''wsTitirS—- 1 “«4*0* isagrAr- ast Ä5?S ^'tJS ^-rbnüch, Qa;t 5L**mfs S-Sj*Li«S ttntdlummtr. Preis vlertrljLhrlich,x 1,25 “7? w. Jährlich erscheinen: \ Nummern mit Toi. letten u.Handarbeiten, enthaltend gegen M Abbildungen mit Bedas ganze Gebiet der ^wasche sür Damen, en, wie sür das zartere ssen, ebenso die Lcib- n und die Beit- und e die Handarbeiten in unge. va 200 Schnittmustern rde der Garderobe und r-Borzeichnungen für mtstickerei, Namens- i jederzeit angenommen mdlungen und Post- e»Nummcrn gratis und Spedition, Berlin W. e 38; Wien 1, Opern- -stimmen ml u. auf Einzel- er u. auswärts, tparaturen I idelloser, feinst urch 4834 imenten-Lager. •n von Ya. 2 ' “ b. 81-____. . oD e/X nankheitk» Win impotent' tf1?” .st in den er Zeit.-.Ws ucr, Specialarzt, - ___________ ~ Kav Sn ®iü« M ■'M““®\ d ■tote Mdeit *Ut gtdnfwt- rs-KL Rr. 283 Mittwoch den 11. November 1883 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße 7. Politische Ueberficht. Gießen, 10. November. Der Bundesrath ist scharf bei der Arbeit, um dem Reichstage bei seinem Zusammentritte sofort reichliches Material zugehen lasten zu können. In seiner am Donnerstag abgehaltenen Plenarsitzung erledigte der Bundesrath eine ganze Reihe von Einzel-Etats zum Reichshaushalts-Etat pro 1886/87 und überwies dann die Vorlage bezüglich des Nordostfee-Kanals den betr. Ausschüssen zur Vorberathung. Der preußische Antrag aus Abänderung von § 22 des Preßgesetzes ging dem Justizausschuß zu. Unter den weiteren Beschtüsten des Bundesrathes von diesem Tage ist derjenige hervorzuheben, wonach der BundeS- rath bei seinem ablehnenden Votum bezüglich des vom Reichstage im vorigen Jahre genehmigten Antrages Windthorst auf Aushebung des sog. Expatriirungs- ÄesetzeS beharrt. Der preußische Fiskus hat schon wieder einen „Diätenproceß" — welcher diesmal gegen den freisinnigen Reichstags-Abgeordneten Lerche angestrengt war — verloren. Dem neuen Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürsten von Hohenlohe, ist bei seinem Einzuge in Straßburg und der hierauf erfolgten Uebernahme der Statthalterei - Geschäfte ein warmer und würdiger Empfang bereitet worden, an dem sich allerdings die eingewanderte altdeutsche Bevölkerung vorwiegend betheiligte. Am Donnerstag Abend empfing der Fürst die Vorstände der Vereine, welche ihm eine Serenade dargebracht hatten und betonte in seiner Ansprache, wie richtig die Straßburger Schützen-, Turn-, Gesang- und Krieger-Vereine ihre Aufgabe erfaßt hätten, die für die ersteren beiden in der Pflege alter deutscher Sitte, für die Gesang-Vereine in der des deutschen Liedes, für die Krieger-Vereine aber in der Mehrung der Liebe und Treue sür den Kaiser bestehe. Bei der am Freitag Vormittag erfolgten Vorstellung der Beamten äußerte der Statthalter, wie sehr er die Ehre schätze, der Nachfolger eines Mannes zu sein, der als Staatsmann und Feldherr in langer Lausbahn seinem Kaiser und Könige treu gebient habe. „Es rast der See und will seine Opfer haben." Die slavische Hochfluth in Oesterreich bespült schon die Füße der Minister-Sessel und hat soeben den Unterrichts-Minister, Baron Conrad, verschlungen. Der Unglückliche hatte sich den Zorn der slavisch-klerikalen Neichsraths - Mehrheit namentlich dadurch zugszogen, daß er sich vor der Abstimmung über den famosen Adreß- Entwurf der Majorität aus dem Hause entfernte. Eine derartige Opposition — wenngleich sie nur stillschweigend war — dursten die Führer der slavischen und der klerikalen Re chsraths-Clubs nicht dulden und den hinter den parlamentarischen Coulisien inscenirten Jntriguen hat Baron Conrad weichen muffen. An seiner Stelle wurde der Hofrath und Director der Theresianischen und Orientalischen Akademie, Gantsch von Frankenthurm, vom Kaiser zum Unter» riLtr-Minister ernannt. Vielleicht wird auch der Kriegs-Minister, Graf Bylandt- Reifferscheid, bald deffelbigen Weges, wie sein gewesener Kollege im Unterrichts- Ministerium, fahren, da sich der Kriegs-Minister durch die Besorgnisse, welche er neulich in der österreichischen Delegation bezüglich der deutschen Sprache in der Armee äußerte, das höchlichfle Mißfallen der Czechen und Polen zuge- zogen hat. Die gegenwärtige politische Situation in Frankreich, wie sie sich nach den Wahlen darstellt, wird wohl am besten durch den Umstand charakterisirt, daß Clemenceau, der Führer der Radikalen, in voriger Woche dem Präsidenten der Republik, Herrn Gr^vy, einen längeren Besuch abstattete und auch bei Grövy dinirte. Es deutet dies offenbar darauf hin, daß Herr Clemenceau berufen ist, entweder in dem neu zu conftituirenben Cabinet Brisson ober in der neuen Kammer eine Rolle zu spielen und hierzu ist er nach beiden Richtungen hin durch die Wahlersolge seiner Partei berechtigt. Die heutige französische Regierung kann also nicht umhin, sich mit den Radikalen in's Einvernehmen zu setzen und das ist für den gemäßigten Republikanismus in Frankreich allerdings ein bedenkliches Eingeständniß von Schwäche. — Herr de Frey- einet empfing