Nr. 163 Freitag den 17 Juli 1883 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »wre** t Schurstraße 7. Erscheint Ickgltch mit »«snechme M MckNt»-A. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerivh^ Durch die Pott bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Uebersieht. Gießen, 16. Juli. Kaiser Wilhelm hat am Dienstag seinen Aufenthalt in EmS beendigt und ist noch am Nachmittag des genannten Tages nach Koblenz zu einem zweitägigen Besuche seiner erlauchten Gemahlin abgereift. Auch die diesjährige Emser Trink- und Bade-Kur ist dem greisen Monarchen aus's Trefflichste bekommen und haben die in EmS anwesenden Kurgäste täglich Gelegenheit gehabt, die Rüstigkeit zu bewundern, mit welcher sich der hohe Herr auf seinen Promenaden bewegte. Am Freitag Abend gedenkt der Kaiser auf der Bodensee-Jnsel Mainau, der Sommer-Villegiatur der Grobherzoglich Badischen Herrschaften, einzutreffen, um hier einen oder auch mehrere Tage zu weilen, worauf die Weiterreise nach Gastein erfolgt. Die Ausbeute an politischen Neuigkeiten wird immer magerer, je weiter wir in den Sommer hineinkommen und dies vocumentirt sich besonders hinsichtlich der inneren Angelegenheiten. Die Hartnäckigkeit, mit welcher die Preßorgane der verschiedensten politischen Richtungen an gewissen Thematas sesthalten, und ihnen immer neue Seiten abzugewinnen suchen, ist wohl der beste Beweis für die gegenwärtig herrschende politische Ebbe. So wird namentlich die Angelegenheit des Poderborner Studien-Erlasses immer wieder erörtert und scheint dieselbe diesmal wahrhaftig die Rolle der publicistischen Seeschlange zu spielen, welche alljährlich beim Beginn der heißen Zeit in Gestalt eines bestimmten Themas sich durch die Spalten der Blätter zu schlängeln pflegt. Jetzt ist bte Polemik aus die Frags concentrirt, ob der Paderborner Bischof den Erlaß nur formell oder thatsächlich wieder zurückgezogen habe, welche Frage wir indessen aus sich beruhen lassen wollen, die ganze Affaire ist nicht mehr interessant genug, um noch weiter des Langen und Breiten erörtert zu werden. Dr. G. A. Fischer ist in Zanzibar wieder eingetroffen. Ein in Berlin lebender Bruder desselben hat der „Nat.-Ztg." einen Auszug aus einem vom 8. Juni datirten Bries an ihn zur Verfügung gestellt, der einige Auskunft über den Grund der Abberufung von Gerhard Rohlfs gibt. In dem Briefe heißt es: „Die Verhältnisse hier in Zanzibar haben sich in politischer Beziehung sehr geändert, seitdem ich eä nicht wieder gesehen. Früher war Deutschland bei dem Sultan sehr beliebt, jetzt ist es ihm verhaßt. Bei seinem Eintreffen in Zanzibar wäre es Gerhard Rohlfs noch ein Leichtes gewesen, den Sultan zu bewegen, sich unter deutsches Protectorat zu stellen, denn damals war die Uffagara - Erwerbung noch ein Geheimniß, jetzt ist sie es natürlich nicht mehr, und hat sich der Sultan ganz den Engländern in die Arme geworfen. Die englische Marinestation zur Ueberwachung des Sclavenhandels ist aufgehoben. Es werden in Folge dessen wieder mehr Sclaven eingeführt, obwohl es des Sultans Pflicht ist, es zu verhüten. Die Preise der Sclaven sind in weiterer Folge sehr gesunken. Kirk, der englische Generalconsul, der früher gehaßt und gefürchtet war, gilt jetzt alles. Die Herren der deutsch - ostafrikanischen Gesellschaft gehen jetzt von allen Küstenplätzen aus vor. Dr. Jühlke ist von Tangani zum Kilima-Ndjaro, zwei andere Forscher von Lemir zu dem Massokomo gegangen. Der Sultan hat überall seine Flagge gehisst und Militärposten eingerichtet, so auch an der Formosa-Bai. Ein Eonflict kann nicht ausbleiben, besonders wegen Witu, doch kann es ja nichts helfen, der Sultan muß nachgeben. In Uffagara ist noch gar nichts geschehen, nicht einmal ein Haus ist gebaut. Gras Pfeil's Hütte haben die Araber in Brand gesteckt." Premier-Lieutenant Friedrich vom Eisenbahn-Regiment wird sich in den nächsten Tagen nach der Republik Chile in Süd-Amerika begeben. Die chilenische Regierung hatte sich vor einiger Zeit durch ihren Berliner Gesandten Matta an die preußische Regierung um Ueberlaffung eines Militär- Jnstructeurs gewandt, da sie beabsichtigt, die allgemeine staatliche Wehrpflicht nach deutschem Muster einzuführen. Die Wahl ist auf Friedrich gefallen, da derselbe fertig spanisch spricht. Derselbe begibt sich zunächst auf 5 Jahre nach Chile und erhält außer allen dienstlichen Competenzen, freier Station, freier Uebersahrt 2C. rc., 15,000 «X Gehalt jährlich. Der Rücktritt in unsere Armee ist ihm vorbehalten geblieben. — Hauptmann Charlier vom Eisenbahn- Regiinent hat sich vor Kurzem nach Angra Pequena begeben. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß die allgemeinen Ausweisungs-Maßregeln in-den preußischen Ostprovinzen, die bisher fast nur gegen russische Unterthanen zur Anwendung gekommen sind, demnächst auch gegenüber den Angehörigen der österreichisch-ungarischen Monarchie Platz greifen sollen. In Oberschlesien und weiterhin längs der Grenze bis zum Königreich Sachsen wohnt eine nicht unansehnliche Bevölkerung aus Oesterreich eingewanderter Czechen und Polen, die jetzt vielleicht auf die Ausweisungsliste gelangt. Die Gemeindebehörden in der Grasschaft Glatz haben bereits die Aufforderung erhalten, ein Verzeichniß dieser Personen einzureichen. Gegen die in Deutschland eingewanderte czechische Arbeiter-Bevölkerung hat sich der nicht ungegründete Verdacht erhoben, daß unter ihr die socialistisch- anarchistischen Bestrebungen einen fruchtbaren Boden finden, wie sich dies z. B. bei dem aufgelösten „Czesky- Club" in Dresden zur Evidenz herausgestellt hat und daß sich Deutschland solcher bedenklichen Elemente fremder Staatsangehörigkeit nach Möglichkeit zu enlledigen sucht, darf nicht auffallend erscheinen. Anderseits revanchirt sich Oesterreich freilich, indem es die Wittwen und Waisen solcher preußischer Unter» lhanen, die ihren Familien keine genügenden Subsistenzmittel hinterlassen haben, Msweist. Die Consusion in den Nachrichten über die angeblich von Oesterreich Ungarn angestrebte Zoll-Union mit Deutschland wird immer größer. Jetzt sangen nun auch die officio)en Wiener und Pesther Blätter an, gegenseitig ihre Mittheilungen über diesen Punkt zu dementiren, wodurch die ganze Angelegenheit geraoe nicht an Klarheit gewinnt. So hatte neulich der „Pesther Lloyd", dem man nahe Beziehungen zur ungarischen Regierung nachsagt, gemeldet, die letztere habe der österreichischen Regierung eine sorgfältig ausgearbeitete Denkschrift zugestellt, welche, fußend auf dem vom Fürsten Bismarck s. Z. angeregten Gedanken eines pragmatischen Verhältnisses zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland, eine Einigung der beiden großen Staatengebiete über einige der vitalen Punkte Der Zollpolitik in's Auge fasse. Auch brachte der „Pesther Lloyd" im Anschlüsse hieran eine flüchtige Skizzirung des angeblich von der ungarischen Regierung gemachten Vorschlages. Jetzt versichert nun das gleichfalls officiöse Wiener „Fremdenblatt" auf Grund eines ihm von zuverlässiger Seite aus Pesth zugegangenen Telegramms, daß das Wiener Cabinet von Der ungarischen Regierung keine derartige Note erhalten habe und Daß die ungarische Regierung auf den Minister-Conserenzen mit keinem auf eine Zoll-Union mit Deutschland bezüglichen Promemoria heroorgetreten sei. Der Jrrthum kläre sich dadurch aus, daß die ungarische Regierung bereits viel früher einen hieraus bezüglichen Schriftwechsel mit dem Minister des Auswärtigen führte. In den Kreisen der französischen republikanischen Wählerschaft verhält man sich gegenüber dem republikanischen Wahlmanifest wider Erwarten ziemlich gleichgültig. Um die Sache nun besser in Schwung zu bringen, ist von den republikanischen Gruppen der Deputirtenkammer ein Ausschuß niedergesetzt worden, um Zustimmungs-Adressen zu dem Wahlmanifeste zu sammeln, der Erfolg bleibt abzuwarten. Ueberhaupt steht hinter dem Wahlaufruf keineswegs die Gefammtheit der republikanischen Gruppen des Parlament«, von den Radikalen ganz abgesehen. Der größere Theil des linken Centrums des Senats mißbilligt die Kundgebung und Aehnliches verlautet von einer Anzahl republikanischer Deputirten und geht die allgemeine Meinung in der Kammer dahin, daß die „Macher" des Wahlmanifestes mit demselben in den Kreisen der republikanischen Wählerschaft keine besonders glänzenden Geschäfte machen werden. Lord Lyons, der englische Botschafter in Paris, soll von seinem Posten abberufen und durch Lord Lytton ersetzt werden, was wohl als eine Nachwirkung des Ministerwechsels in London zu betrachten sein würde. In Huö ist die Situation unverändert, doch erscheint nach den letzten Depeschen General Courcy's jede Gefährdung der französischen Besatzung Huös ausgeschlossen. Vom Minister Freycinet ist General Courcy angewiesen worden, seine Action innerhalb der durch das Protectorat geschaffenen Grenze zu halten, jedoch diejenigen anamit'ischen Beamten, welche birect an dem Ausruhr theilnahmen, streng zu bestrafen. Die Nachrichten über eine bevorstehende Abberufung des Generals Courcy werden von der „Agence Havas" entschieden dementirt. Die innerhalb des spanischen Ministeriums Canovas del Castillo schon seit längerer Zeit herrschenden Zwistigkeiten sind durch den Austritt des Ministers des Innern und des Marineministers aller Welt offenkundig geworden. Beide Minister galten als energische Verfechter der ultramontanen Strömung in der Regierung, durch welche das Cabinet Canovas del Castillo nicht nur mit der im Allgemeinen liberalen Anschauungen huldigenden öffentlichen Meinung des Landes, sondern sogar auch nach Außen hin in Conflict zu gerathen drohte. Außerdem scheint speciell bei der Demission des Ministers des Innern, Romero be Robledo, der Umstand noch mitgewirkt zu haben, daß feine gegen die Cholera-Epidemie ergriffenen Maßregeln bis jetzt nur sehr fragliche Erfolge zu erzielen vermochten. Uebrigens ist die durch den Austritt beider Minister entstandene Lücke im Cabinet rasch wieder ausgesüllt worden, indem der König den Contre-Admiral Pezuela zum Marineminister und den Civil-Gouvet- neur von Madrid, Villaverde, zum Minister des Innern ernannte. Auf der Balkan-Halbinsel droht die Sommerstille durch einenConflict zwischen der Pforte und der griechischen Regierung unterbrochen zu werden. Letztere hat olle griechischen Consulate in der Türkei aufgehoben, da sich die Pforte beständig weigerte, verschiedenen griechischen Consular-Functionären das Exequatur zu ertheilen. Bei den lebhaften Handelsbeziehungen Griechenlands zur Türkei ist die Einziehung aller griechischen Consulate in der Türkei eine sehr empfindliche Maßregel auch für die