M ^Inne. nz. ’—- ____5261. Wr'iS^r? ^*S6* 'iä*benn*. WW Ä^U dritte und pr e^A. Wi? W Badezimmer'. °'°« Zu permiefc ^Edwigsplahö. Är1,0Är lrtes Rimmer >u Dtr. ____Dackstraße 34. Hause in der W ötorf zu vermiethen. —^.BernharSt. dliches Lrgis von j 3. ior und GartenuM, uwgks, zusammen oder zu vermiethen. d. A. w, ineinandergchende ohne Möbel, zu ver- Bahnhosstraße 7. lutes änrontt, aus nmiethei Kirfer, Neuenweg. 're'.Wohnung, best- ans restall, Loden, Aeuh- ung des lsarkens, auf niethen- mksurterftr. 3!, ll. Ei. raße 1 (Nord-Mhü id in 5 Zimmern M Mn-___ blirte Zimmer zu ver- igstraße 12. parterre. be (Parterre) nebst Zu- n, .ssavlausgasie i. nuna von 3 Zimmern rmietben- t, GrWeMuM. usWohnuug, gr.o.fl> WctteraM 01L_ ügMetcr aden 1 Neustadt 18 zu ver- aW'n bti* 1« »<[««*& §rped^B!^---- ^tn und Aniang-> ~ —^.p m vermietbkn ie Mzeigeir. > litltlW; KLivölbt' Mcn.f"- e«cntbetl"'' 5098 Rr. 18M Dienstag den 11. August 18M Gießener Änzciger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Aeutschkand. Berlin, 8. August. Commandeur Paschen ist am 7. August mit den Kreuzer-Fregatten „Stosch", Gneisenau", „Elisabeth" und „Prinz Adalbert", sowie dem Tender „Ehrensels" vor Zanzibar eingetroffen. Dresden, 9. August. Der König und die Königin von Sachsen sind in zweiter Morgenstunde von dem Ausflug nach der Insel Rügen wieder in Pillnitz eingetroffen. Der König, die Königin und der Prinz Friedlich August werden Nachmittags der großen Regatta der Rudervereine, welche auf der Elb- stcecke zwischen Wachwitz und Loschwitz stattfindet, beiwohnen. Hesterreich. Gastein, 8. August. Der Kaiser machte gestern wegen des starken Regens feine Abendfahrt. Er nahm den Thee bei Gräfin Lehndorff ein. — Der Kaiser unterließ wegen des andauernden Regenwetters heute die Morgen-Promenade. Zur Tafel sind keine Einladungen erfolgt. Wien, 8. August. Die „Wiener Abendpost" vernimmt, Kalnoky werde sich demnächst nach Varzin begeben, um Bismarck einen mehrtägigen Besuch abzustatten. Wien, 9. August. Das „Fremdenblatt" hebt in einem Artikel hervor, daß Die bevorstehende Begegnung des Fürsten Bismarck und des Grafen Kal- noky mit keiner concreten Frage in Verbindung stehe; dieselbe sei gewissermaßen ein persönlicher Ausdruck der sreundschastlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich. In Bezug auf die bevorstehende Entrevue des österreichischen Kaisers und de« Kaisers von Rußland in Kremsier bemerkt dasselbe Blatt, daß weder eine große Staatsaction, noch eine schriftliche Fixirung politischer That- -iachen in Aussicht genommen seien; die Entrevue in Kremsier werde nur bekunden, daß an dem bisherigen sreundschastlichen und vertrauensvollen Verhältniß, welches in kurzer Frist zu durchaus glücklichen Ergebnissen geführt habe, festge- halten werden soll. Dänemark. Kopenhagen, 8. August. Der bisherige Minister des Innern, Finsen, hat nunmehr seine Demission erhalten. Der Gutsbesitzer Jngerslev ist zum Minister des Innern ernannt. Holland. Haag, 8. August. Der französisch-holländische Handelsvertrag ist heute ratificirt worden und wird alsbald in Wirksamkeit gesetzt. Belgien. Brüssel, 8. August. Die „Jndependance Belge" veröffentlicht eine Unterredung ihres Berichterstatters mit Dr. Allard, Arzt der Internationalen Association Congo, welcher nach dreijährigem Aufenthalt am Congo nach Brüssel r,urückgekehrt ist. Allard bezeichnet in bestimmtester Weise die Nachrichten ver- schieoener Zeitungen über den Ausstand der Eingeborenen am Congo uud die Zerstörung mehrerer Stationen der Association am Congo als unrichtig. Die Niederlassungen befänden sich alle in blühendem Zustande. Ebenso stellt Allard in Abrede, daß unter den Europäern große Sterblichkeit herrsche und das Klima unerträglich sei. AranLreich. Paris, 8. August. Grövy ist Vormittags nach Montsusvaudrey abgereist. — Die Reservisten der Kavallerie und