am Freitag privatim den bulgarischen Abgesandten Geschoss, welcher um die Unterstützung Frankreichs behufs Aufrechterhaltung der Union Bulgariens mit Ostrurnelien bat, Selbstverständlich konnte der Minister dem Abgesandten keinerlei Versprechungen machen. Aus Tongking liegt wieder einmal eine Depesche des Generals Courcy vor, welche besagt, daß die französischen Truppen in Aussührnng einer cornbi- nirien Acücm zur Reinigung des Landes von den ausständischen Banden begriffen seien. Die letzteren schildert Courcy als zahlreich, aber schlecht bewaffnet, auch theilt er mit, daß bei der Einnahme von Thannoi eine größere Anzahl von Bandenführern, darunter der Oberbefehlshaber der Aufständischen, gefangen genommen worden fei. Weniger erfreulich ist der Schluß der Depesche, an dem es heißt, daß die französischen Truppen täglich 5 bis 6 Mann an der Cholera verlieren. Darmstadt, 8. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 4. November den Ministerialrath i. P. Geheimerath Heinr. Fischer auf fein Nachsuchen von dem Amte eines Präsidenten und den Hofgerichtsdirector i. P. Dr. Friedrich Zimmermann auf sein Nachsuchen von dem Amte eines Vicepräsidenten des Vereins zur Unterstützung und Besserung der aus den Strafanstalten Entlassenen zu entheben, sowie den OberlandesgerichtsPreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BringerUchrr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. .....IIIWIIIIIHII ■MIBMMBgBMMBraaBMBBgBPMMBBM rath Emanuel Freiherrn v Ricou zum Präsidenten und den Landgerichtsrath am Landgericht der Provinz Starkenburg Johannes Heß zum stellvertretenden Präsidenten des genanten Vereins zu ernennen. Darmstadt, 8. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 7. November die Ernennung des Ober-Amtsrichters bei dem Amtsgericht Hirschhorn Lukas Roos zum Ober-Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch auf dessen Nachsuchen zurückzunehmen und somit denselben auf seiner seitherigen Stelle zu belassen; an demselben Tage den Ober-Amtsrichter bei dem Amtsgericht Laubach Alexander Röm Held zum Ober-Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch mit Wirkung vom Tag der Ernennung seines Dienstnachfolgers zu ernennen; an demselben Tage den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Oßerhess-n Karl Pückel zum Landgerichtörathe bei diesem Gerichte zn ernennen. Telegraphische Depesche«. Wolff'- telegr. «orrefpondenr- Bureau. Berlin, 9. Noo. Die vereinigten Berliner Kaufleute und Industriellen versammelten sich heute Abend im Bürgersaale des Rathhauses auf Grund einer heute Vormittag im Saale des Aeltestenkollegiums stattgehabten Konferenz, worin folgende Resolution gefaßt wurde: Die Konferenz deutscher Industrieller entscheidet sich ein- stimnlig für eine deutsche nationale Gewerbeausstellung und erwartet davon eine kräftige Förderung des nationalen Gewerbefleißes, auch in Rücksicht auf den Export. Falls in Paris im Jahre 1889 eine internationale oder größere nationale Ausstellung stattfindet, soll für die deutsche Ausstellung das Jahr 1888 in Aussicht genommen werden. Wenn ein Theil der deutschen Großindustrie auf unmittelbaren Gewinn von der Ausstellung weniger rechnen kann, darf man doch von dem Patriotismus gerade dieser Gewerbetreibenden erwarten, daß sie zum Besten der Gesammtheit und zu Ehren der nationalen Arbeit dem Unternehmen nicht fern bleiben werden. Die Resolution wurde Abends einstimmig von den sehr zahlreich erschienenen Interessenten angenommen. Kommerzienrat!) Kühnemann war Vorsitzender. Referent Voigts gab eine Ueberst qt über die Agitation in dieser Sache. Zum Gruß vieler auswärtiger Mitgliedes darunter Henckels-Solingen, Siemens-Dresden, Pfitzer-Laurahütte erhob sich die Versammlung. 100,000 JL sind für die Vorarbeiten der Ausstellung vorn Aeltesten- Kollegium bereits bewilligt. Eine bedeutende Betheiligung ist namentlich aus dem Norden und Osten gesichert, wogegen der Westen und Süden noch schwach vertreten sind. Der Vorsitzende schloß mit einem Hoch auf die deutsche Industrie und das gesammte deutsche Vaterland. Berlin, 9. November. Bei der am Samstag in Potsdam abgehaltenen Schnitzeljagd stürzte der Herzog Günther von Schleswig-Holstein mit dem Pferde und brach ein Schlüsselbein. — Eine Eorrespondenz aus Philippopel (aus bulgarischer Quelle) theilt mit, daß zwischen den Häuptern der Bewegung und Russen, unter denen sich der Leiter des Eonsulats, Graf Jgelström, befand, eine Begegnung stattgefunden habe, wobei alle Bemühungen aufgeboten wurden, die Rumelier durch Versprechungen zu gewinnen. Die Letzteren erklärten sich jedoch entschieden für den Fürsten Alexander und verzichteten auf weitere diesbezügliche Verhandlungen. Braunschweig, 9. Woo. Die Prinzessin Albrecht reiste Nachmittags um 4 Uhr 52 Minuten über Berlin nach Kamenz. Dem „Braunschweiger Tageblatt" zufolge wird die Prinzessin sich dort nur etwa neun Tage aufhalten und dann nach Hannover übersiedeln, um dort mit dem Prinzen Albrecht Aufenthalt zu