tilgen. ■m" «Hfa'Stf ^r- -ME lnicthe^ °^ m‘ Hinter, ^»*15. ' oinimer, mit nk** <** PrS*:A' Lsa»" CKj 6'®otai< ÄSf halber ist baS h«* Ä?el m v"unclhtn. "fhmldt Wu> ^ ^ohnung zu Den Neuenweg 48. >te Anzeigen. bniar oder Avril l. t Geschäftsla-e ein gc, ldeuloeal« 'N und kleiner Wohnm sucht. s 504 an Haastttstn, nffirrt a M. riffigen Lehrling ich ulet, ed)inicbn*. dermävchen fud)t ftttt, KaplansgaA 2. e f u ö) t , 3 Rimmer nebst Zin nstand. Hause. ;rer2antzabe unter S. 100 Bl. M ame aus f. Faai, Wg, engl. il front- cmdw sucht Stelle & w, z. Erz. mutterl. Mei f. unt- 6. H. an die (fr raoeo, gewandtes HM> im Äesitze Mr WM Haeli von Frau Fnlv« i, gesucht^____. Mstunden * Meres Neustadt^. HüTeine'fleine 9W «an 3-4 Zimmern In gr- LAs1,OktMcl i Preisangabe nimmt ------ WS II- entgegen^----' #•* SSS* o°V—7-7^ sS*£ OM .rthie111 ESS' Nr. 189. Zweites Blatt Sonntag den 16. August 188S Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - «chulft,«»- 7. »««» mit M «.nt„». 2SÄÄ ?“ÄT ! ■UUL'JJJ 11- 11 ----------------LilU-L"’3gJ «■■ ■________■!■!■... । JUJJL11L1LLL1L__LL"!«L 1___!!____ Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf den Verlauf der ReichstagSverhandlungen über die Abänderung des $ 105 der Gewerbe-Ordnung soll durch eine sachgemäße Erhebung festgestellt werden, in welchem Umfang thatsächlich die Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Feiertagen vorkommt, sowie ob und in wie weit eine Beschränkung derselben ohne Schädigung berechtigter Interessen möglich ist. Die vorzunehmende Untersuchung soll alle Gewerbszweige einschließlich der Handelsgewerbe und des Handwerks umfassen, in welchen überhaupt eine Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Festtagen vorkommt. — Aus einem Fragebogen wurden diejenigen Fragen zusammengestellt, um deren Beantwortung es sich bei der vorzunehmenden Untersuchung handelt. — Zur Beantwortung dieser Fragen sind, außer den vorhandenen Organen des bewerbe- und Handelsstandes und sonstiger freien Vereine von Industriellen und Handwerker, auch einzelne Gewerbetreibende und insbesondere auch Arbeiter «ingeladen. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat uns mit der Vornahme und einheitlichen Leitung der ftaglichen Erhebungen für das Großherzogthum beauftragt. Indem wir darauf aufmerksam machen, daß Exemplare des bemerkten Fragebogen-Formulars sowohl von den Großherzoglichen Kreisämtern, den Großherzoglichen Handelskammern, dem Grobherzoglichen Fabrik-Jnspector, dem Vorständen der Localgewerbvereine, als von uns ausgegeben werden und von diesen Stellen bezogen werden können, richten wir an alle Diejenigen, welche sich bei der vorzunehinenden Erhebung betheiligen wollen, das «ergebene Ersuchen, die Ausfertigung und Rückgabe der Fragebogen bis längstens zum 1. September l. I. bewirken zu wollen. — Insbesondere ersuchen wir auch die Vorstände von Innungen, die Vorstände von Arbeiter-Krankenkaffen, soweit diese nicht Betriebskrankenkaffen sind, um Betheiligung an der angeordneten Untersuchung, und bemerken noch, daß bis zum 1. September l. I. auch auf unserem Bureau — Neckarstraße Nr. 3 — mündliche Erklärungen zu den Fragen abgegeben und protokollirt werden können. Darmstadt, den 4. August 1885. Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. Fink. Busch. Wochen - Ueberficht. Gießen, 15. August. Der Besuch, welchen der österreichische Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, in Varzin beim deutschen Reichskanzler abgestattet hat, bildete in dieser Woche den Krystallisationspunkt der politischen Betrachtungen. Natürlich kann man nur Vermuthungen darüber hegen, was die beiden Staatsmänner mit einander besprochen und „ausgemacht" haben; indessen wird man nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß u. A. die schon des Oefteren erörterte Frage des deutsch-österreichischen Zollbündnisses in Varzin mit besprochen worden ist. Im Uebrigen bildet aber die Begegnung zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Kalnoky die natürliche Ergänzung zu der Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Josef und beweist in eclatanter Weise das fortdauernde innige Einvernehmen zwischen dem deutschen Reiche und der österreichisch-ungarischen Monarchie, welches so sichtlich zur Erhaltung des europäischen Friedens beiträgt. Bedeutungsvoll ist es auch, daß die Varziner Entrevue fast genau mit der Heimkehr Kaiser Wilhelms von seinen diesjährigen Badereisen zusammensällt; der österreichische Minister, welcher soeben der Gast des leitenden deutschen Staatsmannes gewesen, begrüßt an diesem Samstag auch den erhabenen Schirmherrn des deutschen Reiches in dessen Residenz und diese erfreuliche Thatsache bedarf wohl keiner näheren Beleuchtung, sie spricht allein schon für die ungetrübte politische Freundschaft zwischen Deutschland und Oesterreich. Von der Varziner Minister-Couferenz hinweg wendet sich der Blick einem kommenden, nicht minder interessanten Ereignisse zu, der Zu- lammenkunst zwischen dem Kaiser Franz Josef und dem Kaiser Alexander 111. in Kremsier, mit welcher die Unterredung zwischen dem deutschen Kanzler und dem Leiter der auswärtigen österreichischen Politik in einem ebenso unverkennbaren Zusammenhänge steht, als wie mit der Monarchen-Begegnung in Gastein. Denn die Vermuthung liegt zu nahe, als daß sie von der Hand gewiesen werden sollte, daß die Minister der beiden eng verbündeten Staaten sich über Mancherlei zu verständigen gehabt haben, worüber Klarheit in dem Augenblicke herrschen muß, in welchem der Czar sich einem der Verbündeten nähert und dadurch mit dem Bunde selbst in engere Beziehungen tritt. Diese Verständigung kann aber nur im Geiste jener Friedenstendenz ausgefallen sein, die sich so klar in dem deutsch-österreichischen Bündnisse ausspricht und unter ihrem Einflüsse wird sicher auch die bevorstehende Begegnung des österreichischen Herrschers mit dem Czaren stehen. Kaiser Wilhelm ist am Donnerstag von seinen diesjährigen Badereisen im besten Wohlsein zurückgekehrt und wird für die nächste Zeit auf Schloß Babelsberg residiren. Unter dem Eindrücke der Varziner Minister-Begegnung traten die Wochen-Begebenheiten auf dem Gebiete der inneren Politik bedeutend zurück und dies um so mehr, als diesmal in der That nichts Erhebliches zu registriren ist. Dagegen zieht die Colonialpolitik Deutschlands wieder mehr die Aufmerksamkeit auf sich, und zwar durch die Entwickelung der Zanzibar-Frage, welche durch die Ankunft des deutschen Geschwaders vor Zanzibar in ein neues Stadium getreten ist. Es hat den Anschein, als ob man deutscherseits diese An- zÄegenheit mit aller Energie betreiben will, denn es verlautet ganz bestimmt von einer Verstärkung des vor Zanzibar liegenden Geschwaders um vier weitere Kriegsschiffe, und einer solchen Betätigung der deutschen Macht gegenüber wird es der Sultan von Zanzibar wohl kaum länger säumen, sich mit Deutschland wieder aus freundschaftlicheren Fuß zu stellen. (Inzwischen geschehen. Red.) Man darf dies auch deshalb erwarten, weil neuerdings England das Vorgehen Deutsch- lailds in Ost-Afrika mit günstigeren Augen betrachtet. Die „Times" schreibt nämlich bezüglich Zanzibars, wenn auch England nicht wünschen könne, die Unabhängigkeit Zanzibars bedroht oder die Cioilisation dieses Landes vernichtet zu seihen, so liege es doch andererseits weder im Interesse Englands, noch auch in dessen