Wern, Unter- r jebfg Wfkhd. 8741 i Woh^Mtz, zwei I m in unmittelbarer I Matz, ist Familien I billig zu verpachten. 8 Vli-, Gießen- i ehle zur ge- I ilzung die von I Weinhandlung I Sebröder I (hier unlcrhil- j ulssl* I. ff'1"' „a in Ori^iBal- md ohne Pre>s' *■*2 .n fÖrirde oder 1 )ffen - >n bet^ubmunr; Scb*,D , [ ft.n Ner(tß „ kraf'kbaft ■” Uebet r0116 n HeilnDßfl«,rrt ■ ■ffe’Ä i ew. b vil6bofcD’ 631^ 1885 Ne. 291. Erstes Blatt. Sonntag den 13. December Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - SchulNraße 7. MW M M«nt-g». N'dMN-n “diW Xi'Ä" iwirinmniniiiii jii iroBMMaraanQtmitKgonarenB!^^ Amtlicher Pheil. Das Großherzogliche Steuer-Commiffariat Gießen an die GroßheLjogliche« OrtsgericdtSvorKeher des Bezirks. Die Ihnen dieser Tage zugehenden Bau- und Crltur-Veränderungs-Verzeichnisse wollen Sie 4 Wochen lang offenlegen und sodann, am Schluffe der 4. Seite bescheinigt, alsbald wieder hierher einsenden. ________Gieß en, den 12 December 1885.______________Süfsert.__________ Gefunden: 2 Armbänder, 1 Brosche, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Schlittschuh, 1 Boa, mehrere Handschuhe, 2 Hundehalsbänder, mehrere Schlüssel. Gießen, am 12. December 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius Kerttschkand, Berlin, 11. December. Die Budget-Commission lehnte einstimmig den Bau einer Kavallerie-Kaserne in Darmstadt ab. sSo ist also vorerst Aussicht vorhanden, daß die Städte Butzbach und Babenhausen ihre Gar- rrison behalten. 9teb.] AravLreich. Paris, 11. December. Die zur Vorberathung d-r Creditsorderung für Tongking eingesetzte Commission hat Pelletan zum Berichterstatter gewählt. Pelletan ist für die schleunigste Abwickelung des Tongking'Unternehmens, derselbe wird zwar den für den Unterhalt der Truppen uothwendigen provisorischen Krevitsorderungen zustimmen, eine Aufrechterhaltung der Occupalion auf unbestimmte Zeit hinaus aber ablehnen, Seröierr. Belgrad, 11. December. lieber den Inhalt des bereits kurz skizzirten serbischen Circularschreibens vom 9. ds. wird noch Folgendes mitgeiheilt: Das serbische Kriegs'Commando mußte die bulgarischen Vorschläge sowohl aus militärischen Gründen, wie rücksichtlich des abzuschließendcn Friedens ablehnen. Die Verhandlungen wurden wegen der Hoffnungslosigkeit auf ein praktisches Er- gebniß abgebrochen. Die Serben werden die bestehende Waffenruhe keinesfalls stören. Sie müssen die Verantwortung eines eventuellen neuen Friedcnsbruches den Bulgaren überlassen. Serbien, welches bett Willen der Mächte stets achtete, ist gesonnen, jede Vermittelung der Großmächte zu acceptiren, welche zu einem praktischen, mit den Interessen Serbiens vereinbarlichen Resultate führen könnte. ♦ über Reichstag. E. R. Berlin, 11. December. Die zweite Etatsberathung wurde heute beim Reichsamt des Innern fortgesetzt. Bei dem Kapitel: „Remunerationen für H ü l f s l e i st u n g e n" weist Abg. B a u m b a ch (dfr.), vergleichend auf die Berichte der oefterreichischen Fabrikinspektoren bin, welche bessere seien, als die der diesseitigen Fabrikinspektoren. Aus letzteren, die den Charakter akademischer Erörterungen hätten, erführe man wohl von Ausstellungen, die hie und da zu machen seien, aber man erfahre nicht, was nun wirklich geschehen. Es müßte die Sache der Kompetenz des Reichs unterstellt und von Reichswegen verfügt werden, was zur Verhütung von Unfällen zu geschehen habe. Die Berufsgenossenschaften seien zu schwerfällig organtsirt. Abg. Kalle (nat.