"Seit )ti)' Mausburg 9. 0 a 90 < Ms 45'a 0 a 42 n ? Wlb 6Q « b • 55 A 1 b 38 A ld i 6 A oie •t. 'LÄL n unb doch zu beit ML e»“ »ffertren KUoffer, ' Nt in gi[. »estr. Röcken mdZäckchn' rtD«*et,8eib, t« i Normal " und «pofen, »9« jeher Art z« __________8671 brnch, ld Tischiveiuek 8739 ebes, . Weidig. cs Stübchen in ocr- I Mgelsgasse 9. I is(Hochparterre'^ I Gintensttaße 27. ßub. u. dn möbl. n 48. Logis^u vrrmethtn. HU, Äwengassr 9.,__ tn mit Bett zu ver- Lindengasse 1- lirtes Zimmer zu vcr- Ko», Westanlage. von Herrn Dörfels I meines Hauses, Aster- iruar nächsten Jahres ilie anderweit zu ver- vr. Ploch. ßZimmern und allen I nanlheil zu vermiethew I HaEurterftraßE- I ■StTmirSMl ^Weidengaste oL I rte§ Zimm-r I» » Kirchenplatz I 5 fahren von Herm I .habtc Laden, m >ve - [ iinb ***\ ? st mit kleinem. * Xii 1886 !- g&T®d» idterßtnK a'V-— I ^fHP L8GS 9tr» f/$9O* Erstes Blatt. Samstag den 12. December zeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ®*al#r«ie 7. Erscheint «»9«* ** WH« M Durch Mt Psft bezogen vierteljährlich 2 Mart ütz PI. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Nachdem die Schafe der räudeverdächtigen Heerde in Großen-Bujeck getödtet und die seiner Zeit angeordneten Schutzmaßregeln aufgehoben worden sind, wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenutniß gebracht. Gießen, am 9. December 1885. Grrßherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat November veröffentlicht: Hafer «X 13.40, Heu JL 5.— , Stroh Jt 3.50 pro 100 Kilogramm. Gießen, am 8. December 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Bo ekmann. Jerttschlanb. Berlin, 8. December. Wegen der am 3. k. Mts., als dem Tage des Regierungs-Jubelfestes unseres Kaisers und Königs, im ganzen Lande zu haltenden kirchlichen Dankgebete hat sich der Minister der geistlichen Angelegenheiten mit dem Evangelischen Oberkirchenrath, den Bischöfen und den bischöflichen Be- hörd A in Verbindung gesetzt. ‘ — Ergangener Anordnung gemäß kann auf den Staats-Eisenbahnen in dringenden Fällen auch eine Privatperson die Beförderung mittelst Güterzuges in dem Packmeister-Wagentheil verlangen. Der Reisende muß eine Fahrkarte erster Klaffe und einen Zuschlag von 3 «X zahlen. Die Aufnahme kann jedoch nur, soweit Platz vorhanden ist, erfolgen. — Laut Entscheidung des Ministers des Innern ist einem Reisenden, der in einem Dorfe aus dem Wege freier Vereinbarung keine Nachtherberge erlangen kann und sich bei bereits eingetretener Dunkelheit in einer Nothlage befindet, von dem Gemeinde-Vorsteher eine Nachtherberge zu beschaffen, und zwar, wenn derselbe zahlungsfähig ist, gegen entsprechende Bezahlung. Diese Entscheidung bemerkt auch, daß .das frühere preußische Obertribunal solche Grundsätze ausgestellt hat. — Nach dem Unfallversicherungs-Gesetze sind die Hinterbliebenen der durch Unfall getödteten Personen bei der amtlichen Untersuchung sestzustellen. Mit Rücksicht daraus, daß den Angehörigen auch nicht tödtlich verletzter Personen, sobald diese zur Heilung und Pflege in Krankenhäusern untergebracht sind, für diese Zeit die gleichen Ansprüche wie den Hinterbliebenen getödteter Personen zustehen, sollen die Polizeibehörden bei der Untersuchung von Unfällen vorbezeichneter Art die Angehörigen der Verunglückten seststellen. — Das Reichsgesetz vom 6. Februar 1875 verordnet, daß jeder Todesfall spätestens am nächstfolgenden Tage dem Standesbeamten des Bezirks, in welchem dec Tod erfolgt ist, angezeigt werde und daß diese Anzeige durch das Familienhaupt oder in dessen Ermangelung durch denjenigen, in dessen Wohnung sich der Sterbesall ereignet hat, erfolgen muß. Zur Hebung der in dieser Beziehung entstandenen Zweifel hat der Justizminister bestimmt, daß als anzeigepflichtig nicht jeder Mitinsasse der Wobnung, sondern nur deren eigentlicher Inhaber anzusehen ist und die Standesbeamten künftighin bei Anmeldung von Sterbesällen hiernach zu verfahren haben. Serbien. Belgrad, 9. December. Heute sind 6000 Mann Ersatz-Reserve nach Risch abgegangen. — Die diesseitigen Vorschläge, betr. den Waffenstillstand, sind nach entern heute (Mittwoch) eingegangenen Bescheid von bulgarischer Seite abgelehnt und gleichzeitig Gegenvorschläge gemacht worden, woraus bis morgen Mittag eine Antwort verlangt wird. Sicherem Vernehmen nach weist Bulgarien jede Bedingung, welche von einer Verpflichtung zum Rücktritt von der Union spricht, entschieden zurück. Kriecherttanv. Athen, 10. December. Delyannis brachte in der Kammer einen Gesetzentwurf, betr. Aufnahme einer Anleihe von 100 Millionen Drachmen für die Erfordernisse des Kriegs- und Marine-Departements ein. Reichstag. E. R. Berlin, s. December 1885. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung stand zunächst die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung des Reichsbeamtengesetzes. Von den Abgeordneten Staffrvth (Ctr.) und Franke (natlib.) liegen hierzu Abänderungsanträge vor, betreffs deren Abg. d. Köller (Ks.) bemerkt, daß seine Partei denselben nur dann zustimmen würde, wenn die Regierung die Erklärung abgäbe, daß die Annahme derselben dem Zustandekommen des Gesetzes nicht entgegenftehe. Ihm käme es vor allen Dingen darauf an, daß das Gesetz zu Stande komme und deßhalb solle man es so berathen, daß es von den verbündeten Regierungen angenommen «erden könne. Staatssecretär v. Durch ard ist nicht in der Lage, die Stellung der verbündeten Negierungen den verschiedenen Anträgen gegenüber zu präcisiren, nimmt aber auch seinerseits Anstand, sich zu denselben auszusprechen. Es liegt kein Grund vor, welcher die Annahme rechtfertigt, daß die verbündeten Regierungen von ihren früheren Beschlüssen, daß sie das Bcamtenpensionsgesetz nur in Verbindung mit dem Militärpensionsgesetz annehmen würden, abgewichen seien. Nachdem die Antragsteller ihre betr. Anträge befürwortet, wird auf Vorschlag des Abg. v. Köller die Bestimmung getroffen, dem Gesetz rückwirkende Kraft bis zum 1, April 1882 zu geben, und auf Antrag des Abg. Nintelen die Mitglieder des Reichsgerichts von der Anwendung dieses Gesetzes auf sie ausgeschlossen. Es folgt die erste Berathung des von den Abgeordneten o. Helldorf und Graf Kleist, betreffend die Verlängerung der Dauer der Legislaturperioden auf 5 Jahre, in Verbindung mit dem vom socialdemokratischen Abgeordneten Auer eingebrachtcn Antrag: „Die Legislaturperiode des Reichstags dauert zwei Jahre. Eine Auflösung desselben kann nicht stattfinden. Abg v. Helldorf (ks.): Die vorliegende Frage hat den Reichstag schon zwei- rru'ib beschäftigt. Der finanzielle Werth einer längeren Dauer der Legislaturperioden bet uns ist schon oft, so auch von Abg. Windthorst betont worden. Eine Veränderung der Etatsvorlegung, eine Einführung zweijähriger Budgets scheint uns gleichfalls erwünscht. Wir beschränken uns aber auf die heutige Forderung. Natürlich kann diese nicht mit Rücksicht auf unseren Besitzstand hier im Hause gestellt werden, in dem wir nur ein Fünftel repräsentiren, uns liegt an der Sicherung des politischen Friedens an der Stetigkeit der legislatorischen Arbeit. Der Einwurf, daß es bei längeren Perioden an geeigneten Vertretern fehlen wird, die sich so lange binden wollen, ist nicht stichhaltig. Bei längeren Legislaturperioden könnten die Sessionen kürzer sein. Unser Antrag beschränkt auch nicht das Recht des Wählers — daß bei kürzeren Legislaturperioden ein besserer Contact zwischen Abgeordneten und Wählern stattfinde — dies würde zum Modus der Volksabstimmung führen; die Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes, nicht nur ihrer Wähler. Eine Neuersetzung der Gewählten durch Neuwahlen, durch Auflösungen würde zwar nöthig werden, aber im Allgemeinen wird die gleiche Zusammensetzung des Reichstags die Erledigung doch nur fördern. Die Behauptung, daß eine längere Legislaturperiode den Reichstag der Regierung gegenüber schwäche, würde doch nur auf characterlose Leute zutreffen. Gerade das Gegentheil ist der Fall; je mehr der Reichstag sich in die Materie cinarbeitet, desto stärker wird er. Auch die Gegensätze der einzelnen Parteien untereinander würden abgeschwächt werden. Mit der Darstellung des Thatbestandes wird es bei den Wahlen leichter gemacht als sonst. Das persönliche Element tritt zu sehr in den Vordergrund — so schädigen die Wahlen die Sittlichkeit des Volkes und lockern die Autorität des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeiter. Auch die Presse, die ihre Leser monopolisiren will, gibt von den Reichstagsoerhandlungen kein objectives Bild. Wir wollen feine stückweise Verstümmelung der Verfassung, sondern gerade weil wir Freunde der Verfassung sind, diese bessern. Diese Reform liegt im Sinne des ganzen Reichstags. (Beifall rechts.) Abg. Kayser (Soc.