M8S Sonntag den 17. Mai Zweites Blatt Nr. 113 X Erscheint täglich mit »vsnahme >eö «ONtO-1. Bwre««r Gchulstraße 7. Betreffend: Den Remonte-Ankaus pro 1885. 24. August in Lampertheim, ii Groß-Bieberau, 29. .liebt"" I-«. 'I* nicht beirren ieb hat dieser II II Bickenbach, Gernsheim, Groß-Gerau. Kamerun, 10. Aprll. In Kamerun herrscht nun vollständige Ruhe und Sicherheit für die Weißen. Am 2. April wurde mit den Joß-Leuten der Friedens-Vertrag geschloffen, wodurch sich diese der deutschen Schutzherrschast und King Bell als ersten Häuptling (chief) unterwersen. Das Job-Volk hatte den Mörder des Woermann'schen Agenten, Pantänius, ausgeliefert — derselbe wurde erschossen — doch verlangte Admiral Knorr die Auslieserung zweier Helfershelfer, welcher man noch entgegensteht. Der Grund und Boden der ehemaligen Joß Town wurden von den Deutschen als erobertes Territorium in Besitz genommen. Dasselbe eignet sich seiner guten Lage wegen ganz besonders zur Errichtung der Gouvernements-Gebäude. Der Handel, der bislang darniederlag, nimmt nun einen Ausschwung. — Am 27. März landete der englische Dampfer „Akaffa" in Kamerun mit dem ersten Kolonisten, einem jungen Mann von 20 Jahren, Landwirth und Müllerssohn aus München. Auf die Frage des Faktorei-Vorstandes des einen Hamburger Hauses, was er mit seiner Hierherkunft bezwecke, antwortete der unternehmungslustige Mann, er wolle hier Plantagen anlegen, Kaffee, Cacao rc. bauen, hätte aber schon bemerkt, daß das Terrain am Kamerunfluß sich hierzu nicht eignet. Er wolle sich jedoch einmal in Victoria umsehen, ob dort nichts zu machen sei. Rach wenigen Tagen wurde er dorthin befördert und hat sich dann mit zwei auf dem Kamerunberge lebenden Schweden für's Erste in Verbindung gesetzt, um sich den Boden zu betrachten. Der kühne Kolonist gab an, sehr bemittelt zu fein, und falls er sähe, daß etwas zu machen fei, so würde er seine Brüder nachkommen lassen. Er ist in der That der Erste, der ernstlich einen Versuch mit Plantagenbau machen will. Ec hat sich durch sein sicheres, bestimmtes, aber doch bescheidenes Auftreten hier allenthalben Sympathieen erworben. hrle. M echu- runden w rrn CoileO- »Kasse) da- Zum Ankauf von Remontm im Alter von vorzugsweise 3 und ausnahmsweise 4 Jahren sind im Bereich des Großherzogthum» Hessen-Darmstadt für dieses Jahr nachstehende Märkte anberaumt worden und zwar Morgens 8 Uhr am: Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz durch Entschließung vom 6. I. M. dem Vorstande des „Mitteldeutschen Kuustgewerb«.Verein»" zu Frankfurt a. M. die Erlaubniß ertheilt hat, Loofe » für eine im December l. I. in Frankfurt a. M. zu veranstaltende Verloosung von kunstgewerblichen Erzeugnissen der Neuzeit im Großherzogthum zu vertreiben. Gießen, am 13. Mai 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. __ KeeWifchte». Ortenberg, 8. Mai. Heute Morgen gegen 6 Uhr brach in der oberen Stadt Feuer aus, das rasch eine zum Gräflich Stolbergischen Hofgute gehörige Scheune und die Werkstälte des Wagners Engel in Asche legte. Freiwillige Feuerwehr und Einwohner mit drei Spritzen zur Stelle schützten eine anstoßende Scheune vor dem verheerenden Element. 25. 26. 27. Mill mem über- te, sch durel . Herrn (M Die von der Remonte-Ankaufs-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, ebenso Krippensetzer (Köpper), welche sich innerhalb der ersten 28 Tage nach dem Eintreffen im Depot mit diesem Fehler behaftet reiqen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören oder durch einen nicht legitumrten Bevollmächtigen der Commission vorgestellt werden, sind vom Kauf ausgeschlossen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und einen Kopshalter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen starken hänfenen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden, auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. ,r .... , m ™ , Berlin den 26. Februar 