stall. L '6. olle« 'Ur mm "7 aller l’nter- Pit •er u. s. w. d)i “Bs jum Verkauf non unb Hamburger vegen ein Fixum Provision. 7246 jtiller L Co. SieiT ibe Beschäfti- lohn: 16 Pfg. 7162 ler Mayer, seines, nett ringeln möglich mit etwas b in ruhiger Gegend f Weihnachten d. I. und wolle man be- rschlossen, mit jähr- nb Bezeichnungen der foivie Strotze und - btt S&ifinunß q" in btr @iptb. b- Hinnen, ßMtdr, ke in s. w, entbeton, durch 5098 tein, Wetzlar. lam-Fabrik. fionäre, Gymnasial- ii_ber_§P^2^- muchter »schrank »t. GKOsf-rt« Mund des P«P . 100 in der en- SSSL Mb«« lnsichl- Betranv, ß?871 j SS-»" d;t- t richten Jg ftOi sind r" 6R i di' Mr. 238, Dienstag den 13. October 1S8S Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. W Erscheint täglich mit Aufnahme des Montags. Durra«: Schulftraß- 7. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart öO V'. JeuLschkand. Berlin, 10. Dctobcr. Der Staatssecretär im Reichs-Postamt hat im .Interesse der Sammlungen für die Hinterbliebenen der mit Sr. Maj. Korvette .„Augusta" untergegangenen Besatzung genehmigt, daß an denjenigen Orten, an welchen sich keine besonderen Sammelstellen gebildet haben, auch die Reichs-Postanstalten Spenden in Empfang nehmen. Berlin, 10. October. Dir General-Synode wurde Vormittags durch den bisherigen Vorsitzenden, Graf Arnim, eröffnet. Probst Brückner weihte die Arbeiten der Synode mit Gebet ein. Der Präsident des Ober'KirchenratheS, Hermes, warf einen Rückblick auf die gemeinsamen Arbeiten des Ober-Kirchen- rathes und des Synodal-Vorstandes feit der letzten Synode. Er erwähnte unter den Arbeiten für die Synode die Vorlagen über das Dienstalter der Geistlichen und über ein Disciplinar-Verfahren. Auf Antrag Schradens wurde .Graf Arnim wieder zum Präsidenten gewählt, zum zweiten Vorsitzenden Superintendent Rübesam. — Der „Reichs-Anz." enthält die Ernennung des Fürsten Hohenlohe zum Statthalter von Elsaß-Lothringen. Kesterreich. Pesth, 10. October. Im Unterhaufe brachte der Deputirte Thassy heute eine Interpellation darüber ein, ob es wahr fei, daß Oesterreich - Ungarn eine Garantie für die serbische Anleihe übernommen habe. — Das Budget soll dem Hause am nächsten Donnerstage ohne ein besonderes mündliches Expos^ vorgeleat werden. Pesth, 10. October. Der „Nemzet" erklärt die Gerüchte über eine Erhöhung einzelner Titel des gemeinsamen Budgets für erfunden, das Budget werde sich im Allgemeinen in dem vorjährigen Rahmen bewegen. AranLreich. Paris, 10. October. Eine Depesche Courcy's sagt, fast überall von Hue bis Tongking herrsche Ruhe, die Garnisonen seien gut untergebracht und wohl verproviantirt. Nur in Süd-Anam sei die Ruhe noch nicht vollständig wieder hergestellt. Der Exkönig und der Exminister Thuyet seien mit einigen Anhängern geflohen, was ihm aber keinerlei Besorgnisse errege. — Das Cabinet berieth gutem Vernehmen nach noch gar nicht über die in Tongking einzuschlagende Politik. Die Gerüchte über die Absichten der Regierung in Betreff Tongkings werden von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Der „TempS" dementirt die der Regierung zugeschriebene Absicht, Tongking sofort oder nach und nach zu räumen. — Nunmehr liegen die definitiven Wahlresultate des Seine-Departements vor. Nach demselben sind Lockroy, Floquet, de la Forg6 und Brisson mit 272,000 bis 215,000 Stimmen gewählt. — Die Münz-Conserenz ist aus den Wunsch Frankreichs bis zum 20. October vertagt worden. England. London, 10. October. Gestern fand ein Cabinetsrath statt, in welchem dem Vernehmen nach der Bericht White's aus Konstantinopel über die Conserenz der Botschafter discutirt wurde. Es heißt, das Cabinet habe die