-lib.) findet, daß in mancher Beziehung eine Wendung zum Bessern eingetreten sei. Eine gewisse Centralisation scheine auch ihm den Vorzug zu verdienen, wobei dahingestellt sein könne, ob man Reichsbeamte an die Spitze stellen wolle oder nicht. Die Berufsgenossenschaften sind nicht alle gleichmäßig glücklich über Nacht- und Kinderarbeit sind sehr beachtenswerth. Die Berichte der Fabrikinspek- ioren aus Sachsen zeigen, wie notwendig die Einführung der Sonntagsruhe ist; dort sind Arbeitseinstellungen angedroht, weil die Feier des Sonntags, die Einstellung der Sonntagsarlleit vermehrt worden war. m . Staatssekretär v. Bötticher: Dle Ergebnisse der angestellten Sonntagsfeier- Enauete werden jetzt bearbeitet. Heber die Nachtarbeit der Frauen sind 1884 bereits Hntprfudnmaen angestellt, deren Resultate sollen auch mitgetheilt werden. Aba K r ü b e r (Volkspartei) theilt mit, daß die Münchener Berufsgenossenschaft für Holzindustrie mit der Ausarbeitung von Vorschlägen zur Unfallverhütung beschäftigt -lei An Arbeit fehlt es nicht. Die Kosten, besonders die Portospesen sind nicht gering. Man möge den Berufsgenossenschaften nicht neue Aufgaben zuweisen, vielleicht seien aber Portoermäßigungen möglich. Staatssekretär v. Bötticher: Die Kosten der Berufsgenossenschaften werden sich verringern, da viele Einrichtungsspesen zu tragen waren; eine sparsame Redaktion der Mittheilungen ist empfehlenswerth. Der Staatssekretär des Postwesens wird geneigt sein, den Berufsgenossenschaften dieselbe Vergünstigung zu gewahren, wie den Kaufmännischen Drucksachen^ Die Portosache ist doch eine wichtige Etatssache. Wollen Sie den Berufsgenossenschaften Portovergünstigung gewähren, so müssen Sie das auch bei anderen wohlthätigen Vereinen thun; das würde aber am Etat sehr au spuren sein. Staatssekretär v. Bötticher: $efmitiDe ^0(^^01156116^ bte Kosten liegen noch nicht vor. Mein vorheriger Hinweis auf ein Zeitungsblatt sollte nur die 9 Staatssekretär v. Bötticher sagt die Befriedigung der geäußerten Wünsche je nach Möglichkeit zu. Die polizeilichen Bestimmungen zur Unfallverhütung den Vandesbehörden zu entziehen, liegt kein Grund vor. Generelle Schutzvorschriften für das ganze Reich zu treffen, ist unpraktisch und auf diesem Gebiete zu schablonisirev, tijut nie gut. Die Berufsgenosienschaften sind durchaus lebensfähig, auch die Kostspieligkeit wird übertrieben; sie liegt zumeist an den Aerzten, die nicht billig genug sind. Abg L in gen s (Ctr.) empfiehlt die Verfügung der Düsseldorfer Regierung die Sonntagsheiligung in den Fabriken zur Nachahmung. Die Controlvorschriften Nacht- und Kinderarbeit sind sehr beachtenswerth. Die Berichte der Fabrikinspek- Unzuverlässigkeit vieler Blätter kennzeichnen. So werden jetzt wieder von einem großen Berliner Blatte die Kosten der Sonntags-Enquete mit 200,000 JL angegeben, während für diese Behauptung noch nicht der geringste Halt besteht. Die Redaktionen sollten sich sorgfältiger und wahrhafter erweisen. (Zurufe links: Norddeutsche!) Abg. Hitze (Centrum): Eine Vernehmung der Fabrikinspektoren ist nothwendig. Ein Generalbericht hat seine Vorzüge, aber er darf nicht auf Kosten der Spezialberichte in den Vordergrund treten, da sonst den Fabrikinspektoren die Lust an ihrer Arbeit getrabt wird. Abg. Dr. Buhl (nat.