Wünschen, neue Civilisations-Projecte zu hindern oder gar den Sultan von Zanzibar aufzuwiegeln und vage Ansprüche desselben auf sernliegende Theile seiner nominellen Besitzungen aufrecht zu erhalten. Hiernach darf man annehmen, daß der englische Einstuß nicht weiter gegen die Ansprüche Deutschlands in Zanzibar geltend gemacht wird. Das österreichische Bundesschießen in Innsbruck ließ in der abgelaufenen Woche die Politik im Donau-Kaiserreiche weniger hervortreten und erfreulicher Weise ist auch letztere selbst auf dem Innsbrucker Feste so gut wie gar nicht zur Geltung gelangt. Es sind in der Hauptstadt Tyrols gelegentlich des Schützenfestes viele und dabei treffliche Reden gehalten worden, aber der Kernpunkt aller war, daß der Oesterreicher fest und treu zu Kaiserhaus und Vaterland steht, der Nationalitäten-Hader kam — und dies mit Recht — nicht im Mindesten zur Geltung und mit Befriedigung dürfen deshalb Die Theil- nehmer des Innsbrucker Schützenfestes aus dasselbe zurückblicken, zumal dasselbe noch durch die Gegenwart des Kaisers.verschönert wurde. Sir Drummond Wolfs, der außerordentliche Gesandte Englands nach Egypten, hat aus seiner Reise, die ihn zunächst nach Konstantinopel führt, in Wien Station gemacht. Er traf daselbst am Mittwoch ein und reiste erst am Freitag weiter und dieser lange Aufenthalt, den der englische Staatsmann in der österreichischen Hauptstadt genommen hat, deutet darauf hin, daß England bei seinem neuen diplomatischen Feldzuge in Egypten auch Oesterreich mit in den Bereich seiner Combinationen zieht. Offenbar ist es dem Cabinet Salisbury darum zu thun, durch Oesterreich die Mission Sir Drummond's beim Sultan, als dem Oberherrn Egyptens, befürworten zu lassen und dies ist immerhin ein schmeichelhaftes Anerkenntniß für den österreichischen Einfluß. Der Fürst von Bulgarien, welcher kürzlich in Wien weilte, ist vom Kaiser zu den in Böhmen stattfindenden Manöver» eingeladen worden und wird auch dieser Einladung Folge leisten. Frankreich steht vollständig im Zeichen der Wahlbewegung, deren Umrisse immer schärfer hervortreten. Augenblicklich bildet das Tagesereigniß die Programmrede, welche Herr Ferry, der ehemalige Ministerpräsident und nunmehr unbestritten das Haupt der opportunistischen Partei, am Sonntag in Lyon gehalten hat. Die Rede Ferry's ist entschieden ein oratorischer Erfolg, und mit Genugthuung darf daher Ferry die Glückwünsche entgegennehmen, welche ihm die opportunistische Presse in reichstem Maße spendet. Bemerkenswerth sind bei den Auslassungen Ferry's diejenigen Stellen, welche er den Radicalen widmet und in denen er ein Bündniß mit den letzteren empfiehlt, während er aber zugleich vor den „Unversöhnlichen", den Intransigenten, warnt. Jetzt ist nun wieder der Rivale Ferry's in dem Werben um die Gunst der Wählermaffen, Herr Clemenceau, an der Reihe und wird er wohl demnächst wieder etwas von sich hören lassen. Die Cholera-Epidemie in Marseille scheint diesmal einen müderen Character zu tragen, als im vorigen Jahre. Die höchste Zahl der bisher gemeldeten täglichen Cholera-Todesfälle war 35 und neuere Meldungen zeigen sogar eine verhältnißmäßig bedeutende Verminderung. So sind am Mittwoch nur 12 Personen in Marseille der Cholera erlegen; freilich schließt dies nicht aus, daß die Seuche mit einem Schlage in voller Heftigkeit austreten kann. In Spanien wüthet sie mit unveränderter Stärke fort. Unter der Zahl ihrer Opfer befindet sich nun auch der Erzbischof von Sevilla. Der Marineminister hat verfügt, daß die Marine - Akademie in Cartagena der Cholera wegen geschlossen werden soll und die gesammte Presse verlangt aus dem Grunde auch die Schließung der Artillerieschule in Segovia