nehmen, bis die nöthigen baulichen Veränderungen im hiesigen Residenzschlosse vorgenommen sind. Uebcr die Abreise des Regenten sind bestimmte Festsetzungen noch nicht erfolgt. Dem gestrigen feierlichen Gottesdienste im Dorne wohnten der Prinz und die Prinzessin und auf Wunsch des Regenten der Hofstaat und die Spitzen der Militär- und Civilbehörden bei. Straßburg, 9. November. Der „Landeszeitung" zufolge erwiderte der Statthalter beim Empfang des Eoadjutors und des Domkapitels am Samstag die Begrüßung des Bischofs Stumpf mit folgenden Worten: „Ich danke Ew. bischöflichen Gnade und dem Domkapitel für Ihren freundlichen Besuch. Ich freue mich, die Gelegenheit haben, dein Vertreter der katholischen Kirche in diesem Lande zu sagen, wie großen Werth ich darauf lege, die guten Beziehungen zu pflegen und zu erhalten, die zur Zeit meines Vorgängers zwischen der Staatsgewalt und der katholischen Kirche bestanden haben. Wenn mir dieses gelingen sollte, würde es mich mit um so größerer Befriedigung erfüllen, als ich selbst der katholischen Kirche angehöre, und als ich weiß, daß der größte Theil der Bewohner dieses Landes, deren Wohl meine Sorge ist, treue Söhne der katholischen Kirche sind." Genf, 9. November. Bei der heutigen Staatsrathswahl wurden 5 Radicale und 2 Eonscrvative gewählt. „ Paris, 9. November. Eine Erklärung der Regierung wird morgen in der Kammer nicht abgegeben, sondern erst nach einigen Tagen, wenn die Kammer sich con- stituirt haben wird. — Die Ernennung des Senators Loubct zum Ackerbauminister und des Deputaten Gomot zum Handelsminister ist wahrscheinlich. — „Temps" meldet: Loubet lehnte das Ackerbauministerium ab; der Depu- tirte Mun gab die Absicht der Organisirung der katholischen Partei auf, um keine Spaltung der Katholiken hervorzurufen. t . Paris, 9. November. Der Schluß der Münz-Conferenz wurde, um Belgien eine Erklärung zu ermöglichen, auf Montag verschoben. London, 9. November. Nach einer Mittheilung des „Standard" aus Sosia vom 8. d. M. mußte Dr. Stransky seine Enttassung nehmen, da er der Bestechlichkeit beschuldigt ist. , . r London, 9. November. Gladstone nahm auf der Reise nach Edinburgh, woselbst er mehrere Reden an die Wähler halten wird,, in Chester eine Adresse von dem Ausschüsse der dortigen Liberalen entgegen, und äußerte, er gehe nach Schottland weniger, um seine eigene Wiederwahl zu sichern, als die Lehre von der Einigkeit der liberalen Partei zu predigen. r.^ , . , , , ar , Amsterdam, 9. November. Heute begaben sich einige hundert Arbeiter, welch? von den Socialdemokraten zusammenberufen worden waren, in geschlossener Ordnung zum Bürgermeister, um Arbeit zu fordern, wie dies in letzter Zeit wiederholt durch kleinere Arbeiteigruppen geschehen. Sie fanden jedoch das Gitter des Stadthauses geschlossen; ein Polizeicominissar eröffnete ihnen, daß der Bürgermeister die Deputattonen nicht empfangen werde, so lange dieselben ihre Forderungen in Form offent- Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. licher Demonstrationen vorbrächten. Hierauf zerstreuten sich die Arbeiter ohne Störung der Ordnung. Amsterdam, 9. November. In Folge Weigerung des Bürgermeisters, die Arbeiter zu empfangen, entsandten dieselben zwei Deputirte, welche Gehör erbaten. Der Bürgermeister lehnte es mit Rücksicht auf die stattfindende Sitzung ab, dieselben zu empfangen. Die Deputirten baten deshalb schriftlich für morgen um Gehör. Da die Menschenmenge vor dem Rathhause nur langsam sich entfernte, wurde sie durch die Polizei zerstreut. Die Behörden trafen für den Abend die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln. Athen, 9. November. Nach einem Telegramm aus Kreta hätte der Gouverneur den amtlichen Verkehr mit dem griechischen Consnlatsoerweser, dessen Abberufung die Pforte verlangt, eingestellt. Rom, 9. November. In der Provinz Palermo kamen gestern 12 Cholera- Erkrankungen und 3 Cholera - Todesfälle vor, davon entfallen auf die Stadt Palermo 5 Erkrankungen und 2 Todesfälle. Rangun, 9. November. Meldung des Reuter'schen Bureaus.^ Die Antwort Thibau's auf das englische Ultimatum ist eingetroffen. Dieselbe ist in feindseligem Tone gehalten und bezüglich der Forderung Englands, die auswärtigen Beziehungen Birmas zu controliren, erklärt der König, er müsse hierüber erst Deutschland, Frankreich und Italien consultircn. Die Antwort wird keineswegs als befriedigend erachtet und die englischen Truppen werden die Grenze sobald als möglich überschreiten. Vier Regimenter gehen bereits in Flußdampfern den Jrawaddy hinauf. Lokales. Gießen, 10. Nov. Gestern Vormittag mit Schnellzug 989 traf eine Anzahl Herren aus Darmstadt. worunter Herr Geh. Stantsrath Knorr und Ministerialrath Horst, sowie Mitglieder des Finanz-Ausschusses der zweiten Kammer sich befanden, zur Besichtigung der hiesigen klinischen Anstalten hier ein. Unter Führung der Herren Rector van der Ropp, Kanzler Gareis, sowie der Directoren der betreffenden Anstalten wurden die dermaligen Bauten einer eingehenden