Artillerie sollen am 25. d. Mts. zu einer vierwöchentlichen Uebung einberufen werden. — Courcy verlangt in seinen letzten Depeschen die Lieferung verschiedenen Materials, wie es nothwendig ist, um die gesundheitliche Lage der in Tongking zu errichtenden Garnisonen zu sichern. — Das Journal „Paris" erklärt, der „Temps"-Artikel über den Effectiv- stand der Kavallerie an der französisch-deutschen Grenze sei vom Kriegsministerium nicht inspirirt, denn er enthalte, wie man aus den französischen und deutschen Dislocations-Listen leicht constatiren könne, Unrichtigkeiten. — Dem „Temps" zufolge erklärte der Geschäftsträger Tschengkitong bezüglich der Meldung der „R^publique Fran^aise", von einem englisch-chinesischen Bündnisse gegen Rußland sei der chinesischen Gesandtschaft durchaus nichts bekannt. — Aus dem Marine-Hospital zu Toulon wird ein choleraverdächtiqer Todesfall gemeldet. Marseille, 8. Aug. Innerhalb der letzten 24 Stunden sind 30 Cho- lera-Todesfälle vorgekommen. England. London, 8 August. Das Oberhaus nahm in erster Lesung die Bill, betr. die Gesundheits-Ordnung Londons, an und im Unterhause passirte in dritter Lesung die B'.ll zum Schutze junger Mädchen und Frauen. — Wie die „Morning Post" erfährt, sind die neuesten Depeschen von Giers höchst versöhnlich und eröffnen die Aussicht aus eine möglicherweise unverzügliche Lösung der afghanischen Frage. — „Daily News- erfährt, der Schriftwechsel über das Schiedsgericht bezüglich Pendjehs sei seit dem Amtsantritt des Tory Cabineis nicht fortgesetzt worden; im auswärtigen Amt werde die Angelegenheit durch Die schweigende Haltung Der beiden Regierungen als fallen gelassen betrachtet. — Sir H. Drummond Wolff ist heute über Brüssel und Wien nach Konstantinopel abgereift. Er wird sich, wie das „Bureau Reuter" erfährt, in Wien 3 bis 4 Tage aushalten. London, 9. August. Gladstone hat gestern Abend an Bord der Dacht „Sunbeam" eine dreiwöchentliche Reise aus der Nordsee und nach der norwegischen Küste angetreten. Rußland. Petersburg 8. August. Das „Journal de St. PHersbourg" schreibt: Die „Wiener Abendpost" hat vollkommen Recht, wenn sie die Regelmäßigkeit und gegenwärtige Wiederkehr der Begegnung des deutschen Kaisers und des Kaisers von Oesterreich nicht nur als Beweis für diejenigen Beziehungen beider Kaiserreiche zu einander, sondern auch als Anzeichen der Bürgschaft für Den allgemeinen Frieden feiert. Serbien. Belgrad, 8. August. Ein königl. Erlaß ordnet für die Kreise Uzica, Rudnik, Carak und zwei Bezirke des Kreises Pocarecatz wegen des dort herrschenden Räuberunwesens das Standrecht an. Amerika. New-Aork, 8. August. Das Leichenbegängniß des verstorbenen Generals Grant fand heute in großartiger Weise statt. Der Leichenzug war fast 6 englische Meilen lang und unter den Teilnehmern befanden sich der Präsident Cleveland, der Vicepräsident Hendricks, die früheren Präsidenten HayeSt und Arthur, die Minister und Mitglieder des obeiften Gerichtshofes, das diplomatische Corps, die Mitglieder des Congresses und die Gouverneure der verschiedenen Staaten. Alle Geschäfte waren geschlossen- Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Eorrespondenz ° Bureau. Bad Gastein, 9. August. Der Kaiser machte gestern Abend eine Spazierfahrt nach Böckstein und nahm sodann den Thee bei der Gräfin Lehndorss ein. Heute Morgen promenirte er auf dem Kaiserwege und wohnte dem Gottesdienste in der evangelischen Kirche bei. Zur kaiserlichen Tafel sind heute Minister v. Bötticher und der braunschweigische Staatsministet Graf v. Görtz - Wrisbera befohlen. Die Frau Großherzogin von Weimar wird heute hier eintreffen, lieber die Rückreise des Kaisers ist bis jetzt Folgendes bestimmt: Die Abreise von Gastein findet am 11. dss. Mts. 1 Uhr 50 Minuten Nachmittags statt. Von Lend aus wird die Reise um 3Vr Uhr mittelst Extrazuges bis Salzburg fortgesetzt, woselbst