Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 13. September. Der frühere Finanzminister Bitter ist gestern plötzlich im 73. Lebensjahre gestorben. Pozega, 13. September. Der Kaiser ist Vormittags hier eingetroffen und festlich empfangen worden. Er empfing um 2 Uhr Nachmittags eine bosnisch-herzegowinische Deputation von 467 Mitgliedern, Vertreter aller Bezirke und Schichten der Bevölkerung umfassend, an ihrer Spitze die^obersten Würdenträger der verschiedenen Religionen, sowie den Gemeinderath von Serajewo, geführt von dem Gouverneur Appel, welcher eine huldigende Ansprache hielt, worauf der Reis ul Ulema Namens der Mohamedaner, der Oberrabbiner und die Bürgermeister von Serajewo und Mostar ihren Dank für die väterliche Fürsorge des Kaisers, die beiden Bürgermeister auch die Bitte ausdrückten, der Kaiser möge Bosnien und die Herzegowina mit seinem Besuche beglücken. Der Kaiser erwiderte: „Mit besonderem Wohlgefallen nehnic ich die Huldigung der Bevölkerung Bosniens und der Herzegowina entgegen und erkenne aus der Versicherung Ihrer Anhänglichkeit und Dankbarkeit mit Befriedigung die richtige Erkenntniß meiner väterlicher! Absicht und der Fürsorge meiner Regierung für das Wohl und Gedeihen dieser Länder. Insbesondere ist eQ mein Wille, daß jede Eon- fession ihren Glauben frei ausüben könne und in den ihr zustehenden Rechten von keiner Seite gehindert werde. Seien Sie überzeugt, daß ich alle Eonfessionen in der Ausübung ihrer Religion stets gleichmäßig schützen und unterstützen werde, gleichwie ich zuversichtlich erwarte, daß auch die Bevölkerung in friedlicher Eintracht und mit 5413 Sx., Ü? Mark. Trjff 5177, Miges Beninsloun es m der Exp. d. ) Mark )thck, 3000 nur 1. £; V. Januar 1886. B. biö zum io. Sn red, d. Bl. Sitz' leriiidu’iti HgegeiiN(5n^* hen, Messer. Ww, ic, in ierntr fiefylt jty ul Heyer, mder i* in nod>:.- r it, wird unter Ä )tx 1. October zu ch- Ch. 125 an die muasiast cbeirr cher Willens ist. ltaner die 3d)id ju überwache» Wohnung erbül' pem? sagt die ex Bl. rh. SDlann i. b. 20«t 3* ier 4>anb(6nlt,. W*" ,1(4(11 Qeitort -in-» $«' Sahir «W ebtman unty h Bl. za MH unbl°M's 6* -rd-Nj . ei für Nr. Dienstag den 15. September 188$ Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. VrriO vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit »rin geriet Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit «uSn«hme des B*rt**t vchukstraße 7. Deutschland. Darmstadt, 10. Septbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 23) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, dm Holzpreis- hrif für die Großherzoglichen Domanialwaldungen pro Forstwirthschaftsjahr 1885/86, Etatsjahr 1886/87 betreffend. 2. Uebersicht der für das Etatsjahr 1885/86 zur Bestreitung von Com- munal'Bedürfniffm in den Gemeinden des Kreises Worms erforderlichen Umlagen. 3. Concurrenzeröffnungen: Erledigt find: Eme mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Besiungen mit einem Ansangsgehalt von 1200 Jt jährlich. Eine Lehrerstelle an der Volksschule (Stadtknabenschule) zu Gießen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden jährlichen Gehalt von 1200 bis 2400 JL Berlin, 12. September. Laut „Reichs-Anz." befindet sich der Kamerun- Dampfer „Nachtigal" wohlbehalten in Falmouth, dort weitere Segelordre erwartend. Die „Kceuz-Ztg." schreibt: Obgleich die „Augusta" für untergegangen gehalten werde, so habe die Admiralität doch auch noch von den TschagoS-Jnseln sich etwaige Auskunst telegraphisch erbeten. Berlin, 12. September. Der „Reichs Anz." meldet: „Der für den Gouverneur in Kamerun erbaute Dampfer „Nachtigal" hat am 26. August Wilhelmshaven verlassen und nach schneller, anstandsloser Fahrt am 30. August Falmouth erreicht. Hier beabsichtigte der Commandant, gutes Wetter abzuwarten, ehe er die für das kleine Fahrzeug bedeutende Fahrt über den Biscayi- schen Meerbusen nach Corunna vornahm. Inzwischen traten die bekannten Ver- HUtrusse in Spanien ein. Da nicht bloü Corunna, sondern bei Fortsetzung Der Reise später noch einmal spanischer Besitz berührt werden mußte, erhielt der Commandant Seitens des Chefs Der Admiralität am 3. September die telegraphische Weisung: „Befehl zur Weiterreise abwarten." Somit liegt das Fahrzeug noch wohlbehalten in Falmouth." Danach erweisen sich alle, vermuthlich Den Kiel aus in die Welt gesetzten Gerüchte über Untergang und Seeuntüchtig- lei! des Dampfers als Vermuthung oder gar Erfindung. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Meldung, daß am 5. September 300 aus Preußen Ausgewiesene in Warschau angekommen seien, ist zuverlässigen Erkundigungen zufolge unwahr. Weder auf der Eisenbahn noch bei Den Behörden in Warschau ist etwas davon bekannt, daß an gedachtem Tag ober früher Ausgewiesene durchpassirt seien ober sich gemeldet haben. Berlin, 12. September. Em kaiserlicher Erlaß vom 27. August genehmigt Ergänzungen und Aenderungen des ersten Theils der Wehrordnung. Dörnach werden u. A. in den Jnfanterie-Brigade-Bezirken ein höherer Officier, in der Regel der Brigade-Commandeur, und ein höherer Verwaltungs-Beamter unter dem Namen Ober-Ersatzcommission zu der Behörde gesetzt, welcher die ständige Besorgung der Ersatz-Angelegenheiten obliegt. In den einzelnen Aus- hebungs-Bezirken sind ein Officier, in der Regel der Landwehr-Bezirkscomman- beur, und ein Verwaltungs-Beamter des Bezirks (in Preußen gewöhnlich Der öandrath oder Polizeidirector) oder, wo ein solcher Beamter fehlt, ein besonders zu bitfein Zwecke bestelltes bürgerliches Mitglied unter dem Namen „Ersatz- commlssion" des Aushebungs-Bezirks (Kreises) die Behörde, welcher die ständige Besorgung der Ersatzsachen obliegt. BreSlau. 