_ 23S. Mittwoch den 14. October 1883 ’* Gießener Anzeiger N®. 9 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Stande Mm ■ im. . foubtrn : mchmm: i m>V I, Wlfe sam Bk- Ä8 K- arx. 14-33 9-15 4-7 9-20 0-12 2-18 6-21 von F ott * ^50-1»- -10. 11. inste" iois*” Bureau: Schulstraße 7. Erscheint tätlich mit Abnahme des Montags. 2 ^Q^r.2^ ?f- mit Bringerlohn. _ __ Durch bie Post bezogen vievteliährlich 2 Mark 50 P». Amtlicher Hheil. Betreffend- Das Unsallversicherungsgesetz, hier die Erstattung der Unfallanzeigen. Gießen, am 10. October 1885. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinde» de- Kreise-. Der 51 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 bestimmt, daß von jedem in einem versicherten Betriebe vorkommenden Unfall, durch welchen eine in demselben beschäftigte Person gelobtet wird oder eine Körperverletzung erleidet, welche eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen ober den Tob zur Folge hat, von bem Betriebsunternehmer ober bem Stellvertreter desselben der Ortspolizeibehörde binnen zwei Tagen nach dem Tage, an welchem der Betriebsunternehmer, beziehungsweise dessen Stellvertreter, von dem Unfälle Kenntniß erlangt hat, schriftliche Anzeige zu erstatten ist. Nachdem das Reichsversicherungsamt auf Grund des erwähnten §51, Abs. 4 ein für sämmtliche Berufsgenossenschaften paffendes Formular für die hiernach zu erstattenden Unfall-Anzeigen festgestellt hat und als Bezugsstelle deffelben die Großherzogliche Bürgermeisterei des Ortes, an welchem der Unfall vorgekommen, bezeichnet worden ist, empfehlen wir Ihnen hierdurch, einen Vorrath von 25 Formularien zu Lasten der Gemeindekaffe anzuschaffen und sehen zu diesem Behuse innerhalb acht Tagen Ihrer Bestellung der gedachten Anzahl von Formularen entgegen, worauf Ihnen solche durch uns zugehen werden. Sobald Sie demnächst in den Besitz der Formulare gelangt fein werden, wollen Sie den Betriebsunternehmern bekannt geben, daß eintretenden Falls Formularien zu Unfallsanzeigen durch Sie bezogen werden können. Schließlich bemerken wir hinsichtlich des Kostenpunktes, daß der Preis für 25 Stück auf 70 vereinbart ist, welcher zur Zahlung auf die Kreiskaffe anzuweifen ist. Bei Abgabe des Formulars an den Betriebs-Unternehmer kann von Letzterem ein Betrag von 3 H erhoben werden, sodaß der Gemeinde die Kosten der Anschaffung der fraglichen Formularien ersetzt werden. Dr. Boekmann- Betreffend: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. Gießen, am 10. October 1885. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstande des Kreises. Wir werden Ihnen die Verzeichnisse in rubr. Betreff in den erften Tagen b. m. zurücksenden. Zugleich erinnern wir die Schulvorstände, welche unserer Verfügung im Gießener Anzeiger Nr. 221 noch nicht nachgekommen sind, an sofortige Erledigung derselben. __________________________________________ Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 13. October. Die verschiedenen Diplomaten-Zusammenkünste der letzten Zeit, welche sich alle um die Balkankrise drehten, haben noch in voriger Woche wiederum eine Vermehrung erfahren. Im Gebäude ver russischen Botschaft in Berlin hat am Donnerstag der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Rußlands, Herr v. Giers, eine längere Conserenz mit den russischen Botschaftern in Wien, Paris und Berlin, dem Fürsten Lobanoff-Rostowski, dem Baron Mohrenheim und dem Grafen Paul Schuwaloff, gehabt, worauf Herr v. Giers am Freitag , früh die Rückreise nach Petersburg angetreten, während auch Fürst Lobanoff und Baron Mohrenheim aus ihre Posten zurückgekehrt sind. Nachdem Herr v. Giers in Kopenhagen die Wünsche seines kaiserlichen Herrn in Betreff der von den Mächten auf der Balkan-Halbinsel einzuschlagenden Politik eingeholt, sich auch bei seinen wiederholten Besuchen in Friedrichsruhe über die bezüglichen Anschauungen des Fürsten Bismarck informirt und nunmehr die Unterredung mit den diplomatischen Vertretern Rußlands in Wien und Paris gehabt hat, kann man wohl einer energischeren diplomatischen Action der Mächte im Oriente entgegensehen. Ob der bislang so schleppende Verlauf derselben in der That auf Differenzen zwischen den Mächten wegen der Behandlung der bulgarischen Frage zurückzuführen ist, wie verschiedene Gerüchte wissen wollen, lassen wir einstweilen unerörtert. Der serbische Minister-Präsident Garaschanin soll allerdings dem Correspondenten eines französischen Blattes gegenüber geäußert baden, er betrachte das Einvernehmen der drei Kaisermächte durch die Vorgänge in Bulgarien als compromitlirt und werde der Gegensatz zwischen Oesterreich und Rußland anläßlich des jetzigen Conflictes zu Tage treten. Das osficiöse Wiener „Fremdenblat^ bezweifelt indessen entschieden diese Aeußerung und fügt hinzu, Garaschanin wisse sehr wohl, daß die Einmüthigkeit der Mächte in Bezug auf die Erhaltung des Friedens, sowie die guten Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu demselben durch die Schwierigkeiten bei Regelung der Balkan-Verhältnisse Seine Störung erleiden würde. In den inneren Angelegenheiten des deutschen Reiches herrscht eine fast sommerliche Stille, die jetzt nur durch die sich stärker geltend machende Wahlbewegung in Preußen in etwas unterbrochen wird. Die Aufstellung der Candidaturen ist nunmehr in allen Wahlkreisen erfolgt, die Parteien haben ihre Wahlaufrufe erlassen und ihre Landes-Versammlungen gehalten und somit sind die