Wer, ’rl -I,- itt iÜt < D» “»Ma«, rstand. 87. Zweites Blatt. Donnerstag den 16. April 1885 (siebener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ----------------------------------— " Preis vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlotzn. Bureau r Schulftraße 7. Erscheint täglick, nut «nönahme des MoutagS. e Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl M Pf. Amtlicher Hheil. Ruhestätte ' durch Zu- ^heilnahme so ist es ; Tode der sesem grau- 2803 Mm eben Bruders »eilnahM bei und Gchi ner 218’ bette« QUm Ankauf von Remonten im Akter von vorzugsweise 3 und ausnahmsweise 4 Jahren sind im Bereich des Großherzogthums Hessen-Darmstadt , ,r., l ...........smAvnotiÄ 9. Uhr nm- biefeß Jahr nachstehende Märkte anberaumt worden und zwar Morgens 8 Uhr am: für Groß-Bieberau, 29. der Lampertheim, Bickenbach, Gernsheim, Groß-Gerau. Alsfeld, Nidda, Butzbach, Nieder-Wöllstadt, Betreffend: Den Nemonte-Ankauf pro 1885. Bekanntmachung 24. August in 25. „ „ 26. ,; „ 27..... 30. Juni in 8. Juli „ 27. „ „ 28. „ „ t-:, nnn hfr R-monte-Ankaufs-Commission erkauften Pserde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung Baar bezahlt. Werbe nüt solchen Fehlern welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufprei es und Unkosten »urück'unelnnen ^ebenso Krippensetzer (Köpper), welche sich innerhalb der ersten 28 Tage nach dem Emtreffen rm Depot mtt diesem Fehler behaftet wiaen Dierde welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören oder durch einen nicht legitimirten Bevollmächtigen der Commifsion vorgestellt werden, sind »»m Kani ausaesäilosien Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rmdlederne freute mit starkem Geb,ß und einen ^ovibalter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen starken hänfenen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Um , ,e Abstammung vorgeführten Pferde ftststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden, auch werden b.e Verkäufer ersucht, die Schweife der Pf°rde nicht zu coupiren oder ÜberEig zu verkürzen. Kriegs-Ministerium, Abtheilung sür das Remonte-Wesen. Berlin, den 2b. Februar Freiherr von Troschke. Graf von Klinkowstroem. von Em land her seit 1862 kannte, einen großen Eindruck auf ihn gemacht zu haben. 1865 erschien eine Deputation von Arbeitern aus Waldenburg beim Minister des Innern, um sich durch diesen beim König einführen zu lassen, da sie sich gegen die unerträglichen Bedrückungen diirch ihren Fabrikherrn. Reichenheim die Hülfe der Krone erbitten wollten. Der Minister wies sie ab; Bismarck aber stellte sie dem Könige vor. Herr Reichenheim fand sich dadurch veranlaßt, sich in der Kammer über den Minister zu beklagen und die Beschwerde, seiner Arbeiter als Lüge zu b^c.chnen. Dies gab dem Minister-Präsidenten Anlaß, seine Stellung zur socialen Frage zu skizziren Er fragt, mit welchem Rechte er den Leuten den Weg zum Throne hatte verjperi-rn fallen. Es scheiiie ihm fast, als ob dem Fabrikanten gegenüber die Krone einer Rechtfertigung bedürfe, wenn sie der Stimme der Armuth ihr Ohr leiht. „Die Könige von Preutzen sind niemals Könige der Reichen vorzugsweise gewesen; schon Friedrich der Große sagte als Kronprinz: „Quand je aerai roi, je serai un vrai roi des gueux“. Ali dem Throne der preußischen Könige hat dasjenige Leiden stets Zuflucht und Gehör gefunden, welches entstand in Lagen, wo das geschriebene Gesetz in Widerspruch gerieth mit dem natürlichen Menschenrechte. Unsere Könige haben die Emancipation der Leibeigenen herdel- geführt sie haben einen blühenden Bauernstand geschaffen; es ist möglich, daß es ,ihnen auch gelingen werde — das ernste Bestreben dazu ist vorhanden — zur Verbesserung der Lage der Arbeiter etwas beizutragen." Und auf eine ziemlich erregte Replik des Fabrikanten und Abgeordneten Reichenheim erwiderte Bismarck im Abgeordnetenhause: „Wir aus der Stelle, wo ich^stehe, sind nicht gewohnt, die Klagen der Armuth als em Spiel zu behandeln, auch nicht, sie mit Entschlossenheit in den Wind zu schlagen . . . . ®eiui for .