reu. Mete'Uiä ' • - 3.8Q ' » 4.30 * * " 4.95 * n O.40 ' • . 6.30 ' ' * 6.10 ' • » 5.90 " n 4.9ö 1« solid. I r Met« M. 4.75 W * • . 5.40 Sä ' - * 6.35 E !r Meter M. 5.10 " n 6.70 ranco. ^Stoben trifft bis 2mal frisch 2938 Drehes, MIh, Weidig. ihlilgen. zu vermiethen.' ofmann, Wallthor. Zimmer unb Zubehör. 5. in der Exp. b- $1- jernt Dr. Haupt brock meines Hauses is mieten. ßaatnfd* Wü>e. t§ tfainilientyü i Mm- ^pt.t UMiadt 33. ^T”3 Zimier «i Mm im Tarmstäbter M. "Herrn Staatsanmlt ewohnte Logis ist, ptr :u oermicthen. , Bismarckstraße b. -4 Zimmer, pr. l-> Wohnung, allen Wmü» AmbWnmbliit- nsch ouj einO, mwäB- UzuvemM s^Hnielhet mblirtes .^anet, zu vernueM sÄßdms :,,rr.Ttr. aV^lX- W«eL ,.»sS! sivürdlgzu^ D ■ a tz. !yi' ^JjSüS Mr. 111, Erstes Blatt. Donnerstag den 14. Mai 1885 Betreffend: Die Zulassung eingeschriebener Hülfskassen. elger Erscheint tLMch mit UssrraHme des MontagS PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mir Bringecikckn» Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark £>O P57 Bekanntmachung. Die Allgemeine Arbeiter-Kranken- und Sterbekasse zu Steinbach ist als eingeschriebene Hülfskasse zugelaffen morden. Dieselbe entspricht bac Anforderungen des § 75 des Gesetzes vom 15. Juni 1883, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter. Gießen, am 11. Mat 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Ur. Boekmamn. Politische Ueberficht. Gießen, 13. Mai. Von den gegenwärtig in der Reichshauptstadt tagenden parlamentarischen Körperschaften hat der preußische Landtag mit seinem am Samstag erfolgten Schluffe am ersten seine Arbeiten beendigt. Der Schluß der Session war für das Abgeordnetenhaus zugleich derjenige seiner jetzigen Legislaturperiode, welche die Wahlen vom 26. October 1882 inaugurirten; welche Physiognomie die Neuwahlen dem Hause geben werden, sieht dahin. Der Schwerpunkt der Arbeiten des Landtages und speciell des Abgeordnetenhauses in der abgelaufenen Legislaturperiode lag in der Steuerreform; trotzdem ist dieselbe in nur beschränktem Maße durchgesührt worden. Allerdings ist es getan# gen, die beiden untersten Klaffensieuei stufen aüzuschaffen, dafür scheiterte aber das Project einer Capitalrentensteuer und was die Votirung des Antrages Huene durch die conserv.-klerikale Allianz des Abgeordnetenhauses anbelangt, so können alle Gründe, welche die Vertheidiger dieser Finanzmaßregel für dieselbe in's Treffen führten, die schweren Bedenken nicht nieder schlagen, mit denen ein einsichtiger Beur- theiler der Finanzlage in Preußen ihr gegenüber treten muß. Ob das Zusammengehen der Conservativen mit dem Zentrum in dieser wichtigen Frage als ein Zeichen dafür zu betrachten ist, t)a6 beide Parteien auch in der bevorstehenden Wahlcampagne mit einander marschiren werden, läßt sich zwar noch nicht mit Gewißheit behaupten, ist aber mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Jedenfalls hat ein Wahlbündniß der Conservativen mit dem Centrum mehr Wahrscheinliches für sich, als ein solches zwischen Conservativen und Nationalliberalen und die letzteren werden daher gut thun, in der Wahlcampagne sich nur auf ihre eigene Kraft zu verlassen. Die vielventilirte Frage der Sonntagsruhe hat im Reichstage noch kurz vor Schluß der Session zu einer lebhaften Verhandlung geführt. Anlaß hierzu gab das aus der Commission wieder an das Plenum gelangte Arbeiterschutzgesetz, deffen erste Lesung den Reichstag am Samstag beschäftigte und deffen Kernpunkt diejenigen von der klerikal-conservativen Commission befürworteten Bestimmungen bilden, die als § 105a dem ursprünglichen Entwürfe neu eingesügt worden sind. Dieselben schränken die Sonntagsarbeit wesentlich ein; die Gewerbetreibenden können hiernach die Arbeiter zum arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht verpflichten und dürfen dieselben an den genannten Tagen in Fabriken, Werkstätten und bei Bauten nicht beschäftigen. Ebenso dürfen Inhaber von Verkaufsstellen aller Art ihre Gehülsen und Lehrlinge an Sonn- und Feiertagen im Ganzen höchstens 5 Stunden beschäftigen, welche Beschäftigung Hr alle in einem Geschäft Beschäftigten zu gleicher Zeit stattfinden muß. Diese Beschlüsse waren schon in der Commission aus den Widerspruch der Regierungs- Vertreter gestoßen und in der Samstagssitzung des Reichstages war es der Reichskanzler selbst, welcher sich in der entschiedensten Weise gegen die Commissions-Vorschläge erklärte, zu deren Bekämpfung er nicht weniger als fünfmal das Wort ergriff. Man wird ihm in der Meinung nur beipflichten können, daß die Art und Weise, in welcher der Commissions-Entwurf die Sonntagsarbeit beschränkt wissen will, zahlreichen Jndustrieen schweren Schaden bringen, ja, auch die Arbeiter selbst benachtheiligen würde und man kann daher wohl nur Befriedigung darüber empfinden, daß dieser Entwurf als gescheitert be- irachtet werden muß. Allerdings bleibt zu bedauern, daß die Lösung der namentlich im Interesse der Arbeiter so wichtigen Frage der Sonntagsruhe vorläufig wieder auf die lange Bank hinausgeschoben worden ist. Hoffentlich wird aber dem Reichstage in der nächsten Session wieder Gelegenheit gegeben werden, sich mit dieser Frage zu beschäftigen und darf man wohl der Erwartung Ausdruck geben, daß alsdann die Verhandlungen hierüber zu einem befriedigenderen Resultate führen