Intentionen der Conferenz hinsichtlich der bulgarisch - rumelischen Frage günstig ausgenommen. Italien. Rom, 10. October. Das Amtsblatt publicirt die Ernennung Robi- lant'S zum Minister des Aeußern. — In Palermo starben gestern 47 Personen an der Cholera. Holland. Haag, 10. October. Die Regierung brachte bei den Kammern einen Gesetzentwurf ein wegen Ratification des am 30. Juni 1885 zwischen Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden über Die Lachs-Fischerei abgeschlossenen Vertrages. Rußland. Petersburg, 10. October. Das „Journal de St. Pötersbourg" bespricht die bulgarische Angelegenheit und hebt hervor, bisher fei nur osficiell 'festgestellt, daß der Großvezier und die übrigen türkischen Minister die bulgarische Deputation empfingen; eine Antwort der Minister auf die Forderungen der Deputation fei noch nicht bekannt, und es bleibt daher nur übrig, nochmals daran zu erinnern, daß jede Lösung der Frage zu der Competenz der Großmächte gehöre, an die sich die Pforte zum Ueberfluß noch gewandt habe. Serviere. Risch, 10. October. Die serbische Regierung erklärt die Aeußerung, wüche der Correspondent eines französischen Blattes dem Minister-Präsidenten Garaschanin bezüglich eines angeblich zwischen den Mächten bestehenden Antagonismus in den Mund legt, für vollständig erfunden. Der Minister-Präsident habe niemals eine derartige Aeußerung gethan. Belgrad, 10. October. Das hart an der Grenze gelegene Dorf Jassenovac, gegenüber dem serbischen Dorf Brusnik im Knjacevacer Kreise, wurde gestern von bulgarischen Truppen besetzt. Montenegro. Cettinje, 10. October. Das amtliche Blatt sagt: Montenegro beobachte die gegenwärtige Situation ruhig und warte die weitere Entwickelung der Ereignisse ab. Rumänien. Bukarest, 10. October. Der französische Gesandte Ordega kehrt nicht mehr hierher zurück. Er ist aus seinen eigenen Wunsch zur Disposition gestellt worden. Kriechenlano. Athen, 10. October. Die Vertreter der Mächte richteten wiederholt, ein jeder besonders, an die Regierung die Mahnung, Griechenland möge eine vorsichtige Haltung bewahren. — Der türkische Gesandte forderte eine Erklärung wegen der Concentri- rung von Truppen an der Grenze und theilte mit, daß, wenn die Truppensendung sortdauere, die Pforte ebenfalls Truppen an die Grenze dirigiren werde. — Ein ministerieller Erlaß weist fast allen Regimentern Quartiere in den Grenz-Provinzen an. Athen, 10. October. Delyannis hat an die diplomatischen Agenten Griechenlands eine telegraphische Instruction erlassen, in welcher er aus die durch die eventuelle Herstellung einer bulgarisch - rumelischen Union geschaffene kritische Lage und die unvermeidlichen Folgen hinweist, welche daraus für den Frieden im Orient entstehen könnten. Der Minister läßt in der Instruction sodann durchblicken, daß Griechenland die bulgarisch - rumelische Union nicht würde acceptiren können, ohne sich zu bemühen, das Gleichgewicht im Orient wieder herzustellen. Türkei. Seurari, 10. October. Nachrichten aus dem Vikajet Albanien besagen, es herrsche dort vollständige Ruhe. Auch die Gebirgsstämme verhielten sich ruhig. Das Gerücht von einem Aufstande der Miriditen ist unbegründet. Amerika. Rew'Nork, 10. Octoben. Der Erzbischof Mac Closkey ist gestorben. — Die Sprengung eines Felsens in Hell-Gate an der Einfahrt nach dem Hasen ist heute Vormittag 11 Uhr erfolgt. Das Dynamit wurde von der Küste von Long-Island aus durch einen elektrischen Draht entzündet. Die Sprengungsarbeit ist vollkommen gelungen. Telegraphische Depeschen. Wolff'ö telegr. Korrespondenz - Drrrearr. Kopenhagen, 11. October. Der japanesische Gesandte ist gestern Abend von Berlin mit