-lib.): Tie Verwaltungskosten der Berufsgenosseilschaften, vom richtigen Standpunkt aus betrachtet, sind nicht große. Es empfiehlt sich ober, die Zahl der Scctionen nicht zu groß zu machen. Ein Mißverstchen scheint auch zwischen den freien Hilfskassen und den Versicherungskassen in Bezug auf die Privilegien zu bestehen, worüber ich gern Auskunft hätte. Staatssecretär v. Bötticher: Ich würde gern hierauf erwidern, wenn ich nur wüßte, wie diese Sache mit der Remunerirung von Hülfsleistungen zusammenhängt. (Heiterkeit.) Abg. Diri chl et (dfr.): Man thut stets so, als ob die Vortheile der Düsseldorfer Bestimmungen, von denen der Abg. Lingens gesprochen, in der Sonntagsfeierfrage so fest ständen. Ich habe dort gerade sehr viele Klagen über die dem Verkehr erwachsenen Hemmungen gehört. Abg. Schnader (dfr.) ersucht die Regierungen. Abschlüsse über die Kostenbeträge der Bcrufsgenossenschaften recht bald feststellen zu lassen. Abg. Gamp (Reichsp.) weist auf die großen Kosten der alten Versicherungsgesellschaften hin, die größer seien als die der Berufsgenossenschaften, wiewohl in letzteren doch noch andere als Versicherungsspesen enthalten seien. Abg. Dr. Barth (dfr.) weist dem Abg. Gamp einige erhebliche Unrichtigkeiten in seinen Zahlenangaben über die Magdeburger Unfallversicherungs-Gesellschaft nach. Nach Herpn Gamp's Angaben kämen auf den Kopf der Versicherten 100 je. Kosten — das allein beweist schon Die Unmöglichkeit seiner Behauptungen. Abg. Gamp: Ich will diesen Gegenstand jetzt verlassen (Große Heiterkeit), halte aber meine Ausführungen in Bezug auf andere Unfallversicherungs-Gesellschaften aufrecht. Beim Kapitel: Unterstützung für die Betheiligung der deutschen Kunst an internationalen Ausstellungen des Auslandes befürwortet Abg. Baumbach die Förderung der für 1888 in Aussicht genommenen Nationalen Gewerbe-Ausstellung in Berlin; es wäre erfreulich, wenn die Regierung sich zu diesem Projcet freundlich stellen würde. Staatssecretär v. Bötticher: Die Negierung hat hierzu noch keine bestimmte Stellung nehmen können. Wenn große Industrieen sich gegen die Ausstellung erklären, so ist der Standpunkt der Regierung schwierig. Auf eine von den Neuesten der Berliner Kaufmannschaft ausgegangene Anfrage an etwa 280 Interessenten seien nur 65 Antworten eingegangen, darunter 36 gegen die Ausstellung. Auf meiner Herbstreise habe ich überall gehört: Wenn die Ausstellung zu Stande kommt, werden wir uns auch daran bethciligen, aber Sympathie haben wir nicht dafür. Die Negierung kann demgegenüber nicht actio vorgehen, sondern muß roeitere Anregung abwarten und eventuell die gleichen Erleichterungen wie bei anderen Ausstellungen gewähren. Ein Antrag des Abg v.Massow, die geforderte Unterstützung für den deutschen Fischereioerein zur Förderung der künstlichen Fischzucht von 20000 JL auf 30000 JL zu erhöhen, wird nach Bemerkungen des Staatssecretärs v. Bötticher und des Abg. Rickert, die diese Erhöhung nicht für nöthig halten, an die Budgetcommission verwiesen. Die Position: Zur Förderung der Hochseefischerei 100000 JL. zu bewilligen, gibt den Abgg. v. Hülst, Witte und Wörmann Anlaß, der Reichsregierung den Dank für die geplante Förderung der Hochseefischerei auszusprechen. Morgen wird die Etatsberathung fortgesetzt. Telegraphische