griechischen Kaufleute und Handels- treibenden und erscheint dieselbe fast als ein übereilter Schritt des griechischen Cabinets. Im ganzen Westen der nordamerikanischen Union scheinen sich die Indianer wieder auf dem Kriegspfade zu befinden. Die durch die Roth- häute gehende kriegerische Bewegung erstreckt sich bis nach Texas, wo ein blutiger Zusammenstoß zwischen Indianern und Rinterhirten stattgefunden hat, bei welchem von ersteren 60, von letzteren 12 Mann tobt auf dem Platze blieben. Auf Befehl des Kriegsministers ist sofort eine Truppenabtheilung von 3000 Mann nach Fort Reno im Jndianergebiet aufgebrochen und hat man demnach das genannte Fort als den Mittelpunkt der militärischen Operationen der Unions- Regierung gegen die Indianer zu betrachten. In Bezug aus die afghanische Grenzfrage ist die aus indischen Regierungskreisen stammende Nachricht zu registriren, daß die Verhandlungen zwischen England und Rußland keineswegs ruhen, sondern einen befriedigenden Fortgang nehmen. Was die Punkte in der Pendjeh-Angelegenheit anbetrifft, VIC -üiuai UUUUIUJ IVUUIU) yCjlVlUiyCH, UJll (^uuvuhh UU|JUÖVVVH, |IV vtill |UUIV- Vit x?Vlll)tut, VII VIH w . --------, ---* • *....... lichen Stamme einen anderen.Häuptling durch Bestechung und Geschenke auf den Hals Genossenschaftsmitglieder. , hetzen konnten. Zum Vorsitzenden der Section wurde gewählt Herr L. Petri II., Wcltzbinder- Lagos liegt sehr günstig, so dass man von dort aus, ohne durch das sumpfige meister zu Gießen, zum 1. Stellvertreter Herr W. Steinbach, Maurermeister daselbst, Rigerdelta zu müssen, den Oberlauf des Stromes schneller erreichen kann, aber anderer- I zum 2. Stellvertreter Herr P. Pitz, Zimmermeister daselbst. Außerdem wurden noch seits liegt gleich westlich das berüchtigte Königreich Dahomey, dem neuerdings zwar • in den Vorstand gewählt die Herren Ferd. Giller, Dachdeckermeister in Marburg, setzungen geben, wenn sich von Ost und West erst eine größere Rivalität entwickelt haben wird; einstweilen aber werden beide Mächte genug zu thun haben, wenn sie die dort sehr thatkräftigen Reger im Zaume halten. England hat hier noch gar keine rechte Herrschaft geübt, sondern im Jahre 1841 nur einige Verträge mit dem Atta von Jpara und Abo abgeschlossen, um wenigstens die Aufhebung der Sclaverei und die Zulassung von Missionären zu erwirken. Gleichwohl achteten die Reger weder die Verträge ihrer Väter noch die Macht Englands in neuerer Zeit, so daß die Engländer noch voriges Jahr beide Orte, Abo und Ipara, bornbardiren mußten, um die Bewohner zur Vernunft zu bringen. Als letztere die Einmischung der Briten in den Binnenhandel zu merken anfingen und sahen, daß man über ihre Köpfe hinweg direct mit den Stämmen des Hinterlandes Handel treiben, sie also um ihren Verdienst bringen wollte, begannen sie den (Strom mit Ketten zu sperren, auf englische ^.Handelsschiffe mit Kanonen zu schießen, die den Engländern dienenden eigenen Stammesgenossen todtzuschlagen, schwarze Diener der Faktoreien als Selaven^wegzuschleppen re., und zuweilen waren die Briten dadurch wirklich gezwungen, ihre Faktoreien aufzugeben, bis sie dem feind- welche einem Schiedsspruch unterbreitet werden sollen, so sind dieselben gegen- wärtiq noch Object der Erwägung in den leckenden Londoner Kreisen. Die Sensations-Nachricht von dem Tode des Mahdiist bis zur Stunde unbestätigt geblieben. Man wird sich erinnern, daß der Chef der sudanesischen Rebellen schon mehr als einmal tobt gesagt worden ist, daß er aber trotzdem immer wieder untrügliche Beweise seiner Weiter-Existenz gab. Vielleicht werden die Engländer nach Beendigung des Ramazan, welches wochem lange Fest gegenwärtig in der gesammten islamitischen Welt gefeiert wird, noch genug von dem todtgesagten Mahdi zu hören bekommen. . General Woljeley ist am Montag Nachmittag mit seinem Stabe in London eingetrofsen. Eine zahlreiche Menschenmenge erwartete den General an der Victoria'Station und begrüßte ihn mit enthusiastischen Zurufen. Lokale». Gießen, 16. Juli. Dienstag den 14. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, fand im Saale des Eaf6 Veib die erste Wahlversammlung der Section Gießen der Hesseit- Rassauischen Bangewerks-Berufsgenossenschaft statt, welche aus den Kreisen Marburg, Frankenberg, Kirchham, Ziegenhain, Fulda, Dillenburg, Biedenkopf, Gießen, Schotten, Alsfeld und Lauterbach gebildet wird und waren anwesend 58 Mitglieder mit Telegraphische Depeschen. Wolff'- lelege. Eorresponderrz - Bnrearr. Koblenz, 15. Juli. Seine Majestät der Kaiser wurde gestern bei seinem Eintreffen am hiesigen Schlosse nur von den obersten Spitzen der Emil- und Mllitar- behörden empfangen. Zur Tafel, welche um 5 Uhr stattfand, waren nur Hoskavalrere gezogen. Rach derselben unternahmen die 9)iajeftaten eine gemeinschaftliche Spazierfahrt im Glacis von 7 bis 8 Uhr; die heutige Spazierfahrt durch die Rhemanlagen dauerte ebenfalls eine Stunde. Das Diner, zu welchem die Spitzen der Behörden befohlen sind, findet um 5 Uhr statt. - Berlin, 15. Juli. In der heutigen Versammlung der Baugewerksmelstei wurde constatirt, daß bereits 2204 Maurergesellen, dreimal so viel wie am 11. Juli oder em Viertel Aller wieder beschäftigt sind. — Gegenüber den Auslassungen der „Germania" m der braunschweigischen Erbfolgefrage bezeichnet es die „Rordd. Allg. Ztg." als