1885. Kömgl. Preußisches Knegs-Mmistenum, Abtheilung für das Remonte-Wesen. Freiherr von Troschke. Graf von Klinkowstroem. ■Pulver Stuttgart. für Mer und fr Kgkel^ondiM UniverfitütS- Chronik. v- Der bisherige Privatdocent an der Universität München, Br. Max Planck, ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Kiel ernannt worden. Greifswald, 9. Matt Nach der Statistik des neuesten Universitäts-Kalenders betrug die Zahl der Medicin-Studirerrden im Wintersemester 1884—85 an den einzelnen Universitäten wie folgt: Wien 2291, Berlin 1133, München 874, Würzburg 791, Leipzig 695, Greifswald 408 , Breslau 370, Graz 369 , Freiburg 307, Halle 306, Bonn 251, Königsberg 247, Erlangen 222, Heidelberg 210, Marburg 206, Straßburg 204, Zürich 199, Göttingen 190, Tübingen 185, Bern 184, Kiel 174, Jena 155, Genf 144, Gießen 135, Bafel 113, Rostock 87. Sicherlich darf hiernach mit einer gewissen Befriedigung hervorgehoben werden, daß nächst der Reichshauptstadt die mcdi- cinische Fakultät unserer alten pommerfchcn Universität unter den medicinischen Fakultäten des gesammten Königreichs Preußen die höchste Frequenz aufweist. Sehr erfreulich ist fernerhin die Thatsache, daß in diesem Semester zum ersten Male die Gesammtzahl der Studirenden 1000 hier beträgt. Davon gehören der theologifchen Fakultät 820, der juristischen 72, der medicinischen 457, der philosophischen 151 an. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brintzerivpr Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, .1*"* 's»® 'Cert < ww l" T.Krrrßk. Pfj. »ixhlholtz, 30. Juni 8. Juli 27. „ 28. „ Mainflingen (Kreis Offenbach), 7. Mai. (GemeinderathssitzungO Eine der stürmifchsten Gemeinderathssitzungen, welche je hier vorkamen, war die heutige. Die Herren geriethen furchtbar in die Wolle über den Anttag des Bürgermeisters, der Gemeinderath solle dem Lehrer Schiff das Recht bestteiten, seinen Schwiegervater, den pensionirten Lehrer Schreiber, zu sich in feine Wohnung zu nehmen. Der Antragsteller führte aus, daß dadurch die Wohnung mehr beschädigt, Möbel auf Plätzen ständen, welche nicht zur Wohnung gehören und dergl. Die Gegner dieses Anttags wollten nur eine Gehässigkeit darin finden, weil der Bürgermeister, der, so lange er mit Lehrer Schiff auf gutem Fuße stand, den Keller und Speicher des Schulhauses alljährlich für sich benutzte, dies jetzt nicht mehr könne. Die Berathung gestaltete sich zu einer derart erregten, daß man die Verhandlungen im halben Dorfe hören und verstehen konnte und nur die Anwesenheit des Polizeidieners vor dem Gemeindhause schützte vor größerem Zusammenlauf. Bewohner der nächsten Häuser wollen hier ruhe- störenden Lärm erkennen und Strafantrag stellen. (??) Borken, 9. Mai. Heute Morgen ereignete sich zu Borken, Station der Main- Weser-Bahn, ein Unfall, der leicht traurige Folgen hätte haben können. Herr Metropolitan Theys von Jesberg, ein Greis von einigen 80 Jahren, fuhr, von Gensungen kommend, mit dem i/i10 Uhr-Zug in Borken ein. Er wollte bis Zimmersrode fahren, um von da mit der Post seinen Wohnsitz Jesberg zu erreichen. Kaum hatte sich der Zug wieder in Bewegung gesetzt und das erste Wärterhäuschen erreicht, als plötzlich Herr Mettopolitan Theys, glaubend, er sei schon in Zimmersrode und der Zug fahre weiter, die Thür seines Eoupö's aufreißt und in fast voller Fahrt des Zuges aus demselben springt. Der- Zug wurde sofort zum Stehen gebracht und Hülfe eilte herbei, auch war glücklicher Weise Herr Dr. Menche von Borken anwesend. Wunderbarer Weise hatte der Sprung dem'ehrwürdigen Herrn nichts weiter geschadet, als daß sein Gesicht, auf welches er gefallen war, stark blutete. Nachdem dasselbe verbunden, fuhr er in einem Wagen des Herrn Gastwirths Sommer von Borken nach Jesberg weiter. Ja, er war so gefaßt, daß er sich beim Abfahren eine Cigarre anzündete. Wanzleben, 8. Mai. In unserer Stadt herrscht gegenwärtig die Trichinosis in ganz