werden, als dies bisher geschehen ist. — Der Schluß des Reichstages noch in dieser Woche steht mit Sicherheit zu Erwarten; ob es gelingen wird, neben der am Montag in Angriff genommenen dritten Berathung der Zolltarif-Novelle noch die anderen Vorlagen, welche dem Reichstage in der letzten Zeit Zugegangen sind — wie der deutsch-russische Aus- itieferungs-Vertrag, der Nachtrags-Etat für verschiedene Baulichkeiten, einige kleinere Handels- und Schifffahrts-Verträge (mit Madagascar, der Transvaal- Republik und dem Königreich Birma) u. s. w. — zu erledigen oder wenigstens m erste Lesung zu nehmen, erscheint sehr fraglich. Was die Zolltarif-Novelle Lnbelangt, so hat sich bekanntlich, die freie wirthschastliche Vereinigung zwischen Ler zweiten und dritten Lesung über verschiedene Modificationen verständigt, Welche auch den Entschlüssen des Bundesrathes entsprechen dürsten und ist nicht W bezweifeln, daß der so modificirte Entwurf die endgültige Zustimmung des Reichstages findet. Die Wahlbewegung anläßlich der Neuwahlen zu den österreichischen Reichsrathswahlen hat in Wien bereits zu turbulenten Scenen geführt Daselbst habe« in voriger Woche in mehreren Wahlbezirken, so besonders im dritten, stürmische Wähler-Versammlungen stattgesunden, in denen die zwischen den Liberalen, den Antisemiten und den Demokraten bestehenden Gegensätze scharf aufeinanderstießen. Diese Vorgänge geben einen Vorgeschmack von den heißen Kämpfen, welche an den Wahltagen selbst stattsinden werden, wenngleich dieser Ausdruck nur bildlich zu nehmen ist. Es scheint nicht unmöglich, daß es einer eventuellen Coalition der Antisemiten und Demokraten gelingen wird, den Liberalen dieses oder jenes Wiener Mandat zu entreißen, wenn die deutsch-national gesinnten Wähler der österreichischen Hauptstadt nicht fest zusammenstehen. Die Aussichten aus eine rasche und endgültige Verständigung zwischen China und Frankreich gestalten sich mit jedem Tage günstiger. Wie ein Reuterffches Telegramm aus Tientsin berichtet, erfolgt der Meinungs-Austausch zwischen Paris und Peking auf Grundlage des Fournier'schen Memorandums. Der französische Gesandte Patenotre hat in Peking sein Beglaubigungs-Schreiben überreichen lassen. Alle Zölle in Tongking sollen öprocenlige aävalorem - Zölle sein. — Hassan Fehmi, der außerordentliche türkische Botschafter in London, weilt zur Stunde in Paris, wohin er am Sonntag mit seinem Gefolge von Landon abgereist war. Ob der Specialgesandte des Sultans von der französischen Hauptstadt wieder nach London zurückreisen oder die Heimreise nach Kon- stautmopel antreten wird, ist noch unbekannt. Ebenso weiß man noch nichts Näheres darüber, welche Mission ihn nach Paris geführt hat. Ueber den Ausfall der spanischen Gemeinderathswahlen sind nun endlich genauere Daten bekannt geworden. In Madrid wurden 19 Oppositions-Candidaten, welche 12,900 Stimmen auf sich vereinigten, und 6 ministerielle Candidaten gewählt, auf welche 8613 Stimmen fielen. Unter den Erwählten befinden sich die hervorragendsten Führer der liberalen Parteien: Sagasta, Moret, Castelar, Figuerola, Bacera, Py y Margal. Auch aus der Provinz kommen gute Nachrichten für die vereinigte Opposition, namentlich in Arragonien und Catalonien, außerdem sind in den meisten großen Städten die oppositionellen Candidaten durchgedrungen; nur im Süden des Königreiches, wo die Wähler größere Apathie zeigten, haben die ministeriellen Listen gesiegt. Ueber die Absichten des Ministeriums verlautet nichts; dagegen haben Castelar und Moret in Ansprachen erklärt, die Coalition werde in ihren Anstrengungen, der liberalen Sache zum Sieg zu verhelfen, unermüdlich fortsahren. Die englischeOpposition hat mit ihrem im Unterhause eingebrachten Antrag, den Elf - Millionen - Credit zu verweigern, falls die Regierung Über die Verwendung desselben keinen genügenden Ausschluß ertheile, einen neuen parlamentarischen Feldzug gegen Gladstone eröffnet. Es gehörte indessen keine große Prophetengabe dazu, um eine abermalige Niederlage der Oopposition vorauszusagen, denn der englische Premier hat sich bis jetzt den Tories auf dem parlamentarischen Felde noch jedesmal „über" gezeigt und den Sieg bekanntlich schon unter sehr schwierigeren Umständen erfochten. Das „Journal de St. Pöters- bourg" meint auch in einer Besprechung dieses neuesten Schachzuges der englischen Opposition, daß Gladstone diese parlamentarischen Kämpfe liebe, welche ihn zu verjüngen schienen und giebt der Muthmaßung Raum, daß Gladstone bei der Berathung des conservativen Antrages seinen Gegnern wie seinen Freunden eine neue Ueberraschung bereiten werde. Oesterreich. Wien, 12. Mai. Das Präsidium des Krakauer Landesgerichts wurde durch ein ministerielles Rescript davor gewarnt, aus Amerika ankommende Briese in Trauer-Couverts anzunehmen, weil dieselben von Anarchisten an europäische Behörden geschickt würden und beim Oeffnen explodiren. — Die Mel- dungm, daß in der Suezkanal-Commission auch die Neutralisirung und eventuelle Überwachung der Meerengen besprochen wurde, werden hier entschieden bementirt. (Fr. Ztg.) Iiußkand. — Der vom Kaiser genehmigte Reichsrathsbeschluß, betr. die Einführung bet russischen Unterrichtssprache in sämmtlichen Elementarschulen des Königreichs Polen ist nunmehr im Gesetzblatte publicirt worden. — Im Lause des Monats Mai werden, wie man der „Polit. Corresp." aus Warschau meldet, die bestehenden Grenzwachtposten längs der österreichischen und preußischen Grenze verstärkt unb einige neue Posten eingeführt werden; die dadurch bedingte Vermehrung, der Grenzollwache wird gegen 6000 Mann betragen. Petersburg, 12. Mai. Der „Regier.