-Dem.): Der Antrag v. Helldorf ist nur ein Ueberbleibsel eines alten Antrages und auch jetzt nur eine Schmälerung der Volksrechte. Schon 1867 hat Dr. Miquel gesagt, daß längere Legislaturperioden nur einer Scheu vor den Wählern entspringen. Die Aeußerungen des preußischen Ministers des Innern gegen das allgemeine Wahlrecht und der heutige Antrag von Helldorf decken sich; es dreht sich dabei um eine Schädigung des Rechts der ärmeren Bevölkerung. Der Reichstag würde, wie Dr. Miquel schon 1867 gesagt, nicht eine Photographie, sondern eine Karrikatur des Volkswillens werden. Das Recht des Volkes, mitzusprechen, darf nicht noch mehr verkümmert werden. Nur hier bei den Reichstagswahlen kommt oer Arbeiter pm Worte, — das gefällt den Conservativen nicht, denn der Zettel des Arbeiters gilt dann 'ebensoviel wie der des Gutsbesitzers. Die Reichstagswahlen schaffen wenigstens einen Tag der Gleichheit und dem Armen das Gefühl der Gleichberechtigung. Wenn Sie die Verfassung verbessern wollen, so fangen Sie damit in Preußen an, dessen Abgeordnete einen so kleinen Th eil der Bevölkerung vertreten. Für uns ist die Wahl ein Recht — keine Last. Da die Reichsregierung den Sonntag nicht mehr so hellig hält, so kann ja der Sonntag Wahltag sein; dann werden sich auch mehr als 60pCr., wie jetzt, dabei betheiligen. Die Gefahr der parlamentarischen Bureaukratie, vor der selbst der Reichskanzler gewarnt hat, ist bei längeren Legislaturperioden doch noch größer. Und wo ist denn nun die Grenze für die Verlängerung? Vielleicht lebenslänglich? Sind nicht die Herrenhäuser wie verwitterte Granitblöcke (Heiterkeit) gegenüber dem Fortschritt der Zeit? Eine schnellere Auffrischung des parlamentarischen Blutes ist geboten. Daß man hier für die Wähler spricht, ist natürlich, das thut der Reichskanzler auch, denn er will gehört sein. Daß die Regierung und alle Parteien Wahlpolitik treiben, ist selbstverständlich und bedarf nicht der Buße. Wahlpolitik ist auch das Vorlesen von kaiserlichen Botschaften hier. Die Parlamentsberichte in den Zeitungen sind in der That ost mangelhaft, besonders leidet die socialdemokratische Partei darunter. In einem Lande wie Deutschland, wo die Autorität der Regierung so gxoß ist, sind kurze Legislaturperioden nothwendig, damit der Reichstag sich stets als wahre Vertretung der Volksstimme betrachten kann. Wollen Sie den Mangel an Candidaten beseitigen und praktische Männer haben, so bewilligen Sie Diäten. Hat es vielleicht für die Würde des Reichstages gesprochen, daß die Reisekarten der Mitglieder eingezogen worden sind, oder daß für die auf der „Augusta" Verunglückten hier nichts geschehen ist? Unser Antrag hält die Auflösung des Reichstages für überflüssig; — jede Auflösung hat etwas vom Brandgeruch des Staatsstreiches. Das Schlimme dabei ist, daß die Regierung immer den rechten Moment abpassen kann. Immer ist von 1878 an von Auflösungen die Rede und dann hat die Regierung schon oft mehr erreicht, als bei einer wirklichen Auflösung. Warten wir eine solche also ruhig ab. Man fordert immer von uns, wir sollen sagen, was wir verlangen. Warum sagt Herr von Helldorf seinerseits nicht, daß er ein Gegner des allgemeinen Wahlrechts ist unv Standesvertretung will? Es giebt nicht nur eine studentische und Offiziers- Reterve-Jugend, sondern auch eine Arbeiter-Jugend. Dieser zu Liebe nehmen Sie den Antrag an, der auch die Zustimmung der Arbeiter-Jugend finden wird. Die weitere Berathung wurde auf morgen vertagt. „ E. R. Berlin, 10. December. Die Berathung über die Veränderung der Legislaturperioden wurde heute fortgesetzt. Abg. Rickert (dfr.). Nach den Ausführungen von Helldorf hat es den Anschein, als ob der Antrag im Interesse des ganzen Hauses liege, derselbe führt aber nur eine Erweiterung der Regierungsgewalt herbei, denn das Volk hat nicht das Recht wie der Bundesrath, einen ihm nicht genehmen Reichstag aufzulösen. Heute soll diese Erweiterung gerechtfertigt sein, wo man systematisch das Ansehen des Reichstages zu vermindern sucht, so durch die Diätenprozesse und die Fahrkartenangelegenheit. Wir hätten alle unsere Fahrkarten zurückweisen