18SS Dienstag den 13. Januar Str. IO Erscheint täglich mit N«Ln«hme bcd Wontag«. »*ree* t Schulstraße 7. Gießen, am 9. Zannar 1885. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Brinqerkchn. Durch die Post bezsyen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Aeutschland. Darmstadt, 10. Januar. Das Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 27, enthält folgendes Ausschreiben vom 30. December an die Justizbehörden, insbesondere die Gerichte und Gerichtsschreibereien, betr.: Den Ansatz, die Erhebung und die Beitreibung der Gerichtskosten, insbesondere die Heranziehung des zweiten Kostenschulvnerü. „In einem kürzlich vorgekommenen Falle hat ein Amtsgericht nach con- statirter Zahlungsunfähigkeit des in die Kosten des geführten Civilproceffes ver- urtheillen Beklagten von der Heranziehung des vorschußpflichtigen Klägers, wie solche nach Maßgabe der Vorschriften unseres Amtsblattes Nr. 14 vom 27. April 1882 geboten war, um deswillen Abstand genommen, weil der Beklagte nur vorläufig zahlungsunfähig fei, demnächst aber Vermögen zu erwarten habe. Ein deraltigcs Verfahren steht mit den bestehenden Bestimmungen in offenbarem Widerspruch. Denn da nach § 90 G. K.-G. die Verpflichtung zur Zahlung der nach SS 81—85 vorzujchießenden Beträge bestehen bleibt, wenn auch die Kostendes Verfahrens einem Anderen auferlegt oder von einem Anderen übernommen finb. so können die vorzuschießenden Beträge sowohl während des Verfahrens, als nach Beendigung desselben von dem Vorschußpflichtigen ohne Weiteres eingezogen werden, und die Thatsache, daß ein Anderer in die Kosten verurtheilt wird ober dieselben übernimmt, hat nur bie Folge, daß nunmehr bezüglich des Betrages, in welchem Vorschußpflicht und Verurtheilung oder Uebernahme zusammentreffen, zwei Schuldner der Staatskasse vorhanden find, unter welchen fie die Wahl hat. Nur in dem Falle des § 88 Absatz 2 G- K. G. existiren mehrere Schuldner, welche nicht nebeneinander, sondern der Eine nach dem Andern verpflichtet find. Aber selbst in diesem Falle kann der Gläubiger, wenn die Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen des in erster Linie verhafteten Schuldners erfolglos geblieben ist, nicht gezwungen werden, auf einen späteren (in der Regel nicht einmal sicheren) Erwerb dieses Schuldners (bezw. bis zu einem späteren Zeitpunkte, in welchem eine wiederholle Zwangsvollstreckung gegen denselben Erfolg verspricht » zu warten. Das Gleiche gilt in dem Falle, in welchem die Staatskaffe unter mehreren nebeneinander verpflichteten Schuldnern wählen konnte und nach getroffener Wahl eine Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen des gewählten Schuldners erfolglos geblieben ist. Zur Verhütung ähnlicher Mißverständniffe des im Eingang erwähnten, machen wir die mit dem fraglichen Gegenstände befaßten Behörden auf die vorstehenden Grundsätze aufmerksam und empfehlen diese Grundsätze, welche nach den 1 und 2 des Gesetze» vom 30. August 1879 auch im besonderen Verfahren und in der nichtstreüigen Gerichtsbarkeit (in der letzteren mit den Zusätzen der §§ 17 und 18 der Verordnung vom 18. Januar 1882) Geltung fcff ™w"e«¥ »»' »- SBmfrun’Oin. Colontalvolitik; er könne st- aber nur foÄn m”n tW wie geite’rn bl. Mittel für die älfr.taforfAung unnötblg an bte Commission zurückaingen und wenn thm Forderungen zu ihrer Durchführung, w e die beultae schnell bewilligt würden. Wolle man das nicht so sage man eS bald uno ?r rr ft Vnff nuna»n Er geht dann auf bte Vorgänge in Kamerun über uns v»l eft b ?b/kanMe Devesche' Die Vorgänge seien allrrbtngS bebauerltch, aber un- verm^dltch Er thettt weiter' Berichte und Aktenstücke mit aus denen hervorgeht das die Einaedoren n in Kamerun durch Engländer, darunter Cousularbeamte, aufgestach> lr worden^sind. Das Hamburger Syndikat hat energisches Einschreiten Sesordert, eS Hal auch wegen dieses Vorgehens der englischen^Beamten.in Kamerun^eia Depeschenwechsel ftattaefunben »wischen London und hier. Der Kanzler er.lärt, daß er bte englrsche Regierung für vollständig unbetheil'gt an btesen Vorgängen Halte,er. habe auch V-rstch-rung -rhatteu, daß bte englische Regierung bi- Abstcht habe, bmch Ann,rionen die deutschen Besitzungen vom Hinterland adzuschnstden Lord Granville habe sofort Bericht über da« Verhalten der englstchen Beamten ia Kamerun verlangt, ääää sms: wrrS ™S'i Ä Ä‘ ,L K .Ä»* SÄ’... 4—W Jtmnerung bat. w-rn-nbe Stimme; Deutschtanbstehev°reinem entscheide"Sch-tti; es könne in überseeische•.**»°7rb7 g°7müngen G-fahr, baß e8 feine bisherig- concentrlrte Stellung nerl er • m,g^ung not^, sein, eine gr°tz- Seemacht ju entfalten. Dem gegenüber fei wendig, zumal wir ringe °°n Feinden umgeb n stob Er oe.kenn. me^» g N^ g der Nation nicht, fei aber alt genug, um einen tu, J te(. jjaT,,[er rötyere beantrage er Verwesung an "i Bubgetcommtssion. bio y «affetlüffe über bte Colon,alpoltt'k gebe. Et w'fie a, mau® bäcbttgungen ausgef-tzt werben mürbe, ”e"f6* afb”.bn 3^nbt6orft- Natürlich werbe Fürst Bismarck menbet M Wr « f ««»*'Vorbereitete NachtragS- bfefer Schritt Folgen haben. „nlb cble «-amten von Kamerun fordert, forderung. die Gehalt für ™ ®ou“"' mmIi!» seien, sei falsch, daS Gegentheil Die Behauotnng, daß wir rings ”°" ^lnhb *«« I. ° EESSää -SWÄMÜM--«-« äsm nicht sofort voraelegt werden, mit der erstgenannten Behörde in Benehmen zu setzen hat. 11 b ö Dr. Boekmann. Betreffend Die Ausfertigung der Heimathscheine und StaatSangehörigkeitSauSweise. Gießen, am 10. Januar 1835 Das Großhcrzoglichc Krcisamt Gießcn an die Grotzherzogliche» Bürgermeistereien des Kreises. tchener Anzeiger Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen. Betreffend' Die Einrichtung der Bittschriften um Stipendien oder Stundung der Collegiengetder auf der Landesuniverfttat. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 1) Zwischen Frage 6 und 7 ist die Frage 6» emzuschallen: Wie viel bezahlen die Eltern an directen Staatssteuern pro Zrel? Mit welchen Steuerkapitalien sind dieselben eingeschätzt und zwar mit welchem a) Gewerbfteuerkapllal, b) Grundsteuerkapital, c) Einkommensteuerkapital, d) Kapitalrentensteuerkapital? 2) Die bisherige Frage 9 erhält folgende Fassung: . Bezieht Bittsteller Stipendien aus öffentlichen Fonds oder ^amuienfhftungen, oder fließen ihm Privatunterstützungen und in welchem Betrage zu? vr. B o e k m a n n. — von Herrn Wslj x mit Logis isl pr. eisig ,u üermiettm. )ßnnftäbter Haus. -Lteinstraße 48. ?mcr zu vermiet^ ^.derftroße Nr. 3. ^chk Wohnung, '» Korridor, Migd- ^'chplatz und son- stbisl.AMl.A Cchillerstrahe 16, >Herrn Hainbach oder ohne Laden» ist bis zum 1.ZM !hen. 3ahnhosstraßr-26. Dom \ » Br«*"- oKr ’S N mieihen $L2aiSto ?«*£ 'ft fcft -xLttslr^, 3» eöt/yj ^kNMern. 85ntnb ,®Qrttnan: ÄS' WW 5 Seiner Sofort LügelSgafle 24. Anzeigm. n, welches eineHau^ führen kann, wir» )it (fypcb- b. A. jiL^erwerthung - fT Civil-Jngenieur Sb'A3lBEBLDl'< chriwlj 14 .. Koch, Scjmiitt. fumnafiatfdiüler nnbrn „fm0 21pril. »<’ gift, ftbrifili» M'tt hprd. d. Bl. rnenbcK- unter Garantie erkur, °h°« SU|' thätigkeit ««•«'=' 30 A P03tffi»rk” ann, Berlin S- P.nstrasse 47. _ Brauerei-^^.— | * einpßeblt £llI0titStr jen 0r Aelgie«. Brüssel, 10. Januar. Gegenüber Der Meldung des „Courier de Bruxelles" meint das „Journal de Bruxelles", es sei nicht davon die Rede, den Kammern auch in dieser Session eine Wahlreform-Vorlage zugehen zu lassen- Portugal. Lissabon, 10. Januar. Die Quarantäne für Schiffe aus England, Deutschland, Belgien und Holland wurde ausgehoben. Nach Meldungen aus Madeira ist auch Dort die gleiche Aushebung erfolgt. Türkei. Konstantinopel, 10. Januar.. Der Justizminister Hassan Fehmi ist heute in außerordentlicher Misston via Varna nach London abgereist. Die Quarantäne für Provenienzen aus Frankreich und Tunis ist auf 24 Stunden, die Quarantäne-Observation für Provenienzen aus Italien, Spanien und Algerien aus drei Tage herabgesetzt worden. Amerika. New-York, 10. Januar. Dem irischen Nationalisten Thomas Phelan, welcher Aufseher des Arbeitshauses KansaS City (Missouri) ist, wurde in dem Bureau O'donovan Rossa'S in New-York von einem Manne, dessen Name angeblich Richard Short ist, eine erhebliche Stichwunde beigebracht, weil er die Geheimnisse der Irischen JnviuctbleS verrathen hätte. Rew-Bork, 10. Januar. Eine Depesche aus Washington constatirt, daß der britische Gesandte keine Mittheilung über das angebliche Vorhandensein einer Dynamit-Gesellschaft in Pennsylvanien erhalten habe. Auch in New-Dork liegt keine Bestätigung des Gerüchtes vor. Washington, 10. Januar. Das Repräsentantenhaus nahm die Resolution, welche Information über die Congo-Conferenz verlangt, an. Panama, 10. Januar. In vier inneren Staaten ist eine Revolution ausgebrochen und von Panama sind Truppen nach Cauca gesandt. Die Regierungs-Truppen wurden von Den Aufständischen bei Junga geschlagen. Der Ausbruch eines allgemeinen Krieges wird gefürchtet. Gestern fand die Ein- führrung des Generals Santo Domingo Vila als Präsident von Panama statt- rathe zeigte der Marineminister Peyron an, daß das Transportschiff „Chalon mit Truppen und Kriegsmaterial am 6. ds. in Keelung emgetroffen fei. Der Kriegsminister Lewal machte Drittheilungen über die Organisation der neuen für Tongking bestimmten, 6000 Mann zählenden Verstärkungen, welche Anfangs Februar abgehen sollen. , , , n, , — Die Einnahme von Langson gilt als unmittelbar bevorstehend, dle Truppen sollen sodann zur Besetzung des D^files von Thatke aufbrechen, welches den Eingang von Nord-Tongking schließt. — Das Journal „Paris" bestätigt, daß Ministerpräsident Ferry alle zur Zeit in Shanghai befindlichen diplomatischen Agenten Frankreichs angewiesen habe, China zu verlassen. r t — Eine Deputation der israelitischen Allianz begab sich heute zu dem sich gegenwärtig hier aufhaltenden marokkanischen Minister Feraud, um dessen Schutz für die Jsraelitien in Tanger zu erbitten, die von der Bevölkerung mit Gewalt- thätigkeit bedroht werden. Feraud, der demnächst nach Marokko zuruckgekehrt sicherte seine Intervention zu und versprach, die Israeliten gegen Unbilden zu schützen. eiee kleinere. Die Colonialpotitik führe ihn zu vorher nicht zu übersehenden Schritten, - so »erbe j?tzt gemeldet, daß bte Regierung Neuseelands Samoa armekttreu wolle und , Leute habe er eine Depesche erhalten, wonach die Eingeborenen Neu-GuineaS die deutsche Occupatton HInauSgeworfen hätten. Auch in Samoa seien eS die Eingeborenen, welche ; bte englische Annrx-on wünschen. Er verweigere nochmals, n die Commission zu kommen. In der Colontalpolttik folge er Wörmann mehr als Wtndthorst, warum solle man der hanseatischen HandelSaristokratte mißtrauen. Er schließt wieder: Nehmen Sie die Forderung an, so accepttreu Sie unsere Colontalpolttik, lehnen Ste sie ab, so | übernehmen Ste bte Verantwortung