-Anz." veröffentlicht einen, weitere Details enthaltenden, aus Taschkepri vom 30. März er. datirten Rapport des Generals Komaroff über das Gefecht am Kuschk-Flusse, wonach von russt- schen Truppen 1 Bataillon Linientruppen, 4 Geschütze, 3 Sotnien Kosaken, 1 Sotnie turkmenischer Miliz und 4 Schützen-Compagnien am Gefechte theilge- nommen haben. Die Russen erbeuteten 2 afghanische Fahnen, welche durch Zakrschewsky nach Petersburg gesandt worden sind, machten aber nur 14 Gefangene , darunter 7 Verwundete, weil sie die fliehenden Afghanen nicht verfolgten. General Komaroff schätzt die Anzahl der Todten bei den Afghanen auf mehr als 500, darunter 4 Officiere; der Anführer der afghanischen Truppen, Saib Salar, solle verwundet sein. E. R. Berlin, 12. Mai. ^Reichstag.) Der Reichstag genehmigte heute in erster und zweiter Lesung ohne wesentliche Discussion den Freundschafts-und Handelsvertrag mit der Südafrikanischen Republik; die Convention mit dem König von Birma und den Vertrag mit Belgien wegen Bestrafung von Jagd-, Forst- und Fischereifrevel auf den beiderseitigen Gebieten. Die Berathung der Convention mit Madagaskar gab dem Abg. Richter Anlaß, vor dem gesundheitsgefährlichen Klima dieses Landes zu warnen und bot eine erwünschte Gelegenheit, dem verstorbenen Generalconsul Dr. Nachtigal einige ehrende Worte des Andenkens nachzurufen, denen sich seitens der Reichsregierung Geh. Rath v. Kusserow anschloß. Von der Zolltarifnovelle wurden in dritter Berathung die restlichen Positionen Getreide und andere Erzeugnisse des Landbaues erledigt und zwar durchweg unter Annahme der von der Freien Vereinigung vorgeschlagenen Anträge. Der Haferzoll wurde von 1 X der zweiten Lesung auf 1,50 X erhöht, für Buchweizen verbleibt es, .-ebenso wie für Hülsenfrüchte, bei dem in zweiter Berathung beschlossenen Zoll von 1 x Für Gerste wurde die Zollerhöhung bis auf 1,50 X in namentlicher Abstimmung mit 206 gegen 135 Stimmen angenommen, und mit gleicher Majorität der dem entsprechende Zollsatz für Malz, der bisher 1,20 X gewesen war, von 2,40 X auf 3 X erhöht. Dem Antrag Frege gemäß wurden die Zollsätze für Raps, Rübsen und andere Oelfrüchte von 2 X beibehalten, jedoch im Interesse des überseeischen Importes für Leinsaat, Baumwollensaat, Palmkerne und Copra Zollfreiheit beschlossen. Für die einzelnen Positionen bei Oel wurden die bisher angenommenen Zollsätze zumeist beibehalten, nur Speiseöl mit einer Erhöhung von 8 X auf 10 X bedacht. Eine Aenderung der Position denaturirtes Olivenöl wurde mit Rücksicht auf den spanischen Vertrag nicht vorgenommen, so daß den nicht meistbegünstigten Nationen gegenüber der in zweiter Lesung fixirte Zollsatz von 2 X zur Anwendung kommt. Für Mais hat der Zoll bisher 0,50 X betragen; nach längerer eingehender Commissions- berathung war es gelungen, in zweiter Berathung die aus dem Hause beantragte Erhöhung abzuwenden, doch heute waren alle dagegen geltend gemachten Gründe vergessen, denn die Zollerhöhung auf 1 X wurde aufs Neue beantragt und auch mit 156 Stimmen gegen 152" angenommen. Für Anis, Koriander, Fenchel und Kümmel bleibt es bei dem bisherigen Zollsätze von 3 X Für morgen hat man eine achtstündige Sitzung in Aussicht genommen und deren Beginn auf zehn Uhr angesetzt, doch ist es sehr zweifelhaft, ob das ganze Be- rathungsmaterial, zu dem auch Wahlprüfungen und der spanische Handelsvertrag gehören, in dieser Zeit wird bewältigt werden können. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Eorrefporr-errz» Bureau. Berlin, 12. Mai. Dem Vernehmen nach wird der Unterstaatssecretär Busch demnächst den Gesandtschaftsposten in Bukarest, Graf Saurma den Gesandtschaftsposten in Haag übernehmen. Der Gesandte in Darmstadt, Stumm, geht demnächst in außerordentlicher Mission nach Kopenhagen. ' — Der „Nationalzeitung" zufolge antwortete der Reichskanzler beim Frühschoppen auf die Frage Windthorst's, ob der Reichskanzler auf die Verhandlung des Ausliefernngsverlrags mit Rußland großen Werth lege, daß er auf Annahme des Vertrags allerdings großen Werth lege. — Der Schluß des Reichstages wird nach Äußerungen des Fürsten Bismarck für den Samstag erwartet. — Der heutigen geselligen Vereinigung bei dem Reichskanzler wohnten weit über dreihundert Personen bei. Die Mitglieder des Bundesraths, die Staatsminister und Reichstagsabgeordnete waren zahlreich erschienen, von ersteren u. A. Graf Lerchen- seld, Heerwarth, Puttkamer, Scholz, Maybach, Friedberg, Bronsart, von letzteren die Conservativen fast vollständig; auch von den Nationalliberalen fehlten wenige, vom Centrum waren u. A. Frankenstein und Windthorst anwesend, mit welchen sich der Reichskanzler längere Zeit unterhielt. Von den Deutsch-Freisinnigen bemerkte man den Vicepräsidenten Hoffmann. Der Fürst und die Fürstin Bismarck, die Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck, Graf und Gräfin Rantzau machten in liebenswürdigster Weise die Honneurs. Die Unterhaltung gestaltete sich sehr lebhaft und trug einen durchaus