In Granada ist die Seuche neuerdings wieder heftiger aufgetreten. General Salamanca, Director der Heeresverwaltung, und Roda, Decernent für das Gesundheitswesen im Ministerium des Innern, sind dort angekommen, Letzterer in Begleitung mehrerer Aerzte und mit Unterstützungsgeldern versehen. Das russische Kaiserpaar ist in dieser Woche von seiner finnländischen Reise, auf welcher ihm uon der Bevölkerung die herzlichsten Ovationen dargebracht worden sind, wieder nach seiner Sommerresidenz'Peter- Hof bei Petersburg zurückgekehrt. Der Aufenthalt daselbst wird aber wohl nur ein kurzer sein, da ja die Reise nach Kremsier bevorsteht: bis zur Stunde ist es jedoch noch immer unbekannt, welche Reiseroute die russischen Majestäten nehmen werden. Das englische Parlament ist am gestrigen Freitag geschloffen worden und wird sich jetzt im britischen Jnselreiche die politische Thätigkeit in der Hauptsache auf die Vorbereitungen zu den im Herbste stattfindenden Neuwahlen zum Parlamente concentriren. Neues über die afghanische Grenz frage an und für sich ist nicht zu melden, dagegen muß der Beschluß der angloindischen Negierung, bei Lahore ein befestigtes Lager für 50,000 Mann zu errichten, als ein Zeichen betrachtet werden, daß dieselbe der Verteidigung Indiens das regste Jntereffe widmet. Aus Cochinchina werden entsetzliche Massenschtächtereien — man kann es nicht anders bezeichnen — unter den Christen gemeldet. Dieselben erheischen die energischste Intervention Frankreichs und es schreibt denn auch der „Temps", daß die Christenmaffacres in Annam und Cochinchina ein exemplarisches Einschreiten Frankreichs gegen die Verbrecher erforderten, welche durch die ihnen seit 1883 gewährte Straflosigkeit ermuthigt seien. Die Welt-Telegraphen Conseren?. Am Montag sind in Berlin aus allen Welttheilen Mitglieder des „Allgemeinen Telegraphenvereins" zur sechsten internationalen Telegraphenconferenz zusammengetreten — zweiundfünfzig Jahre, nachdem der große Mathematiker, Astronom und Physiker Carl Friedrich Gauß zwischen der Sternwarte und dem physikalischen Cabinet in Göttingen den ersten electrischen Telegraphen hergestellt hat. Einer der gewaltigsten Geister der Neuzeit, gewöhnt, unermeßliche Fernen zu durchdringen und endlos weit in die Zukunft vorauszuschaucn, war Gauß doch nicht im Stande, die rasend schnellen Fortschritte zu ahnen, welche seine Erfindung und mit ihr jedes, durch dieselbe beglückte Volk vollzogen hat. Es werde, schrieb er, doch einmal möglich letn, auf einen Schlag von Göttingen nach Hannover oder von Hannover nach Bremen zu telegraphiren. . , _ , , ' . , , Und heute sind alle fünf Welttheile durch Telegraphen miteinander verbunden, in denen täglich 400,000 bis 500,000 Depeschen mit der Schnelligkeit des Lichtes den Wohnorten der Empfänger zueilen. Der Gedankenaustausch kennt keine Entfernungen mehr, denn er überspringt Wüsten und Oceane. Jeder Pulsschlag des öffentlichen Lebens in Amerika, in China weckt ein Echo im verstecktesten Winkel Europas; an den Kämpfen in Afghanistan, den Vorgängen in den australischen Parlamenten, emer Rebellion an den canadischen Seen nehmen die Stationen unseres Continents Theil, wie einst die Zuschauer der römischen Arena an den Gladiatorenspielen zu ihren Füßen * „Die Erde ist klein", sagte Columbus zu den Gegnern seines Planes, auf dem Wege westwärts nach Indien zu gelangen. Und damals war in der Vorstellung der Menschen die Erde noch der Mittelpunkt der Welt, um den sich alle Gestirne huldigend und dienend drehten, hatte das Fernrohr noch nicht den Sternenhimmel mit seinen Nebelflecken gelichtet und zahllose Welten erforscht, neben denen nicht nur unsere Erde, selbst unser