Jnspection unterworfen. Später nahmen die Herren das für die Klinikbauten vorgesehene Terrain an der Frankfurter Straße, dem Gabriel'schen Hause gegenüber, in Augenschein. Hoffentlich wird man sich an maßgebender Stelle über die Unzulänglichkeit der jetzt bestehenden Einrichtungen überzeugt haben und darf unsere Universität hoffen, einer baldigen Ab- lhülfe durch zweckentsprechende Neubauten entgegenzusehen. Gießen, 10. November, lieber die gestern Abend stattgehabte Generalversam- lung des hiesigen Turnvereins geht uns nachstehender Bericht zu: Die gestern Abend im „Restaurant Schnell" abgehaltene Generalversammlung des hresigen Turnvereins war sehr zahlreich besucht. .. Der 1. Sprecher Herr PH. Uhl eröffnete mit warmen Begrüßungsworten an die Erschienenen die Versammlung und betonte, daß es dem Vorstand zur großen Freude gereiche, die Interessen des Vereins sowohl als auch die der deutschen Turn- sache so gut vertreten zu sehen. Nachdem die Protokolle der seit der letzten ordentlichen Hauptversammlung ab- gehaltenen Vorstandssitzungen durch den 1. Schristwart verlesen waren, knüpft sich an dre Ereignisse, welche bei Abhaltung des 47. Gauturntags am 11. Juli d. I. zu Lich sich zugetragen haben, eine sehr heftige zweistündige Debatte. Es wird mit überwiegend großer Majorität beschlossen, die Schritte, welche der Vorstand des hiesigen Turnvereins in dieser Angelegenheit gcthan hat, vollständig zu billigen und den vom Vorstand an die Vereine des Gaues Hessen, die Deutsche Turn- zeitung und den Kreisausschuß des Mittelrheinkreises gerichteten Protest in allen Stücken gutzuheißen. Derselbe lautet wörtlich: _ Gießen, 8. November 1885. An die Turnvereine des Gaues Hessen. Mit Bezug auf das in der „Deutschen Turnzeitung" Nr. 43 vom 22. Octbr.l.J., Seite 622 und 623 veröffentlichte Protokoll des 47. Turntages des Gaues Hessen vom 11. Jiilr d. I. zu Lich sieht sich der unterfertigte Vorstand des Gießener Turnvereins mach eingehender und gewissenhafter Prüfung des Protokolls, um seine deutschenLurn- brüder über den Werth und die Bedeutung dieses Protokolls aufzuklären genAhiat, folgendes festzustellen: 1) Dieses Protokoll ist in allen wesentlichen Punkten, besonders bezüglich des Artikels I a der Tagesordnung, grundfalsch. Sämmtliche Reden sind einseitig wiedergegeben, die der Gießener Vertreter entstellt, die von anderer Seite gehaltenen auSgeschmückt und beschönigt. Eine Rede K.'s (Butzbach), in welcher dieser die finanziellen Bedenken E.'s (Gießen) kurz widerlegt hätte, ist ebenso wenig in Lich gehalten worden wie der größere Theil der Auslassungen E.'s (Marburg). 2) Dieses Protokoll war am 29. October l. I. noch nicht in das Gau-Protokoll- buch eingetragen. 3) Das Gau-Protokollbuch befand sich an diesem Tage (seit dem 11. Juli) nicht im Besitze des Gau-Ausschusses, sondern bei dem Protokollführer K. in Wetzlar. 4) Protokollführer K. hatte in Lich ein Protokoll in das Gau-Protokollbuch eingetragen; auf Betreiben des Gau-Ausschusses wurde dieses, nach Aussage K.'s aus dem Gau-Protokollbuch her aus gerissen; an seiner Stelle ließ K. 4 weiße Blätter neu einheften. 5) Das jetzt an die Vereine des Gaues gesandte, in der Turnzeitung abgedruckte und durch die Unterschriften des Gau-Vertreters D. und des Protokollführers K. als glaubwürdig und in Lich protokollirt bezeichnete Protokoll wurde nach Aussage K.'s in einer Gau-Ausschußsitzung im September l. I. in Gießen angefertigt. 6) Dieses angebliche Protokoll stimmt mit dem wirklichen Protokoll vom 11. Juli durchaus nicht überein. 7) Die Protokolle werden auf den Turntagen des Gaues Hessen leider seit einigen Jahren nicht mehr am Schlüsse der Debatte verlesen. 8) Der Turnverein Gießen hat wegen der Entstellungen im Protokoll einen Protest an den Gau-Ausschuß gerichtet. „Aus den angeführten Thatsachen wird sich wohl Jeder ein richtiges Urtheil über ®en Werth dieser Protokolle und über die Zustände im Gau Hessen bilden können. Traurig aber muß es um die Turnsache aussehen, wenn Derartiges vorkommen kann, und Diejenigen, welche die Verantwortung dafür tragen, an der Spitze eines größeren Turn-Verbandes stehen. Diese Bemerkungen erlaubt sich einer der größten und ältesten Turnvereine Deutschlands der deutschen Turnerschaft zur Beachtung zu unterbreiten. Der Vorstand des Gießener Turnvereins. Bei dem nun folgenden 2. Punkt der Tagesordnung, „Vorstandswahl" gehen mit großen Majoritäten aus der Wahlurne hervor: Als 1. Sprecher Herr Philipp Uhl, als 2. Sprecher Herr Carl Vogt, als Schnstwart Herr Adolf Bieler (der seitherige, langjährige 1. Schristwart Herr E. Stieb er hatte für die Wiederwahl ganz entschieden gedankt), als 2. Schristwart Herr Stad. L. Flett, als 1. Turnwart Herr Georg Stosser, als 2. Turmvart Herr Franz Wigandt, als Zeugwart Herr Herrn. Scherfs, als Gegenschreiber Herr Will). Eid mann, als Beisitzer die Herren: L. Georgi, L. Petri III. und E. ©lieber. Ein von Carl Vogt eingebrachter Dringlichkeitsantrag, „das Mitglied Sch aus dem Verein