zwanglosen Character. In einem Nebenraume concertirte die Kapelle des zweiten Garde-Regiments. Königsberg, 12. Mai. Der Präsident des hiesigen Oberlandesgerichts, Kanzler des Königreichs Preußen und Kronsyndikus Dr. v. Goßler, ist gestern Abend gestorben. Bern, 12. Mai. Die englische Gesandtschaft theilte dem Bundesrathe mit, daß die „Commercial Cabel Company" dem internationalen Telegraphen - Vertrag beigetreten sei. — Der Bundesrath beantragt bei der Bundesversammlung den Beitritt der Schweiz zu dem am Weltpostcongreß in Lissabon abgeschlossenen Uebereinkommen. London, 12. Mai. Das Oberhaus nahm in dritter Lesung die Bill, betreffend den Bau eines schiffbaren Canals nach Manchester, an. Salisbury weist Gladstone's Beschuldigungen zurück, daß er (Salisbury) in seiner jüngsten Rede die russische Regierung als schwindelhaft und bankerott bezeichnet habe; er habe nur gesagt, es mache keinen Unterschied, ob Jemand ein Versprechen absichtlich oder aus Unfähigkeit, es zu chalten, bricht, und dies durch commercielle Ausdrücke illustrirt. Granville ist erfreut, 'daß Salisbury die Deutung desavouirt, aber seine Rede berechtige zu der ihr von Gladstone und Trevelyan gegebenen Deutung- — Das Oberhaus nahm ferner die Bill über die internationale unterseeische Kübel-Convention in zweiter Lesung an. Kim- Lerley erklärte, es sei irrig, zu vermuthen, daß die Regierung beabsichtige, Afghanistan neutrale Zone zu behalten. Die Regierung stimme der Ansicht Argylls bei, daß zur Verteidigung Indiens die vorgeschobenen Posten nicht zu weit von Englands Basis entfernt sein dürfen. Während der Verwaltung Indiens durch Ripon seien sorgfältige Pläne für die Grenzvertheidigung ausgearbeitet worden, die jetzt genehmigt seien. Es werde auch die Errichtung einiger bedeutenderen Festungen an der afghanischen Grenzlinie erwogen. England müsse im Nothfalle die Offensive ergreifen können, doch sei es eine sehr gefährliche Politik, Herat zu einer englischen Festung zu machen. - Granville hält die gegenwärtige Diskussion über die afghanische Frage für sehr angezeigt unb werthvoll, weil sie den Indiern beweise, daß ganz England einig sie gegen sede Gefahr vertheidigen werde. Das Unterhaus verwarf mit 280 gegen 258 Stimmen den erneuerten Antrag Lope's, die Kosten der Wählerlisten aus der Reichskasse, anstatt als Localsteuer zu 'bestreiten, nachdem Gladstone erklärte, dies erhöhe die Beisteuer aus der Reichskasse für Jrlanb auf 15,000, für England auf 40,000 Pfd. Sterl. — Der zu der afghanischen Grenzregulirungs-Commission gehörige Commi ssar Steffen ist Nachmittags hier eingetroffen. — Unterhaus. Gladstone erklärte, Staal habe die Befürchtung geäußert, daß seine (Glabstone's) und Granville's gestrige Mittheilungen die Meinung erwecken tonnten, totaal und Lessar hätten als formell Bevollmächtigte verhandelt. Gladstone gibt zu, daß das von ihm gebrauchte Wort „Ratification" nur in Bezug auf den Ver- trag anwendbar sei, er hätte daher sagen sollen, totaal habe die Billigung seiner Regierung nachgesucht. Staal habe Granville folgende Darstellung des Sachverhalts übermittelt: Granville, Kimberley, Lessar und ich sind über den Entwurf eines Abkommens hinsichtlich der Absteckung der afghanischen Grenze übereingekommen. Ich habe den Entwurf nach Petersburg zur Genehmigung übersandt und das Gesuch um Genehmigung unterstützt. Gladstone fügte hinzu, er könne nicht sagen, daß noch irgend ein streitiger Punkt bestehe, die verhandelnden Personen hätten ein Uebereinkommen getroffen, die Entscheidung aber der russischen Regierung vorbehalten. Childers theilte mit, von dem Credit seien bereits 7^ Millionen theils verausgabt, thcils zur Deckung eingegangener Verpflichtungen bestimmt; außerdem würden wahrscheinlich noch drei- oiertel Millionen für Suakim und die Nilexpebition erforderlich sein. — Das Unterhaus verwarf mit 281 gegen 99 Stimmen in der zweiten Lesung die von der Regierung bekämpfte Canal-Tunnel-Bill. London, 12. Mai. Unterhaus. Im Fortgang der Sitzung wurde der zu dem Elfmillionencredit von Northcote angekündigte, von Hamilton eingebrachte Antrag der Opposition mit 290 gegen 260 Stimmen abgelehnt und die Bill über die Flüssigmachung des geforderten Credits in zweiter Lesung genehmigt. Bei der Berathung hatte Gladstone erklärt, die Opposition stütze ihren Angriff gegen die Negierung auf die hinfällige Vermuthung, daß England Rußland gegenüber in allen Punkten nach- gegeben habe, der Schriftwechsel, welchen er dem Parlamente gegen Ende der Woche vorzulegen gedenke, werde das Gegentheil beweisen. Bei der ernsten Rede, die er bei Einbringung der Creditvorlage am 27. v. M. gehalten, habe er die Besorgniß gehegt, daß die von der Regierung angestrebten Ziele kaum zu erreichen sein dürften, seine zuversichtlichere Rede am daraus folgenden Montag, den 4. Mai, fei erfolgt, als jene Ziele erreicht gewesen seien. Die Wahlbezirksbill wurde mit 116 gegen 33 Stimmen in dritter Lesung angenommen. Simla, 12. Mai. sMeldung des Reuter'schen Bureaus.) Oberst Stewart und ein anderer britischer Osficier werden sich nach Herat begeben, um dem Emir bezüglich der Befestigung Herats Rath zu ertheilen. UniverfitätS - Chronik. — Aus Baden schreibt man: Unsere beiden Universitätsstädte Heidelberg und Freiburg erfreuen sich eines guten Besuches des