dafür. Richter weist den Retchskanzler darauf hin, daß die Freisinnigen sich für die Forderung erklärt haben, wie sie ja auch die Colontalpolttik in dem engen vom Retchskanzler Im Juni ^kennzeichneten Rahmen oilltgen. In diesem Rahmen halte sich die heutige Forderung, spätere Bewilligungen seien besonders zu überlegen, er protesttre j tzt schon gegen den nattonalliberalen Aufruf, um die Colontalpotit.k zu unterstützen, dos sei nicht nöthig. da diese vom Reichstag unterstützt werde. Wörmann'« Rede set als die des nächsten Interessenten mit Vorsicht auszunehmen. Er verzichte auf eine Erörterung der Kamerun-Verhältnisse, da dort jetzt die deutsche Flagge engagtrt sei. da müffeo alle Parteien einig sein. Die Freisinnigen hätten bereits am 14. December beschlcssen, die Forderung zu bewilligen und werden sie heute ohne commtssartsche Be- rathung angesichts der Verhältnisse bewilligen. (Beifall auch recht?.) Bismarck erklärt, er freue sich, einmal ausnahmsweise daS Vergnügen zu haben, mit Richter übereinzusttmmen. , , , ~ t A Hammerstetn behauptet, die Nachgiebigkeit Richters sei eine Folge der Entrüstung der Bevölkerung über bte verweigerten 20,000 JL Wtndthorst wendet sich scharf gegen den Reichskanzler, der nicht glauben dürfe, er allein verstehe etwas von der Sache. Allerdings m't zwei Millionen Soldaten set e« nicht schwer, gute Politik zu machen. Auch nach BiSmarck werde Deutschland Männer finden, die verständig die Pol tik leiten werden. Ueber den Beschluß vom 15. December werde man sich ein andermal ausführlich äußern, nebensächliche Erorttrung genüge dafür nicht. Er warne bet allem Interesse für bte Colonialpolitik nochmals vor übereilten Schritten und ziehe, da die Abstimmung über seinen Antrag zweifellos sei. denselben zurück. Der Tag werde nicht auSbletben, wo man seine ruhige Ueber- legung loben werde. Er werde ohne Präjudiz für weitere Bewilligungen für die Colontalpolitik dte Forderung genehmigen. m .., I Fürst Bismarck bestreitet nochmals, daß in absehbarer Zeit Verwickelungen mit England möglich seien und wendet sich im Urbrtgen mit feiner Ironie gegen Windtborst. bezüglich dessen er cittrt: „Von Zeit zu ZS seh'' ich den Alten gern und schließt, der Worte sind genug gewechselt, lassen Sie uns die That der Av- fttmmung ^bhen.^ noß Richter, Wörmann und Wtndthorst, darauf wird die Debatt^ geschlosftn ge|un0> Ohne Discussion wird der Nacktragsetat mit großer Majorität angenommen; dagegen ein ansehnltcher Tbeil deS CentrumS, darunter Schorlemer, Huene, mehrere Socialdemokraten und Bamberger. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Etat. (Fr. Z-) Berlin, 10. Januar. Schneller noch, als erwartet und befürchtet werden konnte, ist es in einer der neuen Colowal-Besitzungen Deutschlands zu Blutvergießen gekommen. In Kamerun haben vom 20. dts 22. December Kämpfe zwischen den Eingeborenen und deutschen Truppen siattgefunden und ouS den bis jetzt bekannt gewordenen Einzelheiten scheint hetvorzugehen, daß die Schwarzen durchaus keine zu verachtenden Gegner sind. Während die Depesche de? Contreadmirals Knorr an die Admiral tät nur kurz meldet, daß die Truppen der Schiffe „Bismarck" und „Olga aufrührerische Negerparteien in Kamerun mit Waffengewalt niedergeschlagen Haden, meldet ein Berichterstatter der „Köln. Ztg.- aus Kamerun vom 23. December (telegraphisch von St. Vincent 9. Januar) folgende Einzelheiten: Die erwähnten deutschen Kriegsschiffe länderen am 20. December tn Kamerun 330 Mann mit 4 Kanonen, weil Hickorytown und Foßtown den König Bell verjagt, die Kaufleute bedroht und Belltown verbrannt hatten. Hickorytown wurde bei geringem Widerstände ohne Verlust genommen. Ein Ofsicter der „Olga", Rtedel, welcher erfahren hatte, daß bte Fotzleute Woermann'S Agenten Pantanius gefangen genommen, beschloß, mit ssstner Abtheilung dessen Rettung zu versuchen. Unter heftigem Feuer landete die Abthetlung tn Belltown und stürmte einen 100 Fuß hohen Abhang mit Verlust von einem Tobten und sieben Verwundeten. Sechzig Mann hielten daS Plateau zwet Stunden lang gegen 400 au« Buschwerk und englischen Mtsstonen feuernde Feinde. Die Munition wurde knapp, als Unterstützung vom „Bismarck" anlangte; Foßtown wurde mit Hurrah gestürmt und niedergebrannt. Inzwischen ermordeten die Empörer Pantanius. Nach Verlust von 20 Tobten und vielen Verwundeten, darunter der Häuptling, entkam der Feind in's Innere. Am 21. December wurde daS verödete Foßtown abermals besetzt, am 22. bombardirte die „Olga" den Fluß befahrend Hickorytown. Die Ordnung war am 25. December völlig hergestellt. Die Neger begannen die bethörten Gevosfen auS- zuliefern. Eine Bekanntmachung des Admirals verbietet den Waffenverkauf und drohte weißen Helfern der Empörung mit Ausweisung. Hickorytown und Belltown liegen unmittelbar an der Mündung deS Kamerunflusses, wodurch eS den beiden Kriegsschiffen möglich wurde, sofort einzugretfer. Der Umstand, daß aus „englischen Missionen" gefeuert wurde und der deutsche Admiral „weiße Helfer der Empörung" mit Ausweisung bedroht hat, scheint darauf hinzudeuten, daß englische Hetzereien mit im Spiele gewesen sind. Wer sich noch der Jntrtgum erinnert, welche der Proklamirung deS deutschen ProtectoratS tn Kamerun vorangingen, wird sich nicht wundern, daß eS zu einem Zusammenstoß gekommen ist, zumal die „Könige" Aqua und Bell miteinander Krieg führen. Wenn man in Deutschland geglaubt haben sollte, daß