Wahlvorbereitungen im Großen beendigt. Dagegen gilt es noch, im engeren Kreise zu arbeiten und die verschiedenen localen Interessen, die in den einzelnen Wahlkreisen durcheinander spielen, zu schlichten und zu ordnen, vielleicht auch noch dieses und jenes Wahlkartell abzuschließen und diese und ähnliche Vorkehrungen füllen den letzten Abschnitt der Wahlcampagne aus. Daß die Koryphäen der einzelnen Parteien auf dem parlamentarischen Schauplatz wieder erscheinen werden, darf im Allgemeinen als gewiß betrachtet werden. Nur bei einzelnen bekannten Parlamentariers ist dies noch nicht so ganz ausgemacht. Dies gilt u. A. auch von Herrn Hofprediger Stöcker, welcher in Berlin und in Bielefeld candidirt. In Berlin stehen seine Chancen nicht beson- I ders günstig, da hier bekanntlich bei den Landtagswahlen die Deutsch-Freisinnigen । br in Händen haben. Aber auch eines der drei Bielefelder Mandate ist Her Stöcker noch nicht absolut sicher. Die dortigen Conservativen und Nationalliberalen haben sich nicht einigen können, da letztere Herrn Stöcker als conservativen Candidaten entschieden abgelehnt haben. Die drei in Bielefeld concurrirenden Parteien, die Conservativen, die Nationalliberalen und bie Frei- sinigen, haben nun jebe selbststänbig ihre Canbibaten aufgestellt. Eine Stichwahl ist unter solchen Umständen ziemlich gewiß und Herr Stöcker hat hierbei in Folge der nationalliberalen Gegnerschaft eben nicht die besten Aussichten. Ob Herr Stöcker eventuell noch in einem dritten Wahlkreise ausgestellt war, ist noch nicht bekannt. Man kann wohl schon jetzt den Prinzen Albrecht von Preußen als Regenten Braunschweigs begrüßen, lieber die Regentschasts- und Erbfolgefrage verlautet nämlich von unterrichteter Seite aus Berlin, es gelte für wahrscheinlich, daß Braunschweig in eine Art Personal'Union mit Preußen komme ober, genauer, baß bie Verwaltung des Herzogtums an den Kaiser übergehe. Dies würbe nach allen Seiten hin als bie beste Lösung anzusehen fein. Nach allen Anzeichen zu urtheilen, kann es baher kaum noch zweifelhaft fein, baß Prinz Albrecht von Preußen der braunschweigischen Landesver- sammlung bei ihrem in nächster Woche ersolgenben Wiederzusammentritte als Regent vorgeschlagen werden wird. Nach Einsetzung der Regentschaft soll auf eine Abänderung des Regentschafts-Gesetzes in der Weise hingewirkt werden, daß der Kaiser die Souveränetät zunächst ausübt, im Namen und Auftrag des Kaisers würde dann Prinz Albrecht als Regent, Statthalter ober Verweser, je nachbem, im Herzogthum walten. Die österreichische Regierung hat sich nun boch bazu aufgerafft, dem czechischen Uebermuthe eine gebührende Zurechtweisung zu Theil werden zu lassen. Der Statthalter von Böhmen, Baron Kraus, hat die Auflösung der Gemeindevertretung von Königinhof verfügt, welche vor einiger Zeit eine an» maßende Verwahrung an den Statthalter richtete, und in derselben die Schuld an den bekannten Königinhofer Exceffeu den — Deutschen selber aufbürdete! Diese Anregung ist denn nun gebührend zurückgewiesen worben unb stnb außer dem Bürgermeister Schip bie Mitglieber ber Königinhofer Gemeindevertretung. Stuchlik und Lorenz, vom Amte suspenbirt worben. Demnächst wird auch der Proceß gegen die Urheber ber Königinhofer Exceffe seinen Anfang nehmen und sind in denselben 45 Personen verwickelt. Die französischen Republikaner haben sich von dem ersten Schreck, den ihnen die Wahlsiege ber Monarchisten verursacht, wieder erholt und beginnen bie Sache allmälig etwas kaltblütiger zu betrachten. Bei den Stichwahlen haben sich fast überall in den betr. Departements Opportunisten und Radikale über gemeinsame Candidatenlisten geeinigt und erscheinen somit weitere Wahlsiege der Monarchisten, abgesehen von einzelnen Departements, so gut wie ausgeschlossen. Auch die Regierung bewahrt ihre kühle Ueberlegung und hat beschlossen, daß die Minister vorläufig sämmtlich auf ihren Posten blei- ben sollen, erst nach dem Ausgang der Stichwahlen sollen bann definitive Beschlüsse bezüglich der nothwendigen Personal-Veränderungen im Cabinet Brisson gefaßt werden. Die Zeit zwischen bem ersten und bem zweiten Wahlgange wird ist sonst ungestört. c Kopenhagen, 12. October. Im Folkething beantragte die Linke, das von der Regierung erlassene provisorische Finanzgesetz nicht anzuerkennen. Der Minister-Präsident erklärte die Einbringung eines solchen Antrages für unstatthaft. Die Entscheidung einer Kammer allein sei ohne rechtliche Wirkung. Berg bestritt die Richtigkeit dieser Behauptung. Hierauf wurde eine Resolution beantragt, besagend, das Folkething lehne die Zustimmung zu einem provisorischen Finanzgesetz ab und gehe zum nächsten Punkte der Tagesordnung über. Nach der Erklärung Berg's verließen sämmtliche Minister den Saal. ftiW Ueber das Vei M -u Gieß ogent, wirb heute 1885, SomittftJ kursverfahren erc Der Sureauge Gießen wirb zu ernannt. Konkursjorder 5. November H anjuwelben. Es wirb znr ü Wahl eines anb über die Mell lWesunbeint %120 ber Ron Gegenstände a MM ben ton Hilft M Ml Jorberungen au Montag den 1 Vormitt vor dem um Termin anberau Allen Person Konkursmasse ge haben ober zur Wg smd, w an den Gemeinst ober zu leisten, nuferlegt, von und von den F fe aus ber E snebigung in 3 Konknrsverivalt ber 1885 Anze Großhe Aegypten. Kairo, 11. October. Der Sultan hat dem Khedive telegraphisch angezeigt, daß er ihm anläßlich des (gestern begonnenen) mohamedanischen Neujahrs den Nischani-Jmtiaz-Orden, sowie die goldene unv silberne Medaflle verleihe. Der Khedive empfing heute eine Anzahl von Ulemas und arabischer Notabilitäten, welche ihm ihre Glückwünsche darbrachten. Die einhMischen Journale heben in besonderen Artikeln die hohe Bedeutung der de«j^M>ive durch den Sultan zu Theil gewordenen Auszeichnung hervor. " y Ne ——-Geri^ Kartoffel Die 8iejeru]tq «8? Warte «mweichri, ! ^iltniod) kN-'s, & «ttlttigen.’ I6t,n 7351 Si. A •kti <$«8, * dch, von den republikanischen Blättern mit fortgesetzten Erörterungen über die Ur- fachen der unerwarteten Wahlerfolge der Monarchisten ausgesüllt. D,e Reg.erungs- Draane verbeblen nd) hierbei nicht, daß die Calomalpolitik der Republik und insbesondere die Tongking.Expedition von den Monarchisten im Wahlseldzuge ersolareich ausgebeutet worden ist. Doppelt unangenehm muß es daher für d,e französische Regierung sein, daß gerade in diesem Augenblicke wieder bedenkliche Nachrichten aus Tongking kommen, wo die Schwarz-Flaggen wieder mit grüße- rer Zuversicht austreten, so daß noch kein Ende diese« fortwährenden Guerilla- krieaes abzusehen ist. Auch die Meldungen aus Madagaskar lauten ziemlich bedrohlich. Daselbst hat nach englischen Quellen ern Gefecht m der Paffandava- Bai zwischen den Hovar und den Franzosen stattgesunden, besten Ausgang unentschieden geblieben ist und in welchem die letzteren 21, die Hovas 200 Mann an Todten unv Verwundeten verloren haben. Die formelle Auflösung des englischen Parlamentes soll neueren Londoner Mittheilungen zufolge nicht am 1., sondern am 17. Rovern- bet erfolgen. Mittlerweile bemühen sich die Führer der liberalen Partei, die im Schooße derselben vorhandenen Gegensätze auszugleichen. Chamberlain, das Haupt der Radikalen, war kürzlich der Gast Gladstone's auf besten Landsitze Hawarden und hält man diesen Besuch für bedeutungsvoll für dar Zufaminen- gehen der Liberalen und Radikalen bei den Wahlen. Dagegen hat Hartlngton, der Kriegrminister im Gladstone'schen Cabinet, den Entschluß ausgesprochen, sich ganz vom öffentlichen Leben zurückzuzichen. — Der Attache im Ministerium des A-ußeren, Millet, geht als Gesandter nach Belgrad an Stelle Rcverscanx, der nach Frankreich zuruckzukchren wünscht. Der sriihere Deputirtc Alyve Gut, Opportunist, ist in Pondichcrv wicdcrgewahlt. London, 12. October. Die Adresse Lord Randolph Churchills an seine Wähler in Birmingham besagt, die Politik der Torppartei sei daraus gerichtet, die tzrcnndlchast der europäischen Mächte wiederzugewinnen und diese Freundschaft zur wirkniigsvollcn Aufrechterhaltung einer vereinigten europäischen Action zu benützen, durch welche allem der Friede und die Freiheiten der Völker des Continents und Englands gesichert und entwickelt werden können. Die Torypartei wolle ferner durch materielle Mittel andren derart sicherstellen, daß kein Raum mehr übrig bliebe für Panik und Allarm oder selbst vor Besorgniß, endlich durch eine Parlaments-Enquete ermitteln, rote Die indische Regierung durch eine Mitwirkung der eingeborenen Nassen gestärkt werden kann, Uebrigen folgt Ehurchill's Programm der Rede Lord Salisbury'S. Rom, 12. October. In der Provinz Palermo kamen gestern 109 Eholera- Erkrankungen und 52 Eholera-Todesfälle vor, davon entfallen auf die Stadt Palermo 54 Erkrankungen und 42 Todesfälle. In den Provinzen Genua,, Mafia, Parma und Rooigo betrug die Zahl der Eholera - Erkrankungen 9, diejenige der Eholera- Palermo, 12. October. In der Stadt gab es gestern 47 Cholera-Todtc, außerdem insgesammt 18. , . , . „ Belgrad, 12. October. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge soll zwftcyen den aufstän'bischen Albanesen und dem Befehlshaber der türkischen Truppen em Ausgleich statlgesunden haben. Die albanischen Truppen-Abtheilungen bewachen das nach Serbieii zu gelegene Defilö. Waissel Pascha steht mit 12 Tabors und 4 Batterien stark verschanzt bei Prischina. . Athen, 12. October. Das Amtsblatt veröffentlicht eine königliche Mobilmachungs- Ordre behufs Completirung des Effectivbestandes der Armee. Die Soldaten, welche ihre Dienstzeit fetzt beendigen, werden bei den Fahnen behalten Drei andere Clafien der Reserve sind einberufen, so daß im Ganzen fünf Elassen in acht Tagen zur Armee stoßen wllcn^, October. Meldung der „Agcnce Havas".^ Gestern fand eine j Demonstration von besonderen Abgesandten der griechischen Colonien in der Türkei statt, welche die Mobilisirung forderten. Der Ministerpräsident Delyams hielt eine Ansprache an die Volksmenge, worin er auf den Ernst der Lage^ hinwies, welche Griechenland zur Mobilisirung zwinge, ober er lehnte es ab, über die Absichten der Negierung Mittheilung zu machen. 3 n Konstantinopel, 12. October. sVieldung des Reuter'lchen BureauS.j Dem Vernehmen nach hat oie Pforte in einem neuen Rundschreiben an die Machte an deren Antwort auf das erste Rundschreiben erinnert und hervorgehoben, die Pforte sei durch die Haltung Serbiens und Griechenlands zu neuen großen Rüstungen genothigt, welche jetzt nahezu beendet seien. Die Pforte erwarte eine Mittheilung über die Absichten der Mächte, um den Bestimmungen des Berliner. Vertrages Geltung zu verschaffen. — Die Pforte erhielt die Nachricht, in Paskine (Rumelien) hatte eine Revolie stattgefunden, die bulgarischen Bauern hätten die Wäffen weggeworfen und verlangten, I in die Heimath zurückzukehren. . _ . T.