Sommersemesters, aber Heidelberg scheint allmählich dauernd von Freiburg an Besuch überholt zu werden. Gewiß gehört es zu den Seltenheiten, daß, wie dies jetzt in Freiburg geschehen, Senat und Stadtrath an die Bürgerschaft dringende Aufforderungen zum Angebot von Studenten- wohmmgen erlassen müssen, weil das Angebot die Nachfrage durchaus nicht deckt und Studenten wegen Wohnungsmangel sich zur Abreise genöthigt sehen. — Das deutsche archäologische Institut hat denPrivatdocenten an der Wiener Universität, Dr. v. Lnschan, zum correspondirenden Mitgliede ernannt. — Professor H. Grimm in Berlin ist aus Rücksichten für seine Gesundheit veranlaßt, für das laufende Semester seine kunstgeschichtlichen Vorlesungen einzustellen. — Die durch den Staatshaushalts-Etat für das Jahr vom 1. April 1885/86 begründete Ersatzprofessur in der medicinischen Fakultät der Universität Greifswald ist dem ordentlichen Professor Dr. Sommer daselbst und die bei der Universität zu Berlin begründete außerordentliche Professur der physikalischen Physiologie dem außerordentlichen Professor Dr. Arthur Christiani daselbst verliehen morden. — Der Professor der evangelischen Theologie Dr. Bredenkamp in Greifswald, welcher seit vorigem Jahre an einer unheilbaren Krankheit litt, brachte sich am 4. d. M. Schnitte am Halse bei und öffnete die Pulsadern, so daß alsbald der Tod durch Verblutung eintrat. — Privatdocent Dr. Pietsch in Kiel ist als außerordentlicher Professor in die philosophische Fakultät zu Greifswald berufen woredn und wird demnächst seine Vorlesungen beginnen. Eine Arbeiter-Colonie in der Provinz Gberhessen. (Von unserem Frankfurter Correspondenten.) 0. K. Fankfurt a. M., den 12. Mai. Wenn man den Versicherungen vieler Menschen Glauben schenken will, dann ist die Zeit, in der wir leben, eigentlich eine recht schlechte. Viel namenloses Elend hat besonders im Arbeiterstande Platz gegriffen, dem mit allen Kräften zu steuern eine moralische Pflicht nicht nur der sogen, „oberen Zehntausend", sondern überhaupt aller Menschen ist, denen ein fühlendes Herz im Busen schlägt und die vor Allem — etwas zu verschenken haben. Wir leben ja im Zeitalter der Humanität, das beweisen allein schon die Bestrebungen so vieler Vereine, die es sich zum Prinzip gemacht haben, helfend und unterstützend einzuspringen wo es noth thut. Niemanb wird leugnen wollen, daß in Deutschland allerorten das Vagabundenthnm im Verlaufe langer Jahre zu einer wahrhaft beängstigenden Ausdehnung gelangt ist, deren Folgen unabsehbar sind, wenn ihnen nicht ein energisches Halt geboten wird. Aus welche Weise dies aber zu geschehen habe, dies lehren die von dem berühmten Pastor Bodelschwingh in's Leben gerufenen Arbeiter-Colonieen. Die Errichtung eines solchen Instituts in Oberhessen ist nun gestern hier vom „Verein zur Beschäftigung Arbeitsloser^ beschlossen worden und das Gut „Neu-Ulrichstein" wurde mit großer Majorität als Stätte dieses neuen humanen Unternehmens gewählt. Wo liegt „Neu-Ulrichstein Ich nehme es dem Leser durchaus nicht übel, wenn er selbst mit Zuhülfeuahme aller ihm nur eben bekannten geographischen Werke unb Atlanten Neu-Ulrichstein nicht findet. Ich weiß es wahrscheinlich auch nur aus dem einen triftigen Grunde, weil eine halbe Stunde von Neu-Ulrichstein entfernt mein Elternhaus steht. Verläßt man das Städtchen Homberg a. d. Ohm in der Richtung Alsfeld und folgt der Heerstraße, so wird man nach kurzer Wairderung in dem Dörfchen Appenrod ankommen. Oberhalb Appenrod erhebt sich eine mäßige Anhöhe und auf dieser ist, nicht eben sehr malerisch, das Gut Neu-Ulrichstein gelegen. Es bietet sich dem Auge des Beschaucrtz ein ziemlich ausgedehnter Gebäude-Complex dar; aber die einzelnen Gebäude sind leider in einem Zustand, der in manchen Punkten an die sogenannten „Güter" verflossener märkischer Krautjunker ohne bemerkenswerthes Kleingeld erinnert. Klappernde Ziege! auf morschen Sparren, hier und da zerbröckelte Mauern, deren Bewurf schon längjt illusorisch und befecte Fensterscheiben vereinigen sich zu einem nicht gerabe anheimelnden Trio. Zieht man aber in Betracht, baß ber Verein^namhafte Mittel zur Restaurirung ber Gebäulichkeiten aufzuwenben Willens und im Stande ist, so schwindet dieses Ve- benfen, bas währenb ber Discussion ber gestrigen Generalversammlung von zwei Mü- gliebern bes Vereins wohl in etwas allzu pessimistischer Weise geltend gemacht wurde. Das Gut ist eine Domäne unb steht als solche unter ber besonderen Aufsicht des Großh. Ministeriums der Finanzen, welches, weil sich diese Maßregel als unabwendbar erwiesen, die Aufsicht in der Bewirthschaftung rmd Verwaltung Seitens des dermaligen Pächters, Herrn Schade, dem Großh. Hessischen Oderförster Herrn Johann >iarl Koch zu Maulbach übergeben hat. Der Pachtvertrag geht bis 1891, doch hat sich ber Pächter in Uebereinstimmu'ng mit ber Lanbesregierung erbötig gezeigt, am 1. Juli er. seine Rechte auf ben obengenannten Frankfurter Verein übergehen zu lassen. Trotz ber berührten, anerkannten unb auch nicht hinwegzuleugnenben Mange!, welche bas Gut Neu-Ulrichstein in mehr als einer Beziehling aufweist, erschien es einer vom Verein zur Beschäftigung Arbeitsloser ernannten Commission von 32 Mitgliedern als das Passendste im Vergleich mit anderen zum Ankauf ober zur Pachtung vorge schlagenen unb