Hmstände seines Todes sind so grausiger sJtatur, daß sie der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten werden dürfen. Der Verunglückte, Heinrich Weinreuter von hier, begab sich am oben bezeichneten Tage in den Wald, um sich eine Last Holz zu holen. Hierbei fiel er so unglücklich von einem Baume, daß er, wie der Arzt heule constatirte, beide Arme brach und sich mehrere Rippenbrüche zuzog, wodurch die Lunge bedeutend verletzt wurde. Unfähig, sich auf den Heimweg zu begeben, lag der Arme bis heute Morgen, der Ungunst herbstlicher Witterung ausgesetzt, im Walde. Ein Mann von Gaudernbach kam zufällig am 6. ds. des Weges und machte es gleich dem Priester und Levit des Evangeliums: „Er ging vorüber!" Von der Familie des Verunglückten wurde derselbe am 6. und 7. erfolglos gesucht. Ein von derselben wiederholt gestellter Antrag um Beihilfe der Gemeinde zur Aufsuchung soll mit dem Bemerken zurückgewiesen worden sein, es müsse damit gewartet werden, bis den Unglücklichen „das Wasser ausgestoßen habe". In Folge dessen blieb derselbe in seiner entsetzlichen qualvollen Lage vom Dienstag bis Donnerstag Vormittag, wo er von den Seinigen endlich aufgefunden, auf einem Wagen hierher gebracht, einige Stunden nach der ärztlichen Untersuchung von feinen Qualen durch den Tod (barmherziger als die Menschen) erlöst wurde. Ter Ehrenmann von Gaudernbach erinnerte sich endlich am 7. seines Begeguisses vom vorhergegangenen Tage im hiesigen Walde und dadurch traf die Kunde vom Orte des Unglücks auf Umwegen heute hier ein. Keine Feder vermag die Qualen zu schildern, welche der arme, verlassene Unglückliche während zweier Tage und zweier langen Nächte erduldete, aber ebenso wenig die unmenschliche Unbarmherzigkeit und Rohheit, die sich dabei kundgab. Der Verstorbene hinterläßt eine gänzlich mittellose Wittwe mit 5 Kindern, von welchen der älteste Sohn als Soldat dient; die 4 übrigen sind noch minderjährig und von ihnen nur ein Sohn noch zu einem geringen Verdienste als Taglöhner befähigt. — Das Amtsblatt der Königlichen Negierung in Köln enthält einen Steckbrief gegen den flüchtigen Musketier Johann Geschwindhammer von der 5. Compagnie des 65. Regiments. Die „besonderen Kennzeichen" des Deserteurs sind so eigefithüm- liche, daß wir nicht umhin können, dieselben auch weiteren Kreisen zu verrathen. Mus- fetter Geschwindhammer trägt also als „besondere Kennzeichen": „Auf der Brust ein Kreuz und ein Herz mit den Buchstaben B. J. 82, auf dem Rücken ein Wappen, darin ein Schiff und auch jene Buchstaben, auf dem rechten Oberarm ein Frauenzimmer, auf dem rechten Unterarm ein Araber, welcher in der einen Hand ein Glas, in der andern eine Flasche hält, zwei ineinanderliegende Hände, ein Kran; mit der Inschrift: „Souvenir d’Af.u, an dem rechten Handgelenk ein Kreuz, am Daumen ein Anker, auf dem linken Unterarm ein Arabermädchen, ein Baum und eine Kirche und auf der linken Hand einen bekränzten, nicht näher zu bezeichnenden Theil des nrenschlichen Körpers — alles tätowirt. — Bei dem hohen volkswirthschastlichen Interesse, welches ein blühender Obstbau erregt, seien alle Baumbesitzer darauf aufmerksam gemacht, daß jetzt die Zeit herannaht, wo Gelegenheit geboten ist, einen der Feinde, ipelcber die ganze nächste Aepsel- ernte nahezu vernichten kann, zu vertilgen. Es handelt sich hier um die Vertilgung des in seiner Schädlichkeit noch keineswegs allgemein gewürdigten Frostspanners, dessen Flugzeit demnächst beginnt, aus dessen Eiern sich im Frühjahr die an unseren Obstbäumen oft vorhandenen Raupen entwickeln. Die