Gefolge hier eingetroffen. Paris, 11. October. Am 4. October sind nach den jetzt vorliegenden vollständigen Feststellungen bei den Wahlen für die Deputirtenkammer 127 republikanische und 177 conservative Candidaten gewählt worden. Außerdem sind 270 Stichwahlen erforderlich. London, 11. October. Die hiesige griechische Colonie hatte gestern Abend zu Ehren des hier weilenden früheren Ministers Tricupis ein Banket veranstaltet. Unter den Anwesenden befanden sich der griechische Vertreter in London, Gennadius, der Archimandrit Nalli, welcher den Vorsitz führte, und andere hervorragende Persönlichkeiten. Der von Ralli ausgebrachte Toast auf den König und die Königin von Griechenland wurde mit Enthusiasmus ausgenommen. Auf einen ihm zu Ehren ausgebrachten Toast erwiderte Tricupis mit einer Ansprache, in welcher er auf die Fortschritte Griechenlands in den letzten Jahren hinwies und erklärte: Griechenland werde seiner Verpflichtung, die Zinsen der nationalen Schuld zu zahlen, stets eingedenk sein. Das Griechenland durch den Berliner Vertrag überwiesene Gebiet entspreche allerdings nicht den Wünschen und Ansprüchen des griechischen Volkes, dennoch habe sich die Regierung bemüht, die Hilfsmittel der Nation innerhalb der durch die neue Grenze geschaffenen Schranken zur Entwicklung zu bringen. Die Negierung habe den durch den Berliner Vertrag hergestellten Status quo angenommen, jedoch gäbe es gegenwärtig, wo das Gleichgewicht erschüttert worden sei, für Griechenland in Macedonien vitale Interessen, welche keine griechische Regierung vernachlässigen könne, und er, Tricupis, glaubte sagen zu dürfen, daß diese Interessen nicht vernachlässigt werden sollen.^ sticht allein die Anhänger der Regierung, sondern auch die Opposition werde die Bemühungen der Negierung, die Interessen Griechenlands in dieser Richtung zu verfolgen, unterstützen. Bei der Erhebung im Jahre 1821 hätten die europäischen Negierungen ungeachtet der Wünsche ihrer Unterthanen, welche der griechischen Sache zugethan waren, den Griechen empfohlen, ruhig zu bleiben. Griechenland habe schließlich seine Unabhängigkeit gewonnen. Jetzt, wo die europäischen Regierungen stets im Einklang mit den Wünschen ihrer Völker verfahren, werde die griechische Nation eine stärkere Unterstützung finden als jemals, wenn sie jetzt ihre Forderungen ausrechterhalte, ^ricupis schloß seine Rede unter den lebhaftesten Vcifallsbezeugungen, indem er erklärte, daß Griechenland ein volles Bewußtsein für seine Bestimmung habe. Madrid, 11. October. Der König prüsidirte gestern einem Mimsterrathe und hat sich heilte zur Jagd nach dem Pardo begeben. Rom, 11. Oktober. In der Provinz Palermo kamen gestern 109 Cholcra- Erkrankungen und 52 Eholera-Todesfäüe vor, davon entfallen auf die Stadt Palermo 84 Erkrankungen und 42 Todesfälle. In den Provinzen Genua, Massa, Parma uud Rovigo betrug die Zahl der Cholera - Erkrankungen 9, diejenige der Cholera- 11. October. Der Minister v. Giers ist gestern Abend hierher, zurückgekehrt. — Auf Grund des Censurgesetzes ist der Einzelverkauf der „Nowosti" unterbaut worden. c _ _ „ , . r , O-effa, 11. October. Gestern und hier 12 aus Bulgarien zuruckkehrendc russtsche Officiere eingetroffen. . ... . - cf„ , . m . Petersburg, 11. Oktober. Anläßlich der orttciellen Erklärung, daß Montenegro die gegenwärtige Lage der Dinge mit Nutze betrachtete und die weitere Entwickelung der Ereignisse ruhig abwarte, fagt oas ^Journal de St. Mersbourg": Es wäre ui wünschen gewesen, daß die übrigen Regierungen des Orients dieselbe Klugheit gezeigt und dieselbe Reserve beobachtet hätten; es wäre das zu ihrem Vortheil gewesen, vornehmlich von