der Kaiser um 5 Uhr 50 Mm. einzutreffen und in dem „Europäischen Hof" Nachtquartier zu nehmen gedenkt. Am anderen Tage um 4|/a Uhr Nachmittags wird die Reise über Attnang, Regensburg, Hof, Leipzig, Roßlau und Drewitz nach Potsdam fortgesetzt werden, wo der Kaiser am 13. d. M. 10 Uhr 20 Min. Vormittags eintreffen wird, um sich nach Babelsberg zu begeben. PotS-am, 9. August. Ihre K. Hoheit die Frau Prinzessin Wilhelm hat heute Abend 7 Uhr über München die Reise nach St. Moritz angetreten. München, 9. August. Der dritte deutsche Meteorologentag eröffnete heute unter Vorsitz^des Directors der deutschen Sternwarte, Professor Dr. Ncumaycr, seine geschäftliche «Litzung zur Berathung über die Verschmelzung der österreichischen und deutschen meteorologischen Gesellschaft; der Beschluß wurde vertagt. Paris, 9. August. Als Ferry gestern Abend in Lyon zu einer Versammlung eintraf, fanden auf dem Bahnhofe und vor dem Hotel feindselige Demonstrationen gegen ihn statt, so daß die Polizei^einschreiten und die Menge zerstreuen mußte. — Im Departement der Seine wurde an Stelle Victor Hugo's der Eandidat der Radicalen, Songeon, mit 337 Stimmen zum Senator gewählt. Der Gegen- candidat desselben, Dair, lgemäßigter Republikaner), erhielt 257 Stimmen. — Eine Depesche oes Generals Eourcy aus Hanoi von heute conftatirt, daß sich in der Lage der Dinge nichts verändert. Paris, 9. August. Auf dem Kirchhofe von Pdre-la-Ehaise fand heute unter zahlreicher Theilnahme die Einweihung des Denkmals für Blanqui statt, es wurden mehrere Reden gehalten und mehrere Hochs auf die Commune ausgebracht, such wurden von der Polizei einige rothe Fahnen in Beschlag genommen, andere, die öffentliche Ruhe störende Zwischenfälle kamen nicht vor. Die Enquete über die Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Beiertagen. Darmstadt, 8. August. Ter $ 105 der deutschen Gewerbeordnung vom 1. Juli 1883 enthält folgende Bestimmung: „Zum Arbeiten an Sonn- und Feiertagen können die Gewerbtreibenden die Arbeiter nicht verpflichten. Arbeiten, welche nach der Natur des Gewerbebetriebs einen Aufschub oder eine Unterbrechung nicht gestatten, fallen unter die vorstehende Bestimmung nicht". Die Abänderung dieses Pargraphen war in der verflossenen Reichstagssession Gegenstand der Berathung und gingen bekanntlich über den Umfang, in welchem gegenwärtig die gewerbliche Sonntagsarbeit stattfindet, sowie über deren Zulässigkeit die Ansichten in dieser Körperschaft sehr auseinander. Während von der einen Seite die Nothwendigkeit einer Feier des Sonntags nach strengem Ritus mit Aufhebung fast jeglicher Beschäftigung in den Gewerbebetrieben an diesem Tage betont wurde, glaubte man auf der anderen Seite ein principielles Verbot nicht erlassen zu können und weitergehende Ausnahmen von der Regel zulassen zu sollen. Soweit wir uns erinnern, wurden auf Vorschlag des Reichskanzlers die Verhandlungen über diesen Gegenstand einstweilen vertagt, indem derselbe geltend machte, daß vor allen Dingen in dieser Sache die Ansichten und Wünsche der mitten in der gewerblichen Sonntags- VhUTton t SchukOrahe 7. Erscheint mit ShONtck-». freit viertel jährlich 2 Mark 20 Pf. mit vrinseristz» urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 56 Pf. arbeit stehenden Factoren, der Arbeitgeber und der Arbeiter, gehört und ostent- lich zum Ausdruck gebracht werden müßten, worauf die Reichsregierung sich veranlaßt sah, eine Enquete über den Umfang der gewerblichen Sonntagsarbeit, sowie die Möglichkeit einer etwaigen Beschränkung derselben anzuordnen. Demgemäß sprach der Reichskanzler gegenüber den verbündeten Regierungen den Wunsch aus, daß durch zweckentsprechende, sachgemäße Erhebungen festgestellt werden möge, in welchem Umfange thatsächlich die Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Feiertagen jetzt vorkommt, ferner ob und inwieweit eine