unS bei der Er- | Werbung von Colonieen die unangenehmen Erfahrungen der Engländer, Franzosen und | anderen Nationen erspart werden ober daß wir mit anderen Mitteln vorgehen würden, । so dürften diese Illusionen bald verschwinden. An der Sklavenküste beklagen sich die Engländer, daß die Deutschen in Bagetda und Klein-Tooo den Eingeborenen Waffen liefern — nun hat Admiral Knorr al« erste Sicherheitsmaßregel tn Kamerun den Waffenverkauf verboten. So oft die Engländer und Franzosen Dörfer der Eingeborenen bombardtren und diesen ihre Herrschaft mit Waffengewalt aufzwingen, macht sich, und wie man sagen muß, mit »ollem Recht, tn der deutschen Presse große Entrüstung bemerkbar. Nun haben wir selbst tn dem eigenen Schutzgebiete „Städte" dom- barbirt und eingeäschert. GS sind daS eben die unvermeidlichen Folgen der Colo- nialpolitik. — Die Depeschen bezüglich der Vorgänge in Kamerun erregen im Reichstage daS größte Aufsehen. Woermann ist noch ohne Privatnachrichten; sein ermordeter Agent PantantuS ist ein Lübecker. Berlin, 10. Januar. Der ReichStagSpräsident v. Wedell, Fürst Hatzfeld- Trachenberg, Oberbürgermeister Forckenbeck, Polizeipräsident Madei, Geheimeratth Mendelsohn, Präsident der Seehandlung Nötiger, Generalkonsul Landau, forderten zahlreiche Personen auS allen Kreisen der Bevölkerung zur Berathung Über zweckmäßige Maßregeln zur Unterstützung von den durch die Erdbeben in Spanten in Roth gerathenen Menschen auf. Die erste Sitzung findet am Dienstag im ReichStagS- gebäude statt. — Im „Hotel de Rome" fand heute Abend eine Gedächtnißfeier für den verstorbenen Abgeordneten Kapp statt, welcher zahlreiche Freunde deS ® erworbenen, sowie viele Reichstogsabgeordnete beiwohnten. Die Feier begann und schloß mit Gesang. Die Gedächtnißrede hielt der Reichstagsabgeordnete Bunsen, welcher einen Abriß von Kapp'S Leben und schriftstellerischer THStigkeit gab und Kapp al? Bürger Deutschlands und Amerikas schilderte und die Wahrhaftigkeit und Kernigkeit seines WesenS rühmte. Berlin, 10. Januar. Die Nachrichten auS Kamerun beherrschten heute daS allgemeine Interesse und jede Unterhaltung im Reichstage. Die ernste Mahnung und Bedeutung dieses ersten blusigen Aktes tu unserer jungen Colonialpolitik wird von den Volksvertretern mehr gewürdigt, als es nach den heutigen Reichstagsverhandlungen scheinen könnte. Man hielt eS nun angesichts der Thotsache, daß dir Ehre unserer Flagge bereits engagirt ist, für patriotische Pflicht, jedes Wort einer öffentlichen Kritik zu vermeiden. Wie schon kurz gemeldet, liegen mehr Mitthetlungen über bte Vorgänge, alS tn den bekannten Depeschen enthalten sind, noch nicht vor. — Auch Herr Woer- mann weiß nicht« Näheres. Daß man auf die Ereignisse vorbereitet war, beweisen die Heutigen Mittheilungen deS Reichskanzlers. Nmnkreich. Pari-, 10, Januar. In dem heute Vormittag stattgehabten Minister- Hvglaud. London, 10. Januar. Dem „Reuter'fchen Bureau" wird aus Wellington vom 10. Januar gemeldet, die Regierung Neuseelands habe vorgeschlagen- Die Samoa-Inseln zu annectiren. Ein Dampfer werde bereit gehalten, um ab- zuaehen, sobald die Entscheidung Lord Derby's eingetroffen sei. London, 10. Januar. Betreffs der von der Regierung von Neuseeland geforderten Annexion Samoas durch England findet mit der Colonialmacht ein Schriftwechsel statt. Derby antwortete bereits der Negierung von Neuseeland in der Art, daß die Ausführung des Verlangens unwahrscheinlich sei. Atalien. Rom, 10. Januar. Der „Opinione" zufolge sind die Corvetten „Garibaldi" und „Vespucci" in der letzten Nacht nach Messina abgegangen, von wo sie ihre Fahrt nach dem Rothen Meere fortsehen werden. Rom, 10. Januar. In der heutigen Sitzung des Senat« erklärte Mancini aus eine Anfrage Majorana's, bei Ausweisung Cirmeni's aus Berlin handle es sich um eine durchaus legale Maßregel, die sich jeder Discussion entziehe. Andere auswärtige Correspondenten seien ebenfalls ausgewiesen worden. Die deutsche Botschaft habe ihn vorher von dem gegen Cirmeni beabsichtigten Vorgehen verständigt in einer Form, die den ausgezeichneten freundschaftlichen Beziehungen entspreche, wie sie zwischen Italien und Deutschland beständen. Eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit und eine Zurücknahme der Maßregel sei für unthunlich erklärt worden, da den anderen ausgewiesenen fremden Correspondenten gegenüber die Ausweisung trotz diplomatischer Verwendung aufrecht erhalten worden sei. , — Nach einer Depesche des „Esercitos" aus Spezzia vom gestrigen Tage ist dort der Befehl eingelangt, die disponiblen Panzerschiffe in Bereitschaft zu setzen. Der Contreadmiral Caimi, Commandant des „Vespucci", hätte zwei versiegelte Ordres erhalten, welche aus hoher See zu eröffnen seien und auf die Mission der Commandanten des „Vespucci" und des „Garibaldi" Bezug hätten. Die Schiffe gingen vorerst nach Messina; auf dem „Garibaldi" wäre heute eine aus 112 Matrosen bestehende Landungs-Compagnie in seldmäßiger Ausrüstung eingeschifft worden, dagegen sei die auf dem „Garibaldi" befindliche Civil-Expedition ausgeschifft worden. Der „Agenzia Stefani" zufolge wäre dagegen in gutunterrichteten Kreisen bekannt, daß die genannten Schiffe nach Suez gehen, dort die Transport-Dampfer mit Truppen erwarten und letztere nach Assab escortiren werden. — Der Senat begann die Berathung des Gesetzentwurfs betreffs der Assanirung Neapels. — Dem „Moniteur" zufolge werden zu Ende des Monats mehrere fran- i zösische Bischöfe hier erwartet. — „Stampa" bestätigt das Dementi der „Agenzia Stefani" betreffs der Meldung des „Esercito" über Die Ausrüstungen disponibler Schiffe in Spezzia. „Stampa" erklärt sich ermächtigt, diese Nachrichten zu dementiren und warnt vor Sensationsnachrichten. „Diritto" unD „Fansulla" dementiren gleichfalls die Meldung des „Esercito." Bekanntmachung rr 9 15 Gerichtsvollzieher. 