ganzes Sonnensystem als Staubkörnchen erscheint. In unserem Jahrhundert haben vollends Eisenbahnen, Dampfschiffs, Telegraphen und Telephone die Theile der Erdoberfläche, welche einst unerreichbar weit von einander getrennt waren, in unmittelbare secundenschnelle Verbindung gesetzt. Tie Erde wird täglich kleiner, doch in demselben Maße wird die Ideenwelt größer, in welcher der Mensch heimisch ist Was die weitcstschauenden Seelen nicht ahnen können, wird binnen weniger Jahre zur Wirklichkeit; das Kürzen der irdischen, das Wachsen der geistigen Größe, wohin die menschliche Fortentwickelung noch führen wird, Niemand vermag es zu berechnen oder auch nur zu träumen. „Kühne Seglerin Phantasie — Wirf ein muth- l0'CÖ bricht Zukunftsphantasien, sondern recht prosaische Anlässe freilich haben den Zusammentritt der Welt - Telegraphenconferenz in Berlin veranlaßt. Der electrstche Telegraph ist nachgerade für bald jegliche menschliche Thätigkeit, für Ackerbau, Berg- und Hüttenwesen, Industrie, Handel und namentlich für die Presse; er ist auch für das Familienleben, weil er den räumlich getrennten Menschen die schnellsten gegenseitigen Mitlheilungen ermöglicht, zum unentbehrlichen Hülfsmittel geworden. Der Entfaltung seiner vollen Segnungen stehen aber die noch nicht ganz ausgeglichenen Verschiedenheiten in der Zeichensprache und in der Dienstordnung und die Höhe der Tarife entgegen, welche das Telegraphiren nur einer Minderheit der Menschen möglich niachen. An der Beseitigung jener Verschiedenheiten wird seit 1850 gearbeitet, da Preußen, Oesterreich, Bayern und Sachsen und bald darauf auch die andern deutschen Staaten und Holland zum deutsch-österreichischen Telegraphen-Verein zusammentraten. Fünfzehn Jahre später bildeten dann alle Staaten des europäischen Festlandes (England blieb damals noch fern) den „Allgemeinen Telegraphen-Verein", welchem jetzt ganz Europa, Egypten, Persien, Ostindien, Holländisch-Persien, Japan, Australien und Brasilien angehören. ________________ In diesem weiten Gebiete, zu welchem leider Nordamerika (wo die Telegraphen Prioatunternehmen und Ausbeutungsapparate der Monopolisten sind) nicht gehört, herrscht beinahe Einheitlichkeit der Einrichtungen, nicht so der Tarife. Die auf der Petersburger Conferenz (1875) und auf der Londoner (1879) vom Staatssecrctär der deutschen Neichspost - Verwaltung, dem Schöpfer des Welt - Postvcreins eingebrachlen Neformvorschläge, welche namentlich auf Ermäßigung der Tarife hinausliefen, sind nicht durchgedrungen. Diese auf Hebung und Erleichterung des internationalen Depeschenverkehrs gerichteten Vorschläge der deutschen Reichs - TelegraphenoerwaltunK sind nun erneuert worden. Im Interesse der Befriedigung deS allgemeinen Derkehrs- bedürfnisses und der Fortentwickelung der Telegraphie darf man um so mehr gespannt darauf sein, welche Stellung der gegenwärtig versammelte Congreß zu den erneuerten Rcformanträgen einnehmen wird. Belgien und die Schweiz werden sie voraussichtlich aus dem Grunde bekämpfen, daß diese Länder wegen ihrer geographischen Lage eine ganz bedeutende Einnahme aus den Transitdcpeschen beziehen. Ebenso dürfte Rußland, wie auf dem Londoner Congressc, die gedachten Reformen aus fiskalischen Gründen bekämpfen, obgleich die Erfahrung gezeigt hat, daß eine Ermäßigung der Taxen die Einnahmen der Staaten aus dem Telegraphenverkehr» nicht schmälern, sondern im Gegentheil eine Erhöhung derselben herbeiführt. Der in Aussicht genommene Anttag auf Ermäßigung der Taxe für Zeitungstelegramme ist namentlich für die deutsche Presse von großer Wichtigkeit. Trotz dieser bedeutenden Schwierigkeiten, welche durch ganz bestimmte Jnteressen- kreise hervorgerufen