«oeir 5^060^06^ baraut aufmerksam macht, daß Se. Majestät in Bezug aus die Richtung seiner Privat-Woh - thätigkeit irgend einen Rathgeber gehabt haben werde so braucht er nicht mit so vielen und über die Linie der Grazie hinausgehenden Gestiku ationen aus mich zu zeigen. Der Rathgeber war ich, und ich glaube keinen schlechten Rath gegeben zu haben. Bismarck war es endlich, welcher dem ,Könige rieth, Arbeitern Geld aus seiner Privatkasse zur Errichtung von Productiv - Associationen zu geben; wie man im land- wirthschaftlichen Ministerium Versuche über landwirthschaftliche Systeme anstelle so könne man es ja auch mit der Fabrikation probiren. Kur; alles Positive fand der Realpolitiker einer Diskussion und eines Versuches werth. Tagegen verbarg ex nie seinen tiefen Unwillen gegen die Bethörung der Massen durch gewissenlose Agitatoren, gegen die Programme der Negation. „Offen hat noch kemer dieser Herren ein positives Programm geben wollen; wenn sie sagen, wie sie wirtlich sich die Zukunst zu gestalten denken, lacht sie jeder einsichtige Arbeiter aus, und dem wollen sie sich nicht aussetzen." , , Bismarck qibt dann eine köstliche Schilderung der eventuellen Realmrung der soeialdemokratischen Pläne . . . „Wenn Jedem das weinige von oben der gleichmäßig zugewiestn werden fall, geräth man in eine zuchthausmaßige Eristenz, wo keiner leine selbstständigen Beruf und seine Unabhäiigigkeit hat sondern wo ein yebn unter dem Uwanae der Auiieber steht. ... Ich glaube, Siiemand wird ,n iolchen Verhalt, nissen ^leben wollen, wenn er sich das Ideal ausmalt nach dem, was wir so durch die Ritzen zu erfahren kriegen." Seit der Zeit, als Bebel die Eornrnune als Vorbild hinstellte und sich offen zum - „Evangelium der Mörder und Mordbrenner" bekannte, unterschlü, Msma^ick gf, mische» den wirklichen Arbeitern, denen der-Staat in ihrem ehrlichen streben zu vuila kommen, deren berechtigte wirthschaftliche Wünsche er berücksichtigen s°lle, m,d iene„ thells verkommenen, theils fanatisirten Eluenten In ^den,letz e en iblickk erin lliecht einen Feind, gegen den Staat und Gesell,chast sich un Stande der No hwehr Wm Den. Er hatte nur zn richtig vorhergefkhen; es -rsokgten dies lchundbareo,Nttentate ^egen ehrwürdige Persönlichkeit des greisen Kaisers. Die nächste Wirkung waren mepremv. eincr solchen Maßregelsur M allein eJMÄ Bemühung um wirkliche Ab isie gegen ivirMche Schaden Genau eäennt er die ungeheure Gefahr dae * ; ruchlose Scribeuten wenig gebildeten Masien gegc Leuten glanzende Versprechungen^ machen dabe. m Hohn «nb 'ra'f’Amhihpl ihnen den Glauben an Gott, an unser stönigthum, « ^"de'I???, als Schwindel, ihnen oen i an ben ^efit,, „n die Pmrbung die Anhänglichkeit an das Vaterlanch an ow^ Alles nehmen, so ist es iCn' ■ erm°Tm Menschen von geringem Bildungsgrade dahin zu führen, dasi ■L‘6ro-f' «SS» SÄ» säder .Hoffnung, Fluch dem Glauben und Fluch ?