einen ihr nicht unbekannten Plan der Führer der Welfenpartei, von Braunschweig als archimedischen Punkte aus dcr preußischen Regierung und dem Bundesrathe demnächst das Leben so sauer zu machen, daß die preußische Regierung schließlich zu irgend einer Zeit, wo ste durch innere und äußere Krisen gefährdet und von schwacher Hand geleitet wäre, sich zu einer Theilung Hannovers verstehen würde und in Folge davon den L.sM)eu oer Provinz mit der Hauptstadt, vielleicht mit Ausnahme des Bremer und Stader Landes, Braunschweig überlassen würde, Namhafte Mitglieder der Welfenpartei hatten dies als dasjenige angedeutet, was sie sich unter dem Heimfall Hannovers an das W elfen- haus auf friedlichem Wege dächten. Die „Norddeutsche" schließt folgendermaßen. — ie Herzoge Braunschweigs, wenn sie Welfen seien, würden immer Prätendenten auf Hannover und im Sinne dieses Prätendenteuhauses Vundesgenossen jedes Kindes von Preußen im Jnlande und Auslande sein; für das deutsche Reich und Preußen blieben solche Herzoge Braunschweigs unannehmbar. .... . Berlin, 15. Juli. Der „Reichsanzeiger" verossentlicht einen Erlaß St. Mas. des Kaisers an den Eultusminister vom 29. Juni d. I., in welchem Seine Majestät auf Wunsch des Senats der Akademie der Künste anläßlich der Sacularfeier der Akademie das Protectorat über die für den Monat Mai 1886 beabsichtigte Hstl" ausstellung übernimmt und gleichzeitig gestattet, daß Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz zum Ehrenpräsidenten des zu constituirenden Ehrencomitä's ernannt werde. London, 15. Juli. Der „Daily Telegraph" erfährt, die englische Negierung habe von den Mächten hinlänglich deutliche Erklärungen erhalten, um es zu recht- fertigen, wenn sie in wenigen Tagen mit der Emission der egyptischeu Neiln-Millionen- Anleihe vorgehe. _ . , , „ d x. Rom, 15. Juli. Herr v. Keudell ist von Anzw, wo er einige Zeit zubrachte, nach der Hauptstadt zurückgekehrt, wo er vor seinem Urlaubsantritt noch einige Wochen zu verweilen gedenkt. Bei seiner Abreise begrüßten ihn die Behörden und die Bevölkerung von Anzio auf dem Bahnhof lebhaft. — Erzbischof Melchers ist in Rom eingetroffen. c . Paris, 15. Juli. Dem „Journal de Paris" zufolge bringt Eourcy darauf, daß die Regierung über die Lage in Anam eine Entschließung fasse und Bedangt Instructionen, um schnell und energisch handeln zu können. — Der „Temps" veröffentlicht ein Schreiben aus Madagaskar, welches die Nachricht, daß die Howas Majiinga blokiren, in Abrede stellt, jedoch hinzufügt, daß für eine ernste Action Verstärkungen erforderlich seien. — Das Gerücht von der Demission Foucher's in Wien ist unbegründet. , o , r . c - C. London, 15. Juli. Unterhaus. Lubbock fragt an, ob es wahr sei, bay Die Russen gegen Afghanistan vorrückten? Churchill antwortet, Oberst Ridgway erhielt Kenntniß von Gerüchten, baß eine Vermehrung ber russischen Streitkräfte in der Rahe von Zulfikar stattgefunden habe; der Umfang dieser Verstärkung sei noch unbekannt und Gegenstand von Erkundigungen. Ridgway habe die Umgegend von Zulfikar verlassen, die Kapitäns Peacock und Yate seien auf Wunsch der Einwohner von Herat nach Herat gegangen. — Auf Antrag Hamilton's wurde ein Ausschuß zur Untersuchung der Marineausgaben ernannt. n , Teheran, 15. Juli. Meldung des Reut. Bureaus.] Es sind beträchtliche russische Verstärkungen in Merw und Pul-i-Khisti während der letzten 14 ^age angekommen. Vier Regimenter englische Infanterie sind von Kabul in Herat eingetroffen, vier andere sind unterwegs dorthin vom Hazara-Gebiet. U0m Golf von Guinea. Reiseerinnerungen von Dr. Fr. Müller. ^Nachdruck üerboten.] Endlich ist nun auch, kraft llebereinhinft zwischen Deutschland und England, über die Landstrecke westlich von Kamerun bis nach der britischen Colonie Lagos entschieden worden, und zwar haben beide Mächte ihre Interessensphäre geteilt, indem Lagos und Kamerun die beiden Stützpunkte blieben. Immerhin ist auch das wieder ein Beweis von dem großen Umschwung aller Verhältnisse in Europa, denn vor dreißig Jahren hatte man in England wohl allenfalls an Verhandlungen mit Frankreich oder Rußland, aber gewiß nicht an AuseiuaÜbersetzungen mit Deutschlanb bezüglich afrikanischer Länber gebadit, währenb heute nur bas Deutsche Reich, ohne irgend eine Einrede anderer Mächte, sich mit England in die betreffenden Gebiete theilt. Die großen afrikanischen Ströme gerathen nun wohl nach und nach alle unter europäische Aufsicht; so der Orange-Fluß, der jetzt von deutschem und englischem Gebiete eingefaßt ist, der Eongo, dessen Gebiet jetzt ein großes Reich unter belgisch-internationaler Verwaltung ist, der Senegal und Gambia unter französischer Herrschaft und endlich auch der Niger, dessen Umgebungen ebenfalls wieder deutsch und englisch sind. Heber den Verkehr auf Dem Niger wird es wohl noch mehr Auseinander- auch wieder die deutsche Colonie Bageida am Meere vorgelagert ist. Ten Mittellauf des 9iiger begrenzen die Haussa-Staaten und weiter aufwärts gelangt man nach ber berühmten Handelsstadt Timbuktu, dem Ziele der Sahara-Krawanen von Tunis und dem Senegal aus; es ist deßhalb sehr wohl ber Mübe werth, in s Innere voizu- bringen. Die Englänber haben auch schon circa 650 Kilometer stromaufwärts, theck- weise wie auf bem Nile, durch feindliche Volksstämme hindurch eine Dampilck