Beschränkung derselben ohne Schädigung berechtigter Interessen erfolgen kann. Mit der Ausführung und einheitlichen Leitung dieser Erhebungen im Großherzogthum wurde durch das Ministerium des Innern und der Justiz die Großh. Centralstelle für die Gewerbe beauftragt. Stach der Absicht des Reichskanzlers soll die vorzunehmende Enquete über alle Gewerbszweige, incl. der Handelsgewerbe und des Handwerks sich erstrecken und zunächst diejenigen Industriezweige ermitteln, in welchen überhaupt eine Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Feiertagen gegenwärtig vorkommt. Zur Erreichung dieses Zieles wird beabsichtigt, die Handelskammern, Gewerbvereine, Innungen und sonstige Handwerker- Verbände, sowie auch freie Vereine von Industriellen und Handwerkern um ihr Urthell in der Sache anzuaehen, doch legt man auch, der schon angedeuteten Natur der Enquete entsprechend, besonderen Werth darauf, daß auch Arbeiter in dieser Angelegenheit zur Aeußerung kommen und zwar in einer solchen Weise, die für eine unbeeinflußte und unparteiische Urtbeilsabgabe derselben Garantie bietet. In dieser Beziehung soll anheimgegeben werden, ob die dem Arbeiterftande angehörenden Mitglieder der Vorstände der Krankenkassen, sofern diese nicht Betriebs-Krankenkassen sind, zur Aeußerung als geeignet erscheinen. , Durch Vermittlung der Organe der Verwaltungsbehörde, der Handelskammern, des Großh. Fabrikinspectors, der Localgewerbvereine und anderer Körperschaften richtet sich nun die Centralstelle für die Gewerbe an alle Gewerbtreibenden, Fabrikanten, Handwerker und Arbeiter und ersucht dieselben, über die nachstehenden Punkte entsprechende Angaben bezüglich des Umfanges der in ihren Betrieben vorkommenden Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonn- und Feiertagen rc. zu machen. Fragen: I. Ist die Sonntagsarbeit in allen Betrieben Ihres Industriezweiges üblich oder nur in einem Theile und in welchem? II. Findet die Sonntagsarbeit statt: 1) regelmäßig und dauernd? 2) vorübergehend und zwar periodisch oder regelmäßig? III. Findet die Beschäftigung statt: pp 1) für den gesummten Betrieb oder für welche Theile desselben? 2) für die gesammte Arbeiterschaft des Betriebs oder Betriebstheile oder für welche Theile desselben? 3) findet bei theilweiser Beschäftigung der Arbeiter unter diesen em Wechsel statt und wie oft trifft jeden Arbeiter die Sonntagsarbeit ? 4) für den ganzen Sonntag oder für welche Stunden desselben. IV. Wird die Sonntaasarbeit veranlaßt: a. durch technische Eigentümlichkeiten des Betriebes, und welche? b. durch welche wirtschaftliche oder sonstige Gründe? V. Sofern die Sonntagsarbeit nicht in allen Betrieben Ihres Gewerbezweiges üblich ist, auf welchen Gründen beruht der Unterschied? VI. Welche Folgen würde das Verbot der Beschäftigung an Sonntagen haben: 1) für den Unternehmer? a. technische ? b. wirtschaftliche? 2) für die Arbeiter? a. welche Minderung des Jahresarbeitsverdienstes würde unter der Voraussetzung eintreten, daß eine Steigerung des Lohnsatzes nicht cinträte ? b. würde dieser Nachtheil durch andere Vortheile ausgewogen werden? durch welche? VII. Ist das Verbot der Beschäftigung von Arbeitern am Sonntag durchführbar: 1) ohne Einschränkungen? 2) mit welchen Einschränkungen ? Wenn nicht, 3) aus welchen Gründen? Soweit der Fragebogen über die vorliegende Sache, deren Besprechung wir mit einigen kurzen Bemerkungen abschließen wollen. In einer Bekanntmachung der Großh. Centralstelle für die Gewerbe vom 4. August d. I. werden insbesondere auch die Vorstände von Innungen, der Arbeiter-Krankenkasse (soweit diese nicht Bettiebs-Kranken- kassen sind) um Betheiliguna an der angeordneten EnquSte angegangen und das dringende Ersuchen an Alle, die sich bei der vorzunehmenden Erhebung zu betheiligen gedenken, gerichtet, die Ausfertigung und Rückgabe der Fragebogen bis zum 1. September