°r Allem^de^Gchuld! Mu^ io geistig verarmter und nackt ausgezogener Mensch — g—————. - —--- Berlin. Es sehlt nicht an Anzeichen dafür, daß die Anziehungskraft der Ver- einiaten Staaten von Amerika für deutsche Auswanderer mehr und mehr nach- läßl Einmal für Industrie- und Fabrikarbeiter, nachdem der transatlantische Arbeitsmarkt bei steigendem Angebot und sinkender Nachfrage auf unabsehbare Zeit hinaus die denkbar ungünstigste Conjunctur bietet, dann, weck bte Arbetts- fzhne eine ständig weichende Tendenz verfolgen, endlich, well gleichwohl bie Kosten der Lebenüunterhaltung auf ihrer früheren Höhe verblieben sind. Die namentlich in den Großstädten künstlich hinauf geschraubten Lebensmittelpreise kommen aber nicht etwa den landwirthschastlichen Producenten, sondern den einzelnen Verkäuferringen, den Eifenbahngesellschasten mit ihren unvernünftigen Fracht-Tarifen, den Korn- und Viehspeculanten rc. zu Gute, die dem Farmer die Preise dictiren und dadurch die landwirthschaftliche Bevölkerung der Weststaaten in eine Lage gebracht haben, welche von einem Nothstande sich nur noch sehr wenig unterscheidet. Somit eröffnen sich auch unseren auswanderungs- lustigen kleinbäuerlichen Besitzern, resp. ländlichen Arbeitern drüben die denkbar trostlosesten Chancen. Zum Glück dringt die Erkenntniß, daß drüben sehr wenig und auch das Wenige nur mit härtester Arbeit und Entbehrung zu gewinnen, hingegen aber sehr Vieles, ja Alles zu verlieren ist, in immer weitere Kreise; die Presse aber würde eine hochpatriotische Pflicht erfüllen, wenn sie immer'und immer wieder ihre warnende Stimme erheben wollte. — Die österreichische Zuckerrüben - Production wird dieses Jahr einen ganz bedeutenden Rückgang, stellenweise sogar bis um die Hälfte, aufweisen. Sowohl in Böhmen, als auch in den übrigen rübenbauenden Kronländern setzen die Ruben-Producenten den Anträgen der Fabrikanten einen auffallend hartnäckigen Widerstand entgegen, und in Folge dessen ist in mancher Gegend auch heute noch kein Rübenabschluß erfolgt. Den Grund dieser Erscheinung bilden, ivie bei uns ebenfalls, die ungenügenden Preisofferten, welche der Zuckersabrikant dem Rübenbauer bei der jetzigen gedrückten Geschäfts-Conjunctur zu bieten vermag, und welche es dem Landwirth räthlicher erscheinen lassen, zu dem sicheren Anbau von Getreide zurückzukehren. Fürst Bismarck. Gedenkblätter zum siebzigsten Geburtstage. Von Professor vr. A d a l b e r t H o r a w i tz. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Die Zeiten, in denen das deutsche Publikum sich neben der Rührung für Beecher- Stowe's „Onkel Tom" auch noch Thränen über Boz' „Hard times“ gestattete, ohne zu (ihnen oder wenigstens angelegentlich darauf zu achten, daß es auch im Vaterlande Menschen zu Tausenden gab, denen durch die „ehernen" Gesetze von Nachfrage und Angebot der Lebensbedarf eingeengt, denen durch den aufreibeiideu Kampf um die materielle Existenz diese selbst in ihren sanitären Grundlagen in Frage gestellt wurde, diese Zeiten einer behaglichen Bourgeoisie waren vorüber. Die conservativen Krerse batten durch den unablässig wirkenden V. A. Huber und seine Reisebriefe, d^e fortschrittlichen durch Schulze - Delitzsch und seine sehr nützlichen Vereine, die Radicalen durch einen bedeutenden Agitator, Ferdinand Lassalle, Antriebe bekommen, sich mit der Theorie der socialen Frage zu beschäftigen. . . Etz ward damals das Märchen verbreitet, Lapalle ]ei Bismarck s Agent ge- vvcsen Der Minister hat selbst diese Erfindung auf ihre Grundlage zurückgefuhrt und qezeigt, daß es nur die interessante Persönlichkeit Lassalle's war die ihn anzog, datz aber alle Bedingungen zu einem geträumten Vertrage fehlten Er saate von Lassalle. Er war einer der