ist- verbindung eingerichtet und sind sogar schon an 900 Kilometer per Dampfer und noch weiter 200 Kilometer mit Booten aufwärts gelangt. Der Strom paflirt zunächst liegend eine Bergkette, die bei Kamerun an die Küste tritt und die im Niger mehrere Fälle verursacht, von denen einer aber auch durch einen Canal umgangen werden könnte; weiterhin bis Bussa kommm nur noch Gesteine im Wasser vor, die ebenfalls zu beseitigen sein würden. Von der an der Mündung des Nebenflusses Benne gelegenen Stadt Jdda aus kann auch letzterer Fluß bis weit über 900 Kilometer aufwärts gegen das Reich Bornu und Tsad-See hin befahren werden, wo in ber Stadt Jola, der Residenz des Königs von Hadamaua, die vorgeschobenste Station der National African Company ist. Die Hadamauas sind aber auch schon mit Kamerun in steter Verbindung und treiben Handel dahin, ohne daß es aber für Deutschland möglich sein wird, seine Kamerun-Colonie dorthin auszudehnen, aus dem einfachen Grunde, weil .Hadamaua ein Theil des zwischen sJHger und Benns sich ausdehnenden Sokoto-Reiches ist, bellen Herrscher einer der mächtigsten Kriegsherren im ganzen inneren Afrika ist und sofort eine Macht von mehr als 100,000 fanatischen Streitern in's Feld stellen kann. Was das unter Umständen bedeutet, haben die Engländer im Zulu-Land und Sudan bitter genug erfahren müssen und es bleibt schon ein bedenklicher Punkt, daß England Den SokotoS räumlich näher ist und auf dieselben einen weit größeren Einfluß vermöge seines Verkehrs auf dem Niger üben kann als Deutschland, denn von Sokoto aus kann Kamerun am allerwirksamsten bedroht und vom Innern abgeschnitten werden. Bis jetzt ist auch nach Hadamaua hin die Einfuhr fast nur durch den Niger und Benuefluß vermittelt worden; wenn aber künftig kraft des neuen Abkommens Deutschland östlich von Benne vorherrschen soll, so kann es gar nicht ausbleiben, daß der Sultan von Soloto seinen Einfluß in Hadamaua schwinden fühlen und Teutsch- land feindselig werden wird; dies aber wird für Kamerun die erste gefährlichere Krisis werden, mit welcher der deutsche Gouvernciir sich schon sehr bald wird beschäftigen müssen. r_ . Die Einfuhr bezog sich seither fast nur auf Baumwollstoffe und Schmuck, namentlich hübschere Metallringe für Arme und Beine als die eingeborenen Schmiede sie liefern können; reichere Frauen tragen wohl auch Halsreifen von Messing oder von bunten Glas- und Schmelzperlen, die vornehmsten Damen sogar solche von rothen Korallen und hübsche Schnüre aus Seide anstatt der Palmbastbänder, mit welchen vordem die Büste anstatt des Corsetts der Europäerinnen emporgehoben wird. Vielfach werden statt der mit Eisen ausgeschliffenen Ohrenringe auch schon solche aus Gold getragen und jedes aus Europa kommende neue Muster derselben ist im Stande, gleich oas ganze Völl'chen in Aufregung zu versetzen und einen allgemeinen neuen Ankauf selbst unter bedeutendem Verluste zu veranlassen, wenn man nur das nächste Dorf gründlich übertrumpfen kann. , Die Küstenstämme stehen in Folge dieses Verkehrs mit den Weißen auch wirklich in bedeutendem Ansehen und Einfluß bei den inneren Nachbarn und man mutz sie trotz ihrer riesigen Unverschämtheit immer freundlich behandeln, wenn mau nickt den eigenen Verkehr sich erschweren will. Da von dem betreffenden Dorfmonarchen immer Alles abhängt und Alle sich nur nach dessen Meinung, Willen und Erfahrungen richten, so ist das Auskommen mit solch einem, dem Pionier des Handels gerade un Wege liegenden Dorfe unbeschreiblich schwer. Am häßlichsten tritt stets die Habgier bei den Majestäten und Unterthanen jener Gegenden hervor und daraus hervorgehend eine überaus lästige Neigung, st^^urch Diebstahl das anzueignen, was man nicht auf anderem Wege bekommen kann. Daber sind es meistens gar nicht die werthvollsten, aber die für den Weißen nothwendigsten Stücke der Vorräthe, die sie begehren, Dinge, die man sich gar nicht an Ort und Stelle durch etwas anderes ersetzen kann. Wenn die gedungenen Begleiter und Trager- Branntwein mitführen müssen, so hilft die größte Wachsamkeit nicht dagegen, daß sie mit raffinirter Schlauheit und ohne jedes erkennbare Merkmal den Inhalt des Fasses nach und nach leeren und ihn mit Wasser so lange immer wieder ergänzen, bis sie selbst den entstandenen Mischmasch nicht mehr mögen. Leider haben die Engländer in ihrer frommen Phrasenhaftigkeit diesen Hang zum Schnaps erst großgezogen und nun ist dies für sie noch immer das sicherste Mittel, die Waaren aus dem Innern nach ihren Colonien heranzuziehen, wenn auch die Deutschen noch so sehr gegen bie($infuln* des unheilvollen Getränkes von Kamerun aus sollten vorgehen wollen. Man wird auch schwerlich über jene Vorgänge, die sich schon sehr bald in weiterem Maßstabe, entsprechend der Rivalität der beiden Staaten, entspinncn werben, in's Klare kommen D^nn neben bem Stehlen versteht ber Neger sich auch brillant aufs Lügen, so baß man trotz aller Mühe nichts Richtiges erfahren kann, fobalb bie schwarzen Temel ihre Interessen gefährbet glauben. Auch bies ist aber nur eine Folge ber Berührung mit ben ehebern nur immer gewaltthätigen Englänbern und Portugieien, denn die weiter den Niger hinaus wohnenden Stämme sind weit offener und tapferer zugleich als die Küstenbewohner. Zum Glück kann man jetzt überall die freien Llbena-Reger als Hilfskräfte