12. September. Die „BreSl. Morgen-Zeitung" meldet, der Reichstags-Abgeordnete für Hirschberg-Schönau, v. Bunsen, habe sein Mandat Bieber gi legt. Karlsruhe, 12. September. Nach dem gestrigen Galadiner wohnten be. Kaiser!, und König!. Hoheit der Kronprinz mit den anderen preußischen Prinzen und Prinzen Arnulf von Bayern, der die Uniform des ihm verliehenen preußischen Regimentes trug, der Festvorstellung im Theater bei. Da das Vetter sich heute gebessert hat, findet das Manöver statt. — In Folge der von Neuem eingetretenen ungünstigen Witterung ist dis heutige Manöver nunmehr doch abbestellt worden, die bereits auf dem barsch befindlichen Truppen kehren in die Quartiere zurück. Se. Majestät der Äaifer erfreut sich ungeachtet Der gestrigen Anstrengung des besten Wohlseins. h rzustellen, eine Annexion desselben unausführbar gemacht habe und jetzt noch mache. Gleichwohl ergäbe sich in Folge der Ereignisse in Anam und namentlich in Huö die Nothwendigkeit, energischer vorzugehen; die Regierung habe daher Courcy die ausgedehntesten Vollmachten ertheilt, denselben sogar ermächtigt, in der Person des Souveräns einen Wechsel eintreten zu lassen, wenn er einen solchen für nolhweadig halte. Die Absetzung des jetzigen Souveräns fei daher wahrscheinlich. Die Regierung sei fest entschlossen, die Ordnung wieder herzu- stellen. Die Courcy ertheilten Instructionen seien energisch und die in Anam befindlichen Truppen reichten für jede Eventualität aus. Courcy habe auch keinerlei Verstärkung verlangt. — Der Erzbischof von Aix ist an der Cholera gestorben, nachdem er die Cholerakranken in der Umgebung von Aix besucht hatte. England. London, 12. September. Die „Times" bespricht die Note des Fürsten Bismarck an Den Grafen Solms vom 31. August in völlig zustimmender Weise und sagt: Wenn Spanien behaupte, Deutschland habe unbestrittene spanische Rechte angetastet, so sei dies eine Anmaßung, oie Spanien fallen lassen müsse, bevor herzliche Beziehungen mit Deutschland wieder angeknüpft werden könnten. Spanien müsse seine hochtrabenden Prätensionen mäßigen, wenn der Zwischensall befriedigend abgeschlossen werden solle. Spanien. Madrid, 12. September. Graf Solms wurde bei dem gestrigen Empfange im königlichen Palais vom Könige in herzlicher Weise begrüßt. — Die monarchistischen Journale schreiben, die Würde Spaniens erheische gebieterisch, Deutschland für die ihm angethane Beleidigung Genuglhuung zu geben, Die Spanier möchten sich hierbei in einer ihrer Vorfahren würdigen Weise benehmen, um nicht die Achtung anderer Nationen zu verlieren. Die Journale sprechen ferner den Wunsch aus, daß man überhaupt das endgültige Urtheil in der Angelegenheit suspendire, bis die Untersuchung über das Verhalten de. panischen Schiffe auf Dap gegenüber dem deutschen Kanonenboot abgeschlossen sein würbe. — Die Annahme und Beförderung chiffrirter Telegramme ist untersagt worden. Außland. Petersburg, 12. September. Wie verschiedene Blätter melden, ist jüngst zwischen der Direction der unter Verwaltung der Krone stehenden Bahnen und der Direction der Moskau-Brester Bahn eine Uebereinfunft getroffen worden, nach welcher die der letztgenannten Bahn gehörende Bahnstrecke Minsk- Brest demnächst durch die Krone übernommen und mit Der Schabinka-Pinsk- Bahn, sowie der Wilna-Rowno-Bahn unter der gemeinsamen Bezeichnung „Pvleßjebahn" vereinigt werden soll. Als Aequivalent für die Strecke Minsk- Brest solle die Moskau - Brester Bahn die in Bau befindliche Bahnstrecke Rshew-Wjasma und die Nowotorshk Bahn erhalten. Das Abkommen wird dem Reichsrathe unterbreitet werden. Rumänien. Bukarest, 12. September. Der Finanzminister Lecca ist gestorben. Men. Bombay, 12. September. Die Regierung von Mysore trifft alle Vorbereitungen, um einer Hungersnoth vorzubeugen, welche man für unvermeidlich hält. Der Regenmangel verursacht im Dekan lebhafte Besorgniß. Amerika. Winnipeg, 12. September. Der Appellhof in Manitoba wies den Appell Louis Riel's zurück und bestätigte das TodeSurtheil, welches wahrscheinlich am 18. October vollstreckt wirb. Oesterreich. Pesth, 12. «September. Die Einfuhr und Durchfuhr von Hadern, alten kruen, Abfällen, gebrauchtem Bettzeug, gebrauchter Wäsche und Kleidern, als jrndelsartikel aus Gibraltar ist bis auf Weiteres untersagt. Die Verordnung iö tm Einverständniß mit der österreichischen Regierung erlassen worden und tritt sofort in Kraft. Frankreich. Paris, 12. September. In Betreff Anams und des Vorgehens der fcgierung und Courcy's gegenüber Anam, das vielfach falsch gedeutet werde, t|ntt die „Agence HavaS" mit, Courcy habe sofort nach seiner Ankunft Voll- echten zur einfachen Annexion des Landes verlangt, die Regierung habe aber ohne Zaudern solche Vollmachten abgelehnt, weil der Vertrag von Hue, der das 'länzösische Protektorat regele, damals gerade den Kammern vorgelegen habe, mb weil ferner damals noch der Friedensvertrag mit China verhandelt worden jti, endlich, weil die materielle Unmöglichkeit, die innere Verwaltung des Landes redlicher Arbeit den Aufschwung dieser Länder, wie mir derselbe^ am Herzen liegt, eifrigsr zu förderir bestrebt sein wird, wovon ich mich sobald als möglich auch persönlich zu überzeugen hoffe. Sagen Sie dies allen Ihren Mitbürgern nebst der Versicherung meiner Kaiserlichen Huld und Gnade, welche auch Sie auf Ihrer Heimkehr mit meinen besten Wünschen begleitet." Nicht enden wollender Jubel erscholl, als der Kaiser seinen Besuch in Aussicht stellte. Der Kaiser