geistreichsten und liebenswürdigsten Menschen, mit denen ich je verkehrt habe . . . Er hatte eine sehr ausgeprägte nationale und monarchische Gesinnung; f,eine Idee, der er zustrebte, war das deutsche Kaiserthum, und darin hatten wir einen Treffend bemerkte Bismarck weiter, es sei ja seine Pflicht als Munster, sich über d«ie Elemente, mit denen er es zu thun habe, zu belehren, ^n der Thal Lassalle's Bemerkungen über die Productiv-Associationen, die Bismarck allerdings fchon -was bleibt beim bem übrig, als eine wilde Jagd nach sinnlichen Genüssen, die allein -ihn noch mit diesem Vtben versöhnen können /" Tas soll aber anders werden. (Einerseits durch entschiedene Unterdrückung solcher Verbrecherischer Agitationen, andererseits durch gesetzliche Bestimmungen des Staates, welche das Loos des Arbeiters erleichtern sollten. Es sind die Pläne der Krankhcirs-, Unfall- und Altersversicherungen, die Organisationen, deren Berechtigung und Noth- wendigkeit der Kanzler in unvergeßlichen Worten nachwies. „Wer Aussicht auf Pension für das Alter oder die Invalidität hat. sei sie auch noch so klein, der fühlt sich wohler und zusiiedener mit seinem Schicksal, der ist viel williger und leichter zu behandeln als der, welcher in eine ungewisse Zukunft blickt." Als man entgegnete, die großen Summen, welche erforderlich wären, seien schwer zu beschaffen, erwidert Bismarck: „Auch dreihundert Millionen würden mich nickt abschrecken. Es müssen Mittel beschafft werden, staatlich freigebig zu sein gegen die Armuth, die unversckuldete, nicht in Form eines Almosens. Die Zufriedenheit der besitzlosen Klassen, der Enterbten, ist auch mit einer sehr großen Summe nicht zu theuer erkauft. Sie müssen einsehen lernen, daß der Staat auch nützlich ist, daß er nicht blos verlangt, sondern auch gibt. Vor dem Verhungern ist der invalide Arbeiter durch unsere heutige Gesetzgebung geschützt. Tas genügt aber nicht, um den Mann mit Zufriedenheit auf sein Alter und seine Zukunft blicken zu lasten. Und es liegt in diesem Gesetz auch die Tendenz, das Gefühl menschlicher Würde, welches auch der ärmste Deutsche meinem Willen nach behalten soll, wach zu erhalten, daß er nicht rechtlos als reiner Almosenempfänger dasteht." „Praktisches Ehristenthum" nannte Bismarck diese seine gewiß edlen Pläne und machte dazu die Bemerkung, „aber sans phrase“, wobei wir die Leute nicht mit Redensarten bezahlen, sondern ihnen wirklich etwas gewähren wollen. An eben dieses Ehristenthum appellirte er auch später; er sagte unter Anderem: „Ich möchte gerne, daß ein Staat, der in seiner großen Mehrheit aus Christen besteht, von den Grundsätzen bei Religion, zu der wir uns bekennen, namentlich in Bezug auf die Hülfe, die man dem Nächsten leistet, in Bezug auf das Mitgefühl mit den Schicksalen, dem alte leidende Leute entgegengehen, sich einigermaßen durchdringen ließe." Trotz aller Opposition wurde die sociale Reform — wenn auch gehemmt und in ein langsameres Tempo gebracht — nicht aufgehalten. Das warme und innige Empsinden des großen Staatsmannes für die Armen und Schwachen, das sich nicht in wohlfeilen Beileidsphrasen erschöpfte, sondern unter mannigfachen Schwierigkeiten inmitten erdrückender Arbeitslast, inmitten argen Verkennens und groben Undankes gerade aus Kreisen, denen er die helfende Hand bot, unermüdet und unbeirrt auf das Rettungswerk hin arbeitete, ist gewiß ein untrügliches Zeichen für Bismarcks tiefes Verständniß der Zeit, wie für fein edles Herz'. Doch kleine Maßnahmen, Palliativmittel, Zeitgewinnen und dergleichen armselige