sollen. Haben sich doch auf den Bahnhöfen Polizisten die Nummern der Fahrkarten notirt. (Hört! hört!) Werden doch seit Wochen dis nach Minden gerichtliche Erhebungen angestellt, ob ich der Verfasser eines Artikels einer Berliner Correspondenz bin. Das allgemeine geheime Wahlrecht ist Ihnen ein . Dorn im Auge und Minister o. Puttkamer Ihr natürlicher Führer. Dieser Antrag ist doch and) nur ein Ueberwuchern der parlamentarischen Thätigkeit, über das Sie klagen. Schaffen Sie, wenn Sie bessern wollen, das elende preußische Wahlsystem ab. Hier handelt es sich um eine Vermehrung der Regierungsgewalt, um die erhöhte Möglichteit, einen Reichstag aufzulösen. Mir scheint das Zustandekommen der Mittel- yartei nicht mehr ziveifelhaft, nachdem die Nationalliberalen bei den preußischen Wahlen ohne Erfolg für sich den Konservativen geholfen haben. Die sich gegen den Abg. Windthorst rick)tende Parole der Mittelpartei ist nur eine Scheinparole, in Wirklichkeit geht's gegen den Freisinnigen. Durch das vorläufige Kaltstellen der Antisemiten soll die Bildung der Mittelpartei gefördert werden, Herr Stöcker ist schon eine ganze Weile still. (Heiterkeit.) Sie wollen Ihre Pläne, Ihr Tabaksmonopol re. mit Hilfe der Mittelpartei und fich durch die fünfjährige Periode gegen alle möglichen Wechselfälle schützen. Dazu werden wir immer Wein sagen. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Graf Behr (Reichspartei). Was von gegnerischer Seite gegen den Antrag gefaßt wird, läßt sich mit demselben Rechte gegen 3jähr. und 2jähr. Perioden anführen. In dem allgemeinen Wahlrecht liegt ein so großes Volksrecht, daß durck) dessen Antrag eine Verkümmerung des Rechts nicht herbeigeführt werden kann. Die soeialdemokratische Forderung ist mit den Prinzipien eines monarchischen Staates unverträglich. Beunruhigend wirkt nur die Agitationsweise der Freisinnigen, ein amtlicher Druck besteht nicht. Daß ein Beamter nicht gegen die Regierung agitiren darf, ist doch selbstverständlich. Abg. vr. Windthorst: Wir sagen zu allen diesen Anträgen Nein. Inder Diskussion ist über alles Mögliche gesprochen worden; von allen Seiten bemüht man fich um uns und stürmt auf uns ein; gerade das stärkt uns aber. Unsere Hülfe wird jederzeit gern gesehen, aber wir haben auch ein Interesse und wollen im Reichstage etwas bedeuten. (Heiterkeit.) Von einer Auflösung wird viel erhofft, aber vielleicht tritt auch das Gegentheil ein. Unter anderen Verhältnissen habe ich mich ja für eine vierjährige Dauer ausgesprochen, aber heute liegt das anders. Der Antrag ist nicht das Ziel, sondern der Weg zum Ziel, ich muß erst wissen, welches. Es besteht die Tendenz, wie cs auch die beachtenswerthe Brochüre eines Herrn von Hirschfeld darthut, an Stelle der jetzigen Volksvertretung eine Interessenvertretung zu setzen. Das ist ein rechtes Problem, von dem die Entwickelung des Parlamentarismus in Deutschland abhängt. Der vorliegende Antrag ist vielleicht die Avantgarde zu der Absicht der Preußischen Regierung, dem allgemeinen Wahlrecht zu Leibe zu gehen, wie Minister v. Puttkamer es geäußert hat. Hier ist neulich der Reichstag ein Konvent genannt worden, weit wir nicht die Diktatur eines Mannes wollen. (Beifall links und im Centrum.) Und unter solcher Diktatur wollen Sie Verfassungsänderungen vornehmen. Diesem Anträge zustimmen, der ein Angriff auf das allgemeine Wahlrecht ist, käme einem Selbstmorde gleich. Das wird meine Partei und ick) nie thun. Die Zeiten sind ernst und wenn auch die jetzigen Instruktionen mangelhaft sind, so kenne ich doch Nichts Besseres und weise den Antrag zurück. Erwarten Sie von denen, die Sie zu Heloten machen wollen, nicht, daß sie Ihnen die Waffen schmieden. (Gelächter rechts). Die soeialdemokratischen Anträge haben viel Verlockendes, aber die Verkürzung der Perioden würden zu der 'nicht wüiischenswerthen Volksabstimmung führen. Das Recht der Auflösung ist zwar ein starkes Machtmittel, aber die Unauflösbarkeit des Reichstags würde zu einem Convente führen und das widerspricht dem parlamentarischen Princip. Ist denn aber, frage ich, die gegenwärtige Behandlung des Reichstags Seitens der Regierung die richtige ? Das Interesse am Reichstag hat abgenommen; es ist ganz gleich, was der Reichstag thut, es geschieht doch, was der Reichskanzler will (Heiterkeit); gegenüber dieser Diktatur hat der Reichstag feine Bedeutung mehr. Abg. Marquardsen (nat.