auszuschließen", wurde auf Antrag von L. Georgi mit großer Majorität verworfen. Erst zu später Stunde konnte das Protokoll zur Verlesung kommen und werden hoffentlich die Beschlüsse zum Wohle des Turnvereins Gießen und dem Interesse der gefammten deutschen Turnerschaft dienen. ~[Theater.] Die Direction unseres Stadttheaters hat nach erfolgter Verstärkung ihres Personals Frau Charlotte Lange erneuten Gastspielantrag gemacht. Obschon die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen, sind wir doch in der Lage mit- zutheilen, daß ein Auftreten der beliebten Gästin für diesen Freitag in Aussicht genommen ist. Für dieses Gastspiel bringt die Direction ganz besondere Opfer, indem mit völlig neuer Ausstattung, das neu angekaufte Sardou'sche Sittendrama „Odette" in Scene gehen soll. Fran Charl. Lange wird bereits früher eintreffen, um das Stück selbst zu infeeniren und die Bühneneinrichtung nach dem Muster des Berliner Residenztheaters zu arrangiren. In genanntem Theater ist die geniale Künstlerin nut glanzenden Erfolgen funjzigmal als Gast in der Rolle der Odette aufgetreten e Diese Mittheilung dürste genügen, der Direction für tüchtige Bemühungen auch den Dank des Publikums einzubringen. 0 ' Vermischtes. ' Martini ist der ^ag eines tüchtigen und prächtigen Gänseschma uses, und wer es sich irgendwie leisten kann, der achtet ja darauf, daß solch' ein geschätzter 3ogel die Krone der Mahlzeit bildet. Denn: Eine gute, gebratene Gans u. f ro ' Wem verdanken wir aber das Martinsfest? Die alten Germanen sind es, von denen wir die freilich längst verwischten Gebräuche übernommen haben. Sie feierten im y ovember ihr großes, dem Wodan oder Odin geweihtes Herbstdankfest. Da wurden viele Thiere dem Gotte geopfert! Pferde, Rinder, und unter den Vögeln wahrschein- lich auch Ganse, ihm geschlachtet. Später, als jenem heidnischen Feste durch das Ehristenthum eine andere Bedeutung untergeschoben ward, trat St. Martin, dem der November von der Kirche geheiligt, an die Stelle Wodan's. Freilich hätte es der asketische Heilige wohl niemals geahnt, daß gerade er zum Patron jener großartigen Schwelgereien werden wurde, die im Mittelalter das St. Martinsfeft auszuzeichnen pflegten Denn obgleich er als Bischof von Tours alle Ansprüche auf ein angenehmes unö weltliches Leben geltend machen konnte, so zog er sich doch um die Mitte des 5. Jahrhunderts als Einsiedler in seine Zelle zurück und wirkte mit 80 Mönchen für d" Verbreitung des Chnstenthurns bis in sein 85. Lebensjahr. Jene Festesfeier aber mar tm Lande zahmer und bedeutungsloser geworden. Da Thieropfer vom Christen- tbum verboten waren, so begnügte man sich, die früher den Göttern dargebrachten Opfer selbst zu verspeisen. Und da nicht jeder Hausvater in der glücklichen Lage war, einen Ochsen zu spendiren, so blieb es bei den Gänslein. Gebäck und allerlei leckere Waare durfte 1d)on damals bei keinem Festmahl fehlen. So backte man z. B. zur Weihnacht in Thüringen und Sachsen die Stollen oder Hollenzöpfe, auch Ueberbleibsel der alten Opfer, welche der Frigga, der Göttin der Fruchtbarkeit, der Thier- und Pflanzenwell, dargebracht wurden. Auch die Bretzel stammt noch aus jener alten £clt n. l !?rcn Ursprung Karl dem Großen verdanken. Als er, mehr durch die Gewalt der Waffen, als durch Ueberzeugung, die Sachsen zum Christenthum bekehrt hatte, biteben diese insgeheim noch lange ihren heidnischen Gebräuchen treu. Sie opferten den alten Gottern und feierten die ihnen liebgewordenen Feste. Bei einem derselben war es Sitte,, ein in Kringelform hergestelltes Gebäck zu verzehren. Der Kaffer, cmichend, daß die steten Strafen das Sachfenvolk noch mehr erbitterten, be- ^nen den werthgehaltenen Kuchen nicht zu verbieten, wohl aber ihn zu einem christlichen Gebäck zu weihen. Demzufolge ließ er ein Kreuz in den Kringel backen, bet w zur Bretzel ward. Pach einer anderen Anschauung war die Bretzel ein Glaubens- k rMnnbj!b hfr Unendlichkeit, und zwar durch ihre Form, welche eine Schlange darstellte, die sich selbst in den Schwanz beißt, so daß Anfang und Ende in Eins verfliegen. Die Backer haben es zu verantworten, daß die Bretzel im Laufe der ^ahre ihre ursprüngliche Gestalt verändert hat und heute nicht mehr allzusehr an ihre sinnreichen Vorfahren erinnert Aehnlich mag es sich mit dem Martinshorn ver- halten, das anfänglich die Hufe der geopferten Pferde darstellen sollte. Darum sollten auch von rechtswegen die Martinshörner nicht an den Enden zugespitzt sein, sondern vielnwhr breltkantig und etwas abgeschrägt; sie sollten überhaupt mehr aufrecht stehen- den Bogen gleichen, als flachen, abgerundeten Hörnern, mit denen sie doch ursprünglich nichts zu thun haben. ö a , Mainz, 5. November. Heute verläßt ein Schiff so eigenartiger Bauart, wie P der Rhein noch nicht getragen, wohl aber auf Strömen und Flüssen Norddeutsch- lauds und Amerikas gebräuchlich ist, die Schiffswerfte der Herren Gebrüder Schulz. Es fft dies ein langgestreckter schmaler Schleppdampfer und zwar ein Raddampfer, allem die beiden Rader befinden sich am Hintertheil, dem sogen. Heck (Heckraddampfer). Der Dampfer ist bestimmt, die so lange ruhende Schifffahrt auf dem Main wieder zu beleben und den vielen am oberen Main gelegenen Fabriken die Wohlthat eines billigen Transportes der Rohproducte wie der Fabrikate zuzuwenden. Das Schiff ist gebaut !