Auskunftsversuche landläufiger Dutzendpraktiker find nicht nach seinem Geschmacke. Er hat Alles in großem Style gemacht — und so verbinden sich mit den oben erwähnten Gesetzesvorlagen die Steuerreform, die Zollorganisationen und das Kühnste und Ueberraschendste, oas wir in neuester Zeit geschaut, die deutsche Colonial- Politik! All' das soll einem Zwecke dienen, dem Wohlstände der deutschen Ration, dem Aufschwünge seiner Industrie und maritimen Macht, der Eindämmung der englischen Suprematie, der Besserung deS Looses der arbeitenden Klassen. Ich stehe nicht an, diese Seite der Thätigkeit Bismarcks in gewissem Sinne mit der Arbeit Richelieus und Eolberts zu vergleichen, — Bismarck zeigte aber auch in seinem Wirken während des letzten Deeenniums, daß er stets verkannt, daß er, wie alles wahrhaft Große, von der seichten Turchschnittsbildung falsch aufgefaßt werde. Wie selbstgefällig versicherten nicht blos eitle TageSgrößen der parlamentarischen Opposition und gewisse Zeitungen, der Kanzler werde alt, er werde müde und verstehe die Zeit nicht mehr — auch wohlmeinende, befreundete Stimmen behaupteten in boctrinärcr Verblenbung, man müsse froh sein, wenn der Kanzler das Reich Zusammenhalte. Weiteres müsse er seinen Nachfolgern überlassen. Wie hat er sie Alle Lügen gestraft! Keine Spur von Ermüdung ober Schlaffheit ! Immer neue, immer größere Ziele und Aufgaben sind es, die er sich gesetzt Nichts aber in ihnen von dem falschen Flittergold jener Gloire des ersten und zweiten Kaiserreiches; nichts von der frevelhaflen Verletzung anderer Nationen, wie sie bnr vierzehnte Ludwig geübt; nichts von eitlem, selbstgefälligem Vordrängcn der eigenen Persönlichkeit; kein Vabanquespielen mit Gut und Blut der Nation, nein: — den Frieden Europas zu wahren, das eigene Volkstdum zu krästiaen und gesund zu erkalten, das ist die Aufgabe jenes Lebens, welches jeder gute Deutsche bis an die äußerste Grenze der menscklicken Existenz verlängert wünscht. Denn gegen alle Feinde des Deutsckthums ist Bismarck stets mit offenem Vifir kampfbereit gestanden. Ob es gegen den „Erbfeind" galt oder die alten Gegner deutscher Einheit, immer war Bismarck, wie man ihn in diesen Tagen so oft und mit Recht genannt hat — Deutschlands ge treuer Eckhart! Mochten auch an seinem Iudeltage die Gegner des deutschen Geistes in verbissenem Grolle sich zurückziehen — die Gesammtdeit der Ration war dock einig in ihrer bewundernden Dankbarkeit. Sie war einig in ihrer Liebe, in ihrem Vertrauen zu dem, welcker statt des alten, so lange unbeachteten Imperativs: Seid einig! den strammen Indikativ: Wir sind einig! machtvoll gesetzt. Ja wohl, an Bismarcks Iudeltage hat es sich wieder in ergreifender Größe gezeigt: Deutschland ist einig! An die herzerquickendsten Scene» der Geschickte ge mahnte die schlichte, einfach menschliche und eben darum so rührende Weise, in welcher Kaiser Wilhelm seinem großen Kanzler dankte. Und wie dieser den Dank wieder aufnahm, rote bas ganze Volk in seinen wahren und echten Vertretern, in der Zierde der Wissenschaft, bem arbeitenden Bürgerthum, der emporwachsenden akademischen Jugend, in feinen Beamten und seiner Armee dieses Fest beging - wie es Bismarcks Geburtsfest ohne Theaterpomp, so reckt aus bem Herzen heraus als ein trautes Familienfest feierte — bas war wieder die liebe, treue, heimische Art — ein erhebender Beweis für die kernige Gesundheit des deutschen Stammes! Wieder zog es durch unser Inneres, wie in jenen unvergeßlichen Tagen, in denen die französische Kriegserklärung so mannhafter