-lib.) beleuchtet den Stand seiner Partei an der Hand früherer Aeußerungen der Herren v. Bennigsen und Miquel und tritt für den Antrag auf fünfjährige Perioden ein. Daß der Reichstag ein geringeres Ansehen hat, als wir wohl wünschen, liegt in der Zersplitterung der Parteien; die Heftigkeit des Wahlkampfes wird durch die Annahme dieses Antrages abgeschwächt werden. Von einer Auflösung fürchten auch wir nichts- die Wähler werden die fünfjährige Periode nicht als eine Verkümmerung ihres Rechtes ansehen. (Beifall der MationaHiberalen und rechts^ Abg. Mayer (Volkspartei) erklärt sich gegen den Helldorf'schen Antrag. Es ist charakteristisch, daß unter den 51 Unterzeichnern des Antrags 35 Adlige sind. — Das Volk wird, wenn es einmal an die Abrechnung geht, dem Adel diesen Antrag auf's Kerbholz setzen. (Lachen rechts^ Es handelt sich hier um einen Angriff auf das allgemeine Wahlrecht, ich warne Sie, dieses anzutasten. Dem socialdemokratischen An- traae stimmen nur ebensowenig zu; zu solchen Veränderungen ist eine hellere Reit erforderlich. _ Abg. Dr. Hänel (dfr.). Wie sehr die nationalliberale Partei konservativ herab- gestissgen, zeigt ihre Zustimmung zu dem Anträge Helldorf. Sind die Gründe, die dafür angegeben werben, heute etwa andere als 1867? Allgemeines directes Wahlrecht hat damals schon Abg. Miquel ausgeführt, ist von kurzen Legislaturperioden untremu bar. Der Apparat muß frisch bleiben, sonst haben nur die den Vortheil, die ihn schnell und bequein beeinflussen können. Der Antrag ist ein erster Hemmschuh gegen das all- gememe Wahlrecht. Reformiren Sie meinetwegen andere Wahlgebiete, aber beschränken Sie nicht die Reichstagswahl, für die eine Wahlmüdigkeit, von der immer gesprochen wird gar nicht vorhanden ist. Durch jede Aenderung der Wahlperiode wird das Ansehen des Reichstages geändert und das Ansehen desselben dem Bundesrathe gegenüber, zumal bet einem so übermächtigen Reichskanzler, geschmälert, weil wir diesen gar mcht kontrolllren können. Dann würde auch bei Vielen die Rücksicht auf die Kontrole und baldige Rechenschaft vor den Wählern schwinden. Die einzige Schranke die der Reichskaiizler sich gegenüber sieht, ist unsere Ueberzeugung. Das ist die einzige Mlt?ttone£e e A^aSlcr& ^eben Sie diese auf, so sind wir mitten in der Dictatur. (Beifall links.) Die Debatte wird geschlossen. eimr Reihe persönlicher Bemerkungen und einem längeren Schlußwort des Abg. v.Helldorf, der die Diskussion rekapitulirte, bemerkt in seinem Schlußwort das die gespannteste Aufmerksamkeit des Hauses fand, Abg. Bebel (Socialdm.). Die jetzige Verhandlung ist eine Wahlagitation, für deren Arrangement wir Ihnen dankbar sind, ebenso für die Erklärung des Abg von Helldorf, daß er ein Gegner des allgemeinen Wahlrechts; darüber wollen wir uns beim nächsten Wahlkampf unterhalten. Das allgemeine Stimmrecht beseitigen beißt die Revolution in Deutschland entfachen. Das allgemeine Wahlrecht hat den Reichsae- danken am meisten gestärkt und hat den Partikularismus in der socialdemokratischen Partei völlig beseitigt. Widerwillig gegeben ist es das Hauptbindemittel des Reiches Der Antrag Helldorf hat den unfern veranlaßt; gegen die reaktionäre Anschauung tritt die revolutionäre Weltanschauung auf. Ich betrachte mein Mandat als ein imperatives Ihnen ist es unangenehm, alle drei Jahre vor den Plebs zu treten und sich tagen lassen zu müssen: .Herr Fürst, Herr Graf, Sie gefallen uns nicht mehr. (Heiterkeit.) Diese Kontrole, die Ihnen mißfällt, gefällt uns aber und deshalb wollen wir nur kurze Legislaturperioden. Morgen wird die Berathung des Etats fortgesetzt. Dem Wunsch des Abg. von Jagdczewski, die Interpellation wegen der Ausweisungen auf die morgige Tagesordnung zu setzen, wurde nicht entsprochen. Telegraphische Depesche«. Wolff'- telegs. Eorresporrdenz-Brrrearr. Berlin, 10. December. Der Bundesrath genehmigte einstimmig und unverändert den Gesetzentwurf über den Nordostseecanal und verwies den Handelsvertrag mit St. Domingo und den Gesetzentwurf über Bürgschaft des Reichs für die Zinsen der Egypteranleihe an die Ausschüsse. r , . — Die „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich gegen die