offerirten Gütern. In ber Discussion sprach Herr Heller, bas einzige BUtglieb ber Commission, welches sich schon in früheren Persammlungei^ gegen Reu- Ulrichstein ausgesprochen, auch gestern reicher aufs Lebhafteste gegen bie Pachtung ded Hofes, besten verwahrlosten Zustanb er in ben grellsten Farben schilbert. Die vor: herrschenben klimatischen Verhältirisse seien berart, baß es eine Grausamkeit (?) wäre, Menschen borthin bringen zu wollen. (Herr Heller scheint bic auf ^eu-Ulrichstem und in ber Umgegenb seßhaften Bewohner für feine Menschen zu halten!) Es beftebe dci ber bärtigen Bevölkerung ein Sprüchwort: „Zu einer Kappe ^gehören brci Manuel, Einer, ber sie aufsetzt, unb Zwei, die sie festhalten!" (Dem Schreiber diesec., .dessen engere Heimat, wie gesagt, dieses deutsche Sibirien ist, ist von der Exrltenz eines lolcher Sprüchwortes absolut nichts bekannt!) Außerdem sei die Jnpachtnahme des Gutes Neu-Ulrichstein auch in füranzieller Beziehung durchaus nicht rathllch. Rach serne (des Herrrr Heller) Berechnung erfordere die Jnstandhalturrg des Gutes japrlt 36000 X Dagegen ständen, hochgeschätzt, 18000 X Einnahmen, der Ertrag ses z gesagter Zuschüsse Seitens der Großh. Hessischen Regierung und das Ergebmtz so z - setzender Sammlungen. — In seiner Erwiderung verlas ber Praydent der zeiiai ssW e. sichw'K, *n. ,mein, da 9 etwa unbekannt. E-n Gießen, 8*fe di- Bn-M« PrabkflM a*efll V tofcn, 12-® «fetal im Ä“' Äueri* «d toitn, di- sich ** lS. M- wir in M.109 6- tzafä Leib.__ Darmstadt, 8.' fiiben wir im Sprechsal Heilung: Da es im al mrthschaMen Enquet an uns gesichtete Ansra lliirthschaftlichen Enquet bie Feststellung der ®n Instruction und die Al für die weiteren Erheb Erhebungen stattfinden Die Arbeiten dieser ers Abemals stell zeiMatt vom Heut seines Stiessohnes $ M zahlen. Als B Wel bin ify verpf t#en unb aüe ßieje M August W fc, Hefe ic. bezöge Pvschel, achnsosi pudern, bei Me Carator der A gleichwie ich auch Pöschel'schen G nehme. - Ob Herr Edua Verwalter ansah, « * W «st, na< M nichts aoqc n'cht anzunehme ~ 6s handelt sich Summen, wie sie w Er persönlich 3701 i /1 I ung ein Gutachten eines Vogelsberger Oekonomen, aus dessen Inhalt klar und deutlich hervorgeht, daß das Gut allerdings sehr heruntergekommen, der Boden auch kein übermäßig guter sei, daß indessen bei gründlicher Bewirthschaftung ein immerhin lohnender Ertrag erzielt werden könne. Um den zwecklosen Discussionen ein Ende zu machen, schritt man zur Abstimmung und es ergab dieselbe ein für die Wahl Neu-Ulrichstein's sehr günstiges Resultat, indem etwa vier Fünftel der anwesenden Vereinsmitglieder für dieses Gut stimmten. Die Uebergabe erfolgt, wie bereits bemerkt, am 1. Juli d. I. Städte Heibelbm Nemklters, aber HM E zu werden. Gech geschehen, Senat uni. "gebot von Studenten-, urchaus nicht deckt und eben. centen an der Wiener ernannt. n für seine Gesundheit chen Vorlesungen ein- ' vom 1. April 1885/86 nversitül Greifswald bei der Univerfitat jn tfeben Physiologie bem. erliefen worden. denkamp in Greist BermischteS. Darmstadt, 8. Mai. Die Erhebung einer landwirthschaftlichen Enquete betr. finden wir im Sprechfal der „Landw. Zeitschrift f. d. Gr. Hessen" nachstehende Mittheilung: Da es im allgemeinen Interesse liegend erscheint, über die Lage der land- wirthschaftlichen Enquete etwas bekannt zu geben, so glauben wir uns veranlaßt, eine an uns gerichtete Anfrage wie nachstehend zu beantworten. Die Arbeiten der landwirthschaftlichen Enquete zerfallen in drei Abtheilungen. In die erste Abtheilung gehört die Feststellung der Grundsätze für die Ausführung der Enquete, die Abfassung einer Instruction und die Ausführung einer Erhebung in einem Orte, welche als Muster für die weiteren Erhebungen dienen kann, ferner die Wahl der Orte, in denen die Erhebungen stattfinden sollen und die Wahl der Commissäre für die Erhebungen selbst. Die Arbeiten dieser ersten Abtheilung wurden im Juni v. I. beendet und mag hierzu x-gj 'Mi;* en. », thcKl' M jein. ' N brti: Un9 mürbe ber»k »s * Siebe, t StzLZ ' lei Mgt, a(§ je5t dritter Lesung flll: L Cbcrft gfewart M m bcm Emir bezüglich Lokales. G. Gießen, 13. Mai. (/Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl der Todesfälle vermehrte sich in der Woche vom 3. bis 9. Mai wieder um, einige, es waren deren im Ganzen 10 zu verzeichnen und zwar 5 bei Kindern, 5 bei Erwachsenen. In den ersten Lebensmonaten starben 3 Kinder, eins an allgemeiner Abzehrung, eins an Blausucht, bei einem, das nicht ärztlich beobachtet worden war, blieb die Todesursache unbekannt. Von 2 etwas älteren Kindern erlag das eine der Lungenschwindsucht, das andere Krämpfen. Bei den erwachsenen Personen war Todesursache: Altersschwäche, . Rückenmarkentzündung, Bronchienentzündung', Lungenschwindsucht je einmal. Ein Mann, der auswärts in einem Bergwerke verschüttet worden war, erlag hier den erlittenen Verletzungen. Gießen, 13. Mai. Sonntag den 17. ds., Morgens 6 Uhr. lassen am hiesigen Bahnhöfe die Brieftaubenzüchter-Vereine von Eöln und Deutz ihre Brieftauben zum Probefluge auffliegen. Freunde dieses Sports machen wir hierauf aufmerksam. Gießen, 12. Mai. Im Kreise Gießen haben sich 43 Gemeinden veranlaßt gesehen, im verflossenen Winter eine Verminderung der Sperlinge anzuordnen. Es sind in Folge dessen etwas über 14 500 Stück