Einmüthigkeit begegnete, in denen die Siege der deutschen Heere freudiges Selbstgefühl erweckten. Es lag eine epische Größe in diesen Erinncrungstagen, die Jeden besser machte, der sick in die Betrachtung des einziaen Mannes vertiefte. So aber wird es auch bleiben für und für! Wärme und .Kraft werden stets bem Bilbe des Gewaltigen entströmen, und die spätesten Geschlechter roerben das Wort ein Wahrwort nennen, das ein — Engländer über Bismarck gesprochen. „Er steht da, ein Koloß mit einem Welttheil als Sockel!" Verwischtes. Darmstadt, 13. April. [26. Allgemeine deutsche Lehrerversammlung.j A» nun definitiv aufgestellte Programm lautet auszugsweise: Montag de» 25. Mai, Abends 8 Uhr: Vorversammlung; Dienstag den 26. Mai, Vormittags 9 Uhr: erste Hauptversammlung, Nachmittags 5 Uhr Festessen, Abends 8 Uhr gesellige Vereinigung; Mittwoch den 27. Mai, Vormittags 7 Uhr, ^>ectionssitzungen, 10 Uhr zweite Haupt Versammlung, Nachmittags 3 Uhr turnerische Vorführungen, Abends 7 Uhr, festliche Vereinigung; Donnerstag den 28. Mai, Vormittags 8 Uhr, dritte Hauptversammlung, Nachmittags Ausflug in die Bergstraße. Die Hauptversammlungen und Festlichkeiten finden im Saalbau, die turnerischen Vorführungen in der städtischen Turnhalle statt, die Locale für die Sectionsfitzungen roerben noch bekannt gegeben. Wetzlar, 12. April. Der „Rhein. Cur." enthält in seiner neuesten Ausgabe eine Eorrcspondenz aus Braunfels, von beren Inhalt roir unseren Lesern unter aller Reserve Kenntuiß geben. Danach roäre der Leibarzt detz Fürsten Bismarck, Herr Pro fessor Schwenningcr, mit Sr. Durchlaucht dem Herirn Fürsten zu Solms Brauittel* in Verbindung getreten behufs Uebernahme der Leitung einer Kuranstalt, welche in Braunfels errichtet und in der vorzugsweise die Sckwenninger'scke Methode angcrornbet werden soll. Se. Durchlaucht der Fürst intereffirte sick lebhaft für Die Sache und habe bereits Plane anfertigen lassen, die Herrn Schwenninger zur Begutachtung Vorgelegen hätten. Als Bauplatz sott eine an der rechten Seite der Straße von Braunses naro Weilburg gelegene waldige Höhe in Aussicht genommen sein. Die Inangriffnahme des Baues hänge nur von der Aufbringung des 'Baukapitals ab, welches auf 30,000 .* veranschlagt — durch Ausgabe von Actien herbeigesckafft werden soll. Donnerstag den 16. April 1885, Mittags 2 Uhr. werden im früheren Psandlvkal Möbel, Bettroerk, Weißzeug, Fraucn- fieiber und verschiedenes Hausgeräth freiwillig versteigert Gießen, den 11. Avril 1885. Grvßh. Ortsgericht. 2683________________Lüdettng. Mobiliar-Versteigerung. Die zum Nachlasse des verstorbenen Herrn Fr. Winheim gehörigen Mobiliargegenstände, als: Betten, Möbel, Hans- n. Küchen- geräthe, Weißzeug, Bettzeug, Glas, Porzellan, 1 Gewehr, Kleidcrschränke rc. sollen auf Antrag der Erben Donnerstag den 18. und Freitag den 17. April, jedesmal Nachmittags 2 Uhr anfangend, in dem Haufe Liebigstraße 47 II dahier (Riegelpfad) öffentlich gegen Baarzahlung versteigert roerben. Gießen, ben 11. April 1885. Bühner, 2667 Gerichtsvollzieher. Aeisgeßolenes. 2448 LouiS Rothenberger Neuenweg 22.