gestrige Bemerkung Nickert's bei der Berathung des Unterantrags zu dem Köller'schen Anträge, daß es eine eigen; thümliche Geschäftsführung sei, wenn der Bundesrath über seine Stellung zu dem Unterantrage keine Erklärung geben könne. Die verfassungsmäßige Gleichberechtigung beider legislativer Körper, die bezüglich der Gesetzgebung einander gerade so foorbinirt seien, wie zwei Landtagshäuser, werde dabei vollständig ignorirt. Die Geringschätzung der Verfassung, die sich in der heutigen Reichstags-Opposition aussprcche, erscheine als ein bedenkliches Symptom für die Zukunft der wiedergewonnenen Einheit. Die gegenwärtige Situation werde aber nicht das letzte Wort in dem Entwickelungsproceß der nationalen Einheit sein. — Die Budget - Commission des Reichstags genehmigte die erste Baurate von 300,000 A für das Kasernement von zwei Feldbatterien in Berlin, ebenso die Einrichtung von Garnison - Waschanstalten in Königsberg i. P., Stettin und Münster. Die Commission lehnte aber die für zwei Kasernements von zwei Abtheilnngen des 2. Garde - Feldartillerie - Regiments in Berlin geforderten 600,000 X, ebenlo die erste Baurate für Erweiterung des General-Commando-Dienstgebäudes in Stettin, für eine Artillerie-Kaserne in Magdeburg, für Kasernen in Sondershausen und Düsseldorf und für ein Dienstgebäude des General-Commandos in Posen ab. Die Commission für das Viehseuchen-Gesetz lehnte den Artikel 1 der Vorlage über das Zeichnen verdächtiger Thiere ab. Berlin, 10. December. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde der Antrag des Ausschusses auf Ausführung der Canalifation im zwölften Radialsystem und die Bewilligung der bezüglichen Kosten mit 4,075,000 A und der Ankauf des Ritterguts Hellersdorf zu Rieselzwecken um den Preis von 885,000 A angenommen. Köln, 10. December. Die Stadtverordneten beschlossen die Beerdigung des Oberbürgermeisters Becker am Freitag auf städtische Kosten, sowie die Begrüßung des Erzbischofs Krementz bei seinem Einzug (am Montag) durch den Bürgermeister Pelman mit dem gesammten Collegium und die Ausschmückung der Einzugsstraßen ebenfalls auf Kosten der Stadt vorzunehmen. Dresden, 10. December. Das Befinden der Königin hat sich gebessert. Das Fieber hat abgenommen. Wien, 10. December. Infolge von Cholerafällen in Conegliana ist, obschon in den letzten Tagen neue Erkrankungen nicht vorkamen, auch eine fernerweite strengste sanitäre Ueberwachung der aus Italien kommenden Reisenden angeordnet. Paris, 10. December. Der Colonialrath Cochinchina's proteftirte in einer Depesche an die Regierung gegen die Räumung Tongkings. „Francais" erwähnt das Gerücht, daß der frühere Kriegsminister Lewal einen Bericht Borgnis des Bordes über den Rückzug von Langson verbreiten werde. Paris, 10. December. Deputirtenkammer. Gastellier richtete wegen der im Jahre 1889 zu veranstaltenden Ausstellung eine Anfrage an die Regierung, der Handels- minifteri Dautresme erwiderte, die Regierung begünstige die Veranstaltung einer internationalen Universalausstellung und er beabsichtige, in etwa einem Monat der Kammer eine darauf bezügliche Vorlage zu machen. Baudry d'Asson äußerte, die Republik werde die Ausstellung nicht veranstalten, worauf heftige Proteste seitens der Linken erfolgten. Eine weitere Folge wurde dem Zwischenfalle nicht gegeben. Lockroy richtete darauf an den Kriegsminister eine Anfrage wegen der Veröffentlichung des Berichts des Oberst Borgnis des Bordes über den Rückzug von Langson, der an zwei Mitglieder der Tongking-Commission vertraulich mitgetheilt worden sei. Der gedachte Bericht sei ein Staatsschriftstück, seine Veröffentlichung sei eine Beleidigung für das Land und die Armee. Der Kriegsminister erwiderte, es sei ihm nicht bekannt, wer die Mittheilung des Berichts, die er als eine sträfliche Handlung betrachte, vorgenommen habe, seitens des Kriegsministeriums sei die Mittheilung nicht erfolgt, er habe zur Ermittlung des Thäters eine Untersuchung eingeleitet. London, 10. December. Sir Charles Dflke hielt gestern bei einem Diner des Clubs der Liberalen in Chelsea eine Rede, in welcher er erklärte, die Liberalen wollten keineswegs die gegenwärtige Regierung stürzen. Die vorgeschrittenen Liberalen hätten stets die Principien über die Personen gestellt, und er sehe deßhalb nicht