£ — In Folge mehrerer Conferenzen zwischen Drummond Wolsf, Kiamil Pascha I und Aorist Pascha ist nunmehr eine allgemeine Grundlage für eine Verstandignng I zwischen der Türkei und England gewonnen, wonach die ganze bürgerliche. Militärische und finanzielle Verwaltung Egyptens soweit-reformirt werden soll, bis die egyptische I Regierung iin Stande sein werde, auf eigenen Füßen zu stehen ; mit den Sudaneun soll ein für Egypten vortheilhaftes Arrangement getroffen werden. Die Grundlage der Verständigung schließt die Sendung türkischer Truppen nach Egypten cnis und stellt als Princip auf, daß Egypten so bald als möglich von den britischen truppen gc- I räumt werde. , . r„ t. Saigon, 12. October. Das Resultat der gestern für Cochinchina stattgehabten I Wahl zur Deputirtenkammer ergab die Rothwendigkeit einer Stichwahl. Lokales. Gießen, 13. October, lieber das erschütternde Unglück, dem ein hoffnungsvolles junges Menschenleben zum Opfer gefallen ist, schreibt die „Geraer Zeitung" unterm 9. October: Der beim hiesigen Amtsgericht angestellte Referendar Sorger hatte gestern Abend mit einem zum Besuche hier weilenden Freunde, dem Studiosus Heyer aus Gießen, einen Ausflug nach dem nahe gelegenen Nachbarorte Bieblach unternommen. Um in etwas kürzerer Frist auf die nach der Stadt führende Chaussee zu gelangen, nahmen die beiden beim Nachhausegebeu ihren Weg durch den hinter dem Gasthofe zu den drei Linden gelegenen Garten des Restaurateurs Günther. Hinter diesem Garten, ungefähr 150 Schritt weit von demselben entfernt, liegt ein Beinbruch, welcher nach dem Garten hin sehr viele steile Wände hat und weder durch einen Zaun, noch durch ein Staket von letzterem abgegrenzt ist. Dieser Umstand ist jedenfalls den beiden jungen Leuten nicht bekannt gewesen, genug, sie gingen in der Dunkelheit gerade wegs auf den Steinbruch zu und stürzten, da, wie schon erwähirt, eine Umzäunung nicht vorhanden war, beide in den ca. 15 Meter tiefen Abgrund hinab. Heute Moraen gegen 6 Uhr fanden vorüberkommende Arbeiter die Unglücklichen dort liegend, den einen, den Studiosus H., als Leiche, den anderen, S., bewußtlos und lebensgefährlich verletzt. Stach dem erst kürzlich in dem Steinbruch hinter der Altenburger Straff vorgekommenen Unglücksfall hat der Stadtrath von Gera die energische Aufforderung an alle Steinbruchs- und ^andgrubenbesitzer gelangen lassen, unverweilt um jeden in der Geraer Flur liegenden Steinbruch ein sicheres Geländer anbringen zu lassen odu dieselben sonst auf irgend eine Art gefahrlos zu machen. Der vorliegende, so entsetzlich traurige Fall lehrt, daß diese Vorsichtsmaßregeln an keinem derartigen Orte fehlcn dürfen, und werden hoffentlich auch die umliegenden Ortschaften daraus Anlaß nehmen, eine dahin zielende Verfügung zu treffen. Durch gerichtliche 'Nachforschungen ist fei-- gestellt, daß die Verunglückten keineswegs irgendwie animirt waren, denn Studiosus H. hatte nur 2 und Referendar S. 3 Glas Bier auf dem Spaziergang getrunken. Gießen, 13. October. (Turnerisches.) Am Sonntag, den 25. October. Vormittags 10 Uhr, findet im Hause der Turngemeinde Darmstadt, Woogsplatz 5, da 46. Turntag des Mittelrhein-Kreises statt. Aus der reichhaltigen Tagesordnung heben I wir Folgendes hervor: Mittheilungen des Kreisvertreters. Antrag Der Turngememdk Darmstadt, die Verminderung der Mitgliederzahl des Kreisausschusses betreffen • Anträge der Gauturnwarte Otto Schatt in Hanau und Ludwig Neumann in Kastel, betreffend: a. Wahl eines Kreisturnwartes und eines Stellvertreters desselben; b. Errichtung der Kreisoorturnerschaft. Antrag des Gauvertreters Karl Rothermel zu Darmstadt: der Kreisturntag wolle, unter Abänderung des § 21, alinea 1 des Krei^ Grundgesetzes, beschließen, daß von 1886 au die Kreissteuer nur von Mitgliedern, jw von Zöglingen, entrichtet werde. Antrag des Gaues Hessen: der Kreisturntag wollt beschließen, eine Kommission von drei Mitgliedern zu wählen, welche ein neues Programm zur Beurtheilung von Muster-Riegen bei Kreis-Turnfesten ausarbeitet. Anträge des Preisgerichts vom 15. Mittelrheinischen Turnfest in Wiesbaden: a. die Preis Turnordnung des Mittelrhein - Kreises conform der Deutschen WcttturnordnM abzuändern; b. zum Preisturnen nur solche Turner zuzulassen, welche in anständiger und sauberer Kleidung erscheinen und nicht wie seither in schmutzigen Tricots, Filel- jackeu, Strümpfen und sonstiger unstatthafter Kleidung. Zuwiderhandelnde sind uom Preisgericht zurückzuweisen. Antrag des Gaues Frankfurt am Main: Der Kreis- ausschuß ernennt aus sich oder durch Cooptatiou eine Commission, welche sich specicll ' mit den Fechter-Angelegenheiten des Kreises, wie Berufung von Fechter- Telegraphische Depeschen. Wolsf'S telegr. «orrespondenr - Burea«. Berlin, 12. October. Gegenüber der in der Presse aufgestellten Behauptung, daß in neuerer Zeit mit Vorliebe aus der Staatsanwaltschaft Persönlichkeiten zur Besetzung höherer Richterstellen entnommen würden, führt die „Nordd. Allg. Ztg^, aus: Seit Eintritt der Gerichtsorganisation im Jahre 1879 seien vier Beamte der Staatsanwaltschaft in richterliche Aemter unter Rangerhöhung befördert und umgekehrt seien genau ebensoviel richterliche Beamte unter Beförderung in die Staatsanwaltschaft versetzt Alle übrigen Versetzungen dieser Art seien keine Beförderungen gewesen, sondern hätten nur einen Tausch in Aemtern gleichen Ranges dargestellt. Im Uebrigen seien । 