ür J?.fd)nun0 ci"cr Reihe Interessenten der Main-Dampf-Schleppschiffahrts-Gefellschaft 2ä“irl?.llr9 unb Guterschiffe zwischen Mainz und Würzburg-Schweinfurt schleppen. In Rücksicht auf die eigentümlichen Verhältnisse des Mains mußte diese Schiffs- conftruction gewählt werden, Raddampfer gewöhnlicher Art wären für die Brücken und Schleußcn zu breit gewesen, die Schraube hätte einen zu großen Wasscrstand erfordert, wahrend dieses Schiff einen Tiefgang von noch nicht 50 Zentimeter besitzt. Ferner stnd alle Dimensionen desselben so nieder gehalten, daß es selbst bei hohem Wasserstand alle Brucken des Mains passiren kann. Trotz seines geringen Tiefgangs wird das Schiff seine volle Kraft, aus 200 inbicirtcn Pferdekräften bestehend, voll ausnützen können. „ .Worms 5. November. In den Fabriken der Firma Cornelius Heyl wurde kürzlich nachstehende Bekanntmachung ausgegeben, die auch für weitere Kreise von Jnteresje ist: „In Folge des frühzeitigen Eintrittes der jugendlichen Arbeiterinnen m oic uabrifarbeit ist es denselben erschwert, sich nach manchen Richtungen hin in geeigneter Weise für die später an sie herantretende Aufgabe, den eigenen Haushalt zu fuhren, üorberciten zu können. Flick- und Näharbeit sollte aber jede tüchtige Hausfrau gründlich verstehen, und hält sich deshalb die unterzeichnete Firma für verpflichtet, die jum Erlernen dieser Fertigkeiten nöthige Gelegenheit in den Fabriken selbst zu bieten. Zu diesem Zwecke hat die Firma eine Lehrerin engagirt, welche in den Wintermonaten in dem Probelocal des Gesangvereins an noch naher zu bestimmenden Tagen bis auf Weiteres von 5-6 Uhr Abends unentgeltlichen Unterricht ertheilen wird. Die erforderlichen Materialien werden Seitens der Firma geliefert. Der Besuch des Unter; rlchtscursus ist jeder Arbeiterin freigestellt und werden Anmeldungen hierzu bis zum - Rooemder auf dem ^abrikbureau entgegengenommen. Cornelius Heyl." — Wie die „W. Ztg." erfahrt, sind die Anmeldungen zu dem Unterrichte recht zahlreich erfolgt, fo daß ein ersprießliches Wirken in dem angestrebten Sinne zu erwarten steht. — Im Großherzogthum Hessen wurden im vorigen Jahre 31792 Kinder geboren, wahrend nur 21916 Todesfälle zu verzeichnen sind, so daß die ßahl der Geburten die der Sterbefälle um 9876 übersteigt. ~ I Strenger Winter.j Aus dem nördlichen Schweden wird über einen ungewöhnlich frühzeitig und zugleich streng auftretenden Winter berichtet; in den ge- birgtgen Gegenden von Jemtland namentlich, woselbst die eigentliche Kälte sonst in der Regel erst gegen Weihnachten eintritt, herrscht jetzt schon eine außerordentlich mebrige Temperatur. Bei Storlien und Enafors liegt der Schnee bereits fußhoch. Am 22 October hatte man in Storlien 19, in Enafors sogar 21 Grad Frost und am 23. v. M. zeigte das Thermometer in Storlien sogar — 24 Grad. . x>n einem vor Kurzem stattgehabten Gerichtsvollzieher - Examen stellte der Examinator auch die Frage: „Welche Perjährung kennt unser Gesetzbuch?" — Der arme Aspirant verstand ober: Welche Verheerung kennt unser Gesetzbuch? Nach langem Besinnen beantwortete er die Frage mit den beiden Worten: „Krieg und Mäuse fr aß!" Haadel und Verkehr. , November. Auf dem heutigen Markt kostete' Butter per Plmrd 1-03-105, Hühnereier 2 Stck. 13—15 Enteneier St. 0—0 Käse pr. St. 5-7 H, Äafematte 2—3 H, Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen 32 Tauben per Paar 0,45 bis 0,60 A, Hühner per Stück 0.85—1.10, Hahnen pr. Stück JL 0.60—0.85, Eulen per Stück JL 1.50-1.80 Ochsenfleisch per Pfund 62-64 Kuh- und Rindfleisch 54—5b A, Schweinefleisch 50—60 A, Hammelfleijch 56-64 A, Kalbfleisch 48—50 A, Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.00-0.00, Milch per Liter 12—18 A, Zwiebeln per Zentner JL 4.00-0.00. Weißkraut pr. St. 3-8 A- Briefkasten. Die Nedaction der „Ob er hessisch en Nachrichten" ersuchen wir hiermit, bei Wieder-Abdruck der Standesamts-Auszüge den „Gießener Anzeiger" als Quelle anzugeben oder sich die betr. Auszüge birect zu verschaffen. Bei dem letzten Auszug haben wir den „O. N." eine Falle gestellt und dieselben sind denn auch darauf hinein- gefallen. Wie das geschehen ist, mögen sich die „O. N." selbst heraustufteln. Red. d. „G. Anz." Dienstags i*" bäieÄ MM« W Säuen die in dessen Möbel und <6 6egtnllänbt« Setten, Äotnntoben, Ul dungsM, ®i 8077 MMw-ch I Slaimitt««8 2 Mr $tr[tei«erun«, W« Me.: Miderschrl Söett und sonstiges £ Spätrofen, fri Mk. 3 80, (fr Grünberg. Bestellungen bi Mtag 12 Uhr ai Audmgstraße _5, e VW pr. Pfund 45 \ W___Kach Tche Neffen heM r; ein bei JFerd. ^klbesferteNhe « d-r föniftt Groi 4288] 5 patkn hx Än. «‘«»en 1 « K i «Z-Verstei«-« Icilgek Um mit Wolls P raumen, verka Mustern unb alle M billigen Prei^ 8097 A. 1 .'tn= ©ans ff»'« n hnb etz “• [• iv.! >en. (5:' ®?n denen im l^en itpff. ?