an die genannte Behörde bewirken zu wollen. Es muß auf Einhaltung dieses Termins besonders Werth gelegt werden, indem beabsichtigt ist, das eingehende umfängliche Material nach geeigneter Sichtung und Bearbeitung, die einige Wochen in Anspruch nehmen dürfte, schon zu Beginn der nächsten Reichstagssession dem Reichstage vorzulegen und zu diesem Zwecke eine Uebersendung der diesseitigen Erhebungs-Materialien an den Reichskanzler bis zum 15. October d. I. nothwendig erscheint. Auch ist angeordnet, daß auf dem Bureau der genannten Centralstelle — Neckarsttaße 3 hier — bis zum 1. September mündliche Erklärungen zu den einzelnen Fragen abgegeben und protokollirt werden können. (D. Z.) Vermischte-. Wetzlar, 7. August. Wie wir hören, wird in einigen Tagen ein bereits seit 7 Jahren in Betrieb befindlicher Hochofen auf der hiesigen Sophienhütte ausgeblasen. Eingreifende bauliche Veränderungen, um das Werk zu vervollkommnen und auf der Höhe der Zeit zu erhalten, sind die Veranlassung zu der Außerbetriebssetzung; der Ausfall in der Production des hiesigen Werks soll jedoch durch das Wiederanblasen des Gießener Hochofens gedeckt werden. Besonders zu bedauern ist, daß in Folge der Betriebseinschränkung eine größere Anzahl Arbeiter entlassen werden muß, wovon indessen, wie wir hören, ein Theil auf dem Werke in Gießen Beschäftigung finden wird. . (W. A.) Bingen, 5. August. [Erinnerungs-Commers des Corps „Hassia" von Gießen. Altem Brauche gemäß hält das Corps „Hassia" alle fünf Jahre einen Erinnerungs- Commers in unserer freundlich gelegenen Stadt ab. Auch diesmal waren hierzu active Corpsstudenten und alte Herren des Corps von nah und fern zahlreich erschienen, um im engeren Freundeskreise einige fröhliche Stunden zu verleben und alle liebgewordene Erinnerungen zu pflegen. Von Mainz aus trat man gestern Nachmittag bald nach 4 Uhr mit dem festlich geschmückten Dampfboote der Hessischen Ludwigsbahn die Fahrt in das Rheingau an; mit Böllerschüssen, welche wirkungsvolle Echos in den Bergen erzeugten, wurden die Orte, an denen das Schiff vorbeifuhr, begrüßt und eine Musikkapelle, deren unverdrossenen und rührigen Thätigkeit alles Lob wurde, ließ ihre munteren Weisen ertönen, auch mancher frohe Cantus, vorab das schöne Lied: „Dort, wo der Rhein mit seinen Silberwellen :c." stieg während der Fahrt. Unterdessen hatte der Himmel, der bei der Abfahrt noch gnädig dareinschaute, sich verfinstert und unter Donner und Blitz und bei strömendem Regen hielt man in Bingen seinen Einzug. Nachdem im „Deutschen Haus" daselbst eine kleine leibliche Stärkung genommen worden, wurde nach dem Hotel „Nochusbcrg", auf ziemlicher Höhe gerade demNieder- walddenkmal gegenüber schön gelegen, die Wanderung angetreten. Hier versammelte man sich im großen Saale zum Commers, der um 8 Uhr begann und von Herrn Oberförster Block aus Gießen präsidirt wurde. Der Genannte hieß die zahlreich Erschienenen herrlich willkommen und forderte dieselben zu einem dreifachen Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königl. Hoheit den Großherzog auf, welcher Aufforderung freudigst entsprochen wurde. Bei dem mit dem Commerse verbundenen Abendessen stieg zunächst ein Salamander auf das vivat, floreat, crescat der „Hassia", ausgebracht von Herrn Dr. Hirsch aus Oppenheim, den Herr 8tvä. Stoll, der gegenwärtige Senior der „Hassia", für die dargebrachte Ovation dankend, mit einem Salamander auf die alten Herren des Corps erwiderte. Hierauf wurde ein Salamander auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog, commandirt vom Präsidium, gerieben und ein entsprechendes Telegramm an denselben abgesandt. Herr Oberamtsrichter Bauer aus Bad-Nauheim wußte in trefflicher Rede die allgemeinen Bestrebungen und Ideale der studirenden Jugend sonst und jetzt, sowie den Zusammenbang des Verbindungswesens mit den vaterländischen Bestrebungen