307 zuführen. 304 Grotzh. Gerichtsvollzieher. 24- 1 1 1 1 1 1 A v. Jungenfeld, ConcurSverwalter. 430 146 18 4400 500 kommen. Butzbach, den 10. Januar 1885. orvelten „Gari- langen, von wo Senat« erklärte lu'S aus Berlin Discuß'ion tut« ewieftn worden, rti beadsichfigte« !reundfchajtlichen )lanb bestanden, ahme der Maß. Dienen fremben Verwendung auf* Bretterhaus, $BafditrommeI, Transmission mit 6 Riemenscheiben und 2 Wellen, 199 Einen tüchtigen Direktor auf sv- fert sucht Gesangverein Germania Alten- Buseck. Näheres ertheilt Herr Gastivirth Wilhelm Körber daselbst. Venator, Großherzoglicher Gerichtsvollzieher. m gestrigen Tage in Bereitschaft zu ucci", hätte zwei seien und aus die di" Bezug hätten rldi" wäre heut-: Geldmäßiger AuS' rntbi" befinsliche i". zufolge wäre tlen Schisse nach itUn und letzten ”tb M Welling, 'bevorgeschlogen. ^halten, um ab* ! von Neuseeland olonialrnacht ein von Neuseeland rch sei. UniverfitätS» Ehronik. — Dem Directrr der medicinischen Klinik In Greifswald, Professor Dr. MoSler, Ist der Charakter eine« Gchkimen Medictnal-RatbrS verliehen worden. Prag, 8. Januar. Der berühmte Zoologe, Professor on der hnsigen deutschen llntversttSt, Hofrath Friedrich Ritter Stein, geboren tm Brandenburgtichrn, >st heute Abend qrsiorben.Oft. Z»a ) Schiffsnachrichten. Bremen, 10. Januar. fPer transatlantischen Telegraph.s Der Postdampfer Main, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. December von Bremen und am 30. December von Southampton adgegauge« war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Holz -Versteigerung. Freitag den 16. d. MtS. werden im Lich er Stadtwald, Distrikt Versteigerung. Mittwoch den 14. Januar 1885, Vormittags tt Uhr, auf der Eisensteingrube Stangenrod bei Grünbcrg einige Hundert Centner Eiienftemc, 1 Brückenwaage, 1 zweiräderiger Holzkarren, Kirchliche Antigen der evsngel. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibel stunde in der Kleinkinderschule, Apostel- urss betreffs ber iaU mehrere fran* teiani" betreffs ber Schiffe in W- leniiren unb warnt itiren gleichfalls bie Im Auftrage des Verwalters der (S. Löffler'schen Concursmasse bringe ich Mittwoch den 14. und Donnerstag den 15. Januar d. I., Morgens ~ Uhr ansangend,'vor der Wohnung des Carl Löffler zu Gambacy: Eine große Parthie Hänge-, Tisch- und Wandlampen, Sturmlaternen, flache und tiefe Teller, Goldtassen, Kaffeeservice, Suppenkumpen, Ge- müseschüffeln, Waschschüsseln, Rachttüpfe rc., diverse Kurzwaaren, fertige lange und kurze Pfeifen, ca. 100 Striegeln und Kartätschen, ferner eine große Parthie schwere Zug-, Kuh- und Ochsenketten, Sensen, Sicheln, Wetzsteine, Sägeblätter, Meffer und Gabeln, Radankuchenformen, Löffel, Stalldunggabeln (Prima-Qualität). Ferner eine Parthie Cigarren, 5 Vg-Tönnchen holl. Häringe, 10 silberplattirte Leuchter, 1 amerikanischen Ofen, 20 Pfund Wollengarn, ca. 600 Bände diverse Bücher (darunter Schiller, Göthe, Shakespeare), 100 Predigtbücher (dabei diverse Bibeln und Gebetbücher), Gartenlaube, Daheim, Romanbibliothek rc. rc. gegen Baarzahlung zur öffentlichen Versteigerung. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Bemerkt wird noch, daß die Bücher am zweiten Tage zur Verftergerung Kronau" 1 Feldschmiede, Haspelgevicr, Seile und Leitern. ‘ Lokomobile mit Treibriemen und 7 6 Theater. Gießen, 12. Januar Zum dritten und zwar zum unwiderruflich letzten Male in dieser Saison haben wir morgen Dienstag, den 13. d MtS. die Freude, Frau Charlotte Lange auf unserer heimischen Bühne begrüßen zu können. Der Name ber genialen Künstlerin war in der verflosienen Woche in allen Blättern Deutschlands zu lesen und zwar ertönte daS höchste Lod, daS einer Künstlerin aespendet werden kann, ihrer .Germania" tn dem Festspiele Jordan S bei der Grimmschen Säcularfcier in Hanau. t „ DaS letzte Auftreten wird die „Medea" von Grillparzer sein und find wir bei der auch hier ja allgemein bekannten hohen Künstlerschaft der Frau Lange fest überzeugt, wieder einer vollendeten Leistung gegenüberzutreten. Also „Medea* ist daS Losungswort zum Dienstag Abend und hoffen wir, daß ein auSverkauiteS HauS Frau Charlotte Lange zur Wiederkehr in der nächsten Saison oero nloffenmöae. Eichen-Wellen, 177,7 Rm. Buchen-Stöcke, 271 Zahlungsaufforderung. Sämmtliche Schuldner des Gast- wirths Wilhelm Wenzel in Gießen (Wenzels Garten) werden hierdurch aufgefordert, die schuldigen Beträge an den Unterzeichneten binnen 14 Tagen, bei Meidung gerichtlicher Klage, ab- des „Courier de won die Rede, den zugehen zu laßen. ist« d°n WgtiaM Schwarz Satin inerveilleux (ganz Seibel 2)lf. !♦ 90 Pf. per Dteter bis X 14. 65 (in 16 verschied. Qual, versendet in einzelnen Roben und ganzen Stücken zollfrei in’«* Haus das Seiden Fabrik-D^pbt von 6. Henneberg (König!