sprach noch mit mehreren Mitgliedern der Deputation. Der Empfang währte bis 3Vr Uhr. Zum Hofdiner waren 43 Mitglieder der Deputation geladen. Abends war die Stadt und Umgebung glänzend illuminirt. Ein Fackelzug wurde von 400 Bürgern mit Musik gebracht. Der Kaiser unternahm um 8V2 Uhr einen Spaziergang durch die Stadt, von den Volksmengen stürmisch begrüßt. . . Trieft, 13. September. Die siclUannchen Provenienzen sind im Einver- ständniß mit der Fiumer Seebehörde einer zehntägigen Obseroationsreserve unterworfen Marseille, 13. September. Heute (Sonntag) sind 6 Cholera-Todesfälle gemeldet worden. , Petersburg, 13. September. Gegenüber anderweitigen Meldungen mehrerer Blätter über politische Transactionen, welche zwischen Rußland und Korea abgeschlossen sein sollen, kann das „Journal de St. Petersbourg" gegenwärtig versichern, daß dieselben absoüit unrichtig sind. Rußland habe mit Korea nichts anders als eine Handels- conoention abgeschlossen, welche in sämmtlichen Punkten analog denjenigen sei, wie |ie andere Mächte, z. B. England und Deutschland, erlangt hätten. Limbirsk, 13. September. Das Kaluga'sche Regiment hatte bet Gelegenheit des vorgestern von ihm gefeierten Festes eine Huldigungsdepesche an seinen Chef, den Kaiser Wilhelm, abgesendet. Auf dieselbe ist alsbald eine telegraphische Antwort des Kaisers eingegangen, welche heroorhebt, daß ihm der Tag, an welchem er seine erste Kriegsauszeichnung empfangen und an welchem er gerade bei dem Kaluga'schen Regi- mente gestanden habe, in besonders angenehmer Erinnerung sei. Paris, 13. September. Das „Petit Journal" erfährt, Marokko habe die an der Grenze ber Sahara gelegene unabhängige, aber Marokko tributpflichtige Oase Figuig, welche den Unzufriedenen und Aufständischen stets als Zufluchtsort diente, an Frankreich abgetreten. , , _ . .. Newyork, 13. September. Gutem Vernehmen nach hat Kelley den Polten eines Gesandten der Vereinigten Staaten in Wien definitiv niedergelegt. UniverfitätS - Chronik. — Geh. Medicinalrath Professor und Director der Kinderklinik in der Charit^ zu Berlin, Dr. Hen och, hat zum 1. October seinen Abschied eingereicht. Da Professor Henoch, obgleich er bereits 27 Jahre lang eine außerordentliche Professur verwaltet, noch vollkommen rüstig ist, so erregt dieser Schritt Aufsehen. Das Scherden des Professors Henoch würde ein großer Verlult für die Berliner Hochschule sein. — Professor v. Holtzendorff in München ist zum ordentlichen Mitglied und stellvertretenden Vorsitzenden und Professor v. Sicherer ebenda zum stellvertretenden Mitglied des literarischen Sachverständigenvereins für Bayern berufen worden. _____________ Lokale-. Gießen, 14. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat unterm 12 dss. Vtts. dem Stabshautboisten im 2. Großh. Hessischen Infanterie-Regiment Nr 116, Earl Krausse, den Titel Militär - Musik-Dtrector verliehen. Es ist diese Auszeichnung von Allerhöchster Stelle eine höchst erfreuliche Anerkennung für die vorzüglichen Leistungen unserer Negimentsmusik und ihres Dirigenten. @ t t m i f cb t H. Alzey, 6. September. sVorweltliche Thiere.) Vor Kurzem fand der Sand- arubenbesiyer Münzer hier beim Sandgraben am 5-eimersheimer Berg in einer Tiefe von 6—7 Meter auf der Lagerung des Kiesels 2 Theile Unterkiefer von völlig aus- gestorbenen vorweltlichen Thieren, der eine von Mastodon, der andere üon Dinotherium giganteum in vollständig versteinertem Zustande. Die Länge des ersteren ist 45 Eenti- meter und befinden sich in demselben 3 sehr gut erhaltene Backzähne, wovon »jeder etwa 15 (Zentimeter mißt, dagegen ist der andere nur 18 (Zentimeter lang und sitzen 2 Backzähne in demselben. Beide Geschlechter stehen dem Elephanten sehr nahe und besaß der Mastodon ähnliche Stoßzähne am Oberkiefer und sehr wahrscheinlich einen Rüssel. Gewöhnlich befinden sich im Unterkiefer des Mastodon 8 Backzähne, im Ganzen 16 Stück, wogegen beim Elephant die Gesammtzahl 8 nicht übersteigt. In entgegengesetzter Richtung hat das Dinotherium nach unten gebogene Stoßzähne im Unterkiefer, sowie beiderseits 5 Backzähne, so daß demnach das Thier 20 Backzähne besaß. Dieser Fund ging im Laufe der Woche käuflich an hen Antiquar Klein dahier über. Tübingen, 5. September. Ein fast unglaublichesVorkommniß, das mir unter allem Vorbehalte miedergeben, berichtet man dem „Stuttgarter Beobachter" von hier: „Ein hiesiger ordentlicher Professor ging um die Mitternacht herum mit einem hiesigen Arzt aus einer Gesellschaft nach Hause. Sie gingen gegen das Universitätsgebäude am Zaun des botanischen Gartens hin und unterhielten sich noch miteinander. Da schrie von drüben über der Straße, wo auf dem Trottoir vor der Wohnung des hiesigen Bataillonscommandeurs ein Schilderhaus steht, die Schildwache zu den Herren herüber, sie sollten auf der Stelle das Maul halten. Der Professor, entrüstet über diese unbefugte Zurechtweisung, wollte sich dagegen verwahren L der Soldat aber kündigte ihm alsbald die Verhaftung an und brachte ihn in das Schilderhaus, wo er bleiben sollte, bis die Ablösung komme. Der Arzt wollte dem Soldaten Vorstellung machen über sein Benehmen gegen einen Universitätsprofessor, bekam aber sogleich Streiche an den Kopf mit dem Schaft des Militärgewehrs, daß er zu Boden stürzte. Bei dem ganzen Akte schrie der Soldat bärenmäßig in Worten, welche man sich wohl denken kann. Durch dieses Geschrei aufmerksam gemacht, kam ein Universitätspedell herbei. Dieser läutete an der Wohnung des Majors, wodurch derselbe an das Fenster gebracht wurde, von wo aus er dann dem Soldaten befahl, den Professor