ein warum sie nicht irgend eine Regierung wirksam unterstützen können in der Ausführung von Maßregeln, über deren Hauptpunkte Alle einig zu sein scheinen. Belgrad, 10. December. Die serbische Regierung richtete ein Circularschreiben an die Großmächte, worin sie erklärt, sie werde trotz der Resultatlosigkeit der bisherigen Verhandlungen mit Bulgarien nicht angreifen, sondern weitere Schritte Bulgariens abwarten. Serbien wolle nichts, wie die Wahrung des Berliner Vertrags. Belgrad, 10. December. Die serbische Antwort auf die letzten Gegenvorschläge Bulgariens ist heute Nacht nach Pirot abgegangen. Der neuernannte Kriegsminister Franassooic trifft morgen Nacht hier ein. Derselbe stellte die Bedingung, daß wesentlich umfassendere und reichlichere Fonds für die Truppenverpflegung, wie zur Beschaffung von Munition zur Verfügung gestellt würden. Konstantinopel, 10. December. Djevdet Pascha wird von dem Secretär der deutschen Botschaft, Lindenau, dem österreichischen Consul Piombazzi und dem russischen Consul Sorokin begleitet. - White läßt die Behauptung einer auswärtigen Zeitung, er habe in der letzten Conferenzsitzung geäußert, daß England den Berliner Vertrag nicht mehr anerkenne, für vollständig unbegründet erklären; er habe keine derartige Aeußerung gethan. ö — Mukhtar Pascha ist gestern von dem Sultan empfangen worden. Er reist heute mit zahlreichem Gefolge auf der Yacht „Jzzedin" nach Alexandrien ab. S o f a , s Metzen, 11 December. Dem Personalbestände der Ludewigs-Universität für ^ana^l?Axr^^tcr 1885/88 entnehmen wir noch folgende Angaben: Von den 49*) H885^49) Docenten sind 38 (39) ordentliche, 7(7) außerordentliche Professoren und 4 (3) Prlvatdocenten; also gegen das letzte Semester haben wir einen ordentlichen Professor weniger und einen Privatdocenten mehr. • .rxir?ul^^acEItätren verheilen sich die Docenten wie folgt: Theologische 5 (5), puristische 6 (6), medicimsche 15 (14) und philosophische Facultät 23 (24) Docenten. Vo" Studirenden widmen- sich der Theologie 102 (105), der Rechtswissenschaft 58 (65), der Medicin 103 (96), der Thierheilkunde 33 (33), der Rahn- Mfunbe 9 (10), der Kameralwissenschaft 30 (31), der Forstwissenschaft 47 (44), der P W, der elastischen Philologie 39 (37), der neueren Philologie 22 (22), der Naturwissenschaft 22 (21), der Geschichte 5 (4), der Pharmacie 19 (19), der Chemie 21 (21). Metzen, 11 December. sMusik.j Das 6. und letzte Abonnement-Concert unserer Regiments-Capelle verlief gestern Abend in vollkommenster Weise. Den Höhe- punkt bildete die Wagner-Mtheilung. Der „Lohengrin-Fantasie" folgte das Vorspiel ru Trsttan und Isolde, Siegfned's Idyll und Trauermarsch. Es wurden letztere 3 Pidcen von der Capelle zum ersten Male gespielt; auf jede derselben speciell einzugehen ist bei einmaligem Horen nicht gut möglich, mir erinnern uns, das Vorspiel zu .^rtftan Don ver Bilse'schen Kapelle hier gehört zu haben und können unserer Capelle nur nachsagen, daß sie bestrebt ist, den besten Vorbildern eifrigst nachzuahmen. — r-1 Ganzen gut gelungen, war uns neu, besondere Verdienste er; c " st? die Holzbläser, welche die unsichtbare Vogelstimme sehr geschickt brachten, ebenso das Waldhorn, dessen so anhaltendes Solo tadellos ausgeführt wurde. Der , „ *) s« dcn Klammern sind die jeweils entsprechenden Zahlen für datz Somme« femefter 1885 gegeben. wtcS!ft° AkW fr 2. Kategorie Aenbahnexpediti jtn- Gesuche um b'Knuar dahier Ntn, den 8. ——Lroßherzi AW $|e Herstellur Wlimg in ül ® t6en, eittli " NNenl Men w-kdni. "Lemzurelch Nen, den IQ 8852 Der «xs f?raUöe, 9 Mßlditt-Ä gewesen ? Direktion, * Sieben, Minittags.^ Lumda, Landw LU Dienst MM, Mnei . Freitag 2. Marz, W Watzenborn, R Freitag i mittags 8 Windecker m Freitag t Vormittags 8 OroßenlindeiY Freitag t Vormittags 81 Zakob Neidet r Freitag d mittags 8 lthr. wig Voll von Freitag dc mittags 8 Uhn mann Robert S Freitag o Vormittags 8 11 4. Schürer vl Freitag bi mittags 8 lthr: Hahn von Gro Dienstag mittags 8 Uhr: Landmirth Christ Dienstag l. (September, 2 Reiskirchen, Bür, Freitag de Vormittags 8 11 Karl Schlenke Freitag bi Vormittags 8 Ul geordneter Wilhe Freitag d vember, Vormit Buckhardsselden^ Freitag i WW- 6d}öffi Heinrich Ludwig ^Mieten e ®Wunbt, s3s- Auftrag w Dienstag L Vs« Kre Tisch Ne”e 1 Mtischr °d-1 