__ Frurrfrstr (ßclöfdjränkc Schmiedeeisen u.Stahl- panzcr, Kassen in jeder Möbelform, Geld schränkchen. Kassetten, Sicherheitsoerschlüsse Haller Art, sowie Anfertigung aller in das Scklofferfack einschlagenden Arbeiten liefert in streng reeller Ausführung 2160 .liuafienljolen in Cassinct rc. rc. a JL 1.50 bei Friede. Kroqwann Wallthorstraße 17. Allgemeiner Anzeiger. Arbeiter- Hosen, Röcke, Blousen, Westen, Hemden und Schürzen empfiehlt in großer Auswahl zu billigsten Preisen 2053 Robert Stuhl, Neustadt 23. Schwarze Cachemire per Mtr. doppelbreit von Mk. 1,20 an. Mache besonders aus einen Double Cachemire per Mtr. Mk. 2,60 prima (Qualität aufmerksam. F. Holberg 1755 Kirchenplatz. Getreide-Preßhefe. Meine aus den besten Getreide-Arten, nach Wiener Art, hergestellte Getreide-Prep Hefe mit vorzüglicher Triebkraft und Haltbarkeit habe ich im Allein-Berkaus für Gießen und Umgegend Herrn J. Kllnselhöffer, Kirchenplatz übertragen und werde demselben täglich frische Hefe zusenden. Wetzlar, im März 1885. 2324 A. Bersch _________________Korn-Branntwein-Brennerei, Sprit- und Preßhese-Fabrik. C- Heyer, Mechaniker, Neue Baue Burckhardt'scheS HauS empfiehlt sich zu Anlagen von 182V Elert. Haus- und Hotel-Telegraphen, Schellen, Telephons rtr. J. H. Fuhr Sonnenstrape 24 empfiehlt in ganz neuer Sendung Damen- und Kinderkragen, Rüschen, weiß und farbig, sowie noch eine Parthie Rüschen -Reste von 5 H an, farbige Blonden, farbige Wollspitzen mit Gold rc. zu den billigsten Preisen. 2396 iiiiiHttiuverLs in allen Qualitäten mit Firmendnick empfiehlt zu billigen Preisen Briihl'sche Druckerei. llur Zwei Mark. Ich versende zollfrei und franeo gegen Nachnahme (nicht unter 10 Pfunds gani neue staub- u. mottenfreie böhmische Gänsefeder» das Pfund mit Zwei Mark. Prime Waare »X 2,50. Zu haben bei Ludwig Alaubrr 2102 in Neuern in Böhmen Billig u. gut! Gebr. Kaffee garantirl rein und kräftig schmeckend, per Pfund 97 Pfg., roh per Pfund 80 Pfg. bei Carl Schul»« 11^ 2366 Neuen Bäue 17. ten- toit | - «teig * ‘ W in Ä eib U"ig! £ 9rfifenber Gros., w M u. welch, „Qcf u-lkdcr aui: ? der Zierde der emi]^en ^uaeiit lNcksGeburtsskj ^nfest feien' ■öeweis für die ;T°gen indM Ie- ln denen di, Wb t5 aui ' Gewaltigen M nennen, du- ll°B mit einer Zur Bereitung von Maiwein empfiehlt- Steinen Raturwein, per Liter 70 sowie vorzüglichen Burgunder Wein, per Flasche «X 1,— excl. Glas 2612 Jriedrich Jeo. Ohrfeder-Corsetts anerkannt tadelloser Sitz, sowie alle andern Arten Damen- n. Kinder- eorsettS von den billigsten bis zu den hochfeinsten empfiehlt in großer Auswahl Robert Haas, 1205_________Seltersweg 18._______ Schön lackirte Möbel solid und geschmackvoll gearbeitet, empfiehlt zu billigen Preisen Karl Zimmermann, 1293 Neuen Baue 15. J. H. Fuhr Metzger Seng 2404 s s «F e: s empfiehlt Coöflrmauden-Äözüge dillligst. 2449 W. Katz, Marktplatz 1. la. weiße Kernseife la. graumarm. do. la. Harz- Ha. rothmarm. schwarze Teigseise 3 8 ti 3 Q 3 e Fuhr aße 25 ner Sendung inderkragii wn, farbig, sammlmig.] & lg beu 25. Mai, W 9 Uhr: ofle llige Vminigung: lhr zweite §nup|; bi 7 Uhr, fcftlidx auptoerfamnfrnj. unb WichkM n Turnhalle ftmi, neuesten Autzetk Lesern unter ck omarck, Hm Sohne - BM> canstalt, nchäi tethode anpibti ie Sache in) habe achtung mgüM on BraM naii wngrifM me -auf 30,000* do. tgelbe) do. do- 25 Sonnenstrasse 25 empfiehlt in großer Auswahl Sommer-Handschuhe in fils de cos und Seide in allen Farben, 2433 Glac^-Handschuhe 2knöpfig, schwarz u. farbig. al W' tM i .Rests )en, f«W ,it Gold -- Rosen h»ch- und niederstämmig, in nur feinsten Lorten empfiehlt 2167 Gärtner Scharr«. Aepfelwein selbst gekeltert, bester Qualität, bei wtSi**’1 Preist» , ZS itÄ " (üÄtei- 1848 Robert Stuhl Neustadt 23. weiße Schmierseife (Silber) braune do cryst. Soda Waschpulver Fettlaugenmehl feinste Stärke, Stärkeglanz Borax Kugelblau weißes Wachs V aaeline-Cold- Cream-Seife gegen rauhe und spröde Haut. Vorräthig ä Packet, 3 Stück, 50 Pf. bei '23 7f_________Friedrich Leo, Sc kitt'seit, für Damen