freizugeben. Den Arzt, welcher bewußtlos auf den Steinplatten lag, trug man weg in das nahegelegene Universitätskrankenhaus, wo sich ergab, daß er durch den Kolbenschwung am Auge stark beschädigt war, so daß man einige Tage lang den Verlust des Auges befürchten mußte. Der Rector der Universität soll sich an den Höchstcommandirenden gewendet haben, um die Universität und ihre Lehrer vor derartigen Auftritten zu schützen. Wegen der Pacanz konnte der Senat der Universität nicht zusammengerufen werden, es ist aber nicht zu zweifeln, daß dieser nach der Vacanz sich der Sache annehmen wird." — sDie DiphteritisF Wir lesen im Reichsanzeiger: Es giebt kaum eine Krankheit, welche in dem letzten Jahrzehnt so viel Kummer und Schmerz über zahlreiche mit Kindern gesegnete Familien gebracht hat, wie die Diphtheritis. Dieses Schreckgespenst verschont weder Arm noch Reich, weder Hütte noch Palast. Mit derselben Tücke, mit der sie sich in so viele Bürgerhäuser einschlich, hat sie seiner Zeit auch die Familie unseres Kaiserhauses heimgesucht und den Kronprinzlichen Eltern ein heißgeliebtes junges Leben in der hoffnungsvollsten Blüthe hinweggerafft. Die Aerzte haben es an Bemühungen nicht fehlen lassen, um dieses furchtbaren Feindes Herr zu werden, leider aber blieben dieselben der Krankheit im Allgemeinen gegenüber bisher ohne Erfolg. Auch alle die unzähligen Medikamente, welche dagegen in Vorschlag und Anwendung gebracht roiirben, haben leider in wenig genügender Weise zur Heilung geführt. Diese Mittel haben sich denn auch nach und nach in der Praxis gegenseitig verdrängt, um stets wiederum neuen, vermeintlich wirksameren Platz zu machen; in letzter Zeit stand das Terpentinöl in besonderer Gunst, das sich aber ebensowenig im Allgemeinen bewähren dürfte, wie die früher angewandten Mittel. Bei dieser Sachlage und in Anbetracht der Bedeutung, welche eine endliche Lösung der Frage für die unter dieser Geißel in steter Angst lebenden Familien haben würde, sei auf eine Behandlungsart der Krankheit hingewiesen, die sich nicht nur durch ihre Einfachheit empfiehlt, sondern welcher and) bcachtenswerthc Heilerfolge zur Seite stehen, da bei den so behandelten Patienten die Zahl der Todesfälle bisher nur 2bis3pEt. beträgt. Der Erfinder dieser Heilmethode, Dr. Wachsmuth-Berlin, hat darüber in der „Allg. Med.- Eentr.-Ztg." ausführlichere ^Rittheilungen gemacht. Im Wesentlichen besteht seine Methode in einer starken Schwitzkur, mittels Einwicklung der kleinen Patienten in nasse Decken und wollene Laken, sowie dann folgenden Bädern und Abwaschungen. Diese Behandlung setze die tödtliche Fiebertcmperatur herab und scheide den Krankheitsstoff so energisch und schnell aus dem Körper, daß die Heilung meist schon in 2 bis 4 Tagen erreicht werde. Besonders sei es die durch die fiarke Transpiration bewirkte Wassercntziehung, welche den Salzgehalt des Blutes concentrire und somit den parasitären Krankheit erregenden Organismen die Nahrung raube. Geringe Dosen von Kali chloricum sollen diese Wirkung noch befördern. Das Hauptgewicht aber legt der Erfinder dieser Behandlungsart auf die rationelle Ausführung der Entwicklungen, Applicirung von Compressen, Abwaschungen ?c., welche der jlrzt dem jedesmaligen Falle anzupassen hat und die unter seiner Leitung von geübten Heilgehilfen oder Krankenwärtern methodisch besorgt werden müssen. — sSicheres Mittel gegen Vergiftung durch Pilzes Gegen die alljährlich vorkommenden Fälle von Vergiftung durch Pilze, die in der Mehrzahl tödtlich enden, geben Breslauer Blätter auf Grund der Mittheilung eines bewährten Sachverständigen ein sicheres Mittel an, das allgemein beachtet werden sollte. „Jeder giftige Pilz wird genießbar oder mindestens unschädlich, wenn die erste Brühe, in welcher er nach starkem Kochen schwimmt, weggegossen wird und er dann erst zubereitet wird. Also nicht Abwaschen ober Abbrühen schützt, sondern ein gutes Kochen und dann Weggießen des ersten Wassers. Diese Sicherheitsinaßregel sollte bei allen Pilzen angewandt werden, dann wird die Vorsorge der Köchin mehr nutzen als alle Belehrungen in den Schulen und alle Vorsorge der Gesundheitspolizei, die unmöglich den Haushalt des Einzelnen beaufsichtigen kann. Die eßbaren Pilze sind nicht nur ein wohlschmeckendes Essen, sondern durch ihren hohen Nährstoffwerth auch ein so werthvolles Nahrungsmittel, daß für ihren Genuß nicht genug gewirkt werden kann. Sie ersetzen thatsächlich fast die Fleischkost und sind bei uns in guten Zeiten so billig, daß sie in Jedermanns Küche kommen können. Wird dann die Vorsichtsmaßregel gebraucht und das erste Wasser nach starkem Kochen weggegossen, so schwindet jede Möglichkeit einer Vergiftung, der Wohlgeschmack der Pilze aber wird durch das Weggießen des ersten Wassers nicht nur nicht geschwächt, sondern eher noch gehoben. Das Kochen saugt das Pilzgift aus, ohne es zu zerstören, und daher ist der Uebergana des Giftes in den Organismus des Menschen durch die Pilzsauce ein so rascher, daß die Vergiftung erfolgt ist, ehe der Magen die Pilzstücke auch nur angefangen hat zu verdauen. Daher kommt auch regelmäßig die ärztliche Hilfe zu spät, denn bis der Arzt erscheinen kann, ist das Gift bereits aus dem Magen heraus und eine fast immer qualvoll töbtenbe Wirksamkeit langsam, aber sicher begonnen." Die Einfachheit des angegebenen Verfahrens und die große Gefährlichkeit giftiger Pilze, die nicht selten mit den eßbaren Pilzen eine wenigstens oberflächliche Aehnlichkeit haben, sind zwei Gründe, welche das von sachverständiger Seite empfohlene Weggießen des ersten Wassers allgemein machen sollten. — sJnvalidcn - Unterstützung.