30 Beamte der Staatsanwaltschaft ohne Beförderung in Richterstelleli eingetreten und 14 richterliche Beamte unter gleichen Verhältnissen in die Staatsanwaltschaft eingereiht. au bedauern sei nur, daß ein Wechsel zwischen richterlichen und staatsanwaltlichen Beamten nicht häufiger eintrete, denn die Rechtspflege könnte dadurch nur gewinnen. Berlin, 12. October. Der „Neichsanzeiger" publicirt eine allerhöchste Verordnung vom 28. September, betreffend die Uebertragung landesherrlicher Befugnisse aus den Statthalter von Elsaß-Lothringen. m . Berlin, 12. October. sGeneralfynode.j Der Vorsitzende verliest die Antwort des Kaisers auf das Begrüßungstelegramm, also lautend: „Dank der Generalsynode für den warmen Ausdruck huldigender Treue, mit dem Wunsche, daß die Berathungen in evangelischem Geiste unter Gottes Segen zum Heile der Landeskirche gereichen." In das von dem Präsidenten ausgebrachte Hoch auf den Kaiser stimmte die Versammlung begeistert ein. Cremer-Greifswald fragt, ob die Revision der Agende bis zur nächsten Generalsynode zu erwarten sei. Oberkirchenraths-Präsident Hermes envidert, die Synode erhalte in den nächsten Tagen eine Vorlage wegen des Zusatzes zum Kirchengebete für die Marine. Es werde sich dabei Gelegenheit bieten, über die Frage jn verhandeln, ^neralsynode nahm das Kirchengesetz, betreffend das Dienstalter der -Geistlichen, mit unerheblichen Zusätzen an, sowie die Vorlage betreffend die Einführung einer landeskirchlichen Collecte für die deutsche evangelische Diaspora des Auslandes. Stöcker beantragte die Zustimmung der Generalsynode dazu, daß der Berliner Stadt- mission alle zrvei Jahre für die nächsten sechs Jahre eine allgemeine Kirchencollecte bewilligt werde, diächste Sitzung morgen. — Die „Siordd. Allg. Zlg." schreibt: Sicherem Vernehmen nach finden anläßlich des Graef'schen Prozesses wegen einzelner in der mündlichen Verhandlung vorgekommenen Unzuträglichkeiten über die Mittel, solchen auf dem Boden bestehender Gesetzgebung vorzubeugen, Conferenzen ün Justizministerium statt, woran auch die Präsidenten der hiesigen Gerichte und Beamte der Staatsanwaltschaft theilnehmen. Baden-Baden, 12. October. Der Fürst Hohenlohe ist angekommen und heute zur Audienz erschienen und wurde zum Diner beim Kaiser eingeladen. Der Staats- lecretär v. Hofmann in Straßburg trifft heute gleichfalls ein. , Reichenberg, 12. October. In der letzten Nacht fielen zwei Schüsse in die Fenster der hiesigen Beseda im ersten Stockwerke. Die Stadtbehörde leitete sosort umfassende Erhebungen ein und ordnete die Ueberwachnng der Beseda an. Die Ruhe 00,ri h/ W in' in H "'1886 l« * S M 10- MMv GitßtN/ ' ED jit Mw »■ GicSen- *,ss Mcrs bei. - In einer PueiMmneM .Damen" M M — Das Folkething nahm die beantragte Resolution, dem provisorischen Finanzgesetz die Zustimmung zu versagen und zum nächsten Punkt der Tagesordnung uber- zugehen, mit 78 gegen 17 Stimmen an. . ~ Chriftiania, 12. October. Die Entlafiung des Admirals Smith, Comman- bnuten der Marine, erfolgte bestem Vernehmen nach ausschließlich aus Gesundheitsrücksichten. Die Nachricht, daß die Entlassung wegen eines Conflictes mit dem Staatsminister Sverdrup erfolgte, ist durchaus unbegründet. . Paris, 12. October. Die Vertreter der republikanischen Wahlcomite s des Departements der Seine und die Vertreter von 30 republikanischen Journalen hielten gestern eine Versammlung ab, in welcher einstimmig beschlossen wurde, bei den am 18. d. M. stattfindenden Stichwahlen an denjenigen Candidaten festzuhalten, welche bei dem ersten Wahlgange am 4. d. M. die meisten Stimmen erhalten haben. An alle Republikaner in den anderen Departements ist die Aufforderung gerichtet worden, Aeutschkand. Darmstadt, 12. October. Se. Königl. Hoheit der Großherzog find gestern Vormittag 7 Uhr 47 Min. in erwünschtem Wohlbefinden von Buda- Pesth über Wien hierher zurückgekehrt. Ihre Königl. Kaiser!. Hoheiten der Herzog und die Herzogin von EDin- burgh sind im Lause des gestrigen Tages zu Besuch der Gcoßh. Famüre hier eingetroffen. Höchstdieselben besuchten gestern Abend mit den Allerhöchsten Herr- schäften die Vorstellung im Großh. Hostheater und reisen heute Nachmittag um ö Uhr 20 Min. nach England ab. . , t , Darmstadt, 12. October. Se. Kömgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnäoigst geruht: ™ r r « .c Am 12. October dem Schullehrer Wilhelm Roth zu Laubach, rm Kreise Schotten, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen. Mulgarien. Sofia, 11. October. Die Belgrader Nachricht, daß das hart an der Grenze gelegene Dorf Jaffenovac, gegenüber dem serbischen Dorf Brusnik, von bulgarischen Truppen besetzt worden sei, wird amtlicherseits für unbegründet erklärt. Vermischtes. ÖH eßen, 13. October. Die „Lübecker Zeitung" bringt einen ausführlichen Bericht über den Wiederbeginn des Lübecker Theaters und über die glänzende Aufnahme, welche unser für diesen Winter dort engagirter Landsmann, der Opernsänger Herr Heinrich Müller-Franken gefunden. Man rühmt die treffliche Schule, die seltene Höhe und die äußerst sympathische (Stimme. An demselben Tage bringt auch die „Eisenbahn-Zeitung" (Nr. 234) einen sehr lobenden Artikel und sagt unter anderem: Von den Sängern droben auf den Brettern konnten ihrer zwei sogleich einen durchschlagenden Erfolg verzeichnen. Damit ist Herr Müller-Franken und der neue Bariton Herr Richard gemeint. Nachdem letzterer einer eingehenden Kritik unterzogen, fährt der Berichterstatter fort: Auch Herr Müller-Franken-Faust hat die angenehmsten Erwartungen geweckt. Im 3. Act