dem Gesichtspunkt ihrer finanziellen Lage. Es wäre ihnen alsdann auch leichter gewesen, die Gemüther zu beruhigen und zu der friedlichen Arbeit zuruck- rukehrcn, welche den Regierungen namentlich zu einer Zeit obliege, wo man erkenne, daß Europa, repräsentirt durch die Großmächte, keine Lust habe, durch tollkühne Un- rernehmungen den Weltfrieden gefährden zu lassen, und fest entschlossen ist, einer solchen Kalamität zuvorzukommen, und die Macht hat, es zu thun. — Zu der Depesche ans Rio de Janeiro vom 5. d., nach welcher der brasilianische Gesandte in Petersburg seiner Stellung enthoben und in den Militärlisten gestrichen worden sei, bemerkt das Joruual de St. PStersbourg", daß seit dem Tode Alhandra's, welcher im letzten Frühjahr erfolgte, überhaupt kein brasilianischer Gesandter in Petersburg gewesen sei. Konstantinopel, 11. October. Der bisherige Botschafter in Berlin, Said Pascha, ist gestern vom Sultan empfangen worden und hat sodann seine Functionen als Minister des Auswärtigen übernommen. _ Ä „ . , . — Drummond Wolff wird, wie verlautet, in Kurzein Konstantinopel wieder verlassen, nachdem er die allgemeinen Grundsätze für die Verständigung angegeben haben wird. — Gavril Pascha ist hier eingetroffen. — Wie der „Agence Havas" versichert wird, steht die Herstellung eines Einvernehmens zwischen der Pforte und Drummond Wolff unmittelbar bevor und zwar auf der Grundlage der Entsendung englisch-türkischer Eommissare nach Egypten. Newyork, 11. October. Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten scheint die Sprengung des Felsens in der Hell Gate - Einfahrt vollständig gelungen zu sein. Die Explosion wurde an den Ufern nur leicht ivahrgenommen, dagegen wurde die Erschütterung überall in Newyork und in der Entfernung von mehrern Meilen em- vfunden. Im Augenblicke der Explosion war das Wasser sehr bewegt, eine nngeheure Menge Wasser mit Steinen und Holz wurde 150 bis 200 Fuß in die Hohe geschleudert. Irgend welcher Schaden ist nicht angerichtet. Die Ufer waren von Schaulustigen dicht besetzt. Lokale-. Gießen, 12. October. Dem plötzlich verstorbenen (verunglückten) 8tvä. Adolf Heyer wurde gestern Abend Vr9 Uhr im vollsten und schönsten Sinne des Wortes die letzte Ehre erwiesen. Ein imposanter Fackelzug mit fast ganz studentischem Gepräge geleitete die sterblichen Reste des Verunglückten zum Friedhöfe; man darf wohl sagen, daß es nicht nur Neugierde war, was die ganze Bevölkerung unserer ^tadt Hu directen oder indirecten Theilnehmern an dem Leichenbegängniß machte, nein, es war das Mitgefühl an dem jähen Geschick des Armen und seiner Familie, und es war die Allbcliebtheit, deren sich der Heimgegangene im vollen Maße erfreute. Unter dem Klange studentischer Weisen und Angesichts der Fahne, für deren Ehre er furchtlos und treu jederzeit in die Schranken getreten, wurde die Bestattung vollzogen. Das Eorps „Starkenburgia" darf sich sagen, daß es seinem Eorpsbruder ein großartiges Leichenbegängniß bereitet hat. — Heber das Unglück, welches die Familie des Verblichenen in die tiefste Trauer versetzte, wird der „Franks.Ztg." aus Gera vom 9.ds. geschrieben: Vergangene Nacht ereignete sich in unmittelbarer Nähe der Stadt, ein erschütternder Unglücksfall. Der Referendar Sorger kehrte Abends mit einem bei ihm zum Besuche anwesenden Freunde, dem Studiosus H. aus Gießen, von einem Spaziergang und einer gemüthlichen Kneiperei in dem Dorfe Giblach zurück. In der Nähe des Dorfes fielen sie in einen Steinbruch. Der Student aus Gießen war sofort tobt. Sorgen wurde schwer verletzt erst heute Morgen von nach der Stadt gehenden Landleuten gefunden. Ob er mit dem Leben davon kommt, ist