darzulegen (er wies hierbei u.a. auch darauf hin, daß große Männer unserer Zeit sich ihres früheren Corpslebens mit Wohlgefallen erinnerten) und endete seine beifälligst aufgenommenen Worte mit einem Salamander auf die „Hassia". Unterdessen war Dank der Liberalität einiger alten Herren des Corps eine bengalische Beleuchtung des Niederwalddenkmals arrangirt worden, und bot das herrliche Denkmal, weithin erstrahlend durch die von finsterem Gewölk geschwärzte, nur hier und da durch zuckende Blitze erhellte Nacht, ein prächtiges, unvergleichlich schönes Bild, das jeden Beschauer lang fesselte. Das Präsidium nahm Veranlassung, den betreffenden Herren für die Spendung dieses Genusses den Dank auszusprechen. — Bei dem üblichen Aufruf der Theilnehmer nach Semestern ergab es ich, daß drei alte Herren aus den Jahren 1840—43 anwesend waren und nahm Namens derselben Herr Baurath Busch aus Darmstadt Gelegenheit, den Wunsch auszusprechen, daß auch die jüngeren Semester demnächst dem Beispiele der alten Herren durch stetigen Besuch dieser Commerse folgen möchten und trank alsdann auf ein frohes Wiedersehen beim nächsten Commerse. Stoch feierte Herr Dr. Geiger aus Westhofen den Fürsten Bismarck als Schöpfer unserer deutschen Einheit, worauf der entsprechende Salamander folgte. Erst zu später, oder richtiger gesagt früher stunde schieden die Theilnehmer des Commerses von einander. — Am heutigen Morgen wurde der Niederwald von vielen Fefttheilnehmern besucht und nach der Rückkehr das übliche Frühstück im Hotel „Rochusberg" eingenommen, das ebenso wie der gestrige Commers in jeder Beziehung animirt verlief und den Abschluß des officiellen Theils der Festlichkeiten bildete. Hierbei wurde ein inzwischen eingetroffenes Telegramm aus Osborne bekannt gegeben, worin Se. Königl. Hoheit der Großherzog für die erwiesene Ehre freundlichst zu danken geruhten. Auch wurde beim Frühstück nicht verfehlt, dem Präsidium, Herrn Oberförster Block, sowie Allen, die um das Gelingen des Festes bemüht gewesen, die verdiente Anerkennung zu zollen. Die Nachmittags- und Abendzüge führten die meisten der Theilnehmer wieder ihrer Heimath zu, die alle wohl das schöne Bewußtsein mit sich nahmen, im engeren Freundeskreise unter Gleichgesinnten einige Stunden in roher und ungetrübter Heiterkeit verbracht zu haben. (D. Z.) — Am 6. September wird in Eisenach ein großes Stenographenfest von den Stolzeanern Mitteldeutschlands abgehalten werden. Die Festversammlung wird im Saale der „Erholung" stattfinden und ein Ausflug in die reizvolle Umgebung der Stadt sich anschließen. Die Leitung des Festes, zu welchem die zahlreiche Betheiligung der Freunde der Stolze'schen Sache erbeten und erhofft wird, hat der Präsident des mitteldeutschen Stenographenbundes, Redacteur Schöppe in Naumburg a. d. S., übernommen. — Aus Athen wird berichtet: Der Professor der Chemie, Laoer Länderer, welcher seinerzeit unter König Otto nach Griechenland eingewandert ist und zuerst die Hof-Apotheke leitete, später aber, als die Universität Athen errichtet wurde, die Professur der Chemie übernahm, ist dieser Tage daselbst im hohen Alter verstorben. — Die Gräfin Meran, deren Tod wir bereits berichteten, bekanntlich eine Tochter des Postmeisters Plochl, wurde am 6. Januar 1804 geboren. Die Art und Weise, wie Erzherzog Johann mit seiner künftigen Gemahlin bekannt wurde, wird verschieden erzählt. Lange galt die Anekdote, daß Fräulein Plochl als Postillon den Erzherzog geführt, als die richtige Lesart, ja, sie war in vielen Büchern für die Jugend mit Illustrationen erzählt. Diese ganze Begebenheit ist aber unwahr. Der richtige Sachverhalt ist nach der „Presse" folgender: Bei einer der Tanzunterhaltungen, welche dem Erzherzog zu Ehren am Grundlsee veranstaltet wurden (1826), kamen auch mehrere Mädchen der Ausseer Bürger- und Beamtenfamilien zusammen, welche natürlich