bekommen und mit diesen läßt sich doch wenigstens ein 2lbfonunen treffen über Dies oder Jenes, ohne daß man den Bruch desselben fürajten mutz. Daß eine andauernde milde Behandlung aber auch viel bessern kann und die SchwarzM sehr wohl überzeugt werben können, wie es heute mit ben Weitzen nicht wchrso gefährlich zu verkehren ist, bas lehren eben bie freien Reger ber Republiken irn Westen, resp. Norbwesten, unb auch bie Arbeitsscheu, welche biese 9taturmenschen so ausgeprägt zeigen, läßt bebeutenb nach ba, wo Missionäre eine Zeitlang ungestört wirken konnten /unb wenigstens burch Anstachelung bes Eigennutzes Den Arbeitstrieb erweckei^ tonnten. Im Grunbe genommen ist es bei biesem Volke, bas Tanz, Gesang, ^spiel unb Musik so leibenschaftlich liebt, auch wohl begreiflich, wenn es von Natur aus nicht an eine Arbeit benft unb gewöhnt ist, wie sie ber Europäer von ihm wünschen mutz, um Vorräthe zu bekommen, unb wenn es mit ben reichen Gaben ber freien Natur jufrieben ist; baruni suchen auch schon so Viele sich bie wenigen besseren Cultürgenüsse und bezüglichen Gegenstände durch Betteln zu verschafien und verüben, wenn sie einigen Einfluß haben, die ärgerlichsten Prellereien, während sie nicht einmal daran denken, für das Empfangene auch nur Dank zu sagen. Andererseits wieder dulden ste es nicht, daß der Weiße sich über einen der Ihrigen mit Recht zu beklagen hat, unb so sehr auch jeder Einzelne zu bekommen sucht, was er kann, so wenden sich doch auch wteber Alle gegen den einen Missethäter, der dem Fremden das Unrecht zugefügt hat, und deßhalb könnte es febr wohl fein, daß man schon in naher Zeit wirkliche, aus Königen und Kaufleuten gemischte Handelskammern an der Küste Afrikas tagen unb Recht sprechen sähe. Jedenfalls hat Deutschland dort aber sehr bedeutende und ernste Ausgaben, bie nur mit großer Vorsicht angebahnt werben können. 101 Stimmen. c Herr L. Petri II. zu Gießen führte ben Vorsitz. Zum Schriftführer wurde Herr Chr. Petri III. daselbst und zu den beiden Beisitzern die Herren Leonhard Lang von Odenhausen und Friedr. Giller sen. von Marburg ernannt. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit einigen begrüßenden Worten und gab einen kurzen lleberblicf über die Organisation der Genossenschaft, erwähnte die Vortheile, die Durch dieselbe gewährt werden, sowie die Rechte und Pflichten der UM WZ Exss. nflusses '"l'° @s% ÜSpä S ta,W »fort neuen tann. ®aa wib Sudan bitter H England den MuJ Vernix 1 von Sokoto auj chnltten werden • durch den Niger «u« Abkommens yt aus-keiben, daß und Teutsch: stfahrlichere Krisis wird beschäftigen He und Schmuck, geborenen Schmiede Messing oder von iolche von rothen nder, mit welchen hoben wird. M- ? schon solche aus Iben ist im Stande, Meinen neuen An- ir das nächste Dorf Weißen auch wirt- irn und man muß i, wenn man nicht den Dorstnonarchen en und Erfahrungen > Handels gerade im ad Untertanen jener Neigung, sich durch oimntn kann. Dabei >eißm nothwendigsteii ir nicht an Ort und Begleiter und Träger d)t bagegen, daß sic i Inhalt bet W> er ergänzen, bis sie en die Engländer in zrohgezvgen und nun ms dem Innern nach ehr gegen die Einfuhr wollen. Man wird n weiterem Maßstabe, n in’5 Klare fommen iHrnit auf« Lu« io bit schworzm Zeufil Mjt btr Beruh»» Bortugiefen, beim eie wd tapferer ,uM it freien Libma--!-,-r ein Abkommen «MMMß. Da» 'iebbie*ais* «... M mehr Co_ftr K.L im W-st-u, Sie« I« ausgepiosl .(ffSrt wirken konnte» 'md-we-ku'A",7d «Natur aus « Ä^üddeßh-id s tagen unv )«»«**** MÄ* " " rw A -ASS""' ,t»en«f|(”ÖfMltl1 b(t N* ,#»- «(tri i>i*|6% Temperatur der Lahn und der Luft nach Neamnur gemessen am 16. Juli, -wischen 11 uub 12 Uhr Wittags. Wasser 171/,», Lu,t im Schatten 19«. . L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Petersburg 11. Juli. Aus den inneren Gouvernements wird über fürchterliche Hitze berichtet. In Tambow erreichte dieselbe gestern 40 Grad. - Heber die verheerenden Wirkungen der Lawinen wurden rn diesem Jahre m verschiedenen Gegenden Italiens, der Schweiz und Tnrols recht interessante Auf- reichnungen gemacht. Das Gebiet von Val de Susa in.oerrtaliemschenProvmz-Turm war de?Schauplatz der mächtigsten Lawine Die eine ber Demes zwi ch^Salberwnd u„d Grilles, durchtobte am 18. Januar d. I. in einer Breite von 60 Mr. 6 Mir hoch, eine Strecke von einem Kilom. Diad) ungefährer Schatzung betrug ihr Bolumeli 360 000 (5bm. Schnee im Gewichte von 45,000 Tonnen. Sie zerstörte Käufer m tädtete 43 Älienschen. Die zweite bei Venaus, 150 Mir. lang, enthielt etwa 3 Mill. (Sbm Schnee und durchlief ebenfalls am 18. Januar eine Strecke von 6 Kflom. bis Rivo'n; 24 Häuser wurden durch sie zerstört und 6 Personen ^etodtet^Eme^drittt Handel und Derkedr. nn Limburg, 15. Juli. Rother Weizen 15-95, nmfeerJBetjen OO OU, Korn ^1125, Gerste AL 930, Hafer 7.40, Kartoffeln ä 100 Pfund AL 0.00, Erbsen ä 100 Pfund AL 00.00 Lawine bei Mafiotto führte eine Schneemasse von 18,700 Cbm. mit sich, Zerstörte bat für bic itatonW R-gi-rung 4 Skandgeschütze anzufcrtigcn, welche an Gröhe und Schwere alle bibber fabr.cn tat Ä" übertreffen bürften. Der Rlr- ... R.