fraglich. — Darnach müssen wir unsere gebrachte Nachricht berichtigen, daß der Verstorbene aus einem Bahnzuge gestürzt sei. Vermischte-. ][ Darmstadt, 11. October. Wie wir hören, hat der langjährige Vorstand der Großherzoglichen Hofbibliothek Geheimrath Dr. Walther in Rücksicht auf sein hohes Alter und seine schon längere Zeit wankende Gesundheit ein Gesuch um Pensiomrung eingereicht. Die Entscheidung darauf, welche nur im gewährenden Sinne ausfallen kann, wird alsbald nach der Rückkehr des Großherzogs hierher zu erwarten sein. Lieber den eventuellen Nachfolger des Geheimraths Walther, ob die übrigen Bibliothekbeamten aufrücken oder eine Berufung von auswärts erfolgen wird, darüber sind zur Zeit noch keine sicheren Mittheilungen möglich. Graf Oyntzausen, Premierlieutenant a. D. und auf dem Gebiete der Heraldik schriftstellerisch thätig, hielt sich seit etwa 14 Tagen hier auf, um sich mit unseren Theaterverhältnissen gründlich vertraut zu machen. Er hat die Erlaubniß, sich alles anzusehen und es ist ihm ein Platz in der Fremdenloge des ersten Ranges -zur Ver- sügung gestellt. Man bringt die Anwesenheit des Grafen mit der eventuellen Neuerrichtung einer Hoftheater-Jntendanz in Verbindung. Ob mit Recht, würde die Zukunft' zu lehren haben. Graf Oyntzausen hat sich bereits an mehreren hervorragenden Theatern umgesehen; zuletzt war er in Wien gewesen. lieber die Wahl des Hauptmanns v. Schwarzkoppen zum niilitärischen Gouverneur des Erbgroßherzogs Ernst Ludwig erfahren wir, daß der Ehef des preußischen Militär- cabinets General v. Albedyll dem Großherzog drei geeignete Candidaten aus der Zahl der Generalftabsoffiziere vorgeschlagen hatte. Aus diesen dreien wurde Hauptmann v. Schwarzkoppen, der ein ebenso ausgezeichneter Militär wie feiner Cavalier ist, durch den Großherzog selbst ausgewählt. Für denselben ist eine Wohnung im alten Groß- herzoglichen Palais am Luiscuplatz hergerichtet worden. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit tritt Hauptmann v. Schwarzkoppen in die preußische Armee zurück. Aus dem Taunus, 8. October. Die Taunusjagden sind der interessanten Jagdpartieen und des reichen Wildstandes halber — besonders im Gebirge gibt es hier außerordentlich viel Hirsche — sehr beliebt. Bei der Jagdverpachtung geht es oft wegen der zahlreichen Reflectanten sehr unruhig her und wurden mitunter gute Preise erzielt. Letztere waren bei den vorjährigen Ausschreibungen viel höher ivic in früheren Jahren. Der Hasenstand ist in unserer Gegend durchschnittlich befriedigend. Die Jagd auf Feldhühner war so ergiebig wie lange Jahre nicht: ein Jäger erlegte mitunter 20 bis 30 Stück Feldhühner in einem Tage. Rehe gibt es viele, Hirsche zeigen sich heuer in so vielen Rudeln, wie man solche fast noch nie in so großer Anzahl beobachtete. Viele Hirsche — darunter Kapitalthiere — fielen kürzlich in die Hände unserer Nimrode. Das erste große Feldtreibjagen ist auf den 18. October angesetzt, die Waldtreiben nehmen mit Beginn des Winters ihren Anfang. — Seitdem hie Kirchiveihen in den Taunusorten aus bestimmte Tage verlegt worden sind — am vorigen Sonntag wurden nicht weniger als 28 Stück gefeiert — fallen auch die früher so häufig vorgekommenen Schlägereien zwischen den Burschen der verschiedenen Ortschaften weg. Bis heute ist uns von einer Ausschreitung bei den letzten Kirchweihen noch nichts zu Ohren gekommen, obwohl Gelegenheit dazu durch die fast in allen Orten arrangirten Preiskegeln um Hümmel, Kälber rc. geboten war. Zum Glücke blieb es nur bei Disputationen. (Kl. Pr.) — Die Winterzeit naht heran und wollen wir nicht versäumen, an die Hausbesitzer die dringende Mahnung