Depeschen. telegr. «orresporrderrz - Brrrearr. Berlin, 11. December. Der Tischler Schunicht wurde wegen Ermordung der Frau Johanna Weber, welche er offen eingestand, vom Schwurgerichte zum Tode verurtheilt. Bern, 11. December. Der Nationalrath hat mit 79 gegen 53 Stimmen für militärifche Sicherstellung des Gotthardt einen erstmaligen Credit von 500,000 Francs bewilligt. Wien, 11. December. Die „Polit. Corresp." meldet, der zwischen den Mächten stattgehabte Meinungsaustausch habe deren Geneigtheit ergeben, der von der bulgarischen wie von der serbischen Regierung angekündigten Absicht, die in der Waffen-- stillstandsfrage zwischen ihnen bestehenden Räumungsdifferenz der Entscheidung her Mächte anheimzustellcn, Folge zu geben. Sobald das bezügliche Ersuchen formell gestellt und von beiden Seiten erklärt sein werde, daß man sich dem Spruche der Mächte fügen wolle, würde eine aus militärischen Delegirten der Mächte bestehende Commissiow die Bestimmung der Demarkationslinie an Ort und Stelle vorzunehmen und zur Abwendung zufälliger Zusammenstöße eine neutrale Zwischenzone seftzustellen haben. Auf die Frage des Friedensschlusses habe die eventuelle, zunächst einen dauernden Waffenstillstand bezweckende Action keinen Bezug. London, 11. December. Es sind jetzt 332 Liberale, 2o0 Conservative und- 86 Parnelliten gewählt. Nur noch zwei Wahlen fehlen, welche den Liberalen und den. Conservativen je 1 Mitglied zusühren dürften. Sssta, 11. December. Bulgarien richtete eine neue Note an die Mächte, worin darauf hin weist, Serbien suche nur Zeit zur Wiederherstellung seiner niedergeworfenen Streitkräfte zu gewinnen. Die serbischen Vorschläge seien unannehmbar, weil sie nicht die Bedingung enthielten, während des Waffenstillstandes über den Frieden zu verbandeln, w ferner die Abgrenzung der neuen Demarkationslinie, die nach den von den Truppen am Tage der Intervention Khevenhüller's eingenommenen Positionen fest- zustellen sei, nur Streitigkeiten und Mißverständnisse veranlassen könne. Die Serben wären ohne Aufhörcn der Feindseligkeiten gezwungen gewesen, datz bulgarische Gebiet bei Widdin zu räumen, die gegenwärtige Räumung der beiderseitigen Gebiete erscheine ungerechtfertigt, da die Lage beider Armeen keine gleichmäßige sei. Die bulgarische Regierung hoffe, die Mächte würden einen effectiven Druck zur Herbeiführung des Waffenstillstandes ausüben, der einen ehrenvollen und dauernden Frieden vorbereite, da ja auch die Mächte nur das Ziel verfolgen könnten, dem brudermörderischen Kriege ein Ziel zu setzen. Belgrad, 11. December. Eingegangenen Nachrichten zufolge rückt die Hauptmacht der bulgarischen Armee von Pirot gegen Knajewaz. Da es möglich ist, das Nischawa-Defilee zu forciren, so droht ein Vorgehen der Bulgaren über Banja und Alerinatz. Die serbische Armee verändert in Folge dessen ihre Frontstellung von der Nischawa zum Timok und sperrte die Straße Knajewaz-Alexinatz bis zur Grenze. — Da die directen Verhandlungen zwischen Serbien und Bulgarien fruchtlos geblieben, riefen beide Theile die Intervention der Großmächte an. Die zuletzt stattgehabten militärischen Scharmützel sind lediglich als unabsichtliche Verletzungen der Demarkationslinie anzusehen. Die Rüstungen und Truppenmärsche nach der Grenze bauern fort. Konstantinopel, 11. December. Der Bruder der Sultans, Nureddin Effendi, ist gestorben. Lokales. Gieße«, 12. Deember. [Verzeichniß der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen vom 4. Vierteljahr 1885.] 