entwickelte sich der weiche und ansprechende Tenor zu ungeahntem Reiz des Vortrags, zeigte aber auch zugleich, daß seine Eigenschaften durchaus lyrische sind. Und das ist schon viel, sehr viel, zwei wichtigste Posten so verheißungsvoll besetzt zu sehen. Delegirtentagen, Schaffung einer Preis - Fechtordnung ?c. zu befaßen hat. Antrag des Gau - Turnwartes Fritz Engel zu Marburgs Der Kreis - Turntag wolle — in Eonsequenz des Beschlusses zu Pos. 14 der Sitzung des Ausschusses deutscher Turnerschaft vom 18. Juli I. I. zu Dresden — den Beschluß des Turntages des Gaues Hessen (vom 13. Juli l. I. zu Lich), die Aufnahme der beiden akademischen Turnvereine Philippina unb Hasso Guestphalia betreffend, vernichten und den Beschluß des Gau-Ausschusses, welcher jene Vereine in den Gau Hessen ausgenommen, wieder Herstellen. Antrag der Turngemeinde Worms, gestatten zu wollen, daß dieselbe zu dem im Juli 1886 zu Worms stattfindenden 16. Mittelrheinischen Turnfeste auch die Turner des 10. (Oberrhein)'Kreises etnladcn und zum Preiskurven zulassen dürfe. Gießen, 12. Oct ober. In der verflossenen Samstag im Eafä Schnell abgc- baltenen Generalversammlung des hiesigen Schütz en Vereins wurde beschlossen, das viesjährige Stiftungsfest deS Vereins Samstag den 17. d. M. im (Safe Schnell zu feiern. Bei der alsdann vorgenommenen Vorstandswahl wurden gewählt bez. wieder- gewählt: Zum 1. Schützenmeister Herr C. Brück, Goldarbeiter, zum 2. Schützenmeister Herr I. Lütticken, Kaufmann, zum 1. Platzmeister Herr E. Wigandt, Schlosser, zum 2. Platzmeister Herr I. Euler, Kaufmann, zum 1. Schriftführer Herr W. Kurz, Kaufmann, zum 2. Schriftführer Herr F. Sto o ß, Kaufmann, zum Rechner Herr F. Helm, Weinhändler, zu dessen Stellvertreter Herr A. Voigt, Kaufmann, rum Beisitzer Herr W. Hartmann, Bäcker, zu Revisoren der vorjährigen Rechnung Die Herren F. Helm, F. Stooß, E. Stückrath. Gießen, 13. October. Ein hiesiger Einwohner mußte gestern Abend wegen roher Mißhandlung seiner Frau, sowie fortgesetzter Ruhestörung verhaftet werden. Der liebenswürdige Gatte brachte der Frau eine schwere Kopfwunde mittelst eines Messers bei. — In einer Hofraithe der Grünbergerstraße führten heute Morgen 8 Uhr drei Frauenzimmer einen Heidenscaudal auf. Ein hinzugerufener Schutzmann mußte die „Damen" zur Ruhe bringen. Wtomite'3 j, , Malten i'.?Ie-3rcunb^aft 55s: •RS ■Mfcltan. U *«.109 (Mr«, 1 di-ElÄPallm- Ni«, Arm 'MW dn Cholir«! « « 66otog:$obti> HaWdrI und Nerkehr. Gießen, 13. October. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund X 0.90—1.05, Hühnereier pr. Stck. 7—0 Enteneier St. 0—0 Käse pr. St. 4—7 H, jfäfematte 3—0 Erbsen pr. Liter 20 3?, Linsen 32 Landen per Paar 0,50 bis 0,60 H, Hühner per Stück X 0 85—1.20, Hahnen pr. Stück X 0.50—0.80, Enten per Stück X 1.60—1.80, Ochsenfleisch per Pfund 68—00 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleiich 60—70 X Kalbfleisch 48—50 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—3.50, Milch per Liter 12—16 Zwiebeln per Gentner X 4.50—6.00. Zwetschen X 6.50—8.00. neu, leicht, solid, elegant, preiswürdig. Abbild, gratts [6612] J. G. Numpf, Eis. Hand, Frankfurt a,M. zufolge soll zwischen 1 Truppen ein Aus- bewachen das nach s unb 4 Batterim iche Mobilmachungs- Soldaten, welche Drei andere Classm cht Tagen zur Armee Gestern sand cm onien in der Tnrkü Telyanis hielt eint Lage hinwies, welche iber die Absichten da chen lbureaus.j Dein 1 die Mächte an dem 1, die Pforte sei durch ngen geiröthigt, welche ng über die Absichten tung zu verschaffen, en) hätte eine Nevolic loffm und verlangten, WH, fiwnil Pascha i • eine Derstandigurg rgerliche, militärisch )\L, W dir dM ■ M den Sndanesa den. Die Grundlait tzgppten aus und stell britischen Truppen $i" ochinchina stattgehabta tichwahl. i dem ein Hoffnung'-' 'die „Geraer Zeitung je Referendar ^orgn .,,.»t>e dein ©tubiolL» Sm* Stabt führende Ghaup eg durch dm hmt-r v Mis Güulh-r. h» tzs GS los und lcoens», . d-r °d ngen tnrngenmr Antrag.^ betreffs ÄlWÄ jer§ Ml i d-S R Gsr Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Joseph Katz zu (Siesten, seither Börsen- agent, wird heute am zwölften Oktober 1885, Vorm.ittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Bureaugehülfe Katl Klees zu Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 5. November 1885 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- schuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf Montag den 10. November 1885, Vormittags 9 Uhr und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Montag den 10. November 1885, Vormittags 9'/r Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- sriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 5. November 1885 Anzeige zu machen. Tas Großherzogliche Amtsgericht Gießen. aez.: Müller. ' F. d. A. Neid hart, 7371 Gerichtsschreiber. Kartoffel Lieferung. Die Lieferung von ca. 250 Ctr. guter Speisekartoffeln für die unterzeichnete Anstalt soll im Submissionsweg vergeben werden. Proben sind in der Anstalt abzugeben und die Offerten bis längstens zum 18. l. M. einzureichen. ... Gießen, den 11. Oetober 1885. Großh. Direction der Entbindungsanstalt. Kaltenbach. 7345 Mittwoch den 14. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett'scheu Hofraithe Sopha's, Kommoden, Kleiderschränke, Tische, Uhren, 1 Stoßkarren u. a. m. versteigert. Geißler, 7351 Gerichtsvollzieher- 7358 Zwei Arbeitspferde zu verkaufen- Näheres auf der Feldziegelei des Herrn I- D. Schenk in der Schwarzlach. Bekanntmachung. Der Plan über die festgestellten Baufluchtlinien für den Neuenweg liegt 14 Tage auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen, während welcher Zeit Einwendungen bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unter- zeichneteu Behörde anzubriugen sind. Gießen, den 6. October 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm.___________7193 -Regenmäntel in allen Größen, neuester Faeons, von Mk. 6.— an, 5785 Ktrchenpkatz.__ Tricottaillen, altdeutfkhe Schürzen, Cachemire- und Panama-Schürzen, Unternmche, Uhrfeder-Corsettcn empfiehlt zu billigsten Preisen * 7160 ________J. Ch, Retter. Die ScImkwaareHhcmdltmtj von S. Elsoffer hat einen großen Posten Filzpantoffel re. mit und ohne Lederbesatz, von den gewöhnlichsten bis zu den hochfeinsten Genre's, in allen Größen, zu außerordentlich billigen Preisen käuflich übernommen und hat beschlossen, diesen Vortheil die verehrten Abnehmer genießen zu lassen; es wird deßhalb auf diese sehr günstige Gelegenheit hingewiesen. _____________________________________________________7369 Prima Strick- und Rock-Motte. Führe nur das beste deutsche Fabrikat, keine Kunst- und Zupfel- Wolle. 7366 _____________Carl Stieher, Marktkraße 18. Wintermantel in größter Auswahl zu billigsten Preisen empfiehlt F. HoBberg, 8 Kirchenvlatz 8._________ Pumpernickel wieder eingetroffen bei 7245 FercL Drebas, (vorm. Gg. Wilh. Weidig). 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"7355 Ein schönes, gut möblirtes Zimmer zu vermiethen. »Alieestratze 25 Hl. 7359 Das von Herrn Postsecretär K ü m m i ch bewohnte Logis ist per 15- Januar 1886, eventuell auch früher beziehbar, zu vermiethen. _^Emil^May Wwe«, Westanlage 11. 7370 Ein Familienlogis zu vermiethen und per 1. November zu beziehen. Ludwigstraße 55._ ” 7368 Ein hübsches möblirtes Zimmer außerhalb des Corridors zu vermiethen. _____________________Westanlage 26 111. 7364 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.______________Bahtlhofstraße 62. 5899 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Aliccnstraße 22. _ 7248 Ein schönes möblirtes Zimmer zu vermiethen. Grünbergerstraße 31. 677Z Ein kleines Logis an ruhige Leute pr. 15. October a. c. zu vermiethen. Liebigstraße 13f 7164 Ludwigsplatz 6 ist ein Pferde- ftall nebst Burschenftube auf sogleich zu vermiethen. 4736 Die seither von Herrn L)r. Schmitthenner benutzte 2. Etage (6 Zimmer nebst Zubehör) Eanzleiberg Nr. 3, ist zu vermiethen. Näheres bei L. W. Plank, Neustadt. 4565 Der seither von Herrn Professor Fromme bewohnte dritte Stock meines Hauses, Alicestraße 17, ist anderweit zu vermiethen und pr. 1. October zu beziehen. ______Bug. Wehn. 7296 Ein schönes Familienlogis ist sofort zu vermiethen. ______C. Loth, Brandgasse 5. 7273] Hübsch möblirtes Zimmer ver- miethet Wittwe Noll, Bahnhofstraße 60. 7166] Möblirtes Zimmer mit Eabinet zu vermiethen. Mäusburg 4. Von S. M. Kreuzer Corvette „Augusta" fehlt seit 4 Monaten jede Nachricht; unzweifelhaft haben Schiff und Besatzung in wild erregter Fluth den Untergang gefunden. Das Verzeichniß der an Bord der Corvette eingeschifften Personen ist von dem Chef der Kaiserlichen Admiralität veröffentlicht; es bringt die schmerzliche Kunde, daß 223 rüstige Söhne des Vaterlandes in seinem Dienste früh und plötzlich dahingeschieden sind! An der Küste und im Binnenlande beklagen hart betroffene Familien den Tod des Hauptes, des Vaters, des Sohnes oder des Bruders. Mit ihnen trauert das Land. Aber, wo dieser Schicksalsschlag nicht Trauer allein, sondern auch Sorge und Noth in das Haus brachte, wo die Wellen die Stütze der Eltern begruben, wo sie Frauen zu darbenden Wittwen, Kinder zu hilflosen Waisen machten, da ruft die Katastrophe wie unser Herz zum Mitleid, so unsere Hand zum Helfen. Die vom Gesetz bestimmten Unterstützungen und Entschädigungen erleichtern das den Familien auserlegte Opfer nicht in dem Grade, wie es herzlicher Theitnahme möglich und wünschenswerth erscheint. Ausreichend kann nur die freiwillige Thätigkeit Derer helfen, die den Dank für das patriotische Verdienst todesmuthiger Seeleute in der Unterstützung ihrer Hinterbliebenen zu bethätigen wünschen. In diesem Sinne sind die Unterzeichneten zu einem Comits für die Unterstützung der Hinterbliebenen der mit S. M. Corvette „Augusta" untergegangenen Besatzung zusammengetreten, und bitten um Gaben, sowie event. um Bildung von Zweig-Comitö's rejp. Errichtung von Sammelstellen. lieber die eingegangenen Beiträge, zu deren Annahme, neben Jedem der Unterzeichneten 1. die Depositen-Kaffe der Deutschen Bank — welche als Centralstelle dient — Berlin W., Mauerstraße 29, 2. die Kasse des Central-Comitö's der Deutschen Vereine vom rothen Kreuz, Berlin W., Wilhelmstraße 73, 3. die Präfidial-Kasse des Königlichen Polizei-Präsidiums, Berlin C., Molkenmarkt 1, 4. die städtische Haupt-Stiftungs-Kaffe, Berlin C., Nathhaus, Zimmer 25, Eingang von der Spandauerstraße, bereit sind, wird öffentlich quittirt werden. Die provisorische Geschäftsführung haben übernommen die Herren: von Forckenbeck, Ober-Bürgermeister, Berlin W., Voßstraße 15, von Henk, Vice-Admiral z. D., Berlin W., Potsdamerstraße 39, Rudolph Koch, Director der Deutschen Bank, Berlin W., Behrenstraße 9/10, Friedheim, Ober-Regierungsrath, Berlin C, Poststraße 16, Haß, Erster stellvertretender Vorsitzender des Central-Comite's der Deutschen Vereine vom rothen Kreuz, Berlin W., Friedrichstraße 173, Freiherr Eduard von d-er Heydt, Konsul a. D., Berlin W., von der Heydtstrabe 14b, Ludwig Löwe, Reichstags-Abgeordneter, Berlin SW., Hollmannstraße 32. je Heber die definitive KonstiMMkng des Comite's, sowie über die Organisation des Unterstützungswerkes yoö in einer demnächst zu berufenden Versammlung Beschluß gefaßt werden. Berlin, den 7. October 1885. (Folgen eine große Anzahl Namen von Herren aus allen Thellen Deutschlands. Auch die Expedition des „Gießener Anzeiger" erklärt sich gerne bereit, Gaben für die Hinterbliebenen der verunglückten Seeleute in Empfang zu nehmen und an die Sammelstelle zu befördern.)