L« 'fi' Saurate 6,n 'b-W W c£ Lftmiutfer ®Ä“p d-s » Wöilo btt erste Stettin, für e;n 1 Ndborf mb f 1 Vorlage Ang wurde der 6er Ankauf des •* angenommen. Beerdigung des ; e Begrüßung des sMneisterPelman Tatzen ebenfalls . $ gebessert. Das 1 lna ist, obschon in ixerweite sttengste dnet. otestrrte in einer lis" erwähnt das des Bordes über tte wegen der im lng, der Handels- ranstaltung einer inem Monat der sfon äußerte, die 'ottfit feitmö der legeben. £Wrog ifj'entlidjiing des on, der an zwei . Ter gedachte chigMg für das icht bekamt, wer bckachte, vorge- )t ersolgt, er habe bei einem Diner rte, die Liberalen »rittenen Liberalen deßhalb nickt ein, n der Asstihrung i Circularschreiben gkeit der bisherigen djritie Bulgariens -rttags. »n Gegenvorlchlage mte 5riegsminifter , wie zur Beschaff- dem Secretar der unb dem russischen iswäNigmMng, \ Berliner Berttag ,abe keine derartige igen worden. & lerandrien 7 D°n dm M iinea xhMiIch-i, , /oi) Docenten. X' bet 3k»18’ o vtJ’h /Li], der ZÄ4 sßs falflU Ö» & --Lll E 0 Men $ Ab» "^Ermarsch mußte Da capo gespielt werden und mit der Ouvertüre zu „Tannhäuser" *nude die Capelle wohloerdlenten Beifall. - Der 3. Theil brachte uns noch alte gute §r^a Auoerture zur Oper „Die luftigen Weiber" und Herrn hervorheben roo^l0 s © Singapore, d. 10. De- cember 1885. Gläser, Flaschen re. rc. Carl Pongs, Por)eUan-Maler Bahnhosstr. 26. Meyer Behr. gj Nannette Behr, gl geb. Rosenthal. 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Daher: [8845 Warnung vor Flaschen ohne mein Siegel und ohne die Firma: H. Underberg-Albrecht. 8854 FE. UJDESIRS GIESSEN, Buchbinderei Papier-, Schreib- u. Zeichnenmaterialien-Handlung. Ausstellung von Schillerarbeiten. Kommenden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag den 16 , 17. und 18. December findet die Ausstellung der Arbeiten meiner Schülerinnen im Saale des „Hotel Einhorn“ statt und lade ich hierzu die geschätzten Eltern der Schülerinnen, sowie die Freunds meiner Schule ganz, ergebenst ein. 8851 Hochachtend Lina Möser, gepr. Arbeitslehrerm. | Ich habe noch g ö eine Anzahl rein wollener Buckskin-Anzüge für Knaben O X von 3—7 Jahren paffend, O X eine Anzahl reinwollener Buckskin-Anzüge für Jünglinge X ö von 12—16 Jahren passend, O nebst einigen Winter-Ueberziehern, Kaisermänteln rc. Q vorräthig, die ich wegen Ausgabe der fertigen Herren- und Knaben- Q O Confection zu billigen Preisen abgebe. © O A. Docter, g 7184 Seltersweg 57, dem „Prinz Carl" gegenüber, g O Empfehle gleichzeitig Stoffe zur Anfertigung von Herrenkleidern fi q nach Maß. D. O- Q Wermiethungen. 8856 Ein Logis im Mittelstock zu vermieden. ____I. Unverzagt, Steinstraße 8'846 Der von Herrn Prof. Dr. Pasch bewohnte dritte Stock meines Hauses, bestehend aus 8 Zimmern, Badezimmer rc-, ist vom 1. April 1886 ab anderweit zu vermiethen. Philipp Lenz. vermischte Anzeigen. Stelle-Gesuch. Ein Mann, der durch lange andauernde Krankheit seine Stelle als Pferdeknecht u. Arbeiter ein- büßen mußte, und dem gute Empfehlungen zur Seite stehen, sucht anderweitig Stellung auf 1. Januar k. I. MH. bei der Exp. d. Bl.__8843 "8859 Ein junger Mensch, der mit Pferden umrugehen versteht, sucht passende Stelle. Näheres bei der Exped- d. Bl- 8817] Einsp. Schlitten, Schlitten- geläute. F. Seltner. Ich nehme hiermit die Aussage gegen Frau Hch- Gorr für unwahr zurück. 8840 PH. H Bei meiner Abreise nach Rostock sage ich Freundens ö und Bekannten R herzlichrs Lebewohl! o n Emil Orth, § 0 8839 Bautechniker. oaooooaoaooocagoDP 8841 Am Mittwoch Abend auf dem Lenz'schen Felsenkeller ein Hnt verwechselt; umzutauschen bei ______C. Flett, Schlosser. 8844 Eine möblirte Parterre-Wohnung von 2 Zimmern wird zum 1. Februar gesucht. Zu erfragen inder^Exp-d.^Bl- Ich erlaube mir meine Maschinenstrick'm in der Anfertigung aller Arten Herren-, Damen- u- Kinverstrümpfen, Socken, Jacken rc-, Anstricken von Strümpfen und Socken, in empfehlende Erinnerung zu bringen. Carl Pietsch II. SSMST Der heutigen Nummer liegt eine Extra-Beilage der Nähmaschinen-Fabrik und Eisengießerei von Seidel Naumann, Dresden, bei. — Depot in Gießen bei Theodor Haubach, Bahnhofstraße 40. 8861 Redaction: A. Scheydcr. —- Druck und Verlag ber Brüh!'schen Druckerei (Fr- Ebr. Pietsch) in Giehen Die heutige Nummer enthält 2 Blätter.