bedenklichem Grade. Sämmtliche Erkrankten, bis jetzt 34 an der Zahl, haben von dem Fleische eines in voriger Woche von dem Schlächter W. geschlachteten Schweines gegessen und sind bald darauf unter den Symptomen der Trichinosis erkrankt. Ungefähr 10 Erkrankte liegen schwer darnieder, hoffmmgslos glücklicher Weise Niemand. . _ ., Berlin. Die Vorsicht der Frauen, ihren Ehemännern das Geld aus verlasche zu nehmen, bevor diese zum Wirthshaus gehen, kann unter Umständen zu recht unangenehmen Confequenzen führen, wie eine Verhandlung lehrte, die kürzlich vor dem Schöffengericht am Amtsgericht II stattfand. Der Engros-Schlächtermeister Scheel kam am 25. Januar vom Einkassiren nach seiner Wohnung in Franzostsch-Buchholz heim und wollte darauf, weil es gerade Sonntag war, im Kruge eine stAeu- Vorsichtig zog ihm seine Frau vor dem Weggänge einen Beutel mit 300 in ®olb aus der Tasche. Im Wirthshause traf Scheel eine fidele Berliner Gestlffchaft, aus sieben bekannten und wohlhabenden Leuten bestehend. Nach eingeholter Erlaubniß setzte er sich zu diesen an deren Tisch und betheiligte sich an der gemuthlichen Kneiperei. Als er des Guten nahezu genug hatte, vermißte er plötzlich seine Borst. Er sprang auf, bezichtigte seine Tischnachbarn des Diebstahls, schimpfte sie Bauernfänger und gab ihnen andere ehrenrührige Titel. Die Berliner Herren nahmen erst die Sache für einen Scherz; als aber der Scheel wie ein Wüthender auf sie einsprang und zuhieb, da nahm die Sache für den Angreifer eine bedenkliche Wendung. Er flog über mehrere Stühle und zog sich eine kleine Schramme zu. Auf diese Schramme pochst , er nun als auf eine schwere Körperverletzung; er ignorirte den angesetzten Suhnestrmin und als die Gegner nun wegen Beleidigung klagten, da strengte er die Widerklage an und nahm sich einen Rechtsanwalt als Beistand. Aber in der Hauptverhandlung stand keiner der zahlreichen Zeugen auf seiner Seite. Er wurde mit seiner Widerklage abgewiesen und in 100 Geldstrafe oder 10 Tage Gefängniß und in sämmtliche Kosten verurtheilt. . ,r, ,, . , . Aachen, 12. Mai. Durch einen Schutzmann in Civil wurde am 4. d. Mts. in Alsfeld, „ Nidda, „ Butzbach, „ Nieder-Wöllstadt, Helbig 3716 ener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ein Franzose, Namens Perret, verhaftet, als er das PostgebLude verließ, wo er nach postlagernden Briefen gefragt hatte. Perrot, der seit zwei Tagen hier im Hotel zur „Stadt Bonn" am Rheinischen Bahnhof wohnte, wird als Raubmörder von Lyon aus verfolgt. Im Februar dieses Jahres ermordete er auf einem Schlosse bei Lyon eine Frau Rigottier nebst deren Gesellschafterin, raubte 30,000 Francs in Obligationen der Stadt Lyon und ergriff die Flucht. Die Lyoner Behörde verfolgte seine Spur durch die Schweiz, Bayern und Oesterreich. Von Wien aus begab sich Perret nach Köln, hielt sich dort zwei Tage auf und reiste am Freitag nach Aachen. Hierher wurde seine Anwesenheit gestern telegraphisch von Köln aus signalisirt, kurze Zeit darauf trafen ein Kölner Polizeicommissar, sowie der von der Lyoner Behörde speciell mit der Verfolgung des Perret betraute Beamte in Aachen ein; zwei Stunden später war der Mörder festgenommen. Derselbe ist 30 Jahre alt und stammt aus l'Arbresle im Arrondissement Lyon, wo er Kaufmann war und fallirte. Bei seiner Verhaftung fand man nur 2,50 Gerhard, LM, ir PH. Schneider. -lK-b-iC.D--» ÖD lei itlttt 1“ Setten- Eonfinnanden-Sohirme in großer Auswahl, in allen Farben und Qualitäten, von den billigsten bis zu den hochfeinsten empfiehlt 3505 I. Weitzenkorn. Mai-Kowle. Mai-Wei« per. Flasche 50 la. Export-Aepfelwein pr. Fl. 25 83er Deidesheimer „ „ 60 81er Ober-Ingelheimer „ „ 90 H. Für absolut reingehaltene Waare leiste jede Garantie. Bei Abnahme von mindestens sechs Flaschen liefere frei ins Zaus; in Gebinden billiger. Für Wiederverkäufer und Wirthe Ausnahmepreise. 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