getödtet worden. Neuerdings wird von den Landwirthen auch über erheblichen Schaden durch Raben, die sich ebenfalls stark vermehrt haben, geklagt. Gießen, 13. Mai. Die theologische Conferenz tagt nicht am 4. Juni, wie wir in Nr. 109 d. Bl. berichteten, im (Safe Ebel, sondern im großen Saale des Casö Leib. bemerkt werden, daß diese Arbeiten nicht gerade so leicht waren, wie man vielleicht vielfach anzunehmen geneigt sein mag, weil im Laufe der Vorarbeiten die Ueberzeugung gewonnen wurde, daß die Erhebungen nicht ganz nach dem vorgesehenen Beispiel der badischen Enquete gemacht werden konnten, daß vielmehr zur Erlangung durchaus zuverlässiger Resultate und möglichst einfacher, durchsichtiger Darstellungen mannigfache, nicht unwesentliche Abweichungen von jener geboten erschienen, ohne daß hieraus für die badische Enquete ein Vorwurf entstehen soll. Seit Ende Juni v. I. befinden sich nunmehr die Arbeiten der Enquete in ihrer zweiten Abtheilung, indem die Commissäre mit den ihnen übertragenen Erhebungen beschäftigt sind. Von den 25 in Aussicht genommenen Erhebungen sind z. Z. sechs vollständig fertig und dürfte es nach den, vorliegenden Erfahrungen wohl noch bis zum Herbst d. I. währen, bis alle Commissäre ihre Arbeiten vollständig abgeliefert haben, woraus man wird entnehmen dürfen, daß die Herren Commissäre, welche ihre Aufgabe ja immer neben ihren Privatgeschäften erfüllen müssen, mit nicht1 unbedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Nach Vollendung dieser Arbeiten tritt die Enquete in die dritte Abtheilung, die Erhebungen werden im Einzelnen nochmals durchgegangen und gedruckt und folgt hierauf die kritische Bearbeitung des eingelieferten Materials mit der Darlegung der Resultate der' Enquete, was als der schwierigste Theil der Arbeiten zu bezeichnen sein dürfte. Für die Ausführung desselben wird der nächste Winter benutzt werden müssen. Wenn vielleicht hier und da angenommen wurde, daß die Enquete mehr hätte gefördert werden können, so wird man aus den vorstehenden Darstellungen entnehmen, daß die Dauer der Enquete fast ausschließlich davon abhängig ist, wie lange Zeit die Herren Commissäre zur Ausführung ihrer Arbeiten bedürfen. Frankfurt a. M., 9. Mai. Wie verlautet, ist die Untersuchung gegen Julius Lieske von Zossen, Kreis Teltow bei Berlin, wegen Ermordung des Polizeirathes Dr. Numpff geschlossen und die Anklage Seitens des Staatsanwalts^erhoben worden. Ende Juni soll das Schwurgericht zusammentreten, um über diesen Fall, den einzigen der Sefsion, zu verhandeln. Wie in früheren Senfationsprocessen, so wird auch dieses Mal der Eintritt für das Publikum beschränkt sein und durch Ausgabe von Karten controlirt werden. Einige größere auswärtige Zeitungen sollen schon Anfragen wegen der Zulassimg besonderer hierher zu schickender Correspondenten an die hiesigen Behörden gerichtet haben. — lieber ein Brandunglück in Brooklyn wird der Times vom 5. d. Mts. berichtet: „Die Abbott-Gebäude in Staate - Street, welche als Seifenfabrik benutzt werden, find neuerdings ausgebessert worden. Während man die Fundamente untersuchte, wurden die oberen Mauern durch Balken von außen gestützt und der Geschäftsbetrieb wurde inzwischen von etwa 200 Arbeitern, meistentheils weiblichen Geschlechts, fortgesetzt. Heute früh um 9 Uhr gaben die Stützen nach und ein Theil des Gebäudes stürzte ein, infolge dessen die Feueressen der Fabrik die Trümmer in Brand steckten. Alsbald trat ein fürchterlicher Schrecken ein und Frauen und Mädchen sprangen in ihrer Angst aus den Fenstern. Die unverzüglich erschienene Feuerwehr konnte nicht verhindern, daß noch andere Mauern einstürzten und in ihrem Falle mehrere Personen begruben. Als getödtet werden deren 15 gemeldet und 20 sollen Verletzungen davongetragen haben, während viele der aus den Fenstern gesprungenen Arbeiterinnen gleichfalls mehr oder weniger verletzt wurden. Das Unglück hat große Aufregung verursacht." Allgemeiner Anzeiger empfiehlt sich zu Anlagen von 1820 3701 in 9 Tage« A Koeb 3708 und dessen Agenten beit litt, brachte sich am so baß alsbald der N mlicher Professor in dir ub demnächst scmeVor- Abermals stellt Herr Eduard Pöschel dahier, und zwar im Anzeigeblatt vom Heutigen, die Behauptung öffentlich auf, die auf den Namen seines Stiefsohnes August Pöschel ausstehenden Gelder seien an ihn zu zahlen. Als Verwalter der Concursmasse des flüchtig gewordenen August Pöschel bin ich verpflichtet, hiergegen nochmals alsbald nachdrücklichst zu pro- testiren und alle Diejenigen, welche aus dem lediglich unter dem Namen des August Pöschel bekannten Bierbrauereigeschäft dahier Bier, Hefe rc. bezogen haben, überhaupt alle Schuldner des August Löschet, aufzufordern, ihre Zahlungen nicht an Herrn Eduard Pöschel, sondern, bei Meidung doppelter Zahlung, nur an mich, den Curator der August Pöschel'schen Coneursmaffe, abzuführen, gleichwie ich auch sämmtliche Biervorräthe u. dgl. des August Pöschel'schen Geschäfts für die Concursmasse desselben in Anspruch nehme. — Ob Herr Eduard Pöschel, wie er sagt, den August Pöschel als seinen Verwalter ansah, wird die Schuldner des August Pöschel, denen solches jetzt erst, nach ausgebrochenem Coneurse, mitzntheilen gesucht wird, nichts angehen, ist jedoch auch, nach Allem was vorliegt, absolut nicht anzunehmen. Es handelt sich, was