- Hoflieferant) in Zürich. Muster umgehend- Briese kosten 20 H Porto nach der Schwerz. ^10 Lokal«». tziießen, ll. Januar- sMusiks. „Wer Vieles bringt wird Jedem Etwas bringen- - Die e poetischen Worte Goethes fielen uns unwillkürlich em ?ls der letzte tLAA Concerts am Sonntag Abend verklungen war. Vrel war es in der That, Lg hgH Programm enthielt; denn wenn ein Concert beinahe drei Stunden Zeit m Anspruch nimmt, so ist dies wohl ein sprechender Beweis, wie reichhaltig die Zahl der Vi^cen gewesen. Wir glauben auch, daß Jedem etwas geboten wurde; denn schon die Mnbnldje -^r-Svmvbon.e Nr. tz mit ihren volksthümttchcn, ansprechenden und heb- l'idicn Weisen muß das Publikum, vom feinsten Musikkenner bisi zum einfachen Zuhörer entzücken; selbst wenn sie nicht ganz fehlerfrei vom Stapel lauft und wit Ungenau ig'keilcn in den Einsätzen zu kämpfen hat, wie sich dies besonders ersten ^ah und vor allem bei dcni Uebergang vom Adagio zum Allegro vivace, geltend machte. Solcbc Vorkommnisse sind allerdings vielfach dem Zufall unterworfen und liegen oft ntdjt in der Hand des Dirigenten; man darf sie daher verzeihlich stnben, indem sonst Überall die umsichtige Hand des Herrn Musikdirektor Felchner rm Verein mit dem besten Willen und Flcitz der einzelnen Orchestermitglieder nicht zu verkennen war. In der unvollendeten tt-woll-Symphonie von Schubert hielt sich Alles auf einer aner- Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leibkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Dienstag den 13. Januar 1885, Mittwoch „ 14. * w Donnerstag „ 15. „ „ Samstag „ 17* , « * Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierin durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu le- gitimiren. Die Herren Bürgermeister werden ersucht. dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen iu lassen. Gießen, am 27. November 1884. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. K e h r. Be urlaudten-StandeS gegenüber stets ächt kameradschaftlichen Eton bewiesen. Die Landwehr- und Reser,rofficiere des Reg'ment» Nr. 116 veranstaltete* detzhald ihm ,u Ehren gestern eine kameradschaftliche Vereinigung tm .Rappen«, die sehr z-blrctch besucht war und von der Beliebtheit des scheidenden Adjutanten beredtes Zeugnis adlegte. — Am SamStag fiel ein 3jShrigeS Kind auf der Treppe am vusch'fchen Hause am Kreuzplatze fo unglück:ch tn eine Flasche, daß eS sich tm G.sicht schwer verletzte und ärztliche Hülfe In Anspruch genommen werden mußte. — In der Nacht vom SamStag auf Sonntag wurde dahier eine goldene Uhr mit Kette tm Werthe von 550 X gestohlen, auch v'elleicht verloren. Lor Ankauf wird gewarnt. — Gestern ist eine hiesige Dienstmagd verhaftet worden, welche ihrer Dienst- Herrschaft nach und nach 226 X an Milchgeldern von Kunden rc. unterschlagen hat. — Am 9. d M. ist tn dem E senstetn-Bergwerk bet Flensungen etn Schacht» gerüst zusammengebroch'», wöbet ein junger Mensch von 19 Jahren, Ernährer seiner Angehörigen, auf der Stelle todt blieb und ein anderer schwer verletzt wurde. versteigert. . v Die Zusammenkunft und der Anfang ist Morgens 10 Uhr aus der Steinbruchschneise an der Kronau. Lich am 10. Januar 1885. Großh. Bürgermeisterei Lich. Wal;.293 nffe au» ch M-ldungen au» a. Brennholz. Rm. Buchen-Scheitholz, „ Buchen-Knüppel, „ Cichen-Knüppel, Buchen-Wellen, Handel und Vermehr. Grünberg, 10. Januar. lFruchtpreise.) Weizen 16.70, Korn 15.50, Gerste X 14.90, Hafer X 13.00, Erbsen X 16.00, Linsen X 00.00, Lein X 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 0.00. Frankfurt, 10. Januar. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2 75—3 30 Stroh X 2.00—2.50, Eier das Hundert X 6 00—10.00. Butter 1 Qualität X 0.95, 2. Qualität X 1.10, Kartoffeln per Centner X 2.00—2.25, Kohlrabi 3- 0 H pr. St., Erbsen 100 Kg. 22.00—30.00 Rotbkraut pr. St. 12—20 H, Poularden X 0—0, Huhn^L 1.50—2.00, 1 Ente X 2.00—3.50, 1 Taube 40—60H, Habn X 1.90—2.50, Gans X 6—10.00, Welsche X 5.00—1000 __ Telegraphische Depeschen. Wolff - telegr. Eorresponde«4-B«reau. Berlin 1t Januar. In den G-sechten bei Kam-run stnd von Mann- schaslcn verwundet Don Sr. Mas. S- .Olga" d.e Matrosen Gludan Kuhnert und Krüger schwer, »leier und Leverentz leicht; von et. Ma>. S. „SiSmatd Obermatrose Schlosser leicht. Masch.nist'nmaat d^N-r Berlust eurer Äuge^ Loudon , 11. Januar. Der .Obsetoer" meldet, der Bot cha,ter Gras Münster bat stch gestern nach Sandringham begeben, um dem ältesten Sohne de» Drin,en von Wale« anläßlich seiner Mündigkeltr-Erklärung den Schwarzen abUr0mcnt«6buta* "i Januar. Die Akademie der Wissenschaften hat Ge> heimratd Dr. Koch in Berlin und Professor Pasteur in Pari« zu correspondr- renben SHtaliebern ernannt. __ Dem Journal be St. Petersbourg" zufolge sollen die ter Reichs- bant bebuk» Deckung der in diesem Jahre von dem Reich«schatz°mte an dre R-ichtbank für temporär -mittirte Grebitbillet« abzutragenden, Schuldqaote von 50 Millionen übergebenen neuen Renten vorläufig nicht auf btn Markt gebracht werben. . MiUivoch öni 14. d. Mir., Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t'schen Hoftaithe dahier Sophas, Kleiderschranke. Kommoden, Secretäre, 2 Glasschränke, 1 Regulator, 1 Hobelbank gegen Baarzahlung versteigert. Geißler, 8 ft«* Nam« He jur “"«etoieitn um'Äbem l>ch beÄtn Mit® Mb S°g-i UnbS Dirnstsg btn 13. b. Ms., Mittags 12 Uhr, in der Bramm'schen Hofraithe (Neustadt 55) hier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigett werden: 2 Betten, 2 Kleider-, 2 Kuchenfchranke, einige Wirths- und andere Tische und Wirthsbänke, 1 Commode mit Aussatz, 1 Wanduhr, 2 Hängelampen, 