-Z,g«" schreib, man darüber, Tae,- fertige Geschim hat heule auf dem der Firma gehangen Schießplätze bei A -pp>1 se Probe zu bestehen: dasselbe wird au. zwei extra hierzu Skbauten Wageiini't iisammeii iß Acbsen trnn^vortirt Die Wagen wiegen zusammen 78,000 Kilo und Die ne vei MW felW hat, das respeetaNe Gewicht mm 120,00(1 Kilo. 3u einem Schuh aus die,em Rielengeichutz Schm-n Kilo f ulv-. und hat die hierzu zu oerwendendeGranate ->n Gewicht von 10svKilo. Die garantnte Lchutzmeite beträgt 15,5 .Kilometer, allo etwa - deutsche Dlciltn. dieses Kolosses sind der Sicherheit halber Brücken rc. geflutzt worden. nThor - fD-r klingelt nicht wied-r.s In der Nacht -um Ditnstag hatte der V-.g°ld-r Rudolf D. in Berlin mit einem anderen unbekannt gebliebenen Gcnos,en an der m der Oranienstrab- 30 gelegenen Sanitätswache mehrmals g-kliugc und war fobalb der wachhabend- Gehülfe di- Thiir oNncte, daoongclaufcn. Zu seinemI Unglück stauv, als D. den Unfug wiederholte, gerade der H-ilgehulfe derSauftafswachcV-" v-i,e mit dem Nachtwächter und einem schutzmauu an der ^e d-i i ahen Udalb-rtstia»- im Gespräch. Dieselben beobachteten das Treiben der betbeu J'1™ .'"'8™ den ihnen gerade in die Arm- laufenden D. auf. -Betragt, "kshalb er geNmgelt, kon derselbe erst gar keine Antwort geben, bann stotterte er, da« er Zahnschiuerzc i l aue und in der Sanitätswache Hülfe nachfiichen wollte. Patient "urde daraus VI den Dreien in die Mitte genommen und nach der Samtatswache -uiu^gebracht , hieß ihn Herr Heise aus einen Stuhl setzen, den Mund onneii und klopfte Zähnen herum. „Ist dies der kranke Zahn e'" fragte der Operateur. .'/Ich weitz u u, ab es aerade -„Ja, ja, der ist es", fiel ihm Herr Heise mit einer gewißen bestimmten Betonung ins Wort, imb aus Furcht vor den beiden dabei stehenden Männern des Gesetzes hielt der „Patient" stille, als Herr Heise gewandt die Zahm zongc an den auserkorenen Zahn ansetzte und den Zahn au5$uuc6cn begann. ~b d e Operation wirklich so schwierig war, ober - kurz, Herr Hetse ttteteJange ab erholte sich erst von der Anstrenguiig und zog dann, unter hest gem Brüllen ^dcs Vatienten" den Ralm heraus. Es soll em schöner Backzahn gewesen fein. -er also „Operirte" gebrauchte einige Zeit, um sich zu erholen und Ente ilnter Thranen. In meinem Leben klingele ich nicht wieder'." Mit der höflichen Einladung ba d wiederzukommen und mit dem ausgezogenen Zahn in der Tasche wurde der wohl für immer curirte Patient entlassen. ___ Robert Becker, Bauunternehmer in Marburg, Ehrrfl. Haubach, Maurermelf fr. (Virüen sowie Dreher, Zimmermeister in Biedenkopf. . Ferner wurden noch 7 Ersatzmänner gewählt und zwar ,die Herren E.Wlnn, anAHrormeiitex- in Lich, Gg. Dtarr, Spenglermeifter in Glegen, Herrn. Scherfs, in (&n Ehrist Haas, Zimmermelster m Grunberg, Louis Schwölb Tachdeckermeister m Gießen, Chr Jockel Tachdeckermenter tu Hungen w.b P WErnEer m RenNckunbe^ Weitzbindermeifter 3u DUegirten wuiDen per » Einbach daselbst, Bauunternehmer stEäbää BWtÄC FÄi s SWS WÄÄÄ beftimnit. Tagesorditungeum 5 Uhr Nachmittags erschöpft war, erklärte der ™ .??^Versamnilung als geschlossen, woraufhin Herr Bauunternehmer R ob eit t>uÄ ÄaVaUrn»l>n. im Namen der Versammlung dem $or= ®e,^c,rn "Lrn Louis Petri II. für feine umsichtige und thatkrafttge Leitung und seitherige Geschäftsführung besten Dank attszuspreche» , was die ganze «erfammlmig durch Erheben von ihren Sitzen zu erkennen gab. ____ ErBleversteigeruug. Samstag den 18 ds. Wits«, Nachmittags 3 Uhr, sollen nachverzeichnete Früchte des landwirthschastlichen Versuchsfeldes, nämlich: 3 Morgen Winterroggen, 2 „ Gerste, 2 „ Hafer, in Adtheilungen von je einem Morgen, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. Juli 1885. Grohherzogl. Universitäts-Rentamt. Schmitt. 5122 Aeikgebolenes. Patent - Rouleaux-Stangen, Kisten und Koffer empfiehlt l.ouiN heny, 5204 Marktstraße 23. Prima neue holl. Vollhäringe offeriren 5217 Tribus Lt Sundheim: Aechten | Rheinwein-Essig, feinste wohlschmeckende Speiseöle ■ offerirt 5215 Otto Schaaf, Seltersweg 39. Zwiebelkuchen Montag, Mittwoch und Freitaq, Morgens von 9 Uhr an. Fr. Hennings, 5113 Seltersweg. Prima neue holl. Vollhäringe & schwed. do. offerirt 5201 Ä. Elsoffer. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 5208 A. Bramm. Montag den 20. Juli und die folgenden Tage, von Nachmittags 2 Uhr an, werden im Bott'schen Hause, Seltersweg 81, die zum Nachlaß des verstorbenen Herrn Jnstizrath Glwert gehörigen Gegen- MÜbeln/Bettwerk, Weißzeug u. dgl., namentlich 1 Canseuse und 6 gepolsterte Stühle mit brillanten Stickereien, 1 uberpolstertes Sopha mit 4 dgl. Sessel, 1 Schlafdivan, 1 Chaiselongue, 2 antike Stühle mit hohen Lehnen und Stickereien, 1 Ausziehtisch sur 2 l Personen, ovale Sopha- und andere Tische, 1 Damenschreibtisch, Nlpv- tische mit und ohne Marmorplatten, Kleider- und Weißzeugschranke, polirter Kleiderschrank, Glasschrank, 1 Silberschrank, Console und Kommode, 1 Pfeilerspiegel mit Trumeaux und wertzer Marmorplatte, neuere Spiegel mit geschn. braunen und Goldrahmen, em ^nnl?er Lüster, feinste Tischlampen, Bettstellen u. s. g. Federbetten, ^heilige Roßhaarmatratze, feinste Portieren und Fenstervorhang- 'N ^ntestost. Wolle, Tüll, gestickte und andere, Fenstermantel, Teppiche, Sophaklsien und Eckbretter, theilweise gestickt in schönster Ausführung, und Tafelaedecke Weißzeug, sehr schöne Herrenkleider und -«afcye, seine Blumenvasen und Blumenständer, Porcellan und Blscult schönste Nippsachen aller Art, Alfenide-Gegenstande, Porcellan und Glas Weingläser, Eß- und Kaffeeservice, Küchengeräth und viele andere Gegenstände "^stbigett. Gegenstände, mit wenig Ausnahme, find sehr gut -b i* sw*»-« •- Drei Keller unter dem neuen Schulhause an der Schillerstraße, welche bisher zum Lagern von Ta^k benutzt wurden und lech allrg werden sollen Dienstag den 21. d. MtS., Vormittags HV2 Uhr auf )em Bürgermeisterei-Bureau anderweit verliehen werden. Gießen, den 15. Juli 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Ausgebot. Gießen, den 13. Juli 1885. Grobherzogliches Ortsgericht. Lüdeking. 