Vernichtung des Frostspanners ist sehr einfach, da die Weibchen, die flügellos sind, an den Bäumen in die Höhe kriechen und dort leicht mittelst eines Stückes Papier, das mit Brumata-Leim bestrichen und aus dem ein Gürtel um den zu schützenden Baum hergestellt, gefangen, werden können, ein Verfahren, das vermöge seiner Einfachheit und Wohlfeilheit selbst im Großen leicht anwendbar ist und das nicht genug empfohlen werden kann. — Die unselige Spielerei mit Schußwaffen fordert täglich neue Opfer. Am Mittwoch zog ein Musikschüler des Capellmeisters Fickel in Lichtenberg bei Berlin, Frankfurter Chaussee wohnhaft, Namens Kumm, aus Scherz ein Pistol aus der Tasche und legte es mit den Worten: „Dein Geld her oder das Leben", auf seinen Collegen Behnstädl an. Dieser hatte ebenfalls ein Pistol in der Tasche und erwiderte den Scherz seines Collegen'damit, daß er ebenfalls das Pistol anlegte und rief: „Dein Geld oder Dein Leben!" Die leise Heberraschung, welche Kumm beim Anblick des Terzerols in der Hand seines Collegen empfand, mag hingereicht haben, Den Kumm zu einem unwillkürlichen Druck auf den Hahn feiner Waffe zu veranlassen. Die Waffe ging los und Behnstädt stürzte, durch die Brust getroffen, sofort todt zu Boden. Weinend und händeringend stürzte Kumm über die Leiche seines Freundes, den indeß keine Klage zum Leben zurückrufen konnte. Mit seinem Einverständniß zeigte der Capellmeister die Sache an und so wurde Kumm am Donnerstag Mittag in das Hntersuchungsgefängniß am Landgericht II in Berlin eingeliefert. — Zur Erheiterung ihrer Leser theilt die „Odessaer Ztg." ein ihr anläßlich einer drolligen Annonce zugegangenes Schreiben mit. 20 junge weiße Kameele und 40 junge Bären wurden nämlich vom Zoologischen Etablissement von Wm. Croß in Liverpool auf dem Wege der Annonce in der „Odessaer Zeitung" gesucht. Daraufhin lief in der Redaction folgendes, von Herrn Henry Market abgefaßtes, zur Ucbergabe an die Firma W. Croß, Liverpool, bestimmtes Schreiben ein. In wortgetreuer He Versetzung lautet dasselbe: Bezüglich Ihres Gesuches in der „Odessaer Zeitung" erlaube ich mir, Ihnen wegen der Thiere, auf welche Sie einen großen Werth legen, an die Hand zu gehen. Sie haben vollständig Recht, sich in dieser Beziehung an eine Odessaer Zeitung zu wenden, denn unsere Stadt ist voll von Kameelen und jungen Bären, welch' letztere geradezu auf der Straße Herumrennen, so daß man auf Tritt und Schritt auf sie stößt. Diese Biester zu fangen, ist jedoch schwieriger als Sie glauben; da ich mir meine Finger nicht verbrennen will, bedauere ich, daraus verzichten zu müssen, Ihnen solche zu liefern. Was die Kameele anbelangt, so muß ich, bevor ich Ihnen solche sende, nothweudigerweise wissen, was für welche Sie wünschen, ob zweibeinige — „blockheads“ (Hohlköpfe) genannt — oder nicht, da ich uimöthige Frachtspesen vermeiden möchte. Ihr ergebener H. M. Metz, 13. October. Heute Nacht rief ein Wachtposten im Fort Voigts-Nhetz (Moselfortl eine am Festungsmall entlang schleichende Person dreimal vorschriftsmäßig an. Als Der Angerufene nicht hörte, sondern Miene machte, sich zu entfernen, gab Der Wachtposten Feuer und tödtete Denselben auf der stelle. In der Leiche erkannte man einen Unterofficiei" des 9. Dragoner-Regiments. Kirchliche Anzeigen -er Stadt Giesten. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 20. Sonntag nach Trinitatis, 18. Oktober. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2^2 Hhr: Pfarrer Dingeldey. Kinderkirche: fällt aus. Montag, den 19. Oktober, Abends 8 Hhr, Bibelstunde in der Kleinkinder« schule, Joh. Kap. 16, von Vers 16 an, Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag den 25. Oktober feiern wir unser Ernte-Dankfest; an diesem Sonntage wird nach beiden Gottesdiensten eine Kollekte für unfern Kirchenbau- sonds erhoben werden. Am Ernte-Dankfest beginnt der Nachmittagsgottes- dienst um 5 Hhr. Die am vorigen Sonntag erhobene Kirchenkollekte für Dieburg betrug 35 JL 53 Die Psarrgefchäfte in der Woche vom 18. bis 24. Oktober besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 21. Sonntag nach Pfingsten. Von 6 Hhr an Beichte. Hm 7 Hhr: Frühmesse und Austheilung der h. Comr munion. Um V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 5 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 550 Uhr. Ls Den* , jjjji 15 Fil aP-l ./1.3° an, A -—Pi Hys« in allen Ne” H.P TH noch wenig gesp" zu erftagenH is. mpW Mandell »W mildeste all Waschen U' "Vorräth. i Pp. 7144__ Siri to allen Fai sehr billigen Roa per Pfund M wölrii empfiehlt Julii Das Ctrl toen ic. ic. empfehlen i Dai groß!- Aus inäbefonben imie alle 6o'nin, .Heute . "bslken jk« Mitt rQafita f5?e W Soli, um fi""'i4 sS’it MaÄfc ®nl'Bgb"b8Q"lilie ’ttbe®, S tat t(>bt (t? tal^ «nut 6h,,?" dm ■nnnttte nl “lbl( %oib AnA ÜA fteh 'ttitnrh Unn,en'ct>lid>t lnur'taÄi einen Sf!(f: 5 (fe ?• ®7«flnit ’ ™'« «Müm- ammntjtn. Ä" 8nift tin fin Wappen, darin Cln Frauenzimmer, b ein Glas, in der i mit der Inschrift: "seil em Anker, auf forte und auf der 'u des menschlichen ein blühender Obst- jeht die Zeit heran- | Mze nächste Aepsel- r um die Vertilgung I :i? Frostspanners, W die an unseren rg des Frostspanners Säumen in die Höhe ' t Aruniata-Leim de- > hergcstellt, gefangen : eit und Wohlfeilheit. । )hlen werden kann, ich neue Lpser. Am ! icktenberg bei Berlin, ! Pistol aus der lasche । ', auf seinen Kollegen e und erwiderte den te und rief: „Dein in beim Slnblief des haben, ben fturnin • i veranlassen. Die ' en, sofort tobt zu he seines mtm Ginverständnitz Donnerstag Mittag Mert. g." ein ihr anläßlich ie weiße Welt und it von Wm. Croß in " gesucht. Daraufhin faßtes, zur Uebtrgabt n wortgetreuer Ucbcr- ssaer Leitung" erlaube r Werth legen, an die er Beziehung an eine Aameelen und jungen so daß man au rntl ch schwieriger als See auere ich, anbelangt, io m - welche Sie wünsch . nicht, da ich unnothige im Fort Boigts-Rhctz Laloorschnftsmk' m entfernen, gab d er Leiche erkannte man dtKicü-^ t. tobet- INN. ey. je inX^1*] I inda^ h. W1 gjHttaö 3 ll6r' Allgemeiner Anzeiger. MnWslhk ksmbchm. Montag den 19. Oetober, Nach- ntiltags 3 Uhr. sollen die der Oberhessischen -Eisenbahn gehörigen, am Riegelpfad dahier belegenen Grabgärtsn unter den bei der Versteigerung bekannt zu gebenden Bedingungen aus 6 Jahre verpachtet werden. Gießen, den 15. October 1885. Der Eisenbahnbaumeister. 7424 Stegmayer. Ieilgeöotenes. Filzhüte für Herren, Knaben und Kinder, für Landleute von 2 X an, für Kinder von X 1. 50 an, empfiehlt zu billigen Preisen A. Schultheis junior, 7427 ____________Seltersweg 21.______ Patent- Mazinthengläsrr in allen Farben empfiehlt 7430 G. Pb» Fillmann. Ein Tafelclavier noch wenig gespielt, zu verkaufen- Wo? zu erfragen in der Exp. d. Bl. 7434 Fraukf. Würstchen empfiehlt 7259 __________L. Kalkhof. 11 andelkleien - Seife mildeste aller Seifen, besonders zum i,-e Waschen und Baden kleiner Kinder. "Vorräth. ä Pp. — 3 Stück 50 bei 7*44 Carl Schwaab. . StrickwolSe i» allen Farben und Qualitäten zu sehr billigen Preisen, Rockwolle per Pfund «X 1,20, sowie woll. Strümpfen. 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