werden, darf man die Hoffnung nicht aufgeben, daß es der Berliner Conferenz mit ihrem bewährten Leiter an der Spitze gelingen wird, die Tarif- fraae einer Lösung entgegenzuführen, welche das schnellste Verkehrsmittel der Gegenwart in Den Stand setzt, seine Culturaufgaben ersprießlicher für die weitesten Kreise zu erfüllen. Der Zusammentritt der Weltconferenz behufs Regelung eines der wichtigsten Hülfsmittel des Weltverkehrs ist und bleibt ein hellleuchtendes Zeichen der Zeit, wenn man auch die Perspective als etwas zu weitgehend erachtet, welche jedes Telegramm im internationalen Verkehr zu einer vorausgeeilten Kunde des künftigen dauernden Friedens zwischen den Culturvölkern stempeln möchte. Universität» - Chronik. — Die theologische Fakultät zu Straßburg hat den Professor Paul Schmidt in Basel, früher Redacteur der „Protestantischen Kirchcnzeitung", für seine exegetischen Arbeiten honoris causa zum Doctor der Theologie ernannt. — Behufs Errichtung einer außerordentlichen Professur in der Stadt Mailand für deutsche Sprache und Literatur hat sich das italienische Ministerium des Unterrichts an die deutschen Universitäten gewendet. In einem in italienischer Sprache abgefaßten Schreiben fordert dasselbe zur Bewerbung um jene Stelle auf, welche mit einer Dotation von 3000 bis 3500 Lire (etwa 2400 bis 2800 ^L) versehen werden soll. Die Bewerbungen sind spätestens bis zum 10. October d. I. an den Minister deS öffentlichen Unterrichts einzusenden. — Der bisherige Privatdocent Dr. Carl W ernicke in Berlin ist zum außerordentlichen Professor in der medicinischen Fakultät zu Breslau ernannt worden. — Dr. med. H. A. Landwehr aus Vegesack, z. Z. Assistent am physiologischen Institut zu Würzburg, ist als Privatdocent in die medicinische Fakultät daselbst ausgenommen worden. Vermischte-. — Eine neue Bürgerauszeichnung für besondere Verdienste um die Stadt und die Bürgerschaft hat die Stadtverlretung zu Franken berg beschlossen, und zwar die sog. „Bürgerkrone". Es ist dies eine als Medaille zu tragende silberne Ehrenmünze in der Größe eines Zweimarkstücks, die Vorderseite trägt das Stadtwappen mit Umschrift „Bürgerkrone Frankenberg i. S.", die Rückseite die jeweilige Widmungsaufschrift (Namen und Tag der Verleihung). Eine vergoldete Mauerkrone, als Kopf der Medaille, gibt der Auszeichnung den obgedachten würdevollen Namen. In Aussicht genommen ist, daß nach dem Tode der damit ausgezeichneten Personen die Medaillen an Rathsstelle zurückzugeben sind, woselbst — im Sitzungssaale — dieselben an gut sichtbarem Platze zur Nacheiferung in allen Bürgertugenden für die lebenden Generationen bewahrt werden sollen, zugleich auch ein öffentliches Denkmal der mit der „Bürgerkrone" bedachten Bürger bildend. — Eine für Hundebesitzer beachtenswerthe Entscheidung ist kürzlich vom Amtsgericht I in Berlin gefällt worden: In einer dortigen Gartenwirthschaft verunreinigte der Hund eines daselbst anwesenden Gastes das Kleid einer mit ihrem Ehemonne ebenfalls anwesenden Dame. Der Ehemann forderte den^Gast auf, den durch den Hund angerichteten Schaden durch Bezahlung einer geringen Summe, die nur für einen Theil des beschädigten Kleides gefordert wurde, zu ersetzen. Dessen weigerte sich der Gast und mußte sich nun gefallen lassen, zur Feststellung seiner Verhältnisse mit nach der Polizeiwache zu gehen. Dort legitirnirte sich derselbe als ein Berliner Gerichts-Assessor. In dem gegen den Letzteren angestrengten Processe verlangte nun der für feine Ehefrau als Kläger ausgetretene Gatte nicht mehr Schadenersatz für den beschädigten Theil des KleideS, sondern Bezahlung für das ganze Kleid. Der Angeklagte, welcher seine ganzen juristischen Kenntnisse in's Treffen führte, um von der Ersatzpflichtigkeil sich frei zu machen, ist nach dein Anträge des Klägers zum vollständigen Ersatz des Schadens in Höhe von 96 JL unter Auferlegung der Kosten verurtheilt worden. Dienstag den 18. August, Nachmittags 2 Uhr, wird in dem Bernhardt'schen Laden Neustadt 6 eine Parthie feiner Kegen- & Minter- Damen- ä- Kindermäntcl versteigert. Im Auftrag: F. Hoffmann. Die Mäntel können Vormittags von 9—12 Uhr eingesehen werden. 