zu richten, bei anbrechender Dunkelheit Treppen und 'Fluren zu beleuchten, da nach richterlichen Entscheidungen die Hausbesitzer für Unfälle, die durch unbeleuchtete Treppen und Fluren entstehen, haftbar sind. — , Eine Kinderwärterin aus Solingen spielte mit ihrem Schutzbefohlenen und fügte dabei unbewußter Weise dem Kinde ein Leid zu, worüber das Kleine in Thränen ausbrach. Ter in der Stube befindliche große Hund stürzte plötzlich mit voller Wuth auf die Wärterin, grub seine Zähne in deren Waden, wodurch die Person zu Falle kam. Jetzt packte das wüthende Thier dieselbe am Genick und bearbeitete ihren Hals und Hinterkopf in einer entsetzlichen Weise, bis Hilfe herzukam. Der Zustand des Mädchens soll ein äußerst bedenklicher sein. — Auf dem Rittergute Po mß en bei Grimma waren vor einiger Zeit einmal 50 Stück Kornsäcke verschwunden, welche trotz aller Nachforschungen nicht zu finden waren. Als nach einem Jahre der Verwalter des Gutes begraben wurde und es dabei regnete, nahmen die im Leichenzuge befindlichen Weiber ihre Röcke über den Kopf und der erstaunte Amtmann, der hinterher ging, las auf allen Unterröcken: Rittergut Pomßen, Nr. 18, 24, 36, 48 rc. — In Eleusis ist es gelungen, unter dem großen, von 42 Säulen getragenen Versammlungshause, über dessen Aufdeckung schon öfter berichtet ist, die Spuren des ältesten von den Persern zerstörten Heiligthnms aufzufinden. Es ist ein Quadrat, dessen Seite ungefähr die Hälfte der Seite des neuen von Jktinos erbauten Tempels ausmacht; es enthielt 25 Säulen, die in 5 Reihen angeordnet waren. Der alte Tempel nimmt so genau die Nordostecke des neuen Tempels ein, daß seine östliche und nördliche Mauer völlig in den von Jktinos erbauten zusammenzufallen scheinen. Die Entdeckung ist von Wichtigkeit: inan gedenkt die bis auf den Grund ausgegrabenen Mauern wieder auszufüllen, doch so, daß die oberen Theile der alten, für die Geschichte des Tempels besonders wichtigen Mauern sichtbar werden. Newyork, 1. October. In der „N--P. Staats-Zeituung" lesen wir: Recht traurige Zustände müssen in California, spcciell in San Francisco herrschen. „Die Anzahl der Selbstmorde ist" — so schreibt ein dortiges deutsches Blatt —, „erschreckend groß, und tief betrübend ist die Thatsache, daß unter den Unglücklichen, die sich in den Tod stürzen, eine überwiegende Majorität deutscher Abstammung ist. Alle diese Be- dauernswerthen sind Opfer getäuschter Hoffnungen." Da trotzdem in Deutschland ortwährend Agenten thätig sind, um Auswanderungslustige durch glänzende Schilder- ingen und Versprechungen nach California zu locken, so sieht sich dasselbe Blatt zu olgender Warnung veranlaßt: „Bleibt Alle im. deutschen Paterlande, die ihr kein kleines Kapital habt, um selbstständig etwas zu beginnen! Arbeit findet Ihr hier nicht; in San Francisco allein wird die Zahl der Arbeitslosen auf zehntausend geschätzt." — Nach dem Berichte des Majors Kitschener über die Einnahme Khartums durch den Mahdi dauerte die Metzelei sechs Stunden lang, wobei mindestens 4000 Per- onen getödtet wurden. Die schwarzen Truppen wurden geschont, mit Ausnahme derjenigen, welche an dem Bari-Thor und sonst Widerstand leisteten. Große Massen Einwohner und Sclaven wurden getödtet und verwundet. Die Baschibozuks und die Regulären, an Zahl 3327, sowie die Schaigia-Jrregulären, zusammen 2330 Mann, wurden fast sämmtlich, nachdem sie sich ergeben hatten und entwaffnet worden waren, kalten Blutes ermordet. Der österreichische Consul Hansal wurde in seinem Hause ermordet. Der griechische Consul Nicola, ein Arzt, und Ibrahim Bey Fayzy, ber Secretär Gordon's, wurden zu Gefangenen gemacht. — sWozu die Tonrnüre