^ Durch einen vor etwas über Jahresfrist ergangenen kaiserlichen Erlaß soll den Mitkämpfern der Feldzüge von 1870 und 1871, welche eine innere Körperbeschädigung erlitten haben, also nicht verwundet oder äußerlich verletzt sind, erforderlichen Falles durch eine Bewilligung aus den kaiserlichen Verfügungsmittel zu Hilfe gekommen werden, obwohl sie die Frist zur Geltendmachung ihrer Ansprüche haben verstreichen lassen. Danach können, wie in Erinnerung zu bringen ist, auch alle die in Rede stehenden Mannschaften, welche nach dem 20. Mai 1875 Jnvalidenansprüche erhoben haben, mit diesen aber abgewiesen sind, nachträglich ein Unterstützungsgesuch einreichen. Dasselbe nimmt der Bezirksfeldwebel auch in einer Verhandlung auf und es sind zur Begründung die Militärpapiere, die früher er haltenen Bescheide und das Zeugniß über den Besitz der Kriegsdenkmünze für Kämpfer vorzulegen. — Von allgemeinerem Interesse ist folgende Warnung, welche im „Lackauer Kreisblatt" der dortige Regierungspräsident veröffentlicht:. „In einem jetzt zu meiner Kenntniß gelangten Specialfalle aus dem Kreise Luckau ist eine ländliche Gemeinde zu einer Entschädigungssumme an die Hinterbliebenen eines im Brunnen jener Ge meinbe ertrunkenen Earousselbesitzers verurtheilt worden, weil die Umwehrung des Brunnens die vorgeschriebene Höhe von 2Vz Fuß nicht hatte. Die Gemeinde hat demnächst eine Regreßklage gegen ihren Gemeindevorsteher angestrengt und letzterer ist, nachdem das Landgericht angenommen, es sei seine amtliche Verpflichtung gelvesen, für eine vorschriftsmäßige Umwehrung des Brunnens Sorge zu tragen, dem Klageanträge gemäß verurtheilt worden und hat außer den Kosten eine Summe von etwa 5000 v*L zu zahlen. — Im Marineministerium ist man bereits damit beschäftigt, die nothwentch werdenden Unterstützungen in Folge des Unterganges der „Augusta" sestziistellen und zur Auszahlung bereit zu stellen. Ueberaus schwer würde u. A. auch eine Wittwe heimgesucht werden, die mit der „Augusta" ihren dritten und letzten Sohn im Dienste des Vaterlandes verliert, zwei ältere Söhne haben in Frankreich ihren frühzeitigen Tod gefunden und der dritte, Unterlieutenant z. S. v. R., würde mit der „Augusta" den Brüdern gefolgt sein. — Wir entnehmen den Jahrbüchern für Nationalöconomie und Statistik, Supplement 11, Zelle, Verlag von Gustav Fischer, 1885 folgendes auf die Lebensversicherung bezügliche: Unser Jahresbericht für 1884 kann einen weiteren erfreulichen Fortschritt in der Entwicklung der deutschen Lebensversicherung conftatiren. Vor allem erfreulich ist es, daß unter den deutschen Lebensversichcrungsanstalten, welche sich ja gruppenweise und einzeln in ihren Verwaltungsgrundsätzen wie in der Auffassung ihrer Aufgabe, in der Auswahl ihrer Hülfskräfte wie in der Methode ihres Geschäftsbetriebes sehr wesentlich von einander unterscheiden mögen, kaum noch einige wenige sich befinden, welche in Betreff der Sicherheit ihrer Fundirung und in Betreff ihrer Zutrauenswürdigkeit Erhebliches zu wünschen ließen. Es sind ihrer freilich im Ganzen nicht viele. Unsere 34 Anstalten bilden ber Zahl nach ein recht schwaches Heer, um eine Gesammtbeoölkerung von etwa 451/2 Millionen, oder doch die Erwachsenen und Gesunden in dieser Bevölkerung unter das sanfte und segensreiche Joch der Lebensversicherung zu zwingen. Großbritannien hatte schon vor fünfzig Jahren, da bei uns erst drei Lebensversicherungsanstalten eriftirten, ihrer 45 und hat ihrer jetzt bei einer Bevölkerung von etwa 36V3 Millionen über hundert, von denen weitaus die meisten doch im Mutterlande die Wurzeln ihrer Kraft finden, oder auf dieses sogar ihre Wirksamkeit beschränken. Ob jene verhältnißmäßig geringe Zahl von Instituten in Deutschland die Ursache der verhältnißmäßig — z. B. an Großbritannien gemessen — so ungemein durstigen Betheiligung unserer Bevölkerung an der Lebensversicherung, ober ob diese große und bedauerliche Zurückhaltung die Ursache ist, daß jene Zahl in so engen Grenzen bleibt? Wenn man bedenkt, daß unsere 34 Anstalten doch sicher mit mindestens 40 000 Agenten und Hülssagenten arbeiten; wenn man beachtet, wie leicht und bequem, ja wie verführerisch sie allen, die es angeht, den Eintritt in ihre Kundschaft machen; wenn man wahrnimmt, wie feit nahezu 20 Jahren unter den neu entstandenen Anstalten viele bald an Atrophie zu Grunde gegangen sind, von den überlebenden aber die meisten mit immer wachsenden Schwierigkeiten und ohne nennenswerthe Resultate sich noth- dürftig am Leben erhalten haben, so kann man doch wohl nicht anstehen, die zweite der obigen Fragen zu bejahen, wenn auch dann die Thatsache, welche der Zahl unserer Anstalten so enge Schranken zieht, an und für sich wieder ein schwer zu lösendes Räthsel ist. Angesichts dieser Thatsache ist es nur um so mehr befremdlich, daß auswärtige Lebensversicherungsanstalten, deren Solidität mindestens zweifelhaft ist, deren Vel- waltung hierorts schwer controllirt werden kann, deren Hauptthätigkeit — in ihrem Heimat'hlande — diesseits ungekannten Einflüssen unterließt, hierzulande nicht nur überhaupt ihren Geschäftsbetrieb eröffnen, sondern binnen Kurzem sehr namhafte Erfolge erzielen konnten. Neben der unzweifelhaft soliden und unlautere Mittel der Werbung verschmähenden „9iew-Aorker Germania" haben sich in den letzten Jahren zwei andere amerikanische Gesellschaften auf dem Eontinent eingebürgert, welche in der That durch ihre maßlose Reclame sich in allen den Kreisen, wo die Lotterie mehr gilt, als die Sparkasse, einen