in der einheimischen Bauerntracht gekleidet waren. Eine derselben, Anna Plochl, die 23jährige Tochter des Postmeisters, gefiel durch ihre Schönheit, Sittsamkeit und anziehende Unterhaltung dem Erzherzog dergestalt, daß er sich entschloß, das einfache Bürgerkind zu seiner Gattin zu erheben. Er vermählte sich mit ihr in morganatischer Ehe am 18. Februar 1827. Die Entfremdung, die dieser Schritt zwischen Kaiser Franz und seinem Bruder herbeiführte, wurde nach einigen Jahren durch Vermittelung der Kaiserin Carolina Augusta beseitigt. Die Gemahlin des Erzherzogs wurde erst zur Baronin Brandhof, später zur Gräfin Meran erhoben. Aus dieser glücklichen Ehe, die der Tod des Erzherzogs Johann am 11. Mai 1880 löste, stammt ein Sohn, Graf Franz, der Ritter des Ordens vom Goldenen Vließ ist, Mitglied des Herrenhauses, Geheimrath und Major bei den Tyroler Landesschützen. Graf Franz, geboren 1839, ist seit 1862 mit Gräfin Theresia, geb. Gräfin Lamberg, vermählt und Pater von 4 Söhnen und 3 Töchtern. KunstnotLz. (Eingesandt.) Das gestern Nachmittag 5 Uhr in der vormals Pöschel'schen, jetzt Röhrle's Bierhalle abgehaltene Concert des Zapf'schen Künstler-Quartetts auS Wiesbaden war leider sehr schwach besucht, trotzdem diese kleine Künstlerschaar vom vorigen Jahre in so lebhafter Erinnerung steht. Tie Vorträge, welche wieder in so vorzüglicher Weise erecutirt wurden, wie sie eben nur von stimmbegabten, geschulten Sängern möglich sind, fanden denn auch bei dem kleinen Publikum eine so begeisterte Aufnahme und erregte namentlich eine „Gardinenpredigt" schließlich eine solche Heiterkeit, daß sich eine Anzahl anwesender Herren mit der Bitte an die Herren Sänger wandte, doch unverdrossen heute noch ein zweites Concert geben zu wollen, da sie überzeugt seien, daß unser kunstsinniges Publikum und namentlich unsere verehrte Damenwelt sich gewiß heute revanchireu würde. Es wäre ja sehr zu bedauern, wenn man unserem herrlichen deutschen Volksliede, dem man in der neueren Zeit überall hehre Stätten bereitet, hier, in so vollendeter Weise vorgetragen, nicht ebenso pietätvoll begegnen wollte und diese treffliche kleine Künstlerschaar enttäuscht unsere kunstsinnige Stadt verlassen sollte. Dieselbe hat sich nun entschlossen, heute Abend im „Cafö Leib" ein letztes Concert zu geben und dürfte dieser Hinweis genügen, ein recht zahlreiches Publikum gewiß herbeizuführen.______________________Mehrere Anwesende. Oanbei nnb Verkehr. Grünberg, 8. Angust. lFruchtpreise.) Weizen JL 17.00, Korn JL 14.40, Gerste JL 14.40, Hafer X 14.20, Erbsen JL 00.00, Linsen JL 00.00, Lein JL 00.00, Samen JL 21.10, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00. Frankfurt, 8. August. Auf dem heutigen Markt kostete der (Zentner Heu 2.2o—3.10, Stroh JL 2.00—2.50, Eier das Hundert JL 4.20—5.50, Butter 1. Qualität 1.15, 2. Qualität JL 0.80, Kartoffeln per Malter «4L 5.00—8.00, Kohlrabi 3-5 H pr. St., Erbsen 50 Kg. 6.00—8.00 JL, Rothkraut pr. St. 20—30 A, Huhn^L 1.80—2.50, 1 Ente JL 2.50-3.00, 1 Taube 60—‘70 Hahn 1.50—2.00, Gans X 5—9.00, Welsche JL 0.00—0.00.________ ___________________ Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M. Opernha«-. Dienstag den 11. August: Freischütz. Mittwoch den 12. August: Lohengrin. Donnerstag den 13. August: Don Juan. Freitag den 14. August: Gasparone. Samstag den 15. August: Hans Heiling. Sonntag den 16. August: Oberon. Schauspielhaus. Dienstag den 11. August: Viel Lärm um Nichts. Mittwoch den 12. August: Zum ersten Male wiederholt: D i e S ch n l r e i t e r i n. Hierauf: Die zärtlichen Verwandten. Donnerstag den 13. August geschlossen. Freitag den 14. August: Die Goldprobe. Samstag den 15. August: Vorletztes Auftreten des Fräulein Nina Weiße. Der Roman eines armen jungen Mannes. Sonntag den 16. August: Abschiedsvorstellung des Fräulein Nina Weiße. Die Versucherin. Hierauf: Die