sonst noch gut ist.) Die Wiener „Allg. Ztg." erzählt: Es war kurz vor Abgang des Wiener Courierzuges von Budapest, als eine elegant gekleidete Dame auf den Perron stürzte und vom Conductenr ein DamencoupS verlangte. Der Conductenr war von dem außerordentlichen Umfange der Tonrnüre. der Reisenden überrascht, doch er war ein kluger Manu und wußte, daß die Tournüren wie die Schulden von Tag zu Tag größer werden. Er half der schwerfälligen Dame — nebenbei fei bemerkt, der Besitzerin eines hervorragenden Damen-Confections- geschästes — in den Waggon, dabei streifte er aber die Tonrnüre, wo es sich im nächsten Augenblicke unheimlich zu regen begann und — ein leises Gebell ertönte. Der Conductenr erschrak und die Dame nicht minder. Sie wagte nicht in's Conp4 zu steigen, denn das Gebell in ihrer Rückfront wurde immer lauter und dem braven Conductenr schien es, als ob da hinten ein Hund bellen würde. Die Damen im Coupö begannen zu kichern, die Frau mit der Tonrnüre spielte alle Farben, der Con- bucteur aber bat, baß bie Dame wieber aussteigen möge . . . Sie that es mit Würde und Hoheit. „Was wollen Sie?" fragte die Dame. — „Ich ... ich ... ich habe..." stotterte der Conductenr . . . „ich habe in Ihrer Tonrnüre etwas gehört . . — „Sie Unverschämter!" schrie bie Frau, beim es war thatsächlich still rings umher. Der Stationschef kam herbei unb nachdem ihm ber Conbncteur ben Fall erzählt, würbe bie Dame aufgefordert, ihre Tonrnüre untersuchen zu lassen. Die Gattin des Portiers zog sich mit ihr in bie Garderobe zurück und kam nach einigen Secunden mit der Tonrnüre wieder. In dem Gehäuse einer sogenannten „Helm-Tournüre" steckte ein kleines Schoßhündchen, das freudig bellte, als es das Licht der Welt wieder sah. Der Hund wurde entfernt, bie Tonrnüre wieber zurückgestellt unb mit Zurücklassung bes Hündchens und zwei Gulden ©träfe (denn Hunde dürfen nicht in bie Coupss mitgenommen werben), bürste bie Dame ihren Platz im Conpä wieber einnehmcn, worauf ber Zug erleichtert seinen Weg nach Wien antrat. Die Tonrnüre als Thierkäfig auf Reisen — bas kann boch als Gipfel der Hinterlist einer Fran bezeichnet werden. — sAmerikanischer Humor.) Ein Professor der Chemie, Gasaway, von der Staatsuniversität von Texas, wirb von ben losen Schülern bes Instituts von jeher zum Gegenstand allerlei Neckereien gemacht unb es vergeht kaum eine Woche, baß bie Zeitungen bes Ortes nicht irgeub wieber eine neue Tollheit zu melben haben, welche auf Kosten bes guten Dr. Gasaway ausgeführt worben. Die letzte derselben bestand darin, daß eine Rotte Studenten den Professor, der nicht nur seiner chemischen Kenntnisse halber, sondern auch wegen seiner Furcht vor Einbrechern berühmt ist, um 3 Uhr- Nachts herausgeklingelt unb ihm, als er, vorsichtig seinen Kopf burch ein Fenster des Oberstockes heraussteckend, fragt, was los sei, die Antwort hinaufruft: „Ein Fenster in Ihrem Hause steht offen, Herr Professor, unb bie Einbrecher treiben es hier gerabe jetzt so arg, wie sie es seit Jahren nicht getrieben!" -- „Das ist nicht möglich," ruft ber Professor zurück, „ich habe eigenhänbig vor dem Schlafengehen alle Fenster des Hauses geschlossen". — „Gut beim", lautete bie Antwort ber Studenten, „so lassen Sie sich berauben unb vielleicht gar ermorden, wenn es Ihnen beliebt. Wir haben unsere Pflicht gethan unb Sie gewarnt." Und bamit machten sie Anstalt, sich m entfernen. „Aber um bes Himmels Willen, so gehen sie doch nicht so ohne Weiteres bavon!" ruft ihnen ber zum Tobe erschreckte Gelehrte mit furchtbebender Stimme nach. „Lassen Sie mich boch wenigstens wissen, welches Fenster offen ist." — „Welches Fenster?" schallt es im lustigen Chorus zurück. „Das, aus welchem Sie eben Ihren Kopf stecken!" Univerfitiit- - Chronik. — Die Stelle von Professor Minor in Prag soll auch burch einen^beittschen Gelehrten besetzt werben unb zwar hat man in erster Linie Dr. Bernhard Seuffert in Würzburg bazu ausersehcn. Schiff-nachrichten. Bremen, 10. October. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postbampser Ems, Capt. W. Willigerob, vom Norbbeutschen Lloyb in Bremen, welcher am 30. September von Bremen unb am 1. October von Southampton abgegangen war,, ist gestern 9 Uhr Abenbs wohlbehalten in Newyork angekommen. Kepertoir der vereinigten Stadttheater ;n Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag ben 13. October: Zum ersten Male wieberholt: Silvana. Mittwoch ben 14. October: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Teil. Donnerstag ben 15. October: Margarethe. Freitag ben 16. October: Gastspiel bes Herrn Emil Götze. Martha- (Lyonel: Herr Götze.) Außer Abonnement. Samstag ben 17. October: Freischütz. Sonntag ben 18. October: Silvana. Montag den 19. October: Zweites unb letztes Gastspiel bes Herrn Emil Götze. Die Meistersinger. (Walther Stoltzing: Herr Götze.) Außer Abonnement. Schauspielhaus. Dienstag ben 13. Octover: Reu einstnbirt: Phäbra. Mittwoch ben 14. October: liniere guten Freunbe. Donnerstag den 15. October: Vorstellung im Abonnement A. (für einen ausgefallenen Montag). Die relegirten Studenten. Freitag den 16. October: Reu einstnbirt: Donna Diana. Samstag ben 17. October: Phäbra. Sonntag ben 18. October: Krieg im Frieben. Vorher: Neu einftubirt: Ein Wort an ben Minister. . ®;Sr . I j/ 1- ÖU in einzeln" sende '" iß. Hen losten KM« o. Carl Carl Otto Eva C. Ä Kartoffe! Die Lieferung guter Speifekarti zeichnete Anstalt iveg vergeben n in der Anstalt Offerten bis lär einMichen. Gießen, den Großh. Direct Gießen, den « Großherzogln Mi W hiesigen leite die * auf befugten i Mm Enl Ko $iltwod) ii Kadirn werben in ber C.ovha's, Kon Äsche, Uhren, versteigert. 7351 w Mschd e'Mehit biüigft füdBe 12, Äüiere WwchMung^ n ' I Gchng Q Mewällte 8 besten De 8« komisch 0 q Strohe 2 8 2 g Nrtl l ö M Feie 1324 *o( A. Fangmann. 7083 1! M ülle r. 7311 Seit 11 Jahren bewährt 8 40L Ya SU in Grieaaen bei Ernst Balser — H. Kühn Jo Ile Fuhr, Sonnenstraße 25. 7347 DB Bernhard ^^ull a Die 7324 führen. -M a D O o Gießen, den 7. Dctober 1885. Großherzogliches Amtsgericht. Geitzler, Gerichtsvollzieher. versteigert. 7351 I. Bärmann, Eva Eichenberg, C. Weber, Weinhandlung. I. Goldschmidt junior, PH. Nau & Co., Carl Hosch, Otto Mögenburg und Carl Lange. -LZ Bekanntmachung. Zum hiesigen Firmenregister wurde heute die Löschung folgender Firmen auf befugten Antrag vollzogen: Das Aufsehen erregende Werk: Die Kunst der Rede von Dr. Ad. Calmberg, das in wenigen Wochen ausverkauft war, ist nun in zweiter erweiterter Auflage wieder zu haben in der Buchhandlung von 7124 I. Nicker in Gießen. Gebrüder Stamm, Markt u. Schulstraßen-Eckr, empfehlen ihr reichhaltiges Lager der neuesten Damen- u. Kindermäntel, größte Auswahl eleganter Herren- und Knabengarderobe, insbesondere Herbst- und Winter-Ueberzieher, Kaisermäntel, Schuwalofs, Regenröcke, Schlafröcke, Joppen rc., sowie alle Neuheiten in Stoffen zur Anfertigung nach Maß. N. 8. Gleichzeitig machen wir auf eine Parthie Damenkleiderstoffe, Buckskin-Reste, Damen- und Kindermäntel, Herren- und Knaben- Kleider aus voriger Saison aufmerksam, welche 25—50°/o unter den seitherigen Preisen abgegeben werden. 7159 ist soeben erschienen. Jeder Kalender enthält gegen 200 gute Kocbrecepte» 237 Verkaufspreis da* Stuck 50 Pf. 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