5140 5182 Einen Schreinergesellen auf bmieinbe Beschäftigung sucht W. Müller, Stemstraße 48. Aufträge, vorstehende Versteigerung betreffend, erbitte mir, nach vorheriger mündlicher Absprache, schriftlich ertheüen zu wollem 5U1 I. Rotbenberger, Kmdenplast 8. Ausverkauf. Wegen Lokal-Veränderung verkaufe . Donnen- und Regen,chirme |o»ie meta, s-wmllich-n SU.titd 1« »** ,211 -i«i.ai.nes »«fall, ton B«- 21. 5198 Ein Lehrling und ein 'Haus- bursche zu sofortigem Eintritt gesucht von Martin Lenz, Bäckermeister. Seesalz, KreuMcher Mutterlauge, Schwefelleber und sonstige Badeingredienzien sind zu haben in der Medicinal-Drogerie von Otto Schaaf, 5241] Seltersweg 39. Eisengiesserei und Waagenfabrik Karl Schenck, Darmstadt. Waggonwaagen, Fuhrwerkswaagen mit Steinfundament od. eisernem Bett u. Lauf- gewichtsconstruci tion. Schenck’s Registrir-Apparat zum Aufdrucken des Gewichts auf Billete. Sicherheitsvorrichtung gegen (Jeberfahren im unentlasteten Zustande. 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Juli, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus (Tiefenweg 80 in Annerod) aus statt. A. Weigand und Frau Hotel zum Rappen. 5205 Wohnungs Veränderung. Meinen werthen Kunden und Gönnern diene zur Nachricht, daß ich von heute an bei Frau Schwan Wittwe, 5148 Eine geb. j. Dame wünscht Nachhilfestunden in Sprachen und anderen Fächern au ertheilen- Gefl. Offerten Frankfurterstraße 43 III. Hochachtungsvoll H» WeidenhauS. 5125 Zwei möbl. Zimmer mit Kabinetten zu vermiethen. Restauration Weber, Liebigsstraße. 3130] Freundlich moblirte Zimmer zu oermietben. Frankfurterstr. 40, 111. St- Die Bibliothek des Volksbildungs-Vereins ist vom DounerStag an wieder geöffnet. Alle noch ausgeliehenen Bücher sind einzuliefern. Die Bibliothekstunden sind wie seither Donnerstags von 7-9 Uhr. 5192 Allg. Renten-, Capital- u. Lebensversicherungsbank in Leipzig, errichtet 185 2. im Jahre 1873: 29,93 Proeent der Jahresprämie , 1863: 57,14 . . „ . „ 1853 : 84,35 Dabei sind die Prämien von vornherein wesentlich niedriger als Gesellschaften für Versicherungen mit Anspruch auf Dividende. Bachgasse 19 Hochachtungsvoll Reinhardt G-reb, Herren-Kleidermacher. Unter Kostenpreis Einrichtung billigst zu verkaufen. Louis Lony Marktstraße 23 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Rüchen- und Daushaltartikeln, Rorbwaaren, Bürsten & Rüferwaaren. Reparaturen an Küferwaaren wer- Einrichtung der steigenden Dividende. Folge davon: Fortgesetzte Erniedrigung der Beitragszahlungen bei zunehmendem Alter. Die Dividende für das Jahr 1884 beträgt beispielsweise für die Versicherungen mit Dioidendeberechtigung, welche ...... wurden Dem allmächtigen Gott hat es in seinem unerforschlichen Rache gefallen, nnsere theure Gattin, Mutter und Großuiutter, Frau üorgarethe Steller, ged. Iörr, nach langem schwerem Leiden plötzlich in ein besseres Jenseits abzurufen, was wir hiermit Verwandten und Freunden, um stille Theilnahme bittend, tiefbetrübt mittheilen. Mein Herren- u. Knabenlrleider-Kger will ich bis zum 28. d. M. wegen Errichtung einer Privatklinik gänzlich ausverkaufen. Vervackung von Glas, Porzellan rc. wird ebenfalls unter Garantie übernommen und halte ich mich bei eintretendem Bedarf bestens empfohlen. Warme Bäder täglich geöffnet von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr, Sonntags bis 1 Uhr Mittags. Sämmtliche Badextracte, -Salze und Mutterlaugen sind in Bade-Anstalt zu civilen Preisen zu haben, und werden auch außer derselben abgegeben. Alleinverkauf deS Werler Mutterlaugen - Badesalzes. Abonnements werden jederzeit angenommen. 4742 wir pnwlen M««üö (olt bie ge-vc §tMlöenen t aber wie ber nicht unmittel Helm eilt fll beionberä bei oeiblieb. Äl Bodeniee'Jns im Kreise l>e erbringen. 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Juli, Nachmittaq- 4 Uhr, statt- findenvcn Beerdigung unseres Mitgliedes Wilh. Krailing werben die Mitglieder höflichst eingelaben. Die Beerdigung findet vom Sterbchause (Wetzsteingasse 41) aus statt. [5207] Der Borstand. 5194 Der 3. Stock meines Wohnhauses, Bismarckstratze, bestehend aus 7 Zimmern mit allem Zubehör und Gartenbenutzung, ist anderweit zu vermiethen. __________Eduard Ottens. 5200 Möblirtes Zimmer zu vermiethen ___Asterweg 40. 5210 Ein Logis zu vermiethen. _______Frankfurterstraße 23. 5206 Ein kleines Familien-Logis zu vermiethen____________Kaplansgasse 18. 5212 Der 2. Stock, bestehend aus 7 Zimmern mit Zubehör, in meinem Hause in der Ludwigstraße zu vermiethen. Wilh. Seipp, Weißbindcrmeister, ________Ludwigsplatz _6.__ 5054 Der 2. Stock des Hauses Lud- wigsstraße 47, bestehend aus 6 Zimmern und Zubehör, nebst Garten, ist zu ver- mietben und alsbald zu beziehen. Näheres bei L. 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