recht namhaften Anhang zu verschaffen gewußt haben. Die Prospecte dieser Anstalten, der ,/Rew-Vork" und der „Equitable", versprechen z. B. folgendes: Wenn ei» Vierzigjähriger jährlich 517,80 JL zahlt, so erhalten seine Erben, falls er vor Vollendung des zwanzigsten Versicherungsjahres stirbt, die Summe von 10 000„ß; vollendet er das zwanzigste Versicherungsjahr, so werden ihm selbst 10 000 JL und außerdem (bei der „New-Aork") 16 550 JL, oder doch (bei der „Equitable") 11 670 X ausgezahlt. Diese Gewinne soll die Tontine vermitteln. Die Ueberschüsse, welche aus den Prämienzahlungen der vorzeitig Versterbenden herrühren, sollen den überlebenden Versicherten zufallen; nicht minder die Reserveguthaben und Gewinnantheile der vorzeitig Ausschcidenden. Es ist unwiderleglich nachgewiesen, daß unter den denkoac s,rt kann ßSL» " New» 'B «114 Slf »‘Ä iHid* '5 M kiNl niM ir.‘..beit cs >' hu «i1111 15: ober Ä* eLs- 5 SM SdiwW r, ’gienti jjVteUtn- ucj [ gKWg* JDie in Nr. 1< Montag den S -allen AhhausM GroiherzogthM, $ miterömhimg zi Mck, mch 'N LrmerMg gedraä Gießen, d 6216 Scrbfl Der diesH i Donuei in iMimlichtt We Mn werben. Unzenberg, b Gri MM NMpum 1U. SM, Sott M iol te ||ith 1 MW 0U5 AM ■Wen, jtr|itij(tt „ Ul «m $nä|(n -«•rthK iS “r*NtiNlri ——_6tetiii Kommt anf?S g be l'' i?°gei' fr I bi® erMeit L>Wkiirivn '° 7 °°» Li< N mi* 1247 betrogen KsA '»ölten ^«12.^1 16554 Ron 6216 Block. 6545 Gerichtsvollzieher. 6560 Mellerschmied. 6559 kosten zu sparen: aber das mit Dreistigkeit ihnen vorgehaltene und erläuterte Zukunsts- larifbild übt aus sie häufig genug eine blendende und verführerische Wirkung aus, und diese Verwendbarkeit der sogenannten Systeme der steigenden Dividenden wissen viele deutsche Anstalten ebenso geschickt auszunutzen, wie die transatlantischen Kolleginnen diejenige ihrer Tontinenwirthschaft. Wenn sich dann einmal der Humbug überschwenglicher Verheißungen entpuppt, wird die Institution der Lebensversicherung darunter zu leiden haben, diese segensreiche Institution, welche sicher viel größere und dauerndere Eroberungen machen würde, wenn sie unter einer minder bedenklichen Flagge ins Feld geführt würde. Mittwoch den 16. September, Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l et t' scheu Hofraithe dahier Sopha's, Kommoden, Klciderschränke, Glasschränke, Betten, 1 Bett'ade, 1 Regulator, Spiegel, Bilder, 1 Pferd, 1 Kuh und 1 Stoßkarren gegen Baarzahlung versteigert. Geihler, Jeilgebotenes. Alleinverkauf für Gießen und Umgegend der Kissier’scheii Zuschncideschecml zu Fabrikpreisen bei deorg Schwan^ Großherzogliche Bürgermeisterei Münzenberg. Jäger. Bekanntmachung. Montan den 21. September, Vormittags 9 Uhr, lammt auf dem Ortsgericht zu Harbach die nahe bei Harbach liegende s. g. SommerSwnhlc mit dem dazu gehörendell Gute zur Verstei- eerung. Nähere Auskunft ertheilt Grünberg, den 12. Septbr. 1885. 6552 Christian Schäfer. Wversteigeruag. Nächsten Donnerstag, als den 17. d. MtS , Vormittags von 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Nüssen, versteigert werden. Der Anfang ist am Pfingstmeg. Großen-Buseck, 12. Septbr. 1885. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. 'Stephan.6547 dandwirthschaftsschule m Weilburg a. d. OeffenUiche Prüfung zum Schluß des Sommersemesters, 29. September. Das Wintersemester beginnt für die Abtheilung der Anstalt, deren Abgangszeugnisse zugleich zum einjährig-freiwilligen Militärdienst berechtigen, am 12. October, für die andere «Winterkurse) am 3. November. — Anmeldungen für beide bis zum 10. October an Director Matzat in Weilburg, welcher auch Programme (kostenfrei) versendet und weitere Auskunft ertheilt. Das Kuratorium: 6555 gez. v. Wurmb, Regierungspräsident in Wiesbaden. 3160 Eine vollständige Ladeneinrichtung ist billig zu verkaufen. Grünbergerstraße 6. s 1 Paar Lachtauben billig zu verkaufen. Wallthorstraße 46. SrtS Bekanntmachumj Tägliche Sendung Rhein-Salm, Weser-Salm, Hechle, Seezungen, Schellfische. Feinste Kieler Bücklinge, Sprotten. Neuen rufs. Caviar. Sardinen, Rollmöpse, Sardellen, ger- Aale. Hamburger Mschhandlung von A. Koch. 6566 Herbst-Markt zu Münzenberg. Der diesjährige Herbstmarkt, verbunden mit Schweinemarkt wird Donnerstag -en 17. September in herkömmlicher Weise abgehalten, wozu Verkäufer wie Käufer hierdurch ein- grladen werden. Münzenberg, den 11. September 1885. Schiffsnachrichten. Bremen, 12. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Ems, Eapt W. Willigerod, vom Norddeutschen Llovd in Bremen, welcher am 2. September von Bremen und am 3. September von Southampton abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in ÜKcimjorf angekommen. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Leo Weitzenkorn von Lich gelangt die Äestmasse mit 1247 JL 69 H zur CarboEineum Avenarius, sicherster und billigster Schutz für Holz und Mauerwerk gegen Nässe, Fäulniß und Schwamm, besonders bewährt bei Anstrich von Hölzern, die der Witterung ausgesetzt sind, als: Holzschuppen, Zäune, Scheuerthore, Ackergeräthe, Wirtkschaftswagen, Baumpfähle re., worüber die günstigsten Zeugnisse eingesehen werden können. Das Carbolineum verstopft nicht die Structur des Holzes wie der Theer, sondern macht seinen conservirenden Ginfluß im Innern des Holzes geltend, nebenbei dem Aeußeren ein recht gefälliges maserirtes nußbraunes Aussehen verleihend. Das Tauwerk wird durch Carbolineum gleichfalls vorzüglich conservirt. Alleinverkauf für Provinz Oberdefsen und nächste Umgebung von Kurhesien und Regierungsbezirk Coblenz bei Jean Dern & Cie, Gießen. Gebrauchsanweisungen, Abhandlungen rc. auf Wunsch gratis. 