1 Sopha, ferner aber auch 400 Liter besserer Weißwein,.6 Mi«e Zigarren:c- Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 10. Januar 1885. Engel, 285 Gr. Gerichtsvollzieher. ,mntn6hÄÄenuS bercite-c uns H-rr ünatiar Nach-» durch sein Herr- licken in jeder Hinsicht erhabenes Biolinspiel; verein er doch alles ln sich, was zu n: (Vxatx ersten Ranges gehört, von der erstaunlichsten, technischen Fertigkeit biS Ür w i nbften J-Ä bes Vort'rag-s. Als achter Int-rpr-t des B - -. h ° ° cn'fdjen aröstatst« n ö s^Eoncert, bcn.eistcrte er die Satten des kleinen Instrnmenies mit Käfter Virtuosität, während er bei den 3 kleineren Mcen non Pagantnt »r n kt und Rvb. Schumann der Violine ihren »an»en Zauber abzulocken nerstand utd dur-b diese »arten, melodischen Stücke wohl alle Herzen gewann. Scm Spiel ueor bewunderungswürdig von Anfang bis zu Ende und sturmtsche Bet,allso°altonen frönten feine gediegenen Leistungen. , , r. L t , Der zweite Gast, der durch Gesaiigsvortrage eine interessante Abwechslung bewirkte, war der Tenorist Herr Georg Ritter aus Hamburg, em Sanger der eme angenehnic Tenorstimme von sympathischer Klangfarbe sein eigen nennt und auch allgemein gefiel- Sein Vortrag, vornehmlich aber seine Aussprache, lasten allerdings zu wünschen Übrig; denn Tert war nicht viel zu verstehen, letzterer Uebelstand machte sich ganz besonders bei dem Zigeunerliede von Dvorak und bei der Zugabe. „Die Neugierige" von Schubert geltend- In der Arie des Don Octamo aus Mozarts Don zuan gefiel uns Herr Ritter am besten. . . < Die Begleitung dcS Orchester-» bei den Violmsolis war bccent und ficher. Die Olaüierbeglcttung hatte Herr E- W- freundlichst übernommen unb fubrtej)ie|clbe Tedlt L 3auuar. Der Aojutant deS hiesigen Laubwehc-Bezttrs-CommandoS, Herr titeutenant Ruvolph. ist nach Ablauf setneS CommandoS wieder in fein ^egt« mmt »urückaetretm. Während seiner dreijährigen Wirksamkeit hat er sich bet Vor- ^jeuu, u/ujmug, «jvenu o uVl, <»» gesetzt^ unb Untergebenen gleich beliebt gemacht und besonders den OsNcie7en deS ! gesch. Kap. 24, Pfarrer Dr. Nauman^ ;0lliaS urbt i« Atl-arS •*»**\ verlas , ist eW aefanot- y'6 x« !• Dampfpumpe. Maschinenförderung mit Drahtteil, größere Parthie Rollbahngeleise, 36 Stück Förderwagen unb sonstige zum Bergvarrvetriev gehörige Gegenstänbe. Gießen, den 8. Januar 1885. Bühner, 39 „ Eichen-Stöcke, b. Bau- und Nutzholz. Buchen-Stämme, von 35—56 Ctm. Durchmeffer, 8 Mtr. Länge = 16,67 Festm. Fichten-Stämme = 1,61 Festm., Kiefern-Stämme = 1,43 M Holz-Versteigerung. Montag den 19. d. M., • Vormittags von 9 Uhr an, sollen in dem Reiskirchener Gemeindewald, Distrikt Wilshauserwald, Ab- theilung Winneröder Ecke, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden, als: 55 Eichen-Baustämme von 16—30 Etm. mittlerem Durchmesser und bis zu 10 Meter Länge, 14,37 Festmeter enthaltend, 177 Nadel-Baustämme von 16 — 46 Ctm. mittlerem Durchmesser und bis zu 18 Meter Länge, 113 Festmeter enthaltend. Bemerkt wird, daß das zur Versteigerung konunende Holz von guter Qualität ist, und stch zu Bau- und Schnittholz eignet- Die Zusammenkunft ist in dem Distrikt selbst, bei AbzählungS-Nr. 38. Reiskirchen, den 10. Januar 1885. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. I ün ger.300 Versteigerung der.zur W. Wenzel'schen (Hötel Bellevue) Concursmasse gehörigen zwei Wagenpferde Rappenwallache, 4 jährig, fromm und zugstzst, findet Donnerstag den 15. Januar a. c, Nachmittags 2 Uhr - Gartenstraße 20 statt. Gießen, den 10. Januar 1885. A. v. Jungenfeld, 289 Concursverwalter. Ieilgeöotenes. 295 Eine Truhe mit Intarsien (einer der ersten Gewinne des Kunstgewerbe- Dereins in Frankfurt a/M.) ist preis- wSrdig zu verkaufen. Gießern______________Neuenweg 32. Mforilen jeder Art empfiehlt 114 PH. Lüdeking, Seltersweg 5. 292 Ein älteres, noch gebrauchsfähiges und in gutem Zustande befindliches Pferd ist billig zu verkaufen. Die Exped. d. Bl. sagt wo._______________________ Feinste Cigarren, Cigarretten u. Cigarrettentabak empfiehlt billigst 65 _ _____C, Hoth, Wollwaaren als: Tücher, Caputzen u. Handschuhe, verkaufe, um damit zu räumen, bedeutend unter Preis. Sl. Fangmann, 87 Äirdjeiipla^._______ Bettfedera «.Daunen und Rosshire in vorzügl. Qualitäten. Anfertigung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung. 225 8. Weimersheim Nachfolger. Kreppt täglich. Äug. HoU, 277 im Stern. Vermietungen. 12 Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen. Asterweg 23. Zur Ball-Saison empfiehlt in größter Answahl: Blumen, Spitzen, (ertra breite Volantspitzen), Schärpenbänder, ganz neu in allen Breiten, Strümpfe und Handschuhe in allen Farben. Robert Haas, 167 Seltersweg 18. Cokes. Gegenwärtiger Preis in der Gasfabrik: Stückcokes Mk. -.95 pr. Ctr, Nußcokes für Stubenheizung, zerkleinert „ 1.05 „ „ Der Transport an das Haus erfolgt von der Gasfabrik aus bei Abnahme von mindestens 5 Centner, von Herrn Emil Pistor auch in kleineren Quantitäten. _ ___ Allgemeiner Verein für Armen und Krankenpflege. Ordentl. Generalversammlung Mittwoch den 21. Januar 1885, Nachmittags 3 Uhr,- im Saale des alten RathhaufeS. Tagesordnung: 1) Jahresbericht des Vorstandes. 2) Prüfung der Rechnung und Ertheilung der Decharge. 3) Erneuerungswahl der Hälfte des Vorstandes. Die Mitglieder des Vereins werden hiermit auf Grund der §§ 4, 5 und 7 her Statuten dazu ergebens! eingeladen. Der Vorstand. 