die Passiven des August Pöschel anlangt, um große Summen, wie sie von sorgsamen Geschäftsleuten einem bloßen Brauerei-Verwalter persönlich nicht creditirt zu werden pflegen, und ferner um die Frage, ob Herrn Eduard Pöschel jetzt das Recht zusteht, nach seinem Belieben den einen Theil der Schulden des August Pöschel, den er nicht für „Geschäftsschulden" erklärt, kurzer Hand von der seinem Sohne zur Ver- sügung gestandenen Vermögensmaffe abzuschütteln. — Gießen, den 13. Mai 1885. ÄDie Modenwelt. Jllustrirte Zeitung für Toilette' und Handarbeiten- Alle 14 Tage eine Nummer. Preis vierteljährlich JL 1,25 = 75 Kr. Jährlich erscheinen: 24 Nummern mit Toiletten u-Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be- : das ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche für Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bett- und Tischwäsche 2c-, wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und etwa 400 Mufter-Vorzeichnungen für Weiß- und Buntstickerei, Namens- Chiffren 2C. Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Post- anstalten. — Probe-Nummern gratis und franko durch die Expedition, Berlin W. Potsdamer-Straße 38; Wien I, Opern- gasse 3. machen. Näheres bei dem General-Agenten Ohr. Emil Dersekow. Offenbach a, M., Der Concursverwalter: Rcchtsauwalt F. Barth. Liebigstraße 9. Fortsetzung und Schluß der Versteigerung des Nachlasses der Fräulein Anna Münch. Freitag den 15. Mai d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen Ludw i gsstr aß e 57 die zu obigem Nachlaß gehörigen Gegenstände, namentlich mehrere vollständige gute Betten, Kleiderschrank, Ausziehtisch, 1 Bügelofen wit 4 Plättchen, verschiedenes Weißzeug, Puppenstuben und Küchen, Bücher, Schellenzuge, Holz, Steinkohlen, Wein la Flaschen und sonstige Gegenstände versteigert werden. Nlj. Der Kaffenschrant kommt nochmals zur Bersteigerung. 3702 Jeilgeöotenes. Prima ftepfelwein empfiehlt 3708 E Roth, Wallthorstraße 5, Hamburg. Fischhandlung. Hechte, gewässerter Stockfisch lebende Krebse geräuchert. Hamburger Störfleisch Caviar, Sardellen, Anchovis, Rollmöpse, Sardinen, Apetit-Sild, Deli- cateß-Heringe Lachssorellen, Lachsbücklinge Apfelsinen, das Dutzend 85 Pfg. Cocos-Rüsse ä 50 Pfg. empfiehlt Mhchn. n.) , K, bm 12. Mi. 1; schenken will, bam' I wMM M Mm zu Nern dnt ionbem übchufl * | bie nor Allein-M j .tat, das beweiitn to v Prinzip gemacht habens Niemand wirb W* m Verlause langer*[ ' deren Folgen umdMl«: if nildjcffletfc W * | r Sobelf«»!«} " |L ns stlcha r 6. He^er, Mechaniker, Neue Bäue Burckhardt'scheS Haus Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika I. M. Schulhof, Gießen. "-2315 Mädchen, welche die Maschinen- strickerei erlernen wollen, finden dauernde und lohnende Beschäftigung. W. Seuling» Auflage 331000; das verbreitetste aller deutschen Blätter überhaupt; außerdem erscheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen. Dodi Mj q. ff« 1(ii, an.1 L J I ’n lallen- jN I N*S & * I ’.&r <1*1 Herren-Sonnenschirme in allen Farben und schönen Stöcken, von Mk. 1,43 an bei I. Weitzenkorn, 3540 9 Schulstraße 9. Elert. 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Höflich Bezug nehmend auf vorstehende Anzeige, knüpfe ich daran die ergebene Mittheilung, dass ich das von Herrn Weber seither betriebene Geschäft unter der Firma Restauration „Zur Stadt Cassel“ in unveränderter Weise fortführen werde. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, den guten Ruf des Hauses durch Verabreichung von nur besten Speisen und Getränken zu wahren und bitte ich um geneigtes Wohlwollen. Giessen, den 15. Mai 1885. Hochachtungsvoll 3682 Job. Heinr. ICiesselbach. Giessener Ziiherdul. W olilthätl g^keits verein* Sonntag den 17. Mai, 3 Uhr: Ausfluß, „MMl. Hof." Die Mitglieder werden gebeten, ihre Karten mitzubringen. Freunde können durch Mitglieder eingeführt werden. 3693 _____Der BorOand. Theater in Wetzlar (im SchötzengärteiiT Direction «f» Merranann Eröffnungsvorstellung: Donnerstag Sen LL. Mai 1885 Raub der Sabinermnen. 3685__________________Anfang Sj/4 LZhr.__ Circus Lerch. Heute Mittwoch r 2 große Vorstellungen, Nachmittags 4 Uhr und Abends 8 Uhr Benefiz-Vorstellung für Fit Anna und Rosa Lorch. Zu dieser unserer Benefiz-Vorstellung erlauben wir uns, ganz ergebenst einzuladen. Anna & Rosa Lorch. Donnerstag den 14. Mair 2 Vorstellungen, Nachm. 4 Uhr und Abends 8 Uhr Zum 2. Male: Great Steeple Chase, oder: Die englische Hirsch-Jagd geritten von mehreren Herren und Damen der Gesellschaft. Achtungsvoll 3689__________________________________________ A- Lorch. Director. Münzerckerg. Himmelfehrttag. Während des Mittagstisches, sowie bei günstiger Witterung den ganzen Nachmittag im Freien CO1VCJERT ausgeführt von der Kapelle der Herren Gebrüder Heß von Grüniugen, wozu freundlichst einladet 3678 W. Jäger. 3707 Am Himmrlsrchrttsge: Tao^müsik von einem Theil der Gießener Regimentsmusik, wozu ergebenst einladet________________ Gin braver Junge welcher mit Pferden umgehen kann, wird als Hausbursche gesucht im 3703 Darmstädter Haus. ___________ , 70», 8”. Marburg 12**, 1*», 3", M, 9"*, 11«, 12!*, 4‘i, 8"*, 8*4. Cassel 12«*, l-9, 3« 8« 9^*, 11«, [21*, 445, 8"* Wetzlar 5:i0, 6«, 820*, 9<9, 125, 1330, 4« 45t, 7°*, 8w, (bis Dietz), 905 (bit Betzdorf). Ems-Coblenz 5^, $20* 949 12s, 4", 7"*. Deutz 6