1. Montag den 14. December, Vormittags 9 Uhr. Angeklagter: Andreas Schrimpf von Herbstein wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Rosenberg. 2. Dienstag den 15. December, Vormittags 9 Uhr: Angeklagter: Wilhelm Kornmann von Ober-Ofleiden, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Vertheidiger: Rechtsanwalt Lauer. 3. Mittwoch den 16. December, Vormittags 9 Uhr. Angeklagter: Ludwig Kulb von Groß-Karben, wegen betrüglichen Bankerutts und Meineid. Vertheidiger: Rechtsanwalt Brentano di Tremezzo. 4. Donnerstag den 17. December, Vormittags 9 Uhr. Angeklagte: Christian Wenzel's Wittwe von Wallernhausen, wegen Kindestödtung. Vertheidiger: Rechtsanwalt Eurtman. 5. Donnerstag den 17. December, Nachmittags 3 Uhr. Angeklagter: Jakob Menges von Pftffligheim, wegen Brandstiftung. Vertheidiger: Rechtsanwalt Baist. 6. Freitag den 18. December, Vormittags 9 Uhr. Angeklagter: Gemeindeeinnehmer Kliebe von Allendorf a. d. Lda., wegen Verbrechen im Amte und Untreue. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Schwarz. 7. Samstag den 19. December, Vormittags 10 Uhr. Angeklagter: Adam Ritzel von Gelnhaar und 2 Genossen von Eichelsachsen, wegen Brandstiftung. Vertheidiger: Rechtsanwalt Weidig. Die Anklage verkitt im 1., 5. und 7. Falle: Erster Staatsanwalt Zimmermann, im 2., 3. und 6. Falle: Staatsanwalt Jockel, im 4. Falle: Gerichtsassessor Seeger. Es ist Aussicht vorhanden, daß außer den vorstehend aufgeführten Strafsachen bei der bevorstehenden Assisenperiode noch 2 weitere Strafsachen zur Verhandlung kommen. i Gießen, 12. December. Der Winter ist nunmehr mit Macht bei uns eingekehrt. Heute Nacht sank das Thermometer auf — 15 o, gewiß eine recht hübsche Leistung. An die kleinen Freunde unserer gefiederten Lieblinge richten wir angesichts dessen die Bitte, dieselben bei dem kalten Wetter und der dichten Schneedecke nicht zu vergessen und die abfallenden Brosamen für die Vögelchen hübsch zu sammeln und -auf gereinigtem Futterplatz auszustreuen. — Heute Vormittag kurz nach 11 Uhr scheuten an der Abladestelle am Güterbahnhofe der Oberhessischen Bahnen die zwei Pferde eines hiesigen Bäckermeisters und stürmten, trotzdem dieselben ausgehängt waren, mit dem Wagen der Bahnhofstraße hinunter bis zum Krausgrill'schen Hause, woselbst es gelang, sie zum Stehen zu bringen. Der Wagen wurde total zertrümmert und erhielten auch die Pferde, namentlich das rechte Handpferd, schwere Verletzungen. Als ein großes Glück darf es bezeichnet werdens daß den: heranstürmenden Gefährt kein Handwagen oder sonstiges Fuhrwerk begegnete. Eine arge Carambolage wäre dann wohl fast unvermeidlich gewesen. Vermischtes. Offenbach, lO.December. sEisenbahnunfall.] Heute Mittag V,1 Uhr caram- bolirte ein von Hanau kommender Güterzug mit dem von der Louisa eingelaufenen Personenzug. Zum Glück waren die Passagiere des letzteren Zuges bereits sämmtlich ausgestiegen und geschah der Unfall dadurch, daß der entleerte Personenzug noch vor Einlauf des Güterzugs in ein anderes Geleise einfahren wollte, in diesem Momente mit dem Güterzug zusammenrannte. An dem Güterzuge gingen 6 Wagen demolirt, dagegen kam das Zugpersonal mit leichten Verletzungen und dem Schrecken davon. — Der in kaufmännischen