^>,chkln- -t. RZ dRch bQ6 rsKL ?Ä«ÄS •jä®b rZR i»Ä • .ft1* ‘Ver ^hier: und Ä ““V“« «Heil durch die ®5nften^um bett ^*trenl 5»e- -mm , !u verzehren. Der .mehr erbitterten, bc d'ub-t'hn |u einem “6niSrmgrf 6ll(f(| -orehel ein Glaubens £ ?0Tmf welche eine ^fang und Ende in Metzel im Lause der M chusehr an ihre m Martinshorn ver- Ete. Darum sollten gespitzt sein, sondern mehr ausrecht stehen-. ! m sie doch Ursprünge mnckger Bauart, wie 1 Men Norddeutschen Gebrüder Schulz, zwar ein RaddamÄ, Heck sHeckraddampieij. dem Main wieder^ NsWa/emes bff.' ift gvL. chiffahrts-GeseWab ichweinfurt schleppen, nutzte diese SWö- r sirr die Brucken und Watzersiand ersordett, rneter besrtzi. Fenier st bei hohem Wassw ringen Tiefgangs wird gehend, voll ausnützeu Cornelius Heyl wurti jr weitere Kreise wr mdlichen SIrbeiterinnc hen Richtungen Hw t n eigenen Haushalt ;t jede tüchtige Hausm na für verpflichtet, brifen fetbft i« »*■ in bmWerm«* nenbenZW" blSo» ‘“Ä1«**,tW mDaiten fleht. , 'ttfSfc ■ jafra rtfSÄ Ar-dFr-stWd-' Hier GrseW^ . llt, [Borten: -ir hieruH -- Zfieln- , w Butter r5&5%Ä Ljjftr** Allgemeiner Anzeiger. Mittwoch d. 11. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf meinem Bureau — Schillerstraße 5 — I. 1 Pferd, Kleiderschrank, 1 Kommode, 1 Eonsolchen, 1 ovaler Spiegel, 1 ovaler Tisch, 1 großer kupferner Kessel, 1 Glasschrank; II. verschiedene medicinische Instrumente und 1 anatomisches Besteck meistbietend versteigert werden. Die Versteigerung sub II. findet bestimmt statt. Gießen, den 9. November 1885. Geißler, ■W72__Gerichtsvollzieher. "Mobiliar-Versteigerung. Dienstag den 17. November, 796© Mittags 2 Uhr, lassen die Erben des verstorbenen Rentners W. Dietz in den Neuen Bauen die zu dessen Nachlaß gehörigen Möbel und Haushaltungs- Gegenstände versteigern, als: Betten, Sopha's, Tische, Stühle, Kommoden, Uhren, Bilder, Kleidungsstücke, Gartengeräthe 2C. 8077 Mittwoch den 11. November, Nachmittags 2 Uhr, Licherstratze 3: Versteigerung, Nachlaß der Hei n r. Noll Wwe.: Kleiderschrank, Tisch, Stühle, Bett und sonstiges Hausgeräth. Jeil'geöotenes. Um mit Wollspitzen HU räumen, verkaufe solche in schönen Mustern und allen Farben zu erstaunlich billigen Preisen. 8097 A» Fangmann. Speisekartoffeln Spätrosen, frei in's Haus, zu Mk. 3.30, Offerte Grünberg. Eminel« Bestellungen bis spätestens heute Mittag 12 Uhr an Herrn K. Klees, Ludwigstraße 5, erbeten.________8092 Ochsenfleisch Pr. Pfund 45 Pf., wird verkauft Neustadt 33, 8088_______Kaufmann Kurz gegenüber. Schellfische treffen heute (Dienstag Abend) ein bei 8100 Ferd. Drebes, _____vorm. Gg. Wilh. Weidig. 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Alfred Halm. fnl*.- '»M ttldh 7164 Ludwigsplat; 6 ist ein Pferdestall nebst Burschenstube auf sogleich zu vermiethen. 8094 Ein militärfreier junger Bursche, der bei Pferden gedient hat, sucht Stelle. Wer? zu erfragen bei Herrn L. W. Plank. öuui (Sine Kaule jyitit zu verlaufen bei Ludw. Rohrbach, Kaplansgasse 15. im Cafe Balzer (Ebel). Tagesordnung: Geschäftsbericht über das letzte Vereinsjahr, Rechnungsablage, Neuwahl des Vorstandes, Vorträge: Herr Geh. Baurath Prof. v. Ritgen: lieber Porträts eines alten Meisters unserer Gegend. Herr Pfarrer Rady über das alte Siechenhaus von Gießen. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. vermischte Anzeigen. 8082 Ein Geselle erhält dauernde Arbeit bei H. Sack, Schreinermeister. Bittet1 6$uI^ Obcrhcss. Verein für Lokalgeschichte Generalversammlung Donnerstag den 12. November, Abends 8 Uhr Theater. Einem hochgeehrten Publikum zur gefälligen Kenntniß, daß folgende Mitgliedertheils gekündigt, theils freiwillig aus dem Verbände meines Theaters geschieden sind: Herr^Halw, Fräulein Sowmer, Fräulein von Walden und Herr Tchröder, und sind hierfür neuengagirt: Herr Markwordt, Herr Wieland, Herr Rochow und Herr Milins sowie die Damen Jacobi, AldeS und Nowatny. Rausmannislher Kerem in Gießen. Wir eröffnen Donnerstag, den 12. November, Abends 8 Uhr, im Vereinslokale Cafe Schwinn, einen Cursus in Gabelsberger Stenographie. Solcher ist für unsere Mitglieder frei. Nichtmitglieder sHandlungsgehülfen vnb Lehrlinge) können gegen eine Vergütung von Mk. 3 an demselben theilnchmen. Die Unterrichtsabende sind Dienstags und Donnerstags. 8033 Bis zur Eröffnung nimmt der Unterzeichnete Anmeldungen entgegen. Wilh. Köscr, Uorsihender. Lony s Bierkeller. Don Mittwoch den !k. November ist die Wirtschaft auf meinem Bierkeller für die Sommer: Saison geschloffen. Dagegen sind die Winterlokalitäten täglich geöffnet, und halte ich mich meinen werthen Gästen auch da bestens empfohlen. Achtungsvoll M die pi - W am dre m UilgültigkeitS'ErklalU W-fehltest in ^n der LandtaM probe WM 1 die Wahlen an vielen Wer stimmten, w tiit Zeugnis für lomml aber noch hr Syttem, welches bat glasten der Beckkeri feit und Gleichgülägk Wn Landlagwahler M, während sie bo Geltung kommt. 