__ Steln’s Garten, Sonntag den 18. Oktober, Nachmittags präcis 5 Nhr Concert zum Vesten eines Grabdenkmals für Franz Abt9 ausgeführt von der Gesangsabtheilung der Bürgergesellfchaft. Billete im Vorverkauf bei Herrn Gerhard (Lindenplatz) und Herrn Conrad (Mäusburg) ä 30 Pfg. An der Casse 70 Pfg. 7299 iWr. Walt»G. Backofen Giessen — Berlin. Vom 16. October ab werde ich zum letzten Male vor Weihnachten auf co. 2 Wochen persönlich zu Aufnahmen in Gießen sein.7352 Boese’s Taxazcars. Der Tauzunterricht beginnt Montag -en 19. Oktober und beliebe man Anmeldungen bis dahin ergehen zu lassen. 6879 Zur gefl. Nachricht diene, daß der Unterricht durch den von Großh- Ministerium mit der Stellvertretung des erkrankten Univ.-Tanz- und Fecht- meisters Roese betrauten Sohn Friedrich Roese ertheilt wird. 7363 Ein starkes Arbeitspferd ver- 7314 Ein Hausbnrfche und ein kauft oder verleiht es während der Winter- Bäckerlehrling auf sofort gesucht von monate unentgeltlich L. Chr. Nübsamen. M. Lenz, Marktplatz. 7283 Zwei ineinandergehende möblirte Zimmer mit Kabinet sind zusammen oder getrennt zu vermiethen- Bahnhofsir. 22. 7110 Zwei kleine freund!. Familienlogis sind an ruhige Familien zu ver- miethen. Neustadt 23. 7097 Ein gut möbl. Zimmer zu ver- miethen. Frankfurterstraße 23. 7039 Zwei fein möblirte Zimmer. ________________________ Neustadt 48. 7325] Möblirte Zimmer zu vermiethen. P. Herbert, Neuenweg 30. 7327 Vermiethe 2 Zimmer, eins mit Eabinet: 75 Jt, 95 pr. Sem _______________Ludwigsstraße 57. 7292] Möbl. Zimmer zu vermiethen. Neustadt 1, Ecke der Bahnhofstraße. 6826 Ein fein möblirtes Zimmer nebst Schlafzimmer, auf Wunsch auch Burschenstube, ist durch Versetzung anderweit zu vermiethen. ________F. Kühne jun., Seltersweg 6987 Ein möbl. Zimmer mit Eabinet zu veruriethen. Weidengasse_6. 7016 Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen-^ W^Katz, Marktplatz 1. 7090) Logis von 6 Zimmern und allem Zubehör nebst Gartenantheil zu vermiethen. __________________Frankfurterstraße 53. 7113 Ein möbl. Zimmer, I. Stock, pr. sofort zu vermiethen. Chr. Zimmer, Bahnhofstraße 12. 7165] Möbl. Zimmer zu vermiethen. __________Grünbergerstraße 6, 1. Stock. 7219 Ein gut möblirtes Zimmer bei Gärtner Schaum, Bahnhofstraße. 7237 Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen im Gambrinus._______________ 7243] Möblirte Mansarde an anständigen Herrn, Kaufmann, billig zu Der: miethen. Näheres in der Exp. d- Bl. 723^] Freundliches Zimmer'an soliden Herrn zu vermiethen. Näheres in der Exped- d- Bl.__________ 7307 Ein kleines Logis mit Zubehör zu vermiethen bei Gg. Unverzagt, Kaplansgasse 5. vermischte Anzeigen. 7360 Ein Mädchen, welches kochen kann und alle Hausarbeit gründlich versteht, sucht Stelle. Näheres Ludwigstraße 14, im Nebenbau. Mr Küfer. Ein tüchtiger Küfer für Flickarbeit findet dauernde Beschäftigung. 7356 Näheres bei der Exped- d. Bl._________ 7038 Mehrere Herren können Kost und Logis erhalten- E. Harms, Metzger u. Gastwirth, Neustadt 48. Mittwoch den 14. October 1885, 9 Uhr Abends, Monatssitzung. Tagesordnung: Vereinsangclegen- hciten, Unterricht. 7357 Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten.Der Vorstand. 7362 Ein braver Bursche im Alter von 12—16 Jahren wird als Laufbursche gesucht. Näheres Fehsenfeld's Univ -Buchh. (M- Baltz). . 7262 Ein in kaufmännischen schriftlichen Arbeilen bewanderter jüngerer, Mann findet in einem hiesigen Geschäft für kurze Zeit Beschäftigung. Schriftliche Anerbieten unter Nr. 7262 durch die Exped- d- Bl- 7339 Ein junger Kaufmann sucht ein Zimmer als Wohnung und damit verbundene gleichzeitige Verköstigung im Hause. Offerten unter C. 54 vermittelt die Exped- d- Bl-__________ 6952 Es wünscht Jemand in den Abendstunden schriftliche Arbeiten zu über- nehmen- Näheres in der Erped- d- Bl- | Mittagstisch ä 45 Pfennig bei E, Harms, 7040 Metzger und Gastwirth- Stadt-Theater in Giessen. I Mittwoch den 14. October 1885 Novität! Novität! Mau Aspalia. Lustspiel in 4 Acten von Otto Franz G e n s i ch e n- Die Direction. Redcrctiou: A Scheydr. — Druck und Verlag der Brähl'sLen Druckerei (Fr. Chr. Vi et sch) in Gießen. Aurea«: Sch' Betri Der Die Niere eine Gel Die eigene Znch Bon Mr ’N Die K gc- ver KZ110 Iqi; ParjL v S= «** n ^büinten ei W Darmst Mohn haben dahin gehend. Dienstzeit dch dienstlichen Ve durch Mste dadurch entftel haben, als i Lurch bie 8h nun, ba bii L Prüfung beginnt Prüfung um eir Penstonsgehalt jüngeren Colleges die eigentliche 5 und aus diesem wenig Aussicht i in § o aus Wdehnten, tvelc Wrufung be Wksscalen, sc Utlbunden war, c Penstonsgeha von dem gu DsUgm oder i -ehrer ihre erste Spiranten als $ ^halb nicht reck , Nr die j anders. Diesem Wachsen und t Emitkelungs-Ani ** «®ie J ' »«taen Gesede- btt dem ‘ Äbie i> »U