Kreisen hier allseitig befanite Handlungsreisende Platz, der in einem hiesigen Geschäfte conditionirte und sich fast immer auf der Reise befand, fiel auf seiner letzten Tour unversehens zur Erde und beschädigte sich derart an einem Bein, daß er nach Hause gebracht werden mußte. Gestern Abend kam er hier an, verstarb aber schon in der vergangenen Nacht plötzlich. Sein Haus verliert in dem Dahingeschiedenen eine treue langjährige Hilfe, die sie sehr bedauert. Der Verstorbene war in gefellschaftlicher Beziehung ein äußerst angenehmer Mensch und bei seinen Collegen sehr beliebt. (O. Z.) Mainz, 11. December. Die verflossene Nacht ist der Rhein hier noch ein Zoll gestiegen. Von dem Unterrhein wird ebenfalls noch Steigen gemeldet. Die Kreisämter des Großherzogthnms fordern bereits die Landbürgermetstereien auf, die Damm- wachen aufzustellen. Aus dem Großherzogthum Hessen, 7. December. [Zuwendungen seitens des Staates.] Welche Summen im Großherzogthnm Hessen seitens des Staates den Gemeinden als Zuschuß für Ausgaben zugewendet werden, für welche dieselben gesetzmäßig selbst aufzukommen hätten — also analog dem neuen preußischen Huene'schen Verwendungsgefetze — möge aus folgenden Zahlen hervorgehen, wie sich dieselben im Verlaufe der letzten zehn Jahre allmälig bis zu ihrer jetzigen Höhe entwickelt haben; es wurden jährlich durchschnittlich zugewiesen an solcher Subvenlion bedürftige Gemeinden für Volksschullehrergehalte im Ganzen fast 176,000 X für Remunerationen an Religionslehrer ca. 6100 X, für Dienstalterszulagen und Gnadenbesoldungen für Volksschullehrer ca. 195,000 X, für Volksschullehrerpensionen ca. 205,000 X und für Schulhausbauten ca. 100,000 X — insgesammt gewiß eine stattliche Summe allein zur Hebung des Volksschulwesens. Gingesandt. Gießen, 12. December. Der „Gießener Zitherclub" (Wohlthätigkeitsverein) hält Samstag den 19. December d. I. seine erste Weihnachtsbescheerung im Saale des Cafä Leib ab und wird eine Anzahl armer Kinder an diesem Abend ans dem Ertrag der seither vom Verein abgehaltenen Concerten vollständig neu bekleidet werden. Es ist dies für den kurzen Bestand dieses Vereins ein recht erfreuliches Resultat rmd wünschen wir demselben in seinen wohlthätigen Bestrebungen fernerhin recht guten Erfolg. Da dieses Fest von den Mitgliedern des Vereins ohne Zweifel recht zahlreich besucht werden dürfte, so ist auch Fremden, welche sich einführen lassen und die löblichen Zwecke des Vereins durch Entrichtung eines geringen Enträe's unterstützen wollen, Gelegenheit geboten, sich einen recht vergnügten Abend zu verschaffen. 4& Verkehr Gießen, 12. December. Auf dem heutigen Markt kostete' Butter per Pfund X 1.10—1.12, Hühnereier per Stck. 7—8 4>, Enteneier St. 0—0 4), Käse pr. St. 5—7 4», Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 20 4i, Linsen 26 H, Tauben per Paar 0,50 bis 0,70 Hühner per Stück X 0.90—1.40, Hahnen pr. Stück X 0.90—1.50, Enten per Stück X 1.30—1.60, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 4), Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Schweinefleisch 50—60 4,, Hammelfleisch 50-62 Kalbfleisch 48—50 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—3.50, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner X 5.00-0.00. Weißkraut pr. St. 4—6 4i- Gieße«, 10. December. Auf dem am 8. und 9. d. Mts. hier abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben: 739 Stück Rindvieh und 236 Stück Schweine. Der Handel war lebhafter als auf den letzten Märkten. Nächster Markt Dienstag den 19. und Mittwoch den 20. Januar 1886. — Auf sämmtlichen Staatsbahnen ist den am 24. und 25. December d. I. gelosten Retourbillets eine Giltigkeitsdauer zur Rückfahrt bis einschließlich den 28. December (Montag) beigelegt. Farbige seidene Faille Franpaise, Sarah, I Satin merveilleux, Atlasse. Damaste. Ripse und i Taffete Mark 2.20 Pf. per Meter ?» ?»• ¥f- »«!•! ' r tn einzelnen Roben und g Stücken zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-Depot 6. Henneberg (K. u. K- Hoflief.) 8 Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 7657 8 neu, leicht,solid, elegant, preiswürdig. Abbild, gratis. [6612] J. 6. Rumpf, Eis. Hand, Frankfurt a/M.| AuSMg aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. December: 8. Der Kaufmann Isaac Kahn in Arloff mit Minna Klebe, Tochtev des Handelsmanns Israel Klebe in Gießen. 9. Der Hausbursche Blasius Grond mit Henriette Auguste Wilhelmine Baldus, Tochter des Nagelschmieds August Friedrich Baldus in Niederscheld. 10. Der Feldwebel im 2. Großh. Hess. Jnf.-Regiment Nr. 116 Kaspar Ranft mit Johanna Anna Maria Stausberg, Tochter des verstorbenen Gerichtsboren Stausberg in Siegen. Eheschließungen. December: 9. Der Büchsenmacher Ludwig Justus August DickorS mit Margarethe Wilhelmine Schraner, Tochter des Schreinermeisters Joseph Schraner in Gießen. 9. Der Fuhrmann Johannes Bernard Westbrock mit Christine Orlowsky, geb. Kraus, Tochter des verstorbenen Barbiers Johann Paul Kraus in Schlitz. 10. Der Heizer an der Köln-rechtsrheinischen Eisenbahn Reiner Oskar Wilhelm Huwer mit Wilhelmine Runkel, Tochter des verstorbenen Bergmanns Friedrich Runkel in Zeppenfeld. Geborene. December: 2. Dem Weisbindermeister Louis Petri IH. eine Tochter. 4. Dem Magazinaufseher an der Main-Weser-Bahn Augustin Reith eine Tochter, Emma Luise. 4. Dem Bäckermeister Johannes Lein ein Sohn. 7. Dem Professor Dr. Adam Schwappach eine Tochter, Wilhelmine Basilike. 9. Dem Zimmermann Johannes Kinzenbach II eine Tochter, Elisabethe Margarethe. Gestorbene. December: 4. Die Taglöhnerin Katharine Lyncker, 38 Jahre alt, von Rüdings- hain. 4. Katharine Hepp, geb. Loh, 34 Jahre alt, Ehefrau des Ludwig Hepp von Dudenhofen. 5. Elise, 3 Jahre alt, Tochter des Kaufmanns Josef Mark. 5. Lina, 3 Jahre alt, Tochter des Steinlieferanlen Phflipp Valentin von Gleiberg. 7. Katharine Jacobi, 60 Jahre alt, von Obereisenhausen. 8. Der Handelsmann David Katz, 57 Jahre alt. 8. Ottilie Bünsche, geb. Wilke, 34 Jahre alt, Ehefrau des Oberpostassistenten Karl Bünsche von Osthofen. 9. Johaunette Vülpel, geb. Müller, 51 Jahre alt, Wittwe des Philipp Adam Vülpel von Hasselbach. 9. Minna, 2 Monate alt, Tochter des Kellners Georg Löhr. 9. Ludwig Christian, 1 Monat alt, Sohn des Schuhmachermeisters Friedrich Magnus. 9. Eisenbahnarbeiter Ludwig Ohr, 64 Jahre alt. 10. Fuhrmann Heinrich Gimbel, 66 Jahre alt, von Dillenburg. 