Maler. neu,leicht,solid,elegant,preiswürdig. Abbild, gratis. [4132] I. G. Rumpf, Els. Hand ssrankkurt f {£ M ** Butein M’fdjffl, j-ht R-Hilt'i er-Ouarietts aus ne KünMfchaar vom t, welche wieher m o immbegabten, gesMn tlum eine so begeifterit eßlich eine solche an die Herren Sang5 m wollen, da sie über- zu btbaueni, »tun * ^*(SS ren (5orp3Ubbtiu-Q- len Norte l?5 ralität ehn^1 Denkmals Qllen 'ch die von Glicht »;n ^erem Prasld^^^e-, KT SL-Kr 'ZLM 8AÄL sen K bekam ”Ä? freiinblidiit ^Mranhum, [h nh 'mUll gewesen, Azuge führten die )as schone BewuWn 1 einige Stunden s (D. Z.) 2tenographenfesl von eltoersamnilung wird Mlie Umgebung der Lerche Betheiligung >ti Präsident des naumbuxg a. d. S. eniie, laoer Länderer, *t ist und zuerst Kn errichtet würbe, lblt im hohen Alter Wen, bekanntlich tim boren. Die Art m bekannt wurde, M )chl als PosAm drn ichern für die Zupd iwahr. Der richtige nterhaltungen, welche (1826), kamen auch immen, welche natur rselben, Anna Plochl, beit, Sittsamkeit und entschloß, das einfache ihr in morganatischer Schritt zwischen Kaiser :en durch Vermittelung Erzherzogs ivuck trft Aus dieser Mchm ifte, stammt äWi , Mitglied des Hmm- . Gras Franz, geboren lemählt und Vater oon -»•BiS W°l>er HK-ut Habn J» • Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 10. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser lo1/»9, Luft im Schatten 20°. L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. Schwarz und Weiß seidener Atlas Mk. 1.23 Pf. per Meter bis Mk. 16. 80 Pf. (in je 18 verschied. Qual.) versendet in einzelnen Raben und ganzen Stücken zollfrei in's Haus das Seiden-Fabrik-Däpöt von G. Henneberg LKönigl. Hoflieferant) in Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 $ Porto nach der Schweiz. 583 Mittwoch den 12. 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Die aus der Derloosung des Oberhesstschen Bienenzüchter- Vereins herrührenden Gewinne sind noch bis Donnerstag Abend auf dem Lenz'schen Felsenkeller in Empfang zu nehmen. Von Freitag ab bis 31. d. M. incl. können dieselben bei Herrn Rechner La über, Bleichstraße 11, abgeholt werden. Gewinne, welche bis einschließlich 31. August nicht abgcholt worden sind, werden zu Gunsten der Vereinskasse versteigert. 5772 . Das Comlte. Reyemn&nlel in großartiger Auswahl neu eingetroffen und empfehle solche zu billigsten Preisen. 5776 S. Weimersheiin MIM. Familie Bruchhäufer 5768 Danksagung 5753 M-' herzliche Theilnahme, sowie für die zahlreichen bei dem Tode unserer geliebten, unvergeßlichen Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Für die Vlumenspenden Gattin, Mutter, Henriette Reinig geb. Gail sagen wir allen unsern innigsten Dank. Deutz, Gießen und Baltimore, den 8. August 1885. Die trauernden Hinterbliebenen. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten, statt jeder besonderen Anzeige, hiermit die traurige Mittheilung, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, heute Morgen 3 Uhr unser innigstgeliebtes Kind Friedrich im beinahe vollendeten 2. Lebensjahre nach kurzem' aber schwerem Leiden zu sich zu nehmen. Gießen, am 10. August 1885. 5752 Ein gewandtes Mädchen für ein feineres Detailgeschäft gesucht. Näheres Sonnenstraße 25.____________ Gummisüge werden gut und billig eingesetzt bei Aug. Lang, Schaftenmacher, 5764 Katharinengass e 19- (lavierstimmen I im Abonnement u. auf Einzel- k bestellung, hier u. auswärts, Piano-Reparaturen in garantirt tadelloser, feinster I Ausführung, durch 4834 I Wilh. Rudolph, Giessen, Musikinslrumenten-Lager. 5650 Ein zuverlässiger Pferdeknecht gesucht Wo? sagt die Exp. d. Bl. Getragene Stiefel, Schuhe, Damenstiefel kauft Louis Rothenberger, 5185 Neuenweg 22. Ein Knecht, welcher Säcke tragen und mit Pferden umgehen kann, wird gegen guten Lohn für sofort gesucht. Wo? sagt die Expedition d. 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