6569 Hausverkauf. Die in Nr. 178 des „Gießener Anzeiger" vom 4. August ausgeschriebene Montag den 21. September l. IMorgens 10 Uhr, im alten Nathhaussaale dahier stattsindende öffentliche Versteigerung des dem Großherzogthum, LandeSeigenthum, gehörigen alten Hastlocals nebst Verwalterswohnung zu Gießen, Fl. I Nr. 1202 u. 1202a mit angrenzendem Gelände, nach Messung 409 und resp. 276 qm haltend, — wird andurch in Erinnerung gebracht. Gießen, den 31. August 1885. Großherzogliche Oberförsterei Gießen. löconomit unb Slalisiü, folgendes auf die reulichm Fortschrill ink Bor allem erfreulich in ti e sich ja gruppenivelfe u ung ihrer Ausgabe, in rc äftsbetriebes sehr weunih- « sich btnnbtn, M » "hm ZM«knSmW Kirchliche Anzeigen der evanßrl. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibel stunde in der Kleinkinderschule, Joh. Kap- 14, von Vers 16 an, Pfarrer Dr. Naumann. günstigsten Bedingungen nur etwa der dritte Thril von dem, was so versprochen wird, gewährt werden kann; nichtsdestoweniger aber reizen jene maßlosen und marktschreierischen Versprechungen fremder Unternehmer eine Menge solcher, welche den Anerbietungen bewahrter, solider einheimischer Lebensversicherungsanstalten consequent nur mit Kopfschütteln begegnen. Weit entfernt von dem Standpunkte, von dem aus man schnell bereit ist, gegen solche Mißwirthschafl, die doch nur gewinnsüchtige Glücksjäger blenden kann, etwa die Staatsgewalt zu Hülfe zu rufen, hoffen wir, daß die gründlichere Helferin Erfahrung in nicht zu ferner Zeit den genannten beiden Amerikanerinnen den hiesigen Markt verschließen werde. Leider hat es der amerikanischen Vorgänge nicht bedurft, um auch die größte Zahl der deutschen Lebensversicherungsanstalten in der Kunst der Reclame mit au&bünbigen Versprechungen zu unterweisen. Diese Kunst ist offenbar am leichtesten bann zu üben, wenn bie Verheißungen auf Factoreu gestützt roerben, welche bas große Publikum zu durchschauen außer Staube ist. Unb um solche Factoren hanbelt es sich bei ber Versprechung steigenber Rückgewährbeträge. Eine Anstalt, welche in ihren Versicherungsbedingungen ihren Thcilhabern bie Rückaewähr der erzielten Ueberschüsse nach Maßgabe ber Iahresprämie zusichert, aber während ihres — sagen wir 15- ober 20jährigen — Bestanbes überhaupt nie Ueberschüsse erzielt hat, oder bod) nur sehr bescheidene Dividenben — sagen wir 10 ober 20pEt. ber Prämie — zurückgewähren konnte, wirb schwerlich Glauben finben, wenn sie es nun plötzlich Versal, für bie Zukunft 40 ober 45pEt. Dioibenbe zu versprechen. Gebt sie aber zu elrcr Vertheilüngsart über, bei welcher nicht bie Jahresprämie, fonbern etwa bie Summe ber gezahlten Prämien, ober bas Reserveguthaben ben Vertheilungsmaßstab abgiebt, so ist es bei Zugrundelegung eines bem großen Publikum äußerst bescheiden Sinkenden Procentsahcs — 3, 4pEt. u. s. w. — sehr wohl möglich, für die Zukunft e!)en diesem Publikum Rechnungen vorzuführen, welche auf dem geduldigen Papier eine verbältnißmäßig sehr beträchtliche Ermäßigung der Tarifprämien, ja den ver- hältnißmäßig frühzeitigen Wegfall jeder Prämienzahlung und sogar den Bezug einer jährlich steigenden Rente aus den früher geleisteten Zahlungen als ausgemachte Sache hinstellen. Die Betheiligten überlegen nicht, daß der Entschluß, die etwaigen Ueberschüsse nach einem neuen Maßstabe unter sie zu vertheilen, nicht Ueberschüsse hervor- Viubern, also die versprechende Anstalt nicht in die Lage versetzen kann, hohe Zins- gewinne, höbe Gewinne aus Mindersterblichkeit zu rcalifiren, oder an Verwaltungs- bgt ber »«en, Sirol;"bit diq' * Welcher ttnn* WltI :t wirb Jtarfeu - dann »Ab llzeu QnöfroQ$efetn d« fei® »«te«‘ 'Ä’S'S' ä«: s *•» *5 kommt aui 2? ist bas § ,to^ifl|ten§ oberflächliiv über ÄhttM n »e °°" M unb iw" )l -nwlmd-t ober int,, 5»-"s dm k-isertL M jur @cltenbmQ(iur: Wle, in Erinnerung ■ be nach bem 20. Mai M en sind, nachträglich ch t5|elbroebel auch in eir ärpapierc, die früher c lsbmkmünzc für y' welche im „Lack. ,Jn einem jetzt zu mrat eine ländliche > im Brunnen jener (?; weil die Umwehrung itte. Die Gemeick br igestrcngt unb lehtrnr ist, che Verpflichtung griräm e zu tragen, bem Älc? eine Summe von tlr: chästigt, die \\*t: agusta" schMchs u. Ä. auch e'un&Bt letzten Sohn inM kreich ihren frühM mrde mit der ZWi' Handel und Berkedr. Grünberg, 12. September. lFruchtpreise.) Weizen JL 16.40, Korn JL 15 00, Gerste JL 13 0 ), Hafer je 12.10, Erbsen 00.00, Linsen JL 00.00, Lein je 00.00, Samen X 21.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00. Frarrtfurt, 12. September. Auf dem heutigen Markt kostete der Eentrrer Heu JL 2.80—3.40, Stroh 1.90—2.40, Eier das Hundert JL 4.50—5.50, Butter 1. Qualität JL 1.10, 2. Qualität JL 0.90, Kartoffeln ver Malter JL 4.50—5.50, Kohlrabi 3- 5 pr. St-, Erbsen 0,50 Kg. 0.16—0.22 JL, Rothkraut pr. St. 25—3't L», Huhn JL 1.00—2.00, 1 Ente JL 2 50—3.00, 1 Taube 40—60 Hahn JL 1.20—2.00, Gans JL 4—8.00, Welsche JL 5.00—10.00. .Kaufmännildje Franken- unö -)ic= gräbnißkasse fließen „L. fl.“ Donnerstag den 17. d. M., Abends 8V2 Uhr in der Restauration Carl Mell (L. Scharmann) ausserordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Die Wahl eines Bevollmächtigten und zweier Stellvertreter in Gemäß, heit des § 45 des Unfall-Versicherungs-Gesetzes. 6546 Der Vorstand. Sammtliche Neuheiten in IlfflH-Kh'hlerslulW sind in größter Auswahl eingetroffen. Hermann Katz, 6094 früher Heichelheim'scher Laden. >re 34 Anstallen bildende iintbevölkerung von in dieser Bevölkerung g von etwa Pertheilung. Die zu berücksichtigenden Forderungen betragen 20795 JL 54 ÜettheilungSplan liegt auf der Gerichtsschreiberei des hiesigen Amtsgerichts offen. Lich, beji 12. September 1885. Der Konkursverwalter. 