11. Georg Wilhelm, 1 Jahr alt. Sohn des Schuhmachers Johs. Moos. Auszug aus deu Kirchenbüchern der Stadt Gießm» Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 9. December. Ludwig Justus August Dickorä/ Büchsenmacher dahier und Margarethe Wilhelmine Schraner, ledige Tochter des Schrcinermeisters Joseph Schraner. Den 10. December. Reinhard Oscar Wilhelm Huwer, Heizer dahier und Wilhelmine Runkel, ledige Tochter des verstorbenen Bergmanns Friedrich Runkel in Zeppenfeld. Getaufte. Den 6. December. Dem Mechanikus Karl Hatz eine Tochter, Minna, geboren den 9. October. Denselben. Dem Feldwebel Heinrich Wenzel ein Sohn, Karl Heinrich August, geboren den 16. October. Denselben. Dem Schmied Johann Ludwig Becker eine Tochter, Marie Susanne Henriette, geboren den 3. November. Denselben. Dem Fuhrmann Philipp Hillgärtner eine Tochter, Elisabeth Johanna, geboren den 14. October. Denselben. Dem Taglöhner Julius Wurm eine Tochter, Margarethe, geboren den 20. September. Denselben. Dem Fuhrmann Wilhelm Häuser ein Sohn, Friedrich, gehörenden 19. November. Den 8. December. Dem Güterexpeditor August Zöckler ein Sohn, Hermann Ludwig, geboren den 21. September. Den 9. December. Dem Kellner Georg Löhr eine Tochter, Minna, geboren den 21. September. Beerdigte. Den 11. December. Ludwig Ohr, Bahnhofsarbeiter, verheirathet, alt 64 Jahre, gestorben den 9. December. Brodpreise vom 13. bis 27. December 188 5. der Bäcker 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte beiK. Haas, Joh. Lein ... 63 L. Keil ........ 66 Gießen, den 12. December 18 der Brodverkäufer 4, 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 „ ) „ .....54 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 * (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 bei I. Blitz, Kornbkod 42 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 n (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte — Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. ^0- Abbild, gral^. Frankfurt a M.| ^.Surah, 7'pseund 'n« U- Ä- Boflief.) tei @iE§iC. * Siebe, Xoditer Wrö (Sronb mit VM griebrid) wmtnt 3h. ng 'W«ien®crid)tä-- Nettae. ,e Pt 6U’N K'H ^weinc. uar 1886. ^.^ceinber b nes Kinzenbach ll. : alt, von Rüdings- Ludwig Hepp von f Mark. 5. Lina, berg. 7. Katharine ann David Katz, in des Oderpost- Müller, 51 Jahre a, 2 Momle alt, it alt, Sohn bt% ntz Ohr, 84 Jahre aburz. 11. Geors WW8WWIM Wm. nmacher dahier und .nermeisters Joseph H-ij-r babict unb Friedrich Auukel m :r, Minna, geboren ul Heinrich August, hier, Marie Susanne , Elisabeth Johanna, Margarethe, geboren trieb* ti*»* to6* jltnno, 9|6o,ttl'1® xM^* 3. erfcinf« 4 27 . 6;8b'i.s»rteM Dann 9 Sorte A •Sä»8* Attgemrinrr Anzeiger. In dem Gemeindewald zu Hattenrod sind ca. 400 Christbäumchen abzugeben. Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. 8871 Menget. In Auftrag werden Montag und Dienstag, den 14. und 13. De- cembcr, Nachmittags 2 Uhr, im Hause des Hrn. Weinhändler Schwan, Sel ersweg, 2. Stock, nachverzeichnete Gegenstände, als: eine Plüschgarnitur, 2 runde und andere Tische, Glasschrank, verschiedene Spiegel, Vorhänge, Waschtische, Kleiderschränke, Stühle Bettstellen, Küchenschrank, Küchen- geräthe und sonstige Haushaltungs- gegenstände versteigert. J. Rothenberger, 8855 Beeid. Gerichtstaxator. TUnötag den 15. December, '.«taännittags 2 llbr, werden in dein Plandlo.al, Seltersweg 11, verschiedene Möbel, Lampen u. Wirth- fchaftsgeräthe versteigert _ 8834 Gießen, den 10. December 1885. Das Psandpersonal der Stadt Gießen. Aeilgeöotenes. Absolut billiger als jede C^rcurrm?. Zanella-Schiene v. v*L 1.10 an, ®Ioi ia-Schirme von nj®®? .A 3.50 an, Halbseid. Schirme von A 5 an. W