309 Schlosser. Adressbuch I. Fechtabend des Verbandes „Giessen“ der Reichsoberfechtschule Magdeburg heute Dienstag den 13. Januar, Abends 8Vs Uhr, in dem Vereinslokal Schnell, wozu die Mitglieder und Gönner des Vereins freundlichst eingeladen werden- 294 der Stadt Giessen für das Jahr 1885. Im Laufe des Januar d. J. erscheint eine neue 81 Ausgabe des Adressbuchs der Stadt Giessen, welches alle Wohnungs-Veränderungen, sowie Zuzüge, die sich 8 9 im Laufe der letzten 2 Jahre ergeben haben, bis zum I | | 15. Decembßr enthält. — Eine Subscriptionsliste lasse 11 | demnächst circuliren und bitte ich höflichst um zahl- 11 reiche Supscription, damit ich auch ferner in der Lage U bin, das für alle Stände so nothwendige Hülfs- und ?! Nachschlagebuch erscheinen lassen zu können. Der Preis stellt sich wie gewohnt auf 3 Mk. pro gebundenes 8 | Exemplar. IDem Adressbuch ist auch wie in früheren Jahren I I g ein Inseratenanhang beigefügt, in welchem Geschäfts- | | | Anzeigen etc. eine gewiss lohnende Verbreitung finden. | i | Damit die Anzeigen eine hübsche gefällige Ausstattung | I g erhalten, bitte ich solche mir gefl. baldigst zukommen || | zu lassen, event. dem Ueberbringer der Subsriptionsliste 11 8 einzuhändigen. Der Preis für eine ganze Seite Anzeige I 9 S berechnet sich mit Mk. 12, die halbe Seite mit Mk. 6 g 1 | und die viertel Seite mit Mk. 4. — Bei Bestellung | einer ganzen Seite wird das Adressbuch gratis geliefert. | g Mich dem Wohlwollen des geehrten Publikums 81 I bestens empfohlen haltend zeichne Hochachtungsvoll A. Scheyda. V v Iiisprttor 299 für ein Ackergut von ca. 150 Morgen gesucht. Derselbe muß selbst mit arbeiten und erfahrener Landwirth sein. Offerten 8ub E. 8 bet. Rudolf Moffe, Coblenz. 237 Ein Mädchen für Haus- und Küchenarbeiten gesucht. Seltersweg 1. Verloren eine Uhr mit Kette auf dem Wege von Groß-Buseck nach Gießen. Der Finder wird ersucht, dieselbe gegen gute Belohnung bei Gastwirth Gengnagel in Groß-Buseck abzuliefern. 302 291 Einen Lehrling sucht Carl Köhler, Schreinermeister. 826 Der dritte Stock, 5 resp- 7 Zimmer bis 1. April zu vermictben- H. Bepler, Ludwlgoitraße 12. 147 Ein möblirtes ZimmeHlit Ka'- binet pr. sofort zu vcrmiethcn. Ludw. Orth, Neuen Banen 11. 297 Ein Familienlogis (Vorderhaus), bestehend aus 6 heizbaren Zimmern mit allenr Zubehör nebst Gartenanthetl, ist zu vermieden und 1. April 1885 zu beziehen ____________im Körner'schen Garten. 306 Der mittlere Stock meines Hauses, bestehend aus 7 Zimmern, 2 Kabinetten, Küche und Zubehör, zu vermiethen. C. Brandes Wwe., Frankfurterstr. 43. 303 Eine Familienwohnung mit Garten- antheil, kann größer oder kleiner vermiethet werden bei OLWeber. _ "240 Mansardenwohnung (4 Zimmer, abgeschlossenem Cörridor re.) Asterweg 40 sofort zu vermiethen. 148 Ein möblirtes Zimmer mit oder ohne Kabinet pr. 1. Febr. zu vermiethen. Lndw. Orth, Neuen Bäuen 11 ■_ 212 Ein unmöblirtes Zimmer für eine einzelne Person zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl.__ 52 Mansarden-Logis, 3 Zimmer, 2 Cabinets nebst Küche und sonstigem Zubehör zu vermiethen und im März beziehbar^^ Frankfurter Straße 63. 146 Ein Logis zu vermietben bei H. L. Allendörser, Franks. Str- 88. 144 Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Bahnhofstraße 24. 196 Gut möblirtes Zimmer zu vermiethen. Steinstraße 53. 68 Ein gut möbl. Zimmer zu ver- miethen._______________Mänsburg 15. 32 Der seither von Herrn Wolk Katz bewohnte Laden mit Logis ist pr- 1. April 1885 anderweitig zu vermiethen. L. Textor, im Darmstädter Haus. 154 Cckladen rc. (Seltersweg-Plock- straße) zu vermiethen durch Rechtsanwalt Labroisse. Wernnschte Anzeigen. 290 Ein Logis von 5 Zimmern zu miethen gesucht. Offerten an die Exped. d. Bl._________ Für Cigarrenfabriken. Ein mit der Cigarrcnbranche vertrauter, militairfr. Kaufmann, 24 Jahr alt, sucht Stellung, am Liebsten als 898 Reiseader. la. Referenzen stehen zur Seite. Gefl. Offerten an Rudolf Moste (Ernst Treusch) in Hanau sub X 365 305 Die Person, welche bei Frau Schmidborn, Löberstr., gesagt hat ich wasche die Wäsche mit Chlorkalk u. Terpentinöl, warne ich hiermit, mich ferner zn verleumden, widrigenfalls ich sie gerichtlich belange. Arau BLonredt, Reuen Weg 40, III. Stock. 3u8 Ein tüchtiges Dienstmädchen und ein Kindermädchen gesucht von H. Küh u, Selters weg. 296 Sorgfältiger Privatunterricht wird bei mäßigem Honorar ertheilt: von wem? sagt die Exped. d. Bl. 269 Eine Wohnung von 7—8 Zimmern mit Zubehör, in der Gegend des Selters- thors, Südanlage oder Bahnhofstraße bis Ende März oder Anfang April gesucht. Etwas Garten erwünscht. Gefällige Offerten mit Preisangabe nimmt die Exped- d- Bl. unter Nr. 269 bis zum 17. Januar entgegen. 272 Ein im Nähen und ""Bügeln ge- übtes Hausmädchen, welches gute Zeugnisse besitzt, gesucht von Frau Rechtsanwalt Dr. Dittmar, Frankfurter straße 4. 222 Ein Mädchen, welches eine Haushaltung selbstsiändig lühren kann, wird gesucht. Wo? sagt die Exped- d- Bl. 301 Ein ordentliches /Hausmädchen, welches im Diäten■ und Bügeln erfahren ist, sucht sofort Frau Oberstlieutenant Kolbe. Stadt-TheKteV- Dienstag den 13. Jannar 1835. letztes "MV Gastspiel der Frau Charlotte Lange vom Stadt-Theater in Frankfurt a/M. Medea. Trauerspiel in 4 Aufzügen v- Grillparzer. Medea . . Iran Charlotte Lange als letzte Gastrolle. Anfang V28 Uhr. Redaction: A- Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr- CHr. Pietsch) in Gießen.