n. Kinder, weiße und farbige, in den neuesten Fayon-, Hau-haltung-schürzen aller Art in großer Auswahl Corsetten in allen Fayorrs und Qualitäten, sowie die U iirfeder - Corselts mit Mechanik zuni Schnüren, Rnterröcke 2C. 2C. empfiehlt zu billigsten Preisen J. H. Fuhr, 2365 Sonnenstraße 25. Wir haben eine Parthie moderne Kleiderstoffe, schwarze Cachemir- und Seiden- zeuge, Damen-Umhänge, Paletots, Jaguette- und Negenmäntel, sowie eine Parthie fertige Herren-Anzüge, Paletot-, Sack- und Taillen- Röcke, Joppen, Hoftn, Knaben- und Confirmanden- Anzüge re, ferner eine Parthie Buckskin- zum Verkauf ausgesetzt, welche zu ganz bedeutend ermäßigten Preißen abgegeben werden. 2518 Gebrüder Stamm. N. S. Neue Sendungen für die laufende Saison treffen noch täglich ein. Ernst Blödner, Bahnhofstrasse 12 empfiehlt sein reichaffortirtetz Lager in T apeten von den feinsten bis zu den billigsten Genres zu äußerst billigen Fabrikpreisen. Zurückgesetzte Muster, sowie Neste bis 20 Stück stets vor-, räthig, werden zur Hälfte des Preises abgegeben. Muster-Sendungen nach auswärts gratis und franco. 1768 Zur Saison empfehle in großer Auswahl zu billigsten Preisen: Gummibälle in allen Größen, Schmetterlings-Netze, Schmetterlings - Saw«el- kasten, Reifen zum Wersen und Schlagen, Schaukeln fürs Zimmer u. Freie, Botanifir- und Brodbüchsen, Croquett- und BoceiaS, Puppendrückwagen, DelocipedeS, Armbrüste, Jndianerbogen, deSgl. mit Fallschir«, Gießkännchen u. Eimerchen, Gartengeräthe, Kederballspiele, Sprungseile rc., ChoralmusiK-Kreisel mit wechselnden Accorden. J. H. Fuhr, 2325________Sonnenstraße 25. Bettfedern, Daunen und Rosshaare Kleiderstoffe empfiehlt in den modernsten Genres zu billigsten Preisen F. Holberg 1758 Kirchonplatz. bester Qualität, empfiehlt zu bMgen Preisen 605 ____Herm. Aug. Müller. Fußbodkn-Anftrich Oelfarbe, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, Leinölficeativ, zum Einölen, Weingeistlack, sofort trocknend, Lackfarbe, in wenigen Stunden trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wichsen der Fußböden empfiehlt 2094 Emil Fischbach. Strickbaumwolle = in den neuesten und courantesten Farben; weiße und farbige Damen- u. 3tifiÖer|trümpfe u. Socfien NB. Stricken von Strümpfen und Beinlängen in bester Ausführung wird billigst besorgt. Sümmtlichk Neuhcilcn iiiBcsahartiKcln, als: farbige Treffen, schwarze und farbige Woll-Spitzen, desgleichen mit Gold, Ch-nm«- «. P-rlb-sätze, Agraffen u. Ornamenten rc.; Knöpft) EinsaMnder, Seide und Zwirn in allen Farben; Gesundheits-Schweißblätter ä Paar 25 Pf. empfiehlt in großer Auswahl 2285 Sonnenstr. 25 J. HL Fuhr Sonnenstr. 25. Damenconfection in größter und schönster Auswahl zu billigsten Preisen, Jaquettes von Mk. S,50 an, Regenmäntel „ „ 7,— „ Große Auswahl in Kinder-Regenmänteln empfiehlt 1743 F. Holberg Kirchenplatz Grassamen, | beste niedrige Mischung, Marschal Niel, gelbe Theerose, hochstämmig, bei Carl Deine-, Asterweg 50. Damenkuchen in ganz frischer Waare eingetroffen. Carl Petri, 2495 Marktplatz- & 6 S Mit den neuen Schnelldampfern des Uorddeutschrn Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika eeBHesaGHoeewew™™ | in 9 Tagen ^NMMWWWWWWWWMWWWWW machen. Näheres bei dem General-Agenten Ohr. Emil «erscliow. Offenbach a. M.i und dessen Agenten I. M. Schulhof, Gießen. „ w von ausgekämmtem VtW (Ihiö Haar werden ä 1 jl ■ V- schön und dauerhaft r " angefertigt von 500 Fr. Weicker, Neustadt 30- Anfertigung von Herren-, Damen- und, Kinderwäsche, Herrenhemden mit 3 fach leinenen Einsätzen von zu vermiethen- Ctto 2