5' WWW vollzieh her Apparat fungir ReichstagSvahlen w und Pflichtgefühl da? den Wahlen zum £ willt ist, in dieser Remedur zu schaffe) ' .•‘tag sich auch in de " M eine Reform i' Die Wahl Sinne der Nationa Wer ßicheiiung Sie ßrntm fecutär im auMrti zu zweifeln war - Higen ünterstaatösecre I licht werben. Von mehre 'deutsche Regierung 'voffchlag gemacht ho ^'gesbllt, daß ein er ver fvanischen Regie aber nicht annel .. Die Auswi ul al aus Preu JWH der öjlemid Delegirten &e si petaion IleOten, Ti b*be iWmliJe ”"9 d-r SIusWj ™9™' Graf fialnofi ju 6ean L°°"ihrs^" 6(it(n8 'M« hierbei leW W^Schreii "* iUt ° i tjefchüM-Erössimng. Hierdurch einem verehrlichen hiesigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich am hiesigen Platze, Asterweg 13, ein Metzgerei Geschäft errichtet habe. 7090] rrogis von 6 Zimmern und allem Zubehör nebst Gartenantheil |u vermiethen- __Frankfurterstraße 53._ 7741] Möblirtes Zimmer mit Cabinet vermiethen. Bleichstraße 11, 11. St 7292] Möbl. Zimmer zu vermiethen. __Neustadt 1, Ecke der Balmbofstraße. 6987 Ein möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen.__Weidengasse 6._ 7166] Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen.__Mäusburg 4. 7854 Ein möblirtes Zimmer zu ver- ^niethen. Kirchenplatz 10. 8103] Brille mtt Futteral verloren. Gegen Belohnung von Mk. 1.50 abzugeben Brandgaffc 4. 8101 Ein Mädchen, das nähen und bügeln kann und mit Kindern umzugehen, versteht, auch gut empfohlen ist, sucht Marie Kauffmann, Alicestraße 25. 8084] Scheuer sofort zu ücrmtetljen oder zu verkaufen. Näheres Bleichstraße 3, parterre. 8089 Ein großes unmoblirtes Zimmer zu miethen gesucht. Offerten, nebst Preis- angabe an die Exped. d. Bl- .1. Pfeffer, r...... empfiehlt seine reichhaltige Auswahl in Barnen- und Kinder-Mänteln zu bekannt billigen Preisen. Gleichzeitig mache auf meine Neuheiten in Buckskins zur Anfertigung von Herren- und Knaben-Garderobe nach Maaß SET unter Garantie für qutes Passen, aufmerksam. 7700. 8096 Ein möbl. Zimmer, mit oder ohne Kost zu vermiethen. ____________________Kaplansgasse 23. 8i >90 Ein kl. Familienlogis zu verm. bei Ludw. Rohrbach, Kaplansgasse 15. 8104 Eine Familienwohnung sofort zu vermiethen bei H. L. Allendörfer, Frankfurterstr. 88. Stadt-Theater in Giessen. Dem allgemeinen Wunsche des geehrten Publikums entsprechend habe ich es zu ermöglichen gesucht, Frau Charlotte Lange noch für ein einmaliges Gastspiel zu gewinnen, und bleibt wegen Vorbereitungen und decorativer Ausstattung hierzu das Theater bis Freitag geschlossen. Freitag den 13. November. Gastspiel der Krau Charlotte Lange vom Stadt-Theater iit Frankfurt a. M. Sensations-Novität! Odette. Pariser Sittenbild in 4 Akten von Vic- torien Sardou. (In Scene gesetzt von Frau Charlotte Lange.) Billets zu dieser Vorstellung sind von Mittwoch Vormittag an in der Cigarrenhandlung des Herrn Weiler (Kreuz- platz) zu haben. Die Direetion. Wohnungsveränderung. Werthen Damen zur gefl. Nachricht, daß sich meine Wohnung jetzt verlängerte Flügelsgaffe, im Hause des Herrn Architect Huhn befindet. Hochachtungsvoll Louise Kreiling, 8095 Friseuse. Eingesandt. Unterzeichnete erklären hiermit, daß dieselben ihre Thätigkeit an dem unter Leitung des Herrn Adolf Rheinberger stehenden Kunstinstitute freiwillig eingestellt haben. Die Gründe hierfür anzu- geben ist wohl nach der allgemein bekannten Sachlage unnothig. Dies um allen Gerüchten und falschen Angaben vorzubeugen. Mermielhungen. 8087] Kleine Wohnung zu vermiethen. _________________________Tiefenweg 10. 8083 Zwei kleine Familienlogis per sofort zu vermiethen- ____________Ernst Loh, Neustadt 11. 7975 Ein schönes Mansardenzimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen. ______PH. Strack, Bahnhofstraße 58. 8098 Ein unmoblirtes Zimmer zu oer= miethen. A. Klingelmeyer, Sandg. 33. 8093 Der seither von Herrn Dorfeld bewohnte Seitenbau meines Hauses, Asterweg 9, ist per 1. Februar nächsten Jahres an eine ruhige Familie anderweit zu ver- 6777 Ein kleines Logis an ruhige Leute zu, vermiethen.__Liebigstraße 13. 4565 Der seither von Herrn Professor Fromme bewohnte dritte Stock meines Hauses, Alicestraße 17, ist anderweit zu vermiethen und sofort zu beziehen. __Slug. Wehn. 7932 Ein kleines Logis mit Zubehör zu vermiethen bei ______Gg. Unverzagt, Kaplansgasse. 78s5] Ein kleines Logis zu vermiethen. Postschaffner Bötz, Weserstraße 13 7739 Der untere Stock meines Hauses mit allen Bequemlichkeiten ist anderweitig zu vermiethen. Emil Kalbsteisch, ^rünbergerstraße 20. 8027] Gut möblirtes Zimmer per so fort zu vermiethen. Seltersweg 3». 8051 Ein Stübchen mit Bett zu ver- miethen._____Lindengasse 1. 8002 Einige frdl. möbl. Zimmer, mit od. ohne Pension, zu vermiethen- Wo? sagt die Exped- d. Bl. Mein eifrigstes Bestreben wird stets dahin gerichtet sein, durch reelle und aufmerksame Bedienung mir das Zutrauen meiner geehrten Kunden erwerben und erhalten zu suchen. Gießen, den 10. November 1885. Achtungsvoll Karl Keiner.