6554 Kaemmerer. ' ob« °b bitte entftanben® ” 'bie b-ir-mG b«tn ^ LOH 1 leSteuä«»1 t®u6i 6*”, S. (<■ ballen/^,- Don M > 8 Neueste Damen-Hegen- und -Winlermänlel § o . o L g in größter Auswahl empfiehlt billigst q g Hermann Katz, g O 5965 im früher Heichelheim’schen Laden. o OOOOOOQOQOOOOOOOOlOOöüQOOOÖiOöCöagOOlOOOCOOOOCaOQqQOOO Wollene Bett- und Pferdedecken 6568 6570 Der Vorstand tf (1. Platz) (2. Platz) 6544 statt, wozu ergek-enst cinzelavcn wird. Ohr. Duill,Jükffdi. 6390 Die -eutige Nrnrrmer enthält 1 Blatt unb 1 Beilage. io 30 15 io 30 15 10 Redaction: A. Lrchcyoa. 30,- 15,- 10,- 24,— 12,- 8,— 16,— 8,- 5,50 Zum Laubhüttenfeste am 1. October, Nachmittags 4 Uhr anfangcnv, findet bei Unterzeichnetem Hochachtungsvoll A. Rheinberger Für Tabak- u. Cigarrenfabriken. Ein in der Tabak- und Cigarrenbranche, und zwar commerciell wie technisch gleich vielseitig erfahrener Kaufmann, der ausschließlich in diesem Facbe tbätig gewesen und zeitweilig auch wohl reiste, sucht jetzt bei Wiederaufgabe seiner eigenen Selbstständigkeit und gestützt auf vorzügliche Empfehlungen aufs Neue einen entsprechenden Wirkungskreis, der bei bescheidenen Ansprüchen möglichst ein dauernder sein möchte. Geneigte Reflectanten belieben gefl. Adr. unter Nr- 6549 in der Exped. d- Bl- niedcrlegen zu wollen. 654!) Einige Garnituren Folstermöbel mit Plüschbezug gebe ich sehr billig ab. Ebenso eine Anzahl Sopha's mit Damast und Fantasiestoff. Ferner eine Bettstelle mit Sprungfedermatratze und dreitheiliger Roßhaarmatratze. Im Auftrag zu verkaufen- 2 mittelgroße Küchenschränke mit Glasaufsatz. JPant. WoUmann^ 6551 Neuen Baue 6. *r. Kranken - Unterstützungs- und Sterbekasse-Verein, G. Der Vertheilungsplan liegt von heute an 8 Tage lang bei dem Vereins- rechner Herrn F. Hoffmann zur Einsicht der Interessenten offen. Nach Ablauf dieser Zeit können Neclamationen irgend welcher Art nicht mehr berücksichtigt werden. Gießen, 15. September 1885. Stadt-Theater in Gießen. Vorläufige Anzeige. Einem hochgeehrten Publikum gestatte ich mir hierdurch die ganz ergebenste Anzeige zu machen, daß ich am 27. September die diesjährige Saison im hiesigen Stadt-Theater zu eröffnen gedenke. Werde mir erlauben in den nächsten Tagen die Liste zu dem vorläufig auf 30 Vorstellungen eröffneten Abonnement zur gefälligen Zeichnung circuliren zu lassen und bleibt es den geehrten Abonnenten freigestellt, auch auf 10 oder 15 Vorstellungen zu zeichnen. Fahrplan. Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 430, 5^*, 682, 8«*, 11« l«i, 4*2, 76 »z ß7. Marburg 12'"*, F9, 3’3, 8" 9"* 11« V2*, 4", 8"*, 10«'. Caffcl 12’°*, V9, 3‘3, 8’6, gs’«, 11«. 1"*, 4« 844». Wetzlar 5™, 6”, 82°*, 9’9, 12«, 12«, 4«, 450 7'*, 8’0, (bis Dietz 9°' (bis Betzdorf). Ems-Coblenz 5^, 8-°*, 9«, 12$, 4«, T*. Deutz 6", 122®, 46°, yr (bis Bekdorf). Fulda 6« 115°, 730. Alsfeld 6*°, liso, 5, 730. Gelnhausen 8>, 12’°, 4«. Nidda 85, 12’0, 440, 3*0. Ankunft in Gießen von: Frankfurt 1”, 8, 93«*, 11« 1’7*2« 4 32, 720, 836* 1040, 12 *. Marburg 2'6, 5”*, 6", 8’°*, 11», 4" 6'’S*, T*1, 1125. Cassel 2w, 52’*, 8«*, 11?°, 43’, (F^ T\ 11 5. Wetzlar 715 (von Dietz), 75’ (von Betzdorf), 9’°, 113’, 1259*, 321, 432, ($55^ 8 0*, 11’0, 1130. Ems-Coblcnz O’o. 125°*, 32’, 655,8'°*, 11’°. Deutz 113’, 43^ hm Fulda 8, 130, 4?9, 10. 2llsfeld 8, 13°, 429, io. Gelnhausen 93°, 3«, 6». Die un®'1!' l.; bat Um fitoupmien 6« kW1 Mal der oei* Mls von - 3 wW «nb solar M M* MdmiM twu S^nboii uup (grafen v. » bd feiner fytN vor bemieli in jlad von Baben f Puck der 14.1 doch wird der Rai1 den Mövrrn de' Heber bie Wintersesfion des relenhaujes lautet Reichstag im Dio Dieben wirb, bis teffenbe MÄ Mfientiouries beft haben wirb. Was I so Wen die Urwal btt, die Wordnet weite qeraume Zeit hrrGe. bann aber WoA dir öWtluk braunflhweigifch h Zage, an welch aur bim Leben schieb Ncliantn des für: Mit bann eia Regen b* Jörßen^auft unb daDe b Akten. Mgeniein ^^'IchenReuh, krinnerlich, vor einiaei MWt.Iancirt, mlche W'°S- wdhü( Wunjtn über" ™Mtn Eombinc Seite Wn feilte und b danach s *ni4en ZM», 'M aut fltofee „ dkutich hi„inabtut'd>m ® wi< 2 «W wort fc’5 r’$* "Id fo ui " legend Mej^'wii a”* 22 ttcn. Kopftücher aller Art, Hamen- und Herren westen, Unterhosen, Jacken, Unterröcke, Handschuhe, Strümpfe, Tricottaillen. Vorm, dies- Mädchen. Ameri- kanisch. Der Schnftstellertag. Der Weg zum Herzen. Frau Aspasia. Um's Re- glment rc. rc. Passen. Die schone Ungarin. Ein armer Wicht. Die wilde Katz'. Mein Herzensfritz. Nöschen^'c $nnö' 3U ^ir W mein liebster Gang. Jägerlicbchen. Apfel- Operetten. - ^?rAetteSubcnt lvon Millöcker). Der Feldprediger. Prinz Methusalem. Der Seekadett. Nanon. Prmz Orlofsky. Boccaccio. Easparone. Fantasio rc. rc. Personalbestand: 14 Herren und 16 Damen. 3* recht zahlreicher Betheiligung ladet ergebens! ein vermischte Anzeigen. 6556 Als Packer, Kistenmacher und Ausläufer wird ein zuverlässiger, gewandter und kräftiger Mann (25—35 Jahr alt) gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl._________ 6564 Für einen braven Jungen wird Stelle als Schlosserlehrling gesucht. Näheres in der Exped. d. 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Daube & Co. in Frankfurt a,M. zu richten. 2 tüchtige Bauschtosser finden lohnende Beschäftigung bei I. Diebel, Schlossereigeschäft, 6571 Marburg. 962 Ankauf von Lumpen, Knochen. Eisen, Messing, Werg, Akten, Geschäftsbüchern rc. zum Einstampsen. Neuenweg 22.