5847 Ieikgevotenes. Prima neue holl. Kollhäringe ä 6 Pfg. offerirt 5612 S. Elfoffer. ^reuznacher Brom - Jod - Seife oi-nad) Geh. San -Rath Dr. E. 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" 1602. 1702. 1922. 1953. 2008. 3240. 3250. 3655. 4102. 4492. 4539. 5051- p fiflk. 500.) Nr. 35 113. 118. 206. 226. 318. 380.746- 1129. 1133. 1182. " ' 1196. 1276. 1278. 1311. 1369. 1531. 1549. 1559. 1588. 1663. 1712.1788. 1812. 1813. 1838. 1864. 1898. 1952. 1974. 1990. 2273. 2903. 3016. 3248. 3295. 3300. 3639. 3823. 4073. 4139. 4195. Ernst Blödner, 5014__Bahnhofstraße 12.____________ Normal-Hemden, Jacken und Hosen nach Svstem Professor Dr. Jäger, für Damen und Herren, sowie alle Arten Hemden, Jacken und Hosen, in Seide, Wolle und Baumwolle, Socken, Leibbinden, Jagdwesten, gestrickte, gewebte und geknotete Filetjacken in allen Größen und Weiten empfiehlt 2837 ____H. Rübsamen._ Zur gefl. Beachtung. Den geehrten Damen von Gießen und Umgegend bringe hierdurch zur Kenntniß, daß ich einen R. 4307 Die Controle über Berloosungen und Kündigungen unserer Pfand- 4843 man die Wo kaust folibdten billigsten u 5251 empfiehlt Gießen empfiehlt 5819 HL Schief er stehl. 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Nr. 49. 115 158. 288. 797. 896. 934 1050. 1060. 1083. 1107. 1339. 1416. 1561. 1596 1620 1648. 1883. 195 4 2039. 2092. 2109. 2148. 2164. 2184. 2211. 2241. 2327. 2347. 2518. 2604. 2691. 2723. 2802. 3074. 3100. 3153. 3249. 3268. 3859. 4468. 4599. 4795. Die Rüikzahlung diefer Pfandbriefe erfolgt von heute ab mit Zinsberechnung biS zum Rückzahlungstag, längstens aber bis zum 1. October 1885. Auf diejenigen Stücke, welche erst nach dem 31. October 1885 zur Einlösung gelangen, wird für die Zeit vom 1. October 1885 ab ein 2%iger Depositalzins vergütet- Den betreffenden Pfandbriefinhabern räumen wir das Recht ein, in der Zeit von jetzt bis Ende Juli d- I- in Umtausch gegen die gekündigten Stücke neue 4%ige Markpfandbriefe al pari zu beziehen- Früher bereit- gekündigt und außer Berzinfung getreten sind: alle 5"/oigen Pfandbriefe, alle 4 und 4’/2%ißen Pfandbriefe in Guldenwährung, endlich alle diejenigen 41/2o/oi0en Markpfandbriefe, welche nicht im vorigen Jahr mit Wirkung vom 1. October 1886 ab in 4o/oige abgestempelt worden sind- Die Einlösung der gekündigten Stücke und bezw- deren Umtausch erfolgt bei unserer Kaffe lJunghofstraße 12) wie auch durch Vermittlung unserer auswärtigen Einlösungsstellen, insbesondere in Darmstadt bei Herrn Moritz Wolfskehl, Als wirklich beliebtes und ebenso gesunde-, wie erfrischendes, nur natürliches, kohlensaures Tafelwasser empfiehlt sich der uralte, schon seit 1327 allbekannte und ärztlich vielfach empfohlene Ehrenbreitsteiner Mneralbrunnen, volksthümlich wie wenige, und von milder, durch keinerlei oft sehr mit Unrecht angepriesenes Uebermaß der Bestandtheile störender,' gesundheitlicher Wirkung auf Verdauung, Blutbildung und Nerven re. Billig zu haben in allen größeren Droguenhandlungen, Apotheken, Mineralwafferhandlungen, Hötels u. Restaurationen und direkt durch da- Brunnen-Versandt-Comptoir in Coblenz (Max Ritter). Emil Fischbach, Prima neue holl. Vollhäringe hochfein, ä 6 Pf. 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